Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 41 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 JÜDISCHE PRESSE Seite 257 VOM TAGE Die Ankunft des Präsidenten des geschäftsführenden Ausschusses der Aguda in Jerusalem. Jerusalem. (AJPB.) Rabbiner Dr, Pinchas Kohn ist Donnerstag, den 8. Cheschwan in Jerusalem eingetroffen. Es wurde ihm am Bahnhof ein feierlicher Empfang bereitet. Gleich nach seiner Ankunft stattete Herr Rabbiner Dr. Kohn Rabbi Chaim Sonnenfeld einen Besuch ab, wobei eine gründliche Aussprache über die momentane Situation in Jerusalem sich ergab. Die ersten Konferenzen wurden für Donnerstag abends angesetzt. Der Lubawicser Rebbe für die Aguda. Riga. (AJPB.) Der Lubawicser Rebbe hat nach seiner Ankunft in Riga eine Abordnung der Agudas Jisroel-Zentrale in Lettland empfangen. Nach der Begrüßung des Präsidenten erwiderte der Lubawicser Rebbe, daß er glücklich ist, nun in der Lage zu sein, die Bestrebungen der Agudas Jisroel zur Befestiggung des religiösen Lebens nach Kräften zu fördern. Die warme Begrüßungsadresse der Wiener Agudas-Zentrale, deren großzügige Hilfstätigkeit anläßlich der russischen Hungersnot und deren Förderungen der notleidenden Mikwo aus noch in bester Erinnerung ist, hat auf auf ihn einen überaus tiefen Eindruck gemacht. Er hat diese Begrüßungs• adresse mit einem warmen Schreiben an Rabbiner Dr. Pinchas Kohn und Wolf Pappenheim erwidert. Die 25 Millionen Dollar-Campagne vor dem Abschluß. (J. T. A.) Das American Joint Distribution Committee und die Mitglieder des Komitees des vom Joint durchgeführten United Jewish Campaign haben in diesen Tagen in Chicago ihre Konferenz für jüdische Aufbauhilfe abgehalten. Den Vorsitz führten der Präsident des Joint Distribution Committee, Herr Felix M. Warburg und der Präsident des United Jewish Campaign, Herr David A. Brown. Den Führern der Campagne wurde Dank und Vertrauen ausgesprochen und ihnen clie Versicherung gegeben, daß ihnen in der Erreichung des Zieles der Campagne, die Aufbringung von 25 Millionen Dollar für jüdische Aufbauzwecke in der Alten Welt, alle Unter- Stützung zuteil Averden wird. Die Konferenz fordert in einer Resolution die Spender dringend auf, die Summen, zu deren Leistung sie sich verpflichtet haben, sofort einzuzahlen. Der Leiter des Agro-Joint in Rußland, Dr. Joseph A. Rosen, skizzierte in seinem Bericht an die Konferenz das Arbeitsprogramm für das Jahr 1928 und führte dann aus, es bestehe durchaus die Möglichkeit das Kolonisationswerk in Rußland auszudehnen und Aveitere 30.000 jüdische Familien auf dem Lande anzusiedeln, wenn nur die für dieses Werk nötigen Fonds bereitgestellt werden Avtirden. Es wird vorausgesetzt, daß die COMZET (Regierungskommission für jüdische Landan- Siedlung und Industrialisierung) zu 50 Prozent eine Pfandbrief-Emission begeben wird, Avobei für die Bons eine staatliche Garantie geleistet Averden wird. Die Dele־< gierten gaben ihrer ganz beonderen Zufriedenheit über die Fortschritte des jüdischen KolonisationsAverkes in Rußland dadurch Ausdruck, daß sie 400.000 Dollar in bar gespendet haben. Die Konferenz beschäftigte sich auch mit der Frage der jüdischen Kolonisation in Polen, die von einer in Warschau neu gegründeten Gesellschaft ״TOR“ propagiert wird. Der Vizepräsident der Joint, Herr James N. Rosenberg, der vor kurzem in Polen geweilt hat, wies darauf hin, daß in dem Kreise Pinsk ausgedehntes Sumpf land für die Landwirtschaft und die!jüdische Kolonisation urbar gemacht werden könne. Nach!Trockenlegung könnten auf diesem Boden rund 40.000 Familien Platz finden. Die Initiative für eine Ansiedlung von Juden in diesem Kreise müsse von Polen selbst