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Jüdische Presse · 1928-04-20 · 15 (20.4.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
15 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. tS JÜDISCHE PRESSE Sette 198 ln der Wohnung: des neuen Rabbiners atu frdhlldhem Bel*• sammensein. (Wir wfen dem Verein ״Marpe Lanefesoh“, Ihrem rührigen Vorstände und Horm Rabbiner David Friedman« ein herzliches צלח ורחב zu.) Unterstiitzungsvereln ״Tomech Ewionlm“. Die gut besuchte Generalversammlung des Vereines fand Sonntag, den 25. März im Befli-Hantidrasch, H., Große Schiffgasse 8, statt. Zahlreiche Delegierte verschiedener humanitärer Vereine waren gekommen, um diesen im stillen wirkenden Unterstützmigsverein ihrer Sympathie zu versichern. Nach den Begrüßungsworten des Obmannes Siegmwnd Viktor, der besonders die Vertreter der Schiffschni, die Herren BerthoJd Stroh und Leopold Richter, den Vertreter des Krankenhausvereines Herrn Isidor Frommer sowie Herrn Kantor Josef Kunstadt, den Delegierten des Kantoren- Vereines, herzlicht willkommen hieß, erstattete der Vereinskassier Geza Braun den Rechenschaftsbericht. Der Verein hat auch jn diesem Jahre eine Holz- und Köhlern sowie eine Pessachaktion klaglos diirchgefiihrt. Nach der Generaldebatte wurden die Wahlen vorgenommen. In den Vorstand wurden die Herren Sändor Adler, Geza Braun, Adolf Grundwald, Ignaz Feigelstock, Siegmund Figdor, Hermann Feldheim, Benjamin Felsonburg, Abr. Galandauer, Simon Pollak, Emil Stroh, Moritz , Värkanyi, Moritz Spitzer, als Kontrollore Wolf Pappenheim und Isidor Frommer gewählt. Generalversammlung der Jugendgruppe der Agudas Jisroel In Wien, II. Sonntag den 15. April fand die Generalversammlung Icr Wiener Agudas-Jisroel-Jugendgruppc statt. Der große Vortragssaa! war von Jugendlichen dicht gefällt. Im Namen des Vorstandes der israelitischen Kultusgcmeinde waren Herr Kultusvorsteher Michael Sternfcld und Inmektor 0 e h 1 e r erschienen. Adas Jisroel, Schiffschul, war durch Vizepräsidenten Herrn Dr. Isidor Reiniger zertreten. Nach Eröffnung der Generalversammlung seitens ies Vorsitzenden Herrn Samuel Stern erstattete Herr Slegniinid Stern das Haaiptreferat, ׳das überaus optimlts tisch gehalten war. lieber die Tätigkeit der B-Gruppe referierte Herr S. Spitzer. Aus ׳seinen Worten war die schwere Sorge herauszuhären, welche diese jungen Menschen um die gedeihliche Entwicklung der orthodoxen lugcndbewegung in Wien erfüllt. Nach den Referaten hicl- ׳:cm Herr Inspektor Ocliler im Namen des Präsidiums der Kultusgcmeinde, Herr Dr. Reiniger i׳m Namen der Adas Jisroel, herzliche Ansprachen, in denen die aufrichtige Be- Wanderung für die ersprießliche Anbeit der Wiener Jugendtruppe zum Ausdruck kam. Nach Schluß der Generaldebatte wurden folgende Resolutionen einstimmig angenommen: 1. Die am 25.. Nissan 5683 stattgehabte Generalversa.mmltmg der Agudas-Jisrocl-Jugendgruppe, Wien, protestiert schürfstens gegen ׳das terroristische Vorgehen der lichta.gudistisehon Parteien der letzten Sejmwahlen in Polen, Sic grüßt die polnische Landesorganisation der Agudas Jisroel, insbesondere deren Jugendorganisationen .nid wünscht ihrer neu begonnenen