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Jüdische Presse · 1927-12-02 · 44 (2.12.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
44 (2.12.1927)
Date
1927-12-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Hf.־Ä JÜDISCHE PRESSE Seite 273 *Her prinzipiellen Verwahrung vielleicht geeignet gewesen wäre, der Jugend 1mehr als gut in •ihrem ־ der Balfour-^rklärung innerlich stark verbundenen politischen Messianismus entgegenzukommen“ und davon, daß ״dieser Entwurf durch die ganz im Sinne Birnbaums wirkenden starken Gegenströmungen . . . verdünnt und verwässert wurde“. Ist es möglich, daß Rosenbeim, der hervorragendste Exponent dieser Gegenströmungen, nur vor den Misrachisten, die sich doch wahrlich nicht zur Aufnahme in die Aguda drängten, und nicht vielmehr vor einef Misrachiade in der Aguda selbst auf der Hut war? Wenn er aber trotzdem niemals seiner Sorge prinzlpiellen Ausdruck gegeben hat und die Gefahr jetzt schon für überwunden zu halten scheint, während •ich ausdrücklich von einer drohenden Durchsetzung der ganzen Orthodoxie mit modernistischen und zionistischen Ideen spreche und diese Gefahr auch jetzt leibhaftig und unvermindert vor mir sehe,* wenn er der orthodoxen Presse ein Wohlverhaltungs- Zeugnis ״im Sinne Birnbaums“ ausstellt, während doch so manche Stellungnahmen im entgegengesetzten Sinne vorgekommen sind, die ihm wohl auch nicht ganz angenehm gewesen sein mögen; wenn er es für beste jüdische Tradition hält, sich der Juden vom neuen Typus anzunehmen, so sie als Juden verfolgt werden, während ich glaube, daß nicht sie als Juden, sondern die Juden um ihretwillen und statt.ihrer verfolgt werden, und daß es nicht angcht, Judentum und Judenheit mit diesen Unseligen zu idetUifizieren und für sie büßen zu lassen; wenn er endlich glaubt, daß die selbständige Orthodoxie in ■bezug auf Erez Jisroel nichts mehr oder nichts anderes tut, als die natürlich auch von mir (s. meine Schrift!) als tief verpflichtend anerkannte מצות ישיב א״ו zu erfüllen, nnd •ich dies nicht glaube — so handelt es sich da überall im wesentlichen nur um Unterschiede •im Grade der Sorge, hervorgerufen durch Versebiedenheiten etwa des Temperaments und der Methode. Im übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ich, speziell, was die Beziehungen •der Orthodoxie zu den Parteiungen im Staat betrifft, den reaipotitischen•. Bedenken Rosenheims volles Verständnis entgegenbringe. So z. B. hätte ich sogar •davon abgesehen, zur Volksabstimmung über die Fürstenenteiguung ״aus allgemein ethischeu .׳und jüdischen Erwägungen im Sinne Birnbaums“, allerdings noch weniger aus den entgegengesetzten Erwägungen öffentlich Stellung zu nehmen. Die •in meiner Schrift gegebene Kritik der heute üblichen Abwehr-, Schimpf- und ,Portschritts“- Genügsamkeit und die daran geknüpften Forderungen ■zielen ja auch ausgesprochenermaßen gar uicht auf Bündnisse politischer Natur, nicht auf neue vorlaute Betätigungen ab.. Sie wollen doch vielmehr alle solche die Erbitterung der Völker immer melir steigernden faux pas für die Zukunft vermeiden und ein feineres, vornehmeres, kulturhafteres, dem Wesen der Orthodoxie entsprechenderes Verständnis für die komplizierten Beziehungen zwischen den Völkern und dem jüdischen Volke, wie überhaupt für die Probleme des Menschen und seiner Gemeinschaften geschaffen sehen. Dabei ist es mir hauptsächlich