Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 40 (4.11.1927)
- Date
- 1927-11-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 40 Seite 252 JÜDISCHE PRESSE gram■ lllllUHIIHIIIIIIIIIIIIBIIIIlllllllBllllinilllllllllHIIIIlilllS ■! T s eH e c 11 o Slowakei ן Der 28. Oktober Das jfidische Kind in die jiid. Schale! Spendet reichlich für die Talmud-Thora-Volksand Bfirger schale Wien, n., Mangasse 1s Bajs-Jakob-Schule in Wien. Sonntag den 32. Oktober fand in den Räumen der Toyubeehalle die feierliche Erötfnung der ersten Wiener Bajs-Jakob-Scliule für den 20. Bezirk statt. Das Bedürfnis nach einer Erziehungsanstalt iiir die weibliche Jugend dieser Gegend hat sich besonders in den letzten Monaten fühlbar gemacht. Und so hatte sich zur Eröffnungsfeier ein zahlreiches Publikum aus den Kreisen der Eltern ־־cingefundeii. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Wolf P a p p e 1111 e i m, begrüßte in herzlichen Worten die Erschienenen, vor allem die!anwesenden Vertreter der ׳Kultüsgenieinde, und wies auf die Bedeutung des Ba׳js־Jakob־Werkes hin, das zurzeit bereits 100 Schulen im Osten mit 11.000 Schülerinnen umfaßt. Nun ist auch in Wien die erste Bajs-Jakob-Schule begründet. Herr Rabbiner F I cs c h erörterte in eindrucksvoller Rede die Stellung der Frau im Leben des jüdischen Volkes. Die Vertreter der Kultusgemeinde, Vizepräsident Dr. Or 11 stein und Vorsitzender des Unterrichtsausschusses Dr. Josef T i c h 0, iibcrbrachten die Glückwünsche des Kultusvorstandes und sprachen über die Bedeutung des religiösen Erziehungsideals. Nach ihnen beleuchtete Dr. Deutschländer das Programm der Bajs-Jakob-Schule. Reden der Herren'Rabbincr Blech und Hai per 11, die einen Appell an die Eltern richteten, das große Werk mit allen Kräften zu fördern, beschlossen die eindrucksvolle Feier. Für das orthodoxe Schulwerk in Erez .fisroel. Die andauernd kritische Lage des orthodoxen Schulwerkes in Erez Jisroel erheischt neuerliche Anstrengungen und Opfer von all jenen, denen der Fortbestand dieses־ Schul- Werkes am Herzen liegt. Oberrabbiner Fürst und Rabbiner Josef Baum garten, wie die in Wien lebenden Großrabbiner aus Czortkow, Kopyczynce lind Sadagora wenden sich erneuert in einem warmen Aufrufe an die Wiener lind österreichische Judenfieit, ihre Pflicht Erez Israel gegenüber zu tim. Rabbi Mosche Glückmann P 0rusch aus Jerusalem, derzurzeit in Wien weilt, wird in den nächsten Tagen seine Werbearbeit in Wien für das orthodoxe Scliulwerk in Erez Jisroel beginnen. Rabbi Porusch Gliiokmanu will nach Muster der westeuropäisehen . Länder R o s c h - C11 a 11 d c s c 11 -Spende n für diese Schulen sammeln. (Wir wünschen ihm besten Erfolg.) Warnung! Es wird zur Kenntnis der p. t. jüdischen Bevölkerung gebracht, daß ■laut Entscheidung <h>s׳Kultusministeriums vom 31. Jänner 1876 Z. 1208 und 19. Februar 1S76 Z. 1683 erflössen an ■das Bcthaus, II.. Große Sehiffgassc 8 (Schiffschul)־ und an den Kultusvorstand, ״jeder direkte oder indirekte Zwang zum Schreiben, Z e ich .n e!11 u 11 d Handarbeit a m Samstag in׳ deu ׳ S c 11 u len zu u n l e r 1 a ss e 11 .i s t“. Es kan n a l'so k e i n S c h ti 1 e r u n d keine S c h ii 1 e r i n g ezwangen werden, i n der Schule den Sabbat zu e nt weihen. ׳ ,Beschwerden werden gewiß bei den betreffenden Schulleitungen Abhilfe finden. . Luachfehlcr. In verschiedenen Kalendern, die in Wien massenhafte Verbreitung fanden, ist die Gebetstunde für .