Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1928-03-02 · 9 (2.3.1928) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
9 (2.3.1928)
Date
1928-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630244-2630253--2892-2634814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 64 JÜDISCHE PRESSE Nr. 9 101 Nachrichten. |(g)l Zur fieachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלקת הצר עו״מצש nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "התאחדות יראים" ורינה ״Hitächdufth Jereim“ Vereinigung Thoraeesetzestrener Juden in Wien LI,, Heinestraase 30, T. 16. ב״ה. ס ר ש ה ח צ ו ה זמן הדלקת הנר עש״ק שעה 5 ע□ 28 מינוט. זמן שמיעת החמה עש״ק שעה 5 עם 41 מינוט. . זמן הדלקת הנד סוצש«ק שעה 6 עם; ס* מינ1ט- L. D. Königsbergsche Stiftung — Lele-Bondi-Heim, Wien, II., Böckllnstraße 59. In dem bezeichneten Mädchenerziehungsinstitute finden acht mittellose jüdische Mädchen aus Mittelstandskreisen im Alter von 10 bis 12 Jahren unentgeltliche Aufnähme; bevorzugt werden musikalisch begabte Mädchen. Gesuche, belegt mit Geburtsschein, Impfzeugnis, Gesundheitszeugnis und mit den Nachweisen über gute Unterrichtserfolge (Schulzeugnisse) sind bis 15. März 1928 in der Aintsdirektion der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu überreichen. Der siebente Adar in der Schiffschul. Dienstag, den 7. Adar. fand ein imposanter Trauerg-ttesdienst in! der Schiffschul statt. Oberrabbiner!Fürst gedachte in einer gedankenreichen Dcrascha der verstorbenen ׳Gaonim des verflossenen Jahres. 'Mit tränenerstickter Stimme sprach er über die während der Studentenpogromc;in Rumänien vor-!gekommene Schändung der heiligen Thorarollen. Besonders ausführlich sprach Oberrabbiner Fürst über das tragische Schicksal des vor einigen!Monaten verstorbenen!großen Gäon’ Rabbi Jefuchem iFischl Arak. In erschütternden Worten! ermahnte er seine Zuhörer, nicht nur die Thora, sondern auch die Träger der Thora in Ehren zu halten. Mit der Mahnung, die Wiener Thoralehranstalten: Jessode •Hathora, Talmud-Thora und den!großen Internationalen Thorafond!Keren iHathora zu fördern, schloß die imposante Trauerkundgebung. Eine neue sabbathaltende Firma. W!ir machen unsere p. t.־ Leser auf •die Annonce aufmerksam, in welcher ׳Fr. Irene Braun, eine Tochter des ■beliebten Oiberkantors der Schiffschul, Herrn Adolf Braun, die Eröffnung ihres ׳Hutsalons ankündigt. Bekanntmachung. Gebe böflichst bekannt, daß ich täglich von 9 bis 6 Uhr ordiniere. Zahnatelier Egon Brodi, Wien, II., Schiffamtsgasse 7-9. Spendenausweisi. Samstag den 25. Februar wurden anläßlich ׳des G-ttesdienstes!im Hotel Hirsch auf. dem Semmering folgende Beträge für das Badener Waisen haus ׳gespendet: Eduard Deutsch S 20. •Bobi Kohn •S-5, Weldler S 1, Harry Schiff S 10. Liebermann, Preßbürg ׳S 10, Krupnik S 100, Stern. Preßburg S 5. •zusammen S '151. Prämiiert I Bei der kürzlich veranstalteten Internationalen Gefitigelausstellung wurden die von ׳der unter Aufsicht der Adas Jisroel (Schiffschul) stehenden Firma M. Friedmann, II.. Große Schiffgasse 6, ausgestellten Masthühner und Kapauner als die besten prämiiert!und durch ein besonderes Ehrendiploin ausgezeichnet. Ein jüdischer Professor begeht Selbstmord vor seinen Schülern. (J. 1'. A.) ׳In einem Klassennaum des Gymnasiums der Budapester jüdischen Gemeinde hat der Professor für ׳klassische Sprachen, Leo Bruck, während er auf dem Katheder saß und zu seinen Schülern sprach, Tafte.alle Partien S 11.80, 8.90 Georgette... 