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Jüdische Presse · 1928-03-02 · 9 (2.3.1928) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
9 (2.3.1928)
Date
1928-03-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr, 9 JÜDISCHE PRESSE Seite 63 ״Mit zweierlei Maß.“ Im Frankfurter ״Jüdischen Wochenblatt", im «Haupt- Organ der ״Achduth“ in!Deutschland, beschäftigt sich E. S. unter obiger Ueberschrift mit der G e m e i n d e p o 1 i t i' k der Wiener Orthodoxie. Das zweierlei Maß des Achduth- Organes und seines Schriftleiters, Ernst Simon, ist uns wohl bekannt. Das eine Maß ist die Liebe. Alles, was Zionismus ist oder zumindest gegen die selbständige Orthodoxie sich richtet, wird mit offener oder verhüllter Liebe .umkost. Das andere Maß ist der!Haß. Alles, was die selbständige Orthodoxie — im J. W. des 'Herrn E. S. als Trenmmgs- oder Separatorthodoxie bezeichnet — alles, was die im Gerüche der Tremiimgsorthodoxie stehende 'Agudas Jisroel betrifft, wird mit offenem oder verstecktem Haß behandelt. Dieses zweierlei Maß ist sicherlich jedem Leser des Frankfurter Wochenblattes bekannt. Neu, ganz neu aber äst die Entdeckung, welche E. S. in Nr. 7 des 5. Jahrganges des Wochenblattes macht. Nach dieser Entdeckung mißt die Trennungsorthodoxie, das ist Agudas Jisroel, sich selbst mit zweierlei Maß. Ein Maß der schärferen Tonart in der Betonung des separatistischen Standpunktes kommt in Frankfurt und :in Jerus a 1 e m zur Anwendung. Das zweite Maß der milderen Tonart, die fast zur Besingung der Vorzüge der Gemeinde- Orthodoxie sich verfeinert, ist in Wien in Geltung. Herr E. S. denkt sich dabei, daß diese Agudisten ganz besonders verschlagene Menschen sein müssen, die überall das tun, was ihr augenblicklicher Vorteil erfordert. Ohne Rücksicht auf Prinzipien und speziell ohne Rücksicht auf den Würzburger Raw,!Rabbi S. ß. .Bamberger צ " ל ) der dank seines Gutachtens im Frankfurter Gemeindekampf von allen Gemeindeorthodoxen, losgelöst von allen Gaonim seines Zeitalters, als spezieller Schutzpatron der Gemeindcorthodoxie verehrt wird. Das Verhalten der Agudisten ist am Ende nach E. S. als spezielle Bosheit gegen den Würzburger Raw aufzufassen. Er erklärte seinerzeit den Austritt für Wien geboten, also treten in Wien die Agudisten nicht aus. Hingegen hielt der Würz- ,burger Raw den Austritt in Frankfurt für nicht geboten, also sind die Agudisten die schärfsten Vertreter des Ausdrittes in Frankfurt. Und als ab dies der Bosheit noch nicht genug wäre, erscheinen in Wien die Artikel, bei deren Lektüre man sich in die seligen Gefilde gemeindeorthodoxer Blätter versetzt fühlt, justament ״in der ״Jüdischen Presse", dem Agudaorgan des Herrn Dr. Pinchas K01111, der be k an,1111 i c h ... in der Betonung des separatistisehen. Standpunktes sich nicht genug tun kann." Soweit E. S., der, da er selbst mit zweierlei Maß mißt, diesje Tugend auch bei der Aguda nicht missen will, obwohl ihn gerade die Stellungnahme der ״Jüdischen Presse" stutzig machen sollte. Vielleicht liegt der Fehler gar nicht in der Zwiespältigkeit der Aguda, vielleicht liegt er bloß in dem zweierlei Maß, mit dem E. S. die Dinge bewertet. Vieleicht