Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 11 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 78 JÜDISCHE PRESSE Nr. 11 Das bestbekannte Kegende« abgegangen sind. Aus dein Verzeichnis ist zu ersehen, daß die Firma Manischewitz fast alle Länder, in denen Juden wohnen, mit Mazzoth beliefert. Die. Trans- Porte sind nach allen amerikanischen und europäischen Staaten, nach Ozeanien lind nach Australien anstradiert. ln dem Verzeichnis ist auch ein Transport nach Oesterreich angeführt. ' Um'die ׳Frankfurter Habbinatswahl. Frankfurt a. M. (J. U.) Vorstand und Gemeinderat der israelitischen Re- Hgionsgesellschaft beschäftigten sich in einer am 8. März stattgefundenen gemeinsamen Sitzung erneut mit der Rabbinerwahl. Der Vorstand berichtete über seine ergebnislos gebliebenen Bemühungen, die Krise gütlich .beizulegen, ferner darüber, daß die angerufeneu rabbinisehen Autoritäten keinerlei Bedenken gegen die Stellung einer Schauloh haben. Es wurde beschlossen, nunmehr die Schaaloh sofort 7.11 stellen, um in kürzester Frist eine Entscheidung herbeizuführen. Durch diesen Beschluß der obersten Verwaltungsgremien ist der von Herrn .Distriktsrabbiner Doktor Raphael Breuer (Aschaffcnburg) zweimalig ausgesprochcne bedingte *Verzicht auf die Kandidatur als perfekt zu erachten. Arbeitsgemeinschaft der Jugendorganisationen der Agudas Jisroel. Zürich. (J. U.) Die Vertreter der Jugendor- 1 ב״ה | S Einzig in Mitteleuropa unübertroffen מיט אללע מעלות E 2מצות , ־ sind die j~ der bestceaommierten 1. Wr. orthodoxen Mazzothfabrik, welche unter streng orthodoxer Aufsicht des ehrw. Rabben der isr. Kultusgemeinde Wien erteugt werden. Atteste der größten ptjwx Durch. die modernsten technische und hygienischen Einrichtungen bin ich in der Lage, sämtliche מצות und feinsten lichten Grieß wie auch die dünnsten Mazzoth aus dem garantiert feinsten Nuliermehl כשד של ססח streng orthodox •zu erzeugen. כל דכפיו ייתי ויאכל s Fabrik: W en, II., Obere Augartenstraße 52 S. Telephon Nr. 44-814־ und 46-3-90 s S Detailverkaufsstellen ln ganz Wien u. Oesterreich E?iiiiiiiiiuimmiiimminiminimimmHimmtmiiuimimli jj Teleph. 319 Streng rituell! Telepli. 319 g I פסח ] | Im Hotel-Restaurant Schey ן | Baden bei Wien, Annagasse 23 §§ § Unter persönlicher Leitung des Besitzers Däwld Schey 1 s '== Ü Ganze Verpflegung: M j§ Frühstück : Kaffee, Mazzes 1 §f Mittagmahl: Suppe, Braten nach Wahl (eventuell |f fg Geflügel), Beilage, Mehlspeise §! s' Jause: Kaffee, Mazzes g g Nachtmahl: Fleischspeise (nach Wahl), Beilage j j§ ■ זן®«©«■ S>-— g | Grosse Portion ג» Anerkannt basta KUcha g §§ Grösstes jüil sches Etabllsseme ׳t Badens. Schöne Zln11n.׳r, einbettig, S j von S 3.—, zweibettig von S 1— aufwärts S ־־• .■״ ff.. Anmeldungen werden bis 4. April entgegengeiiommen s I. Tuchlauben Nr. 8 bringt zur Frühjahrssaison die allerneuesten Seiden- Stoffe in größter Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen zum Verkauf Gröpe de Chine imprimC, neueste Dessins.S 15.—, 12.—, 9. - Cröpe Georgette imprime, neueste Dessins . ......... S 18. ״.12 ,—.15 ,־־ SnidenfO'ilard, franiös. Muster . . S 9.80, 7.50, 6.