Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 43 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 268 JÜDISCHE PRESSE Nr. 43 ATISI REST BIS ZU 3 METER GRATIS NfiCHRicHTEfl. Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel und der Keren-Hathora-Zentrale in Wien. (A. J. P. B.) Mozzc Schabbos den 24. Marcheschwan 56S8 fand eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der •Aguda •und der Kcren-Hatliora-Zcntrale in den (Räumen des Zentralbureaus der Aguda statt. Anwesend waren die Herren: Oberrabbiner S. Fürst, Großrabbiner M. Friedman n, Wien (Sadagora), Rabbiner Beer Fried mann, Wien (Czortkow), Jakob Rosen heim Frankfurt a. M., Wolf Pappenheim, Doktor L. D e u t s c hl ä n d e r. Auf Grund eines Berichtes des Herrn Rosen he im wurde beschlossen, die Zentralratstagung sofort nach Berlin cinzuberufen, und zwar solle die Eröffnung am Dienstag den 3. Tebeth 5688 (27. Dezember 1927), um 11 Uhr vormittags, erfolgen. Für Montag den 2. Tebeth (26. Dezember), abends 8 Uhr, eine Sitzung der politischen Kommission. Für die Tagung des Zentralrates wird der 3., 4., eventuell 5. Tebeth (27., 28., eventuell 29. Dezember) in Aussicht genommen- Entsprechend den Beschlüssen der Krakauer Plenarsitzung des Geschäftsführenden Ausschusses sollen die Vorsitzern• den der Landesverwaltung dringendst zur Teilnahme der Sitzung eingeladen werden mit dem Rechte, Vertreter zu ernennen. Es wird insbesondere auf den Punkt der Tagesf- Ordnung ״Einberufung der I< e n e s s i o G e d a u 1 o ’auf das Jahr 5688 (1928)“ hingewiesen, da ein Be'־ Schluß darüber nur bei Anwesenheit einer bestimmten Zahl von Delegierten aus allen Ländern möglich ist. Als Tages- Ordnung für die Zentralratstagung wurde vorgeschlagen: 1. Bericht des Geschäftsführenden Ausschusses über die gesamte Tätigkeit in der verflossenen Periode: a) Politik, b) Organisation, c) Palästina-Tätigkeit, d) Keren Hathora, e) Jugendorganisation, Poale Agudas Jisroel usw; 2. Organisatorischer Ausbau der Agudas Jisroel; 3. Einberufung der Kenessio Gedatilo; 4. Berufung einer Plenarsitzung des Rabbinischen Rates; 5. politische Erez-Jisroel-Arbeit; 6. das Aulim-Projekt (Dr. Nathan Birnbaum); 7. innere Politik der Landesorganisationen, ußerdem finden noch die geplanten Besprechungen der Vertrauensleute der Keren Hathora und Palästina-Zentrale statt, ferner eine pädagogische Fachkonferenz, zu welcher Einladungen von den betreffenden Zentralen ergehen. Es gelangte ferner ein Bericht des Herrn Rabbiners Dr. Kolm aus Jerusalem zur Verlesung. Der Bericht enthält ,noch kein defini!- tives Urteil, ebensowenig definitive Maßnahmen. Doktor Deutschländer erstattete Bericht über die Subventionen des Keren Hathora, seit der letzten Zentralratstagung, die sich auf Dollar 13.490.20 belaufen- Jakob Rosenheim in Wien. Auf Veranlassung eines freudigen Faniilieriereignisses im!Hause ׳des 'Herrn Oawid S c 111 e s i n g e r weilte sein Schwiegervater.!Herr •Jakob Rosenheim, der berühmte Führer der Agudas Jisroel, einige Tage in Wien. Herr ׳Rosenheim betete in •der Schiff- •schul, wo er!Gegenstand der herzlichsten!Ehrungen war. Abends ■fand eine Sitzung des ׳Geschäftsführenden Aus- Schusses ׳unter seinem Vorsitz statt.!Danach ■begab sich Herr •Rosenheim in die Räume der .Tugendgruppe, wo ihm zu Ehren eine großartige iMlawo-Malko veranstaltet wurde. Gastderascha