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Jüdische Presse · 1928-01-27 · 4 (27.1.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
4 (27.1.1928)
Date
1928-01-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Seite 28 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 iFASCHINGi PURIM! Die Anerkennung des Gegners. Die dritte T a r b u 11 konferenz in Warschau gibt dem polnischen!Korrespondenten der Berliner ״Jüdischen Rundschau“ Anlaß, über Erziehungsarbeit der Aguda sich folgend auszulassen: ״Die außerhalb des Zionismus imd ihm feindlich gegenüberstehenden Parteien im polnischen Judentum, so did Aguda, •nützten diese Jahre der ziotiistischen Untätigkeit auf!kulturellem Gebiete so gründlich aus. daß wir heute das Bestehen eines großausgebauten orthodoxen Scbulwerkes feststellen •müssen . . . Dem Gebote der Zeit folgend verstand'es die Aguda, der Regierung allerhand Konzessionen bietend, den Cheder zu ■reformieren, and zwar so, daß der weltliche Teil des Unterrichtes polni- «■chen (also assimilierenden) Charakter annahm, aber die religiösen Fächer intakt blieben. Letztens gab sogar die Aguda ihre gefährliche Gleichgültigkeit auf dem Gebiete ׳der Mädchenerziehung auf ■und errichtete religiöse Mädchenschulen (Volks- und Mittelschulen), wo zwar religiöse Gesetze streng befolgt werden, aber das Polnische vorherrschend ist.“ _ Achtung, Eltern und Kinder! Sie sollen wissen, daß Ihre Lieben altersschwach, blutarm, appetitlos sind. Sie sollen wissen, daß infektiöse Krankheiten am ehesten den geschwächten Organismus angreifen, daher recht-!zeitig elngreifen und ärztlichen ,Rat suchen. Sie sollen wissen, daß Medizinalwein: Leciferchinat (Kölar ein außerordentlich •wirksames, wohlschmeokendes Kräftigungsmittel •diarstellt, dessen appetitanregende Wirkung jedem Kranken, db Jung oder alt, förder-!lieh ist. Endlich sollen Sie wissen, daß Lecilerchinat in allen iAipothelken mm ■mäßigen Preise, nur echt 'in •Rosaentballierung mit Schutzmarke, erhältlich ■ist. Die Gründe der Unruhen in Petach Tikwah. Der Arbeitsmarkt Ist *in Petach Tikwah, wie überbaupt im ganz Palästina, seit langem außerordentlich •unbefriedigend ׳und eine Tendenz zur Abwanderung :ins Ausland ist •unverkennbar. Alle!Hoffnungen richteten sich auf den Winter, wenn die Orangensaison beginnt. Die Orangengärtenbesitzer verkaufen ihre Orangen, aber ■nur zum Teil •an jüdische Händler. Ein großer Teil •der Fechsung wird noch u n g e p f 1 ü c k t •auf dem Baum an arabische Händler in Jaffa, verkauft, die eine Pauschalsumme bezahlen und ihrerseits ׳die Pflückarbeit durchführen. Alle!Be- *nühungen, auf diese arabischen Großhändler einzuwirken, bei diesen Pflückarbeiten die arbeitslosen jüdiseiten Arbeiter •zu beschäftigen, sind fehlgegangen and ■so kam ,am 16. Dezember der Konflikt zu.m offenen ׳Xu s b,f u c h. Die jüdischen Arbeitslosen haben den arabisehen Arbeitern ■den Zutritt zu! den Gärten verwehren wollen. Daraufhin ׳hat ■die •britische Polizei :in Jaffa eingegriffen, •um die Arbeitslosen mit Gewalt zu zerstreuen. Die Verwundung von 14 jüdischen Arbeitern und •die Verhaftung von weiteren siebzehn sind leider ■die Folgen dieser Unruhen. Das Eingreifen-der Polizei hat im ganzen Lande eine :ungeheure Erregung •hervorgerufen. Glückücherwelse ist auf Intervention der ,Regierung und der .verantwortlichen jüdischen Faktoren eine allmähliche Beruhigung eingetreten, nachdem die •Besitzer •der Orangerien phd die arabischen Händler erklärt haben, eine größtmögliehe Zahl ■jüdischer Arbeitsloser in den Plantagen ®tt.be- •schäftigen. |g»)l HACHRiCHTEfi~ 1© Zur Beachtung l Auf vielfachen Wiunsch, der aus ׳dem Kreis ■unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלקת הנר ערמצש nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostläudischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung ■wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "חתאחדות יראים" ורינה ״Hitachdufth Jereim“ Vereinigung ThorageBetzestreuer Juden in Wien ב״ה. ~~ פרשה כ א ת רפיח. זמן הדלקת הנר עש״ק שעה 4 עם 34 מעוט. זמן שייעת החמה עש״ק שער, 4 ע□ 7־4 מיניט. זמן הררקת הנר מוצש״ק שעה & עם 6־4 מינוט Mitteilung! Das Unterzeichnete Rabblnat bringt neuerlich nach- Ariickllchst in Erinnerung, daß bei dem Ankäufe und bei Verwendung von Gebäck, besonders aber von Weißgebäck Iflr jeden, der den Genuß מאבלות אסויח verbotener Speisen uieldet, die größte Vorsicht notwendig Ist. da bei der Er- Zeugung von Weißgebäck viele Bäckereien Margarine und dergleichen unzulässiges Fett in Verwendung bringen.; In Erwägung dieser schwerwiegenden Tatsache hat '®a* .“®kblnat die Anordnung getroffen .daß jedes Stück Gebäck^ das ln der unter Aufsicht stehenden Bäckerei (Karl Koppel Weiß) erzeugt wird, durch ein sichtbares Zeichen erkenntlich gemacht Ist. Diese Maßnahme Ist berelts zur Durchführung gelangt, durch die elngeprägte In- Schrift Wien, am 26. Tewes 5688. Das Rabblnat der Adas Jlsroel. Anläßlich der Verlobung Richter-Breuer spendete Fräulein Stella Richter, eine Schwester des Bräutigams,, 60 S für ■die Krankenhaussektion der Mädchengruppe der A. I. in Wien. Tafte.alle Farben S fl.80, 8.90 Georgette . . . 7.80 ,9.80 ,13.80 ״ ״ ״ Crepe Satin . . ־-.13 ,—.16 ,—.19 ״ ״ ״ ״ de Chine. 5.80 ,9.80 ,13.80 ״ ״ ״ Lam§ . ... 3.90 ,5.80 ״ Goldu.tilberstofie> Spitzen in größter Auswahl. I. Tuchlauben Nr. 8 Berufen Sie sieb auf diese Annonce, bekommen Sie 5 Prozent. Jeschivah-Stiftuug ln Mattersburg. Es wird •uns aus Mattersburg •geschrieben: Eine Stiftung, die!ihresgleichen an Hochherzigkeit in!unserer schweren Zeit wohl kaum :finden dürfte, haben!Herr Moritz!L e i t n e r und seine Brüder — ,Söhne unserer ׳Gemeinde —׳ für unsere Jeschiväh errichtet, die dem dauernden •Gedenken ihres vor drei Jahren verstorbenen Vaters, Herrn Awrohom (Adolf) Leitner, gewidmet!ist. Ein sehr schönes, ׳in der Königsstraße befindliches Privatwohnhaus, ■das hier Eigentum eines der vornehmsten Balabatini ■war ■und seit dessen •Ableben — seine Kinder wohnen auswärts — leer stand, wurde •von den Genannten angekauft und •soll ,als Internat für mittel- Jose •Baohurim •der hiesigen Jeschiväh übergeben werden. Das!Haus — eines der wenigen einstöckigen!in •Mattersbürg — wird noch vor Beginn des nächsten Sman wohnbereit ■gestellt und dann auf den •Namen ״Oihel-Awrohom“ seiner hohen Bestimmung übergeben werden. In!hellen, freundlichen •Räumen werden die iBachurim, •frei von der Sorge ,um ein schützendes Dach,!ihren heiligen- Studien obliegen können. Möge dieser Akt