Reorganisationsarbeit den volsten Erfolg. Gleichzeitig drücken wir unsere Sytnpathie dom agu dis tischen Schild cpn tierten Ellas Kirschbraun aus und verfolgen mit großem Interesse seinen Kampf gegen die herausfordernde Taktik der zionistischen Scimdepntierten, insbesondere des Herrn Grtin'baum. Die am 25. Nissan 5688 statt habende Generalver-;ummluug der Agudas-Jisroel-Jugerulgruppe, Wien, begrüßt lie erfolgreich durchgefiihrte Austrittsbewegung in Ere!z Jisroel. Wir hoffen, ,daß die palästinensische Orthodoxie!and ״«'besondere deren Jugend in Anbetracht der großen Sache;ich über Trennendes hinwegsetzen wird und gemeinsam iiir unser heiliges Ideal unter dem Banner der Agudas iisroel kämpfen Wird• 3. Die am?5. Nissan 5688 statthabende Generalver-;ammiung der Agudas-Jisroei-Jugendgruppe, Wien, be- ־,ehließt die Gründung einer Dachorganisation für die öster- •cichiscbei! Jugeiidgruppen, die sich erstens mit den schon bestellenden Gruppen zu befassen und zweitens auch neue, insbesondere in der Provinz zu gründen hat. Hierauf wurde der Vorstand gewühlt. Die /,weite Generalversammlung der Organisation ״Hitachduth Jereim“. Sonntag, •den 8, April fand die 2. Generaiversammlang der ״Hitach'duth Jereim“ (Vereinigung thovagesetzestreuer ostländischer Juden) in Wien, If., Heinestraße 30-15, statt. Das Lokal des Ansspelsungsvereines ״Seudath Sab״ bat“ in der Majzgassc, in welchem die Versammlung abgehalten wurde, konnte die massenhaft erschienenen Mitglieder nicht fassen. Nach Eröffnung der Generaiversamm•׳ lung seitens des Obmannes des Vorstandes Herrn Rabbiner Abraham Hesc)1e| erfolgten die Begrüßungen der Vertreter sämtlicher in Wien wohnender Großra'bbiner, (Czortkaw, Husiatyn, Kopyczynce, Sadagora und Storozynec). Hierauf ergriff Herr Samuel Nüssepbaum das Wort. Redner gab einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung der Organisation und iiob die große Bedeutung derselben für das Wiener ״ religiöse Judentum hervor. Herr Vizepräsident Markus Hornstein schilderte in anschaulicher Weise die stänke Behinderung der religiösen ׳Entwicklung der ostländischen Judenschaft in Wien, welche besonders unter dein Mangel eines verläßlichen, ihren Anforderungen entsprechenden Ritualaufsichtsapparates, aber auch unter anderen Hemmungen leidet, und gab ein düsteres Bild der religiösen Not eines ansehnlichen Teiles der Wiener jüdischen Gemeinde, der sich geradezu in seiner Existenz bedroht sieht. Er beschäftigte sich sodann m׳it Erziehung«- tragen, um die es besonders arg bestellt ist. Die ostländjsche Judenheit in Wien kann infolge ihrer ungünstigen materiellen Lage aus eigenen Mitteln eine gedeihliche Jugenderziehung nicht betreiben und d|e Kultusgemeinde leistet für dieselbe eine völlig unzulängliche Unterstützung. Die Schiiiinstitutionen der thoragesetzestreuen ostländischen Juden in Wien leiden unter großem Raummangel, Hunderte Kinder müssen in Kellerräumen unter ״״hygienische() Bedingungen unterrichtet werden. Schließlieh brachte Redner noch die große Ungerechtigkeit des Wahlgesetzes der Wiener jüdischen Gemeinde zur Sprache, das den fremdländischen Juden wohl das aktive, aber nicht das passive Wahlrecht