im III. Bezirk. ש, פ' וירא hielt Oberrabbiner Isaak Lembcrge'r, Roznava in der vollbesetzten!Synagoge ׳des Bethausvereines שומר ישראל i׳m 1111׳. Bezirk eine glänzende, •mit großem ׳Beifall aufgenom- •mene Uerascha.!Der Redner forderte in herzlichen und zu Gemiite gehenden Worten die orthodoxen Elemente des III.!Bezirkes ■auf, ihr Hauptaugenmerk auf •das Lernen zu richten. Besonders in!der Großstadt sei es unumgänglich notwendig, daß der jüdische Kaufmann, der tagsüber im Getriebe des Geschäftslebens ■zermürbt wird, nachher Stärkung und Erfrischung in unserer ׳Lehre suche. Und sei es darum!Pflicht :jedes Einzelnen nach besten Kräften dafür zu sorgen, daß gutgeleitete. den!Kenntnissen der erhält jeder zehnte Käufer bei unserem am 14.d. beginnenden bekannt billigen Weihnachts verkauf von SEIDENSTOFFEN Seidenhäuser S. WILLHEIM [!!וו!ווווווווחוווווווווווווווווו!וווווווווווווווווווו1ווווווווווו! I. Tuchlauben Nr. 8 i. Bauernmarkt Nr. 2A Enorme Auswahl aller Arten SEIDENSTOFFE zu fabelhaft Hörer angepaßte Schinrim bestehen. Auch von der Er- Ziehung der :jüdischen Jugend sprach Rabbiner Lembergcr in ergreifenden Worten und ermahnte die Zuhörer, ihre Kinder im Geiste der Thora zu erziehen. Die Schiilerausspeisung an der. Taiuuid-Tliora- Volks- Haupt- und Bürgerschule wurde Sonntag dieser Woche von einer Delegation der Vereinigung werktätiger Juden in Wien unter der Führung von Kautisvorsteher S. Meister,!Dir. Adolf R e i c h, Dr. Josef L ö w y ,und Religimislelirer ׳Pick besucht. Die lAusspeisiuig machte auf •die Besucher einen ausgezeichneten ■Eindruck. Jüdische Persönlichkeiten beim Empfang von Marx und Stresemann in Wien. (JTA.) Zu dem Empfang, den der deutsche Gesandte in Wien zu Ehren des Reichskanzlers Dr. Marx und Reichsaußenininisters Dr. Stresemann anläßlich ihres Besuches in׳ der österreichischen Bundeshauptstadt gegeben hatte, waren auch drei jüdische Persönlichkeiten Wien, Rabbiner Dr. Grunwald, Justizrat Dr. Adler und der rumänische Generalkonsul Ludwig Horch, geladen. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe B. Eine schon längst empfundene Lücke im Netz der orthodoxen Jugeiidorganisation soll endlich ausgefiillt werden. Uebcr Initiative einiger junger Mädchen findet am Montag, den 28. November im Saale der Jcssod-Hathora, II., Nestroygasse 11, die konstituierende Besprechung zur Gründung einer Agudas-Jisroel-Mädchengruppe B statt. Die Gruppe solldie'schulentwachsenen Mädchen (14 bis 17 Jahre) zur geseifigen und praktischen Betätigung zusarnmenfassen. Die Nützlichkeit und Wichtigkeit einer solchen Jugendorganisation in einer Großstadt wie Wien ist wohl sonnenklar und es ist daher zu begrüßen, daß die •Mädchengruppe sich entschließt, diese ins Leben zu rufen. Nebst ernsten Vorträgen ■über Themen aus religiösen! Gebieten soll ׳durch gese'llige Veranstaltungen ein Zusammenschluß aller Gesinnungsverwandten herbeigeführt werden. Wien. Im!Alter von 78 Jahren verschied hier Herr Hermann 'Pollak, der Begründer ׳der berühmten Firma ׳Hermann Pollak und Söhne in Budapest. Der Verblichene war ein langjähriges!Mitglied der Schiffschul und war bestrebt, ׳die Ideale seines Elternhauses — er entstammte einer ׳angesehenen frommen Familie in Paks — stets hoch zu halten. Vereinigung jüdischer Presseberichterstatter. In der kürzlich stattgefundenen dritten ordentlichen Generalver- Sammlung der ״Vereinigung der hebräischen und ,jüdischen ׳Presseberichterstatter in!Wien“ wuide ׳der folgende Vorstand gewählt: Präsidium: M. Henisch (,.The Day“, New York), Vorsitzender: M. A. Tennenblatt (״Ha“), Stellvertreter: Sekretariat: Dr. Finkei stein (״Nasz Przcglad“, Warschau) und S. Haber (״Die Zeit“, YVilno). Vorstandsmitglieder: A. M. Fuchs (״Forward“, New York). 