Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 2 (13.1.1928)
- Date
- 1928-01-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 jttDISCHE PRESSE ßefte t* um über die Frage der Unterstützungen sowie der Erziehungsverordnang zu verhandeln. In bezug auf die letzte Frage hat die Aguda energische Schritte bei der Regierung unternommen. Auch mit den wirtschaftlichen Instanzen der Regierung standen wir in bezug auf religiöse Fragen in Verhandlung״ Selbstverständlich wird die Aguda-Leltung auch offiziell zu allen Veranstaltungen der Regierung eingeladen. Ais ein besonderer politischer Erfolg Ist die Wahl eines Aguda-Vertreters in die Stadtverwaltung von Jerusalem, Tiberlas und Safed zu buche!!. Bei Gelegenheit dieser Wahlen hat auch die jüdische Gesamtheit erkennen können, daß die Aguda keineswegs aus Prinzip den Gedanken der Trennung von den übrigen Strömungen in der Judenheit vertritt, sondern daß sie überall zum Zusammenwirken bereit ist und Opfer dafür bringt, sobald keine religiösen Prinzipien auf dem Spiele Stehen. Die ganze Aufmerksamkeit der Aguda beanspruchte während des abgelaufenen Jahres die drohende Gefahr des die Orthodoxie unterdrückenden Gemeindegesetzes. Folgende Maßnahmen wurden zur Abwehr dieser Gefahr ergriffen: a) O e f f e!11H c 11 e P r o t e s t v e r s a m m Jungen. An einer dieser Versammlungen beteiligten sich mehr als 2000 Menschen. Es wurde eine Resolution angenommen, die telegraphisch dem Kolonialminister in London und brieflich dem Oberkommissär übermittelt wurde. b) Unterschriften Sammlungen. Die Agudas Jisroel sammelte in Erez Jisroel die Unterschriften von 7400 Familienoberhäuptern, die von der Regierung verlangen, daß das orthodoxe Judentum in Erez Jisroel das Recht erlangt, sich unabhängige und selbständige Gemeinden zu bilden. Die Unterschriften stammen aus allen Städten Erez Jisroels: Jerusalem, Safed, Tiberlas, Haifa, Jaffa, Tel-Awiw, Petach Tikwab, Hebron, Bne Brak. An den Unterschriften beteiligten sich alle Gemeinden. Die Eingabe wurde alsdann durch die Agudas Jisroel dem Öberkommissär überreicht. c) Ein ähnliches Gesuch wurde auch von den Vorstehern der Synagogen der Gemeinden unterzeichnet. Mehr als 200 Synagogen leisteten diese Unterschrift. d) Ein Gutachten der Thora großen. Die Agudas Jisroel wandte sich an die bedeutendsten Thoragrößen und chassidischen Rabbis mit der Bitte um Erstattung von Gutachten über das Gemeindegesetz. Es gelang, von einer großen Zahl anerkannter Führer des Judentums der Diaspora Erklärungen zu erhalten, in denen der Austritt aus dem Waad Leutni und der Anschluß an die orthodoxe Gemeinde zur Pflicht gemacht wird. VIL Schutz des Sabbats. Gegen die Sabbatentweihung bei Fußballspiel leitete die Aguda eine wirksame Bewegung ein durch Reden, Ertnahnungen der Rabbiner und Volksversammlungen. Als Ergebnis einer Versammlung des Ausschusses der Stadtviertel, die im Aguda-Lokai stattfand, wurde der Regierung ein Gesuch überreicht, dagdken einzuschreiten, da durch das Fußballspiel die religiösen Gefühle der meisten Bewohner Jerusalems verletzt und Ruhe und Frieden gestört würden. Die Eingabe war ergebnislos. Jedoch machte die Bewegung einen gewissen Eindruck auf die Führer des Makkabi, die mit Herrn Oberrabbiner Chairn Sonnenfeld ■ln Verbindung traten und ihm verschiedene Versprechungen in bezug auf die