Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 2 (13.1.1928)
- Date
- 1928-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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N0v!fl0r6 vfofotoä povofenÄ rfaäfl post a lefegfih׳•! y Bratislave Öls, 41572-10-20. Zdtoflisn tob! Vertexe« thmMi Journal expOdie par rediteas• ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion n. Administration 1 Wieo,!!..Leopolds• Itaae 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4694־4״. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. ■racheint Jeden Freitag. -- RedkktU»n«1cblnaa: PEr Artikel Sonata«, Wr Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Ausland 8 Dollar. Kr. 13.45S; für Polen: Postsparkassen am» Warschau. Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassen amt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassen an) Prag Konto Nr. 53.380; für Jugoslawien: Postsp . Amt Agram,Ko. N <«.317; für dte Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117 für Deutschland» Postscheckkonto Rerttn Nr 132.019 Nr. 2 | Wien-Bratislava 13. Jänner 1928 nBVWB נ׳ na»r־*W IW 14 Jahrg. Agodas JM Otts- und Jaoemtgroppe. Wien Samstag den Id. Jänner 1928, um 728 Uhr abends im Festsaale des Alten Rathauses, Wien, Z, Wipplingerstraße 8 Tagesordnung: Die Berliner Zentralraistagnng Referent״. Herr Rabbiner Dr. Pinchas Rohn, Vorsitzender des G. A. Die Frankfurter Tagung Referent״. Herr Siegmund Stern, Delegierter der Arbeitsgemeinschaft agudistischer Jugendgruppen , Gäste, Damen und Herren willkommen! Asadai Jtsroe! Orfs- und Jagendgruppe, Wien iür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VIL, Kaisersirafje 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezialiious Oesterreichs שומז כשי (תחח השגחח הרג ר ישעי פורסט שיפשוהר) Erzeugt unter Autsicht Sr. Ehrwuruen Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) U eberall erhältlich! Kultus und Unterricht die Stiefkinder der Wiener Kultusgemeinde Vorschläge zu einer wirklichen Sanierung In unserem vor wöchigen Leitartikel hatten wir die Gliederung des Budgets der Wiener Kultusgemcinde einer kritischen Betrachtung unterzogen und an Hand der Haaiptausgabenposten gezeigt, daß Die Wiener Kultusgeraeinde weder ihrer s t a t u t a r isehen Bestimmung noch einem natürlichen Selbsterhaltungstrieb entspricht, da sie für eigentliche Kultuszwecke (S 900.000) nicht einmal ein Sechstel ihres Gesamtbudgets von 5,5 Millionen Schilling aufwendet. Wir haben hauptsächlich zwei Ziffern gegenübergesteiilt, und zwar die Ausgaben für das G emeindespital und Versorgungshaus in der Gesamthöhe von S 1,300.000 einerseits und die Ausgabepost für den gesamten Kultus und Unterricht in der: Höhe von S 1,270.000 andererseits. Um Mißverstandnissen vorzube-ugen, halten wir es für unsere Pflicht, nochmals zu •betonen, daß wir nicht die Ausgaben .die obenbezeichneten Fürsorgezwecke für zu hoch, sondern die Budgetierung des Kultus und׳ Unterrichtes für zu niedrig finden. Es ist geradezu lächerlich, daß man die gesamten religiösen und kulturellen Bedürfnisse einer jüdisehen Gemeinde von einer Viertelmillion Seelen mit eineinviertel Millionen Schilling befriedigen will. Die bei den Statistikern beliebte Methode, diese Summe auf den Kopf umzureclmen, würde ergeben, daß die gesamten religiösen und kulturellen Bedürfnisse eines Wiener Juden mit fünf Schilling und noch genauer mit dreieinhalb Schilling für den Kultus und eineinhalb Schilling für den Unterricht por Kopf und Jahr von der Kultusgemeinde bedacht sind. Allerdings ist die religiöse Versorgung, die die Wiener israelitische Kultusgemcinde ihren Mitgliedern angedeihen läßt, kaum mehr als fünf Schilling pro Kopf und pro Jahr wert. Man möchte lachen, wenn die Sache nicht so traurig wäre, denn es liegt eine tiefe Tragik in den Kapiteln, die im Budget der Kultusgemeinde dem Kultus und Unterricht gewidmet sind. Wir haben bereits vorige Woche festgestelit, daß die Aufwendungen für diese Zwecke völlig unzulänglich sind. Nun müßte man annehmen, daß zumindest diese Verhältnismäßig