Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1927-10-07 · 39 (7.10.1927) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
39 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630197-2630235--2754-2634662
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

!Nr. 39 JÜDISCHE PRESSE Seite 245 allzu großen!Einfluß, den er bisher durch sein Mitglied in der Palästina-Exekutive besaß, nunmehr noch entzog. Weizmann über die Aufgabe der Nichtzionisten in der Agency. In der Sitzung der politischen Kommission erklärte Dr. Weizmann, daß der amerikanischen Gruppe der Jewish Agency auch Personen angehören werden, die außerhalb der Marshall-Gruppc stehen. Mit Bezug auf die finanziellen Leistungen der •Nichtzionisten sagt Dr. Weizmann: Die Marshall-Gruppe hat sich bisher über diesen Punkt nicht ausgesprochen, vorläufig ist nur das Bankprojekt von Lee K. Frankel bekannt. Falls die Erweiterung der Jewish Agency in absehbarer Zeit nicht finanzielle Resultate zugunsten des Jüdischen Nationalheims erbringen wird, werde sich das ganze Agency-System als nutzlos erwiesen haben. Reduzierte Budgets. In der Sitzung der!Budgetkommission beantragte Dr. Eder •im Namen der Exekutive, für das Erziehungswesen in Palästina ein Jahresbudget von nur 48.000 Pfund festzusetzen. Die Budgetkommission nahm diesen Antrag an. Die Immigrationskommission beschloß, ein Budget von 17.000 Pfund für die Immigrationstätigkejt ■in Palästina und in Europa zu normieren. ׳Es ist die!Einwanderung von etwa 1500 Chaluzim im Jahre vorgesehen. Die Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Vor Eingehen in die Tagesordnung widmet der Vorsitzende dem im August d. J. dahingeschiedenen Präsidenten des Bethausvorstandes für ■den i. und 2. Bezirk, Herrn Anton Beck, warme Worte des!Gedenkens. Im Einlauf befinden sich: Ein Dankschreiben des Herrn Bernhard Hof bau er und ein solches der Frau Regine!Ul manu für die Ehrungen, welche der Kultusvorstand den Genannten anläßlich der Vollendung ihres 80. Lebensjahres erwiesen hat.!Ferner ein Dankschreiben des Primararztes im Spital der Kultusgemeinde Dr. -Hans K öuig s te in für die Gratulation des Kultusvor Standes anläßlich seiner Ernennung zum a-0. •Universitätsprofessor. _ Von den Verwandten des dah׳i,»geschiedenen Präsideuten des ßethausvorstandes für den 1. und 2. Bezirk, Herrn Anton Beck, ist mit einem herzlichen ׳Dankschreiben für die dem Verstorbenen erwiesenen Ehrungen eine Spende von S 1000 zur Verteilung an Arme nach Ermessen des ״ Präsidiums der .Kultusgemeinde eingelangt. Des weiteren hat Präsident Wilhelm •K u x für die Anteilnahme anläßlich des!Ablebens seines Vaters dem Kultusvorstand herzlichen Dank zum Ausdruck gebracht. Im Einlauf befindet sich ferner das Verzeichnis ■der größeren' Spenden, welche ■der Kultusgemeinde seit der letzten׳ Plenarsitzung zugekommen sind, darunter ein ׳Beriebt über die folgende Widmung: Von einem Gememdemitglied ■sind zur Erinnerung an dessen Eltern Dollar 10.000 zur Errichtung einer ■Stiftung zugunsten der Erweiterung der Israelitischen Versorgungsanstalt gewidmet worden. Das •Kapital dieser!Stiftung soll . im Falle der Erweiterung der Versorgungsanstalt ■für diesen Zweck herangezogen werden, •bis "dahin aber sollen die Stiftungserträgnisse zur Armenunterstützung an den Jahrzeittagen der Eltern des Stifters verwendet werden. Des weiteren hat die jüngst verstorbene Frau Josefine Sallmayer letztwillig ■ihr Wohnungsmobiliar einem jüdischen Waisenkind geschenkt.!Allen Spendern wird der herzlichste Dank des •Pienums votiert. Von den Mandataren der ״Wahlvereinigung für soziale Tätigkeit“ wurde bei Sitziwigsbeginn