Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 41 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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nam schechoslo w akei Aus dem Leben der Gemeinden. Brief aus Nitra. Die Leser der ״Jüdischen Presse“ hören nicht allzu oft aus den Spalten dieser Zeitung von uns Neutraern. Dagegen hören sie um so mehr, wenn sie das eine oder andere der Winkelblätter zu Gesicht bekommen, not'a bene wenn sie den Ekel zu überwinden vermögen, der einen jeden anständigen Menschen erfaßt, so oft er!Berichte jener Art lesen muß, wie sie aus diesen Blättchen über uns Neutraer orthodoxe Juden in Hülle und Fülle produziert werden. Heute werde ich einmal eine Ausnahme machen und die Leser sollen — mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion — manche Dinge aus dem Neutraer jüdischen Leben erfahren, auch wenn es sich bald hcrausstellen wird, daß nur Weniges davon wichtig genug war, um cs nieder•־ zuschreiben. Diese Kleinigkeiten und Nichtigkeiten (riehtiger wahrscheinlich: Nichtswürdigkeiten!), die heute an den öffentlichen Pranger gestellt werden sollen, gehören aber so unvermeidlich und unausweichlich zu unserem täglichen Brot, daß das. Bild ohne sie nicht vollständig wäre. Sie sind unser liebes Eigenes, ganz unser Eigenes, •unser Unvergleichliches, dem keine jüdische Kehilloh der Welt Aehnliebes zur Seite stellen kann. /Bleiben wir zum Beispiel beim!Kapitel ״Zeitungen“ einen Augenblick stehen. In der ganzen W'elt werden Zeitungen gekauft, nachdem sie gedruckt sind, um sie selber zu lesen. Bei uns kauft man für einige Groschen Zeitungen nur bevor sie gedruckt sind, ׳um darin den Geisteskehricht abzuladeu und allerlei in Druckerschwärze getauchte Gemeinheiten anderen als Erholungslesestoff vorzusetzen. Was und wem schadet das? So wird man fragen. Was liegt daran, wenn man weiß, was alles solch ein Presseprodukt in sich aufnehmen muß, um sein armes Dasein fristen zu können? So kann nur ein Fernstehender fragen. Uns Neutraern ist das schon ein wenig wichtig! Denn gerade durch den Abflußkanal dieser Blättchen werden die vielen sauberen Lügenberichte über uns all denen zugeführt, die an solchen Niederträchtigkeiten und anderem Schmutz ihre einzige Lebensfreude haben. Wer Appetit dazu hat, mag sich daran ergötzen! Es wäre aber ungemein traurig, wenn die Welt uns nur nach den aus diesen Blättchen hervortretenden Ausdünstimgen unseres Lebens beurteilen müßte. Gelobt sei der Allmächtige, wir haben gar vieles, was uns in der Welt zum •Ruhme gereicht und uns Ehre bereitet. Gewiß haben wir hier Leute — nicht so viele freilich, wie es nach den Lügenberichten den Anschein hat —, auf die unsere Gemeinde bcsimchoh raboh verzichten möchte. Selbst unter diesen gibt es jedoch einige wenige solche, die vom Hause aus eine ganz andere Erziehung genossen haben, zu viel Besserem bestimmt waren, in ihrer Jugendzeit zu Füßen großer Männer saßen und nur um ihrer Eitelkeit wegen gesunken, so tief gesunken sind, daß sie die Schmach unserer Gemeinde geworden sind. Wiir haben aber auch Menschen ganz anderer Art, ganz, anderen Charakters und ganz anderer Gesinnung! Wir schämen uns des wcnigen Schmachvollen, das leider unser ist und uns anhaftet. Aber wir