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Jüdische Presse · 1928-04-02 · 13-14 (2.4.1928) · page 8

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
13-14 (2.4.1928)
Date
1928-04-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 96 JÜDISCHE PRESSE Nr. 13/14 ן Lloyd Sabaudo, Genua ן Expreßverkehr nach Nord- und | Südamerika. | Nach Südamerika auch Elldampfer | nur für III. Klasse. | Eilverkehr nach Australien. 1 Repr.: Wien 1., Kolouratrirß 4. .TilllllllllllllllilllllllllllllllllllillllliiülljlllljljjlllllllüüjlülljijijKjijiiiiijjjijjiiiiiiniijjjKjjjjijjiijjiijjjjjjj vielleicht noch mehr, von der M ä d c 11 e!1 c r z i e h u n g im *Geiste des orthodoxen Judentums, ein Problem, das von der •Redaktion ebenfalls zur *Diskussion gestellt wurde. Wenn wir auch eine Aguda-Tätigkeit in erster Reihe von den •Rabbinern verlangen *und erhoffen, so ist ein durchgreifender Erfolg doch nur in dem Falle zu erwarten, wenn auch die F a m i 1 i c n v ä t e r und -1M ii 11 e r sich dem ortl1!dox-.jtidischcn Geiste unterordnen und sich die Aguda-ldce zu eigen machen. Die Aguda muß auch auf die Kinder und die nachkommenden ■Geschlechter wirken können, sonst ■hat sic ihren 1Zweck verfehlt. Und wie in diesen ■Blättern schon oft erwähnt wunde, ■ist die Erziehung der;Mädchen ebenso wichtig wie jene der Knaben. ,Heute wird diese Wahrheit von allen Thoragroßen der Welt, in Erez Jisroel, Polen, Slowakei und audh Ungarn anerkannt. Auf die Ausführungen des Herrn!Rabbiners •von Vrbove ln Nr. 9 der ״J. Pr.“ möchte ich empfehlen (laut der Ueberlicferung hat Abraham ■die Männer und ■Sarah die Frauen bekehrt), daß die R a b b i ti e r f r a 11׳ e 11 ■die jüdisch-religiöse Erziehung ■der Mädchen in die Hand nehmen, indem sie in erster Reihe ■die jüdischen Mütter darüber belehren, daß sie ihre Töchter nur ■dann glücklich machen ,können, wenn sie ihnen eine religiös-sittliche Er- Ziehung geben. ■Ueberall werden sich Frauen finden, welche den iRalbbirierfraueii zur Seite stehen, wenden, den Frauen jüdisches Wissen, •jüdische!Kenntnisse und damit ׳Liebe zur Religion und Liebe zum Judentum ■beizubringeu. Was sie!in Ihrer •Begeisterung vermögen, sehen wir in den jetzt gegründeten Agudas-Jisroel-Frauen- und Mädchengruppen in!Bratislava, *Nitra, :Piestany,!Dun.!Streda und anderwärts. Zu Anfang halten nur •die;Ralbbinerfrauen und einige wenige!mutige Frauen die Vorträge und animieren die Frauen und Mädchen ihrer Gemeinden zu׳m Besuch der' Vorträge. Nach!kurzer Zeit aber steht ihnen zu •diesem Zwecke eine begeisterte Schar von Frauen und Mädchen zur!Seite. Die Vereine gedeihen und das religiöse, ■sittliche Leiben in den orthodoxen jüdischen Häusern gelangt •vor unseren Augen ■zur!Blüte. Was s i c h *h i e r lb ■c w ä 11 r t, ka n■11 u nd ■so 11 ü 1b■c r a 11, au s11 ah m s 1 o s in allen Gcmein*dcn, 11111׳ c r n p m m e 11 w ■e r ■d e 11. 1N 0 v e Za m'k y, 4. März ‘5688. Hermann Löwy. Mutter. Eine Sammlung von Gedichten *zum Preise der Mutterliebe. Zweite durchgesehenc und reichlich /Vermehrte Auflage. Genzeti'bach & •Hahn A.