nur — wie sagt dies nur Herr M. A. Loeb? — vielleicht ist •hier aber nur ein neuerlicher Beweis, •daß hohe Intelligenz ׳und guter Wille (für diese Qualifikation trägt Herr M. A. Loeb die Verantwortung) nicht immer ausreichen; es muß auch ein wenig S a c'h •k e n n t n i s dabei sein. Zjir ,Bereicherung , der. sachlichen Kenntnisse des Herrn E. S. erlauben wir uns auf einige!Dinge hinzuweisen, die ihm so manches erklären dürften. Zunächst danken wir Herrn E. •S. für seinen guten Rat, die Verfassung der Frankfurter Gemeinde als Beispiel zu nehmen. Auch wir halten diese Verfassung für ausgezeichnet. Wir können uns aber diese Verfassung nie ohne die Frankfurter R e 1 i g i 011 s g e s e 11schält .vorstellen. Die Güte dieser Verfassung ist u. E. der Frankfurter R e 1 ig i 0 n s g es e 11 s c h a f -t, dieser unvergleichlichen Schöpfung Samson Rafael Hirschs zu verdanken. Wir gehen noch weiter. Die dauernde Respektierung und etwaige Verbesserung dieser hochgerühmten Frankfurter Verfassung ist unseres Erachtens nur durch die Existenz und das Gedeihen der Hirschschen Religionsgesellschaft gewährleistet. Also, wenn man Wien mit Frankfurt vergleichen darf, wir würden schon gerne die Frankfurter Gemeindeverfassung als Musterbild für die Wiener Kultusgemeinde hinstellen, wenn auch wir hier eine Hirschsche Religionsgesellschaft haben könnten. Leider ist unsere Schiff schul,.die _man in diesem Zusammenhang mit der Hirschschen Reiigionsgesellschaft vergleichen müßte, bei weitem nicht so weit, wie ihr Frankfurter Muster. Sehen Sie, Herr E. S., daß ln Wien weder die Kultusgemelnde noch die Schiffschul annähernd jene von Ihnen so gerühmten religiösen Vorzüge der Frankfurter Gemeindeverfassung oder der Hirschschen Gemeinde besitzt, erklärt sich einzig und allein durch den Umstand, daß ln Wien die Trennung gesetzlich unmöglich ist. Sie glauben selbstverständlich, daß man diese Trennung in Wien ״offenbar überhaupt nicht erreichen will". Diese Ihre Vermutung ist eine Unterstellung, die sich dadurch widerlegt, daß die Adas Jisroel (Schiffschul) wiederholt Schritte!behufs Erlangung des Austrittes imternommen hat, aber mit Rücksicht auf das bestehende österreichische Judengesetz immer ohne Erfolg. Trotz der Härte dieses Gesetzes ist die Wiener S c h i f f s c 11 u 1- Orthodoxie keine Gemeindeorthodoxie ׳im deutschen Sinne. Sie akzeptiert nichts von der Kultusgemeinde. Zu einer Restituierung der Steuern der Schiffschulmitglieder hat die Kultusgemeinde keinen Anlaß, weil sie eben mit Rücksicht auf die Zwangsjacke des Gemeindegesetzes keinen Grund zur Nachgiebigkeit hat. Die S c h i f f s c h u 10 r t h od 0 xiie steht ganz und voll auf dem Standpunkte von Samson Rafael Hirsch s. z. i, dessen tP s a k von den A u t 0 r itäten jener ■Zeit als gaonisch e n t w׳i c׳k e 11 bezeichnet wurde. Aber ׳selbst Rabbiner Barnberger זצ״ל statuierte für Wien die Austrittspflicht. Da man aber in Wien nicht austreten kann, so hat die Orthodox׳ie ihre eigenen Institutionen auf eigene Kosten 1וששווווווו1וו1וווושווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1 SCHONE zu KURRlNILOSEN PREISEN BEI 7: ך H iniiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiifiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 1 WIEN I. | ן Kärntnerstrasse 28 ן 1 BUDAPEST 1 | VACZI UTCA 19 | illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli errichtet und versucht überdies nicht• nu r durch ihre blosse Existenz, sondern auch durch ihre Mitarbeit die religiösen Verhältnisse d e r!K u 11 u s g e m e i n d e leidlicher zu ,gestalten. Hätte Herr E.!S. eine leise Ahnung, wie man einst in Wien um jedes Minjan kämpfen mußte, wie es am Verhandlungstisch ein mitleidiges Lächeln erregte, wenn man um Unterstützung einer Talmud-Thora ansuchte, wie schon die Nennung der Mlkwah als shocking empfunden wurde, so würde er . begreifen, daß man den jetzigen Zustand als einen großen Fortschritt bezeichnen kann. In diesem Punkte sind die Verhältnisse, schon rein psychologisch betrachtet, in Wien und Frankfurt miteinander nicht zu vergleichen. Mögen auch, objektiv genommen, die Rechte der Orthodoxie in der Frankfurter Gemeindeverfassung besser gewährleistet sein als in Wien, so sind sie subjektiv (ein Moment, das ׳in religiösen. Dingen doch eine große Rolle spielt) in Wien unvergleichlich besser. In Frankfurt, wo die Gemeindeorthodoxie so unendlich viel der Austrittsorthodoxiie zu verdanken hat, besteht ein vergiftetes Verhältnis zwischen den beiden Gruppen. Wo sich schuldige Dankbarkeit in Undank verwandelt, muß sich Haß!in die Seelen der Menschen einnisten. In Wien hat die Orthodoxie alles, was sie besitzt, selbständig aus eigenen Kräften geschaffen und erhalten1. Dieses stolze Kraftbewußtsein gibt ihr die Kraft, heute *׳.us einer gesicherten Position, wenn auch ohne staatlich sanktioniertes Austrittsrecht, für die vielen religiösen Juden in Wien, die der Schiffschul nicht angehören, durch die Besserung (׳der Verhältnisse in der ׳Kultus'gemeinde zu sorgen. Ein nicht zu unterschätzender. Unterschied zwischen Frankfurt und Wien liegt in der Stellung der Rabbiner.' Als Rabbiner Nobel זצ״ל gegen die Seiigmannschen Richtlinien׳, dieser Prototyp des antibiblischen Bekenntnisses. Stellung nahm, mußte er. dieser streng fromme Mann und noble Charakter, de- und wehmütig seine Aeußerungen teils zurücknehmen, teils abschwächen. Der Rabbiner der Schiffschul in Wien hat mit der Kultusgemeinde gar nichts gemein. Die Schiffschul hat seinerzeit in hartem Kampfe erreicht, daß der Kultus- Vorstand einem orthodoxen Rabbiner das Recht einräumeh muß, Trauungen zu vollziehen. Das ist in Oesterreich ein staatsgültiger Akt. Herr Oberrabbiner •Fürst ist vollkommen unabhängig von der ׳Gemeinde und bezieht von derselben weder direkt noch indirekt irgend eine Einnahme. Er hat auch das Recht, von dem er ausgiebig Gebrauch macht, von der Kanzel die Angriffe auf den Schulchan Arücli und •die Orthodoxie, die von anderer Kanzel erfolgten, mit Wucht zurückzuweisen. Nach dem Statut aller modernistischen Gemeinden ist der Rabbiner, ein höherer Beamter, während Öberrabbiner Fürst der מולא דאתרא der Herr seiner Gemeinde ist. Sehen Sie, Herr E. S.. an der Hand dieser Unter-׳ schiede werden Sie. nun selbständig weiter forschbri können. Unsere Darlegung ist sicherlich ׳nicht, erschöpfend genug, um eiu genaues Bild über die Verhältnisse in Wien zu geben, doch historische Entwicklungen von Jahrzehnten lassen' sich eben nicht in Schemen wie ״TfehnungsÖrthodoxie" ,und ״Gemeindeorthodöxie“ hineinzwingen. Sie würden selber •darauf gekommen , ,sein, : wenn Säe *eben nicht zweierlei Maß besäßen. Das Maß der Liebe und das Maß •des Hasses. Aber da hat Sie der ׳Haß einmal gründlich irregeführt.. Schon.daß. Sie die ״Jüdische;Presse“ als e.lh Organ des Dr. Pinchas Kohn bezeichnen,; ist ein großer Irrtum., Und an der Kette dieses •Irrtümes ׳konstituieren Sie ein Problem der Aguda. dort, wo von der Aguda :,gar keine Rede sein kann. •Legen Sie das; zweierlei Maß ׳bei Seite und Sie werden die Dinge objektiver und wahrer beurteilen können. ׳ ■■ ־ : ׳■׳. v ~m. Aufruf! '׳"■ Der Vorstand des Badener Waisenhauses wendet sich bittend an die Oeffentfichkeit. ihm bei der;Unterbringung der das Haus verlassenden Waisenkinder behilflich zu sein. Die Waisenkinder werden bei: uns streng i׳m Sinne der Thora erzogen, wir wollen sie zu: Juden und Menschen ׳machen und können dies nur, ,wenn׳ wir von Menschen, denen dje Thora und ihre Gebote heili« sind, unterstützt werden. ‘י Verschaffet unseren Kindern שמר שבח Posten! Kümmert euch um die Zukunft der Waisen; damit sie uns erhalten bleiben ׳und damit unser. Werk.׳das wir -unter den :größten , Opfern aufrecht erhalten. Vollständiges leistet. .. ׳. r s . י, Mitteilungen' sind an das Wäisenliaiis, Baden, ‘Giermergasse 48, zu richten..-; ׳ ■־■•'• '■״ '־ ׳■nui'if—MiHBa—■——B—B—a—a—wma— Jonathan Eibenschütz und seine Gegner. Von Dr. Josef Löwy. III. Mit ׳dem Banne, der im Namen des Gemeinde- Vorstandes am 11. Schebat 5511 (1751) in der großen Synagoge zu Altona ׳über Jakob Emden ausgesprochen wurde, fielen für diesen alle Hemmungen zur Mäßigkeit weg und jetzt gab es für den in seinem ‘Innersten so arg Betroffenen nur den einen Gedanken, den verhaßten Gegner, für •den die Vor- Steher so energisch eingetreten waren, zu demütigen, ihn mit Schimpf und Schande zu bedecken und ihn zu Falle zu bringen. Das war eine Aufgabe, welche die Kräfte auch eines Jakob Emden weit überstieg. Jonathan Eybenschützems Autorität, sein in ganz Mitteleuropa strahlender Ruf als eine der gelehrtesten rabbinischen Autoritäten konnte durch die Handlung eines •einzelnen Mannes nicht leicht erschlittert werden, .und so war sich Emden im Klaren, daß er Bundesgenossen :um sich haben müsse. Zunächst war es sein Schwager Arjeh Löw, der gleich seinem Schwiegervater die Stelle des Rabbiners der deutschen Gemeinde in Amsterdam ׳bekleidete. Durch gründliche talmudische Kenntnisse hatte sein Name einen guten Klang, doch konnte er den Vergleich mit Jonathan Eybenschiitz nicht wagen und seit jeher war er auf den berühmten Mann nicht gut zu sprechen gewesen. Der Amsterdamer Rabbiner hat sich aber durch seine Stellungnahme gegen Eybenschiitz am ׳meisten geschadet, denn er hatte beinahe die Stelle des Oberrabbiners in Prag, die lange genug offen wa׳r, zugesichert erhalten, doch der Anhang des früheren Vorsitzenden des•■-Rabbinatskollegiums, gegen welchen jetzt ,Arjeh Löw so energisch loszog,: war