sind stolz und haben Grund stolz zu sein auf das viele Große und Edle, das nicht minder unser ist und unserer orthodoxen Gemeinde ein ganz anderes Gepräge verleiht, als das, welches sich aus den!Handlungen jener Menschen ergibt, deren skandalöse Gemeinheiten so viel von sich reden machen. Denn unsere Gemeinde ist und bleibt eine קהלה קדושה und wird heute mehr als je im Geiste einer echten jüdischen Gemeinde geleitet und verwaltet. Vor drei Jahren war einmal vorübergehend eine Gemeindeleitung an die Spitze gelangt, deren Majorität uns manchen Kummer verursacht hat. Daß auch daran die!Nachlässigkeit und Gleichgiiltigkeit der Jercim schuld war, kann man sich leicht denken. Der זכות unseres verewigten לבי זצ״ל aber hat unserer קהלה beigestanden und er ist seiner Gemeinde ein מנין geworden. Ich sage seiner Gemeinde, denn wer hat aus •der Neutraer Gemeinde eine wirkliche orthodoxe gemacht, wenn nicht sein starker •und unbeugsamer Wille? Wie viele!Kämpfe hat es ihn gekostet, bis es gelungen ist, die Gemeinde auf eine Höhe zu bringen, daß sie jetzt als eine der ersten orthodoxen ל 1 ה H p dasteht! Heute bilden wieder die wirklichen Jercim die Majorität!in der Gemeindestube. In der Gemeinde wird dank der energisehen, klugen und zielbewußten Leitung des derzeitigen Vizepräses gute und ganze Arbeit für die Erstarkung von תלרה und יראת שמים geleistet. Daran hindern ihn nicht im geringsten all die Machenschaften, die gegen ihn!besonders heftig in Szene gesetzt werden. Sein Verdienst ist es auch, daß die Gruppe jener betriebsamen Elemente, die dem Gemeindeleben eine andere Richtung geben möchten, immer ,kleiner wird. Jeder;Mensch mit einigermaßen besserem Charakter sagt sich von •ihnen los und möchte durchaus nicht zu ihnen gezählt werden. Denn wer wollte, selbst wenn er in mancher Frage eine eigene, von der Anschauung der Majorität abweichende Ansicht hat, gemeihsame Sache machen und sich identifizieren mit Leuten, die nicht einmal davor zurückschrecken, unseren hochverehrten Herrn Oberrabbiner in Schmähnotizen angreifen und verunglimpfen zu lassen? Ueber die Persönlichkeit unseres ehrwürdigen Oberrabbiners an dieser Stelle zu schreiben, ist wirklich überflüssig. Man kennt ihn überall, wo orthodoxes Judentum noch etwas bedeutet, und auch wir wissen, was wir an ihm besitzen. Dessen soll aber auch hier Erwähnung getan werden, daß cs nur wenige Gemeinden gibt, wo die רא*ם ושלמים die בגי תורה alle ohne Ausnahme so geschlossen und so eifrig hinter ihrem רב stehen wie bei uns. Von der Verehrung, die bei uns die יראי י׳ באמת dem מרא לאתרא bei jeder Gelegenheit beweisen, kann sich nur der einen Begriff machen, der dies an Ort und Stelle täglich zu beobachten vermag. •Daß aber hier die בני, תורה und •die יראים allseits als •die besseren Menschen betrachtet werden, wird auch durch ׳eine •ganz eigenartige Erscheinung sehr deutlich bewiesen, nämlich dadurch, daß sich bei •uns in neuester Zeit auch eine Gruppe von Menschen diesen Titel fälschlich •beizulegen sucht, denen er am allerwenigsten zukommt. Diese anonymen neuen ״Jercim“ bezwecken mit ihrem Titel in sehr leicht erkennbarer Weise, die wirklichen Jereim zu mißkreditieren und diese vor dem gewöhnlichen ■Volke zu blamieren. Das gelingt ihnen