7.80 ,9.80 ,13.80,. ״ ״ Crepe Satin . . —.13 ,—.16,—.19 ״ ״ ״ ״ de Chine . ,, 5.80 ,9.80 ,13.80 , ״ Lam6.. 3.90 ,5.80 ״ Goldu. Silberstoffe, Spitzen in größter Auswahl. «11111181 min I. Tuchlauben Nr. 8 Berufen Sie sich auf diese Annonce, bekommen Sie .5 Prozent. Selbstmord begangen. :Kurz nach Beginn des Unterrichts verlangte er ein Glas Wasser, mit dem er eine große Dosis Veronal einnahm. ׳Der-Professor hielt den ahnungslosen Schülern eine kurze Abschiedsrede, in der er mitteilte, er habe sich während des Krieges ein schweres Leiden ■zugezogen, das sich so weit verschlimmert liabey daß' ihm das Leben unerträglich -geworden sei. Nach dem Muster des 'Sokrates habe er inmitten seiner Schüler den Giftbecher getrunken. Dann brach er bewußtlos zusammen. Er wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er starb. Die Numerus clausus-Yorlage vom ungarischen Par- Iainent angenommen. (J. T. A.) ,Im ׳ungarischen Abgeordneteuhaus wurde die Generaldebatte über den Numerus clausus beendet und die Abstimmung' vorgenommen. Die Abstimmung, •die mit!Namensaufruf erfolgte, ergab, daß von 245 Mitgliedern des Hauses 171 anwesend waren־, demnach 74 Abgeordnete, also fast ein ׳Drittel, fehlten. -Für die Annähme der Regierungsvorlage stimmten 139. dagegen 32 Abgeordnete. ׳Die meisten Mitglieder der Regierungspartei stimmten für die Revision, während die Rechtsliberalen •und die Mitglieder der christlichen Wiirtschaftspartei gemcinsam ׳mit der Opposition •dagegen stimmten. Die Ab- Stimmung ging unter lärmenden Äußerlichkeiten vor sich. Die abstimmenden Abgeordneten wunden je nach ihrer Parteistellung von ׳den Gegnern mit. höhnischen Zurufen •1begrüßt. Als Letzter;in der •Debatte, ergriff noch Kultusminister Graf K1 ebe1sberg das Wort ׳und präzisierte den Standpunkt der Regierung wie folgt: Der Entw׳urf!ist an erster ׳Reihe ein sozialpolitischer Entwurf. Jeder Hinweis ׳auf konfessionelle und rassenpolitische Gesichtspunkte fehlt in -ihm.־ Das ungarische Corpus juris erblickt!in den Ungarn jüdischer Religion nichts;anderes als eine Konfession und keinesfalls eine Rasse oder Natio-!nalität. ׳Ich will mich nicht in Prophezeiungen oinlassen, aber eines will ׳ich sagen: Von 1915 bis 1919 hat sich die Geburtenziffer stark verringert. -Infolge dieser Verringerung wird sich in den Jahren 1933 bis '1937 eine derartige Verringerung!der Zahl der Hochschiiler ergeben, daß sich -ganz automatisch ein gewisser Ausgleich ergeben wird. Ich will nicht eine weitere Revision des ׳Numerus clausus an ,gewisse Termine knüpfen•, ■die Zukunft ׳liegt in Gottes Hand und alles hängt von den Verhältnissen ab. ' Wir ׳müssen dagegen Verwahrung einlegen, als ob uns ausschließlich Erwägungen außenpolitischer Natur geleitet hätten. Der Völkerbund hat itns in seinem vor zwei Jahren gefaßten Beschluß keinerlei, Weisungen erteilt, sondern er hat nur einer gewissen Hoffnung bezüglich der Revision ׳des Numerus clausus-Gesetzes •Ausdruck verliehen, und daraus ergibt sich, daß dieser VölkerbundsbescMuß