kommen. Herr Rosenberg sprach die Hoffnung aus, daß die polnische Regierung sich dazu entschließen wird, ein Programm jüdischer Kolonisation in der Art, wie es von der Sowjetregierung in Rußland gefordert \yird, durchzuführen. In diesem Falle würden die amerikanischen Juden das Werk der Landansiedlung von Juden in Polen unteitstützen. Misrachi macht sich selbständig. ״Der Misrachi in Palästina beschloß, eine Abordnung nach Amerika zu entsenden, die aus Rabbi Usiel, Rabbi ׳Meyer :Berlin und Rabbi Fish mau bestehen und Geldmittel für Palästina sammeln soll.“ (JTA.) — Der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Herr Louis L i p s k i, scheint aber diese Be- Strebungen nach Selbständigkeit im Keime ersticken zu wollen, ln einem Appell weist er auf die auf dem Baseler Kongreß vom Zentrum eingebrachte Resolution, wonach die Aufbringung von separaten Fonds für Institutionen, deren Unterstützung zum Teil im Keren Hajessod-Budget Abgesehen ist, zu unterbleiben hat. Da die Annahme der Resolution von den Linken und den Rechten vereitelt wurde, muß die von Poale Zion und Misrachi geführte! Tätigkeit zugunsten separater Fonds als legal bezeichnet werden. Allein, da min Poale Zion und. auch der amerikanische Misrachi die Absicht kund tut, in diesem Jahre an die Oeffentlichkeit wegen Aufbringung eines Fonds von 500.000 Dollar zwecks Erhaltung ihrer Institutionen! zu appellieren, so entsteht die beunruhigende Frage, wohin das führen soll. Es ist an der Zeit, schließt Louis Lipsky, nm über Pläne für die Vereinheitlichung der zionistischen Bewegung in Amerika ernstlich zu diskutieren. Die amerikanischen Zionisten Avollen anscheinend nicht mehr die Rolle des Geldgebers allein ausfüllen. Stephen Wise revoltiert gegen Wcizrnann und Lioski will nun den Geldsack enger schnüren. Hoffentlich wird Misrachi sich vor Herrn Lipski nicht beugen. Nach der Einführung des Einheitsschekels Avürde die Einheitskasse des amerikanischen Palestine Appeal jede Selbständi'gkeitsbestrebung des Misrachi auf immer unterbinden. Misrachi wird nur dann ideell selbständig werden können, wenn er seine finanzielle Selbständigkeit zuerst sichert. Dr. Stephen Wise übt scharfe Kritik an der zionistisehen Führerschaft. Der Reformrabbi Dr. Stephen S. W;i s e, der Ehrenpräsident des United Palestine Appeal, sprach in einer großen Versammlung eingehend über die Gründe, die ihn bewogen haben, vor Schluß des Kongresses diesen zu verlassen, und skizzierte den Vorschlag, den er in seiner Eigenschaft׳ als Vorsitzender der politischen Kommission des Kongresses gemacht hat und der darauf hinausging, eine Kommission unter dem Vorsitz Dr. Weizmanns einzusetzen, die mit .der britischen Regierung über eine Neuordnung ihres VeiV ,hältnisses zum Zionismus und zum jüdischen Nationalheim verhandeln soll. Die politische Arbeit, sagte Doktor Wise, d a r f n i c 111 einem Manne überlassen w e!־ d e 11, •der britischer Untertan ist; sie muß einem Komitee anvertraut werden, das sich aus Zionisten der ganzen Welt zusammensetzt. Dr. Wise schilderte, wie dieser Vorschlag zum Ausgangspunkt einer Meimingsverschiedenheit zwischen ihm und Dr. Weizmann geworden ist und wie er von der Mehrheit der politischen Kommission desavouiert worden ist. Ein Heldendenkmal auf dem Belgrader jüdischen Friedhof. Belgrad, 20. Oktober. (J. T. A.) Auf dem jüdischen Friedhofe zu Belgrad, der Hauptstadt Jugoslawiens, wurde in diesen Tagen ein ׳Denkmal zur Erinnerung an die gcfallenen jüdischen Soldaten ׳im Weltkriege feierlich enthüllt. Auf den Marrnortafeln des Denkmals sind die Namen von 134 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Belgrads, die auf der Seite der