-G., Mannheim, 1926• Ein schönes, vorzüglich ausgestattetes ׳Buch erlesenen׳ Inhalts! Es ist'eine Auswahl aus der d eu t sehe n Literatur und keineswegs auf jüdische Leser eingestellt. Trotzdem, ja gerade •deswegen, übt cs auf den jüdischen Leser einen nachhaltigen Eindruck aus. Es zeigt den ganzen Zauber, den •das Wort ״Mutter“ auf alle edlen Menscheu ausübt und läßt uns!begreifen, wie tief im 1M e ns c 11 e n 11 e r z e 11 die Stellung begründet ist, die jüdisches religiöses Gesetz und jüdische Lehre der ״Mutter in Israel“ seit Urzeiten ׳zuerkennt. Eine ,jede Frau und Mutter wird Fritz Droop für diese Gabe dankbar sein. ״Bajs Jakob, sein Wesen und Werden.“ Iin Auftrag der Keren-Hathora-Zentrale herausgegeben von Dr. Leo .D e u t s c 111 ä n ■d e r. Verlag ■der Keren-Hathora-Zentrale, Wien, 1928. Wür hatten wiederholt Gelegenheit, in diesen /Blättern über das erfreuliche Wachstum ■der •Bais-Jakob- •Bewegung zu berichten. Uebcr ■die Grenzen des Landes hinaus, in welchem die Wiege der Bewegung stand — Polen — hat die Idee der religiösen Töchtererziehung in den weitesten •Kreisen der Judenhaß warme Sympathien gefunden und lebhaften Widerhall erweckt. Die Keren- Hathora-Zentrale hat sich nun mit viel Glück der dankens- ■werten Aufgabe unterzogen:, in einem ansprechenden ׳Büchlein die ()Öffentlichkeit über das Wesen und Werden von Bajs ,Jakob eingehend zu unterrichten. In einem wunderschönen Aufsatz schildert Judith Rose ii b a 11 in die jüdische Stube ■des Ostens, die schweren Gefahren, welchen das jüdische Mädchen im Osten durch die nichtjüdischen!Einflüsse der Umgebung ausgesetzt ist, Gefahren, die nur gebannt werden können, wenn inan ihnen ein Gegengewicht entgegensetzt: Kenntnis und Liibc der jüdischen Bestimmung.!Bajs Jakobs YVcsen und Werden ist ■die Geschichte einer reinen und heiligen Idee, die Wurzel schlägt, sich aüsbreitet, grünt und köstliche Früchte trägt. Es ist die Geschichte eines steil ansteigenden Erfolges. ■In dürren und gerade darum so beredten Ziffern gibt die Chronik Aufschluß über ■das ■Wachstum ■der Bewegung. Eine kurze Spanne Zeit liegt zwischen dem bescheidenen Anfang, der Gründung der ersten, kleinen •Bajs-Jakob-Schule und der Grundsteinlegung zu dem imposanten Halis, das Mittelpunkt der ׳,Bajs-Jakob-Bewegung, Sitz ■der Verwaltung, pädagogischen Ratgeber und ׳Förderer für die clftausend jungen זוה jütische Schule ‘feoEAs 4i2ßcu1pk<Au/efurJ(naI>e/v 'tutd ffladden, milOßenl&AktUsrecM _//. Ülakgasse t6!jüdischen Kinder bedeutet, die heute schon in nahezu 100 jßajs-Jakob־!Schulen von 160 hingebenden 'jungen Lehrerinnen für den Weg des jüdischen Glaubens hcrangebildet werden. 111 meisterhafter, von ■Herzen kommender und zu Herzen gehender Weise wird in dem Büchlein von den •Fortbildungskursen erzählt, die zur pädagogischen Vcrvollkommnung ■der!jungen׳, kaum der Schule entwachsenen Lehrerinnen alljährlich im Sommer abgehaiten werden, ln kleinen, weltentlegenen ׳Karpathendörfchen schlägt die Bajs-Jakob-Gemcinschaft ihr Sommerlieim auf. In harmoni* schem ■Zusammenleben in der freien Natur arbeiten Lehrer und!Schüler an ihrer Selbstvollendung. So recht bezeichnend für die ganze Stimmung, die in diesen ״Baj-Jakob-Kolonien“ wehte, ist der Brief aus dem ersten Fortbildungskurs in •Robow. 