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Jüdische Presse · 1928-03-09 · 10 (9.3.1928) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
10 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 70 JÜDISCHE PRESSE Nf.!0 ....... )Original Palästina-WeineI i כשי של פשח I 5 aus den Baron Rothschild’schen Kellereien RICHON LE ZION / PALÄSTINA S mit Hechschcr des Herrn Rabbiner J. Halevy, Ricbon le Zioil, und S 5 Beglaubigung des Herrn Oberrabbiner Chaim Sorttieitfeld, Jerusalem £ S Bl ln allen einschlägigen Geschäften erhä.tlich! Hl £ B Repräsentanz und AUelnverkaut Iflr die #2 11 & T A tf 11# fe | ftCD Wien, 1V.t Blechturmgasae Nr, 12 g B ehemaligen Oeblete Österreich-Ungarns W *S ■ M w HF I ■n M E 1% MMNI Telaohoit 83-9*02 *■**■ g Die vorzügliche Qualität und Beliebtheit der Weine aus den Baron Rothschild’schen Kellereien in Richon le Zion hat vielfach zu Nachahmungen C B d«»• Etiketten und Markenbezeichnungcn geführt. Es ist empfehlenswert, heim Einkauf auf Firmenbezeichnung, Etikette (Richon le Zion) und “ ״■ Kn»kb!!•1 י י׳ווt יזסיזי־׳מ t S ScnenHen sie uns nicht blindlings Ihr Vertrauen, sondern überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch von der reellen und Kleiderstoffe, doppellbreit . S 1.00 KostUmstoffe, 140 btett S 2.90 Rips-Fagond, alle Farben . . S 3.90 Kleider-Rfps, doppeltbreit . . S 4.90 Wipcord für Herrenanzüge . S 14.90 Kasha für Kleider . , S 2.90 Schotten und Pepita, dpplbrt. . S 2.50 Mantel-Covercoats. 1B0 breit S 8.90 Kasha, für Mäntel, 140 breit S 9 80 Herren-Anzugstoffe. 140 breit S 12.50 ungewöhnlichen Billigkeit unserer Angebote in Herrenhemden, welü und Ifirbig . S 2.80 Honenhemden mit Seidendamastbrust . S 3.90 Damenwäschesarnlturen. ajourlert u. gestickt, Hemd.oder Hose . . . . S 1.98 Hemdhose, ajouriert und gestickt. , S 2.90 Batist-Taschentücher, gestickt . nur 20 g Warenhaus Brüder Oesterreichische Spezialbettwösche bekannte mit herrl. 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VOM TAGE Den Antisemiten in Lemberg ist die jüdische Niederlage nicht genug groß. Plünderungen im Judenvlertcl. — Das jüdische Akademikerhaus demoliert. — 250 Verhaftungen. In Lemberg veranstalteten am 6. d. polnische Studenteil zum Protest gegen die Wahl von zwei Zionisten in den Sejm Straßenkundgebungen, bet denen es zu schweren Zusammenstößeii mit der Polizei kam. Auf beiden eiten gab es Verletzte. In den späten Nachtstunden fanden Ueberfälle auf das Judenviertel und Plünderungen jüdischer Kaufleute statt. Das jüdische Akademikerhaus wurde demoliert. 250 Personen wurden verhaftet. ״Wir wollen kein auserwähltes Volk sein.66 ״Wir!!!“ Wer ist das. der so mir nichts, dir nichts, als ״wir“ im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen wagt und noch dazu in so unverantwortlicher Weise: ״Wir wollen kein auserwähltes Volk sein“: Wer anders als der Dr. Emil M a r g u 1 i c s aus Leitmeritz. den unsere Leser a.us■ der tschechoslowakischen Rubrik Unseres Blattes kennen. Bisher hat Dr. Marguiies seine Bestrcbungen aus dem jüdischen Volk eine Minderheitsnation zu machen, bloß in der tschechoslowakischen Republik betrieben. Durch die Sensationsliisternheit der jüdischen Völkerbundliga in Oesterreich hat nun dieser Leitmeritzer Herr, der als Generalsekretär der ״Jüdischen Völkerbundliga fiir die Tschechoslowakei" zeichnet. Gelegenheit gehabt in Wien öffentlich zu sprcechen, und hat. das muß man schon sagen, aus dieser Gelegenheit reichlich Gebrauch gemacht. ״Wir wollen kein auserwähltes Volk sein.