Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 10 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitungen vom Verleger versendet Journal expSdie par 1‘editear, V.h.1* Nov!nov6 v$pfata6 povotenfi rladlf post a tefegrafoiü y Bratlslave dis. 41572-111-20. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Reduktion u. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgatie 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. TicbectaoSlowakei: Bratislava, Postfach 140. ■ncheint jeden Freitag. ־־־ Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonnt*?, för Nachrichten Montag. Abonnementspreise 1 Ganijährlgi För Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer Ost Or. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkaasenamtWiea. Koato Nr. 13.458; Kr Polen: Postsparkassenamt Warschau, Koato Nr.!90.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Koato l Nr. 50.17«; Mr Tsäeehoslowakel: Postsparkassenant Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Ant Agram, Ke. N. <0.117; für die Schweia! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! Wf Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Mi*. IO Wien-Bratislava, 9. Niärz 1928 .ב*ה וינה־פר1גםםבורנ י־ז ארר תרפיה 14. Jahrg, m׳t der soeben in zweiter verbesserter Auflage erschienenen הגדה של פסח (PCS SA CH-HACOADAH) Prachtausgabe mit Riesenlettern übersetzt und erläutert von Dr. Philipp Schlesinger und Josef.Q uns Zu dem früheren reichhaltigen Inhalt sind nrch mehrere 2ugaoen(Vorschr1f1e11fü die Vorbereitungen des Pessachfestes) hinzugekommen. Viele farbige Doppelbilder! Preis In effektvollem Einband . . . . S 10.— Ausgabe ß auf Büitenpapier.. 15.- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder vom Verlag los. Schlesinger. Wien. 1.. Se'tenstetteng. 5 שומז כשי של פסח (תחת השגחת הרב ד־ישזגי־פורסט שיפשוהל)־ Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! SCHNEIDER Feinste Hemngarderobe nach Mass. :: Lager fe nster orig. engl. Stolle :: Anfei igung binnen 21 Stunden Wien, I., RotenturmsSr. 27 Telephon 61-'1״? iür die Dame Julius Krupnik Wien, VII., Kaiserstrafje IIl״l 1315 1״ Telephone 32-4-62, 34-4-29 SrSßtßs ״;SpezlolltoDS OesUciis e Nach den polnischen Sejmwahlen Mehr als die Hälfte der jüdischen Mandate eingebüsst. Die sonntägigen Sejmwahlen in Polen haben eine solch katastrophale Niederlage der jüdischen Parteien gebracht, daß selbst die pessimistischen Voraussagungen durch das tragische Resutlat übertroffen wurden. Mehr als die Hälfte der jüdischen Mandate ist verloren gegangen. Nach den vorwöchigen Ausführungen der ״Jüdischen Presse“ über die Wahlen in Polen wird dieses Resultat unsere Leser trotz seiner Tragik nicht überraschen. Die inakzeptablen politischen Prinzipien des Herrn Grünbaum haben eine derartige Zersplitterung hervorgerufen, daß die festesten jüdischen Positionen in Russisch-Polen verloren gehen mußten. So konnte in Warscha u, wo bisher drei jüdische Mandate waren, bloß eines gerettet werden, und auch in Lodz ist von den zwei als sicher angenommenen jüdischen Mandaten eines verloren gegangen. Unter diesen Voraus- Setzungen litt auch'die Orthodoxie sehr stark, die. bei diesem Wahlgang unter einem besonderen Unstern,kämpfte. In Warschau, wo die Wahlzahl 24.341 Stimmen betrug, erreichte ihre Liste 24.113 Stimmen, also ungefähr 200 Stirnmen weniger, als zur Erreichung eines Mandats notwendig waren: In Lodz, im zweite^;;Hauptsttz der agudistischen Orthodoxie in Polen, bekam sie 19.744 Stimmen, ohne ein Mandat.zu erreichen. In diesen zwei jüdischen Hauptstädten allein sind 43.857 Stimmen für den jüdisch-nationalen Block verlörengegangen. Es wäre aber oberflächlich, diesen Verhist an Mandaten •bloß der Zersplitterung oder unglücklichen Zufällen, die bei jeder Wahl Vorkommen können, zuzuschreiben. Dcr'Umstand, daß die Vertretung der Orthodoxie und der ihr nahestehenden Gruppen bis auf die Hälfte eingeschrumpft ist, wird sicherlich ernste Konsequenz e n nach s i c 11 z i e h e n. Ernste, aber nicht unheilvolle, und wir wollen sogar der Hoffnung Ausdruck geben, daß ■aus dieser Niederlage die Vertreter der 0 rt h o d o x i e Konsequenzen z i e h e n w e,r d e n, die für die Organisation der orthodoxen Massen von dauerndem Erfolg sein werden. Man wird aus diesem unglücklichen Wahlresultat erkennen müssen, daß selbst die glänzendsten Persönlichkeiten, die fälligsten Führer nicht imstande sind, ohne eine populäre, ernste und viel verbreitete Presse, ohne eine tragfähige, wohiausgebaute Organisation solche Belastungsproben mit Erfolg zu tragen.!Persönlichkeiten wie Oberrabbiner Aaron Le win, der