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Jüdische Presse · 1928-01-13 · 2 (13.1.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
2 (13.1.1928)
Date
1928-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 11 Die Palästinakonferenz der Agadas Jisroel in Berlin am 2. und 3. Tewetli (26. nnd 29. Dezember). Ausführlicher Bericht. Die Eröifnnngsltzung am Montag. Schon in den frühen Morgenstunden sind die Konferenzräume im Hotel Atlas gut besucht. Gegen 10 Uhr eröffnet Herr Rabbiner Dr. Moses Auerbach die Konferenz und!begrüßt als Vorsitzender des Berliner agudistisehen Palästina-Komitees die Delegierten und Gäste. Hierauf wird das Präsidium per Akklamation gewählt. Es sind gewählt die Herren: Julius Holländer, Dr. S. Ehrmann, Leo; Wreschner-Frankfurt a. M., Sfcadtrat Jakob Tr ockenheim-Warschau, A. W. Rosenz w e i g - Zürich, Stadtrat H e b e r - Kalisöh. Namens des geschäftsführenden Ausschusses begrüßt Herr Rabbiner Dr. Pinchas K 0 h n die Konferenz und gibt vor allem seiner Freude darüber Ausdruck, daß er, direkt von Erez Jisroel kommend, mitteilen könne, mit welchem Idealismus die dort für die Aguda tätigen Menschen ihr Letztes und Bestes hergeiben, u!m den agudistischen Idealen in Erez Jisroel zu dienen. Vor allem hält Herr Dr. Kohn es für nötig, darauf hinzuweisen, daß die Konferenz der Frage der ausreichenden Lehrerbesofldung in den agudistischen Schulen in Erez Jisroel sowie der Stärkung der Poale Agadas Jisroel in Erez Jisroel ihre ernsteste Aufmerksamkeit widme, wie dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Palästina- Zentrale •In ■ihrer .bisherigen Energie nicht erlahme, sondern sich bewußt sei, weloh unendliche Bedeutsamkeit dem Palästina-Aufbauwerk zuikomme, schließt Redner seine Begrüßungsworte. Herr Julius Holländer, welcher die Vormittags- Sitzung leitet, konstatiert, daß Delegierte aus Palästina, Amerika, Polen, Tschechoslowakei, Litauen, Deu tschIand, Schweiz, H011 and, Belgien, England und Oesterreich erschienen sind, und schlägt vor, zunächst den allgemeinen Bericht und den Bericht der einzelnen Laiidesorganisationen auf die Tages- Ordnung der Vormittagssitzung zu stellen. Es folgt dann der Tätigkeitsbericht 5687-88, erstattet von Herrn Dr. S. E h r in a n n. Redner schildert zunächst die durch die Wirtschaftskrise verursachten Schwierigkeiten bei der Tätigkeit der Palästina-<Zentrale. Zur Zeit der 4. AlijaJh wurde die Palästina-Zentrale, besonders durch die osteuropäischen Landesorganisationen, veranlaßt, große Bodenkäufe vorzunehmen, da den direkten Heißhunger nach Boden in Erez Jisroel zu stillen, Aufgabe der Aguda wäre. Die Palästina-Zentrale kam dieser Anregung nach und erwarb große Komplexe im Emek (Maohaneih Jisroel, Glam und Madhar), welche samtliehe auf den Namen der Agudas Jisroel in das Grundbuch eingetragen sind. Für Bodenkauf und Bewirtschaftung des Bodens sind im Jahre 1926 gegen M. 400.000 eingegangen; hievon M. 48.000 für Keren Hajischuw. Mach an eh Jisroel wurde gegründet und bis auf 1800 Dunaim. Boden an einzelne Agudisten verkauft. Die Mittel zur Kolonisierung von Maohaneh Jisroel wurden vom Keren Hajischuw den einzelnen Käufern vorgestreckt. Ms diese dann aber nicht in der Lage waren, die Summen zurüokzuza'hlen, geschweige denn, den Boden weiter zu kolonisieren, mußte sich die Palästina-Zentrale darauf beschränken, die 1800 Dunam Boden, welche noch nicht an Einzelibesitzer verkauft waren, allein weiter zu bebauen. Dank der Minifizemz der Herren Dr. Emil H i r s ch, Isaak• Nußbaum, Halberstadt und Leo Wreschner, Frankfurt a. M., Ist es gelungen, diesen Komplex bis zur Stunde nach .fachmännischer Beratung zu bewirtschaften, und Herr Isaak Nußbaum!hat es in.