künftige Wahrung des Sabbats gaben. Zu unserem Leidwesen wurden diese Versprechungen jedoch nicht gehalten. VIII. Presse und Drucksachenpropaganda. Trotz der schwierigen ökonomischen Bedingungen konnte der ״Kol Jisroel“ ununterbrochen erscheinen; zuweilen wurden auch Extraausgaben veranstaltet. Der ״Kol Jisroel“ beschäftigt sich mit allen auf der Tagesordnung stehenden Fragen und (eistet der Aguda auf allen Gebieten Spendet für den Kindergarten 111 tafle Mora dar Adas Jisroel, Wien, ll.r Neetroygasse 11 ihrer Arbeit und ihrer Einflußsphäre wesentliche Hilfe. Zur Feier seines fünfjährigen Bestandes gab der ״Kol Jisroel“ eine Jubilänmsnummer heraus mit einem Ueberblick über die bisherigen Leistungen der Aguda am Aufbau Erez Jisroels. Außerdem erschienen zahlreiche Aufrufe, Fingbliitter und sonstige PropagamJadruckschriiten zu gecigneter Zeit. IX. Die Aguda und die orthodoxe Gemeinde. In den Städten des alten Jischuw stand die Aguda in steter und bester Verbindung mit den orthodoxen Gemeinden und ihren Rabbinern. Es ist dies im besonderen in Jerusalem, Safed und Tiberias der Fall. Alle Aktionen zugunsten des religiösen Judentums und zur Hebung der Thora wurden in Gemeinschaft und gegenseitiger Unter- Stützung mit diesen Instanzen ausgeführt. In Jerusalem steht die Aguda in fester Verbindung mit dem Waad Hair Aschkenasi unter Oberleitung des Herrn Oberrabbiners Chairn Sonnenfeid, der auch der Vorsitzende der palästinensischen Landesorganisation der Agudas Jisroel ist. Im letzten Jahre konnte die Aguda die orthodoxe Gemeinde bei der Errichtung und Fundierung ihrer Schechita unterstützen. X. Außenpolitik. Auf dem Gebiete der Außenpolitik hat die Aguda große Fortschritte gemacht. Sie stand in steter Verbindung mit der palästinensischen Regierung, mit der Zentralregierung in London und dem Völkerbund. XI. Innere Politik. In der Gemeindefrage hat die Aguda Verhandlungen mit Waad Hair lejehudi Jeruschoioim angeknüpft sowie mit dem Waad Leumi, mit der Zionistischen Organisation und auch mit den gemäßigt Orthodoxen In den Kreisen der anderen Gemeinde. |B11!!ii11iii! In 11!1i111!11!!1!i| Grundstück 's Angelegenheiten I Hl ==5 | Kauf * Verkauf 1 | Verwaltung | fg Belehnung | H| betreffend 1 Häuser *Villen! | Güter jg wendet man sich vertrauensvoll an die 52 ==§ Realitäten-und Verwaliungikanzle! lü Dr. Jur. Marem Somer . Resolutionen des Zentralrates der Agudas Jisroel Rumänien. Der Zentralrat gibt seinem tiefen Schmerze über die an unseren Brüdern ln Rumänien in jüngster Zeit von betörten jugendlichen Elementen verübten Untaten und seiner Entrüstung über die rohe Schändung jüdischer Heiligtümer Ausdruck. Er appelliert an das Gewissen der rumänischen Regierung und fordert strengste Ahndung der begangenen Verbrechen. Kenessio Gedaitlo. Der Zentralrat beauftragt den G. A., die Buberufung der Kenessio Gedaulo im Sinne der Satzung unverzüglich vorzubereiten. Die Festsetzung von Zeit und Ort bleibt dem G. A. Vorbehalten. Voraussetzung für die Binberufung der Kenessio Gedaulo ist die Abführung der Kopfsteuern für das Jahr 5688 durch die Landesorganisatioti zur Feststellung des wahlberechtigten Mitgliedcrkreiscs bis zum 1. Nissan d. J. R a b b i n i s c 110 r Rat. Der Zentralrat beauftragt den G. A.. alle Mittel anzuwenden, um eine entsprechende Funktion des Rabbinisehen. Rates, und insbesondere