um dieses Verständnis, als unbedingt notwendige innere Voraussetzung dafür zu tun, daß die Orthodoxie, von geistesmodischem Ballast befreit, für einen mächtig gestaltenden Drang zur Selbsthciligung des jüdischen Menschen reif werde. Denn 11m diese oder wie Herr Rosenheim schreibt, nun ״die Läuterung und Emporliebung des jüdischen Volkes zur würdigen Zeugenschaft für Gott und seine Thora, die Verkündigung der Gottes- Wahrheit durch das Medium der, versittlichten jüdischen Persönlichkeit und Gemeinschaft“ geht es mir ja. Um ihretwillen habe ich meine Schrift geschrieben. Für einen Aktivismus, der diese Läuterung und Emporhebimg zum Gegenstände und nach Rosenheims Worten ׳״unzweifelhaft das. Zeugnis der schriftlichen und mündlichen. Lehre, der Thora und der Propheten für sich“ hat, werbe ich; nicht für irgend welche Poütikmacherei. Und nichts wünsche •ich sehnlicher, als daß sich die Aguda mit den beiden großen Hebelwerken des Aufstieges, der ״Vcrländlichung“ und der ״Allgcmcinde“ identifiziere, daß sie der ersten ihre Kräfte leihe und in die zweite liineinwachsc. Und an nichts denke ich mehr, als an einen Zusammenschluß ihrer Entschlossensteil und Opferwilligsten, um diese Richtung zu forcieren, vor allem aber allerdings, um ein Beispiel um Heiligkeit ringenden Lebens zu geben. Frag’ mich was Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir I 0 Serien von je 10 Fragen aus dem Gebiete jüdischen Lebens und jüdischer Wissenschaft. Für jeden Leser, der uns die richtige Beantwortung aller 100 Fragen einsendet, haben wir einen wertvollen Bücherpreis ausgesetzt. Nach Abschluß der ganzen Serie werden wir die richtigen Antworten und die Namen der Preisträger veröffentlichen. Die Antworten sind unter der Chiffre ״Frag* inich was!“ an die Wiener oder Preßburgcr Redaktion zu senden. II.!. Woher stammt der Brauch, beim Weintrinken L'chaiin zu wünschen? * 2. Wer war der erste der?נכאים אחרונים י* 3. In welchem Teile der Bibel kommen Sätze in aramäischer Sprache yor? 1. Wer waren in Oesterreich die ״Fainllianten“? 5. Wessen Schüler war der Verfasser des ״Machsor Witri“? * ׳ 6. Das Wort ״Harem* stammt aus dem Arabi« sehen und bedeutet ursprünglich ״das Unzugängliche, Verbotene“, dem wieder ein Wort im Hebräischen derselben Bedeutung entspricht. Wie heißt dieses Wort? * 7. Wie hieß ׳und wann lebte der Verfasser des ersten Wörterbuches zum Talmud? * 8. Wodurch war nach dem Talmud die palästinensische Stadt ״Genesaret“ berühmt? . * 9. Wer waren und wann lebten die ״Chachme Wien“? * 10. Welche Rabbinate hat der Chassam Sofer bekleidet? (lu dieser Rubrik veröffentlichen wir Anfragen und Beschwerden aus unserem Leserkreise.) Warum gibt cs keinen Verband der orthodoxe» Bethäuser Wiens? Warum besteht nur eine Bäckerei, die unter ritu-; eller Aufsicht steht? Warum untersteht keine Fleischvcrschleißstelle im 3. Bezirk der Aufsicht des Sclilffschulrabbinates? Warum gibt es keinen Mohlverein zur Heranbildung junger Kräfte? Warum trägt in Wien Brot und Kleingebäck kein: Zeichen, daß es untor Aufsicht hergestellt wurde? Warum gibt es kein Steilenvcrmittlungsburcau für שבת haltende Kaufleute? W a r,u m gibt es hier uoch kein orthodoxes Lehrerbildungsseminar? Warum gibt es noch kein Sefcr über ״Minhag Wien“, um der Zerfahrenheit, die Im Ritus der verschiedenen Wiener Bethäuser heute herrscht, zu