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Jüdische Presse · 1928-03-09 · 10 (9.3.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
10 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 10 JÜDISCHE PRESSE Seite 71 1I1IIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIII1IIHI SCHONE I DEROCKEN I ^jKj^RENZLOSEN | i PREISEN 1 i®l Nachrichten. I© וווווו1וווווווווווווווווווווו1וווווווווווווווו1ווווווווווו1וווווו11!ו ^llll|]|II!li!li!ll!IIIIIIlll!llll!lll!lillli!llllllllllllll!ll!lllli:? Adas jisroel (Schifischul), II., Große Schiffgasse 8. Kanzlei: II., Große Scliiffgasse 1. Z. 176 ex 28. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Adas Jisroel mit der Erzeugung der Mazzoth für das heurige Jahr bereits begonnen hat, und werden Anmeldungen darauf in der Kanzlei, II,, Große Schiffgasse 1, während der Amtsstunden entgegengenommen. Mit Rücksicht darauf, daß die Mazzotherzeugung auf das nötigste Maß beschränkt• bleibt, werden alle diejenigen, die ihren Bedarf bei der Mazzothbäckerei der Adas Jisroel sicherstellen wollen, ersucht, rechtzeitig anzumelden, welche Menge von Mazzothi sie zu beziehen wünschen. Nur bei rechtzeitiger Anmeldung kann die Belieferung gesichert werden. Der Bezug von מצות״שמורה muß besonders angemeldet werden. Bei der Anmeldung muß der Betrag für die gewünschte Menge (S. 5 per Kilogramm) sofort erlegt werden. Wien, am 15. Adar 5688. DER VORSTAND. ״Die Frauenhilfe der Adas Jisroel״ ladet ihre Mitglieder für Dienstag den 13. März zu gemiitlicher Zusammenkunft im Caf6 Deutsch, II., Herminengasse 10. * Es ist dies vor Pessach die letzte Veranstaltung der Frauenhilfe. und aus diesem Grunde werden die Damen gebeten, ihre Sam.melblocks und deren E‘r g e b n i s mitbringen zu wollen. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab ומן הדלקת הנר ערמצש nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim" zur Verfügung gestellt. ,"חתאחדות יראים" וועד ״Hifachduth Jereim'1 Vereinigung Thoraeesetzestreuer Juden in Wien II., Hein*stra3Be 30, T. 15. ב״ה. ■ פרשה תשא זמי הדלקת הנר עש״ק שעה 5 ע□ 40 מינ1ט. זמן שמיעת החמה עש״ק שעה 5 ע□ 53 מיניט. זמן הדלקת הנר טוצש״ק שעה 6 ע□ 52 מינוט• Ein Schächter wegen Tierquälerei angezeigt. Die Staatsbehörde lehnt eine Verfolgung ab. (J. T. A.) Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz (Vorarlberg) hat dem Antrag des Tierschutzvereins für Vorarlberg, den jüdischen Lehrer, der im Bregenzer Schlachthaus die Schlachtungen vornimmt, wegen Tierquälerei zu bestrafen und ihm das Schächten für die Zukunft zu verbieten, keine Folge gegeben. Die Landesregierung hat die seitens dieses Vereines gegen den Bescheid der Bezirkshauptmaunschaft cingebrachte Berufung abgewiesen und dies wie folgt begründet: ״Wer ein Tier aus Bosheit roh mißhandelt, quält oder rücksichtslos aiistrengt, begeht eine Verwaltungsübcrtretung. Diese gesetzmäßigen Merkmale der Tierquälerei treffen bei dem׳ rituellen Schächten nicht zu. Das rituelle Schächten stellt sich sohin nicht als Tierquälerei im Sinne des Gesetzes dar.“ Anti-Schechita-Bewegung in Ungarn. (J. T. A.) Der Landestierschützverein hat dem Parlament ein Memorandum unterbreitet, in welchem ein Verbot des betäubungslosen Schlachtens gefordert wird. Den Juden soll die Schächtung von Vieh nur nach Maßgabe ihres Verhältnisses zur Zahl der allgemeinen Bevölkerung gestattet sein. Schweden lehnt ein Schächtverbot ab. (J. T. A.) Das schwedische Parlament hat einen Antrag auf Einführung eines Verbotes der Schächtung nach jüdischem Ritus abgelehnt. Schächtiragen in einer Sitzung des Board o? Deputies. (J., T. A.) In der jüngsten Monatsversaminlimg des Board of Deputies wurde über Sciiächlfrageii debattiert, die in der letzten Zeit akut geworden sind. Mr. Finburgh, Mitglied des Unterhauses, berichtete über den Stand der Schächtfrage und betonte die Notwendigkeit, die öffent- /,iche Meinung in England darüber aufzuklären, daß. die Schäcihtmethode die humanste Tötungsart sei. In der Diskussion wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die von Ing. Weinberg zwecks Erleichterung des Schächtakies erfundene ״casting machine“ verbesserungsbedürftig sei. , Schächtfrage