Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 17 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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NovtaoyS vfolatnä povolenä rladit post a telegratov. y Bratislava öl». 41572-11120־, > Zeitungen vom Vorleger versendet, Journal expddie par Tedltenn «.kfc ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Reduktion n. Administration! Wien, II.,Leopolds• gisse .26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4*94. tsehechoslowakel: Bratislava, Postfach 140. aroeheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Fftr Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlnagea Mr Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Koato Nr. 13.43S; für Polen: Postsparkassenamt Warscfaaa, Koato Nr. 190.409; ffir Ungarn! Postsparkassenamt Badapest, Koato Nr. 50.170; tflr Tschechoslowakei: Poitaparkassauunt Prag, Konto Nr. 53,386; Mr Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 49.217; f&r die Schweiz» Postecheckkonto Zttrlch VIII. 4117! Mr Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Nr. 17 Wien-Bratislava, 4. Mai 1928 ,ב״ה וינה־יגוחגס&גורג י״ד אייר תרמ״ח ■ I4ajah1»g■ Nach der Zentralratstagung der Aguda in Polen. Die ganze Welt war gespannt, welche Auswirkungen die jüngsten Scjmwahlen in Polen auf die jüdischen Verhältnisse auslösen würden. Da ist es nun zunächst von Wichtigkeit festzu׳stelle11, daß!die Differenzierung e'igentlieh der jüdischen Sphäre entzogen war. Es spitzte sich alles dahin zu, ob mau die Judenheit als eine geschlossene Minorität in Polen zu betrachten ‘halbe und zu :betrachten gewillt sei. Die Aguda negierte diese Behauptung und führte alle jüdischen Wähler, die' sich zu derselben Ein- Stellung *bekannten. Andererseits wurde ein stiller Pakt mit ■der Regierungspartei geschlossen, der sich insbesondere darin äußerte, daß die Regierung einen prominenten Führer der Aguda an sichere Stelle auf ihrer Reicfosliste setzte. Aber nicht genügende Aufklärung, namentlich in Galizien, bewirkte, daß ein Teil - der orthodox gesinnten Wähler, namentlich unter Führung der Rabbiner von Bels und Bobow sofort für die Regierungsliste stimmten und dadurch der Agudaliste eine große Reihe von Stimmen entzogen haben. Jedenfalls aber 1hat die Agudaliste zirka 250.000 Stimmen aaif sich vereinigt, und wenn ׳auch dank der Wiahlkreisgeametrie dieses Stimmenverhältnis sich nicht durch Mandatsgewinu äußern konnte, so hat *doch wach- ׳sende ■Erkenntnis’für die Logik־ und Richtigkeit der Aguda- Politik ein wachsendes Bekenntnis für Aguda י gezeitigt. Es geht direkt ein Frirhiingshauch durch.•d!as■ Agu'daleben in Polen. Die in Warschau am 29. April tagende Zentralratsfoeratung beschloß eine vollkommene Reorganisierung des Bureaus, wobei die geplante Anstellung eines b'auptamtlichen Chefs der Bewegung von weiteisttragender Bedeutung ist. Auch den Forderungen der sehr klar denkenden Jugend soll weitestgehend Rechnung getragen werden. Die Begründung einer Zentralbank, welche ein Netz von kooperativen Banken über das ganze Land ziehen wird, bewirkt, daß neben der ideologischen Er- Stärkung auch verständnisvollste Berücksichtigung der materiellen und sozialen Notwendigkeiten obwaltet. Es ist begründete Aussicht vorhanden, daß nun, nachdem die Lubliner Jeschiwa wenigstens im Rohbau vollendet ist, auch die bewährte Kraft des Petrikauer Raw sich wieder in den Dienst der Sache stellen wird. Die neue Leitung wird den Beweis erbringen, daß die von Gegnern verbreitete Fabel, als ob ,die Aguda nur eine chassidische Spezialität sei, den Tatsachen wicht entspricht. Man wird aus ' den polnischen Randgebieten (den sogenannten Kressen) gewaltigen Sukkürs erhalten. Denn die Aguda kann sich der Aufgabe ■nicht entziehen, in diesen Gebieten sehr energische Tätigkeit ■zu■ entfalten. Ganz Polen steht unter dem Zeichen der bevorstehenden Wahlen z«u. den jüdischen Gemeindcverwaltunge«. Das sogenannte Pilsudski-Dekret ist Jetzt auf ganz Polen ausgedehnt und die שום? TVO ■ כשי (החח השנחח הרב ר ישעי פורסט שיפשוחי) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn ., Oberrabbiner J e s a i a Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich!׳ Judenheit Polens steht jetzt vor dem gewaltigen Problem, eine Bevölkerung von drei Millionen zum Zwecke und für die Zwecke einer Religionsgemeinschaft durchzuorganisieren. In den Kreisen, in denen es noch aus russischer Zeit her das Gebilde einer Gemeinde kaum gibt, ist das Problem am akutesten. Für Galizien ist ■der Ueberga׳n.g aus dem österreichischen Kurien Wahlsystem in die neuen Formen demokratischer Wahlvorgänge nicht leicht. Ausgleichend kann hier nur ■die Aguda wirken. Erfreulich ist, daß im allgemeinen sich die Beziehungen zwischen Polen und Juden sehr gebessert haben, Beweis, daß der Klub der Majorität ■den Agudaabgeordneten K i r s c!h *b r a u n i!1 die wichtigsten Kommissionen delegiert hat. So ist nach innen ,und außen wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen und die Politik der Aguda hat sich als segensreich für die gesamte Judenheit Polens bewährt. P. K. ♦ * * ׳ Die Beschlüsse des Zentralrates der Agudas Jisroel in Polen. Im ■Herbst d. J. tritt die polnische Landeskonferenz zusammen., per.. Aktionsausschuß wird ■auf 25 Mitglieder erhöht. Bei• der Regierung ist zu^Jnt'erVenieren,.-däß?sie bei Besetzung •der Religionslehrerstellen■ mit den‘ Bedürfnissen• der - Ägiidajugend rechnen soll. Die politische Haltung des Aktionsausschusses bei der; letzten Wahlkampagne, bei der die Aguda einen besonderen Block geschaffen und die uafionalen Minderheiten nioht unterstützt hat, wurde gebilligt. Wenn dabei die Aguda ihre Sejmmandate verloren hat, so war dies ein O.pfer, das ׳das jüdische Interesse ■gefordert hat. Der Zentralrat ׳beschloß, eine Konferenz der orthodoxen Vertreter in den staatlichen, kommunalen Körperschaften und in den jüdischen Gemeinden einzuberufen. Eine politisehe Kommission wurde eingesetzt. Eine enge Zusammenärbeit der orthodoxen Bankinstitute soll herbeigeführt werden, wozu ein Revisionsverband und eine Zentralbank zu schaffen sind. Der Chofez Chajim über die polnischen Sejjmwählen. Mit einer ׳geradezu bewunderungswürdigen Lebendigkeit verfolgt der *hochbetagte Weise von Radin, Rabbi Jisroel Meier, der ״Chofez Chajim“, die Ereignisse des Alltags, und er versäumt fast nie die Gelegenheit, mahnende oder zurpöhtweisende Worte darüber zu äußern. So finden wir in der neuesten Nummer des Wilnaer Organes ״Das Wort“ folgendes Sendschreiben des Chofez Chajim aus Anlaß der polnischen Sejm wählen. Wir geben das Schreiben in wörtlicher Uebersetzung wieder: ״Es heißt in den salomonischen Sprüchen: ״Wer des Armen spottet, lästert seinen eigenen Schöpfer, wer sich ,des Schmerzes anderer freut, wird nicht straflos ausgehen.“ Durch dieses Wort sind wir davor gewarnt, uns zu freuen, oder gar zu spotten, wenn über einen Menschen Not und Kummer kommt. W.er es t׳ut. wird nicht frei voii Strafe bleiben. So heißt es auch in Mischle: ..Wenn dein Feind fällt, freue dich nicht, wenn er strauchelt, frohlocke dein Herz nicht“ und so heißt es in Koheleth: ״Gott nimmt sich des Verfolgten an“, und unsere Weisen gesegneten Angedenkens haben bekanntlich in der Agada dazu bemerkt: ״Selbst wenn ein Gerechter einen Frevler verfolgt, sp> wird sich Gott des Verfolgten annehmep.