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Jüdische Presse · 1927-11-11 · 41 (11.11.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
41 (11.11.1927)
Date
1927-11-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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meindewahlen gezeigt. Auf unsere Liste entfielen 680 Stirnmen, während ihre vereinigte Liste der Neologen, Zionisten!und glatten Krakeeler ohne prinzipielles Programm insgesamt bloß 610 Stimmen auftreiben konnte, trotzdem sie alle und auch die Preßburger Zionisten in der Zentrale ihrer ״Jüdischen Partei“ bei Aufbietung ihrer ganzen •Kraft mit Volldampf arbeiteten, um das Aufkommen der Orthodoxie in Neutra zu verhindern. Jetzt sind sie für einige Zeit eines Fiesseren belehrt und sehen schon selbst ein, daß dieser Weg ihnen keine Lorbeeren tragen wird. Wir setzen aber unsere Arbeit fort. Zunächst wird daran gedacht, .in Nitra ein anständiges, billiges Lokalblatt in deutscher, populärer Sprache herauszugeben. Ein Pressefonds in nötiger Höhe wird bald beisammen sein. Mitarbeiter von. Qualität sind schon gesichert!und sonstige Mithilfe in guter Aussicht. Das wird mit einernmal eine reine Luft schaffen, in der die Sumpfblurnen des wüsten Krakeelerfums nicht ,gedeihen können. Dann erst wird die Orthodoxie sich in!Ruhe und Ordnung entfalten können. Solange dies noch nicht geschehen ist, wird in den :Berichten aus Nitra, wie in meinem heutigen Briefe, Licht und Schatten nebeneinander regieren müssen. * -Mcir E n a j i m. Seler Thora-Einweihung in Nitra. Man berichtet uns aus Nitra: Am שבת בראשית fand im ׳Hause des Herrn Grundbesitzers Ignaz Sch wäre z die Einweihung der ספר תורה statt, die er zum Andenken an seine Kinder, besonders an seinen Sohn, den großen Talmid-Chochom משה ז״ל schreiben ließ. ׳Um 9 Uhr erschienen die Gäste im!Hause des Spenders, an ihrer Spitze Herr Oberrabbiner Aron 1K a t z, der anläßlich des!Festes eine schöne דרשה hielt.!Hernach sprach der als Gast anwesende Verwandte des Herrn Sclnvarez,!Herr Oberrabbincr Israel ׳Reich •aus Batorkcsy, der mit eindringlichen Worten die Bedentung des Tages schilderte. Nach •der Ansprache des Herrn Rabbiners Markus Vorhand wurde das Sefer ins בית הכנסת getragen, begleitet von zahlreichen ׳ תירהDO aus den בחי מדרשות ,Nachmittags benützten die Nutracr Talrnide Chochoiiim die Anwesenheit ,des gelehrten!Batorkeser!Rabbiner und suchten ihn auf, und es entspann sich selbstredend bald ein lebhafter פלפול בד״ת. Von hier gingen die Gäste zu der vom Spender in seiner Wohnung arrangierten שלישית 'D wo abermals gediegene לברי חורה gesprochen wurden, sowohl von ehrwürdigen מרא לאחרא wie auch von Oberrabbiner Reich, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß es ihm gegönnt war. diesen כבוד התורה beizu wohnen, der zeigte, daß die Neutraer orthodoxe Gemeinde unter der Führung ihres Oberrabbiners eine קהלה קלושה im wahren Sinnendes Wortes ist. Mit dem von •Herrn Kantor J 0 n a p vorgetragenen .ש’רים.ותשבחות schloß die erhebende Feier. oder älteres Mädchen, welche selbständig Küche führen kann, findet in ' streng orthodoxem Hause dauernde An- Stellung. Offerte nebst Angabe über Gehaltsansprüohe sind unter Chiffre ״Auf Kaschruth einwandfrei verläßlich“ an die Bratislavaer Administration zu richten. Aus Vergangßnheitu. Gegenwart R. Ascher b. Jechiel (Rosch). Zu seinem 600. יומא דהלולא. Am 15. Marcheschwan (10.!November) jährt sich nach dem ספל יוחסין zum GOOnial der יומא להלולא des größten Talmtidistert Deutschlands im 13. Jahrhundert, des ,R. Äscher b. Jechiel.'Er •ist ,im. Jahre. 