׳hochherziger Weise übernommen, nunmehr in den nächsten Wochen eine Reise nach Erez Jisroel anzutreten, um dort ,für die weitere Besiedelung der 1800 Dunam den Besledelungsplan festzulegen. In 01 a m und Madhar ist ebenfalls der gesamte Komplex kusohanmäßig auf Agudas Jisroel übertragen, ist -aber nach dem Ursprung noch bis zur Vollzahlunig des!bisher ratenweise geleisteten Kaufpreises mit einer Hypothek des arabischen Verkäufers belastet. Verhandlungen mit diesem arabischen Verkäufer in den letzten Wochen haben erfreuücherweise dazu geführt, daß nach Zahlung der nSc׳h'sten Rate Im März 1928 mehrere tausend Dunam hypothekenfrei werden. Der Besiedelung dieses Bodens duroh die Käufer steht .schon jetzt nichts mehr i!m Wege. Vor allem legte Redner Wert darauf, fesizustellen, daß entgegen den von gegnerischer Seite verbreiteten Gerüchten nicht ein Dunam Boden von Agudas Jisroel verkauft wurde, der nicht bereits grundbuchlicb in den Besitz der Agudas Jisroel übergegangen war. Im Jahre 1927 (hatte die Palästina-Zentrale lediglich M. 43.000 für Wirtschaftszweoke eingenommen, darunter zirka M. 10.000 für Keren Hajischuw. Außerdem wurden zirka M. 30.000 für die agudistischen Arbeiter in Erez Jisroel aufgebracht (Keren Haaulim). Die Besiedelung von Maohaneh Jisroel duroh Uebemahme von Aktien der von den oben erwähnten Herren gegründeten Habaith Co. Ltd. sowie die Er- Schließung von dam und Madhar dürften auf Wirtschaftlichem Gebiete die beiden wesentlichsten Punkte der nächsten Tätigkeit der Palästina-Zentrale darstellen. Naturgemäß!haben im Jahre 1926 die für den Keren Erez Jisroel eingegangenen ML 59.000 genügt, um mit ihnen und den Ueberschüssen aus dem Bodenverkauf das Kulturwerk der Agudas in Erez Jisroel zu fördern. Als aber im Jahre 1927 die Eingänge aus dem Bodenverkauf zurüokgingen, sah sich gllllllllllllllllllBllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinillllllli 1 DIE 1 I SCHÖNSTEN § IperdckenI ==: ® Bam1..₪׳WillHl ־= i AUS BESTEM HAAR ZU §j i BÜRGERLICHEN PREISEN f| וווווווווו!וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!ו I WIEN I. 1 I K'ARNTNERSTRASSE 28 g 1 BUDAPEST 1 | VACZI UTCA 19 | llilllllllllllilllllllililllllillllllllllllillllllllllinilllHIlllllli die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel veranlaßt, mit verdoppelter Intensität für ihr inzwischen erweitertes Schulwerk bisher unerfaßte Kreise zu gewinnen; M. H61000 gingen dafür in diesem Jahre ein. In Haifa wurde neben den bisher bestehenden Sobulen eine Talmud Thora unterstützt, die Mädchenschule in Jerusalem um eine Abteilung erweitert Ermöglicht wurde dieses durch die hochherzige testamentarische Stiftung des Herrn Adolf Lewln s. A., Haiberstadt. Die regelmäßige Unterstützung der B n e Zion-Schulen durch den Joint, der Mädchenschulen durch die Frauen hilfe für die Schulen in Erez und ein Breslauer Damenkomitee sowie eine starke