gewährt, ln Deutschland und in anderen Staaten besitzt jedes Gemeindemitglied ohne Rücksicht auf seine Staatsbürgerschaft sowohl das aktive wie das passive Wahlrecht. Die beifällig aufgenommenen Ausführungen des Redners wurden in einer Resolution verdichtet und der uengcwühlte Vorstand mit der praktischen Verwirklichung der drei Hauptforderungen, die Herr Hornstein erhob, beauftragt, Besonderen Nachdruck legten die Mitglieder auf die Forderung des passiven Wahlrechtes. Als Vertreter der Kultusgemeiude begrüßte Herr KonvRat Max Markus die Versammelten und gab der Versicherung Ausdruck, daß er für die ■ge» rechten Forderungen der Hitachdutii Jerelm beim Kultus- Vorstand elntreten werde. Sodann begrüßte Herr Wolf |(1n1i(IIMIIIIItlllllll(ll(l1!lll!P 1 LBoyd Sabaudo; Genua § | Eupreftwerkehr nach Nord- und ן ן Südamerika. ן | Nach Südamerika auch ESldampfer | | nur für III. Klasse« ן | Eilverkehr nach Australien» | ( Repr.: (Dien L Kohwrntring 4. |!linilllillllllllllllllilllllllllllllilllilllllllllllllllllllllllllililiilllliiiiilllllllliiiililllliililltllilllllllllllllllllllllllltllllllllilll^ Pappenheim namens der Agudas Jisroel die General- Versammlung. Auch Herr Pappenheim versprach, die höheren Ziele der Vereinigung zu unterstützen und wünschte der Vereinigung eine gedeihliche Entwicklung, Hernach erstattete Schriftführer Abraham Schapira den Rechenschaftsbericht und wies zahlenmäßig nach,, mit welch treuer Anhänglichkeit die bisherigen Mitglieder der Organisation ergeben sind. Es ist eine energische Aktion zur Erfassung weiterer thoratreuer Juden als Mitglieder im Zuge und ist berechtigte Hoffnung vorhanden, bis zu Endo dieses Knlendcrjahres die Mitgliederzahl auf 2000 zu erhöhen. Nach Erteilung des Absolutoriums und der Wahl des neuen Vorstandes schloß Obmann Rabbiner Hcschcl die Versammlung unter begeisterten Ovationen. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer ans den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמי הדלקת הנר עו״מצש!lach den מנהג יתיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "התאחדות יראים" ורינה ״Hitachduth Jereim1* Vereinigung Thoragesotzestreuer Juden in Wien II., Heinestrasao 30, T. 15. ב״ה. שבח תזריע מצורה זמי הדלקת הנר עש״ק שעה 0 עם 40 מעוט. זמן שי׳יעח החמה עש״ק שעף; 0 עם 53 מעוט. זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 7 ע□ 52 טינוט 3 Nachrichten. Die Wiener Juden und der 15. Juli, — Eine eriundene Aeußerung des Bundespräsidenten Hainiscli. (J. יד. A.) Das Budapester Blatt ׳״Pesti Naplo“ hat am 8. April einen angeblich vom österreichischen Bundes- Präsidenten Dr. Hainisch verfaßten Artikel veröffentlicht, in weichem gesagt wurde, es bestehe ״ein halb moralischer, halb politischer Kampf zwischen dem Lande und seiner Hauptstadt. Die Arbeiterschaft und ein großer Teil der Wiener jüdischen Bevölkerung sind links orientiert, während die große Mehrheit der Bevölkerung •des Landes die christlichsoziale Partei unterstützt. Die traurige und blutige Episode des vorigen Sommers hat die Folgen dieser Orientierung Wiens genügend gezeigt.