inniger kindlicher Liebe zu den Eltern!und deren Traditionen beispielgebend •sein. Keren-Hatliora-Sabbat in Wiener-Neustadt. Dank" der Bemühungen des Obmannes der •Agudos-Jisroel-Ortsgruppe in Wiener Neustadt, des!Herrn Moses!Rosenborg, wurde ׳der :Sabbat am 14. Tebet •für den Keren Hathora bestimmt.;In dem Koppelsohen!Beth-Hamidräsch wurden alle Anwesenden zur Thora gerufen, wobei ■zur Förderung dieses Thorafonds reichlich gespendet wurde. Versuche mit elektrischer Betäubung von Schlachttieren ■in.» Berlin. (J. T. A.) Auf dem •,Berliner Schlachthof!fand kürzlieh auf Veranlassung des. Tierschutz Vereines eine Vor-; führung der elektrischen Betäubung der Schiachttiere statt. 0'beringenieur Welnberger und •Prof Dr. •Müller aus München demonstrierten in Anwesenheit •des Regierungs- und Veterinärrates D1*. Klimmek ׳vom preußischen Ministerium für Landwirtschaft, des Urhebers der Methode Dr. med. Lieben (Prag), ■des Professors Dr. E. Mangold von •der Landwirtschaftlichen Hochschule, cles Schlachthofdirektors Casper,’ des /Direktors der Fleischbeschau!Dr. •Sahmey und einer Anzahl von hiesigen und auswärtigen Veterinären die Betäubung an 5 Tieren. Es gibt verschiedene Methoden, die sich durch die Intensität und!Einführungsweise des Stromes •unterscheiden. Zuerst ■wurde ■ nach ■dem Wieinbergersohen Verfahren •betäubt. Dieses arbeitet ■mit stärkeren Strömen. Dann ׳wurde das ׳Liebensche Verfahren gezeigt, •das schwächere Ströme anwendet. Für •die An- Wendung der elektrischen!Betäubung auf das Schächtverfahren dürfte die Liebensche Methode mehr Aussicht halben. Die Frage •der Technik wird wohl bald gelöst sein. Die Prüfung der physiologischen Auswirkungen des elekfrischen Stromes auf die Organe — ein bisher noch brachliegendes Gebiet ■der Therapie ,und Tierphysiologie — ist im ,Gange. Das Ergebnis dieser Prüfung ist •für die Ahwendtbarkeit der Methode beim Schächten nach Meinung der anwesenden!Rabbiner von ausschlaggebender Bede u tu ng. Vor einer Wendung ln der Frankfurter Rabbinatskrlse? Frankfurt a. M. (J. U.) Wie bekannt, hatte ■die ■Verwaltung‘ der israelitischen •Religionsgesellschaft die für!Mai 1927!anberaumte Wahl, um den seif dem Tode von Dr. Salamon Breuer szal. verwaisten1 Rabbinatssitz neu zu besetzen, in letzter Minute abgesagt •und׳ beschlossen, einem •Bes Din eine Schaalah über die Chasokohfrage zu unter-!breiten. Nach langwierigen Vorarbeiten ist das Material durch Vermittlung eines norddeutschen Rabbiners einem!Bes Din unterbreitet worden, die Entscheidung desselben steht noch aus. Vor drei Wochen — in der letzten Dezemberwoche — richtete •Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer- Aschaffenburg ein Schreiben׳ an die Verwaltung der istraelitischen!Religionsgesellschaft, in dem er protestierte dagegen, daß die Verwaltung• den •Psak seines Vaters szal. ■und des Dajans der Gemeinde einem Bes Din unterbreite. Sollte die Gemeinde nicht hievon Abstand nehmen, so sehe er sich genötigt, seine Kandidatur .zurückzuziehen. Nach eingehenden Beratungen hat die Vywältung in einem ausführlichen Schreiben die Angriffe zurückgewiesen und erklärt, daß sie auf ihren Standpunkt beharre. Graf Klebeisberg erklärt, daß auch bei Annahme der Numerus clausus-Novelle eine Erhöhung