Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 JÜDISCHE PRESSE Seit« 3S der Agudas Jisroel deti Aul im noch eine Tätigkeit zugewiesen sehen, die mir für sie als eine Auslese entschlossonst er Menschen ganz besonders zu passen scheint. Sie sollen den Ueberzeugungsvors'toß unter die erkalteten und erkaltenden Brüder und Schwestern, van dem ich eingangs meines Referates sprach, ׳lind der in der Agudas Jisroel über das Stadium der Erwägungen nicht hinausgekommen -ist, wagen. Sie sollen ־- natürlich muß ihnen dabei die Gesamt-Augudo zu Hilfe kommen — den zu diesem Vorstoß nötigen Apparat schaffen. Ich denke hier hauptsächlich an die Errichtung von festen oder wandernden Lehranstalten, deren Aufgabe es sein so!!, die entfremdeten, namentlich die gebildeter! und geistig führenden Volksschichten itn Sinne des gesetzestreuen Judentums zu orientieren. Was nun aber die unmittelbar eigene Tätigkeit der Aulim. ihren unmittelbaren Dienst an der Idee betrifft, so möchte ich vor allem fcststellen׳: Erstens, daß dieser Dienst seiner Natur nach eine Erledigung hi Parlamentspielerischer Form ausschließt, vielmehr nach Erledigung in straffer Zucht verlangt; zweitens, daß er, abgesehen von der selbstverständlichen Kontrolle durah den rabbiriisehen Rat der Agudas Jisroel, ein unabhängiger, autonomer sein muß. D.ic verschiedenen Zweige dieses Dienstes lassen sich, wie ich glaube, am besten dann bestimmen, wenn man sic nach den drei Beziehungen ordnet, in denen der Aufstieg erfolgen muß — nach den Beziehungen zu Gott, zu den Nebenmenschen und zutn eigenen Selbst als Teil von Gottes Weitenherrliohkeit. Wenn sich in unser Verhältnis zu Gott eine gewisse kluge Kühle cingeschlichen hat, die wir gelegentlich witzelnd zugeben — so dürften sich die Aulim mit diesem kühlen Verhältnis nicht begnügen, sondern müssen dahin wirken, daß in ihrer Gemeinschaft, in jeder ihrer Gruppen und in jedem Einzelnen von ihnen heiße Gottbegeisterung und relgiöse Innigkeit sich entwickeln. Als Mittel für diesen Aufstieg in Gottinnigkeit schweben mir vor: 1. Höchst entwickelter Lernlhotrieb. Jeder Aule ist verpflichtet, sein talnnidisches und sonstiges jüdisches Wlissen ständig zu erweitern; vor allem es zu erwerben, so er bei seinem Eintritt in die ׳Gemeinschaft keines besitzt. Die Gemeinschaft kontrolliert Hin ständig in!bezug auf die Einhaltung dieser Verpflichtung und gibt!ihm andererseits in eigenen Kursen die Gelegenheit, das genannte Wissen zu erwerben und zu erweitern. Sie propagiert unter ihren Mitgliedern, beziehungsweise deren Söhnen und Pfleglingen, die •Absolvierung von ein bis drei Lernjahren in einer Jeschiwo oder bei einem Talmudgelehrten von Bedeutung und behält sich eine besondere Auszeichnung derjenigen vor, die ihrem Rate mit nachweislich größerem Erfolge gefolgt sind.3) 2. Feierliche Zusammenkünfte der Mitglieder aus religiösen Anlässen. (U. a. Einführung der סעיח״ן שלישית r-m Westen.) 3. Besondere Belehrung über Verwirklichung und Geschichte von התלהסת und רבל/1ת im Judentum. 4. Besonders betonte Verpflichtung Jedes Aule, sich allen Luxus, aller Unkeuschheit in Wart, Tracht und sonstiger Handlung, sowie des Wett- und Geldspieles jeder Art zu enthalten. 