“ Das Bekanntwerdeu dieser angeblichen Aeußerung des Bijndespräsidenten, der den Juden stets •freundschaftlieh gegenüberstand, hat •in Wien großes Aufsehen erregt. Nunmehr hat die österreichische Regierung im Wege der ״Politischen Korrespondenz“ erkläre״ lassen, daß die Aeußerungen des Biuidespräsideuten ■ungenau und vielfach ״,v 0 1׳ ■» k.o m m an 11 n 1• •1 c h t i g“ wiede rge-gebeu worden sind. Massenversammlung der Zehe Agudas jisroel in der Brigittenau, Montag, am 5. Pessachtag, fand im 20. Wiener Bezirk eine zahlreich besuchte Versammlung der Zaire Agudas Jisroel in den Lokalitäten , der Bqth-Jakob-Schule in der Tonbeyballc statt. Herr Samud Hager, der Sohn des Rabbiners Gerschon Hager, und Herr David Ochs sprachen über das Thema ״Jüdische Erzioi11t״gsm־ob'lemc im Geiste ■der Thora“. J, Sch. Eine neue Krise ln der österreichischen zionistischen Partei. (JTA.) In •der österreichischen zionistischen Partei ist eine neue Krisis ausgebrochen. Nacli einer scharfen Auseinandersetzung in der letzten Sitzung ■des Parteirates der österreichischen Zionisten, zu welcher das angeuommene Vertrauensvotum für das Landeskomitee und den Präsidenten Dr. Goldlnammer Anlaß gab (Radikale und Revisionisten brachten einen Mißtrauepsantrag ein, der abgelehnt wurde), haben sämtliche Vertreter ■der radikalen Zionisten •ihre Mandate im Parteirat niederste!egt; gleichzeitig wurde der Vertreter der Radikalem im zionistischen Landeskoinitec zurück-berufen, so daß die Radikalen gegenwärtig in keiner einzigen leitenden und beratenden Körperschaft des österreichischen Zionismus vertreten sind. Die Revisionisten sind vorläufig in! Parteirat verblieben und bemühen sich darum, eine Annäherung zwischen den Radikajon und der Minderheit im österreichischen Zionismus ׳hevbeizuführen, da die Krise auf die zionistische Arbeit in Oesterreich störend einwirkt, Gründung einer .,Chewra Mischuaüs“ ln Fiume! Wie uns aus Fiume mitgeteiit wird, wurde dort vor einiger Zeit eine ״Chewra Misclmajis" gegründet, au deren Spitze der bekannte Rabbiner Chalim Dawid Hnlberstamm steht. Der allabendlich stattfindendp Mischnaiis-Schiur wird von Rabbiner Halberstamm persönlich geleitet urid erfreut sich guten Besuches. Wechsel in der Redaktion des ״Jüdischen Wochen* blattes“. Infolge des Wegzuges von Dr. Ernst Simon aus Frankfurt übernehmen die Herren Dr. Escbwege, Frankfurt a. M., mid Fa-bius Schach, Berlin, die Leitung des ״Jüdischen Wochenblattes“. Zur Frankfurter Rabbiuerwalil. Der Vorstand der Synagogeugemeinde ״Israelitische Rel|gjousgeseUschaft(f hat" am letzten Freitag folgendes Rundschreiben an die Gcmeindeniitglieder versendet: Wir haben im Einvernehmen mit dem Gemeinderat beschlossen, die auf den nächsten Sonntag־ einberufejie ordentliche Gemeindeversammlung um einige Wochen aufzuschieben, weil in der für unsere Genteincle wichtigsten Angelegenheit, der Frage der Wiederbesetzung unseres Rabbinates, in den letzten Tagen Umstände ein ge treten sind, die zunächst eine sorgfältig, von jeder äußeren Rücksicht iinbc.iiifiußte interne Beratung der Gemeindekörperschaften über die Lage als das vitalste Interesse der Gemeinde •rscheinen lassen, Leidenschaftliche Erörterungen in der Gemeinde- Versammlung 6ind im Augenblick um so weniger erwünscht, als das unmittelbar