Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 41 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 258 JÜDISCHE PRESSE Nr. 41 Wien, I., Tuchlauben 8 viel zu früh. 111׳ Brzczäny geboren, war er in jungen Jahren nach Prag ziigewandert. Neben seiner anstrengenden Erwerbstätigkeit begann ׳ er. sogleich an den drei Säulen zu bauen, ״auf denen die;Weit ruht“. Er war ein Kenner von חנ״ב. wie wenige...Bei unseren öifcutlicheti Schiiirim hat er vielleicht niemals gefehlt'.• Noch größer aber als seine תורה war seine בירה# . ^überflüssig zu erwähnen, daß er stets unter den □מעריכי war; auch im strengsten Winter hat er bis in die letzte Zeit als eine/ der ersten am tagliehen □תיקון שומרי tcilgcnommcn: sein letzter Gang aber war. als־ er schon zwei ■Monate krank darniederlag, am Purim in die geliebte Altncuschul — er sollte das Lager nachher nicht mehr verlassen. Doch all das verschwindet vor seinem aufopfernden □כמילות חסדי. Wie er von Haus zu Haus ging, für einen armen ת״ח zu sammeln, für eine הכנסת כלה Wie er, die höchste Mizwah von □ ם׳,שבייי erfüllend, zahllose Brüder aus dem Polizeiarrcst, der Untcrsuchungshaft befreite — das alles wird überstrahlt von seinen Leistungen für den ״Kolel Schomre Hachomoth“, dessen גבאי er in den letzten Jahren geworden war. Das war wirkliche חבת הארץ Wie er cs da verstand, die Lauen fortzureißen, auch den Gleichgültigen namhafte Spenden zu entlocken, wie er, der Hochbetagte, keine Mühe, keinen noch so weiten Weg scheute, um nur den!Betrag, den er sich selbst auferlegt, zu erreichen — das war vorbildlich für’ uns Jüngere. War er auch von harten Schlägen nicht verschont geblieben — der Tod seines Schwiegersohnes Rabb. Dr. W!ohl, ׳seiner Tochter, seiner Gattin — so hielt ihn doch sein unerschütterliches בטחון aufrecht und die hingebungsvole Pflege seiner Schwester erleichterte ihm die schwere Krankheit. So war sein Alter eine .שיבה טובה המקום יגדור פרצות עמו ישראל י Taube‘Lea Ordel ע״ה Still und bescheiden, wie sic im Leben war, ging Frau T. L. 0 r d c 1 ש״ק פרשת נח uns, mit ihrem Hinscheiden ,ihren! innigstgeliebten Kindern, ihren Verwandten und dem gesamten Sdiiffschuikreise Spendet für den Die konkurrenzlosen SEIDEN 2 HAUSER S. WILLHEIM verkaufen . auch jetzt wieder zur Herbstsaison die schönsten, modernsten Seidenstoffe bei allergrößter Auswahl im Detail zu Engros-Preisen Crepe-Satin, ade Farben.S 17—, 14.80 Crepe de Chine, alle Farben . . S 12 50, 9.80, 7.80 Crepe Georgette, alle Farben.S 11.50, 8 90 la Mongole, alle Farben.S 19.—, 16 80 Seiden-Lame, alle Farben ....... . S 5.90 Wäsche-Pongis. 93 cm breit.• S 3.50 Ia Mantelseidenstotfe.S 19.—, 14.—, 9 80 Seidenfuiter-Brokate ... ..... S 5.80, 3.90 Veiour-Chiffon, prach'volle Farben .S 12.50 Eng ische Kleider-Samte, 90 cm breit . . . . S 11.50 Hutsamte, ahe Farben .S 3 90 Duvetine, Moiree. Rips für Taschen, nur . , S 2.90 Gold- und Silberbrokate und feinste französische Spitzen in enormer Auswahl zu staunend billigen Preisen I Wien, I., Bauernmarkt 2a ®®®I Büohar e®• - ״—• ■ » ■ I.. ■ ■M..■ I. der Adas Jisroei, Wien, II., Nestroygasse 11 schweren Verlust zu fügend. Bei der ,ה ל ו י würdigte Rabbiner F l e i s c h;m a n J1 die Tugenden dieser wahrhaft frommen Frau, die .mit ihrem vor vier Jahren' verstobenen 1Gatten! öR.!Naftali das Musterbild!jüdischen Familienlebens ■alten Schlages verkörperte. Möge ihr!Andenken ein gesegnetes sein. Szombathely. ש״ק פרשת נח verschied plötzlich eine Zierde unserer orthodoxen Gemeinde ר, פנחס ניישטאדט זצ״ל Die ganze Stadt und Umgebung beteiligten sich an der לוי׳ Seine Verdienste als grundehrlicher Jehudi, als redlicher Kaufmann würdigte in ergreifenden W'orten Rabb. Einhorn. Im!Namen der Czcldömöker orthodoxen Gemeinde, deren Gründer ■derv Verblichene war, sprach Rabb.!Grimberg. Das jüdische Kind in die jüd. Schule! Spendet reichlich für die Talmml׳T110ra׳V01k$׳ nnd Bürgerschule Wien, 11., Malzgasse 1s Halb-Asien. Aus Halb-Asien, Kulturbilder aus Gabzien, Südrußland, der Bukowina und Rumänien von Karl Emil Franzos. 6. Auflage. I. und 11. Band. (Preis! in 1 Ganzleinenband M. 10.—.) — Karl Emil Franzos war ein Nachfahrer der Mendelssohnschen Aufklärungsep'oche. Von dieser Mentalität becinflußt, sah er alles in grell tendenziöser Beleuchtung. Polen, Galizien, Bukowina nnd Südrußland war für ihn Halb-Asien. Auch der Jude dieser Ländereien ist ein Produkt des korrupten Halb-Asiens, wie ja auch ihre jiddische Sprache ein korrumpiertes Jargon darstellt. Daß der polnische Jude nicht auf der hohen ״Kulterstuffe'j steht, die der Deutsche oder Franzose jüdischen Glaubens erklommen hat, tat ihm weh. Tröstet sich aber damit ״daß jedes Land die Juden hat, die es verdient“. Daß es auch eine jüdische Kultur geben kann, kam ihm nicht in Sinn, wollte vielleicht auch nichts davon wissen und der Zionismus, dessen Anfangsjahre er noch erlebte, war eine ״beklagenswerte Erscheinung“. Immerhin sind diese geistig fesselnden Schilderungen, die vor einem halben Jahrhundert geschrieben wurden, als Zeitdokumente vergangener Jahre von höchstem kulturellen Wert und man muß dem Verleger dankbar sein, für die Neuauflage. Manches hat sich inzwischen geändert, manches könnte auch heilte geschrieben worden sein. In Karl Emil Franzos widerspiegelt sich das seltsame Zwielicht, das er in Halb- Asien zu sehen glaubte, in dem aber die Epigonen der Mendelssohnschen und der ״HaskaIa“־Epoche noch heute leben. Die Ausgaben des Cotta’schen Verlages sind geschmackvoll und eine Zierde für jede Bibliothek. G. Wiener Pelz waren-Markt Wien, I!., Kleine Sperigasse 8, Tel. 43-1-40 Sehr preiswert! Sehr preiswert! 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