5. Pflege einer geläuterten Empfindung für Freihaltung der Synagogenarchitektnr und des religiösen Gesanges von fremdreligiösem Stil •und ,Geist. Worauf ich noch zurückkommen werde. Wenn unser Mitleidsein mechanisiert und politisiert ist, wenn wir uns nicht ordentlich davor hüten, משיג נכלל zn sein, wenn wir verlernt haben, in Geschäftssachen ״sentimental“ zu sein, wenn wir uns nicht, in acht nehmen, unseren Nächsten zu kränken, wenn wir vor dem Geldc mehr Respekt haben, als für -unseren Charakter und für die Armen und für die Menschen des Geistes gut ist, so sollen die Aulim nicht mit Doktrinen helfen wollen und keinen!reuen Haß zu dem alten säen, sondern danach trachten, mit Herz und ruhiger Einsicht wohlzutun und zu helfen, niemandern zu schaden, niemanden zu kränken und dem Gelde sozusagen den Rücken zu kehren. Als Mittel für diesen Aufstieg in menschlicher Gegenseitigkeit denke ich mir: L Belehrung über die אדם לחברו p מצית und Anleitung, wie sie im weitesten Ausmaß erfüllt werden können — an der Hand alter und neuer, die neuen Verhäitnisse berücksichtigender Schriften. Besondere Pflege des sozialen Gefühls. 2. Verpflichtung jedes Aule, mindestens einmal in der Woche sich selbst Rechenschaft abzulegen, ob und inwieweit er, namentlich in Hinsicht auf die erhaltene Belehrung und Anleitung, die מצלח erfüllt, bezw. die entsprechenden עברית -begangen hat. 3. Ausdrückliche Verbote van Erwerbsarten. -1. Initiative zur praktischen, nichtpolitischen Behändhing jiidischsozialer Probleme im Geiste der jüdischen Lehre. Wie in unserem Volke die Würde seiner äußeren Lebensgestaltuug hinter der Würde seiner Erwählung zunickgebliebcu ist und es sich in Gottes Weltenpracht nicht gut einzufiigen weiß, so sollen die Aulim diesen Zustand nicht für sich hinnehmen, sondern alles versuchen, um ihn zunächst ihrerseits zum Bessern zu.wenden. Als Mittel für den Aufstieg in der Würde äußerer Lebensgcstaltung stelle Ich mir vor: 1. Belehrung über das Aesthetische in seinen Be- Ziehungen zum Religiösen und Ethischen und über eine jüdische, dem Geiste der Thora gemäße Aesthetik*) sowie praktische Anleitung zu einer dieser entsprechenden äußeren LcbensgestaHung. 2. Förderung einer vom jüdischen Religions- und Fiiiengesetz kontrollierten, von lüdischcr Eigenart bestimmten Geselligkeit.5 *) 3. Förderung einer aus dem Geiste des überlieferten Judentums geborenen Kunst,״) hauptsächlich Architektur, •׳) Man achte in diesem Zusammenhänge auch auf die ('heu gegebene Anregung, die Aussicht genommene Stamm- und Scluilsiedhing mit einer Jeschlwoh zu verbinden. — Im übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen, daß der vom Lembetrieb handelnde Absatz seit Erstattung des Referats eine Erweiterung erfahren hat, die zum Teil auf mir von seiten eines führenden Mannes mitgcteilte Aur׳. gimgen zurückgeht׳. Der Referent. \) Vergleiche die Arbeit: Die Wurzel des Aesthe-! scheu, Bemerkungen zur Grundlegung einer jüdischen .u:ükmik. von Jacob Rosenheim, im Buch ״Vom Sinn des Judentums־•. i92ö.־HermonWerlag. D«r Referent. Komposition und Dichtung. Ausschreibung von dabin zielenden Wettbewerben.7) 4. Das schon von mir auch als Mittel für den Aufstieg in Gottinnigkeit genannte Verbot von Luxus usw. Als Mittel für den Aufstieg in allen drei hier angeführten Beziehungen betrachte ich die Beschäftigung mit dem Problem der Kindercrziclnmg in Aupasung an die Forderungen der Aulim — eine Beschäftigimg, die namentlich dann eine Wendung ins Prak- ׳ tische bekommen wird, wenn es sich darum handeln wird, die Kindererziehung in größeren Aulimgritppen oder in eigenen Siedlungen zu regeln. Damit wären alle Tätigkeiten angeführt, die — die einen früher, die anderen später — meines Erachtens den Aulim zu obliegen! hätten. Ich möchte nur noch