1250 in Westdeutschland, geboreri. Er war ein Schüler des R. Mcir b. Baruch (Mah'aräm) Rothenburg, der bedeutendsten rabbinischen Autorität Deutschlands. In seine Zeit fällt die Verfolgung der Juden unter Rindfleisch (1298). Infolge dieser Unruhen!und' wegen •elfer' voth Kaiser Albrecht an' ihn gestellten. Forderüng, das Lösegeld für den verstorbenen Maharani Rothenburg zu entrichten, verließ er im Jahre 1303!Öeutschland. Er kam :bis nach Savoyen. Da der!Herzog von Savoyen vom deutschen Kaiser abhängig war, befürchtete der Rosch, an ihn ausgeliefert zu werden. Er begab sich daher nach Südfrankreich und von hier nach Toledo ,in Spanien. ,Daselbst wirkte er 23 Jahre als Rabbiner, bis ihn der Tod am 15. Marcheschwan 5088 (1327) ereilte. Der Rosch war ein Mann voll hoher Sittlichkeit, er- •habener Opfer.willigkeit und Selbstlosigkeit. Sein ganzes nicht unbedeutendes Vermögen verteilte er für Arme und Lehrzwecke (הרא״ש p צוואת ר״י). Seine Autorität auf dem Gebiete des Talmuds wurde ,in der ganzen Welt anerkannt. Es kamen zu ■ihm Schüler aus aller ■Herren Länder. Auch aus Rußland und Böhmen kamen sie, um seine Lehrmeinungen zu hören (ישרת הףא״ש כלל נ״א• ,Der Rosch kommentierte den ganzen Talmud. שו״ת, Responsen, sind von ihm 105 erhalten. Als sein Hauptwerk gilt die ססקי.מהלקות» das allen Talmudausgaben beigedruckt ist. Diese פסקי ,ההלכות Entscheidungen fußen auf •die bereits vom Alfaßi getroffenen Entscheidungen, die er auch berichtigt. ,Für den Rosch sind auch die Ansichten der Talmudisten Deutschlands und Frankreich, so der Tößafisten, vor allem des Rabbenu Tarn aus Ramern, des Rabenü' Sinison aus Saus und noch anderer maßgebend. Die Ansichten seines Lehrers Maharam Rothenburg kommen bei ihm zur Geltung. Die!Entscheidungen des Rambam sind für ihn ausschlaggebend, wenn er auch manchmal seiner Ansicht nicht ,beipflichtet. A. ■H. Teller. Das Schicksal einer berühmten rabbinischfifl Bittlio- ־'tiiek' Zu den bedeutendsten Bücherfreunden aller Zeiten und Länder gehört unstreitig Rabbi David O p p e ti- '116 im, der berühmte Präger Oberrabbiner. Rabbi David Oppenheim entstammte eitler der vornehmsten jüdischen Familien; er war der Neffe des großen Finanzmannes 5 mit Barvermögen von tsch. K 70.000 (derzeit in S — Slowakei), wäre geneigt. i!1 ein gut renom- 2 5 m i c r t e s Geschäft einzuheiraten. Gefl. Anträge s 5 an Annoncen-Expedition O s z c s z 1 a. Bratislava, 5 5־ Lorenzertorgassc 10. Chiffre ״Bis 20. November“. s?״imiiimiiiiimiiiuimmimimuimiiniimiiiimnmiiimn Der Prozess gegen Dr. Margulies. Freitag, den 4. November gelangte vor dem ׳Bratislavaer Kmctengerichtc der zweite Teil des Prcßprozesscs zur Verhandlung, den' die Herren Oberrabbiner Weber- Piestany und H i r s c h 1 e r - Modra gegen den Zionistenfiihrer Dr. Margulies in Leitmeritz vor beinahe ,zwei Jahren anstrengten. Diesmal sollte sich der Angeklagte wegen der Behauptungen verantworten, die ,ihn die Bratislavaer zionistische ״Jüdische Volkszeitung“ zum Entgelte der Zionisten für die ׳Niederlage der ,,Jüdischen Partei“ bei den Parlamentswahlen gegen die orthodoxen Führer veröffentlichen ließ. Die Kläger waren persönlich anwesend in •Begleitung ihres Anwaltes Dr. Wilhelm W c 1 w a r 111, Dem Angeklagten assistierte :Dr. Kondor und außerdem ein großer zionistischer Stab im Zuschauerraum. Der Prozeß kam auch diesmal nicht von der Stelle, weil der Augeklagte abermals die Taktik übte, die ihm auch bisher stets verhalf, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen. Diesmal gab das Gericht seinem Wunsche statt, das Beweisverfahren auch im Bratislavaer Prozeß auf die Vorgäng bei den Parlamentswahlen auszudehnen, obgleich er sich wegen dieser Behauptungen in einem anderen Prozeß zu verteidigen hat, der schon vier Monate vor dem Erscheinen seines Artikels im Bratislavaer Organ der ״Jüdisehen Partei“ gegen .ihn anhängig gemacht wurde und ebenfalls infolge der Verschleppungstaktik des Angeklagten bisher kein Ende finden konnte. In der Verhandlung vom 4. November forderten die Kläger ein schnelleres Verfahren und Schutz des Gerichtes gegen eine Taktik, die gegen besseres Wissen nur zu dem Zweck eingschlagen wird, um während des endlosen Prozesses ihm und den zionistischen •Preßorganen der ״Jüdischen Partei“ die Möglichkeit zu schaffen, gegen die Rabbiner und die Führer de!