■Freitagabend zu früh angesetzt. Da man gewohnt ist, dein Sabbatluuisgaiig mit 24 Stunden und 45 Minuten später als den Sabbatheingang anzusetzen, könnte durch eine: zu frühe Ansetzung des Sabbatheinganges ein verhäugnisvoller Irrtum entstehen. Man wolle sich daher nicht nach den Angaben dieser Kalender richten. Die pünktliche Zeit des Sabbatlieingangcs finden unsere Leser in den in der ״Jüdischen Presse“ veröffentlichten Gebetstuiiden der Adas Jisroel. Speziell wird aufmerksam gemacht, daß der Beginn des Sabbatlis in Wien nie früher als 4 Uhr nachmittags festgesetzt ist. Samuel kam einmal weinend aus der Schule nach Hause. ״Warum weinst du?“• fragte ihn sein Vater. ״Mein Lehrer hat mich geschlagen.“ ״Warum?“ forschte der Vater. ״Er sprach zu mir, du gibst meinem Sohn .z-u essen, ohne dir die Hände zu waschen.“ ״Und warum׳'hast du dir nicht die Hände gewaschen?“ ״Wie,“ sagte der Knabe, ״er ißt und ich soll mir die Hände waschen?“ Der gelehrte Vater bemerkte dazu: ״Nicht genug, daß er (der Lehrer) selbst die Bestimmungen über das Händewaschen nicht kennt, schlägt er noch.“ Ein Landlehrer pflegte alljährlich einmal nach Jcrusaletn zu kommen. Die Bewohner Jerusalems erkannten m ihm einen großen Gelehrten und!boten ihm fünfzig Goldstücke .für das Jahr, für den Fall, als er sich bei ihnen niederlassen wollte. Der Landlehrer schlug aber das Anerbieten mit der Begiindung aus, daß er in seinem Wohnorte einen Weinstock besitze, dessen Erträgnis ihm bedeutend mehr einbringe. In der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts, wahrscheinlich gleichzeitig mit dem bereits genannten hervorragenden Samuel b. Sclielath in Sura, wirkte in einer Landgemeinde Babylons ein gleichfalls durch große Fröinmigkeit wie durch Gewissenhaftigkeit und pädagogisches Geschick, sich auszeicliiiender Kinderlehrer. Rab, der Schöpfer und Leiter der Akademie zu Sura, kam einmal in diese Gemeinde und ordnete wegen anhaltender Dürre ein allgemeines Fasten au. Der Regen blieb jedoch aus. Da trat der Schullehrer als Vorbeter hin und kaum hätte er die Lobesworte ״Er läßt den Wind wehen“ gesprochen, erhob sich ein Wind und nach dem Allssprechen des Schlußsatzesr ״Er läßt den Regen niederströmen“ stellte sich auch ״schon der ersehnte Regen ein. Ueber die schnelle Wirkung des Gebetes dieses Mannes erstaunt, fragte ihn Rab nach seinem Berufe. Jener antwortete: ״Ich bin ein Kinderlelircr und unterrichte mit gleicher Gewissenhaftjgkeit' die Kinder der Annen wie die der Reichen. Wem es aber nicht möglich ist, zu zahlen, von dem nehme ich gar nichts. :Veh halte mir einen Fischteich und wenn ein Kind nicht lernen will, so beschenke ich es daraus und rede ihm so Jan&e freundlich zu, bis er wieder liest.