Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 16 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2629891-2630244-2630259--2945-2634881- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 16 Seite 111 JÜDISCHE PRESSE jüdische Schulen, ein großes Netz von G e s>un־dh ei ts an st alten und Anstalten für Waisenfürsorge. ׳Im Rahmen dieser Betrachtung darf der großen Leistungen der Zionisten nicht vergessen werden. Ihre Arbeit wirkt sich nicht allein im Aufbau Palästinas, sondern auch in der Besserstellung der Juden in allen Ländern aus. Der Hiifsverein!kann mit Mitteln, die von den deutsehen Juden aufgebracht werden können, auf fast allen Tätigkeitsgebieten Erhebliches leisten. Was er auf dem Gebiete der Auswandererfürsorge, des Schulwesens usw. geleistet hat, ist bekannt; diese Tätigkeit wieder aufzunehmen, ist seine Pflicht. Bei der Kolonisation in Rußland kann und darf er gleichfalls nicht *fehlen. Der Hilfsverein braucht nicht nach Arbeit zu suchen, die Arbeit sucht ihn.' .Die deutschen Juden können sich diesem Ruf nicht entziehen; sind sie doch die nächsten Nachbarn der Judennot. Das Depressionsgebiet hat die Tendenz, zunächst nach Deutschland vorzurücken. Es ■ist daher für die deutschen Juden nicht nur •Bruderpflicht, zu ■helfen, sondern auch Gebot des Selbstschutzes. Um!mit den Zentral-ilnstitutdonen der anderen Länder gemeinsam vorgehen zu können, muß der Hilfsverein die ganze deutsche Judenheit zusammenfassen. Nur so können ■die deutschen Juden in Reih und Glied mit den Juden anderer Länder ihre!jüdische Schuldigkeit erfüllen. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמי הדלקת הנר עו״טצש nach den מנהג ותיקץ nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "התאחדות יראים" ווינה ״Hitachdufth Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestrasse 30, T. 15. — — שבת אחרי קדושים זמי הדלקת הנר עש״ק שעה 6 עם 48 מינוט. זמן שמיעת החמה עש״ק שעה י' עם 01 מינוט, זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 8 עם — מעוט• Generalversammlung der Agudas-lsrol-Jugendgruppe, Wien II. Als Ergänzung zu unserem vorwöchigen Bericht erhalten wir noch folgende Zeilen: Die diesjährige General- Versammlung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe gestaltete sich zu einer imponierenden Kundgebung für den Agudagedanken in Wien. Der große Saal der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe war lange vor Beginn von hunderten Mitgliedem besetzt, die mit lebhaftem Interesse dem Bericht des Vorstandes entgegensahen. Die Agitation für die Wahlen, die schon Wochen vorher stark eingesetzt hatte, steigerte das Interesse ■noch mehr. Wie bereits berichtet, •eröffnete der Vorsitzende Herr Samuel Stern die Generaltversammlung durch eine kurze Rede, in der er des Heimganges der großen!י Führer) Ober Rabbiner (Fischei (Ar 31k Oszoran1, Ostrowcer Rebbe!Rabbi Maier Don Plooki sowie des heimgegangenen Mitgliedes Isaak Schisoha s. z. 1. ehrend ge- ■dachte. Er begrüßte die anwesenden, Vertreter der Kultusgemeinde Wlien, Adas Jisroel, des Beth Hamidrasch Thora ,ez Ghaijim und vieler anderer humanitärer Vereine. Ais!erster gab Herr Bogner ein anschauliches Bild über die Lehrtätigkeit der Jugendgmpp'e. In.schönem Gedankenaufbau entwickelte er die Gegensätze zwischen Jen jüdischen׳ Geistesströmungen .!unserer Zeit, um zum Schluß den Beweis zu führen, daß der Weg zum Siege der׳ Orthodoxie über eine mächtige Jugendorganisation führt. Ais nächster erstattete Herr Siegmund S t e r*n den Generalberiöht. An Hand eines sehr