Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 2 (13.1.1928)
- Date
- 1928-01-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2629891-2630244-2630246--2830-2634745- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 10 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 LebensversieiieraagS'&esellsGiiaft ,Pnönix" Zentraldirtktfon! Wien, I. Riemergassc 2 gm Gegründet 1SS2 Gegründet 1692 m || ft>Hein8ml)lt!J AMienkapUai 4,000.0110 $d7nnng §3 — Vtntöigrafigsbtthni per Ende Joni 1921 Wir 1300 Honen Schilling 55 Prämien־ omt Snttnelunahne £2 1« Mn 192$ rmd 51 Honen Shilling gg Vertragsanstalt zahlreichef gewerblicher Orga ss nisationen und ßerufsgr uppen im In- und Aus- £2 . lande, empfiehlt steh zum Abschlüsse von £5 Lebens-, Renten-, Aussieuer-, Unfall-, S55 Haftpffcht-, Autoversicherungen gs Filialen in allen Bezirken Wiens, in allen 55■ Landeshauptstädten und größeren Ortschaften £=: Oesterreichs ga : Tätigkeitsgebiet außerhalb Oesterreichs: 55 Deutschland, Frankreich, Betgien, Holland, Spanien, £55 in der eechoslöw. Reputnik, Polen, Ungarn, Jugo* £55 slawlen, Bulgaren. Griechenland, l'thkcl, Ac.ypten 25 und Palästina SS3 den! Schmutz, der durch Entgegennahme von solchen Geldern nolefl6 volens an der Hand haften bleibt. Es ist dies eitle bittere Wahrheit, die aber dennoch unsgesprochen werden muß. Es ist selbstverständlich, daß die KuHusgemeinde ihren Rabbinern eine a u s k ö m m l i c 11 e Lebensstellung und ein Aequvivalent für den Enlifal! dieser ״Nebenemolumente“ bieten müßte. Aber diese Nebenelnnahmen müssen verschwinden, falls man ernstlich für eine religiöse Renaissance der Wiener Judenschaft arbeiten will. Vielfach wird behauptet, daß diese ״Nebeneinnabmeii“ zu den schönsten Traditionen der rabbiuischen Einkünfte gehören und daß auch die berühmtesten tabbin Ischen KoryöMen der verflossenen Jahrhunderte solche Entlohnungen für Ihre Funktionen entgegennahmetu Da muß man staunen, daß moderne Rabbiner nun auf einmal gerade in diesem Punkt so stolz auf die ׳■Traditionen ihrer Vorgänger Mnweisen. Führen doch diese Traditionen zu Menschen und Verhältnissen .,die ma.11 mit den heutigen einfach nicht vergleichen kann. Was von den Rabbinern hier in aller Ehrfurcht gesagt wurde, paßt in vielleicht noch gesteigertem Maße auf die übrigen Fiuu'ktiqnäre. Also werden die׳ fünfhunderttausend!SciMlilIng, die die Kultusgemeinde für den g-ttesdienstlichen. Betrieb in ihren sechs Synagogen und ihrem Rabbinat aufwendet, reichlich durch den Umstand paralisiert,־ dsiß der ,moderne Großstadtjude nicht ln dem richtigen persön« liehen Verhältnis zu den Führern seiner Synagoge steht. Tatsächlich ist ln d i e s e 1t Synagogen von einem pulslcfeiiden religiösen Leben,׳ das so tief im Wesen des Jüdischen Menschen liegt, nichts 3511 merken. In diesen großen Synagbgen Ist alles kühl, ohne Stimmung, man möchte fast.sagen mechanisiert. Man kommt selten aus Minen erbaut, oft aber ge langweilt und ermüdet. Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack — 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons JUI9US HABER Kehlen- und Koknaraßhandluna Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-378 Wien, II., Taborsträfle 9 Fariliprtchar Nr. 41-O-Sf auf dem Gebiet des Schulwesens, auf dem Territorium der Wiener Kultusgcmclnde herrscht. Als Einleitung zu der Behandlung dieses Kapitols muß vor Augen gehalten werden, daß die Kulfusgemeinde schon aus rein fiskalischen Gründen, um Steuerobjekte zu besitzen, Wert darauf legen müßte, eine jüdisch fühlende, in jüdischen Kenntnissen ver- « siertc Generation hcranzubilden, denn die Furcht, die Gemeindesteuern^den Lebe •n sb e d ü r -f n i s s e n •der Kultusgemelnde angemessen zu er* höhen, ist wohl unseres Erachtens übertrieben, aber leider nicht so leicht von der Hand zu weisen. Wie sind diese Steuersätze beschaffen?!Bei allen Wahirechtdcbattcn in der Kultusgemeinde hört man, daß filr sechzig Groschen pro Jahr jedermann Mitglied dieser Gemeinde werden und somit das Wahlrecht, das Mitbesthmnungsrecht an dieser Kultusgemeinde ausüben kann. Wir staunen über ‘die G e r i tt g IÜ g i g k e i t dieser Summe. Wir sind ehrlich überzeugt, daß die jüdischen Gemelnden n 1 c h t v o n d c n '1M i 11 i o n e in der S •p 11 z c n der Finanz w e 11, sondern von •den Groschen der kleinen Leute erhalten werden. Aebr es wirkt doch tief degradierend auf den m 0 r a :1 i s ch c n Wert einer Kultusgemelnde, •wenn man einen Mindeststeuersatz von sechzig Groschen vorschreibt. Es gibt kaum einen Verein, eine Korporation, von den Gewerksehaften, von Arbeitervereinen gar nicht zu reden, wo man mit einem Jahresbeitrag von sechzig Groschen das Auslangen finden würde. Die verantwortlichen Führer unserer Kiiiltusgemeindc fürchten sich heute, diesen lächerlich geringen Steuersatz 211 erhöhen, da sie eine F1 u c 111 a u s d e r •K u 1 tu s g em c i!1 d e b e f ü r ch t e;n. Upter diesen Umständen, müßte man eben dieser Fluchtgefijihr mit aller Energie entgegentreten.1, Man müßte mH allen Mitteln die Jugend für das Judentum und die jüdische' Gemeinde interessieren. Das geschieht in Wien nicht. Der Religionsunterricht ist u 1t z u iä u glieh, schon deshalb, weil man in 50 bis 60 Stunden im Jahr bei einem Massen u 111 e r r 1 c 11t nichts erreichen kann, und inan kann ohne Uobertreibung behaupten, daß Pulsierendes religiöses Leben findet man in den kleineren, sogenannten Vereinsbethäusern, die nur selten von dem Strahlenglauz des Interesses der Kultusgemelnde, zu deutsch: Subvention, erhellt werden. in vielen dieser Befchausverelne wirken Rabbiner, die wohl meistens nicht auf Titel und Mittel eines ,,Geineiuderabblners“ Anspruch erheben können, deren Einkünfte in krassem Gegensatz zu ihrer großen Familie — sie haben sich ja noch nicht auf das Zweikindersystem festgelegt — sich zwischen hundert bis dreihundert Schilling!monatlich bewegen; trotz ihrer Anmut sind diese Rabbiner in ihren Syuagogen als Führer, als respektierte Persönlichkeiten anerkannt, und täglich morgens und abends lehren sie jiidisehe Weisheit jüdischen Menschen, die noch gewohnt sind, das Wort G-ttes nur von jenen entgegenzunehmen, die in ihrer Lebeiisauschauung und Lebensführung selbst von der Wahrheit und Heiligkeit dieses G-tteswortes tief durchdrangen sind. Für diese Zellen des religiöse«! Lebens in Wien, für diese wertvollen Zellen, aus denen der ragende Bau einer religiösen Renaissance in Wien entstehen könnte, hat die. Kultusgemeinde nichts übrig. Nichts übrig ist 'vielleicht zu gelinde gesagt, denn die Kui- Hisgemeinde