Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sefce 5b JÜDISCHE PRESSE Nr. 8 Nachrichten 0 Zur Beachtung I Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זסן הדלקח הנר ערמצש nach den מנהג ותקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim" zur Verfiigung gestellt. "התאחדות יראים" ורינה ״Viltachduth Jereim1* Vereinigung Tboraeesetzestreuer Juden in Wien II., Hein^strasse 30, T. 16. ב״ה. סרשה תרומה זמן הדלקה הנר עש״ק שעה 5 עם 18 מיעט. זמן שייעת החסה עשיק שעה 5 עם 31 מיעט. זמן הדלקה הנר מוצש״ק שעה 6 עם 30 מיעט Hilfe für das orthodoxe Schulwerk in Erez Jisroel? Angesichts der Notlage, in der sich das palästinensisebe Schulwerk befindet, hat der G. A. der Agudas Jisroel sowie die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel beschlossen, im Monat Adar eine besondere Aktion in allen Ländern durchzuführen. Wie wir hören, soll in allen orthodoxen Bethäusern Wiens am זכור ID ש״ק beim Thoraaufruf f.ür das Schulwerk in א״י gespendet werden und es ist zu: hoffen, daß die Wiener Orthodoxie ihren Teil zur Erhaltung der Schüler beitragen wird. Palästinaweine. In Palästina pflanzen heute wieder jüdische Bauern Weinstöcke und keltern jüdische Küfer Wein• Es ist ein Gebot im Judentum, nur von Juden bearbeiteten Wein zu trinken» denn jede Handreichung für ihn soll im Hinblick auf das Sittengesetz der jüdischen Religion geschehen» und im Bewußtsein dieses Gesetzes soll er genossen werden. Heute sollte es überall in der Judenheit Brauch werden» den Wein der jüdischen Kolonien Palästinas zu trinken. Es geschieht damit eine religiös und sittlich erzieherische Tat, und man unterstützt die Pioniere einer jüdischen Zukunft, ohne ihnen zu schenken: im Gegenteil: man macht sich ein Geschenk. Dieser Wein ist nämlieh auch in Nährwert, Würze und Blume der beste der Weine. So bescheinigt der bekannte Chemiker Dr. Bischoff in Berlin: von dem Wein der großen Rothschildschen Kellereien in Rischon־le־Zion: Der Süßwein ist dem Portwein ähnlich, aber reicher an Extrakt als dieser. Der Rotwein Medoc korrespondiert mit einem Bordeauxwein» seine Reinheit ist garantiert. Die eisenhaltigen Bestandteile dieses Weines sind bemerkenswert. Der rote Tafelwein ist ein reiner Naturwein; er korrespondiert mit dem französischen Rotwein und ist gleichfalls von bemerkens׳- wertem Eisengehalt. Der Weißwein ist ein ausgezeichneter Wein und unterscheidet sich nicht von einem Rheinwein. Er ist ganz besonders bemerkenswert. Wie dieses Urteil, lauten alle fachmännischen Urteile. So gesellt sich zu der jüdischen Pflicht das individuelle Interesse und empfiehlt gleichfalls, zu Seder .und 1 zu Kiddusch Palästina-Wein zu kredenzen. Es ist erfreulich, daß nun die Rotschild’schen Kellereien auch in Wien eine Niederlage errichtet haben. (Siehe auch die diesbezügliche Annonce des Herrn Gustav Wilder in unserer heutigen Nummer. Namensmißbrauch. In letzter Zeit hat man es für gut befunden, durch die Anführung des Namens der Firma Othrnar Schiff, DamenfrisJersalon. I., Kärntner ring 6. in der Ankündigung, einer Neugründung die Aufmerksamkeit der Damen auf diese Neugründung zu lenken. Hiezu teilt Herr Othrnar Schiff mit. daß sich im Laufe der Jahre viele seiner Gehilfen selbständig gemacht haben, und zwar auf Grund der Kenntnisse, die sie bei ihm erworben haben. Die Firma Othrnar Schiff hat aber seit fast 20 Jahren trotzdem stets ihren weltbekannten Ru!f beibehalten und ist immer wieder größer geworden. Niemandem ist aber bisher eingefallen, sich als die ״beste K r a f t“ der Firma Othrnar Schiff zu erklären, denn bei einem vielfach wechselnden, international gehaltenen Personal von durchschnittlich 40 bis 50 Arbeitskräften kann von ״bester Kraft“ keine Rede sein, denn bei