übersichtlichen Finanzberichtes, der mit einem Gesamterfordernis von über S 13.000 abschließt, entwickelte Redner ein Bild über den Fortschritt der österreichischen Jugendbewegung, die auf allen Gebieten ihrer Betätigung im verflossenen Berichtsjahr mächtig vorwärts gekommen ist. Die Bibliothek hat ihren Bestand bis auf 1450 Bände erweitert und neue!Kreise herangezogen. Geselligkeit und Lehrtätigkeit haben das ihrige getan, um die Juden'dgnippe so weit zu bringen, daß sie trotz dreier Zweigvereine in *ihren Räumen nicht mehr genügend ■Platz hat. Nach einem anschaulichen Bericht über die politische Lage schloß der Redner mit der Aufforderung, im kommenden! Jahr mit doppeltem Eifer an die Arbeit zu gehen.!Herr Salomon Spitzer berichtet sodann über die ׳B-Gruppe, deren!Entwicklung im vergangenen Jahr wohl sehr befriedigend vor sich gegangen ist, aber noch immer so manches zu wünschen übrig läßt. Bei der nun folgenden Debatte wurden die bereits in der vorwöchigen Nummer wiedergegebenen Resolutionen einstimmig ׳angenommen. Eine Menge sehr wertvoller Anregungen aus dem!Kreise der Mitglieder wurden nach lebhafter Debatte zu Beschlüssen erhoben, so unter anderem die Gründung einer Gemilas Ghesed-Ghewra für junge Leute im Rahmen der hiesigen Chewra Kadischa, ferner die Gründung eines Jugendgruppenchors und schließlich die Errichtung eines Arbeiter- und Angestelltenerholnugsheims in ■Baden bei Wien. Das Erllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllll SCHÖNE KONKURRENZLOSEN ווו1!וווווווווו!1ווו1וווווווווווווווווווווווו11וווו1ו1ווו1וווו1וווו1! WIEN I 1 BUDAPEST 1 I VACZI UTCA 19 | illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIli gebnis des Wahlganges wurde spät nachts verkündet und beifällig aufgenommen. Die Konstituierung des Vorstandes erfolgte!Samstag den 22. •April und setzt sich der Vorstand nunmehr folgendermaßen zusammen: Präsident: Samuel Stern; Vize- Präsidenten: Leopold Löwy, Heinz Herzog; Unterrächt: Elieser Breuer, Jakob Teiteibaum, David!Sputz, Oscher Forst; Geselligkeit: Emil und Nathan Adler; Finanzen: Leopold Löwy, Josef Keßler, Nathan Adler; Verwaltung und Politik: Siegmund Stern, Hermann Bondi, B. Lewintcr, Jakob Teiteibaum; ׳Arbeit: Paul Richter, Emil Adler, Samuel Stern; Kalender: Oscher Stroh; Bibliothek: Heinz Herzog, Leopold Löwy; Kerien Hathora: «Schächter und׳ Lewinter; ■B- •Grupp׳e: W. Weiß, Oscher Stroh, Salomon Spitzer; Schriftführer: Nathan Adler, David Sputz; Ehren- Sekretäre: David Türkl und Ernst Tauber. Bad Ischl, Pension Jupiter. Im eigenen groäen Garten, am Ende der Esplanade, in nächster Nähe des Park-Clubs, idyllisch gelegen, wird die unter der Patronanz des Bezirksoberrahbiners ׳Hillel Weinberger streng orthodox geführte Pension Jupiter Mitte Mlad eröffnet. Die Hauswirtin Frau Erna Wiener wird ihre Pension in vornehmem Stil leiten und auf Grund ihrer großen Erfahrungen für *die kultivierte Gesellschaft besondere kulinarische Genüsse bieten können. Der Gottesdienst wird im Hause selbst •abgehalten. Für die gute!jüdische Gesellschaft ist nun in Bad Ischl das erste streng orthodox geführte Haus, welches als gemütliches Familienheim sehr «bald populär werden wu'rd. Ehrung des Präsidenten• der Budapester orthodoxen Gemeinde. (JTA.) Während!der verflossenen Pessachtage war der Präsident der Budapester aut. orthodox, isr. Gemeinde Abraham v. Freudiger Gegenstand herzlicher Ovationen. Anläßlich der ׳Vollendung seines 60. Lebensjahres erschienen bei ihm der Gemeindevorstand und Vertreter sämtlicher im