Serben gekämpft und den Heldentod erlitten haben, eingemeißelt. •Der König ließ sich bei der Feier durch einen Gesandten vertreten, der »in seinem Namen den Enthülungsakt vornahm. Von der Regierung waren mehrere Mitglieder anwesend. Der Oberrabbiner des Königreichs Jugoslawien, Dr. Isaak Alkalay, hielt die Gedenkrede. © NACHRICHTEN. © Verlobung. Am 6. d. fand die Verlobung des Herrn Bernhard Klein, Wien, mit Fräulein Rozsika Korein, Tochter des Budapester Großhändlers und hauptstädtischen Repräsentanten, einer der führenden •Persönlichkeiten der ungarischen Orthodoxie, Herrn Desider K o r e i n, statt. Baden bei Wien. Herr Oberrabbiuer Akiba Schreib e r, Preß'burg, der einige Tage bei seinem Schwager ׳Herrn Baruch Blau hier zu Gast weilte, benützte •diese ׳Gelegenheit, das altberühmte jüdische Waisenhaus in Baden .zu besuchen. Donnerstag abends kam Herr Oberrabbiner ׳in •die Anstalt, um sich durch zweistündige Prüfung zu überzeugen, welches Pensum an ׳ גמראund חומש ורש* י wällrend der Sommerzeit durchgenommen wurde, ־nachher besichtigte Sr. Ehrwiirden •alle Räume •des Hauses. Er war sichtlich erfreut, eine so echt jüdisch geführte Anstalt, auch mit ־dem!;neuesten!Komfort ausgestattet, zu finden. Das Beten im Waisenhaus gefiel Sr. ׳Ehrwiirden1 so gut, daß er auch Freitag abend und שכח früh •dort Gast war, wo er sein Entzücken׳ darüber aussprach, wie schön die Jungen's vorbeten und ihre פרשה leinen. Vor מוש״ק saß Herr Oberrabbiner im Kreise der Zöglinge und ließ sich von ihnen' מגירות vorsagen, der eine ■trug ein Stück כתב סופר vor, der andere vom □פניני□ יקרי usw. Darüber erfreut, versprach Sr. Ehrwürden den Kindern einige Exemplare שערי שמחה , das Werk seines großen! Vaters, des שבט סופרז״ל, einauschicken. •Nach מעריב '.beglückwünschte Herr üiberrabbiner Schreiber den Vorstand, der einer solchen musterhaften Anstalt vorstehe, und dankte der •Leitung für •die echt jüdische Führung. Bundestag der Agudas-Jisroel-Jugendorganlsation Deutschlands. In den Tagen vom 25. bis 27. Dezember — von Samstag abends bis Qftontag — findet .in Frankfurt am Main ein Bundestag der ■in Deutschland innerhalb der Agudas Jisroel organiserten Jugend statt.!Nach •dem vorliegenden Programm werden sich die Referate vornehmlich mit der geistigen׳ Aufgabe der Aguda»Jugend befassen. Nur ein schmaler Raum soll den rein geschäftlichen Dingen eingeräumt werden. Die genaue Tagesordnung wird in Kürze veröffentlicht werden. Agudisten) ׳Deutschlands und des Auslandes, die an der Tagung teilzunehmen ׳beabsichtigen, werden bereits ׳heute gebeten, wegen Fahrpreisermäßigung, Quartier usw. sich •mit •der Leitung •der Aguda-Jisroel-Jugendorganisation in Frankfurt am Main, ,Langestraße 18, in Verbindung zu setzen. Samson Raphael Hirschs Ausstellung. ״Samson Raphael Hirsch ־und seine ,Zeit.“ Unter der Devise ״Samson Raphael Hirsch -und seine Zeit“ veranstaltet die •Agudas- Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt ■am Main im Dezember d. J. anläßlich des!Bundestages •der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation eine Ausstellung. Die •Leitung der Ausstellung liegt in den׳ Händen des Herrn Verlagsbuclihändlers Josef Sanger!in Firma Sänger & Friedberg. Sammler von Hirschs Schriften usw., die bereit sind, einzelne Stücke zur Verfügung zu stellen, werden •um Angabe ihrer Adresse gebeten. Das neue Hehn der Frankfurter Agudah-Jugend. Aus Anlaß des allzufrüh erfolgten Ablebens von Frau Clementine Oppenheimer geb. Stern szal haben im Jahre 1919 die Mitglieder des damaligen provisorischen Komitees der Agudas-Jisroel die Herren: Adolf Stern szal und Dr. Siegfried Oppenheimer, der derzeitige Leiter der allweltlichen Palästina-Zentrale, der Agudas-Jisroel Jugendgruppe in Frankfurt am Main ein Haus gestiftet, mit dem Zwecke, daß dasselbe im Jahre 1927, sofern es die Verhältnisse gestatten, zu einem Agudas-Hause umgestellt werden soll, in dem neben agudistischen Bureaus, die Agudas^ jisroel Jugendgruppe ihr Heim finden, soll. Nach lang!