wendet für diese Zwecke ungefähr 10 Prozent des Budgets der sechs Gemeindesynagogoti, fünfzigtausend Schilling, pro Jahr auf. Wenn wir die Zahl dieser subventionierten Bethansverehie, nicht alle sind dieser Gnade teilhaftig, der Einfachheit halher rnt fünfzig ׳ annehmen, so fällt auf jedes einzelne tausend Schilling jährlich. Dreieinhalb Schilling für den Kultus pro Kopf und Jahr; tausend Schilling pro Jahr und Bethausverein, das sind charakteristische Ziffern. Das sind die Summen, welche die Wiener Kultusgemeinde, die Wert darauf legt, als K u 1 t u s gemeinde zu erscheinen, für den Kultus jährlich auiwendet. Fünfzigtausend Schilling für fünfzig Bethausvereine, dies ist der Aufwand, den die Wiener Kiütusgemeimde für diese wertvollsten Kristallisationspunkte des religiösen Lebens in Wien bietet. Trauriger, als dieses Kapitel ist mir das, was von zehntausend jüdischen Kindern beiderlei Geschlechtes, die durchschnittlich die Volks- und Bürgerschule in Wien besuchen, nahezu 8000 bis 8500 am Ende ihrer Schullaufbahn des hebräischen Lesens unkundig, bar des primitivsten Wissens über das positive Judentum ihre Lebenslaufbahn beginnen. Das Wenige, das man‘ihnen über religiöse Dingo in den Schuljahren vermittelt hat, wird in den folgenden Jahren des Sturmes;und des Dranges nach einem Stückchen Brot vergessen. Daß bei dieser Sachlage die Pluchtgefahr gegeben ist, ist sicher. Schuld daran sind aber jene, die für das Schicksal der zweitgrößten KuHusgemeinde in Europa verantwortlich sind. Damit wir aber die Balm der Ziffern nicht verlassen, Wollen wir vermerken, daß für diesen offiziellen Religionsunterricht, abgesehen von den Aufwendungen des Staates und der Stadt, die Kuitusgomeinde jährlich hundertfünfzigtäuseud Scliil* ling aufwendet. ספ" איריות סופ״ייים תוכו רצוף אהבה מכתבי קודש מגאוני גדולי הדור ראשי הנולה ממשפחות איגר־סיפר העהיסה ועוד מי רולי ישראל אשר ערכו מכתבים אליהם וסחור טרביגו הגדול מופת הדור מרן עקיבא א י ג ר זצ״ל אברקיה פיינא והמרינה ומרבינו הגדול מופת הדור■ מרן משה סופר זצ״ל חתנו אברס״ש ברעש־ מרב ומבנם רביני הנחל מרן אברהם שמואל בנימין זצ׳יל אבדק׳יק פ״ב ואחיו רביני הנחל מרן שמעון ם 1 פ ר זצי׳ל אבדק״ק קראקיי. יכילו תורה חכמה מיסר הנהנות טובות משולסת בסיפורים נפלאים אשר חיבור סח במקצוע הזה עוד לא הי׳ בעולם הספרות ונלוח אליו אילז ספר יחים שתי משפחת אלו סחר תר כל אלה לקטי ואספו וחוברו לה יחדיו עם הויספית והערות יקרות רבות ונחמדות רב התוכלת בהרבה ענינים מאת בנם ונכדם הצעיד רדק שלמד סוסי בהנמהראשבס זצ״ל אבדק״ק כערעגסאם והנל'ל יע״א FRANZÖSISCHE LINIEN VON HAMBURG, HAVRE, BORDEAUX, GENUA, MARSEILLE NACH SÜD-AMERIKA iminiiiiHiiiniiimtiiiitniiinimiiHiiiiHiimiinnininiiuiinmnimimiiiH BRASILIEN, URUGUAY, AROtN IINIEN KUBA, MEXIKO;llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllillllllllllllllllllllllllllir COLUMBIEN llilillllllllllllllllllllllllllilllllllllilllllllllinillllllllllllllllllllllllllllllllllllf ' VORZÜGLICHE EINRICHTUNGEN DER 3. KLASSE RITUELLE KÜCHE WIEN, IV., WIEDNER GÜRTEL 24 (GEGENÜBER SÜDBAHNHOF) Wem! wir nun oben •bei einer Anzahl von Schulkindern in der Höhe von 1500 bis 2000 angenommen haben, daß sie mit dein hebräischen .Buchstaben etwas vertrauter, des jüdischen Geistes etwas kundiger sind, so haben wir optimistisch angenommen, daß diese Kinder eine Bibeischule, private Kurse, Chadarlni