dessen häufigeren Zusammentritt im Sinuc der Satzungen zu ermöglichen. Besonders wird der G. A. beauftragt, für die eheste Be- Stellung eines mit der Leitung der Agenden des Rabbinisehen Rates zu betrauenden speziellen Sekretärs Sorge zu tragen. Der Zentralrat drückt Herrn Oberrabbiner Fürst in Wien besonderen Dank für seine Bemühungen In dieser Richtung aus. Organisation. Der Zentralrat überweist den ihm vorgelegtcn Organisationsplan, der in seinen Einzelheiten nicht genügend durchberateii werden konnte, dem G. A. zur Beratung lind möglichst umfassenden Ausführung. Auli m. Der Zentralrat nimmt von den bedeutungsvollen Anregurigen und Vorschlägen des Referenten Dr. Nathan Birnbaum mit lebhaftem Interesse Kenntnis und beauftragt den G. A., zu erwägen, ob und in welcher Welse die Grundgedanken Dr. Birnbaums im Rahmen der agudlstisehen Organisation eventuell für einzelne Länder, verwirklicht werden können, y J u g c 11 d 0 rg a 1t i« a t i 0 n e n. Die vorgelegten Leitsätze betreffend Regelung der Beziehungen der Jugendorganisationen zu den Landes- Organisationen und zur Gesamtorganisation werden Ihrem Grundgedanken nach genehmigt. Der G. A. wird beauftragt, unter Berücksichtigung der in der Diskussion, geäußerten Abänderungswünsche sowie nach Anhörung sämtlicher beteiligten Landesorganisationen und unter Zu- Ziehung der Vertreter der Jugendorganisationen die Leitsätzc nochmals durchzuberaten und alsdann endgültig in Kraft zu setzen. G t m e i n d e b 11 d u n g f n P a 1׳ ä s t i n a. Der Zentralrat spricht der palästinensischen Agudas Jisroel, dem Waad Hair Aschkenasi. und insbesondere ihrem verehrten Oberhaupt. Rabbi Chaiim Sonnenfeld, den wärmsten Dank aus für den in jahrelangem, schwerem Ringen erfolgreich geführten Kampf für die Selbständigkeit der Orthodoxie in Erez Jisroel. Der Zentralrat spricht den dringenden Wunsch aus,' daß die selbständigen orthodoxen Lokalgemeinden in! heiligen Lande einheitliche seien und alle orthodoxen Juden umfassen, die aus religiösen Bedenken dein Waad Leumi nicht angehören wollen. Der Zentralrat erwartet daher von der Leitung der bereits bestehenden organisierten orthodoxen Gemeinde in Jerusalem (Waad Hair Aschkenasi). daß sie die äußersten Anstrengungen machen werde, um sowohl die jetzt neu gegründete ״Adaß Jisroel Hacharedis“ als auch alle in Betracht kommenden Kreise in einer einheitlichen orthodoxen Gemeinde zu vereinigen. Leitsätze betreffend A g 11 d a s - .1 ׳i s r o e 1׳- Jugendorganisationen. 1 a. In jedem Lande ist — vorbehaltlich der Zu- Stimmung des rabbinischen Landesrates — eine Jugend- Organisation zu errichten, die die einzelnen Jugendgruppen zusammenfaßt, neue gründet und ihre Tätigkeit regelt. 1 b. Aufgabe der Jugendorganisationen ist die Gewipnung der Jugend im Alter von 10 ,bis 24 Jahren für die religiösen Ideale des Thoraijuäentums und für die agudistisehe Gemeinschaftsidee. 2. Die Jugendorganisation untersteht der allgemeinen Aufsicht der Landesorganisation, die ihre Rechte durch drei in den Vorstand der J. O. zu entsendende Vertreter ausübt: ebenso entsendet der Vorstand der J. O. drei Vertreter in den Vorstand der Landesorganisatioti. 3. Anfragen der Jugendorganisation an den Rabbinisehen Rat des Landes erfolgen durch Vermittlung der Landeisorganisation. 