“ der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Spendet für den der Grüiidtingstag der tschechoslowakischen Republik, wurde auch, in diesem Jahre im ganzen Lande in ernster Freude gefeiert. Die gesamte Bevölkerung der Republik gedachte im Gefühle der Dankbarkeit jener großen Tage vor neun Jahren, da das Gerüst zürn ,Bau eines Staates aufgestellt wurde, in welchem Reclit herrschen und Frieden walten soll, — gleiches Recht für alle Bürger und a 11 g em einer Frieden unter allen Einwohnern dieses Landes. W i r Juden begingen diesen Tag überall im Rahmen von Festgottesdiensten mit inbrünstigen Gebeten für das Wohl und den Frieden des Staates und aller seiner Bürger. Wir schätzen uns glücklich, an der Ausgestaltung eines Staatswesens vom Anbeginn in patriotischer Begeisterung mitgearbeitet zu haben und fortgesetzt mitarbeiten zu dürfen, dessen Grundlagen mit den Idealen der Gerechtigkeit und• der Brudergemeinschaft aller Menschenkinder, wie sie die religiöse Lehre des Judentums für alle Zeiten als Wahrzeichen des Völkerglückes lind des Weltfriedens verkündet, iibereinstimmeu. Wir sind den Baumeistern dieses Staates dankbar für die tiefe Weisheit, mit der sie jeden Keim triebhaften Hasses gegen unseren Glauben und seine Träger zerstören und so die materiellen, geistigen und moralischen Kräfte aller Bürger für die neidlose, gemeinsame Arbeit an dem wirtschaftlichen Auf- Schwung, der sozialen Wohlfahrt und dem kulturellen Aufblühen der Republik bereithalten. Möge Er,, der ״dem Menschen Weisheit verleiht“, auch in Zukunft die Führerhand unseres Präsidenten Masaryk und seiner Mitarbeiter lenken, damit sie unbesorgt u m d i e politische Integrität der Staatsgrenzen das begonnene ,Werk in stetigem F 0 r t s c h r i 11 mit u ngfesc 11 Wächter Tatkraft der Vollendung ׳entgegenffihren! ' __ I. I. B. Nach den Gemeindewahlen in der Slowakei. Die vor einigen Tagen" stattgefundenc» Kommunalwählen in der Tschechoslowakei haben in bemerkenswerter Weise in unser jüdisches Leben liineingeleuchtct. Es mag vielleicht fremdartig ,klingen •und im Auslande nur schwer verständlich erscheinen, aber die Tatsache steht fest, daß diese Wahlen, obgleich ,sic als staatsbürgerliche Aktion mit dem innerjüdischen Leben nur indirekt zu tun haben, deutlicher lind tiefer die schaffenden und wirkenden Kräfte des Judentumes in unseren Landen äufdeckten, als die Erscheinungen unseres ureigcntliclien täglichen jüdischen Lebens. Schon der Umstand, daß es in einem . modernen Staate, der seinen Bürgern ohne Unterschied •der Konfession und des Standes in Verfassung und Gesetz uneingeschränkte Gleichberechtigung gewährleistet, möglich wurde,,aus den Wahlen von Vertretern in die Gerne!nd erate, also in Körperschaften, wo der Staatsbürger als O r t s c i n w ohne r an dem Wohle der Gesamtheit mitzuarbeiten hat, eine Angelegenheit des Judentums zu machen, läßt manchen Erwägungen Raum. Es ist nicht die Schuld der breiten jüdischen Bevölkerungsschichten, daß sie entgegen ihren guten, bewährten Traditionen seit einigen Jahren in ihren Beziehungen zum Staatsganzen und zu ihren iiichtjiidisclieii Mitbürgern künstlich ״jüdisch“, politisiert werden. Solange die natürliche historische Einstellung des einzelnen Juden zum Lebensinhalt des Judentums gcstind und unangetastet blieb, und dort, wo man sich über die religiöse Wesensart des Judentums in allen Lebensäußerungen des Einzelnen und der kleineren und größeren Gemeinschaften jeden Zweifel ausschließend ini klaren war, konnte ein solcher Geist der künstlich gezüchteten ״jiidisehen Politik" unmöglich aiifkoninien. Es bedeutet einen starken geistigen Rückgang des Judentums in u 11 s, d