steuern? Vom Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg erhielten wir folgende Zuschrift: Unter Bezugnähme auf die letzte Anfrage Warum? in Nr. 42..Ihrer כשר Verbürgt reines Fett aus Kokaa* missen. Die Kokosnüsse werden bei der KunerolwerkeA. G., Wien״ Atzgersdorf, gepreßt und die Ep״ zeugung steht bis zur Verpackung . des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab״. biners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng״• gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei״ tung der Speisen verwendet werden, werten Zeitung, bitten wir Sie, möglichst in der nächsten Nummer Ihres Blattes darauf •hinzuweisen, daß wir schon wiederholt versuchten, für Oesterreich einen Lokalverciu zu gründen. Unsere Bemühungen waren bisher vergeblich. Wir bitten darauf liinzaweisen, daß wir nach wie vor zur Verfügung stehen, ■unseren Verein, der sich, wie Sic wohl wissen, nicht nur über Deutschland, sondern auch über einen großen Teil des Auslandes erstreckt, auch in Oesterreich zu organisieren. Wir bitten geeignete Herren’sich dleserüalb mit uns in Verbindung zu setzen, und hoffen, daß es nur dieser Anregung bedarf, um dem bestehenden Uebelstand abzuhelfen. Warschauer Brief. Am 2S. November wurde das Parlament •auch formell aufgelöst Man muß nun ernstlich mit dem Umstande?ebnen, daß die Parlamentswahlen in •den •ersten Monaten des nächsten Jahres •durchgeführt werden. Alle Parteien rangieren sdch, ■ihr Aufmarschplan!ist aber noch nicht ganz klar. Besonders im jüdischen Lager herrscht große Ungewißheit. Herr Jizchak Grünbaum propagiert seine Lie׳blingsidee, die Schaffung eines, alle Nationalitäten um-, fassenden Blocks, mit einer ihm eigenen Vehemenz. Da Herr •Kirschbraun, der Präsident des orthodoxen S’cjmklubs, gegen die Schaffung eines Minoritätenblocks mit aller Entschiedenheit sich aussprach, so beeilte sich Herr •Grüiibauin mit einem Anathema •gegen die Orthodoxie zu antworten. ■Er will gar nicht die Orthodoxen in seinem Lager wissen. Herr Kirschbraun arbeitet ■hingegen an der Schaffung eines jüdischen Einheitsblocks. Mit Ausnahme der radikalen Grünbaumschen Richtung stößt diese Bestrebung überall auf lebhafte Sympathie. So erklärte •in einem Interwiev Herr Senator Trusker, der Führer der Kaufleute, daß seine Gruppe ohne die Aguda an keiner. Blockbildung tc-ilnehmen werde. Aber selbst die Zionisten in Ostgalizien, haben heute an der Schaffung eines jüdisehen Einheitsblöcks mehr Interesse als an dem Zustandekommen eines allgemeinen Nationalitätenblocks. Dies mit Rücksicht auf die speziellen Verhältnisse in Ostgalizien, wo die Ruthcnen diesmal den Wahlen nicht fern bleiben werden. Während min ■die Parteiführer von der großen Politik vollauf in Anspruch genommen waren, versammelten sich vorige Woche •die Delegierten der aufstrebenden agudistisohen Arbeiterorganisation, P o a 1 e A g u d a s Als nnu nämlich dem Jakob anstatt ihrer die Lea gab, wußte sic es, aber sie schwieg dazu. ״Und der Ewige segnete dich bei meinem Eintritt“ XXX, 30. Ueberall, wo Gerechte ■hinkoranien, verbreitet sich Segen. Wie Jizchak in dem Lande, in das er kam, säte und in •demselben' Jahrhundert vererntete,!so zog auch Jakob hinab zu Laban und mit ihm ■kehrte der Segen ein. Auch als Josef zu Potiphar kaih, kehrte mit ihm der Segen ein. ״Und Jakob war zornig und zankte mit Laban.