nur selten und auch nur für sehr kurze ,Zeit. Es kommt •immer ein ״Zufall“ dazwischen, durch den sie zun.1 allgemeinen Gespött schmählich entpuppt werden. So war es einmal passiert, daß dem Führer dieser ״Jereim“ am שבת קודש beim Gebet die Geldbörse ans der Tasche fiel . . . Trotz dieses Mißgeschickes scheut diese Gruppe sich nicht, alle Mittel in Bewegung zu setzen, uni der Gemeinde,leitung und den um unseren Oberrabbiner vereinigten ׳בני תורה Knüppel vor die Füße zu werfen.!Recht charakteristisch für sie ist auch der ebenso aussichtslose wie absolut •unaufrichtige Versuch, auch in der Frage der 'wegen der Ueberbürdung des Oberrabbiners aktuell gewordenen Wahl eines גדול מפורסם zum ראב״ד künstlich Verwirrung zu stiften, um inzwischen, während der ihnen so erwünschten׳ Streitigkeiten, ganz nach Herzenslust!im Trüben fischen zu können . . . •Aber auch das kann nicht von langer Dauer sein. W!ir kennen unsere Krakeeler und wir wissen, wie sie am gründlichsten unschädlich gemacht werden können. Das hat sich auch bei den jüngst stattgefundenen!Ge- ^BBBBi Aus dem Midrasch. ״G-t •t s p r.a c h z •u Abraham: War u m hat Sarah gelacht und gesprochen: •Ich sollte u o.c 11 1g e b ä r e n, da ■ich alt geworden! Ist dem E w i g e n etwas •unmöglich?... R. Judan bar Simra erklärte dies durch ein Gleichnis: Ein Mann brachte einst zwei gebrochene Ketten zu einem Schmied und fragte ihn: Kannst du mir diese wieder in!Stand setzen? Da ich •neue machen kann, gab der Schmied zur Antwort, sollte ich nicht auch alte wieder herstffllen können? — So auch hier. Da!ich, sprach!G-tt, Sarah erschaffen habe, sollte ich sie nicht auch wieder verjüngen können?“ Das Sprichwort sagt: Hast du deine Gäste mit Speise und Trank gelabt, so gib ihnen auch das Geleit. So heißt es auch bei Abrahams Gästen: ״DieMänner erhoben sich v 0 11 d■0 r t. . .und Ab raha m g i n g m i t ih n e n, u m ,sie zu b eg 1 eiten.“ ,?Die zwei Engel k a m e n nach Sodo m.“ Hier heißen sie Engel und weiter oben: Männer. R. Chanina sagte: Bevor sie ihre Sendung verrichten, hießen sie Männer, nachdem dies geschehen, Engel. ״Und er sprach: (Möge doch der Ewige nicht z ii r n e n, d a ß ich spreche, vielleicht f i nden sich dort zehn...“ Warum gerade zehn? Weil zehn eine ■Gemeinde bilden, oder weil von der Zeit der Sintflut ,zehn übrig geblieben waren׳, auf deren Verdienst noch nicht Rücksicht genommen war, oder weil er wirklich glaubte, es würden zehn vorhanden sein, nämlich Lot, sein Weib, seine vier Töchter und deren Schwiegersöhne. •:t ׳״U lid sein Weib blickte hinter sich und wurde iiir S a 1 z s ä u• I e.“ Warum wurde sie zur Salzsäule? Weil sie durchs Salz gesündigt hatte. Denn in ■jener Nacht, da die Männer zu Lot gekommen• waren — was tat sie da? Sie ging zu ihren Nachbarinnen und sprach .zu ihnen: ״Gebt mir Salz, den'11 wir haben ■Gäste.