111 einer tiefgriindigen Ansprache, ■die Jakob Rosen heim in Jordanow am Vorabend der ■Grundsteinlegung gehalten hat, setzt sich dieser Führer mit ■den geistigen Grundlagen und Zielen der ׳Bewegung auseinander. Er sagt ■den Pionieren, daß sie Zeuginnen des reinen Wbllens von ■Bajs Jakob sein werden und darum in einem höheren •Maße •zur *Selbstzucht verpflichtet sind, ״daß es ihre Aufgabe ist, in einem von ihren Müttern vielleicht nicht geahnten Sinne mekadesch schem schomajim zu sein im Schulzimmer, in der Familienstube, am häuslichen Herd, in der Gemeinde“. Zum Schluß bringt ■das!Büchlein die •Namen all der Freunde,!Gönner und Mitarbeiter, die an den großen Zielen von!Bajs Jakob •mitarbeiten, ■die in Erfüllung der Arewus- Pflicht — durchdrungen von dem ■Gedanken der ■gemeinsamen Verbundenheit —'mit Herz lind Seele beitragen zum Aufbau von ״Bajs Jakob“, von dem starke Fäden in •das. Würden ■der Geschichte führen. Toni Schreiber. flflBBflflHBBflBBfllBBBaBBflBflBBBBIBfiflBnafiBQ » B Tschechosl מ QBflflBVBflBBBBBBBBBBBflBBBBBflflBflBBBIBBflBBflBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBaBBBSSBBBBBBBBBBBBB^ Zum Prozeß Doktor Margulies. Orthodoxe Frauenliteratur. Auf ׳Anregung unserer ■Agudas-Jisroel-Frauen- •und Mädclhengruppen, die zur häuslichen!Belehrung ihrer Mitglieder die Anlage von Vereinsbibliothe'ken vorfocreiten, bin ■ich ,zurzeit mit der Zusammenstellung eines möglichst reichhaltigen •bii'bl i o g r ap 11 i s eh e n Verzeiicih- 11 •iss cs geeigneter, :religiös einwandfreier j ü ■d i ■s c h •e r •F a c h 1 i t e r a 111 r ■beschäftigt. ■ •Ich bitte Verfasser, Verleger, iBuohhäradier im In- *und Auslände, sowie alle Leser •und Leserinnen unserer!Zeitung um freundliehe 'Hinweise a׳uf solche Bücher, möglichst mit genauen Angaben darüber, wo und •zu welchem Preise sie erhältlich sind. ■In Betracht!kommen •hauptsächlich größere und!kleinere, ältere und neuere Werke religiös-belehrenden, biblischen, midraschischen, ■homiletischen, •moralischen, historischen, biographischen, belletristischen •und unterhailtenden!Inhalts, in j ii d i s c h c r, deutsche r, u 11g ■a r i s c h e r •und •eventuell slowakischer Sprache. Unterhaltende Literatur, namentlich ernste, heitere und Gelegenheitsgedichte, Lieder, Spiele *und allerlei Jugend- Schriften im!Sinne des thoratreuen Judentums, werden ibesonders gesucht. Auch •Angebote antiquarischer!Bücher der genannten Kategorie sind erwünscht.!Ich wäre für jeden •Fingerzeig dankbar. J. J. 1B r a u 11. Zuschriften erbeten au die Redaktion der ״Jüdischen Presse“, Bratislava, Tschechoslowakei, Postfach 140. Bücher für Frauen. ספר הל י כ וו/עול ם, הצור שלהן עמך אין ייריש דייטשע שפראכע א. ז• וו.. פינסטע כעדייטענר פערבעסערטע אויפלאנע Herr Ignaz!Griinwald in!Beled ('Ungarn), der sich seit Jahren ■um die Verbreitung in volkstümlicher Sprache gehaltener religiöser!Bücher bemüht, hat das genannte Werk neu herausgegeben. Das Dinim-iBuch □הליכות עול ist längst ■bekannt und bedarf einer /Empfehlung nicht. ׳Da es ■aber längere •Zeit vergriffen war, •muß man Herrn ׳Grünwald dankbar sein, daß er sich zu ■einer neuen Ausgabe entschloß, ungeachtet der •materiellen Opfer, die damit verbunden sind. Der Herausgeber ■nahm zahlreiche Verbesserangen vor. Das Werk ist!jetzt durchgehend punktiert, so ■daß ■es auch •von den /Mindergelehrten, namentlich aber von den Frauen ohne Schwierigkeiten gelesen ׳werden kann. Zur Erläuterung einzelner Dinim sind!Illustrationen beigegelben.!Das ,Werk erscheint in •handlichem •Format, ■mit deutlichem Druck. Vorerst •ist das