der Zahl der jüdisehen Studierenden nicht stattfinden wird. Der Unterrichts- Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 ■minister Graf Klebelsberg gewährte dem Vertreter. der Jüdischen Telegraphen-Agentur •ein Interview, in dessen Verlauf er auf die von der Regierung eingebrachte und vom parlamentarischen Unterrichtsausschuß auch schon angenommene Novelle zum •Numerus clausus-Gesetz zu sprechen ,kam. Der Minister glaubt, ■daß die Kammer das neue Gesetz in der ersten Hälfte des!Monats Februar verabschieden wird.!Der Minister erklärte ■dann weiter: Man erhob •gegen!uns ■den Vorwurf •nicht genügender Aufrichtig- •keit. Ich halte es darum für ,notwendig, zu!betonen, daß wir nicht die Absicht haben,!bei ,jemand unberechtigte Hoffnungen zu erwecken’; ich erkläre darum offen und unverhüllt, ■daß das neue Numerus clausus-Gesetz in der Lage der jüdischen Studierenden keine günstige Aenderung herbeiführen wird. Wir haben •die letzte Grenze erreicht, weiter geht es ,nicht• Der Minister erklärte weiter, daß die Meldungen, die Durchführung des neuen Gesetzes werde ganz ■und gar den Universitätsbehörden• überlassen werden, nicht der Wahrheit •entsprechen.!Das Ministerium werde eine Ver- Ordnung über •die Durchführung des neuen Numerus clausus-Gesetzes herausgeben, deren Grundprinzip es sein wird, daß die Regelung dieser Frage dem Leben selbst ,überlassen •bleibt. Wir wollen die Universitätsbehörden nicht zu ■sehr!binden. Es darf in Zukunft ■nicht mehr vor- ■kommen, daß die Söhne repräsentativer jüdischer Persönrlichkeiten zum Universitätsstudium nicht zugelassen werden. Wie ■der J. T. •A.-Verfcreter erfährt, gedenkt die Opposition, in das Parlament einen Gesetzentwurf über die vollkommene Abschaffung des Numerus clausus einzubringen. Ein Abgeordneter der christlichen Partei will demgegenüber einen Antrag •auf Einführung des Numerus clausus ■auch im Privatunterricht einbringen. In politischen Kreisen zweifelt man nicht daran, daß der Regierungsentwurf ohne jede Abänderung vom Parlament angenommen werden wird Ein- und Auswanderung in Palästina im November. Im ,November 1927 wanderten 306 Juden, 89 Christen und 20 Moslems in Palästina •ein■; in dem ■gleichen Monat ,wanderten 407 Juden, 46 Christen!und 189 •Moslems aus. Die Arab Agency wird wieder aktuell. (J. T. A.) In!kurzem wird der siebente palästinensisch-arabische Kongreß abgehalten werden. Es verlautet, daß dieser Kongreß eine von •Grund aus neue •arabische Politik einleiten wird. Es soll unter der großen!Mehrheit •der Araber die •Bereitschaft bestehen, ein Verhältnis der loyalen Zusammenarbeit mit der Regierung zu schaffen unter der Voraussetzung, daß ■die Regierung das im Jahre 1923 von ihr gemachte ■und von •den Arabern abgelehnte Angebot der Schaffung einer Arab Agency nach dem Muster und den Grundsätzen •der Jewish Agency •jetzt erneuert. •Maßnahmen In Palästina gegen eine drohende Heuschreckenplage. (J. T. A.) Die Regierung von Palästina hat Vorbereitungen •zur Bekämpfung einer Palästina drohenden‘Heuschreckenplage ■getroffen. Gewaltige Schwärme verheeren das ׳Gebiet längs der Grenze zwischen Aegypten und dem Sudan, und es besteht ״ernste Gefahr, daß •die Schwärme die Richtung auf Palästina einschlagen. Die jüdische