“ ׳Aber in Wirklichkeit war ihre Absicht, ׳Lots Gäste ■den■ Sodomitern zu verraten. ■Deshalb also wurde sie in eine Salzsäule verwandelt. Als G-tt ,die Stimme des verschmachtenden Ismael hörte und sich seiner erbarmte, da eilten die Engel herbei, um Ismael anzuklagen. Sie sprachen: Herr der Welt! Einen Menschen, der einst deine (Kinder in Durst wird umkommen lassen, den willst du eine Qu eile emporsteigen lassen?! Da sprach G-tt: Was ist er denn jetzt, ein Tugenldhafter oder ein Bösewicht? Da antworteten sie: Ein Tugendhafter. Darauf G-tt: •Ich richte den Menschen nur!nach seinem gegenwärtigen sittlichen Zustande. •i: Als Abraham sich anschickte, seinen Sohn ■Isaak G-tt zum Opfer darzubringen, da •trat 1Samael, der Engel •des Bösen, auf ihn zu ■und sprach: Alter, Alter! Du ■hast wohl deinen Verstand verloren? Einen1 Sohn, der ■dir geschenkt wurde, als du :bereits 100 Jahre alt warst, den willst ■du abschlachten?! Da antwortete Abraham: Ja, ich will es tun. Wie wäre es denn, fuhr •Samael •fort, wenn G-tt ■dich noch mehr prüfte, würdest du auch ■dann beharren? Darauf Abraham: Auch dann. Aber, nahm Samael wieder das Wort, morgen wird er ,zu dir sprechen: Du hast unschuldiges Blut vergossen, du hast deinen Sohn ums Leben gebracht! Abraham sprach: Und trotzdem... Als nun Samael sah, daß •er Abraham ■nicht wankend machen könne, wandte er sich zu Isaak und sprach zu ihm: Sohn •des Unglücklichen! Er will ■dich abschlachten! Isaak antwortete׳: ■Ich folge. Darauf Samael: Sollen denn all die Kostbarkeiten, ■die deine Mutter angeschafft ■hat, dem •Ismael, dem Verhaßten des Hauses, zufallen — bedenkst du das nicht? ׳Und da geschah es, daß ein Teil dieser giftigen ■Verleumdung auf Isaak Eindruck machte. Das will die Thora andeuten mit den׳ Worten: Isaak sprach zu seinem Vater Abraham: ״:Mein Vater, ■mein •Vater!“ Zweimal rief er ihn ״Vater“, damit er sich seiner erbarme. Die zwei Triebe des Menschen. Von Dr. Josef Löwy. II. Fürchterlich ist, wie unsere alten Lehrer veranschaulichen die chreckliche Macht •des ■bösen Triebes; er ist so stark wie der Tod selbst. Der Satan, der böse Ge- ■danke •und der Tod sind ein und dasselbe. Gibt es da keine Hilfe gegen diese bösen Gewalten? Ist der Mensch hilflos in־ Kampfe gegen diesen übermächtigten Feind, dem er als wehrloses Opfer völlig ausgeliefert erscheint? Als Antwort auf diese berechtigten Fragen erzählt uns der Midrasch von mancherlei Dingen in der Welt, deren Art durch menschliche Mühe und Anstrengung völlig verändert werden kann. Mostrichsamen ist bitter; wenn man ihn siebenmal kocht, wird er süß. Ebenso ist es mit dem besen Trieb: Bekämpfe ihn und du wirst ihn besiegen. Laß ihn hungern, wie die Rabbiner sagten, und er wird Gatt; gibst du ihm aber Nahrung, dann erst wird er hungrig. Mit anderen Worten: Halte deine Leidenschaften in Schach, dann werden sie aufhören, dich in Versuchung zu führen, läßt du sie aber frei, dann werden sie dich immer stärke!? beunruhigen. In diesem Sinne geben wir gleich zum Beginn unseres Morgengebetes unserem Herzenswunsch in der innigen Bitte Ausdruck, daß der böse Trieb nicht über uns herrschen soll. Ben Soma hat durch den klassischen Ausspruch Unsterblichkeit erlangt: Wer ist stark? Der seinen bösen Trieb bezwingt. Unsere alten Weisen sind auch nicht in Verlegenheit gekommen, auf welche Weise ein solcher Sieg über s;ch selbst zu erlangen wäre. Si!