solehern Umfang des Geschäftes müssen wohl alle Angestellten gleich gut ausgebildet sein. Und letzten Endes kommt es ja doch hauptsächlich auf die Art der Leitung an, und diese ist nach wie vor in den Händen des weltbekannten Meisters Othrnar Schiff. Ein Jugendreferat des G. A. der A. J, Wie n. (J. U.) ln vorläufiger Ausführung eines Beschlusses der Berliner Zentralratssitzung hat der Geschäftsführende Ausschuß der A. J. in Wien unter Leitung des Herrn Dr. Pinchas Kohn ein Jugendreferat errichtet. Chewra Kadischa L Montag den 27. d., halb 7 Uhr abends (Vorabend des אדר *N findet im Gemeindeternpel, Wien, 1״ Seitenstettengasse 2. eine Gedächtnisfeier für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder statt. פ;£ jüStfcvs Kiivb in öiejüiisclje Schule föoflZs uffiaiLptscftuIe.fiirfinalen, HtndWädcßjm,mit0fenj^ufiMisre(fy. 11. Ulatzgasse /< f Das renovierte Wanderhelm der Agudas Jisroel, XX., Nordwestbahnstraße 77, wird anfangs nächster Woche wieder eröffnet. Aufnahmen erfolgen in der Agudas-Jisroel- Jugendgruppe, IL, Floßgasse 1, jeden Abend von 7 bis 9 Uhr. Moritz Lazar זצ״ל. . Donnerstag, den 25. Schewat verschied im Alter von 76 Jahren Herr Moritz Lazar, eine markante Persönlichkeit der Wiener Orthodoxie. Herr M. Lazar stammte aus Papa und übersiedelte ungefähr vor 50 Jahren nach Wien, wo er die erste moderne, streng koschere Selchwarenfabrik begründete. Nebst seinem Geschäfte brachte der Verblichene viel Interesse allen Problemen des Wiener thoratreuen Judentums entgegen. Er war die Seele der orthodoxen Bestrebungen ln der Brigittenau, wo er als Vorstandsmitglied des Bethausvereines B’ne Brith einen großen Einfluß besaß. Er war auch ein treues Mitglied der. Schi ff ■sch ■ul, wohin er allsabbatlich trotz des weiten Weges zum G-ttesdienst kam. Seine Bestattung, die am Freitag stattfand, war eine imposante Kundgebung der Trauer und der Teilnahme der Wiener Judenschaft. Im Trauerhause sprachen im Namen des Rabbinates der Schiffschul, das auch durch R. J. Baumgarten vertreten war, Rabbi M. Fleischmann, ferner die Herren Rabbiner Schenk, Bened i k t, Blech und im Namen des Bethausvereines B’ne Brith Vorsteher W. Tuchmann ergreifende Worte des Gedenkens. Ein Zwischenfall während der Nuriierus-clausus- Debatte im ungarischen Parlament. (JTA.) Als Im Abgeordnetenhause ein christlichsozialer Redner in der Numerus-cIausus-Debatte die Be- . hauptung aufstelilte, der Rassencharkter des Judentums komme auch in seiner Konfession zum Ausdruck, rief der Redakteur des jüdischen Wochenblattes ״Egyeniözeg“, Ludwig Szabo'lcsi, von der Journalistentriibüne aus, wo er ohne Eintrittskarte erschienen war, dem demokratischen Abgeordneten laut zu: ״Das ist unrichtig! Man kann von der jüdischen Konfession auch übertreten.“ Da die Journalisten zum Stillschweigen verpflichtet sind, wurde Szabolcsi vom Präsidenten zum Verlassen der Journalistentrihüne aufgefordert und zur Legitimierung in die Qu äs tu r geführt. Nachdem er wegen seines Benehmens schriftlich um Entschuldigung gebeten hatte, wurde von einem weiteren Verfahren gegen ihn Abstand genommen. Da j׳cdoch festgestellt wurde, daß er unrechtmäßig im Hause erschienen war, wurde er auf die Dauer von sechs Monaten aus dem Äbgeordnetenhause ausgewiesen. Aguda-Versammlung in Leipzig. Leipzig. (J. U.) Sonntag, den 12. Februar fand im hiesigen Künstlerhaus eine große Versammlung des Agudas-Jisroel statt. Als Redner hatte die Gruppe Herrn Dr. Ehrmann (Frankfurt) gewonnen. Nach Eröffnung der Versammlung durch Dr. Hallemann ergriff Herr Dr. Ehrmann das Wort zu seinem Referate: ״Der gegenwärtige Stand der Agudas Jisroel“. Der Referent führte aus. daß das schwierigste Problem der Agudas Jisroel sämtliche