Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 JÜDISCHE PRESSE Seite 57 Nachruf, welcher zum Zeichen der Trauer vort der Ver- Sammlung stehend angehört wurde? Nach Eingang in die Tagesordnung. begrüßte!der Vorsitzende den Vertreter der israel. Kuiiusgemeinde Wien, Herrn Kommerzialrat Buchwald und den Vertreter der Adas Jisroel Sphiffschul, Herrn Berthold 'S t r o h. Den Tätigkeitsbericht erstattete Schriftführer Artur Kr einer. Er schilderte die Lage des Vereines vor drei Jahren, da der Verein einen aufreibenden Kampf um die Erhaltung des Bethauses führen mußte. Es ist m. G. H. doch gelungen, nicht nur die Schuld von S 10.000 bis auf S 1000 abzutragen, sondern auch noch verschiedene neue Institutionen zu schaffen. ״In unserem Vereine wird jetzt“, führte der Redner aus. ״eine Talmud-Thora-Schule erhalten, wie auch vom Vereinsrabbiner, Sr. Ehrwtirden Herrn Rabb. W e i ß täglich Schiurim abgehalten werden. Den Bericht der R 6 v isoreti erstattete Herr Ignaz Weiß. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen und dem Vorstande das Absolutoriuin erteilt. Hienach ergriff Herr Komerzialrat B u g hwald als Vertreter der israel. Kultusgemeinde das Wort. Er sprach seine Anerkennung für die vom Vorstände ge# leistete Arbeit aus und versprach bei der Kultusgemeinde fiir die Forderungen des Vereines nach besten Kräften Eintreten zu wollen. Herr Stroh gab seiner Bewunderung über das in diesem Verein Geleistete Ausdruck und rühmte den echt jüdischen Geist, in welchem die Institutionen des Vereines geführt werden. Herr Medizinalrat Dr. Neumann gab dem Danke der Mitglieder dem Vorstände gegenüber Ausdruck Dann wurde zur Wahl geschritten. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: J. Mayer Amschel, Eduard Kreiner, Artur Kreiner, Leopold Kreisler. Siegmutid LÖwinger, Jakob Schärfer, Emanuel Schulz. Max Steiner, Ignaz Teuber, Emanuel Weiß. Ignaz Weiß. Leopold Wechsler, Mayer Wühl, Isidor Winkler. Isidor Weinberser. Die Einweihung des Beth-Hainidrascfi. Abends um 7 Uhr erfolgte die Einweihung der neuadaptierten Räume, die als Beth -Hamidrasch, Talm u d - Tbora-Sc h ule und als Sitzungssaal dienen sollen. In Vertretung der Kultusgemeinde waren die beiden Vizepräsidenten Dr. O r n s t e i n und Dr. L öwertherz erschienen, ferner Herr Dr. Hof bau er von der Union, Herr Fe Isenburg von der Stumperschul, Herr Bernhard Hofbauer (Lazzenhof). Herr David Doh a n, Vorstand der israel. Kultusgemeinde. Herr Bernhard in Vertretung des Turnertempels und der Bezirkskommission Chesed schel Emes, Cliewra Kadischa XV. Bezirk und andere mehr. Der Eipweilmngsakt begann mit dem Vortrage des 30. Psalms, wobei Oberkantor E i n•? h 0 r n sein Bestes leistete. Nachdem der Vereinsobmann die Ehrengäste, besonders den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde begrüßt hatte, ergriff der Vereinsrabbiner Sr. Ehrwiirden Herr Rabbiner Aron Weiß das Wort. In einer meisterhaft gehaltenen Festrede würdigte er die historische Bedeutung des Beth-Hamidrascb und richtete die Mahnung an die Versammelten, sich mehr als bisher dem Thorastudium zu widmen. Herr Vizepräsident Dr. O r nstein würdigte ebenfalls in hervorragender Weise die Bedeutung der jüdischen Lehre und des jüdischen Lehrhauses, deren Bedeutung in einer Großstadt heutzutage höher eingeschätzt werden muß, als in früheren