— Mongol, alle Modefarben ..... S Iß.— \1 antelspide, schwarz und farbig . S 19.—, 12.—, 9.— Seidenbrokate für Futler . . . . S 5.60, 4.90, 3.80 Chinesische Rohseide.S 5.80, 4.90 0 iginal Japan-Pongis.S 2.90 Seidenreste zu halben Preisen! Keine Kunde kaufe, bevor sie sich n.cht von unserem seriöson Angebot überzeugt hat Unser altes Prinzip: Verkauf per Kassa zu billigsten Engrospreisen Eine wichtige Verordnung bezüglich der Mazzosversorgung der Gemeinde n Die Bratislavaer Abteilung ׳des ׳Ministeriums des .limenn hat in einem Uebertrctungsfall wegen unerlaubten M a z z 0 s im p 0 r t s — ׳in Serocl nad Vähom als dritte Instanz — zugunsten der Partei, die wegen dieses Imports geklagt war, entschieden, ׳und dies mit einer Begründung, die die autonomen Rechte der Genie I n d e 11 auf a ussc 111 i e ß 1 i ch e Versorgung der Gemeindem i t g I i c d e r mit M a z z 0 s fraglich machte. Das orthodoxe Zentralbureau sah sich deshalb veranlaßt, beim kompetenten Ministerium die Herausgabe einer Verordliiing zum Schutze dieser ׳die finanzielle Basis ׳der Gemeinden berührenden Rechte anzuregen. Das Ministerium für Industrie, Handel ■und Gewerbe gab ׳darauf die nachfolgende £>. .. 7. sich an Ihrem Geld, VßYSiinCllQßTl wenn Sie Pelze einkaufen, ohne sich von unseren billigen Preisen zu überzeugen! Hiesige Auswahl in allen Peizgattungen Vsrkaufi en gros, en detail! Reparaturen werden schnell und billigst durchgeführt! Parisienne Pelzwarenhaus ßpatislawa, Kristinengasse Nr. I Kolben-Palais Samstag gesperrt! ganisationen der Agudas Jisroel Dcutschösterrcichs. der Schweiz und Deutschlands hatten ׳am 4. ׳März in Zürich eine Besprechung, in der einerseits die Stellung der Arbeitsgemeinschaft zu dem von dem geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel gebildeten Jugendamt besprochen, andererseits die Richtlinien für die Vorbereitung der Kenessioli Gcdauloh festgelegt wurden. Palästina-Weine. Die ausgezeichnete Qualität und ganz besondere Beliebtheit der Weine aus den Baron Rothschildschen Kellereien• in ■Rischon-lc-Zion und Zicron- Jacob hat naturgemäß dazu geführt, daß die verschiedenartigsten ׳Nachahmungen auf den Markt geworfen werden, seien sie nun ׳spanischer, griechischer, italienischer oder anderer Provenienz. Bei allen diesen Nachahmungen jedoch ist das Judentum in keiner Weise beteiligt. Einzig und allein ׳die Weine ■aus Rischon-le-Zion und Zicron-Jacob sind, von. der!Pflanzung der Weinreben angefangen bis zur höchsten Vollendung der zum Verkauf gelangenden Sorten, ausschließlich jüdischen ׳Händen anvertraut. Da auch in bezug auf die ׳Qualität kein anderer Wein a.!1 die Sorten dieser Baron Rothschildschen Kellereien heranreicht, ist cs empfehlenswert, beim Kauf genau auf Firmenbezeichming, Korkbrand und Etikette (Rischon-lc-Zion) ■der Flasche zu achten! (Siehe Inserat.) Slowakei | Yerordnung heraus, wonach alle Zupanämter ׳in der Slowakei aufgefordert wurden, strenge darauf zu achten, d a ß d i c E i!1 f u 11 ־1׳ von ■M a z z 0 s 11 11׳ r 41 u f a 11 s d r ii c h 1׳ i c 11 e ׳B e