erste Heft von ■hundert Seiten erschienen. Es ist ■beim Herausgeber •zu •beziehen. Statt Karten. כיח . Julius Steinfeld und Frau laden hiemit alle Freunde und Bekannten Bar-Mizwo-Feier ihres Sohnes W i I h e I m, אייה Samstag, den 7. April שבת. חוז$טי4פםה 4 Uhr nachm, in ihrer Wohnung, II.,;Obere Donau Straße Nr. 59, stattfindet. ’ הבר טציחידרוש כסוס המוצא תסילץ (עירובי! ציה) zur die um Im Zusammenhang mit den falsche 11• u 11 d g eh ä s s i g e 11 Berichten ii b e r die Gerichtsyerhandlang im!Margulies-Prozcß, die in der gesamten zionistischen Presse und in den von •Zionisten bedienten und beeinflußten Zeitungen, 1 wie ״Prager Tagblatt“, ״Morgenzeitung“, ״Grenzbotö“, ״Prcßburger Zeitung“ und anderen, erschienen sind, erhielten wir^ eine ■ganze Reihe von Artikeln und •Kundgebungen, in denen die Leser ihrer Entrüstung über die Vcrrrolning des öffentlichen •Nachrichtendienstes Ausdruck geben. Wir glauben, von der Vcröffentliehung all dieser •Zuschriften absehen zu dürfen. Das Verhalten der Zionisten und ihrer •publizistischen Organe in dieser skandalösen Preßhetzc gegen die Führer der Orthodoxie brandmarkt sich selbst und nachdem den unvoreingenommenen!Lesern der Sachverhalt aus unseren vorwöchigen •Ausführungen bekannt geworden ist, erscheint es überflüssig, das bereits Gesagte zu wiederholen. Die!Nichtigkeitsbeschwerde!gegen ■die Zuerkennung des ״guten Glaubens“ und ■der ״subjektiven Wahrheit" — die Anwendung der sogenannten *Gnaden- Paragraphen des Preßgesetzes — an den ganz offensichtlich böswilligen Angeklagten ist rechtzeitig eingebracht worden. Es wird Sache ■der weiteren Prozeßführung sein, auch •formal Recht zu schaffen, ■dort, wo das Recht so unbezweifelbar evident ist. Das ,hat aber auch die Verhand- Jung vom 18.!März'׳auf das allcrdeutüchste bewiesen, daß auf die klageführenden 'Herren Oberrabbiner ׳Wie b e r und H i r s c h 1 c r von all den niederträchtigen Verleumdungen, die gegen sie mit einem solch mächtigen Apparat und mit solch riesigem Kostenaufwand an Umlauf gesetzt wurden, nicht der leiseste Schatten ׳hafte ■11 geblieben •ist. •Hier ist jedes weitere Wort überflüssig. Es hieße" den!Klägern wehtun, wenn! man fortfahren würde, sie gegen die Behauptungen eines •solcherart ״freigesprochenen“ angeklagten in Schutz zu nehmen. Wir begnügen uns mit •der!Wiedergabe einer einzigen Kundgebung, weil ■sie von einer Stelle ■an die orthodoxe Landeskanzlei in Bratislava ■gelangt ist, die für ■die gesamte Orthodoxie!maßgebend ist, nämlich ■vom Geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel- Weltorganisation. Die ■Zuschrift lautet: An die Orthodoxe Landeskanzlei, Bratislava. Sehr geehrte Herren! Es ist uns ei» Bedürfnis des Herzens. Ihnen unsere von Dank getragene Hochachtung zum Ausdruck zu bringen, angesichts des Mutes, den Sie unentwegt im Kampfe gegea die Verunglimpfungen und persönlichen Verleumdungen an den Tag legen. Wir wissen ja. daß alle diese Verleumdungen eigentlich nicht Ihrer Person gelten, sondern nur ein Glied in der Kette der Versache sind, in Ihren Personen die Ueberzeugung zu treffen, welche sie vertreten. Gerade weil es Ihnen gelungen Ist. 1» diesem furchtbar ernsten Kampfe standzuhalten und über alle in den Mitteln wahllosen Angriffe gegen den Gedanken der Autorität unserer heiligen Lehre und