Zeiten. Herr Vizepräsident Dr. Löwenherz sprach im selben Sinne. Er hob die Bedeutung der Frau bei der Erziehung der Kinder hervor, und gab das feierliche Versprechen, daß die Gemeinde den Bethausverein in seiner erzieherischen Aufbauarbeit nach Kräften unterstützen wird. Herr Medjzinalrat Dr. N e u m a n n sprach im Namen der Mitgli&der Dank und Anerkennung fjir den Vorstand aus. Herr Gärtner errang durch seinen humoristischen Vortrag grqßen Beifall. Herr K a s t ח e r und Herr Schwarz, die nachher zu Worte kamen, richteten an die Mitglieder die Bitte, in ihrer Opferfreudigkeit nicht zu erlahmen, Herr Artur Kreiner dankte dem Vereinsrabbiner für seine unermtidliche Tätigkeit im Dienste der Thora. Herr Kultus•? Vorsteher David D 0 h a n und Herr Barer schilderten in trefflichen Worten die Bedeutung des Tages. Herr Oberkantor Einhorn und Kantor Schwarz sorgten mit ihren gesanglichen Vorträgen fiir eine gute Stimmung. Um das Zustandekommen des Banketts machten sich die Damen des Ausschusses der neuffegriindeten Sektion des Frauen•? Vereines verdient, und zwar insbesondere die Damen Frau Rabbiner Weiß, Frau Schulz und die Präsidentin der Sektjon Fräu Steiner, Frau Weinberger und Frau Fannl Weiß. Vereinsobmann E. Weiß dankte in herzlichen Worten den Damen für ihre treffliche Arbeit. Um das Zustandekommen des neuen Öeth-Hamidrasch haben die Herren E. Weiß und E. Schulz, tim das Gelingen des Festes Herr Leopold Wechsler. E. Kleiner und M. W׳uhl sich verdient gemacht. _.__ A. K. Der siebente Adar. Der Todestag unseres großen Lehrers Moses gilt dem pietätsvolien Gedenken jener lm taufe des Jahres dahingeschiedenen treuen Jünger Mosche Rabenus, die seine Thora hochgehalten, entwickelt, gelehrt und Ins Leben umgesetzt haben. Im vergangenen Jahr hat der Tod eine überaus reiche Ernte auf den? Gefilde der Thora gehalten. Es gingen von uns הרבנים הנאינים 1צדקים ז״ל Jeruelüm Fische! Arak, Wien (Jerzezana): Josef A. Buttenwieser, Straßburg; Dr. Emanuel C a r 1 e h a c h. Köln a. R11.; Oberrabbiner Mordechai Frledmanu, Berettyujfahi; Scholem Josef Friedmann, Mielitz; Rabbi Freifeld, Sireth; Elia Meir Feiwejsohn, Kupiscbak; Rabbi Abraham Josef Grün wald, Uzhorod (Ungvar); Mordechai Just mann, Lodz; Rabbi Moses Kretsch, Eisenstadt; Mendel Kohcp, Kairo; Dr. Gabriel Lö\yy, Lewoeza, Slow.; Mordechai Reinitz, Nagypajad; Nathan David R a b b i n 0 w i t z, Lodz; David Beer Rosenberg, Sfcrykow; Jizchok Tobia Ru'b •in, Neusandec; Rabbi Gedalje Sch melke, Pnzemys!; Abraham Sie- .benberg, Warschau; Joel Seherin, Koretz; Rabbi Jakob Meir Wald, Klausenburg; Salomo» Zobel, Boskowitz; Rabbi Jecliiel H e r s c 11 k o wi t z, Budapest. . &־ Am Dienstag, dem Vorabend des 7• Adar, um viertel 6 Uhr abends, wird, wie alljährlich,!im Bethaus der Adas Jisroel (Schiffschul), J1L, Große Schiffgasse 8, für die im abgelaufenen Jahre heimgegangenen גף ן׳י׳ע von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner S. Fürst ein הספד abgehalten. Spendet für den Jisros , Wian, II., Nesiroygasse 11 m₪m₪₪Bsm einer Tasse koscheren Kaffees bedingt keine erhöhten Ausgaben, wenn bei der Zubereitung ein Wink beachtet wird, der zur Verbilligung führt, ohne den Oeschmack diese« Getränkes zu beeinträchtigen. Jeder Kaffee — auch die teuren Sorten י׳— verlangt zur Vollendung eine kleine . Bei- =־=־ gäbe von ־=== Verlässliche