1. K u e h 11 (״Jcwish Times“. London), M. U 11 g c rfeld (״Haaretz“, Tcl-Aviv) und D. Weinstein (״Doar Hajom“, Jerusalem). Bureauadresse: Wien. 11״ Prater- Straße 95־. Rabbiner Dr. Esra Munk 60 Jahre alt. (JTA.) Am 22. November beging der Rabbiner der Berliner israclitisehen Synagogcngcmcinde Adass Jisroel Herr Dr. Esra Munk seinen 60. Geburtstag. Herr Dr. Munk ist einer der Führer der gesetzestreucn Judenheit in Deutschland, Mitglied des Rabbinischen Rates der Weltorganisation Agudas Jisroel und gleichzeitig Vizepräsident des Zcntralrates der Aguda. Er ist gegen alle Angriffe auf die jüdischen Rcligionsgesetze und das jüdische Schrifttum stets eingetreten. In den letzten Jahren betätigte er sich auf dem Gebiete des Scluichtschutzes und trat in öffentlichen Tagungen und als Sachverständiger auch in Parlamenten mit großem Erfolg gegen die Argumente der Schäciügegner auf. Herr Dr. Munk, der jeder öffentlichen Ehrung seiner Person abhold ist, genießt über seine Gemeinde hinaus in der gesamten deutschen Judenheit und in der Judenheit des Auslandes große Wertschätzung. (Herzlichen מ״ט . D. R.) Berlin. Freitag abends פ׳ ררא verschied in Berlin Herr Isidor F e 1 s e ti b 1t r g. ein angesehenes Mitglied der Adas Isroel. Er wurde unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Meyer Hildesh e i in c 1׳ hielt ihm einen würdigen und ehrenden :Nachruf, außerdem sprach sein!Bruder Herr Moritz F e 1 s e 11 b u r g aus Wien tief empfundene Worte schmerzlichster Trauer. Der Verstorbene war ein aufrechter strenggläubiger Jeimdi, der sich durch seine Güte und bekannte Hilfsbereitschaft zahlreiche Freunde erworben hatte, was sich in der großen Anteilnahme und den zahlreichen persönlichen und ■schriftlichen Beilcidsäußerimgen zeigte. Während ■der שבעה hielt Herr Rabbiner Dr. Hermann; Klei 11. ein guter Freund des Verstorbenen, im Trauerhause einen groß angelegten, zu Herzen gehenden Hesped. in welchem er die Vorzüge des Verstorbenen, seine Liebe zur Thora und seine Treue zur Traaation seines Elternhauses liervorhob, Audi in Wien, wo ׳Herr Isidor Feslcnbtirg bis zu seiner Uebersiedlung nach Deutschland wohnte, stand er in allgemeiner Achtung. Um den Verstorbenen trauern seine Frau, vier Töchter und zwei Schwiegersöhne. ׳Herr Bernhard 1H o f b a 11 e r verliert in ihm einen zärtlich geliebten Schwiegersohn. Budapest. ׳In •den, letzten Wochen konnte die Budapester orthodoxe Judenheit mannigfache Erfolge vorzeichnen. Der einzige Vertreter •der Orthodoxie in •dem •Budapester Rathaus, ׳Herr Desider ■K 0 r e i n. ist׳ während der Hauptversammlung des Munizipiums in einer großen Rede für die ■gerechte Behandlung der!jüdischen Konfession eirogetreten. ■Die beifällig aufgenommene Rede bewirkte, daß die •jüdische Konfession von ■der Budapester Stadtgemeinde ganz nach dem Wortlaut und nach dem Geiste des betreffenden Gesetzes bei ׳der Verteilung der Dotationen gleichberechtigt •behandelt wird. Ferner gelang es ■Herrn