a ß 1111 s e r 1111 c r e s s e an der jüdischen T a t s a c 11 e 11 w e 11 v o m .11 i:s 10 r is c 11 e 11 Wesentlichen 11 n d Z e 111 r a 1 e 11, hinweg i n d i e Richtung des 11 e u e n Un wese 1111 i c 11 e n, P e r i P11 e r i s c 11 e 11 und Problematischen, teil-, diert. Der gesunde, noch unverfälscht jüdisch denkende und fühlende Jude der vorigen Generation hat auch seine politische Anschauung besessen und die Sorge um das Gedeihen des Judentums, um die Erhaltung der jüdischen Eigenart und um das Wohlergehen seiner Brüder und . Glaubensgenossen war ihm wahrlich mindestens so; Herzenssache, wie wem immer unter uns. Nur verlor-er־ nicht so schnell sein Gleichgewicht wie wir; er sah nicht sofort das ganze Judentum in sich und um sich schwanken, wenn er in den Dingen, die an ihn als Glied allgemein menschlicher oder staatsbürgerlicher Gemeinschaften herantraten, nicht gleich mit nervösem Zucken sein Judentum hervorkehrte. Er fürchtete nicht im geringsten, man könnte —wenn er sieh im Staate bloß als Staatsbürger in simpler :Uukonipliziertlicii betätigt — der Tatsache •seines Judentu ms etwa vergessen: jede Minute seines Lebens lind jede ■־y Regung seines Wirkens auf Erden waren gar merkliche und unverkennbare Beweise für das Gegenteil. Das ״Jüdische“ in ihm und an ihm war so natürlich und so evidenr, daß seine besondere Unterstreichung durch die ״jüdische“ Kennzeichnung seiner politischen oder staatsbürgerlichen •Betätigung ihm •ebenso lächerlich erscheinen . mußte, wie etwa wenn man Lord Baifour oder Clemenceau zu muten würde, auf ihr Hausschild hinter ihren Namen noch die Bezeichnung ״Europäer“ hinzuzufügen. Des Juden Tun und Lassen ist eben ״jüdisch“, und wir sagen nur dann ״jüdisch“, wenn die Impulse ׳hiezu aus richtiger Erkenntnis des wahren jüdischen Interesses, nämlich ans, der Thoragemäßheit, entsprungen sind, und es Ist und bleibt u 11 jüdisch, sicherlich aber 11 i c׳I11 j üd i s ch, wenn es dieser Wertung nicht standhält. Dieser ganzen ״jüdischen Bewegung“ in der Wahlvorbereitung •haftet also: trotz, ja gerade wegen der so schreiend verkündeten Riickbczieluing zum Judentum — zu einem ״Judentum“, in welchem wir beim besten Willen nicht einen einzigen Weseuszug unseres bisherigen Judentums zu erkennen vermögen — das Merkmal des Unnatürlichen und Un-•’ jüdischen an. Dem orthodoxen Judentum^ das niemals eilt... Hehl daraus gemacht hat, daß es diese ganze nationalistische ״Politisierung“ des jüdischen Lebens für schädlich lind un-" heilvoll ansieht, bleibt solchen Erscheinungen gegenüber nur ein Weg der Abwehr offen: die theoretische . und praktische H e r a u s a r b e i t u n g der G e-..־■• s■i c■111 spu ■n k t c, die für Juden a 11 ei 11 in Be-,־ t r a c ׳h t kommen können, wenn einer B ew e g u 11 g oder Aktion die Bezeichnung, ״jüdisch“ gegeben werden soll. Nach anfänglichem Lavieren und allerlei mißglückten Versuchen, die : liationaljüdische Politik von innen heraus sozusagen durch ״friedliche Mitarbeit“ zu ״verbessern“, das heißt, in ihr. Gegenteil, u m z u w a 11 d e 111, ist mau endlich nach .. großen Opfern und traurigen Erfahrungen in den weitesten orthodoxen Kreisen zu der richtigen Erkenntnis gelangt, daß die einzige Möglichkeit zur Verhütung des Uebe!