koschere Kaffeewilrze Schutzmarke 3 ״Kaffeemühla“ Unter Aufsicht un9eres Oberrabbjnates erzeugtes, mit Wasserkraft gemahlenes so Iapge der Vorrat reicht, erhältlich bei der Orth. isr. Kuliusgemeliule, Szombathefy, Ungarn Wasserkraft gemahlenes Agudas Jjsroel Jngendgr»ppe. Wien. H«, Floßgasse 1 EINLADUNG zu •der am Montag, den 5. März 1928. um 8 Uhr abends jm Festsaale des ״Bayrischer Hof“, II,, Obere Augartenstraße 5, stattfimdenden; , . . PURIMVERANSTALTUNG 1 mit erstklassigem Programm• Karten (Damen und Herren) sind allabendlich• von 6 bis 10 Uhr im Lokale der Jugendgrupp.e zu haben? Telephon 45-7-21 Keine Abendkassa! Telephon 45-7-21 Bin Abend ununterbrochenen Lachens! 'Bitte Karten sichern! ÜÜ IftMi ״Religion oder Illusion“ von Medizinalrat Dr. H e i nrieh Haase. Verlag von Moritz Perles. Wien, 1״ Seilergasse 4. Preis S 1.60 zugunsten des Merqres- Waisenhauses. — Der Autor setzt sich mit dem jüngsten Buche von Professor S i •g m. Freaid auseinander, das unter dem Titel ״Die Zukunft einer 111 u s i 0 n“ das Bekenntnis dieses berühmten Seelenforschers zum Atheismus enthält. Von jeher galt als eines der schwierigsten Probleme für den ■denkenden Menschen die Religion mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Man ist zumeist diesem Problem ausgewichen, indem man!blaß den Gegensatz von Wissenschaft und Religion aufzeigt und unterstreicht. Das tut auch Freud, indem er sein Geisteskind, die Psychoanalyse, dazu ausiiützt. In Kürze lautet seine Beweisführung: Der Mensch macht in der Kindheit Neurosen durch, die er überwinden muß —ל die Religionen stammen aus der Kindheit der Menschheit und sind (Zwangs-)Neurosen. die heute, wo die Menschelt sq reif geworden, überwunden werden müssen. Daher verlaugt er statt der religiösen, eine Erziehung zur ״Realität" und will an die Stelle der Religion den ״Primat des Intellekts“ setzen. Für Zeitgenossen ist es schwierig, den wahren Geist ihrer Zeit richtig zu beurteilen. Im Jahre 1922 hat O swald Spengler im II. Bande seines Werkes ״U n t e rgang des Abendlandes" unsere Zeit für reif erklärt, eine ״zweite Religiosität“ anzunehmen, die nur anders erlebt und ansgedrückt, wieder den Bestand der ersten und frühen enthält. ״Weil: Die mechanische Weltauschauung ihren Gipfelpunkt, überschritten hat und das Problematische aller Wissenschaft zum Bewußtsein gekommen ist.“ Freud hält uns mit fünf Jahren später reif, die Religion abzuschaffen und ejen Intellekt herrschen zu lassen. Halb- und oberflächlich Gebildete — an Zahl den. wahrhaft Gebildeten weit überlegen — sind nuv zu leicht geneigt, Ansichten geistiger Kapazitäten, wenn auch n u r durch höchste Leistungen auf Spezial gebieten zu Berühmtheit gelangt, kritiklos für ausgemachte Wahrhelfen ■hin- und anzunehmen, Bestand bei Vielen heutzutage die Sehnsucht, aus dem religiösen Indifferentismus nerauszukommen, so scheint ein Buch ejnes Freud in hohem Maße geeignet, diesen zu bestärken. Es war also nötig, seiner Ansicht entgegenzutreten und seine Argumente zu widerlegen. Bei seiner Auseinandersetzung rpit ihm beginnt Dr. Haase damit, daß Freud, wenn auch zu wenig, so doch betont, daß er sich bloß auf die euro^ Päisch-chris tliehe Kultur bezieht, der die Versprechungen der Religion nicht mehr glaubwürdig genug er־! scheinen, zumeist wohl, weil das Dogma(» sähe pach ihm eine Absurdität