Aktivität des Berliner A r b e i t sausschusses setzten die Palästina-Zentrale ln den Stand, wenn auch mit schwerer Mühe 1m abgdaufenen Jahre ihr Sohulwerk aufrecht zu erhalten. Leider konnte die Palästina-Zentrale längst nicht allen Anforderungen auf dem Gebiete des Schulwesens, die erst in jüngster Zeit wieder an sie gestellt wurden, gerecht werden. Es darf ohne Ue'bertreibung gesagt werden, daß mindestens die Eltern von weiteren 6000 Kindern ■bereit wären,!ihre Kinder agudistischen Schulen anzuvertrauen, wenn die hierzu nötigen Mittel bereit wären. Redner •hofft, daß die kommende Adar-AktJon der Palästina-Zentrale einen noch größeren Erfolg aufweisen wird als die vorjährige. Von den einzelnen Laiidesorganisationen!haben siah Insbesondere außer Deutschland, Amerika, Schweiz, Holland; Belgien und Oesterreich um das Schulwerk bemüht. Die Herren Jakob Rosenheim, Moses Blau, Moses Gl ückmän- Porusch und Rabbiner Frankel wie der Referent selber haben in der Bericbtsperiode die einzelnen Landesorganisationen •besucht und dort die Rosch Chaudesch- Spende eingerichtet, die aber noch immer nicht den größten Teil der Agudisten erfaßt •hat. Wenn jeder Agudist nach den Weisungen des rabbinlsehen Rates maasser min ׳hamaasserför das Schulwerk monatlich spenden würde, wäre Agudas Jisroel der Sorgen für das Schulwerk enthoben. Die Unterrichtssprache für ■die Mehrzahl aller Kinder ist Hebräisch. Das Programm ist im Einvernehmen mit den rabbinisohen Autoritäten Erez Jlsroels festgesetzt. Daß auch in gegnerischen Kreisen die Schulen allmählich Anerkennung Finden, belegt Redner durch einen Bericht •in dam zionistischen ״Haarez“ über die agudistische Mädchenschule in Safed, welche sowohl was Programm als auch äußere Gestaltung anlangt, als mustergültig hingestellt wird; es wird lediglich die minimale Bezahlung der Lehrerinnen (Pfd. Steril. 12 pro Monat) gerügt. Anläßlich der Erdbebenkatastrophe hat Agudas Jisroel durch eine schleunige Sammlung helfend eingegriffen, hat insbesondere einer größeren Anzahl jüdischer Institutionen und obdachlosen Familien im alten' Jischuw zur Seite gestanden. Die erste Sammlung ergab zirk* Pfd. Steri. 700, von denen Pfd. Sterl. 150 in den letzten Woohen von seiten der Berliner Gemeinde der Palästina« Zentrale der Agudas •Jisroel für die Notleidenden des alten Jischuw überwiesen wurden, wofür der Redner besonderen Dank den Herren vom Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlins ausspricht, welche sich darum bemühten. Ein Teil •der von der Schweiz zur Verfügung gestellten Gelder ,wurde auch für die!durch das Erdbeben geschädigten Araber verwendet. Die Tatsache, daß es der Palästina-Zentrale;1 der Agudas Jisroel gelungen ist, trotz der Schwere der Zeiten und trotz der Wirtschaftskrise in Palästina wenn auch nicht fortzuschreiten, so doch das Errungene festzuhalten, beweist, daß die Agudas Jisroel nicht bloß widerwillig und aus Prestigegründen sich der Erez JisroeliArbeit widmet, sondern, geleitet von •dem Gedanken, daß diese Arbeit eiben eine der zentralen Aufgaben der Agudas Jisroel ist, welche nur von der gesamten Orthodoxie zu lösen ist. Diese Erkenntnis durch Wort und Schrift zu verbreiten, hat ebenfalls die Palästina-Zentrale als ihre Aufgabe in allererster Linie angesehen. Monatliche Mitteilungen׳' in