Ihrer Vertreter hinweg unserer Generation diesen Gedanken unversehrt zu erhalten, hat man es jetzt . versucht, die Stoßkraft Ihrer Arbeit auf andere Welse zu 1 entwerten. Ueber den! formalen Ausgang der Verhandlungen hinaus hat es sich auch durch das Zugeständnis des Gegners klar erwiesen, daß Ihre Hände rein sind. Wir waren selbstverständlich immer davon überzeugt, es freut uns aber,* daß für diese Tatsache nunmehr der schlüssige Beweis gebracht worden ist. denn auch Ihr Gegner hatte zugestanden, daß er objektiv seinen Vorwurf nicht mehr aufrechterhalten kann. Es haben im Gegenteil die Verhandlungen erwiesen, um was es sich bei diesem ganzen Manöver handelt. Wien, den 5. Nissan 5088. ln vorzüglicher Hochachtung Für den Geschäftsausschuß der Agudas Jisroel: Dr. P. Koh n. Jacob Rosenheim. Wolf Pappenheim. Die ״Jüdische Partei“ und ihre — Prinzipien. Am 18. März fand in Kosice eine sehr merkwürdige Versammlung statt. (Die ״Jüdische Partei“, daspolitische Wahlinstrument des Zionismus ■in ,der tschechoslowakischen ■Republik, war •die Einberu.ferin und ■die zionistischen Vertreter einer Anzahl von . zionistischen Wahlgruppen in ■der Slowakei und Podkarpatska Rus waren die Teilnehmer dieses ״Delegiertentages“. Sechsundachtzig!Mann waren sie anwesend, also immerhin eine ganz respektable Zahl, wenn man bedenkt, daß frühere ״Delegiertentage“ dieser Partei lange nicht •die Hälfte dieser Zahl aufweisen konnten and sich ■dennoch ungeniert als■ Repräsentanzen der Judenhcit benahmen. Man spricht von Wahlen *im Lande, von dem Zauberworte, das •alle zionistischen Führerherzen!hochschlagen *läßt, am dessentwillen ■das gesamte Judentum in der ■Republik in Brand •gesteckt werden ׳muß. W:ie soll da die ״Jüdische Partei“' nicht ihre ■Flagge hissen? Ganze fünf Monate sind seit den Komimtnalwahlen verflossen• und seit dem 16. Juni, •da die Partei sich ׳beim Piestanyer ״Delegiertentag“ ein bindendes;Programm gegeben׳‘hat, sind’s sogar schon neun Monate! Und ■der Jude vergißt ja — glücklicherweise — so angenehm schnell . . . Wer von den tausenden Juden, ■die wir damals — so sagen sich ■die ■Macher der ״Jüdischen Partei“ — mit solch großen Worten politisch ״geführt“ und ■mit unserem hochtönenden ״minderheitsnationalistisehen“ Parteiprogramm zur Wahlurne genarrt haben, weiß •heute noch, nach einer gar so langen Zeit, was wir d a- 111 als in ihrem Namen ״gewollt“ haben? Weicher jüdische Wähler hat •im März 1928 noch eine Ahnung ■davon, was im Juni und Oktober 1927 unser einzig und allein seligmachendes und einzig und allein dem neuen, stolzen jiidisehen ״Selbstbcwußtseiii“ entquollenes!Programm war? Auf diese wunderbare Gedächtnisschwäche des ״jiidisehen Volkes“, ■das wir und nur wir allein ״legitim“ vertreten, wollen wir ■bauen! Darauf können wir bauen, beiauf den Geldsack unseres ver-;und zukünftigen ewig festen,. K ä 11 d i d a t e'n. Haben wir wirklich lange her! — auf die wahre Gesinnung der orthodoxen jüdischen Wähler eius gepfiffen und unserer Partei ein streng ״nationales“ 'Kampf- Programm für ihren politischen• Lebensweg vorgezeichiiet, so ■können wir heute, ■dank ■dem ausgezeichneten Gedacht- *nahe so sicher bauen wie ■gangenen, gegenwärtigen ewig prinzipientreuen — ״■damals“ — es ist schon

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