hn britischen Parlamente. (J. T. A.) In der gestrigen Uiitcrbaussitzuiig fragte Sir R. Thomas den Minister für öffentliche Gesundheit an, ob er eine Verordnung erlassen wolle, wonach die Benützung des sogenannten ״human kilter“. einer Vorrichtung zur Erleichterung des Todeskampi'cs des geschlachteten Viehs, in ׳allen Schlachthäusern ohne Ausnahme obligat sein solle. Minister Ghamberlafn erwiderte, gegenwärtig beuiitzen mehr als 260 Schlachthäuser d׳eu ״human kill er“, er sehe sich aber, nicht veranlaßt, die Schlachthäuser durch ein Empfehlen Sie auch heuer Für Pessach den verläßlich koscheren Sie dienen sich und Ihrer Kundschaft! mMOTBfinnrimiiwwwi 11 iiMH 11i11B11nTn1rT1uTr*Trnr״,T״׳,*״t״^^ Aecht Fr anck-Kaffeezusatz wird laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau und unter ständiger Kontrolle frommer Aufseher von Heinrich Fr an ck Söhne A. G. in KoSice erzeugt Achten Sie beim Einkauf auf die Schutzmarke ״Kaffeemühle( und die Unterschrift: Franck“ Gesetz zur Benützung dieser Methode zu zwingen. Brigadier-General Chartrie referierte iiiber die zweite Lesung der Bill, di׳c versieht, daß in Schottland in allen Schlachthäusern der Bluteivtziehuiig eine mechanische Betäubung vorangehen müsse. Eine Klausel in diesem Gesetz besagt ausdrücklich, daß auf ׳die Schlachtung nach jüdischem Ritus diese Vorschrift keine Anwendung finde. Die Bill wurde mit 118 gegen 11 Stimmen in zweiter Lesung verafoschicdet. Ein Aufruf von 80 deutschen Rabbinern zugunsten des Schuiwerkes in Palästina. (J.T. A.) Zur Stützung der Adar-Aktion der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel haben 80 Rabbiner in Deutschland einen Aufruf erlassen, in welchem es heißt: ״Die Leitung der Agudas Jisroci hat ^den Monat Adar als Werbemonat für das Scimlwcrk in Erez Jisroel bestimmt. Wir folgen gern dem Wunsch der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, auch unsererseits die Judcnheit Deutschlands aufzunifeii, daß sie trotz aller Inanspruclinähme für andere Zwecke sich nicht der Pflicht entzieh-e, für das jüdische Erzieh»ngswerk im Lande unserer Väter ihre Spende beizutragen. Auch in Zeiten der Krise muß der Jude die innere Kraft besitzen, der Verpflichtung der Mizwas Jischuvv Erez Jisroel unter vollkommenem Einsatz seines finanziellen Könnens eingedenk zu bleiben. In ganz besonderem Maße gilt dieses für die Förderurig des jüdischen Erzielmngswerkes im Lande unserer Väter, zu dessen Erhaltung und Ausbau wir alle diejenigen auffordern, welche den Geist der Thora Im . Heiligen Lande fördern wollen.“ Abstimmung über die Staatszuschüsse für die jiiäisehen Gemeinden. Der Hauptausschuß des Preußerrlandtages lehnt den kommunistischen Antrag auf Streichung der Position für leistungsschwache Gemeinden ab, beschließt aber die Streichung der Rabbinerposition. (J. T. A.) Der Hauptausschuß des preußischen Landtags, der gegenwärtig über den Etat des Unterrichtsministeriums berät, hat-in seiner gestrigen Sitzung den Antrag der kommunistischen Fraktion, die Position in Kapitel 182, Titel 99 betretend die Auszahlung von 400.000 Mark zu .guusten leistungsdas ״Diadem unseres Hauptes“ נזר ר א ש י נו als, Be- Zeichnung erhalte, ein Attribut, welches ausschließlieh dem Könige zukomme. Jonathan habe ferner durch die Aufforderung an seine Schüler אגרת קנאה überall Streit und Haß angefacht und sich selbst dem höchsten Wesen gleichgestellt, wenn er von sich sagt, daß die Ehre des Lehrers , gleich der Ehre G-ttes sei. Außerdem wurden auch die Abschriften der Kameoth von Metz beigelegt und die Beschukligung der Ketzerei gegen Jonathan erhoben. Die dänische Regierung, an deren Spitze darnals der liberale Minister Graf Bernstorff stand, gab dieser Klage insoferne statt, als 15 Punkte hervorgehoben wurden, deren Klarstellung Jonathan aufgetragen wurde. Insbesonders wird ihm der Auftrag gegeben, über das• zu Hamburg, an die in gesegneten Umständen befindliche junge Frau vergebene Amulett eine in deutscher Sprache ausgearbeitete, leicht faßliche und umständliche Erklärung abzugeben, so daß die hohe Behö»־de in den Stand gesetzt werde, Wesen und Inhalt desselben beurteilen zu können. Dazu wurden ais