Der Ursprung des Antisemitismus. Von Rabbiner Jose! Adler, Schäßburg. Dieser Aufsatz war als Vortrag für einen von nichtjüdischer Seite eitiberufenen Demonstrationsabend gegen den Antisemitismus berechnet, der aber unterbleiben mußte, eben weil er demonstrativen Charakter haben sollte. •Es wird im Zusammenhang mit den in den letzten Jahrhunderten beispiellosen Vandalismen seitens der rumänischen Studenten wieder einmal urbi et orbi viel darüber diskutiert, worin eigentlich die Ursache des grenzenlosen, auf dem ganzen Erdenrund so allgemein verbreiteten Judenhasses zu suchen sei. Bs müsse doch, sagen auch die Wohlmeinenden, ein ZentraJanlaß sein, der in allen Völkern unter allen Zonen der Welt einen solch heftigen, Jahrtausende währenden Antagonismus den Juden gegenüber hervorgenifen und ausgezeichnet konserviert hat. Die Meiiiungen über diesen Zentralgrund gehen auseinander und lassen sich um drei Hauptpunkte kristallisieren. Im Mittelalter glaubte man, daß die Quelle des Judenhasses in der Religion zu suchen sei, und das hatte auch den Anschein der Wuhnieit für sich, weil der religiöse Fanatismus •dainals tiUsiichlich nicht nur gegen die Juden, sondern im allgemeinen gegen alle Andersgläubigen wütete. Allein nach ■genauer Erwägung wird man zur Ueberzeugung gelangen, daß der Haß gegen die Juden doch nicht mit uer Analogie des Hasses und der Verfolgung der Bekenner anderer Religionen erklärt werden kann, denn diese wurden tatsächlich auch nicht ihrer Religion wegen bekämpft und angefeindet, sondern aus politischen Interessen und Machtgelüsten. Die Bekenner anderer Religionen hatten nämlich ihr eigenes Land und Staatswesen, und diese, nicht die Religion, waren stets die Zielscheibe der sogenannten Religionskriege. Die Juden hatten aber im Mittelalter kein Land und keine politische Macht, die den Neid und das Gelüste der Völker zu erregen geeignet gewesen wären, somit fäilt der Hinweis auf die Behandlung anderer ReÜgionsbekenner hinweg. Jedenfalls kann der Judenhaß mit der Religionsverschiedenheit aber nur einigermaßen motiviert werden, soweit es sich um die Judenuntcrdrückungen und -Verfolgungen im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit handelt, denn damals war noch wirklich ein religiöser Fanatismus, eine, so paradox es auch klingen mag, religiöse Scheelsucht und Mißgunst, religiöse Unduldsamkeit und Eifersucht bei den Völkern der Erde anzutreffen. Die Vorbedingung dieser häßlichen Erscheinungen war aber die große Anhänglichkeit an die eigene Religion, der große, unbezähmbare Eifer dem eigenen Bekenntnisse gegenüber. Diese im religiösen Herzen tief verankerten Gefühle wurden aber in den letzten Jahrhunderten ׳immer rarer, •immer schwächer, man konnte den Haß Andersgläu- ׳bigen gegenüber nicht mehr restlos aus ihnen hervorgehen lassen; aber der Judenhaß verlor doch nicht an intensivität, ja er wurde gar womöglich noch stärker, jedenfalls organisierter und raffinierter. Nun mußte man aber nach einer Erklärung dieser Erscheinung suchen. Da bekam der Judenhaß den hochtönenden Namen Antisemitismus und mit einem Schlage war nun schon mit dem neuen Namen zugleich auch die neue Begründung für den Haß gefunden. Die Juden sind nämlich eine andere, u!nd zwar inferiore Rasse, die eine solche Menge Rasseneigenschaften böser