- wierigen Verhandlungen wird nunmehr in den nächsten Tagen die Frankfurter Agudas-Jisroel Jugendgruppe in ihr neues Heim, Schwanenstraße 12, übersiedeln. Die Entwicklung der Breuerschen Jeschiwa in Frankfurt. (J. T. A.)!Sonntag den 30. Oktober fand hier die Sitzung des Verwaltungsrates •der •großen Breuerschen Thoralehranstalt ״Jeschiwa“ statt. Der Verwaltungsrat, der aus 25!Herren außerhalb Frankfurts und 5 Frankfurter 'Herren besteht, tagte gemeinsam mit dem Kuratorium. Voran ging ein ' öffentlicher Vortrag des!Leiters der Jeschiwa, Herrn Rabbiner Dr. Josef Brauer, über ״Die erzieherische Bedeutung der Jeschiwa“ im Hörsaal der Synagogenigerneinde israelitischer Religionsgemeinschaften. Der Jahresbericht zeigte eine erfreuliche ■Zunahme der •Hörer der •Jeschiwa aus ,ganz Deutschland. Es •haben ,Hörer aus 48 dcaitsehen ׳jüdischen Gemeinden •in den •letzten ■drei Jahren die Jeschiwa besucht. Oie Hörerzahl beträgt heute 74 •außer 120 Teilnehmern au den Vorbereitungskursen. Der Etat beträgt in diesem Jahr 1Mk. 61.000. Neben dem ־Leiter der Jeschiwa •sind noch •drei hauptamtliche und zehn nebenamtliche Dozenten tätig. :Bei •einer regen Aussprache wurde von seiten des Verwaltungsrates, eine Reihe von ׳Beschlüssen im Sinne einer •ideellen und materiellen Propagierung der Jeschiwa gefaßt. Außerdem wurde das vom Kuratorium vorgelegte Statut •des Verwaltungsrates angenommen. Ludendorff krankhaft gestört? Berlin, 21. Oktober. (J. T. A.) Das ״Bremer Kirchenblatt‘ schreibt zu Ludendorffs Austritt aus der evangelischen Kirche: ״General Ludendorff ist aus der evangelischen Kirche ausgetreten... So manches, was man von ihm hört, legt die Vermutung nahe, daß die ungeheure geistige Ueberanstrengung in vier schweren Kriegsjahren und dann die furchtbare Enttäuschung über den schließlichen Mißerfolg der Arbeit krankhafte Störungen verursacht haben. Sein Kampf gegen manche andere Führer unseres Volkes, sein eigenartiges כשר fMoi ®־,tlM,׳;!:: mmt Verbürgt reines Fett aus Kokos■ nüssen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G^Wien* Atzgersdorf, gepreßt und die Er■ zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab■ biners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng» gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei» tung der Speisen verwendet werden. politisches Auftreten, das überall den klaren weitschauen־ den Blick vermissen läßt, sein blinder Haß gegen die Juden, seine ungerechtfertigten, maßlosen •Angriffe gegen die Logen und sein Bruch mit der Kirche, alles das paßt sc gar nicht zu dem Manne, daß man nur eine Erkrankung als Ursache dieser Veränderung seines Wesens annehmen kann.“ Der erste Jude im jugoslawischen Parlament. (J. T. A.) Die Wahl des Belgrader Advokaten Schemaja de Maijo zum 'Mitglied •des jugoslawischen•;Parlaments wurde bestätig.t. Er ist •der erste Jude, der in das •Parlament •des vereinigten! Königreiches einzieht. Ein allgemeiner •Bildungsgrad für die Rabbiner in Litauen gefordert. (J. T. A.) Die ״Ydische Stirne“ erfährt, daß die Regierung die Rabbiner benachrichtigte, daß. sie an •ihrem Standpunkt .festhält, daß ,jeder Rabbiner, um sein Amt ausfüllen zu können, über einen; allgemeinen Bildungsgrad verfügen müsse; sie werde darum einzig die Tel sch er Jeschiwa als offizielles Regierungsseminar ־anerkennen, weil die Zöglinge