für uns keinerlei Obligo enthält. Es gibt auch einen Numerus clausus der Armut, und ׳dieser macht, sich bei den Christen geltend, ׳die;in vielen Fällen aus ׳materiellen Gründen nicht!imstande sind, ihre Studien fortzusetzen. •Durch die Verteilung von einer Million Pengö für Stipendienzwecke helfen wir der ungarischen christlichen Mittelklasse. ihre Söhne studieren zu lassen. Ich weiß,!daß ■die ungarische Judenschaft ׳mit ׳der Vorlage nicht!zufrieden FASCHING!] ist. Sie -kann auch mit ihr nicht zufrieden sein. Die Juden leiden nicht nur als Juden, sondern als ׳Ungarn: Als Söhne Trianon-Ungarns. Die ungarische Judensdhaft darf ׳nicht aus der großen Solidarität der ungarischen Nation aus.- geschaltet werden. Paul Sandor gegen die offizielle Unterstützung des Zionismus. (J. T. A.) In seiner Rede gegen den Numerus clausus im ungarischen Parlament erklärte der jüdischliberale Deputierte Paul Sandor, daß die ungarische Regierung die Zionistische Organisation in Ungarn gegen den Willen der offiziellen Vertreter der ungarischen Juaenheit anerkannt •hat, nur um eine -Handhabe zu gewinnen, die ungarischen Juden auf Grund der zionistischen Tätigkeit als Nation und nicht als eine religiöse Gemeinschaft, die sie sind, zu behandeln. Warum -sonst, -fragte Sandor. hat •die Regierung •die Statuten der zionistischen LandeSbrganisatian anerkannt, obwohl er und seine Freunde es •an Mahnungen und Warnungen nicht haben fehlen lassen? Slghetul Marmathele. Am 15. Schebath verschied in Sighet del׳ •bekannte ת״ח ר׳ יעקלג״וו im Alter von 75 Jahren.!Der Verblichene war ein hervorragender Schüler des מהרים שיק und ■des כתב סופר Er war Präsident des Talmud-Thora-Vereines ׳und der -Initiator von Abhaltung von Schiurim an ׳Sabbat ׳und Feiertagen, eine ׳Einrichtung, die!in der ganzen Umgebung raschen Eingang fand. Herr Grünwald selbst hat -nebst den •Betrieb einer angesehenen (Buchandhing die ׳Zeit ׳gefunden:, täglich öffentlich Thora zu lehren. Auch literarisch ist er tätig gewesen. Er hinter- ׳läßt ungefähr 50 handschriftliche Werke,!in denen alle Gebiete der Halacha und der!Hagada behandelt werden. Eines seiner Werke esrehien vor 5 Jahren •unter dem ׳Namen חלק יעקב •im!Drucke und fand eine ■feundlichc Aufnahme. Die!Bestattung fand unter grandioser Teilnahmfe der ganzen jüdischen!Bevölkerung der ׳Stadt und der Umgebung statt. Sein ältester ׳Sohn hielt im Beth- Hamidrasch, wo der Verblichene 52 Jahre hindurch öf-fentlieh •gelehrt hat, einen würdigen Nachruf. Nach ihm haben noch alle Mitglieder des!Rabbinats in ergreifenden Worten dem Schmerze und ׳der Trauer der ganzen Judenschaft ob des Heimganges ׳dieses großen Zaddik Ausdruck gegeben. 1I׳n dem Trauerzug nahmen alle Schüler der Talmud-Thora-!Schule teil. Tod eines weiblichen Mitgliedes der Mandatskoinmission. — Frau Wickseil, die Referentin über die Agudah- Petitionen. (J. T. A.) Am 21. Februar d. J. verstarb in Schweden Frau Dr. A. Bugge-Wicksell, eine hervorragende Juristin und schwedisches Mitglied der ständigen Mandatskommission ׳des Völkerbundes. In den Jahren 1926 und 1927 gehörte sie auch der ׳schwedischen Delegation für die VölkerbundvoUversarnrnlungen an. Innerhalb der Mandatskommission wandte Frau Wjioksell den palästinensischen