Schoße der Gemeinde wirkenden Vereine und Institutionen und überreichten ihm!eine Dankadresse, in der sie ihre Anerkennung ׳zum Ausdruck bringen für die großen Verdienste, die sich der Jubilar um die Ent- Wicklung der Gemeinde erworben hat. Das Jubiläum der Samson Raphael Hirsch-Schule. Frankfurt a. M. (J. U.) Aus Anlaß ihres 75jährigen Be- Stehens veranstalteten die höheren Unterrichtsanstalten der Israelitischen ■Religionsgesellschaft in dem großen Festsaale des Zoologischen Gartens am 15.!April vormittags einen akademischen Festakt. (Mehr ׳als 2000 festlich gekleidete ■Damen und Herren füllten ׳die weiten Räume, als unter Max Neumanus Leitung das Orchester miit einem Haydn‘schen Musikstück die Feier einleitete. Dann rezitierte Hilde Birnbaum, eine Schülerin der Anstalt, das von Direktor Mendel Hirsch szall. verfaßte Gedicht JDie ׳zwei Laden“. Studienrat Dr. Fink begrüßte die festliche Versammlunlg und zeichnete in markanten Strichen der 1Schule Arbeit!und Ziel. Nun erkläng ■Händels Jubelchor aus ״Judas Maccabäus“, gesungen von 100 Schülern *der Schule. 'Als erster im Reigen der Gratulanten sprach Herr Jsaac Mainz alls einziger noph lebender Schüler der 1Schule aus dem iGründungsijahr 1853. . Jacob Rosenlheim überbrächte die Grüße des Vorstandes der Israelitischen R’e'ligionsgesellschaft und teilte ׳mit, daß die Schule künftig den Namen ״Samson Raphael Hirsch-Schule“ trage. ,Julius Holländer siprach im Namen des ׳Schulrates, Studienrat Dr. Weinstoak vom Kaiser Friedrich-Gymnasium!brachte nachbauliche Grüße. Studienrat Dr. Joseph!Breuer sprach namens der Jeschiwah, Dr. Krämer für den deutschen Philologenverband und die Frankfurter Direktorenvereinigung. Die Glückwünsche der befreundeten auswärtigen jüdischen Schulen überbrachte Dr. Elias-Fürth und Dr. Hallemann- Leipzig. Rektor Bariuch Stern Sprach für die unter der Verwaltung ׳der J. R. G. stehenden Volksschule. Mit kurzen Ansprachen von Leopold Oppenheimer für den Elternrat, Redakteur Schaohnowitz für den Verein Mekor Ghajim, Rechtsanwalt Dr. Ku'lp für Aguda und Esra und einem Dankeswort von Studiendirektor Dr. Fink wurde die Feier geschlossen. Am A'bend vorher — Samstag abend — fand eine zwanglose Zusammenkunft von 1200׳ ehemaligen Schülern und Schülerinnen statt. ויעף אלי אחד מן השרפים ובידו רצפה רצופה פרופה מגילה עפה יפה־יפה, וארץ רעשה אף שמים, וינועו אמות הספים מקול המורא בהרים, פנו דרך, הרימו מכשול, ישרו ממולה, וינלה דרך הסולם לעלות הדאסטאר המרומם והמפורסם. כי כולם ידעו איתו מקטנם ועד גדולים ה״ה האלוף החכם הכולל רופא •מומחה לרבים והמנתח חמובהק ע״ה פ״ה כמד שמו מה׳ מרדכי כן כמהף משה לבוב זצ״ל יאיר כאור בהיר. אשר פה אזר זה שני שנים כגבר חלציו. לקנית חכמה ורעת, ללקט בשבלים אחר הקוצרים, ה״ה בעלי אסופות ושבת תחכמונים ואנשי מוסת, אשר חונים בישיבה המהוללה ביטצוי במדינתז מעקלבורג, ואני הייתי מכיר (את) הרב המחבר ואראה, כי טוב סותר, בונה ולא סותר, רק משיב כהלכה למשה מסיני, ושואל כענין. ברוב בנין ורוב מנין, אסף בחפניו ריח חכמה ובינה תעלומות, עלה שמים וירד. עמקי תהומות, מרגניחא שפירא דלית בה טימא, זיו קלסתר פניו מכהה גלגל חמה, היה סה כעץ שתול על פלגי מים, אשר פריו יחן בעטו דברים יקרים, והנה טעמתי בקצה המטה מיערת הדבש נופת צופים על עדני פז מתוקים, יקרים מפנינים,'אשר בדעת ידבר, שבח מי יספר, עמו סלפלתו סלפלא חריפתא, דברים הראויים לאמרם במתיבתא,‘ קרי וחני אין קץ לחריפתו, פלפולו עוקר הרים, וטוחנן זה בזה להוציא דין אמת לאמתי, כל המכבה במנה יפה אפים, יהא מבורך מן אלקי שמים ואכין תפילתי לפני הדאקטאר המחבר ויכוח ׳הלז׳ נ״י יהי כזית כבודו, יגן ה׳ בעדו, וכסא כבור, ינחילהו, ואני אגיל ואשמח בישיעחו ובמזל