“ XXXI, 36. W.i1־ haben gelernt im Namen des. R. Ghaniiu bar Jizchak: Die Heftigkeit der Väter ist besser, als die Gelassenheit der Kinder. Die Heftigkeit der Väter sehen wir hier;. Meinst du vielleicht, es gab da Schläge oder Wunden? Nein, es gab nur sanfte Vorstellungen seitens Jakob gegen seinen Schwiegervater. Die Gelassenheit der Kinder sehen wir an David, da wird Blutvergießen mit anderen Arten des Totschlages bei seiner Besänftigung erwähnt. (S. I. Sam. 20. 1.) Einheit — Trennung» Von Rabbiner Jakob Haberfeld« Wien. ״UndJakauwzogausvonBeerSchewa..“ Ein Bild von ergreifender Tragik. Erzvater Jakauw auf schwerer, gefahrvoller Wanderung in der Einsamkeit der hereinbrechenden Dunkelheit. Wie ein schuldbeladener Uebeltäter hatte er aus dem Elternhaus flüchten müssen. Noch hallte der Mißklang der Zwietracht, die Dissonanz der Entzweiung, alle natürlichen Blutsbande übertönend, in seinem Herzen nach und die bittere Frage stieg in ihm auf, ob er es vor G-tt verantworten könne, ob er richtig gehandelt habe, diese Feindschaft in die Familie eines Awrohom hineingetragen zu haben. Zwar erhellte ein Hoffnungs- Schimmer das Düster seiner Gefühlswelt, die Freude,- daß er wenigstens seine geistigen Güter aus dem Kampf siegreich hervorgetragen habe, daß die B e c h a u r o h und die Berochaus an seine Person geknüpft wurden. Aber der Gedanke ■an die Art und Weise, wie er diese Güter erworben hatte, ließ ihn erbeben. Auf dem Wege der Z w i e t r a c!11 erkauft, erschienen sie ihm in ihrem Werte gemindert. In dieser Stimmung legte er sich zur Rabe und, was er suchte, die innere Beruhigung, die fand er bi dem herrlichen Traum, der ׳ihm hier an heiliger Stätte zuteil ward: G-tt steht über ihm. Er versichert ihn, über ihn •za wachen, ihn zu schützen mid zu bewahren vor allen Gefahren, die seiner harren und schießlich das feierliche Versprechen in Erfüllung zu bringen, was Er seinetwegen verheißen. Also, den vom Vater erteilten Segen ungeschmälert genießen zu dürfen. Somit erklärte G-tt klar und deutlich die Handlung Jakauws für rechtsgültig. ייקץ יעהב משנתו Als Jakauw nach diesem seelenerquickeuden Schlafe erwachte, •da sagte er verwundert ,אל[ יש ה במקום חזה, ואנכי לא ירעתי daß Gott auch hier weilt, wo ich, der Bruderhaß entfacht hat, mich befinde, daran dachte ich gar nicht. Allein diese Frage, ob Zwietracht und Trennung unter Umständen berechtigt wären, ist ein Problem, ■dem wir nicht nur bei Jakauw, sondern fast in der ganzen jüdisehen Geschichte begegnen. Wohl •ist der natürliche Zustand des menschlichen Zusammenlebens die Eintracht Die Vernunft, das Gefühl und nicht zuletzt ein angeborener Trie-b des Menschen fordern von ihm, mit seinen Mitmenschen in einem friedfertigen Verhältnis zu leben. Ein Blick in die Geschichte unseres Volkes gibt über die Tragweite der Zwietracht einerseits und über die Bedeutung und Wichtigkeit der Eintracht andererseits lehrreichen Aufschluß. Wo und wann Israel zu leiden hatte, so war es fast immer infolge von Zwietracht. Unser Golus, worunter wir noch heute leiden, ist bekanntlich durch Uneinigkeit und Feindseligkeit untereinander venirsacht worden. Dessenungeachtet muß zugegeben werden, daß unter Umständen das höchste Lebensziel eines Mensehen nur dann erlangt werden kann, wenn er sich seinen eigenen Brüdern entgegenstellt. Vielmals dürfte es sogar erforderlich sein, den Kampf .aufzunehmen, wenn nämlich die Gefahr droht, ■durch