Kolonisation In Rußland in Geschichte und Gegenwart. (J. T. A.) Dieser Tage •hielt Dr. M. Wi׳s c h n i t ze r, ■Generalsekretär •des Hilfsvereines der deutschen Juden, einen Vortrag über ״Die jüdischen Kolonien ■in Rußland“.!Dr. Wischnitzer erinnerte zu /Beginn seines Vorträges daran, daß das große Steppengebiet zwischen Whlga und Dnjepr •schon ׳im Mittelalter Schauplatz jüdischer Siedlungen gewesen sei. Das mächtige Ghasarenreich, dessen Bewohner •den jüdischen Glauben •angenommen •hatten, erstreckte sich über •dieses •Gebiet. Die Chasar.en waren hauptsächlich Ackerbürger. Zu •Beginn •des 19. Jahrhunderts entstanden jüdische Ackerbaukolonien bei Cherson und Jekaterlnösiaw, in ihrer weiteren Ent- Wicklung trat jedoch um die •Mitte des 19. Jahrhunderts ein Stillstand ein. Nach dem Weltkriege lebte die Siedlungs- Ibewegung wieder ■auf. ,Infolge der bolschewikischen Um- Wälzungen in Rußland!sind •Hunderttausende von Juden, ehemalige!Händler und ״Luftmenschen“, brotlos ■geworden. ׳Gruppen von ■ihnen :siedelten ׳sich auf dem Lande an. Die russische Regierung nahm 1924 eine planmäßige •Siedlungs- Politik auf. In den ׳letzten drei Jahren sind nahezu 15.000 Familien angesiedelt worden. :Die Ansiedlung •der Juden •auf!Grund des Kolonisationsplanes des ״Komzet“ begann 1925.!Dr. Wiischnitzer ,führte eine Reihe von sehr Literessanten Lichtbildern ans dem Leiben und Treiben der jüdischen •Kolonisten ,vor und schilderte!im einzelnen die Lage in den Siedlungsgebieten, •das Eintreffen der Kolonisten, ihre provisorische Unterbringung während der •ersten!Monate, den ׳Häuserbau Li den Kolonien, die Feld-, Garten- und Weinbauarbeiten, die Zunahme des Viehbe- Standes, die Arbeiten!beim iBrunnenbohren.. Zum Schlüsse •führte er zwei Diagramme im Licht bilde ׳vor, die die gewaltige Entwicklung der jüdischen landwirtschaftlichen• Siedlung in Rußland illustrieren. •Die Zahl der jüdischen Bauern ,hat sich von 52.758 im Jahre 1913 auf 165.000 im Jahre 1927 erhöht. Die!Bodenfläohen wuchsen von 119.353 Hektar im Jahre 1917 auf 493.733!im Jahre 1927 an. Während nun die Erfolge auf landwirtschaftlichem Gebiete ■befriedigend ׳sind, ist auf hygienisch-sanitärem Gebiete sowie •auf dem Gebiete der Fürsorge •für Kinder Im vorschuipfliichtigen und schulpflichtigen Alter in den neuen Siedlungen, deren Zahl weit über 200 beträgt, sehr wenig oder fast gar nichts •geschehen.!Der ׳Hilfsverem der deutschen Juden betrachtet diese ergänzende Arbeit in den jüdischen Kolonien •als eine sehr dringende Auf- •gäbe, für •die unter den deutschen Juden Mittel aufgebracht werden können und sollen. Die deutschen Juden können sich ■noch nicht ln dem Maße wie vor dem Kriege an den großen jüdischen Hilfsaktioneu beteiligen. Aber wenn im entscheidenden historischen Moment, wo ,es gilt, den schwer heimgesuchten Juden Rußlands zur Existenz auf eigener Scholle zu verhelfen, der Ruf an sie ergeht, werden sie •ihre Kräfte einsetzen. In den B׳nei-ß׳rith־Lag׳en werden jüdische •und aUgemein-menschliohe Ideale gepflegt. ■Die Förderung des Siedlungswerkes in. Rußland stellt eine Aufgabe dar, die gerade •ln Logenkreisen das größte Verständnis und die tatkräftigste Unterstützung finden müßte.

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