eine Interpellation überreicht, in welcher die!Beratung einer■ Aender.ung des Wahlrechtes in die Kultusgemeinde ,urgiert und die Anfrage •gestellt wird, ob ■das Präsidium gewillt ist, ■in der allernächsten'!Zeit die •Frage auf die Tagesordnung des Vertreterkollegiums ׳und Plenums zu setzen. ׳ . ־ Vorsitzender Vizepräsident Dr. 0׳ r n s t c׳i>n gibt be- ־ kannt, daß ■die!Interpellationsbeantwortu.ng in der nächsten •Plenarsitzung4des Kultusvorstandes erfolgen werde. Als nächster Gegenstand »der Tagesordnung wird der Präsidialbericht vorgetragen. Organisation der jüdischen Wanderiürsorge in Oesterreich. In Anlehnung an die bereits bestehende Organisation in!Deutschland und in' der Tschechoslowakei wird die Organisation der jüdischen Wanderfürsorge für Oesterreich beschlossen. Es ist zunächst in Aussicht genommen, die Beförderung von durchreisenden Juden auf möglichst weite Strecken vorzunehmen, um diese der Not- Wendigkeit zu entheben, durch Inanspruchnahme der verschiedenen Gemeinden in Oesterreich die Reisekosten zu bestreiten. Die Kosten dieser Wanderfürsorge werden von der Kultusgemeinde Wien und den österreichischen Provinzgemeinden getragen und hat die Aufteilung dieser Kosten nach einem noch zu vereinbarenden Schlüssel zu erfolgen. Schaffung eines Heimes für Durchwanderer. Behufs Unterbringung von Personen, die sich zu kurzem Aufenthalte in Wien befinden und die im städtischen ■Obdachlosenheime als Niederösterreicher nur höchstens eine Nacht zubringen dürfen, wird die Adaptierung geeigneter ׳Räumlichkeiten im XV. Bezirke beschlossen. Eine dauernde Unterbringung von Familien oder Einzelpersonen in diesen Räumen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Erklärung. Unter dem Titel ״Eine chassidische Tragödie in Wien“ habe ich am 6. August 1. J. auf Grund von Inforinationen, die ich von einer sonst sehr zuverlässigen Person erhalten habe und an deren Richtigkeit zu zweifeln ich damals keinen Grund batte, in der New Yorker jiddischen Tageszeitung ״Der Tog“ die angebliche ״Affäre“ eines Mannes namens Leittier aus Bessarabien geschildert. Zu meinem aufrichtigen Bedauern fühlte sich jedoch! durch diese Schilderung der in weiten Kreisen als jüdischer Gelehrte geschätzte Herr M. Leiter aus Galizien in seiner Ehre gekränkt. Ich stelle fest, daß es niemals meine Absicht war, noch sein konnte, Herrn Leiter zu beleidigen und daß es überhaupt von vornherein ausgeschlossen erscheint, irgend eine Beziehung zwischen dem in dem erwähnten Blatte geschilderten Lcitner und dem Herrn M. Leiter herzustellen, der allgemein als vornehmer, ehrenwerter Mann und als völlig integrer Charakter bekannt und geachtet ist. Ich bitte Herrn M. Leiter, seinen Schwiegervater Herrn G. und deren Familien um Entschuldigung. Dr. U .b 11 z. * Ich schließe mich bezüglich meiner Veröffentlichung im ״Moment“ der obigen Erklärung an. J. Tiger. Die Generalversammlung der ״Zabner Klaus“. Sonntag den 2. Oktober hielt der-lBethausvcrein ״Zabner Klaus“ seine 4. ordentliche Generalversammlung ab. .!Der .Obmann Herr Markus Kamm eröffnet ■die'Tagung und begrüßt die zahlreich erschienenen Mitglieder, ferner ■den!Vertreter der Israelitischen1 Kultusgemeinde Herrn Dr. jF r eud.m a t1!n, den Präsidenten der Agudas Jisroel in Wien!Herrn Wolf Pappenheim und Vizepräsidenten der Adas Jisroel!