Schattierungen im Judentum unter eine Fahne zu bringen, durch die erste Kenessio Gedaulo gelöst wurde. Seit dieser Zeit ist die Aguda im Steigen begriffen. Die letzten polnischen Sejmwahlen ergaben zirka 60 Prozent der Stimmen für die Aguda. In Amerika, wo die Aguda noch Großes zu leisten hat, est es gelungen, Fuß zu fassen. Orts- und Jugendgruppen in verschiedensten Städten sind bereits gegründet. Als Hauptfortschritt der Aguda in den letzten Jahren ist die Beis Jakob-Bewegung in Polen zu buchen. In Deutschland selbst hat die Aguda den Kampf gegen das Amhoarazzes aufgenommen. In verschiedenen Städten hat der Keren-Hathora Talmud-Thoras gegründet. Diese zu vergrößern, neue zu schaffen, Jeschibos zu gründen, das ist unsere Aufgabe. Das jüdische Volk ohne Thora ist wie ein Körper ohne Seele. In dieser Richtung ist auch unter Führung der Agudas Jisroel die orthodoxe Gemeinde gegründet worden und sämtliche Rabbiner, einshließlich des Rabbinats von Kuk (außer Knk selbst) haben zum Austritt aus dem Waad-Leumi aufgefordert. Die Ausführungen des Redners wurden unter großem Beifall aufgenommen. Mit Dankesworten des Vorsitzenden wurde der woh’lgelungene Abend geschlossen. Fürth i. B. Am Sonntag, den 12. Februar, sprach hier im Saale des Berolzheimerianums Herr Rechtsanwalt Dr. Isaac Breuer, Frankfurt, über ״Natur und Schöpfung“. Der Name des Referenten, durch seine Schriften weit über die Reihen der Orthodoxie hinaus bekannt, hatte eine — hier noch kaum erreichte — Zuhörerschaft von vierhundert Personen 'angelockt, die alle voll und ganz auf ihre Rechnung kamen. In formvollendeter und klarer Weise führte uns der Redner auf das Gebiet der Religionsphilosophie, in die nieversiegende Debatte über den Kampf zwischen dem Glauben una der Wissenschaft. Unter Abweisung aller möglichen und unmöglichen Auslegungen zeigte er den Unterschied zwischen Schöpfung einerseits^ flillllllllllllllllllllllllllllllll ן Angelegenheiten | Kauf * Verkauf | Verwaltung §j Belehnung ~ betreffend Häuser *Villen Güter wendet man sich vertrauensvoll an die Realii&ien-und Verwaltungjkanzlet I Dr.jur.Marem Somer | fl Wien, IX. Währing er strafe 3 j S Telephone: A 20-4«47 » 15-506 1 i-n RI Statt Karten A. D. Feuer u. Frau Frau Berta Lipschitz Wien Deutsch-Kreuz zeigen hiemit an. daß die Vermahlung ihrer Kinder שויבא ת״י und ארי, צבי נ״י am Mittwoch, den 29. Februar 1928, um 4 Uhr ד׳ פ׳ ת צו ה, ח׳ לחרש אדר הבע״ל im Hofe, 11״ Malzgasse 2. stattfindet. Telegrammadresse: Feuer, IL, Malzgasse 2. dem ג für uns unverkennbaren Beginn, da nur das Wort Gottes unmittelbar alles Entstehen des Kosmos lenkte, und andererseits dem dann von Gott in die Welt gesetzten Kausalnexus, der Natur, die nun allein durch Ursache und Wirkung den Lauf des Weltalls regelt. Zum Begriff der Schöpfung gehört auch der des Wunders, zu dem der Natur aber keineswegs die notwendige Geburidenheit des Menschen in seinen Handlungen. Hatten wir bisher von der Tatschöpfung Gottes gehört, so führte uns der Redner nun auf dias Gebiet der göttlichen Wortschöpfung. Ebenso wie die Welt durch zehn Aussprüche Gottes aus dem Nichts entstand, ebenso wie ausschließlich diese zehn Worte die Schöpfung vollzogen, ehe sie von dem Schleier der Natur umwoben wurde, ebenso sind die zehn Gebote und unsere ganze heilige Lehre uns gegeben worden, um nunmehr innerhalb der natürlichen Ursache und Wirkung die Schöpfung Gottes folgerichtig fortzusetzen. Als drittes Glied in dieser Kette kamen wir nunmehr an die W i 11 e n s s c h ö p f u n g Gottes. Diese offenbart sich in der Geschichte und es ist kein Zweifel, daß wir auch auf dem Wege über die Geschichte zu Gott gelangen müssen, wenn wir dieselbe nur mit den rechten Augen betrachten. "־' So