Korcin, diirchzusetzen, daß ׳die ׳Löhne der Arbeiter, die in den Betrieben der ׳Gemeinde beschäftigt •sind, nicht mehr a׳m Samstag, sondern ׳Mittwoch zur Auszahlung ge- •langen werden. Der Gemcinderat wird ferner ein A11׳- suchen an alle Industriellen •und an alle Betriebe richten, ähnlich •der Vorzugsweise der Budapester Gemeinde ihre Arbeiter schon in •der!Mitte der Woche lohnzubefriedigen. Die .Auszahlung •der Löhne in der!Mitte •der Woche ist nicht ׳nur von einem allgemeinen. Standpunkt aus :begriißeiiswert, weil hiedurch dem Mißstand gesteuert wird, ■daß der Arbeiter den größten Teil seines Wochenlohnes mit Rücksicht •auf den darauffolgenden Sonntag vertrinkt, sondern auch •von dem speziellen jüdischen Standpunkte aus, ׳daß hiedurch die Arbeiter ihre Einkäufe •nicht am seiner dervnaligen Fähigkeit, er geht von dieser Lehre im spätesten Alter nicht ab.“ Spr. Sah, K. 19, V. 18: ״Züchtige deinen ׳S01111, solange Hoffnung da ist, laß sein Jammern dein Mitleid nicht erregen.“ Die Hauptsache war, daß die Kinder Kenntnis der Religion besitzen mußten, während sie die Geschichte durch die Tradition erlernten. Die Vortrefflichkeit der erteilten Lehren verglich man zu einer Speise, die ׳man mit einem Heißhunger verzehrte. Jeremias, K. 15, V. 16: ,Gelangten deine Worte an mich, so verschlang ich sie und deine Worte wurden mir Lust und zur Freude meines Herzens.“ ■Am Ende des zweiten jüdischen •Staatslebens waren schon viele hervorragende Lehrer und Förderer des jiidisehen Wissens. Bothe Hamidraschim, Häuser der Forsebung, und Bothe Mussor, Häuser der Zurechtweisung. Hervorragend war das Lehrhaus Hilleis.. Als dieser berühmte Meister, dem Tode nahe, im Bette lag, hatten sämtliche Schüler das Krankenbett •umgeben, doch fehlte dem Hillel der Jüngste seiner Jünger, dieser hieß Jochanan. Hillel richtete sich mit aller Kraft im Bette auf und frag: Wo ist der Jüngste von euch? Rabbi Jochanan trat ein. Diesem Jüngsten vererbe ich meine Grundsätze und Lehren. Rabbi Jochanan׳ war der Vater der Klugheit und des Scharfsinns. In der Zeit des Jachanan ben Sakai waren fiirchterliehe Verhältnisse und Zerrüttungen in Jerusalem, die Einnähme und Eroberung, die Zerstörung des Heiligen Tempels war in Sicht. Uneinigkeit herrschte in der Stadt und waren zwei Parteien, eine Kriegspartei und eine Friedenspartei. Rabbi Jochanan ben Sakai zählte zur •Frledenspärtei, hielt Vorträge auf der Straße, konnte aber ׳dennoch nicht durchdringen, trotz seiner Friedensliebe. Die Tage zur Erstürmung Jerusalems waren gezählt. Titus mit seinem Heere war bereits au den .Toren der Stadt. Da entschloß sich Rabbi Jochanan, sich von seinen Schülern in einen ■Sarg legen zu •lassen und, als wäre es eine Leiche, wurde der Sarg von den Schülern durch das Haupttor ins feindliche Lager zu •dem Feldherrn Titus Flavins getragen. Vor demselben angelangt, öffneten die Schüler den Sarg und Rabbi Jochanan entstieg demselben, warf sich dem grausamen Titus zu ׳Füßen und wagte, eine heiße Bitte an ihn zu stellen. Dessen Bitte war, daß Titus ihm in Gnaden bewillige, in Jabne (Jaiinina) eine Lehvstätte zu gründen, damit seine Schüler noch den nötigen Untericht von ihm erhalten könnteil. Gestützt auf die in Jerusalem erbrachte Friedensliebe, konnte Jochanan •die an Titus gestellte ׳Bitte und dessen Verlangen erfüllt sehen. Jabne hatte eine zahlreiche