(Schiffschul) Herrn Dr. J.;Reiniger. Herr Kamm hielt dem vor vier Jahren verstorbenen אב״ד 'pll 0אדסו״ר הרב ה דמ״ה זאבניא ףל und den seit der letzten Generalversammlung dahingeschiedenen Mitgliedern einen warmempfundenen ׳Nachruf.!Redner referiert dann •über die Tätigkeit und Lage des Vereins, schildert als '.besondere Leistung, daß die Zabner Klaus sich von keiner , anderen Organisation .beeinfflussen läßt und ׳Hand in Hand mit!jener .Organisation geht, ■die rein לכבור השם ותורתו ■aufopfernd arbeitet. Schriftfiihrer Herr Josef Weiß erstattet den 'Rechenschaftsbericht für die Jahre 1924!bis 1927, worauf auif Antrag der Revisoren dem Vorstand einstimmig das Absolutorium erteilt wird. In der nun folgenden Debatte sprechen •die ,Herren Pappenheim, Dr.!Reiniger, Dr. Freudmann,!Rosner, Fr,anzos •und Großbard. Die Herren■ Padaner und Blum!kritisieren die §§ 8 und 24 der Statuten, welche die Zabner Klau׳s ganz unter den Einfluß •der Adas Jisroel .(Schiffschul) stellen, welches die .anderen anwesenden Mitglieder sehr erregt• Der .Obmann und Herr Weiß entgegnen und erklären, ■daß die betreffende Satzung auf Wunsch •des אדמו״ר וצ״ל verfügt, daher eine Aenderung ausgeschlossen sei.!Bei der darauf stattfindenden Wahl wurden die Herren Markus ־Kamm,!Obmann, Elias ■Schlosser, Obmannstellvertreter,!Leib Piepes, Kassier, David!Blum, Kontrollor, Josef Weiß, Schriftführer, iLipe Geldwerth, zweiter Schriftführer, und in den Vorstand die!Herren Wolf Pappenheim, Saiompn!Advokat, Juda!Großbard, Hersch Blum, Jakob J. Rothmann und drei!Revisoren gewählt. Der Obmann dankt den erschienenen Delegierten, sämtlichen (Mitgliedern und Gästen und ׳schloß um!halb 10 Uhr abends mit!dem Wunsch גמר חתימה כ בר die Versammlung. Herbstneuh eiten Crepe Satin Peau de Crepe Metallbrokat Charmeuse faconne Velourchiffon Glacier und faconne Spezialseidenhaus Duldner & Deutsch Wien, VII., Neubaugasse Nr. 10 Deutsch-Kreutz. Unsere Gemeinde, das burgenländisehe Judentum hat einen schweren' Verlust erlitten. Am "ע" יוב verschied ■plötzlich in den besten Jahren Herr S. Lipsicz ז״ל würdiger Sohn des ׳berühmten צדיק ר׳העשל Lipsicz aus Krakau. Der Verblichene war ein ת״ח ■der sein Haus כררכי התורה führte und all seine Kinder lernen ließ. Während seiner!Leitung konsolidierte sich die Gemei:nde nach jeder Richtung. Seitdem die Jeschiwah eine große Entwicklung genommen hat, verzichtete er auf alle Aemter ,und widmete sich ausschließlich der ישיבה Welchen Aufwand an Opfern jeder Art er für dieses ׳sein Schmerzens-!und Eieblingskind!brachte, ist unbeschreiblich. Der Präsident der polnischen Republik in Krakau. Der Präsident der polnischen Republik Prof. Dr. Ignaz Moscicki stattete anläßlich seiner jüngsten Krakauer Anwesenheit der jüdischen Gemeinde am Sabbat Tsohuwo einen offiziellen Besuch ab. Alle Straßen des •jüdischen Viertels waren feierlich mit Flaggen geschmückt, von allen Fenstern und!Balkonen hingen Teppiche mit sinngemäßen Aufschriften. Besonderes Aufsehen erregten die vielen schönen Porauches, welche von den Synagogen und auch von vielen Privaten als Schmuck verwendet wurden. Der Präsident und sein ,Gefolge wurden im Schulhofe vom Rabblnat und Qemeindevorstand empfangen.’ Der Kultuspräsident!Dr. Rafael Landau begrüßte das Staatsoberhaupt mit einer kernigen Ansprache, wonach Oberrabbiner Kornitzer, der, umgeben von dem Tgesamten Rabbinat, mit Thorarolien in den Händen unter* einer Chupa stand, ein Gebet *für das Wohl der Republik und des Präsidenten verrichtete. Danach besuchte man die ungefähr 900 Jahre alte Schul. Der Präsident dankte für die freundliche Aufnahme und bewunderte die kostbaren Schätze der Synagoge, die meist aus dem IS. und 16. Jahrhundert stammen. Unter den brausenden Ovationen der vieltausendköpfigen Menge verließ der!Präsident die Synagoge. Während der zahlreichen Audienzen wurde auch Oberrabbiner Kornitzer und das Präsidium der jüdischen Gemeinde empfangen. Das Staats- 