stark genug, seine definitive Wahl zu hintertreiben und so!blieb, er gegen Ezechiel Landau, Rabbiner in Jampol, in der Minorität. An ihn war von seinem Schwager Jakob!Emden •die Aufforderung ergangen, mit allem heiligen Eifer den vermeintlichen Ketzer und Anhänger des falschen Propheten zu entlarven und bald war die Zusage aus Amsterdam an den Schwager zurückgekommen. Der zweite Bundesgenosse,. Rabbi Jakob Josua aus Frankfurt am Main, genannt nach seinem viel gefeierten Werk פגי יהושע war der Vorgänger von Jonathan Eybenschütz in, Metz gewesen, hatte •aber in seiner neuen Gemeinde eine starke Gegnerschaft gegen sich und war gegen den neuen Oberrabbiner an der Stätte seines ehemaligen Wirkungskreises wohl deshalb erbittert, weil dieser es so gut verstanden hatte, sich überall beliebt zu machen und •die Metzer Gemeinde den Wechsel im Oberrabbinat nicht zu bereuen gehabt hatte. Und endlich war es der Nachfolger von Jonatlian Eybenschiitz in Metz, Samuel Hellmann, der das Triumvirat der Gegner des Oberrabbiners der drei vereinigten Gemeinden vervollständigte. Der letzte der Gegner kann als der der Person nach unbedeutendste, gleichzeitig aber auch der rücksichtsloseste unter ihnen bezeichnet werden. Er fing Amulette von Eybenschiitz, die aus •der Zeit seiner Wirksamkeit in Metz stammten, auf, ließ sie kopieren und legalisieren, und diese Kameoth bilden auch das eigentliche Corpus delicti in dem Kampfe. Allerdings sollen sich .׳die Gemeihdeschreiber darüber:' beschwert haben, daß sie bei der Legalisierung‘ unter 1einem Druck standen, so daß sie gezwungen ,die Echtheit׳ dieser Kopien׳ als gleichlautend mit dem Original nur mit Widerstreben bestätigten. ׳Es muß jedoch hervorgehoben werden, daß diese Hauptgegner •Jonathans, ebenso wie Jakob ׳Emden, aus einem ganz reinen Motiv handelten und in ihrem Eifer, ׳das vermeintlich Schlechte zu entfernen und die böse Saat Sabbathai Zewis auszureißen, an ihre ihnen heilig erscheinende Aufgabe gingen. Sie waren persönlich von: der Schuld Jonathans überzeugt und sie setzten ihre ganze Kraft darein, den'äußerlich frommen, in seinem Innern jedoch ganz den Sabbathianern verfallenen ׳Doppelgänger unschädlich zu machen. Je mehr sie ׳bei dem Vorstand und bei den Behörden Widerstand fanden, desto eifriger wurden ihre Bemühungen. Zunächst war es der Vorstand der drei Gemeinden, an welchen Briefe von den Rabbinern von Metz und Lothringen mit .einer Beilage, von fünf ״beglaubigten" Amuletten eintrafen. Dann war es der Amsterdamer Rabbiner, der beim Gemeindevorstand über ungebührliches Verhalten gegen seinen Schwager Klage führte. Aber die Dinge nahmen noch einen weiteren Verlauf, indem sich Emden mit Sendschreiben an fremde Gemeinden wandte. Das steigerte die ׳Erregung und Erbitterung gegen ihn in Altona dermaßen, daß er für sein Leben fürchten mußte, und zur Nachtzeit heimlich aus Altona zu seinem Schwager flüchtete. Dort blieb er 15 Monate und verfaßte den תורת הקנאות eine umfangreiche Kampfschrift gegen den Sabbathianismus, seine Anhänger, die in Europa tätigen Emissäre, ein Namensverzeichnis sämtlicher in Böhmen und

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