“ So mögen sich denn diejenigen Menschen in Acht nehmen, die Freude empfinden über die Not ihrer Mitmenschen, und die ihren Mund mit Lächeln füllen beim Schmerze ihrer Nächsten; sie werden nicht frei bleiben vom himmlischen Gericht. Diejenigen aber, über die die Not oder die Schmach .gekommen ist, mögen sich nicht niederdrücken lassen von denen, die ihrer spotten; stark ist ihr Erlöset Gott streitet ihren Streit, und Gott steht zur Rechten ■des Gedrückten, ihm zu helfen. . In den letzten Tagen ist leider Polemik ■und Streit unter unseren Brüdern in unserem Lande im Gefolge der Sejmwahlen aufs ׳höchste gestiegen. Es finden sich Männer, die einen Kampf führen gegen die Gottesfürchtigep, die auf der Wacht stehen für unser Gesetz, für unsere hejllge Thora in allen Fragen,’ die die Zeit bewegen. ,־Mit. m₪tma₪Ba₪₪₪mm₪₪₪tmmm allen Mitteln und allen Ränken tritt *man gegen jene Gottesfürchtigen auf, überschüttet sie •mit Spott und Schmach, gibt sie dom Gelächter und dem Hohne, preis, daß die Ohren jedes Hörers gellen und fügt auf diese ■ Weise unserem Volke unendlichen'Schaden zu. .indem sie die Zähl der jüdischen Vertreter tim kommenden Sejm vermindern, ganz abgesehen von dem ■gewaltigen Schaden, den sie unseren thoratreuen Brüdern zugefügt haben, deren Vertreter sich noch mehr im Soim .vermindert ׳ haben. Wae töricht handeln diese .Männer in ihrer ganzen Taktik. Wenn schon derjenige, der einen Einzelnen öffentlich beschämt, keinen Anteil am kommenden Leben hat. um wieviel weniger derjenige, der ganze Gesamtheiten verhöhnt und beleidigt, ja sogar Größen der Thora und der Gottesfurcht. Die Gottesfürchtigen aber, die ihr Leben hingeben für die Aufrechterhaltung der heiligen Thora, mögen sie nicht verzagen, denn unser Erlöser ist stark. Gott ist sein Name, und er kann helfen auf alle Weise. Im Midrasch heißt es zu dem Vers in Schernaus; ״Und nun das Geschrei der Kinder Israels ׳ist zu mir gedrungen usw.“, daß' die Aegypter die Juden mit Worten •bedrückten, mit Hohn und Lästerung, indem sie das jüdisehe Volk dem Gespötte Preisgaben. Und das war es, was zu Gott emporstieg, das war es, was das göttliche Erbarmen wachrief und sie zur Erlösung führte, und das wird es auch in unseren Zeiten sein! Gerade daß sie. die Größen der Thora der Schmach״ preisgeben, wird das göttliche׳■ Erbarmen wachrufeu und die Hilfe in Unserer N«t. Bekannt ist der Ausspruch .unserer Weisen: ״Schwerer wiegt eine Kränkung in Worten als eine Kränkung ,in Geld, denn der Satz: ״Du sollst dich furchten vor deinem Gott“, ist von der Thora gerade neben die Kränkung in Worten gestellt. Es ■i׳st m'ir ■unbeg-reiflieh, wie zahlreiche Männer, die an Gott und seine heilige Thora glauben, vor diesem Verbot nicht zurückschrecken und vor der Mahnung, sich vor Gott zu ״fürchten“, von der dieses Gebot begleitet ist, vor Gott, der den Maßstab des Gerichtes in seiner Hand hält! Zu erklären ist dieser Vorgang nur dadurch, daß diese Männer sich verführen lassen von jenen, deren Absichten nicht auf das Wohl der Gesamtheit gerichtet sind, sondern die den Streit lieben um des Streites willen. Wessen Herz aber berührt ist von den Strahlen der Gottesfurcht, der halte ׳sich fern von der Gemeinschaft mit solchen Männern. Gott, der Gütige, möge Frieden walten lassen im Innern unseres Volkes und uns teilhaftig machen des Heiles der Tröstungen der Ankunft des Messias, auf daß Gottes Herrlichkeit in der Welt groß werde.“ Dame Modenpalais Julius Krupnik Kaisersfrafje Telephone Wien großles Oesterreichs OTHNAR SCHIFF'5 Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. Die Preise sind: Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung a.d. Seite od.Mitte S 120.— ״ ״ ohne Abteilung ........... Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung . . . . . . . Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung. . .... . מ mit 8 cm naturgetreuer Abteilung ... . ... " mit 6 cm naturgetreuer Abteilung ....... Perücken- Runslwerkstätle KEINE FILIALEN! Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerrmg 6 Telephon 51-3-61 KEINE S 90.- s 100.- S 80 ■ S 70.- S 60.■ (Gegenüber dem Hotel Bristol) FILIALEN!