'Oberhaupt dankte bei dieser Gelegenbeit', der jüdischen Gemeinde für den herrlichen alten Kronleuchter, ־ welchen die Krakauer Judenschaft zur Ausschmückung der Residenz des Staatsoberhauptes geschenkt!hat. Ueber die Aguda 111 Holland. Oberrabbiner S. H. S. Hirsch in Zwolle wurde von!der Königin zum Ritter des niederländischen Löwen ernannt. Diese Auszeichnung ehrt einen!der populärsten Oberrabbiner /Hollands, der auch als Präsident der •Landesorganisation der Agudas Jisroel hohe Achtung genießt. Oberrabbiner!Hirsch ,feierte vor einigen Wochen sein 25jähriges Amtsjubiläum. Die Einweihung des neuen Lokals der Jugeudgruppe in Amsterdam, Prinsengracht 586, fand Sonn fag'den 14. $eptember statt. Bflohor 16&3 -II- - 1r--11־r--^-1-mri--aET-3‘ag--3gtrf דרשות חתם סוסי 88 Jahre ist es her, daß der Chassam Sofer zu :Grabe getragen wurde. Die große geistige Wirksamkeit •dieses großen Lehrers in!Israel hat ,jedoch durch sein Ableben keine Einschränkung erfahren, denn die vierten hunderte Schüler, •die er ausstellte, haben das Werk •des Meisters fortgesetzt. Allmählich ■begann man auch mit der Veröffentt Üchung seiner halachischen Werke, die maßgebenden *Einfluß auf die praktische Entscheidung in allen religiösen Fragen gewannen. Auch ein agadistisches Werk, seine Erklärungen zu den fünf ,Büchern Moses’ haben bereits vor vielen Jahren die Druckpresse *verfassen.!Bloß die Dmschoth, die!Reden, die Ansprachen, die Lehrvorträge ln der■ Synagoge haben trotz •der 88 Jahre,' die seif seinem Ableben vergangen sind, nicht Gemeingut all jener werden können, die noch heute sehnsüchtig auf die Worte dieses großen 1Mannes warten. In den Manuskripten, die als Erbschaft bei den •Nachkommen des Chassam Sofer treulich aufbewahrt werden, sind •über 120 Draschoth, die der ChassanL Sofer anläßlich der Fest- und Feiertage, ,bei besonderen" Anlässen!und bei traurigen Vorkommnissen, ferner als ‘Mussarvortrag vor dem Schiurlernen hielt, in eigener Handschrift niedergelegt. Manche dieser Draschoth, die •der Chassem Sofer in seiner Jugend hielt,'sind über 140 Jahre a*lt. Der Hauptteil der!Manuskripte wird in Sereth bei den .Nachkommen von!Rabbi Salamo Alexander Schreiber verwahrt, der zeitlebens •bemüht war, die Manuskripte des Chassam Sofer in •Druck zu legen. In seinem Schwiegersohn Rabbi Josef Stern in Sereth fand er den geeigneten Mitarbeiter, der, mit großer Sachkenntnis und!Fleiß begabt, die wissenschaftliche Seite der Edition der noch ungedruckten Werke •des Chassam Sofer betreibt. Das neue Werk, das zurzeit in Druck sich befindet, wird 80 •Quartbogen umfassen. 30!Bogqn sipd tjereits;^druckt. Die Kosten eines Exemplares werden 22׳p/Lei betragen. Für 'das Werk kann man sich bei Herrn Rabbiner Josef Ster.p, Sereth, Bukowina Romania, vormerken. Geschichte des Schtijasteines von Rabbiner J. H 0 r 0v i c z, Frankfurt a. M., 1927. J. Kauffmann. Es ist eine fleißige Arbeit, mit Liebe und tiefer Sachkunde von einem Manne geschrieben, der mit der Geschichte •des!Heiligen Landes so vertraut ist, wie er sich mit der Entwicklung und den gegenwärtigen Verhältnissen in Palästina eng verbunden •fühlt. Wir erfahren aus dem hübsch aufgemachten Büchlein Geschichtliches zurück bis zur Zeit der Erzväter, erfahren von der Existenz einer ״Megilath beth Hamikdasch“ — was den meisten neu sein dürfte — und Näheres von 'den •letzten Hütern dieser Rolle, David und Samuel. Das Geheimnis des Schtijasteines geht uns auf und wir legen das Werk aus der Hand •mit Dank für den Verfasser, der uns ein heiliges Stück des alten Erez Jisroel nähergebracht hat. JUdj.sehe Welt- und JLehensperspektiveii. Von Oberrabbiner