ist, ״welche die Kritik he“rausfprdern muß und nur von Denkschwachen ohne Widerspruch an* genommen werden kann“. Wäre Freud nicht, wie er bekennt, ohne Religion erzogen worden, so wäre er als Jude mit der jüdischen Religion näher bekannt gewor? den, die weder in ihrem Gesetz, noch in ihren sittlichen Vorschriften mit den Denkgesetzen in Widerspruch steht. Sie ist für ihre wahren .Bekenner eine praktische Wissenschaft geworden, in welcher der Weg zum Ueberirdischen durch die weite Strecke des Irdischen führt. ,Das ״Alte T es tam e n t“ erhebt die Forderung: Ihr sollt ein Volk von Priestern sein, ein heiliges Volk, die Kant dahin formuliert, daß Jedermann sein eigener Priester sein soll. Freuds Vorwurf, daß eine allgemeine sittliche Besserung •der Welt durch Religion bisher nicht erzielt worden, begegnet Dr. Haase eben mit der Fest•! Stellung, daß die Menschheit dieser Forderung, daß nämlieh •die Religion den Lebensinhalt ausmachen, es durchdringen und umspannen muß, nicht entsprochen hat, und daß nur deshalb der Absturz in die sittliche Verwahrlosung, w׳je sie der Weltkrieg aufzeigte, erfolgen konnte. Schon Spengler hat die Problematik aller Wissenschaft dargelegt und daß sich auch die exakten Naturwissenschäften nur einer Illusion hingeben, wenn sie meinen, mit Worten wie ״Kraft“, ״Raum“ 11. a. objektive F a k ta, an sich seiende, konkrete Einheiten festzustelien. Nach ihm gibt es keine Naturwissenschaft ohne vorausgegangene Religion. Wohl wissen unsere fünf Sinne tatsächlich nichts von Gott, auch nichts von der Seele. Nur unser Gewissen, unser gesunder Menschenverstand und die große Mehrzahl führender Denker stimmen mit dem biblischen Axiom der Existenz Gottes überein. Nun wendet sich Dr. Haase zur Widerlegung des Hatiptangrifes der Philosophie, welche sich gegen die Annahme eines persönlichen Gottes richtet, wie Fichte, Hegel und S p i n 0t*z a. Der Atheismus wird mit einem hübschen Gleichnis r 1 u e g e 1 s mit Hilfe des gesunden Menschenverstandes abgetan. Dem Zwang der religiösen Gebote und Üebu11׳gen wird bloß der Wert eines Schlagwortes zugeibiiligt, da es dpeh im Gegensatz dazu heißt, ״der Glaube macht selig“, und weil auch alle erhabenen Sittengesetze eben als Gesetze gelten. Die ״Freude an der f!-qmtuen Handlung“ zeigt auch nichts von einem lästigen Zwange. Die Religion als Mensc'hheits- Problem steht zu hoch, als daß es gestattet wäre, diese erhabenste Konzeption des Geistes in den Dunstkreis alltäglicher Erscheinungen herabzuziehen, wie Freud es tut. Es fä‘l|t nach Simmel der heutigen Welt, der das Natürliche vielleicht gar zu ״natürlich“ geworden, schwieriger als jeder früheren, Religion zu finden, darum '־'her gerade braucht sic sie ur» so nötiger. ״Handwörterbuch für Politik und Wirtschaft der Gegenwart“, von Regierungsrat J. Kreppe!. Lieferung 3: Außenpolitik. — Bankeil. Verlag ״Das Buch“, Wien, 1., 'Postamt 9(22, Preis per Lieferung M. 3, Subskriptions-!preis für das ganze Werk (20 Lieferungen in 2 Leinenbänden) M35 ׳. — Die vorliegende Lieferung 3 des großangelegten Handwörterbuches reiht sich den ersten zwei würdig an. Es bringt zunächst den Schluß des Artikels ״Außenpolitik•‘, außerdem die größeren Aufsätze: Australi׳en, Ausweisungen, Autonomie, Baden, Bagdadbahn, Baifonr-Deklaraiipn, Eafkain, Banat, Baltische Staaten, eine Reihe zeitgenössischer