bemerken, daß sie in nennenswertem Ausmaße natürlich nicht früher möglich werden, als bis Aulimigruppcn gebildet sind. Wenn auch die Aulim ihrem Wesen nach die wenigen sein müssen — so wenige, daß sie keine Gruppe bilden können, dürfen sie nicht bleiben. Ueber die •Bedeutung, welche die Aulim für die gcsamtc Agudas Jisroel erlangen können, kann kein Zweifel sein. Und zwar -können sie die Aguda nicht nur -in der Richtung der Verländlichung und des Auf- und Ausbaues der Allgemeinde beeinflussen und nicht nur als Träger eines orthodoxen Vorstoßes in die Welt der jüdischen Abtrijnnigkeit fürdcrild auf sie wirken. Vielmehr können sie gerade durch ihren unabhängigen, autonomen, unmittelbaren Dienst an der Idee der Tugend mittelbar von weitesttragender Bedeutung für Agudas Jisroel werden, wenn diese die Chance wird zu nutzen wissen. Denn wenn auch die Arbeit der Agudas Jisroel fast durchaus als organisatorisch-politische in Erscheinung tritt, sic lebt doch nicht bloß von den Kräften, die den Willen zur Geltung repräsentieren, sondern auch und noch viel mehr — von den Kräften des Judentums selbst, von seinen ewigen Ideen und •uralten Sehnsüchten. Ja, die Kräfte des Willens hängen letzten Endes von diesen Ideen, und Sehnsüchten ab. Sic müssen erlahmen, wenn diese versagen; sie müssen wachsen, wenn diese blühen. Lassen Sie sich, bitte, nicht cinreden, daß es sich hier um nichts weiter handelt als um einen Verein mehr. Worum es geht, ist ein לחש השם, der die Triebkräfte des Chassidismus, der taimudistischen Mussar-Bewegung und eines gehobenen דרך ארץ Willens vereinigen und zu Werke werden lassen will; ein קדוש. השם in einem Ausmaße, wie er noch nie versucht wurde; ein קדלש השם, der den ersten Schritt zur Abzahlung einer alten Dankes-, schuld an Gott für die Gnade, und Auserwählung und zur Erfüllung der Aufgabe, zu der wir auscrwäblt sind, bedeuten soll. Gedalja Bublik, Präsident des amerikanischen Misrachi. (J. T. A.) De Exekutive des amerikanischen M,israchl hat den Herausgeber des ״Jiddischen Togblatt“ (״Jewish Daily News“), Gedalija Bublik, zum Präsidenten der Organisation gewählt. Vizepräsidenten sind Rabbi Wolf Gold und Rabbi Eiiah Inseliblisch. Bekanntlich ist die letzte Jahrestkonifereniz des amerikanischen Misrachi auseinandergegangen, ohne daß es gelungen war, sich auf die Person. eines neuen Präsidenten zu einigen, nachdem Rabbi J. Levenson die Präs'identenwürde afogelebnt hat. Schließlich wurde der Ln Amerika anwesende Präsident des Welt-Misrachi, Rabbi Mayer Behl in, gebeten, zeitweise die Leitung der amerikanischen Organisation zu übernehmen. Das Interregnum hat turn durch die Wahl von Gedalja Bublik zum Präsidenten der Lawlesorganisat'ion sein Ende gefunden. (Gedalja Bublik zeigt in vielen seinen Schriften, die auch wir öfter zitierten, ein feines Verständnis für die Forderungen der in Agudas Jisroel organisierten, unabhängigen Orthodoxie. Auch wir knüpfen datier an seine Präsidentenschaft die schönsten Hoffnungen. Möge es ihm vergönnt sein, eine E i n i gu 11 g aller Thoratrcue« in Amerika mit Wahrung der Qrundr echte der Orthodoxie zu verwirklichen. Eine solche Einigung würde sicherlich nicht ohne weitgehende Folgen -für die gesamte Orthodoxie bleiben, p. R.) Juden der Zutritt zur Höhle Machpelah gestattet. (JTA.) Der Moslemitische Oberste Rat hat den Ent- Schluß gefaßt, von jetzt ab auch Nlchtmoslemiten den Zutritt zur Höhle Machpdlali, in der nach der Bibel die Er!zväter Abraham, Isaak und Jaakob sowie die Enzmüttcr