Sorte besitzt, die es den anderen Menschen, •den Abkömmlingen edlerer Rassen, unmöglich machen, mit den Juden in freundlichem Einvernehmen zu leben. Allein die Rassentheorie hat eine ganze Bibliothek von Werken pro et contra geschaffen. Gelehrte von Weltruf traten in die Arena gegen die Beschränktheit und Bös- Willigkeit der schmalstirnigen Afterwissenschaft der Rassendisziplin, u!nd es gehört nicht mehr unbedingt zum bon ton, ein Antisemit vom Rassenstandpunkt zu sein. Der Antisemitismus ist aber nicht schwächer geworden, er nimmt sogar immer greifbarere Gestalt an, seine wohlorganisierten Bewegungen nehmen an innerer Vertiefung und äußerer Ausdehnung zu. Da mußte nach einem anderen Zauberwort gesucht werden, das die dem Körper des Antiseimltismus entfliehende Seele aufhalten oder sie mit einer anderen ersetzen soll. Und wenn man eifrig sucht, so findet man. Und man fand, daß der Judenhaß eigentlich Wirtschaftlicher Natur sei; der noch nie dagewesene Kampf ums Brot, den die Juden durch ihre kapitalistische, auf rücksichtslose Aussaugung der Nebenmenschen aufgebaute Mentalität bis ins Unerträgliche steigern, löst den nicht zu stillenden Haß aller Völker gegen die Juden aus, der so lange dauern wird, bis die bezeichnete Vorbedingung des heutigen Wirtschaftslebens dieselbe bleiben wird. Die Widerlegung dieser Behauptung ist ja so auf der Hand liegend, daß man den Bekennern dieser Motivierung des Antisemitismus geradezu die bona fides abzusprechen geneigt ist. Niemand kann so vroeingenommen, so weltfremd sein, um sich einreden zu lassen, daß das jüdische Volk ausschließlich aus Kapitalisten besteht; jedermann ist es ja bekannt, und das wird ja der Judenheit ebenfalls zum Vorwurf gemacht, daß sie an der Schöpfung und Propagierung des Sozialismus oder gar Bolschewismus ln allzu hohem Maße beigetragen bat. Und es ist ganz gewiß: wenn durch ein Wunder der Kapitalismus über Nacht schwinden würde, bliebe der Antisemitismus in ganzer Kraft weiter bestehen und es würden sich ,nur seine Paten um einen vermehren, der ihm den geänderten Umständen gemäß einen anderen Namen und eine andere wissenschaftliche Erklärung geben würde. Die vielen Namen und Begründung cm, die der Judenhaß im Laufe der Jahrtausende bekommen und die alle insgesamt an einer inneren Unwahrheit leiden, sagen uus eindeutig, dnß die Prämisse, d׳aß es ein Zentralmotiv zur Erklärung des unter allen Völkern der alten und neuen Welt stark oder stärker verbreiteten Antisemitismus geben müsse, wahr ist, die bisnun gegebenen Deutungen sind jedoch alle falsch. Wir sind aber an der Hand der Geschichte in der Lage, ganz genau und zuverlässig die Zeit und den Ort anzugeben, wann. und wo der Judenhaß in jenen wohlbekannten Erscheinungsformen einsetzte, und wir können in Verbindung damit den Ursprung dieses Hasses sowie auch die fluchwürdige Person feststellen, die so ,'unsäglich viel Jammer und Unglück über Millionen Menschen heraufbeschworen hat. Wir machen ganz einfach einen Rundgang in der jüdischen Geschichte von ihren ersten Anfängen, wir prüfen die einzelnen Epochen derselben, ob in ihnen etwas von Judenhaß und Verachtung zu entdecken sei, und wir werden die Wahrnehmung machen, daß das jüdische Individuum und .Volk Ins in den

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