Dr. Alt'mann. Verlag Angermayer, Preßburg. In neun Vorträgen gibt der bekannte Kanzelredner Oberrabbiner Altrnann aus Trier über wichtige theoretische und praktische Probleme des Judentums einen Ueberblick. Solche Vorträge sind von größter Bedeutung; denn Predigten sind in unserer, nüchternen Zeit nicht jedermanns Sache. Hier ist der Rahmen weiter gesteckt. Es bedarf keiner Andacht und keiner ׳Stimmung als Vorschuß für die Aufnahme •der Gedanken. Und doch sind es nicht nüchterne, trockene Darstellungen. Die Sprache und die ständigemgeflochtenen Bibel- und Midraschworte geben ..derrju, gpjizen einen Schwung und eine erhöhte Weihe. Das ,allgemeine Weltbild gibt den Untergrund, auf dem *dann das jüdische sich in seiner ethischen ׳Lauterkeit und »ßigenarl. äüfbaut. ״Gut“ und ״Böse“, diese Kardinartbegriffe des ersten Aufsatzes, wollen in den Sinn des Daseins überhaupt einführen. ״Traumwelt und Wirklichkeit in jüdischer Schau“ lassen hie Tiefen des Seelenlebens bei unseren Propheten •und Weisen ahnen. Dann folgen drei Vorträge: ״Energienlehre und Judentum, die Epochen des Niederganges und die ■Genien des Aufstieges in der jüdischen Geschichte, Ordensgedanke und Judentum in kulturgeschichtlicher Betrachtung“^ sie wollen in Durchführung eines modernen Leitbegriffes historisch oder!logisch in das Wesen des Judentums einführen, seine Geschichte und seine Besonderheit, seine Gesetze und ■Erziehungsmethoden Schlaglichtartig •beleuchten. Das Charakterbild ,J21ia“, nach allen Quellen beleuchtet, will Verständnis für unsere einzigartigen Führerpersönlichkeiten erwecken. Zwei •Aufsätze: ״Kongreßfieber“ und ״Gestalten und Probleme einer ׳jüdisehen Weltbewegung“ weisen dem ■Zionismus und Agudismus in vollendeter Objektivität ihre Stellung und ihren Platz im Gegenwartsleben. Die letzte!Betrachtung endlich über ״Majorität und Minorität“ will versöhnend und aufklärend in die!Zerrissenheit und Kämpfe ■der modernen jüdischen Parteien einführen und den Gedanken des K’lal, •der Gesamtverantwortlichkeit, zum Siege führen. In unserer Zeit, wo d׳ie Menschen leider viel px selten in Selbstbesinnung ׳über die allgemeinen Fragen unserer Religion zur Klarheit kommen, ist diese Gabe Altmanns warm zu empfehlen und ein stiller Erzieher zu ernster Selbstprüfung und •gerechter Beurteilung unserer Lage. ' J. c. Zur Bibliographie der Gedächtnisuqd Trauervorträge in der hebräischen Literatur. Von D r. ׳B,e r n h a r d W a c 11 s t e i n, Selbstverlag der Bibliothek der israertitischen Kultusgemeinde; e r s t e u n d z w e i t e •F 01 g e. Der ■!gelehrte Direktor der!Bibliothek der Wiener Kultusgemeinde, ׳Regierungsrat Dr. B. W a c h s t e i n, hat in' diesen zwei Bänden der jüdischen Geschichtsforschung einen großen Dienst erwiesen. Alle diejenigen Trauer- und Gedächtnisreden, die unter dem!Namen Hesped in;den dem Verfasser■ zugänglichen ׳Büchern verzeichnet werden, verarbeitete er ׳übersichtlich. Eine ungeheure Fülle von Persönlichkeiten, die zu Lebzeiten die jüdische ׳Geschichte mehr oder minder ■beeinflußt haben, werden da für die Geschichts- und Familienforschung festgehalten. Es ist bei dem guten Ruf des Verfassers überflüssig, die Verläßlichkeit und Korrektheit der einzelnen Daten zu rühmen. Daß der Todestag von ׳Rabbi Elieser Sußmann Sofer (Ober- Rabbiner von Paks) mit ער״ח שבט חרפ״ג angegeben wird, dürfte auf einen Schreibfehler zurückzufiihreh sein;. •Rabbi Sußmann Sofer ist tatsächlich|'Erew J-pfn Kipur desselben Jahres verschieden. Nebst dem Bersonen- und Ortsregister wäre es-vonhöten, mit Rücksicht •auf die Neugestaltung der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.