und Talmud-Thoras, besucht haben. Diese 2000 Kinder geben förmlich den Kern einer gesunden religiösen Entwicklung, die Basis unserer Hoffnung für die Zukunft ab. Was wendet die Kultusgemelnde für diese Bibelschulen, Talniud-Thoras, Chadarim und Lernvereine auf? Mit hunderttausend Schilling kann diese Summe bezittert werden. Die Winzigkeit dieser Summe wird nur dann klar erfaßt werden können, wenn mau •bedenikt, daß d i eselbe Kultusgemelnde für ״die Bibliothek seohzigtausend Schilling im vorigen Jahr aufgewendet hat. Sicherlich benötigt eine solch große KuHusgemeinde wie Wien eine reichlich ausgebaute und wissenschaftlich geleitete Bibliothek, aber dort, wo für die lebendige Zukunft, für die religiöse Unterweisung und Ertüchtigung der Jugend, die heute nur in den Bibelschulen und in ähnlichen Anstalten, wenn überhaupt irgendwo Yorgenommen wird, insgesamt bloß hunderttausend Schilling übrig sind, muß man sich wundern, wie dieselbe Kultusgemelnde sechzigtausend Schilling für Bücher und Bibliothek ausgeben kann. Hat man dort, wo über das Budget entschieden wird, gar kein Verständnis für das Lebendige im Judentum? Daß man förmiieb von einem bösen Schicksal geleitet, nur für die erstarteten, leblosen, mechanisierten Teile des Kultus und der jüdischen Kultur Verständnis hat und sich geradezu Instinktiv von allem abwendet, was mit dem Leben, was mit der Zukunft, was mit dem jugendfrischen Aufstieg des jüdischen Lebens zu tun hat. Wär waren in unserer Kritik bestrebt, •innerhalb des Rahmens des heutigen Budgets auf die abnormale Gliederung, auf die tt n s y rn e t r i s c 11 e n Proportionen der einzelnen Posten hinzuweisen. Von der Personalpolitik der Kultusgcmeinde sprechen wir absichtlich nicht, obwohl auch dieser Posten ein bißchen genauer betrachtet werden müßte. Gab doch die KuHusgemeinde im Jahre 1927 für die Zentrale — Verwaltung und Steueradministration eine Million Schilling (einFünftel der Gesamtausgaben) und für •die Personalausgaben aller Ressorts zusamineugefaßt, zweimillionenzweihundertfünfzigtausend Schilling (40 Prozent der Gesamtausgaben) aus. Allein die sachlichen Momente stehen in unserer Betrachtung diesmal im Vorder- «rund. Eine Sanierung der Finanzen der KuUusgenicimle können wir nur Hand in Hand mit der Ausrottung der religiösen Defizitwirtschaft vorstellcn. Dies ist nur zu erreichen, wenn die Aufbauarbeit bei der Jugend begonnen wird. Systematische Schaffung von Kiudergärteii, jüdischen Voll- und Religionsschulen, kann nur eine Generation aufzüchten, die fähig ist, allen sozialen, kulturellen und reiigiöseu Aufgaben einer großen Kutusgemeinde gerecht zu werden. Dieses Ziel ist kein «׳ t o pi s t is c h es, es ist zu erreichen in vollendetem Maße, wenn die KuHusgemeinde sich entschließen würde, für das Schulwesen ebensoviel zu verausgaben, wie für das Wohlfahrtswesen* und für den Kultus soviel wie etwa für den Bau der neuen Zereinonieulialle am Zentralfriedhofe. Zwei Millionen Schilling jährlich würden hinreiclieu, um in allen Wiener Bezirken solche Schulen, die ein wirkliebes jüdisches Zentrum bilden und eine gesicherte Zukunft vorbereiten würden, zu errichten. Woher auf einmal diese große Summe beschaffen.׳־ Darüber wollen wir in einem weiteren Artikel schreiben. * P. 0732243412^7^673463^