$ in der Itiaugurierung einer Politik besteht, die den Blick.:•, der, Judenschaft wieder auf die zentralen jüdischen' Gesichtspunkte lenkt, unter deren Beurteilung alle Er- scheinungen und Strömungen fallen, die von Juden als Juden beachtet werden wollen. Gerade herausgesagt heißt das: Das gesetzestrjue Judentum zweifelt — wie in allen Erscheinungen des Lebens — nunmehr auch einer jeden . Politik und einer jeden politischen Aktion das Recht an, . -sich als ״jüdisch“ zu bezeichnen, wenn in ihr Gesichtspunkte zur ausschlaggebenden Geltung gelangen können, die nicht auch als o r 111 o d 0 xj ii d i s c h, traditio- . ne 11 ־jüdisch lind h i s t 0 r i s c h - j üd i s c h erkannt werden. Das ist der Sinn der orthodoxen jüdischen Politik, die hei den jetzt abgelaufencn Gemeiudcwahlen spontan; als Triebkraft aufgetreten und der nationalistisch-jüdische» Politik gegenüber in viel größerem Maße auch zur Wirksamkeit gekommen!ist, als man auf Grund der tendenziösen Berichterstattung gemeinhin anztinehmen geneigt sein mag. Werden die bei den jüngsten Wahlen zur Entfaltung gelangten Kräfte des orthodoxen Judentums in der Zukunft in gesteigertem Maße sich entwickeln, so ist von ihnen nicht nur eine günstige Beeinflussung des inneren jüdischen Lebens, sondern auch eine wirkungsvolle Wiederherstellung eines aufrichtigen und richtigen politischen Verhältnisses zur nichtjiidisciien Außenwelt mit annähernder Wahrschein- Iichkeit zu erhoffen. Ein guter Anfang ist gemacht. Das dringendste Interesse der gesamten Judenheit in der Tschechoslowakei erfordert aber die Vollendung ,,des Reinigungsprozesses. An 1111s ist cs, diese baldigst herbeiziifiihren. Civäs Judaeus. Die Wahlresultate. Wie jedesmal, so oft die Bestrebungen zur Nieder-, ringung des religiösen Geistes im Judentum und seine Er-, Setzung durch den politisierten ״Nationalismus“ eine Niederläge zu verzeichnen haben, ׳unternimmt die nationalistische Presse — und an ihrer Spitze natürlich wieder die •in Bratislava herausgegebene ״Jiid. Volkszeitung“ — den Versuch, die Tatsachen auf den Kopf zu stellen und die Niederlage in einen gewaltigen Erfolg des Zionismus, bezw, des zionistischen Nationaljudentums umzukehren. Noch sind die Berichte über die Resultate der jüngst stattgefundenen Wahlen nicht vollständig genug, um genaue Daten mitteilen zu können. Das steht aber unumstößlich fest, daß die Politik der ״Betonung der •jüdischen M i 11 d e r 11 e i t s n a t i 011 a 1 i t ä t“, die von der am 16. Juni zur Vorbereitung für die Kommunalwafolen in Piestany stattgefundenen Delegiertenversammlung als politisches Ziel •der zionistischen ״Jüdischen Partei“ bei den Kommunalwahlen mit lauten Fanfaren angekündigt war, vorläufig vollständigen ׳Schiffbruch erlitten hat. Kaum hatten die Orthodoxen und die anderen Bekärnpfer der rrftiderheitsnationalistischen Bestrebungen im slowakischen Judentum sich angeschickt, an den Wahlen ihren eigenen Anschauungen gemäß in selbständigen Wahl-. Parteien teilzunehmen, so mußten die mutigen Wortführer des zionistischen Nationalismus in tollkühnen Sprüngen den — Rückweg suchen. Mit einem Male waren ihnen die Piestanyer Beschlüsse und die ganze ״Jüdische Partei“, diese stolze Festung des jüdischen Nationalismus, von untergeordneter Bedeutung und sie haben wieder einmal