Fragen ein besonderes Interesse zu. •In der 9. und 11. Sess׳ion der Mandatskommission (Juni 1926 und Juni 1927) fungierte sie als!Berichterstattern! über ■die Petitionen׳ der Agudas Jisroel und ׳des W׳aad ׳Hair!Haaschkenasi. Ihre Be r׳i c;,h t e r s t a 1111 u g zeugte davon, d׳aß sie es verstanden hat, sich ׳in komplizierte i n 11 e r j ii ■d i s c 11 e Frage 11, wie •S c 11 e c h i t a ■u s w. h i n e i ■n z n 1׳ e b e n und sie mit Ta k t u11 d׳ V e rs t ä n d 11 i s z u b e h a n d e 1 n. ,Besonders ׳berühmt wurden die •markanten Sätze, in denen Frau WüchseI für die U;na -b ■h ä n g ,1' g k e i t der W a a d ׳Hair H a a •s c :h ׳k e ׳n a s i Stellung genommen hat. Sie!lauten ungefähr folgend: ״Wenn es auch der englischen Regierung Schwierigkeiten bereitet, mit zwei Organisationen zu tun zu haben, so muß doch anerkannt werden, daß es ganz unmöglich erscheint. Männern, die alles Religiöse ablehnen, die Macht zu geben über eine Bevölkerungsschichte, deren ganzes Leben von der Religion bestimmt wird. Falls die drei christlichen Bekenntnisse sich nicht in einer Organisation zusammenfinden, kann auch nichts dagegen sprechen, zwei jüdische Konfessionen anzuerkennen." Der heue Vorstand der palästinensischen Agudas Jisroel. (J. T. A.) Die neue Leitung der ׳Agudas-Jisroel- Organisation in Pa;läis׳tina setzt sieb, wie folgt, zusammen: Präsident des •Rates ist Rabbiner J. B. Horovitz; -Vize- Präsidenten sind Dr. M. W-alaob und Rabbi Schileanow: Sekretär •ist Herr Blau. Der Exekutive!gehören unter •anderen noch die!Rabbiner Youngreis •und Katzen- elbogen an. Mähren ׳befindlichen Schäbsen, wobei es genügte, ein Schüler von Jonathan Eybenschütz gewesen zu •sein, um einen ׳Platz in der Liste zu erhalten, :und •endlich die Auseinandersetzung •mit Jonathan selbst, über •deren Tonart am besten Stillschweigen zu bewahren ist. ■Jonathan!Eybensch'ütz bewies gleich nach -Beginn des Kampfes ■gegen seine Person und nach Verbreitung aller ׳Anklagen und Anwürfe ׳durch seine Haltung, •daß er als geborener Diplomat seinen Gegnern an Klugheit und Taktik weit ׳überlegen war. Zunächst benützte er die Kanzel, um von dieser Stelle im Kreise seiner Gemeinde die gegen ihn ׳erhobenen Beschuldigungen zu widerlegen. Vor allem enthielt er sich aller persönlichen Angriffe, hütete sich, seine Hauptgegner ׳persönlich zu verletzen, und spracli ihnen lediglich die Fähigkeit ab, in Dingen der Kabbalah im allgemeinen und •der Kameoth im besonderen, Werturteile abgeben zu können. Am 26. Schebat hielt er an ׳die zahlreich versammelten Gläubigen in der großen Synagoge zu Altona eine tiefempfundene Ansprache, in welcher er einen feierlichen!Eid ablegte, daß er rein und schuldlos dastehe gegen die ׳fälschlichen!Beschuldigungen, die gegen ihn erhoben werden. Er verflucht Sabbathai Zewi und seine An- ■hänger mud fordert die Rache des Himmels •auf sein eigenes Haupt, daß Feuer und Schwefel ihn ׳verzehren mögen, wenn irgend •ein Funke dessen, wessen man ihn bezichtigt, wahr sei. Aber nunmehr spricht er den Bann gegen alle jene aus, welche lügenhafte Angaben und Unwahrheiten verbreiten, denn das An- •sehen •der Thora und •das ׳geheiligte Andenken seiner großen Vorfahren •gebiete ׳es, daß er als Verbreiter •der!Lehre!fleckenlos dastehe.!Das erste Amulett, welches Jonathan In Altona der schwangeren Tochter eines •angesehenen Gemeindemitgliedes gegeben hatte, wurde vorgefunden und einem allgemein bekannten ׳glaubwürdigen; ,Mann zur Aufbewahrung übergeben, damit jedermann darin Einsicht nehmen könne. ■Außerdem verfaßte Jonathan •eine Erklärung zu ׳diesem Amulett •sowie ein ׳kurzes Kompendium der von ihm bei -der Abfassung von Kameoth gebrauchten!Formeln, Abkürzungen ,und Schemoth lind schickte sie zur Ueberprüfung an zwei ׳in dieser Gegend bekannte lind autorisierte Kabbalisten, Samuel Essinger, Landrabbiner zu Münster, und Eliahai Olajnow, der in Amsterdam wohnte und mit Arjeh Löw freundschaftlich verkehrte. Diese beiden ׳kabbalistisehen Autoritäten erklärten feierlichst, daß nicht der leiseste Verdacht gegen Jonathan geltend ׳gemacht werden könne, und ferner riefen sie Himmel :und •Erde als Zeugen an, ״daß die ihnen übersendeten Kameoth heilig sind“. ׳Schließlich wandte sich Eybenschütz mit einem Aufruf an seine •Freunde •und Schüler אגרת קנאה und forderte sie auf, Zeugenschaft darüber abzulegen, 0;b sie jemals an ihm etwas •bemerkt oder über ihn gehört hätten, was dem Gebote der Thora zuwiderlaufe. Ob es ferner einen Brauch gäbe, den er übertreten ■hätte, •sein Lebenswandel und seine Lebensführung ׳mögen in dieser Beziehung von allen sorgfältig überprüft werden.!Die Folgen dieses Schreibens waren ungeheuer; an allen Orten erhoben sich seine Freunde •und Anhänger, um!für ihn einzutreten •und Partei zu ergreifen. Die •Erregung über das dem ׳gefeierten Lehrer zugefügte Unrecht war eine so gewaltige, daß zunächst der ■Rabbiner von Lublin am Neumondstage des!Monats Tjar 5511 (26. April 1751) im Verein mit sämtlichen Mitgliedern des iRabbinatskohegiums und •des Gemeindevorstandes den Bann schleuderte gegen Emden und seine Verbündeten und alle diejenigen, welche es wagen würden, ״Jonathan, ׳Schutz und Oberhaupt von ganz Israel und Zierde der Schöpfung“ ׳zu verunglimpfen. Diesem Beispiele folgten, die größten Gemeinden Mitteleuropas wie: Nikolsburg, Preßburg, Holleschau, Proßnitz, Kremsier,* ׳Rossitz, Kremenau, Hotzenplotz, Stampfen, Semnitz, Krakau, Solkiew. Auch von Prag, Wien, Krakau, Posen :und Mir, der Zentrale -der fünf Gemeinden, liefen Vertrauenskundgebungen ■für Jonathan Eybenschütz ein. .Auch der Prager Oberrabbiner Ezechiel Landau, der mehr eine vermittelnde Rolle in diesean Kampfe spielen wollte, konnte sich nicht entschließen, Jonathan zu verdächtigen und in di׳e!Reihe seiner Gegner zu treten, empfahl ihm jedoch, in Zukunft, um Mißverständnissen vorzubeugen, keine Amulette zu geben. Auch die ׳Gemeinden Livorno in Italien lind Konstantinopel lehnten es trotz der Zuschrift ׳von Jakob Emden ab, •den großen Gelehrten Jonathan Eybenschütz unter schmählichen Verdacht zu stellen. Auch •die polnische Generalsynode zu Constantinow, an die!Emden eine Eingabe gemacht hatte, lehnte es ab, gegen Jonathan Eybenschütz Stellung zu nehmen. So war der große Generalangriff der ׳Gegner im ersten -Sturm abgeschlagen und nun wurden außerhalb des Judentums stehende Kreise, die Behörden, von den •eifervollen Gegnern in Anspruch genommen. (Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.