• Orthodoxie ihre Verleumdungskampagne fortzusetzen. Um der Jugend willen. Wir haben schon oft auf die Uebelstände hingewiesen, die sich aus der völligen Verwahrlosung der schulentwachsenen Jugend in Karpathorußland und zum Teil auch in der Ostslow.akei für die religiöse Zukainft der gesamten Judenschaft unseres Landes ■ergeben könnten. W5r erhalten nun eine Zu- Samuel Oppenheim, des kaiserlichen Hoffaktors. Er wurde in!jungen Jahren als 26jährige1־ zum Rabbiner der einst berühmten Judengemeinde N i k 0 1 s b u r g gewählt (1690), von da 1702 zum Oberrabbiner nach Prag berufen, wo er auch der Talmundhochschule Vorstand, später wurde er auch zum Landesrabbiner von ganz Böhmen ernannt. Seine Leidenschaft, in deren Dienst er seine reichen Mittel und se'ine ausgedehnten Beziehungen stellte, waren •die Bücher. Er schrieb Briefe, unternahm Reisen, um seltene Bücher zu erwerben, ja sogar Prinz (Eugen soll seine Dankbarkeit dem stets hilfsbereiten kaiserlichen Hof- ׳ faktor zum Ausdrucke gebracht haben, indem er ihm von seinen Feldzügen seltene Bücher für den bibliophilen Neffen mitbrachte. Rabbi David Oppenheim beschränkte sich allerdings in seinem Sammeleifer auf h e b r ä 'i s c h e Bücher. Und als;er im 72. Lebensjahre starb, hinterließ er, nicht weniger als 7000 hebräische Druckerwerke und 1000!Handschriften• Seine Sammlung hebräischer Bücher konnte als ziemlich vollständig geiten. Das Geschick seiner Bibliothek bestätigt den alten Satz: habent sua fata libelli (Bücher haben!ihr Schicksal), oder הכל תלוי במזל אפי׳ ספר תורה שבהיכל (Alles, auch die Thorarolle im Tempel, hängt vom Glücksstern ab). Bei Rabbi Oppenheims Uebersiedlung von Nikols- •bürg nach Prag wurde •ihm verboten, seine Bibliothek :mitzunehmen, da man damals unter ■so vielen Büchern auch christlichfeindliche vermutete. Er mußte darum seine Bücher in Hannover bei seinem Schwiegervater aufstellen. Dort blieben sie einige Jahrzehnte. Sie waren für den gelehrten Bibliographen Wolf die Grundlage für seine ׳vierbändige ׳״Bibliotheca hebraea“. Später kam!die ßibliothek!nach Hamburg. Es wurden mehrfach Versuche gemacht, sie zu verkaufen; es wurden zu diesem Behufe Kataioge gedruckt. Aber obwohl die Bibliothek auf, 100.000 Thaie'r geschätzt worden war, fand sich weder Jude, noch Christ, der sie um 6000 Thaler gekauft hätte. ,Und so ging sie ,1829 um den Spottpreis von 900Ö Tälern ah die berühmte B 0 d 1 e i a n a in O x f 0 r d über, deren weitaus wertvollsten Teil sie heute noch bildet, Sie ׳ist wohl die einzige Bibliothek, die hebräische Bücher bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts ׳in solcher Vollständigkeit besitzt und kaum alle Bibliotheken der Welt zusammen werden so viele alte Prager hebräische Drucke besitzen wie die Bodleiana. SuchezumeinenKindern von 6 bis 14 Jahren einen i n t el li g e n,t e n בחור ■der befähigt ist, חומש ־.ורש״י . und allgemeinen Religions- .unterricht zu erteilen, Gehalt laut Uebereinkommen. Offerte an Friedmann Salamon, Novy Vrbäs (S. H. S.). schrift aus Brünn, die eine furchtbar deutliche Sprache spricht, sie lautet: .