bevorstehende Jubiläumsfest der Schule die ganze Gemeinde zu möglichst harmonischer froher Feier einen soll. Vorstand und Gemeinderat hoffen, unmittelbar nach dem Feste zur Festsetzung der Gemeindeversammlung und ■gegebenenfalls auch zur Bestimmfnung des Termines für die Rabbinerwahl schreiten zu können. Hochachtungsvoll! Der Vorstand• Zur Erläuterung sei folgendes bemerkt: Der Vorstand hatte durch Vermittlung des Herrn Rabbiner Dr. Munk in Berlin ein Besdin bilden lassen, das Süber die durch das bekannte Rundschreiben des Herrn Rabbiunlsassessors Posen angeregten halachiscUep Fragen endgültig entscheiden sollte. Herr Rabbinatsassessor Posen hatte nach wiederholten monatelangen Verständigungsversuchen ein Schiedsgericht sowie die Anerkennung jedes Besdins zur Schlichtung der strittigen Fragen aus grundsätzlichen Bedenken abgelehnt. Das von Herrn Rab~ biner Dr. Munk eingesetzte Besdin bat jetzt erklärt, daß es angesichts der Weigerung des Herrn Posen aua allgemein jüdischen Gründen es nicht für richtig halten könne, an der Entscheidung des Dajons von sich aus Kritik zu üben. Angesichts der Lage empfinden es, wie in dem Rund' schreiben ausgeführt, Vorstand und Gemeinderat als ihre Pflicht, durch erneute Beratung einen Ausweg zu suchen, der die Gemeinde, wenn es irgendwie möglich sein sollte, vor neuen, noch schwereren Kämpfen um den Rabbinatssitz bewahrt. Herr Rabbiner Dr. Klein in Nürnberg hat dem Vorstand inzwischen mitgeteiit, daß er die Kandidatur seinerzeit auf Grund der Entscheidung für ihn maßgebender rabbiiiischen .Autoritäten angenommen hatte, daß er sie jedoch jetzt, nachdem es dem Vorstand nicht gelungen' sei, eine halachischc Nachprüfung der Kundgebung des Herrn Rabbinatsassessors Posen zu erreichen, zurückzieheu müsse, Der preußische Landtag stimmt in zweiter Lesung den Zuschüssen an die jüdische Gemeinde zu. (J. T. A.) Im Plenum des preußischen Landtages fanden am Dienstag, den 20. März, abends, die Abstimmung zum Kultusetat statt. Mit großer Mehrheit hat das Plenum vor einigen Wochen vorn Hauptausschuß abgelehnte Position in Kapitel 193, Titel 123a, betreffend Auszahlung von 200.000 Mark als Zuschüsse an die Synagogen gemein den zur Besoldung ihrer Rabbiner, zur Versorgung der Ruhegehaltsrabbiuer und der Hinterbiebenen der Rabbiner in zweiter Lesung angenommen. Die Position in Kapitel 182, Titel 90, betreffend die Auszahlung von 400.000 Mark zugunsten der leistungsschwachen Synagogengemeinden war bekanntlich vom Hauptausschuß nicht angefochten worden, der den kommunistischen Antrag auf Streichung, abgelehnt hatte. Demnach würden die Zuschüsse des preußischen Staates an die jüdischen Gemeinden bei Annahme in dritter Lesung insgesamt 600.000 Mark betragen. Nur noch 2700 Arbeitslose in Palästina. (J. T. A.) In dem Memorandum, das die jüdische Arbeiterabordnung am 14. März dem Obcrkommissnr Lord Plumer übergeben hat, wird bemerkt, daß heute in allen palästincnsischen Städten nur 2700 arbeitslose jüdische Arbeiter existieren, davon 1400 in Tel-Awiw, 800 in Haifa und Umgegend, 500 in Jerusalem. Im März 1927 zählte man in diesen׳ Städten 7000 arbeitlose Juden. 