baut sich auf dem Zusammenhang aller dieser Dinge die Weltanschauung eines echten Juden auf. Da die Maßstäbe des Verstandes hierfür zu gering sind, kann keine Wissenschaft es beweisen, keine aber auch jemals ad absurdum führen: Die Tatschöpfung Gottes als den Beginn des Weltalls. Unsere Aufgabe ist es, auch im jetzigen natürlichen Geschehen göttliche Schöpfung weiter erstehen zu lassen durch die pünktliche Erfüllung aller unserer Gebote. Betrachten wir die Geschichte mit den rechten Augen, so wird gerade sie uns auf diesem Weg führen, denn sie zeigt uns die Entstehung und Erhaltung des jüdischen Volkes als eine Familie zur Heiligung des göttlichen Namens. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag hatten wir noch die Freude, uns — einer liebenswürdigen Einladung Folge leistend.— in kleinerem Kreis mit Herrn Dr. Breuer bis zwei Uhr nachts über weltanschauliche und politische Fragen zu unterhalten. B. Dr. Pinchas Kohn in Erez Jisroel eingetroffen. (Telegramm unseres Korrespondenten.) Dr. Pinchas Kohn, der Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses der Aguda in Wien ist Mittwoch nach guter Reise in Jerusalem wohlbehalten eingetroffen. An der Landesgrenze empfing ihn der Leiter des Zentralbureaus der Aguda Rabbiner Moses Blau und informierte ihn über den gegenwärtigen Stand der Austrittsbewegung. Abends fand ein großer öffentlicher Empafng zu Ehren von Dr. Kohn statt. Die Frage der Zwangssabbatruhe in Palästina. — Das Jaffaer Distriktsgericht entscheidet gegen den Tel« Awiwer Stadtrat. (J'IA.) Der Magistrat von 'Tel-Awhv hatte vor kurzem einem gewissen Altschuler eine Geldstrafe von 2 Pfund Sterling zudiktiert, weil er der Ver- Ordnung des Stadtrates von Tel-Awiw, daß die Geschäftsläden an den Sabbat- und jüdischen Festtagen geschlossen zu halten sind, zuwiderhandelte und seinen Laden an einem Saibibattag offenhielt. Die erwähnte Verordnung des Stadtrates fand übrigens die formale Billigung des Oberkomm iss ärs- Altschuler führte Beschwerde bei dem Distriktsgericht zu Jaffa. Sein Rechtsibeistand wies darauf hin, daß die Verordnung des Tel-Awiwer Stadtrates in Widerspruch zu Artikel 15 des Palästina-Mandates steht, wonach allen Einwohnern Palästinas־ vollste Gewissensfreiheit zugesichert wird. Die Tel-Awiwer Verordnung mache zudem einen Unterschied zwischen den Einwohnern des Landes, indem sie sich einzig gegen Juden richtet. Das Jaffaer Distriktsgericht schloß sich dieser Argumentation an und annullierte das GeidstrafenurteiJ des Magistrates von Tel-Awiw. (Dieses Urteil hat im konservativen Teil des Jischubs peinlichstes Aufsehen gemacht Während der Verhandlung wollte der Vertreter des Tel-Awiwer Magistrats durch Annullierung der Zwei-Pfund-Strafe den Prozeß aus der Welt schaffen. Aber der Advokat des Klägers — Cohen — ein bekannter Zionist, erklärte, es müsse dem Sabbat der Prozeß gemacht werden und nahm das Anbot des Magistrats nicht an. — Die Red.) Vollkonzession für koscher Gastgewerbe, samt geräumiger Wohnung, in Hauptstadt des Burgenlandes. Pacht oder Verkauf. Unter ״Zukunftsposten“. Fräulein aus streng religiösem Hause, mit guten Kochkenntnissen sucht Posten in einem kleineren Haushalte. Zuschriften erbeten unter ״Verläßlich“ an die Wiener Administration des Blattes. __ MÄDCHEN, welches kochen kann und kinderliebend ist, wird fiir Vormittage in der Küche, nachmittags zu öjährigem Mäderl aufgenommen. Vorzustellen bei Hilde Bondy, Wien, II.. Taborstraße 7, Tür 23, A. J. Mädchengruppe, Wien m VORANZEIGE! m I Sonntag, den 11. März 1928 findet eine II I MIM UmrnU 1 1 im Fettsaale des Elisabeth-Heimes statt 1 Auskümte bei Frl. Stella Richter, II.,! ranzHochedlinger- ' gasse 2/12. Telephon 41-7 65 ^99999999994