Bevölkerung und Jochanan ben Sakai war eitrigst ׳bestrebt, die Thora und die Lehren •des Judentums durch seine ׳gediegenen Vorträge auf diese Weise zu retten. Hervorragende Männer, die im jüdischen Leben und in jüdischer Lehre eine ׳gewaltige Rolle spielten, produzierte die Hochschule zu Jabne, welches heute ein einsames Dorf ist. So wechseln die Zeiten und mit ihnen die Geschlechter. An uns •liegt es jetzt, in dem besiedelten Heiligen Lande vorzügliche Lehrstätten zu gründen, zu lehren und zu lernen. ״Die Wissenschaft ist nie ein Feuer, das •Feuer lodert nicht von einem Spane auf ׳und die Erkenntnis reift nicht in dem vereinsamten Forscher. Die ■Wissenschaft erheischt Verbreitung.“ (Taanit.) ״Wer Wissenschaft besitzt und verbreitet, der sieht den Heiligen Tempel schon in seinen Tagen hier erbaut.“ (Berachot.) Das jüdische Kind in die jüd. Schule! u Spendet reichlich für die Talmud-Thora-Volks׳• und Bürgereehaie Wien, 11., Haizgasse 16 Geistige und körperliche Stärke. Von Mordechai Lebovitsch, Bratislava. Die Jugend ist der reichste Abschnitt des Lebens; denn alles, was der Mensch ׳später schafft, ist nichts anderes als Entfaltung, Auswirkung und Vollendung der Kindheit. Die Jugend ist Vorbereitung für die Zukunft, fürs Leben, sowohl!in körperlicher als in geistiger Beziehung. Die Zeit der körperlichen Erstarkung ist auch die der geistigen. Erstens schon darum, weil das kindliche Herz weich und empfänglich, und der Geist des Kindes elastisch und dehnbar •ist. In der Jugend senkt sich das Gepräge •des Lebens und seines inneren Gehalts in das kindliche Genuit am schärfsten. und am tiefsten ein; die damals gebildete Anschauungsweise, die damals erworbenen!An- Schaltungen über!Welt, Menschen und Menschenleben bleiben unverwischbar :in seinem Geiniite eingegraben. Außerdem sind die Kindheit und •das Jugendalter ganz besonders •dazu bestimmt, sittliche und moralische ׳Lehren aüfzun'ehmen, nicht so sehr wegen der!Frische ׳der geistigen Kräfte als vielmehr darum, weil durch die völlige Abhängigkeit, in der der jugendliche!Mensch sich 1befindet, und die Bevormundung, auf die er naturgemäß noch angewiesen ist, Selbstsinn und :Eigenwille nicht aufkomtnen können. Gott hat eben darum das ׳Menschenkind so hilflos erschaffen, es auf Schutz und Pflege der ׳Eltern angewiesen, damit es sich in den Jahren seiner geistigen Entwicklung von seinen Eltern nicht lossagen kann, damit es die ersten ׳Lichter seines Geistes an dem Geiste seiner Eltern entzünde, auf daß ihm die ׳Erfahrungen ׳und Einsichten seiner Vormünder zugute kommen. Ohne den Einfluß seiner Eltern bliebe es roh und tierisch. Jiidisehen Eltern namentlich wäre es nie möglich gewesen, das jüdische Kind im Geiste der Offenbarung und ׳Ueberlieferung, im Geiste der Väter zu erziehen, es als Vollbringer des g-ttlichen Willens auszubilden, zu stärken und zu weihen, wenn ׳G-tt das Kind nicht so fest an seine Eltern gebunden hätte, wenn das Kind durch diese Gebundenheit nicht als bildungsgefügiger Stoff seinen Eltern ausgeliefert wäre. So hilft körperliche Schwäche der sittlichen Kraft. Es hat einen tiefen Sinn, wenn Raschi und •Ibn Esra den Namen עשו so auffallend erklären. Nach ihnen sollte der ׳Name Fertigkeit, Tüchtigkeit und Vollkommenheit bedeuten. Essow soll diesen Namen bekommen haben, weil er körperlich außergewöhnlich entwickelt, als fertiger