dieser Anstalt auch eine־ allgemeine Ausbildung genießen. Eine Rabbinerabordnung verhandelte!mit dem Referenten ifiir religiöse Angelegenheiten •beim Kultus- •ministerium, dem ׳Geistlichen Weitekeitis, über eine Abände rang dieser Bestimmung, die Verhandlungen führten! •aber zu keinem Erfolg. Die Regierung hat ׳für das Jahr 1927 den Zuschuß für Rabbinergehälter!um 25.000 Lit (2500 Dollar) erhöht. Palästinawanderung im August und September. Im Verlauf •des!Monats September sind 362 Personen in Palästina eingewandert und 793 aus /Palästina ausgewandert. Die Zahl der Einwanderer im August betrug 283, die •der Auswanderer 748. Eine palästinensische Arbeiterabordnung für Moskau. (J. T. A.) ׳Eine Arbeiterdelegation aus sechs Arabern und fünf Juden hat sich nach Rußland begeben, um an der Feier des zehnten Jahrestages ■der bolschewistischen Revolution teilzunehmen. Neun jüdischorthodoxe Institutionen in Jerusalem begründen eine Bank. (J. T. A.)!Neun ijüdischorthodoxe Institutianen in Jerusalem haben gemeinsam eine;Bank gegründet, die den1!Namen• ,Bank Jemshalaim,!Ltd.“ führt. Das Aktienkapital' beträgt 10.000 Pfund. Die jüdischen Jungkommunisten in Rußland. t(J. T. A.) Auf der Konferenz der jüdischen kommunistischen Jugend in Rußland wurde -mifcgeteilt., daß •die ■Zahl •der ׳jüdisehen Jungkommunisten, die dem ,Komsomol“ an,gehören, im November 1925 68.092 betrug, aber schon im Juli d. J. 99.579 erreicht hat, die noch im Wachsen begriffen ist. •Die -Zahl der jüdischen Kinder in den ׳Pionierorganisationen soll 132.000 sein. Personalien. Rabbiner Josef A. Buttenwieser Das orthodoxe Judentum hat am 26. Elul einen seiner besten Männer verloren. •Rabb. Josef A. Buttenwieser זכרוני לברבה ’in• 'Mannheim ging!in ein besseres Jenseits hinüber. lEinerFamilie vonTahnide Chachomim entstammend, widmete er sich von frühester Jugend an dem Talmud- Studium. Er saß zu den •Füßen von Rabbi Hillel Wechsler in Schwabach, Rabbi Josa Rosenbaum in Zell lind besonders des alten Würzburger Raw. Mit bedeutendem Wissen auf allen Gebieten •des jüdischen heiligen Schrifttums ausgestattet, zog es ihn nach Preßburg, wo er zu •den fleißigsten Schülern des Schewet Szofer zählte. Auch sein berühmter Landsmann /Rabbi!Natan Wolf ׳Lieber bemühte sich um seine gründliche Ausbildung zum Lamdan. Seine tiefe יראה persönliche Liebenswürdigkeit und stete Hilfsbereitschaft, gepaart mit großer!Bescheidenheit, machten ihn zu eitler erstrangigen Persönlichkeit der damals größten Jeschiwah. Trotz der •Weichheit seines Herzens lernte er in ׳Ungarn, daß nur!in der Trennung das Heil •der Thoratreuen liege und ׳befähigte ihn in Mann* heim und!Straßburg für die Festigung der Jiidischkeit Unendliches zu leisten. Schon in •jungen Jahren gelang es ihm, in dem religiös wüsten Mannheim eine Anzahl יראים zu schaffen und zu festigen, ln Straßburg, wohin ihn von Dezennien zehn entschlossene Bekenner des alten Judentums beriefen, hat er Stein an Stein zu einem festen Bau ״gefügt, der heute als Gemeinde ׳Ez Chajim ein Ruhmesblatt in der Geschichte •der zeitgenössischen Orthodoxie bildeten. Ueber ganz Elsaß dehnte sich sein wohltuender Einfluß aus und in allen thoratreuen Organisationen Deutschlands war er ein tüchtiger ־Mitarbeiter. Bei der Bestatung hielten die Herren Rabbiner Dr. Levy,!Mannheim, Rabbiner Dr. ׳Brunschwig und Hausmann, Straßburg, Dr. Bondi, Mainz, Dr. ׳Bram. Luzern, tiefempfundene Nachrufe, in denen sie •den Verblichenen, ,soweit es .bei einem solchen Mann möglich ׳ist, würdigten. Osias Dresdner ע״ה . Das kleine •Häuflein der. יראים Prags hat einen schweren Verlust erlitten:' .Osias Dresdner ist von uns gegangen — 79 Jahre alt und doch