1200 Arbeitslose wurden von der sich ausgestaiteten .jüdischen Industric (Ruthenbergs Elektrizitätswerk am Jordan, die Seifenfabrik Schemen’ in Haifa, Textilindustrie 111 Tel-Awiw) absorbiert, 500 Arbeitslose fanden Beschäftigung in den sich entwickelnden Handwerkstätten, 725 Arbeiter wurden von Histadruth in den privaten Kolonien untergebracht, 900 Arbeitslose fanden bei öffentlichen Arbeiten der Regiernng Beschädigung, etwa 500' Arbeiter wanderten aus. Schaloin Schwarzbart darf nicht nach Palästina komme״. (J. T. A,) Dip Pa 1 äs tin a- R cg i erang ■hat das Ansuchen Schalom Schwarzbarts, ihm ein Vision für •die Binreise in Palästina zu geben, nach varausgegaagener Verständigimg •mit dpm Koionialamt i׳n London abschlägig beschieden,' Wie von! Ei n w a 1 ud enu ngsd e pa r te m e nt!der P!aHlstina-Regleriing mitgeteiit wird, ist Schwarzbart die Emr.eise-Erlmibnis für Palästina nicht aus politischen Gründen verweigert ,worden, sondern einfach danain, weil' sein Gesuch •dem Einwandcr.ungsrßglemen׳t nicht entsprach. Jeder Einwanderer muß entweder •im Besitz gewisser Mitte! sein oder er muß nachweisen können, •daß er von einem Arbeitgeber als Spezialist angefordert worden ist. Sefiwar,zbart konnte weder das eine,־ noch das andere nachweisen, Der neue Präsident der Londoner Synagogen-Föderation* (J. T, A.) Die Föderation der Londoner Synagogen wählte das Ratsmitgiicd M. H. Davis zum Präsidenten der Föderation als Nachfolger des verstorbenen Lord Swaythling. Unschädliches Entfettungsmittel Man kaufe sich in der nächsten Apotheke 4 dkg Fucab ohne n, davon nimmt man 2 Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach 3 Wochen dreimal lüg«ich je 2 Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum 2 Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit, Der Erfolg ist ein überraschender Jüdische Mitglieder des Londoner Stadtrates. (J. T. A.) Bel den in den letzten 'ragen durchgefülirteu Wahlen zum Grafschaftsrat (Stadtrat) von London wurden mehrere Juden zu Stadtratsmitgliedern gewählt. Es sind dies: MIß Nettie Adler, die Tochter des verstorbenen Oberrabbiners von England Dr. Nathan Adler: Frau Nathan, die Gattin des Majors H, L. Nathan, des Ehrensckretärs der Überalcn Partei für London: Frau Harry Dav. Gattin des Parlamentsmitgliedes Harry Dav: Sir Oskar Warburg, der bekannte Kommuualreformer und frühere Präsident des Londoner Grafschaftsrates; A. E. Samuels; das Mitglied des Jewish Board of Deputies und Direktor der Loadoner jiddischen Tageszeitung ״The Jewish Post“ M. H. Davis und G. R. Strauß. 1111 Zentral-Hacknev-Wahlkveis wurden von unbekannter Seite Wahlaufrufe verbreitet, in denen es hieß: ״Wühler, stimmt nicht fiir Frau Adler und Pentney. die Liberalen stützen die Juden!“ Diese aijtlsemitische Propaganda bei Londoner Wahlen erregte Auf- Heliep. mau nimmt aber an. daß keine offizielle Partei, am wenigstens die Arbeiterpartei, mit diesen Pamphleten etwas zu tun hat, sondern daß sie von unverantwortlicher Seite *?tannnen.!11 Amerika wird iiir die Femost-Koloplsation geworden. T. A.) W'ie die Moskauer Zeitungen melden, hat sich der Sekretär der unparteiische■!! Getseikichafc hi« 1

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