geringe, für diese Zwecke bestimmte Summe ra ti 0n e 11 und zweckdienlich verwendet wird. Weit gefehlt. Es gibt in Wien in den einundzwanzig Bezirken insgesamt sechs Gemeindetempei, bei denen die Kultusgemeinde als solche sowohl die Sachwie die Personälausgaben trägt. Die Erhaltungskosten dieser Gemeindetempel inkl. der Aufwendung für das dreigliedrige zentrale Rabbinat belaufen sich auf ungefähr fünfhunderttausend Schilling. Es fragt sich nun, ob dieser Aufwand für diese sechs Gemeindesynagogen auch dem Erfolg entspricht, der sich in der Befriedigung von religiösen Bedürfnissen äußern sollte. Jeder sachliche Beobachter wird zugeben müssen, daß in diesen Gemeindesynagogen wohl viel Glanz, aber sehr wenig Wärme herrscht. Da aber bei religiösen Gefühlen Wärme belebend, Glanz eher tötend wirkt, kann man sich leicht eine Vorstellung von der religiösen Auswirkung der von der Gemeinde unterhaltenen Synagogen machen. Tragisch an dieser. Situation ist, daß man die einzelnen Funktionäre der Synagogen für diese Fehlleistung gar nicht verantworte 1 i c h machen kann. Sie sind alle in ein System hineingepreßt worden, aus dem sie, selbst wenn sie wollten, nicht herauskommen können. Die Schäden dieses Systems zeigen sich geradezu in erschreckender Weise. Der Wiener geht ungern in den Tempel, weil er kein Vertrauen zu den Funktionären hat, die in diesen Tempeln G-ttesdienst abhalten. Die schönsten Predigten des Rabbiners ergreifen ihn nicht, weil er der Meinung ist, daß diese Worte nicht , aus dem Herzen gesprochen sind. Es liegt in ,diesbrii 'Vorurteil eine-böse und verhängnisvolle Verallgemeinerung; aber man beschönigt gerne die eigenen Fehler, indem man über die Fehler an derer spricht. Der Wiener weist jede religiöse Ermahnung über seinen Lebenswandel, über seine religiöse Oberfläch• lichkeit, über seine moralischen und menschlichen: Fehle! gerne mit dem Hinweis von sich, daß die Herren Rabbiner nur auf die Füllung ihrer Taschen bedacht sind, und dies deshalb, weil die sogenannten Kasualien (Funktionen bei Trauungen und Begräbnissen) fast die einzige- Gelegenheit bieten, wo der Großstadt Jude seinem Rabbiner als Mensch dem Mensehen gegenübersteht, und weil bei dieser einzigen Gelegenheit, die wie keine andere zur religiösen Ermahnung und zur sittlichen Ertüchtigung geeignet wäre, die Hauptsorge der Beteiligten die Höhe des Honorars bildet, daß man den Funktionären bieten muß. Es wäre ungerecht, den Rabbinern allein die Schuld an diesem Uebelstand zuzusohreiben. Es ist eine allgemein menschliche Erscheinung, daß niemand eine Verdienstmögliohkelt preisgibt, die sich auf Grund der Gewohnheit ihm bietet, auch Rabbiner nicht, selbst dann nicht, wenn die schädlichen Wirkungen dieser VerdienstmögHchkeit augenscheinlich sind. Wie sich aber, das gibt heute jedermann zu, die ganze Stellung der Rabbiner ln Wien mit einem Schlage sich ändern würde, wenn dieses — wir wollen das Kind beim richtigen Namen nennen — wenn dieses Trinkgeldsystem abgeschafft werden würde, beweist am besten der Umstand, daß der jüngst verstorbene Oberrabbiner Dr. C h a j e s nach _• dem Urteil vieler ernster Kenner der Verhältnisse seine überragende Stellung dem Umstand zu verdanken hatte, daß er von vornherein seine Hände rein hielt von Der Kauf einer Perücke ist eine Vertrauenssache! pr״XZ gttoke Ofihmar Schifft neu erschienene Hedeausgabe haus?01 HMß R^SCfrllFFa811^fert°^eil urzeunten m Matena die besten, m Mode die geschmackvolls-en und im Preise oer Qualität uno Auslihrung enirpuchend bi 11 •guten . v.i-cKen. D»f ornehmsten und elegantesten orthodoxen jüdischen Damen aller Weltteile gehMen zu den anhänglichsten Kunden O t h m a r Sch i f f 8. Im Falle Sie, gnädige Frau, die erwähnte Moäeausgäbe über Perücken der Firma Otnmar Schiff noch nicht bes tzen, verlangen Sie deren kostenlose Zusendung von der Perücken-Kunstwerkstätte OTHMAR SCHIFF, Wien, I., Kärntnerring Nr. 6 KEINE FILIALEN I TELEPHON Nr. 5103• 62 KEINE FILIALEN 1 Irrtümern vorzubeugen, bnte gefl. den Vornamen ״Othmar‘ urd die Adresse genau zu beachten{