Biographien usw. Den Schluß bildet der große, einige Bogen umfassende Artikel ״Banken“. der in übersichtlicher Form eine eingehende Darstelluing des Bankwesens in allen Ländern bringt, samt •zahlreichen Tabellen, Ausweisen, historischen Daten und detaillierten Ziffern über Kapital, Reserven, Depositen und Geschäfte der führenden Institute,' ihre Verflechtung׳ mit den! internationalen Kapital us׳w. Einige Karten und Porträts ergänzen den reichen und interessanten Inhalt. Das ״Handwörterbuch“ befaßt sich auch ausführlich mit •allen jüdischen Fragen und dient zugleich als Lexikon für das Judentum der Gegenwart. ״Bas Zelt“, Zeitschrift für die jüdische ־Jugend. Feibruar 1928, 2. Heft, Verlag B. Heller, München. Herausgegeben yor1 Dr. A. Beller und Dr. J. Seide unter Mit- Wirkung von Oberlehrer S. Dingfelder und Studienrat Ä. Schaalmiann. — Auch das zweite Hett dieser neuen Zeit- Schrift für die jüdische Jugend legt Zeugnis a!b fiir ihr Streben, durch die Uebermjttlung jüdischer Kenntnisse und die Beschäftigung mit jüdischen Stoffen eine Belebung des jüdischen Bewußtseins in der licraiuwaclisenden peneratioi! herbei'zufiihren. Ein Aufsatz über jüdische Forschungsreisende in ajter und neuer Zeit, ein Auszug aus •dem Reisewerk des berühmten Benjamin von Tudela, eine kurze Be- Pachtung über den Chamischo-osser bisc'h’wat, die Fort- Setzung der historischen Erzählung ״Mariamne, die letzte Hasmonäerin“ und schließlich ein im wesentlichen jüdische Gegenstände behandelndes Frage- und Antwortspiel veimögen, indem sie die Aufmerksamkeit der jugendlichen Leser ohne ausgesprochen lehrhafte Einstellung i.11 Ausprüch nehmen, zu diesem ■sicherlich allseitig erwünschten Ziele beizutragen. Das gut ausgestattete und reich Hinstrierte Heft enthält •daneben noch eine ganze Anzahl anderer spannender Aufsatz? und Artikel und ersetzt so -- ein besonders hervorzuhebendes Verdienst — gleichzeitig jede andere allgemeine Jugendzeitschrift, wobei zu bcmerken wäre, daß bisher ohnehin kaum eine deutsche Jugendzeitschrift existiert, die jüdischer Einstellung auch nur einigermaßen entsprechen könnte. (״Das Zelt“ ist durch die Post zu beziehen; Preis Rm. 1.2Q vierteljährlich.) ״Jüdisches Archiv“* Heft 3 und 4/5. Auch die jüngst erschienenen •Hefte dieser einzigen jüdisch-wissenschaftliche» Zeitschrift, die jetzt in Wien erscheint, rechtfertigen die Erwartungen, die in dieses Blatt gesetzt wurden. Regierungsrat Dr. Wachstein schildert die Geschichte des literarischen Nachlasses eines der größten Gelehrten, des R, Hirsch Broda aus Kittsee (Burgenland), eine größere bibliographische Veröffentlichung von Portheim u»d Holzinanp, zeigt die Fülle der Literatur über Juden und Judentum »n der tajmudischen Zeit und Saul Chajes beschäftigt sich mit der angeblichen Taufe eines Rabbiners in Polen. In Heft 4/5 setzt Rabb. Dr. W. Pollak seine Geschichte der Juden in Oedenburg fort, Rabbiner Pr. Kurrein beschreibt jmbräische Handschriftenfragmente, die ja Linz gefunden wurden, und der Herausgeber L. Moses!nacht Mitteilung über die Auffindung des Grabsteines eines jüdischen rtyvers in Schwechat bei Wien. Diese Beispiele zeigen die Mannigfaltigkeit des Gebotenen und jeder Leser tindet in diesen Hetten, die bloß 10 Schilling jährlich kosten, etwas Interessantes. Adresse der Re'daktion: Wien, XVIII., Karl-Beck-Gasse 29. * 4 4