Stillschweigen oder übertriebene Einheitsliebe unser kostbarstes Gut. unser höchstes Ideal zu verlieren. Hierüber dürften uns einige Stellen in der Thauro belehren. Denn ebenso, wie wir es wiederholt ausdrücklich in der Thauro finden, daß wir wegen unseres Bestandes in Einigkeit zu leben haben, so finden wir demgegenüber gleichzeitig andere Stellen, ■die uns über das Entgegengesetzte belehren. Die Ursache, daß das Daur Hamabul so schwer bestraft ward, war bekanntlich die grausame Zwietracht. Sie bewirkte es, daß der Weltenrichter die ganze Menschheit vernichtete. Die nachfolgenden Generationen sollten daraus lernen and sie haben auch daraus gelernt, ■in Eintracht zu leben. Es wird uns ja dies übrigens in der Thauro genug klar nnd deutlich geschildert וירד על הארץ שפה אחת ודברים אחרים in e i n e r Sprache verständigte sich die ganze Menschheit, man könnte sagen, beinahe eine Lebensanschauung hatte sie, e i 11c s Sinnes, eines Gedankens und Empfindens war sie. Die Eintracht stand ,in höchster Blüte und alle Menschen fühlten sich als Brüder. Doch, o Wunder, was tut G-tt? Er zersplittert diese Einheit, indem er die Scheidewand ■der Sprachverschiedeuheit zwischen den Menschen aufrichtet. Erstaunt fragen wir ■uns selbst, G-tt selber sollte ein solch wunderbares Werk, die von ihm heiß ersehnte Eintracht zerstören? Das wäre seltsam. Und doch. Damit hat uns G-tt eben einen Wink gegeben, daß Zeit und Umstand-es vielmals mit sich bringen, das kostbarste Werk niederzureißen. Gewiß, G-tt wünscht von uns Einheitlichkeit, um vereint g - ttg e f äl li g e Handlungen auszuüben, doch nicht, um mit vereinter Kraft sich gegen G-tt au f z u 1 eh n e n. Gewiß, die Ansclie Daur Hafilogah lebten in Eintracht miteinander, diese Einheit führte sie zum Bunde, zu einer Vereinigung, die nicht לשם שמים war, Sonden die gegen 'ה war. Sie haben ihre Eintracht mißbraucht und sie gegen die Zwietracht Eintauschen müssen. Eintracht ist eben kein Selbstzweck, die Eintracht kann bisweilen gerade so gefährlich sein wie die Zwietracht und die Zwietracht ebenso förderlich wie die Eintracht. Wir brauchen gar nicht viel in der Thauro zu blättern, um diesem Trennungsprinzip wieder zu begegneru Da ist es die Trennung Awrohoras von Haus und Heim לך לך מארצך וג Verlasse deinen Geburtsort, dein väterliches Haus. Trenne dich von •allem, an dem du ■noch so sehr hängst, das dir noch so teuer und lieb ist. Nach Raschi ושם אעשך לנוי גדול• Erst dort, auf getrenntem, isoliertem Gebiet wirst du dein Ziel erreichen. Jicchok und Jismoel, ■beide Kinder eines Vaters, auch die mußten voneinander getrennt werden. So hatte auch Jakauw als würdiger Nachkomme seiner Väter in Anbetracht der Situation, in der er sich befand, nichts anderes tun können und dürfen, als sich von seinem ungleichen Bruder zu trennen. Oft, sehr oft mußten thoratreue Juden als würdige Abkömmlinge Jakauws die Mittel und die■ Wege der Treunung wählen, damit ist aber noch lange ■nicht gesagt, daß diese Trennung ein Selbstzweck wäre Nein! So •wie ישראל סבא obwohl beruhigt über seine •Treunung, ■doch als letztes den innigsten Wunsch gehest: ושבתי בשלום •אל כיח אבי, daß er den s.ciioiaum, den er zerstört, wieder herstellen werde, so ist es auch unser sehnlichster Wunsch, in Scholaum und Reuß •in die Stätten, wo unsere Väter gelebt, zurückzukehren.

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