“ Er hat es noch präziser ausgedriiekt. ״wir wollen ein Minderhcitsvolk werden“, damit man der Segnungen, der in den Friedensvcrträgeri niedergelegten Minderheitsrechte teilhaftig werde. Spricht man im Namen des ganzen jüdischen Volkes, so kann man eben nur allgemeine Dekiarationen an die internationale Völkergemeinschaft richten. Als Minderheitsvolk hat man geschriebene Paragraphe, die nach Ansicht des Herrn Dr. Marguiies eine größere politischee Realität ׳׳darstellen als die schönsten Deklarationen, die vom jüdischen Volk an die Völkergejmeinschaft gerichtet werden, Das g a n z e Jüdische Voik, ist. ein Ausnahmsvolk, also eine abnormale Erscheinitng: eine völkische M i n d e r h e׳i t hingegen ist eine politische Realität und deshalb will Herr Marguiies das jüdische Volk nicht als ein auserwähltes Volk betrachten, sondern bloß als eine politische Minderheit. ,Wir wollen kein auserwähltes Volk sein.“ Soweit Dr. Marguiies aus Leitmeritz. Daß wir doch ein rniser-;wähltcs Volk sind, beweisen die oben nur in flüchtigen Zeilen angegebenen Gedanken des Dr. Marguiies überaus treffend. Würden wir ein normales Volk wie alle Völker sein, so wäre es schwer möglich, daß solche Spezies des Volkes, wie Dr. Marguiies. zu einer öffentlichen Wirksamkeit gelangen könnten. Wir sind aber ein auserwähltes Volk, das im Bewußtsein der Auserwähitheit über solche Aeusserimgen, die Dr. Marguiies in Wien von sich gab, achtlos Vorbeigehen. Geld für Gesinnung. Wie die Kölner ״Jawne“ saniert werden soll. Behufs Sanierung des notleidenden ״J-awne“־Schul- Werkes wurde von der Kölner Großgemeinde eine Subvention von M. 25.000 zugesagt, unter den Bedingungen, daß 1. zwei Drittel der Kuratoriumsmitgliedeer der Großgemeinde angeboren; 2. der Leiter der Schule kein ״Austrittler“ ist, und 3. profane Fächer auch von neologen Lehrkräften unterrichtet werden können. — Die (J. U.) erfährt über diese Unterhandlungen noch folgendes: Die von einigen Herren des Kuratoriums des Lehrerseminars unter Führung des Herrn isac van Clcef mit der jüdischen Gemeinde wegen der Subventionierung der ״Jawne“ gepflogenen Verhandlungen sind noch immer nicht abgeschlossen. Wie berichtet, hatte die Gemeinde unter anderem verlangt, daß sie das Recht erhalte, zwei Drittel der Mitglieder des neu zu bildenden Kuratoriums zu ernennen. Die Gemeinde beabsichtigt als einen ihrer Vertreter den liberalen Gemeinderabbitier Dr. Kober in das Kuratorium der Schule zu delegieen. Diese Absicht hat nicht nur in den Kreisen der Adaß (Austrlttsgeinciiide), sondern auch in denen der Gemeiiideorthodoxie lebhafteste Entrüstung her vor.gerufen. Sollte die Gemeinde auf diesen Forderungen beharren, so dürfte eventuell mit einer Annullierung der Verliandlungen zu rechnen sein. Liebe Fraul Wollen Sie eine schöne, moderne und dauerhafte Perücke zu den denkbar billigsten Preisen haben, so kommen Sie und überzeugen Sie Sich* 1, 4. Bezirk, üußhausstraße 26 Telephon |54-8»79. 