^ sagen: Gott selbst hat den bösen Trieb erschaffen, aber er hat auch das Gegengift für diesen Dämon erschaffen( und das ist die — Thora. In der Schule Rabbi Israels^ wurde gelehrt, daß jemand, der plötzlich von bösen Leidend schäften ergriffen wird, sofort in das Lehrhaus geführt werden soll. Und wenn der schlechte Trieb so hart wie! Stein ist, muß er in Staub zermalmt werden, un|d wenrv er stärker als Eisen ist, wird er zerbrochen werden. Von den Rabbinern stammt auch die Aufforderung, die guten Vorsätze gegen die ■schlechten Anwandlungen zu wappnen. Kann der gute Trieb den bösen besiegen, dann geht alles gut und recht; ist das Gegenteil der Fall, danpj soll sich der Mensch dem Studium der Thora hingeben. Wenn das nicht hilft, so soll man um Gottes Beistand beten, den bösen Trieb unwirksam zu machen. Bleibt auch das wirkungslos, so ■denke man ■an den Tag •des Todes. Ganz merkwürdig war auch der Glaube, daß der gute Trieb um 13 Jahre älter wäre als der schlechte Trieb. So lange ein Knabe noch nicht das Alter von! von 13 Jahren erreicht hat, ist er völlig unschuldig und ed trifft ihn für ■die Verletzung irgend eines Gebotes keine Verantwortung, weil er es nicht besser weiß und diie, Stimme des Schuldbewußtseins •sich bei ihm nicht Gehör verschaffen kann. Sobald er aber 13 Jahre alt geworden ist, erwacht auch ■in seinem Innern ■der ■böse Trieb, •der nicht untätig bleibt und Auge und Herz in Versuchung führt, denn Auge und Herz sinld na,ch talmudischer An!- schauung die Vermittler der Sünde. Schon in der Bibel ist es zum Ausdruck gebracht, daß der Mensch die Wiahl zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen Leben und Tod vor sich hat. Nach jüdischer Auffassung regt sich im Innern eines jeden Menschen ■der gute und ■der böse Trieb und unsere rabbinischen •Lehrer gehen so weit, daß sie behaupten, das Gebot Gottes mit seinem ganzen Herzen zu lieben, heißt ihn mit allen Anwandlungen, mit den guten und bösen zugleich lieben. Der böse Trieb ■ist nach dieser Anschauung nicht als .Unglück für •den Menschen anzusehen, er gibt vielmehr ■die Anregung, daß jedermann sein Geschick selbst in der Hand hat. Fatalismus und jüdische Lehre stehen im heftigsten Gegensatz zueinander, denn jeder Jude ist der eigene Herr seiner Seele. In dieser kräftigen! Ueberzeugung liegt auch die Quelle des jüdischen Optlmismus und das Geheimnis der Jahrtausende alten •Wider- Standsfähigkeit ■des jüdischen Volkes liegt nicht zuletzt in seiner Ueberzeugung, daß mit der Größe des Wider- Standes die Bemühungen wachsen müssen, um alles Un־* gemach zu besiegen. Der Jude weist den Gedanken einer äußeren Hilfe durch irgend einen Erlöser oder Vermittler von sich, •denn die beste Hilfe ist die Selbsthilfe. So erklärt auch einer der hervorragendsten Weisen des. Talmuds, Rabbi Joschua ben Levi, ■den Vers des Psalmisten: Glücklich der Mann, der Gott fürchtet. Glücklich ist derjenige, der seinen bösen Trieb wie ein Mann besiegt. Der יצר חרע als Personifikation der Versuchung spielt in der weiten Welt der jüdischen Sagen und Anekdoten eine hervorragende Rolle und hat im Laufe der Zeiten nichts an seiner Popularität verloren. Aber in welcher Fassung auch immer von dem bösen Trieb gesprochen wird, immer wieder folgt der Nachsatz, daß der Kampf mit 0ihm unf abwendbar ist. Dieser Grundsatz allein beweist die Kraft und Stärke jüdischer Moral und die sittliche Kraft eines jeden Volkes zeigt sich am besten in seiner ethischen Auf׳* fassung von Schuld und Sünde.