Sarah, Rebekka und Lea bestattet sind, zu gestatten, Gegen Entrichtung einer kleinen Gebühr werden nunmehr auch Juden die Höhle Machpeläh besuchen dürfen, was ihnen mit wenigen Ausnahmen1 seit der Festsetzung der Moslemiien in Palästina verboten gewesen war. ln den letzten Jahren hat nur ein einziger Jude, der frühere Oberkommissar Sir Herbert Samuel die Höhle besuchen di'mien. Die Höhle liegt in Hebron, einer der ältesten fortdauernd bewohnten Städte der Web, die jetzt 17-000 Einwohner zählt. Seit der Zer- Störung des Tempels bis zutn 15. Jahrhundert wohnten dort keine Juden, Im 15. Jahrhundert hat Malkiel Aschkcnasi in Hebron eine Gemeinde!begründet. Jetzt ist Hebron der Sitz der berühmten ״Slobodkaer Jeschiwa“; die Stadt beherbergt eine ansehnliche jüdische Gemeinde. Ueber der Höhle Machpelah befindet sich eine Moschee, die von den Arabern aus einer im 12. Jahrhundert errichteten Kreuzfahrerikirche, St. Abraham genannt, umgewandelt worden ist. Benjamin von Tudela schrieb, daß dort früher eine Synagoge war. Ueber den Gräbern von Abraham und Sarah sind zwei achteckige Kapellen errichtet. Diese Gräber sind nördlich des Gebäudes gelegen. Die Gräber von Isaak und Rebekka liegen innerhalb des 5) Vergleiche den Artikel ״Makkabäerfeste ohne Hellenismus“ im ״Israelit“, Jahrgang 1927, Nr. 51. Der Referent. °) Vergleiche auch meinen Artikel ״Weltjahrmarkt oder jüdische Kultur?“ in Luach-Olättcr der Agudas-Jisroel Jugendgruppe, Wien 568-8. 7) Siehe oben bei den Mitteln für den Aufstieg in Gottinnigkeit, Punkt 5. Der Referent. Gebäudes, die von Jaakob und Lea im Norden des ״Haram“ benannten heiligen Gebietes. Alle Gräber sind mit reichbestickten Decken 11nd Teppichen bedeckt. Das ״Haram“- Gebiet ist eines der drei Moslem-Heiligtümer erster Ordnung. Keine Zulassung von Juden zur Höhle Machpeia. (J. T. A.) Der Oberste Rat der Mosiemiten teilt der palästinensischen Telegrapheuagcntur mit, daß die Nachrieht, der Oberste Rat hätte den Zutritt von Nichfcmoslemiten zur Höhle Machpeia in Hebron, wo sich nach der biblischen Tradition die Grabmäler der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob und der Erzmütter Sarah, Lea und Rebekka befinden, gestattet, nicht zutrifft. Der Oberste Rat hat nie einen solchen J3cschluß gefaßt nwd. eine solche Mitteilung nicht ausgegeben. Sie sollen wissen, daß Ihre Lieben altersschwach, blutarm, appetitlos sind. Sie sollen wissen, daß infektiöse Krankheiten am ehesten •den geschwächten Organismus angreifen, daher red!!- zeitig cingreifen und ärztlichen Rat suchen. Sie solfen wissen, daß Medizinal wein: Lcciierchinat Kalaf ein außerordentlich wirksames, wohlschmeckendes Kräftigungsmittel darstellt, dessen appetitanregende Wirkung jedem Kranken, ob jung oder alt, förderlieh ist. Endlich sollen Sie wissen, daß Leciierchinat in allen Apotheken zum mäßigen Preise, nur echt in Rosaemballieriiiig mit Schutzmarke, erhältlich ist. g>| NACHRICHTEN■ j© Zwr Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab למן הרלקת הנר ערמצש nach den מנהג ותיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verffigttng gestellt. "התאחדות יראים" ורינה ״Hi ft ach du Sh Jereim1‘ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien Il.-j Heinestrasse 30, T. 15. . ־ Jrä .