4. Jede Jugendorganisation hat sich eine Satzung zu geben, die der Genehmigung der L. O. und des Rabbini»• sehen Landesrates bedarf. 5. Der Regel nach .sollen junge Leute, die das richtet hat, findet seinesgleichen weder in der jüdischen, noch in der Geschichte eines anderen Volkes.“ Aus diesen Schilderungen ist klar ersichtlich, daß Her ödes, obschon er den Titel Judenkönig führte, ein fanatIscher Hasser, ein grimmiger Feind der Juden war und seinen Stolz darein setzte, die Juden im eigenen Lande zu Sklaven zu machen, allen Erniedrigungen auszusetzen, sie dem Spotte, der Laune und der Böswilligkeit der Völker preiszugeben. Die Juden wurden vogelfrel erklärt, wer sich an ihnen sein Mütchen kühlte, der bereitete Merodes ein Seelenvergniigen. Das sahen, das hörten die Völker außerhalb Palästinas und taten dasselbe, und noch mehr als das, in der Ueberzeugung, daß sie dafür straflos, ja sogar verdienstvoll sind in den Augen Herodes׳. Zum Beweis dafür, daß die fremden Völker nur im Vertrauen auf den abgrundliefen Judenhaß des Herodes gegen die Juden alles wagten und daß Herodes ihr Berater und Beschützer in dieser Sache war, mag der Umstand dienen, daß die Juden aus Kleinasien und Lybien, als sie sich wegen der Leiden, die ihre Mitbewohner auf sie häuften, ah Augustus wandten, da erhörte dieser ihre Bitten und erteilte strengen Befehl, daß mau die Juden unbehelligt lasse, daß man ihre alten Vorrechte respektiere, daß man weder sie noch ihr Vermögen autastc, und mit besonders scharfen Strafen bcdrohte er all diejenigen, die es wagen würden, an jüdische Heiligtümer frevierische Hand zu legen. Als die Juden der jonischen Städte hingegen dieselben Beschwerden anführlen und ihr diesbezügliches Memorandum dem Agrippa, dem Schwiegersohn des Augustus, überreichten, der im Geleite des Herodes die Provinz durchreiste, da lautete die Antwort Agrippas, obwohl die Griechen gegen die gegen sie erhobenen Beschuldigungen nichts zu sagen hatten, daß er aus Liebe zu Herodes ihnen Gnade widerfahren lassen und ihnen Schutz gegen etwaige Ausschrei־ lausen bieten wolle. Es muß gar nicht betont werden, daß die Feinde der Juden vor diesen lendenlahmen Worten gar nicht erschraken, denn wenn Agrippa ihnen nur Gnade mit Rücksicht aui Herodes zuerkannte, so wußten sie hinwieder, daß sie infolge der Liebe des Herodes zu ihnen iukI in Anbetracht seines tiefen Hasses gegen die Juden ihr Verhalten diesen gegenüber durchaus nicht zu/ändern brauchten. So entstand durch das Verfahren Herodes’ gegen die Juden das Bewußtsein, daß sie ein inferiorer Menschenschlag seien, die jeder Bube ungestraft beleidigen, pekiigen, berauben darf, weil sie kein Gesetz schützt, weil die ihnen zugesicherten Rechte nur ein Papierfetzen seien, der keine Gültigkeit und dessen Uebertretung keine Straf- Sanktion hat. Was Wunder, daß ein solches Volk dem Mohne, der Verachtung zur Zielscheibe diente, da es doch an letzter Stelle unter allen stand, dessen Zugehörige nicht als vollwertige Menschen betrachtet werden, deren Leid kein Mitgefühl, deren •Elend keine Erbarmuns, deren Schmerzen kein Mitleid, deren Unglück keine Träne wert sind. So wurde Herodes der fluchwürdige Schöpfer des Judenhasses im Judenlande und ■seiner Umgebung, und als nach nicht langer Zeit danach die Juden, ihres Landes verlustig, ins Exil getrieben wurden, da zogen sie in aller Herren Länder schon als die Geächteten, als