w i 11 i g 11 n g der k o m p e t e nten j ü d i s c h e n G em c i 11 d e gestattet, res p e kt׳i ve zu g elassen werde auch dann, wenn die Mazzos ׳nur für den p'crs ö n 1 ׳i c 11 c ti G e b r a u c■h eingefiihrt werden sollen. Die ministerielle Verordnung ist eine ausdrückliche und!nachhaltige Bestätigung aller autonomen Gemeinde- Die weltberühmten und bevorzugtesten Amerikanischen |llllllllllllllllllllillllllllllllllilllllllll1m1lllillllll| § מאנישעוויטץ־־מצית | Ill!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMlll1m!;1Ü sind bereits eingetroflen und sind in allen besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich Manischewitz Matzos -Vertrieb Wien, fll.y Fughaehg. 24 (Nordbahnslr. 38) Tt-lephou Nr. 75-9-32 und 42-3-58 Filiale: Eg. Frost, II., Haidg. 9, Tel. R 46-8-89!Dieser konnte ziufalge einer Verfügung Sr. Majestät iih J׳a!hre 1S38!und auf Grund des hohen Ciube׳rnial-Dekretes vom 3. August gleichen Jahres Z. 28.450 sowie des Kreisamts-Lntimates vom 3. September 1838 Z. 19.530 Pächter werden und es heißt in diesem Schriftstück, das sich in Abschrift ׳Im Archiv •der ehrsamen Israelitengemeinde U׳ng.- iBradiscIi befindet, ״daß darauf ׳gesehen wird, daß kein Jude ׳mehr zur ferneren Pachtung des fhierortigen Bräuhauses gelange“. , ׳Moritz Knöpflmacher, ider eine sehr sorgfältige!Jüdische Erziehung im Blternhause ׳genossen, hat Ln dem nahen Orte Jaroschau bei U,ng.-׳Hradisch das ■Licht der Well erblickt, besaß schon als Schüler vorzügliche Geistesgaben und er oblag an verschiedenen Lehranstalten seinen Studien ׳mit dem besten Erfolg. lin Jahre 1836 besuchte er die Piaristenschule in •Straznie, 1837 bis 1838 du Kremsier, 1839 die hebräische Schule in Holleschau durch zwei Jahre, ׳um dann 1841 ins Gymnasium nach Skalitz einzutreten, 1842 besuchte er die Schule In Trencseti und im Jahre 1843 •in Komorn. Im Jahre 1844 vollendete er ׳in Wien am Polytechnikum die kommerziellen Studien. Im, Jahre 1845-46 war dieser strebsame Moritz Knöpflmacher schon du Pest und Frauenkirchen in Stellung. Sein Schwager, gleichfalls jüdischer Patrizier, Israel Pdllack, in Boikowitz dm Vlarapaß, Besitzer einer Spiritustbfennerei. Landwirtschaft, großer Kolonialwarenhandlung, aincl k. k. •Postmeister, hochgeachtet ■im Hradischer Kreise, berief Moritz Knöpflmacher zur Leitung seiner vielen Unternehmungen; hier bewährte sich Knöpflmacher als die Seele des ■Geschäftes. . Moritz Knöpflmacher heiratete dun Jahre 1854 ■eine überaus liebwerte Tochter aus der sehr geachteten und vornehmen Familie Oppenheim ■in Leipnik (Mähren), zog nach Holleschau und errichtete hier eine Kolonial-Produkten-Handlung. Die derzeit noch große altehrwürdige Gemeinde Holleschau wählte ■ihn mit Einstimmigkeit zum politischen Bürgermeister. Mit besonderer Umsicht und stets mit dem Zeitgeist gehend,‘wirkte Moritz Knöpflmacher als Oberhaupt der Gemeinde bis zum Jahre 1870, ■zog dann hach Wien, wo er sich bis 1875 kommerziell betätigte, um 1876 ׳in der Oberen Donaustraße eine jüdische B11 c 11 d r a c k e r e i zu errichten. Als guter Hebräer und Mann jüdischen