פרשה בשלח ,תרפיה זמן הדלקת הנר עש״ק שעה ׳4 עם 5* מינלט. זמן שסיעת החמה עש״ק שעה 4 עם 58 מינלט. זמן הרלקח הנר מוצש״ק שעה 5 עם ד5 מינלט 75. Geburtstag von Leo Salkind. (J. T. A.) Der PräsSdient des Verba indes ausländischer Journalisten ■in Wien. Herr Leo Salkind, 'ist in diesen Tagen 75 Jahre alt •geworden. Er war aus diesem Anlaß Gegenstand ׳herzlicher Ehrungen seitens seiner Joumaliisteiiikol'legen uud der österreichischen Regiierungskreise. Ministerialrat Dr. Fuchs überreichte dem Jubilar namens des Präsidenten Hainisch und namens der Bundesregierung einen hohen Orden, sowie ein Diplom, in welchem Salklnds Verdienste um die Republik verzeichnet sind. Die Gemeinde Wien -beschloß, dem Jubilar als Zeichen der Ehrung einen kunstvoll gearbeiteten •goldenen Ring während einer demnächst itn Rathaus stattfindenden öffentlichen Feierlichkeit zu überreichen. Dr. Leo Salkind, ein in Rußland geborener Jude, begeht gleichzeitig das Jubiläum seiner 55jäbrIgon schrittsteilerischen Tätigkoit- Personalveränderungen in den Geuieiudesynagogen. Der Vorstand der Israel. KulLisgcmeindc Wien hat den Oberkantor Heinrich Fischer des Großen Leopaldstädter Gemeindetempels auf die durch das Ableben des Oberkantors M. B. Kaufmann froigewordene Oberkantorstelie im Seitenstettentempel versetzt, dem bisherigen Ersten Kantor am Gemeindetempel im 18, Bezirk, Gerson Margulies die Funktionen des Obcrkaritors am Großen Leopoldstädter Tempel übertragen und dein Ersten Kantor am Gemeindetempel im 21. Bezirk. David Groß, die hiedurch freigewordene Stelle am Gemeindctempel im IS, Bezirk verliehen. Die genannten Funktionäre werden Ihre neuen Aemter bei dem am Freitag, den 3. Februar d. J, stattfindenden Abendgattesdienst antreten. Vorbereitung der zweiten Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroel. Frankfurt a. M. (J. U.) Im Hause des Herrn Julius Holländer und unter dessen! Vorsitze fand am 15. Jänner eine gemeinsame Konferenz des geschäftsführenden Ausschusses der A. J., der ailweJtllcheu Paliistinazentrale der A. J. uud der deutschen Jugendargatiisation der A. J. statt, behufs organisatorischer und finaitzieller Vorbereitung de!• Kenessio Gedaulo In Deutschland, Westeuropa uud Amerika. Zur Frankfurter Rabbinatskrise. Frankfurt a. M, (J. U.) Auf das früher erwähnte Schreiben der Verwaltung der israelitischen Roliglonsgouossenschaft an Hörni Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer-Asclmffenburg ist minmehr von letzterem eine Erwiderung eingegangen, in der der Aschaffenburger Raw erklärt, daß er den in seinem ersten'Schreiben eingenommenen Standpunkt voll aufrecht halte, mithin sein Rücktrittsaugebofc wiederholt. Man sieht nunmehr allgemein mit Spannung einer endgültigen Ent- Scheidung der! Verwaltung der J. R. G. entgegen.׳ Wechsel im Direktorat der höheren Lehranstalten der israelitischen Religionsgemeinschaft. Frankfurt a. M. (J. U,J Seit dem Heimgang von Direktor Dr. Gerson Lauge im Jahre 1923 hatte Herr Direktor Dr. Elias Fink •das Direktorat der Realschule und des Lyzeums der Synagogengerneinde Israelitische Religionsgemeinschaft inue. Wegen Ueberschrcitttng der Altersgrenze wird nunmehr Herr Direktor Fink •in den Ruhestand treten. Der Schulrat bcschloß in seiner letzten Sitzung, Herrn Direktor Dr. Elias F ii r t h als Nachfolger zu berufen. Vorstand uud Gemeinderat müssen satziingsgemäß den Beschluß noch sanktionieren. Eine zweite orthodoxe Grundschule hi Frankfurt. Frankfurt a. M. (J. U.) In den Räumen des ehemaligen Heinemannschen Instituts wird alb 1. April d. J. unter Leitung von Frau Lehrerin Schönberger eine orthodoxe Privatg rund schule eröffnet. Zunächst haben die Behörden nur gestattet, daß schwächliche Kinder in der Schule aufgenommen werden.