רסיאתו, ובשמחת חתן על כלה, תגיל עם בת גילך, ויהיו שניכם כאברהם ושרה, על כן לכה הרי לקראת כלה. נאם הצעיר טיבזן דאקטאר ופראפעסרהסילוסופיא אחר טהמסלסליס עם הדאק־ טאר הנ״ל• חיום יום ד׳ י׳ שבט לסדר ולפרט ותחת כנפיו תחסה. Fürwahr,!selbst der Vater dieses Promovierten, 4er hochgelehrte ■Rabbi Moses Chardf, hätte das in keinem schöneren Musivstil ausdrücken können, was da der protestantische Universitätsprofessor zur Anerkennung des Rabbinerssohnes im bebräisch-aramaischen ׳Stile schrieb. Damit aber auch die ■Laien unter den Lesern dieser Zeilen sich einen Begriff von diesem Schwungvollen Lobhymnus machen können, ׳diene hier die deutsche Uebersetzung: ,^Es flog zu mir einer der Seraphim, in dessen Hand eine an glühender ■Kohle angeheftete sehr schöne Rolle war.!Himmel ׳und Erde erbebten, es schwankten die Säulen der Schwelle von der Stimme, die über Berge rief: Reinigt den Weg, entfernt das Hindernis, ebnet den Pfad, damit der Weg zur Leiter sichtbar werde, auf der der vornehme und berühmte Gelehrte aufsteigen könne, den alle von Klein!bis Groß kennen, das ist der Polyhistor, der überaus geschickte Arzt, der vortreffliche Chirurg, die rechte Säule, die Zierde seines Geschlechtes, dessen rühmlicher Name Markus, Sohn des gelehrten Rabiners Moses Lemberger ist; ■sein frommes Andenken ■leuchte wie der Glanz der reinen. Helle. Vor zwei Jahren umgürtete er wie ein Held seine Lenden, um Weisheit und Kenntnisse zu erwerben, um aufzulesen die Aehren, welche nach den Schnittern, will sagen, nach Autoren, nach mustergültigen, gelehrten Männern zur Erde fallen, welche an der gerühmten Universität zu Butzow in ׳Mecklenbürg residieren. Ich. habe den Herrn Verfasser erkannt, ich nahm wahr, daß er trefflich erklärt, daß er auf baut und nicht niederreißt, nur gemäß der Tradition antwortet, sachgemäß fragt, inhaltlich und formell zum Gegenstand spricht, den Geist der Weisheit und verborgener Wissenschaft reichlich in sich gesammelt hat. Er erhebt sich gegen den Himmel ׳und steigt hinab in die tiefsten Tiefen, er!ist eine ■schöne Perle von unschätzbarem Werte. ׳Der ■Glanz seines Antlitzes verdunkelt die Sonnenscheibe. Er war hier ■gleich eine an Wasserbächen gepflanzten Baum, dessen durch die Feder gereifte Früchte kostbare Worte sind. Und siehe, ich kostete mit dem Stabesende den aus den ■Waben auf goldene Schalen träufelnden Honigseim, der kostbarer denn Perlen ist. Was er wissenschaftlich vorträgt, wer kann dessen Wert ermessen? Scharfsinnige Disputationen wurden mit ihm aus der Universität würdigen Gegenständen abgehalten. Er ■lernte und lehrte mit grenzenloser Scharfsinnigkeit. Sein Pilpul (= Gedankenstreit) ׳reißt Berge nieder, reibt sie aneinander, um einen richtigen, wahren Gedankenschluß zu ermittein. Wer ihm gebührendes Lob erteilt, möge von Gott zweifach gesegnet sein. Und nun will ich mein Gebet vor dem gelehrten Verfasser dieser Dissertation sagen: Sein Ruhm grüne wie ein Olivenbaum, der Ewige beschirme ihn und lasse ihn den Ruhmesthron ׳einnehmen; ich aber will ■mich seines Wohlergehens und seiner Heilerfolge erfreuen. Nun erfreue du dich deiner auserkorenen Lebensgenossin, wie der Bräutigam seiner Braut. Möge es euch beiden so ergehen, wie Abraham und Sarah. Komm also Freund der Braut entgegen! So spricht Doctor Tychsen, Professor der Philosophie und einer derjenigen, die mit dem erwähnten Doktor wissenschaftlich disputierten. Heute, Mittwoch, den 11. Schewat 5526.“ Wo in der weiten großen Welt hat es je eine Doktorpromofion unter solchen dithyrambischen Be-