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Während die sogenannte ungarische Orthodoxie es nicht nötig hatte, eine eigene Gemeinde zu gründen, da sie eine solche im Waad Hoir Hoasehkenasi seit jeher besitzt, hat die polnische Orthodoxie nunmehr unter dem Namen ״Adaß Chareidim“ sich organisiet, und zwar verknüpft mit einem ausdrücklichen Memorandum an die Regierung, in welchem sie die absohlte Unabhängigkeit vom Waad Haleumi erklärt. Aber auch in Tiberas und in Safed sind bereits die vorbercitenden Schritte zur selbständigen orthodoxen Gemeindebildung außerhalb des Rahmens des Waad, Haleumi eingeleitet. In Haifa wurde von seiten der offiziellen Vertreter des Waad Haleumi in einer sehr stürmischen Ver- Sammlung bezüglich des Frauenwahlrechtes ein Kom- Promißvorschlag gemacht des Inhalts, daß nur diejenigen Frauen das aktive und passive Fraucnwahlrecht erhalten sollten, deren Männer damit einverstanden seien. Wie vorauszusehen war, fand dieser Vorschlag von rechts und links stürmische Opposition. In Tel-Awiw hat es unliebsames Aufsehen hervorgerufen, daß von zionistischer Seite unter der jemenitisehen Bevölkerung damit Propaganda getrieben wurde, daß die orthodoxen Juden sich nicht materiell für die Jemeniten betätigt hätten. Abgesehen von der Berechtigung oder Nichtb'crechtigung dieser Behauptung empfindet die jemenitische Brvölkerung die Zumutung■ als Beleidigung, ihre politische Stellungnahme von materiellen Interessen abhängig zu machen. (J. U.) 5 2 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons I s Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372376־ Wien, II., Taborstraßa 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22 |p Jonathan Eybenschütz und seine Gegner. Von Dr. Josef Löwy. IV• Zunächst war es der Senat der freien Stadt Hamburg, dem eine Klageschrift überreicht wurde, welche folgende Hauptpunkte enthielt: Der Oberrabbiner stünde im berechtigten Verdacht, ein Abtrünniger des väterlichen Glaubens und ein An-!länger des falschen Messias Sabbathai Zewi zu sein, was die beigelegten, mit einem Kommentar versehenen Amulette aus Metz beweisen könnten. Fer- 11er überschreite der Oberrabbiner seine Amtsbefugnisse dadurch, daß er durch Einquartierung und Verköstigung der zahlreichen auswärtigen Talmudjünger seinen Gemeindemitgliedern allzu große Lasten auferlege. Der Bürgermeister ließ auf Grund dieser Eingabe Jonathan vorladen und der Eindruck, ..welchen der Oberrabbiner im Laufe des Gespräches durch seine Klugheit und Gelehrsamkeit machte, war ein derart übrwältigender, daß die Kläger Jonathans vom Senate mit ihrer Klage abgewiesen wurden. Nun wurde noch ein letzter Versuch von den Feinden Jonathans unternommen, und zwar wurde dem König Frederik V. von Dänemark (1746—1766) eine umfangreiche Klageschrift gegen Jonathan überreicht, die in den hauptsächlichsten Punkten darlegte, daß der Wahlakt bei der Aufnahme von Jonathan Eybenschütz ungesetzlich sei, weil nur seine Freunde und Anverwandten für ihn gestimmt und seine Berufung gegen den Willen der Majorität durchgesetzt hätten. Ferner begehen seine Anhänger das Verbrechen der Majestätsbeleidigung dadurch, daß Jonathan ״die Zierde Israels“ עטרת ישראל oder

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