Begutachter bestellt die Professoren Karl Anton in Hehnstädt, Lektor der hebräischen Sprache an dieser Universität. David Meyerlin in Frankfurt am Main, Baumgarten in Halle, Acharias in Kiel und Karpzow in Rostock. Das war für Jonathan Eibenschütz eine schwere, fast unmögliehe Aufgabe, christliche Gelehrte in das Wesen der Kabbalah einzufiihren 1,1nd eine umständliche Erklärung über die in den Kameoth gebräuchlichen Formeln, Schemoth und Abkürzungen für Laien zu verfassen. Da kamen ihm aber die zu seinen Gunsten sprechenden Schutzscliriften der zwei bedeutendsten .Gelehrten unter den fünf von der Regierung bestellten Professoren zu Hilfe. Karl Anton gab zu diesem Zweck eine Schrift heraus: ״Kurze Nach rieht e ti von dem falschen Messias S a b b at h a i Zewi und d e n 11 e 1t 1 i c 11 s e i n e t w e ge n in Hamburg entstandenen Bewegungen“. (Wolfenbüttel in Braunschweig 1752.) Lektor Karl Anton war ein ehemaliger Schüler von Jonathan Eibenschütz gewesen, war jedoch Christ geworden und glaubte es seinem von ihm noch immer geschätzten und verehrten Lehrer* schuldig zu sein, mitzuhelfen die Unschuld des großen Mannes an den Tag zu bringen, zumal es bei ihm feststand, daß Emden nur aus gekränkter Eitelkeit die ganze Hetze gegen Eibenschütz hervorgerufen habe, weil ihm Jonathan bei der Wahl zum Oberrabbine!• vorgezogen wurde. Auch der Frankfurter Professor David Megerlin veröffentlichte eine Schlitzschrift für Jonathan unter dem Titel: ״Geheime Zeugnisse für die Wahrheit der christlichen Religion, aus 24 neuen und seitenen jüdischen Amuletten und Anhängzetteln gezogen“. (Frankfurt und Leipzig 1756.) Der Autor dieser Schrift bekennt sich ebenfalls zur Ueberzeugung von der Unschuld Jonathans, kommt aber zu dem sonderbaren Ergebnis, daß dieser, wie aus den Kameoth hervorginge, in seinem Innern — ein Bekenner des Christentums sei und fordert ihn auf, dies öffentlich zu bekunden. Den größten Eindruck scheint jedoch auf die Regierung der von Jonathan gelieferte Beweis gemacht zu haben, daß die führenden . Männer und die große Mehrheit der polnischen und deutschen Rabbiner auf seiner Seite stehen. Die Regierung war von der Haltlosigkeit der gegen den Oberrabbiner vorgebrachten Beschuldigungen jetzt 1 überzeugt und ordnete, um auch die Loyalität seiner Wahl festzustellen, eine neuerliche Wahl aller stimmberechtigten Gemeindemitglieder an. Jonathan Eibenschütz vurde mit überwältigender Majorität gewählt. Hierauf wurde er von der Behörde in seinem Amte bestätigt und von allen Anklagen, die gegen seine Person erhoben worden waren, freigesprochen. Gleichzeitig wurde von d׳er Behörde die strenge Verfügung getroffen, daß es niemand sich erlauben möge etwas über Amulette zu sprechen oder Ehrenrühriges gegen den Oberrabbiner bei sonstiger schwerer Strafe vorzubringen. Großer Jubel und Begeisterung herrschte in den drei Gemeinden über diesen glücklichen Ausgang des langwierigen Kampfes und zu Ehren Jonathans wurde von seinen Schülern und Anhängern eine Prozession veranstaltet und mit einem — Tanz zu Chanukkah 1756 wurde das frohe Ereignis des Sieges Jonathans über seine Gegner gefeiert. Mit dieser .seltsamen Feier war der siebenjährige Amulettenkrieg formell erledigt, aber die Akten über diesen Fall waren deshalb noch lange nicht geschlossen. Schon vier Jahr vorher war zwischen den beiden Parteien eine Einigung erzielt worden, daß ein Rabbinatskbllegium von drei angesehenen Rabbinern als Schiedsrichter zu fungieren habe- ׳dessen Urteil von beiden Teilen anerkannt werden sollte, damit Jonathan die Gelegenheit geboten werden könnte, seine Unschuld auch vor einem jüdischen Gerichtskollegium zu beweisen. Man einigte sich auf Mordecliai, Oberrabbiner zu Lissa, den Vorsitzenden der Vierländersynode, den hochbetagten Rabbiner von Glogau Ascher Lämmel und den Vorsitzenden des Berliner Rabbinatskollegiums. Bevor jedoch dieses Schiedsgericht zusammentrat kam es infolge der Aenderung der Taktik der Hauptgegner Jonathans zu einer Verschärfung des Kampfes, welche den Zusammntritt des SchiedsrichterkoIIegiums überhaupt vereitelte. (Schluß folgt)

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