Präsident des Zentralrates der Agudas jisroel, Oberrabbiner Meier S c h a p i r a, der Gründer und Erbauer der L u b 1 i n e r Z e n t r a 1 j e s c h i w a h, werden, so weit die bisherigen Wahlresultate als endgültig betrachtet werden können, nicht mehr im polnischen Parlament sitzen. Es ist dies eine Einbuße, nicht für die Orthodoxie allein, sondern auch für die jüdische Gesamtheit in Polen. ■Dieser große Verlust muß den Führern der polnischen Orthodoxie ernst zu denken geben, und sie können die Muße, die ihnen das unfreiweillige Fernbleiben vom großen öffentlichen poiitischen Forum des Landes gewährt, zu einer intensiven Arbeit auf dem Gebiet,des Ausbaues der Org a n i s a t i o 11 und ihrer Notwendigkeiten, wie Presse und Propaganda, verwenden. Eine unmittelbare politische K o n s e q u e ת z für die Orthodoxie in Polen ist durch den Mißerfolg •bei den Wahlen nicht zu befürchten. Verhältnismäßig haben die Zionisten, die in dem verflossenen Sejm 26 Mandate und in dem neuen Sejm höchstens 13 Sitze eirmehmen werden, mehr gelitten als die Vertreter der religiös konservativen Richtung. Es ist aber in diesem Zusammenhang noch ein anderes Moment in den Vordergrund zu stellen. Mit ein Grund zur Niederlage der Orthodoxie war der Umstand, daß ihre Vertreter einerseits in einer selbständigen Liste, andererseits aber auch alsKandidatender P i 1 s u d s k i s c h e n R e g i e r u n g s I i s t e figurierten. Bei den organisatorisch ungeschulten orthodoxen Massen war von vornherein anzunehmen, daß sie, wenn sic ihre eigenen Kandidaten auf der Regierungsliste sehen werden, lieber mit der Regierung gehen, als für die immerhin riskanten ei genen Listen stimmen werden. Der überwältigende Sieg der Pilsudski-Liste ist nicht zuletzt den vielen jüdischen Stimmen zuzuschreiben, die, angeekelt von dem maßlosen innerjüdischen Kampf, der Uebel kleineres in der Abgabe der Stimme für die Regierung erblickten. So kommt es, daß der Führer des agudistischen S e j m k 1 u bs im alten Pariamen t,־ Elias K i r s c h b r a ׳u 11, auf der Regie-! rü n g s ■1 i s t e gewählt wurde. . , . Es kann somit mit Sicherheit angenommen werden, daß jede antiorthodoxe Politik im neuen Sejm mit Erfolg wird verhindert werden können. . Wde immer es ist, es wäre töricht, mit kleinlichen Trostversuchen über die gewaltige Niederlage, welche die jüdische Sache in Polen erlitten hat, sich hinwegzutäuschen. Statt 36 bloß 15 jüdische Abgeordnete ist ein Umstand, der jedem einzelnen, dem die Ehre, das Ansehen und das Gedeihen des Judentums am Herzen liegt, zu denken,gibt, und auch wir Orthodoxe sollen uns damit, daß wir politisch in Polen nichts zu befürchten haben, nicht über die Größe unserer Niederlage hinwegtäuschen. Wohl liegt die Stärke der Orthodoxie nirgends auf dem Parkettboden der Parlamente, es soll aber nicht vergessen werden, daß ohne, richtige politische Vcrtret u n g die Interessen der Orthodoxie im Kultusleben der jüdischen Gemeinde und in dein schwerbedrohten Wirtschaftsleben ernstlich leiden müßten. Die polnische Orthodoxie, dieses große Reservoir an geistigen, moralischen und religiösen. Gütern, kann wohl durch eine parlamentarische Niederlage nicht erschüttert werden, sie braucht aber zur Entfaltung ihrer großen inneren, wertvollen Kräfte eines entsprechenden Organs, durch welches sie sich vor der großen politischen Welt repräsentieren kann. Sie bleibt auch im neuen Sejm n 1 c h t o •11 n e wirksame Vertretung, doch wird sie durch ernste, ehrliche und konsequente innere Arbeit die Voraussetzungen schaffen müssen, daß sie bei künftigen Parlamentswahlen vor den Tücken der Wahlgeometrie und vor den Zufällen unberechenbarer Umstände besser geschützt sei, als es diesmal der Fall war, Alle Freunde und Verfechter der Orthodoxie in der ganzen Wel^ voran die Führer der Agudas Jisroel, blicken auf diese neue Periode der polnischen Orthodoxie mit ebensoviel. Vertrauen, wie sic bisher mit Stolz und Bewunderung ihren Aufstieg im öffentlichen Leben Polens verfolgt haben. P. .0THI4ASI SCHBFF*S Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. Die Preise sind:- Bubikopf-Perücke, mitnaturgetreuerAbteilunga.d.Seite od.Mitte S 120.— TT יי י ״יי״ ohne Abteilung...s 90.— Haib-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung . . . .... , . S 100.— Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung . . . , . . . , . S 80.— ״ mit. 8 cm naturgetreuer Abteilung . , ... S 70.— ״ mit 6 cm naturgetreuer Abteilung ....... , . S 60.— p־«.. Othmar Schiff, Wien:I., Kärntnerring 6 St“!!־™ KEINE FILIALEN! Kunsfwerkslälte KEINE FILIALEN! Telephon 51-3.61 »