להסיר מכשול Der Vorstand des Machsikc Had.as fühlt sich verpflichtet, der Oeffentlichkeit bekanntzugeben, daß in. Brünn unter Leitung Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Hermann. Schattin seit drei Jahren keine Jeschiwa besteht und all die ßachurim. die größtenteils aus Marmaros hiclierkommen, suchen hier nur die Gelegenheit, sich im Profanen ausbilden zu können und fallen nebenher dem אפיקירס׳ und Unglauben in die Arme. Daran tragen ihre Eltern die Schuld. Ferner machen wir auf diesem Wege den Eltern der Kinder, die an den hiesigen Schulen studieren, bekannt, daß ihre Kinder mit geringer Ausnähme in מרפה Häusern untergebracht sind. Diesem Uebc! müßten sie chebaldigst abliclfen. Brünn, den 28. Oktober 1927. Angesichts solcher Zustände fragen wir heute abermals und werden nicht aufhören zu fragen, bis nicht Abliilfe geschaffen wird: Ist es immer noch nicht an der Zeit, daß die rabbinisehen und balebatischcn Führer des orthodoxen Judentums in allen Teilen der Tschechoslowakei sich zu einer ernsten Beratung über die brennenden Fragen der orthodoxen Jugendpflege zusammenfinden? Irene Teil! Tochter d. Herrn Rabb. Teidifhal Piestany Ver Salomon Bransflorler Nagy-Kaläsz lobte Helene Nenmaon Josef Sdiiff Bratislava Wien Verlobte Jodilli Mmann Viktor Friedman» Bratislava Galanta Ver lobte Die flgudas JM-JiigeHiigiiip, Topolcany, gratuliert her.zlichst ihrem Ausschußmitgliede Herrn Alexander Ko 11 n zu seiner Verlobung mit Frl. Seren T rau e r. Aut. orthodox-isr. Kultusgemeinde in Presov, Slovensko. E.-Nr. 235-1927. Die Presover aut. orthodox-isr. Kultusgemeinde sucht per •sofort einen vorzüglichen שוחט ובו הק der ׳zugleich משגיח und ein guter בעל תפלה וקורא sein muß. Betreffender muß von drei anerkannten orthodoxen Rabbinern קבלות über שחיטה ובדיקה und □ניקור חלק פני besitzen. Gehalt laut Uebereinkommen. Gesuche nebst Angabe des Alters und Familien- Standes sind an den Gefertigten einzusenden. Spesen werden nur •dem zum Probevortrage Berufenen vergütet. Presov, am 1. November 1927. Der Vorstand. Der תלמוד תורה-Verein zu Zlate-Moravce sucht einen tüchtigen, pädagogisch gebildeten, ledigen מלמד, der חומש ורש״י משניות וגמרא unterrichten kann. Gehalt laut Uebereinkommen. Offerte mit Referenzen über frommen Lebenswandel sind zu richten an Herrn , Moritz Danzig, Vereinspräses. Orthodox-Israel. Kultusgemeinde Bratislava-Preßburg. 36S8-1927. In der hiesigen orthod.-israel. Kultusgemeinde ist die , Stelle eines tüchtigen ש 1 ח ט לבו דק der auch ein guter בעל תפ?הי und בעל קורא sein soll, per sofort zu besetzen. Reflektanten unter 40 Jahren, im Besitze von קבלות ׳ von drei anerkannten orthod. Rabbinern, wollen ihre Offerte nebst Zeugnisabschriften wie auch Angabe ihres bisherigen!Wirkens, ihres Alters und Familienstandes bis spätestens 15. November 1. J. einsenden an den Vorstand der orth.-isr. Kultusgemeinde. Bratislava-Preßburg, 2. Oktober 1927. (Nachdruck w i r •d n i c h t honoriert.) Geschäft Ein gut eingeführtes, schuldenfreies Schnittwaren- . geschäft auf der Hauptstraße wäre gegen Barzahlung der lagernden Ware zu übergeben, in einer Provinzgemeinde •mit Bahnstation. Elektrische Beleuchtung. Asphalt, Staatliehe Bürgerschule, zweimal wöchentlich Wpchenmarkt. Jüdische Reflektanten wollen an Oszeszla, Bratislava, Lorenzertorgasse, unter Chiffre ״F. F. 13“ schreiben. . i ■ Kosmos-Druckerei* Kunstanstalt (C. S. R.) Bitte um Erholung meiner allerbilligsten Preisofferte. Leistungsfähigste, mit elek- B Gegründet im Jahrft 1839. Irischem Betrieb moderest 1; Spezialität: eingerichtete Buchdruckerei. ■ ״ ספרי□ יdt v^n-Schrift Verlag der weltbekannten Gebettafeln, für Synagogen ig/tT Auf Wunsch sende Katalog gratis und franko.

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