Wissens wußte er vorzügliche Schriftsteller für seine ßuahdruckerei zu gewinnen. ׳Hier wurden folgende bedeutende Schriftwerke gedruckt: Die österreichische Wochenschrift ״Israelit“, der ״Arucli“ des berühmten Literaten Alexander Kohut, die Schriftwerke ■der Lektoren H. ׳M. Weiß und Friedmaim 11׳. a. Moritz Knöpflmacher war ein treuherziger Jude; er hatte für jüdische Lehre ׳und jüdisches Leben regen Sinn. Im Juni 1890 zog er sich ins Privatleben ׳zurück. Iin Hause Rembrandtstraße 16 lebte Moritz Knöpflmacher ■bei einer achtbaren jüdischen Familie bis an sein Lebensende und wurde 82 Jahre alt. ׳Die Lichtspuren des heimgegangenen ׳Moritz Knöpflmacher werden nicht erlöschen und ■das Andenken desselben wird sein zum Segen. Ein unveröffentlichter Brief des Rabbiners Hildesheimer. Zur Geschichte des orthodoxen Jlschuws. Rabbi Israel . Hildesheimer, am 27. Ijjar 5580 (20. Mai 1820) iri Halberstadt geboren, wurde 1851 nach Eisenstadt berufea Hier wirkte er als Rabbiner und Leiter der von ihm selbst gegründeten Rjabbinersohule. Auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit zeichnete er sich besonders aus. Er bereiste die Großstädte Europas, um Sammlungen für seine notleidenden Glaubensgenossen der ganzen Diaspora zu veranstalten. In Jerusalem ließ er. Armenhäuser bauen. Dies . letztere geht ׳auch aus einem Brief, den er an’ den Vorstand ' der Wiener 'Kultusgemeinde arri'8. November 1858 richtete, ׳ hervor. ■Dieser׳ im Archiv der־ Kultusgemeinde erliegende Brief, dessen Auffindung ich . Herrn Archivar Saul C h a j e s verdanke, hat folgenden Wortlaut: - . ״. . . . . .. ,,Eisenstadt, am Neumond. Kislew 5619. Durch Gegenwärtlges beehre ich mich, Ihnen die ergebene Anzeige zu'. ׳machen, daß ■ich vom tliohen k. k.!Ministerium ■des Innern die Erlaubnis erhalten ■habe, für den beabsichtigten Ankauf eines Grundstückes!in Jerusalem und idcn Aufbau jüdischer Armen- ■und Biigerwohnungcn!daselbst eine außerordentliehe Sammlung ׳in der ganzen; Monarchie veranstalten zu dürfen. Ihnen die Dringlichkeit ■der Sache!zu motivieren, hallte ׳ich ׳für /überflüssig, weil Ihnen ■der ganze Jammer der Veranlassung!früher aus öffentlichen!Blättern bekannt sein wird. ׳Ich beschränke!mich ׳daher auf obige Notifikation ■und füge nur noch die!Bitte hinzu, daß Sie ■in Ihrer Kultusgemeinde, idereu Wohltätigkeitsslnn so berühmt ■ist und die!nicht nur fiir besondere Gemeimlezwecke, sondern auch für allgemein-jüdische Bedürfnisse die tätigste Begeisterung •zu äußern pflegt, auch dieser so wichtigen Angelegenheit Ihre ■volle Aufmerksamkeit schenken und dieselbe bestmöglich organisieren zu wollen. Sie wissen, daß das Beispiel der!Residenz maßgebend für!die ganze Monarchie •ist und daß daher Ihre ׳Beteiligung den beabsichtigten Zweck unmittelbar und ■mittelbar fördert. Sollten Sie ■bei der betreffenden Organisation meine Anwesenheit dort für wünsehenswert halten, so bin ׳ich mit Vergnügen bereit, Ihrer diesbezüglichen■ Aufforderung ■Folge zu leisten. Mit vollkommenster Hochachtung engebenst (gez.) Dr. J. ׳Hildesheimer, ׳Rabbiner.“ A. H. Teller.