die Ausgestoßenen, als die Verachteten, als diejenigen Volkssplitter, die schon seit Jahrzehnten aller Rechte bar, ohne Schutz und ohne Schirm dastchen und die Fußtritte aller Gassenbuben geduldig über sich ergehen lassen mußten. So zog mit den Fahnen des überallhin sich ausdehnenden Rom der Judenhaß in alle Länder der jüdischen Diaspora. Josephus erzählt, daß Herodes, als er seinen Tod herannahen fühlte, Befehl erteilte, die Häupter aller angeseltenen Familien einzusammeln und sie beim Eintritt seines Todes zu töten, damit, wenn sein Tod bekannt wird, nicht, wie zu erwarten stand, allgemeine Freude, sondern tiefe Trauer in die Häuser der Juden einziehe. Zum Glück waren seine Schwester Salome und ihr Mann Aloxos gcfühlvoller, und noch ehe der Tod des Merodes bekannt wurde, gaben sie in seinem Namen Ordre, daß die Gefangenen unversehrt entlassen werden. Großer Jubel bemachtigte sich allenthalben, wo Juden wohnten, bei der Nachrieht, daß Herodes gestorben ist, denn sie dachten, daß mit ihm alles UebeJ zu Grabe getragen wurde, das sein Leben über die ,Juden gehäuft hatte. Wer konnte es damals ahnen, daß die Saat, die Jener abgefeimte Bösewicht gesät, noch Jahrtausende nach seinem Tode in die Halme schießen werde?! Wer sollte damals meinen, daß die Verachtung, der Haß und die Straflosigkeit aller Greueltaten den Juden gegenüber das Leben Herodes׳ überdauern werden?! Wer konnte es damals wissen, daß Herodes sich einen Jahrtausende überdauernden Leichenstein gesetzt hat aus jüdischem Weh und Leid, aus jüdischem Gut und Blut, aus jüdischen Tränen und Seufzern, aus der Asche zu Hunderttausenden verbrannter jüdischer Leiber und zertretender Jüdischer Herzen, aus den tausenden Ruinen jiklischer Lehr- und Bethäuser und den Himmel rot färbenden Autodaf6s jüdischer heiliger Schriften?! Wer es wußte? Unsere alten Talmudlehrer, die g-tcbegnadeten Lehrer wußten es. Von jener hohen Warm aus, von der sie die Geschichte der Menschheit übersahen, erfaßten sie die Tragweite des fluchbeladenen Wirkens Herodes׳. Sie begriffen, daß seit der Erbauung Cäsarens Jerusalems Unglück beschlossen war. Sie verstanden, daß es sehr lange währen werde, bis die Ehre und das Ansehen Jerusalems, die Herodes nach Cäsarca liiniiberraubte, dahin zurückkehren werde. Daher ihr im Traktat Mcgiilah so lapidar ansgedrückter, die ganze Golusgescbichte jtdes Judentums scheinwerferartig beleuchtender Sehersprach: ״Cäsarca und Jerusalem! Wenn dir Jemand sagt, daß sie beide darnicderliegen, so glaube cs nicht. Daß Cäsaren gefallen und Jerusalem sich erhoben, daß Jerusalem gefallen und Cäsarea sich erhoben, das magst du füglich glauben,“ Das fallende Jerusalem hat den Bau Cäsareas ermöglicht, das von seiner ethischen Höhe gesunkene und vcrpolitisierte Jerusalem hat das Gedeihen der Drachensaat des Herodes begünstigt, die Entpolitisierung und die Wiederaufrichtung Jerusalems auf der alten jüdischen Basis der G-ttinnlgkeit, des Thoragesetzes und reinen Menschtumes wird Cäsarea, diese hcrodeanische Schöpfung, dieses fiammendc Symbol, diese Hochburg des Judenhasses, in den Staub stürzen, alsdann wird versiegen die Quelie jüdischer Tränenbäche und Blutslrönie, zu Ende wird sein jüdischer Jammer upd mit ihm werden schwinden Weh und Elend der Gesamtmenschheit und das ״Jammertal“ wird sich in ein ״Paradies auf Erden“ verwandeln.