Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 37 (16.9.1927)
- Date
- 1927-09-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 226 JÜDISCHE PRESSE Nr. 37 Wir müssen das Lager räumen «Klagen!bei den Budgetdebatten: «die Väter der Kinder klagen mit, da so ein Schulbeginn am Samstag ihnen den Anbeginn der Entfremdung ihrer!Kinder mit rauher Wirklichkeit ankündigt; nichts als Klagen, Wo sind aber unsere!Führer, die Wegweiser zu einer besseren Zukunft? Warum bereiten sie nicht den Klagen ein Ende, indem sic vom Wort!zur Tat übergehen, indem sie mit der ganzen Kraft einer schöpferischen Ueberzeugung die einfache, klare Forderung setzen: Das jüdische Kind in die jüdische Schule. Nur die jüdische Schule kann in einer Großstadt wie!Wien unsere Kinder dem Moloch des Abfalles, dem religiösen Nih i 1 i s m u s entreiße n. Machet doch endlich einmal der Tragödie der Wiener jüdischen Jugend ein versöhnliches Ende! Schaffet jüdische Schulen! P. Das jüdische Kind in die jüd. Schale! Einschreibungen in die Volks- und Bärgeisctiiilo für Knaben und Mädchen Talmud-Thora, Wie», QB., Meizgasse 1» täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags. Wegen" ' verkaufen dafierzti natfi nie dagewesenen tiefrednzierten Preisen Seidenstoffe: Seidenfoulards, herrliche Dessins Seidenkleider, Aipaca genaust. . . Crepe de Chine, alte Farben Seiden-Georgette, viele Farben Ia Shantung, 90 cm breit . . S 7.80, 5.80 . S 4.80, 3.80 . S 8.90, 5.80 7.80 ,־-.811. e . S 4.90 Saiden«Wasch-Marokain, glatt und dessiniert, 90 cm breit.S 4.50, 3.90 Japan Pongis, alle Farben .S 2.90 Schotten-Seidenstoffe. . . S 2.80 WaschwarenBager wird zur Gänze wegen Auflassung total ausverkauft Keine Kunde versäume die günstige Gelegenheit 1111,1..; len, L, Die Rosch-Haschana-Nummer der ״Jüdischen Presse“ erscheint Freitag, den 23. September. Inseratenannahme bis Mittwoch, den 21. d. Wir müssen das Lager räumen Wieder eine ״Enttäuschung". Zum Erscheinen des Rechenschaftsberichtes der hebräischen Universität In Jerusalem über das Jahr 5687. Wir entnehmen den nachfolgenden Artikel dem Jerusalemer hebräischen Tagblatt ״Doar Hajom“. Es ist von Interesse, festzustellen, wie die ״Universität“ von unzweifelhaften Vollblutzionisten beurteilt wird. Ein Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit der Universität im Jahre 5687 liegt vor. Das diimie Heftchen mit seinen Zahlentafeln macht im allgemeinen einen recht dürftigen Eindruck, und wenn man die 56 Seiten durchblättert und die statistischen Tafeln am Schlüsse betrachtet, fragt man sich unwillkürlich: ״Was ist das für ein Embryo?“ Klar ist jedenfalls selbst für den Kanzler, daß keine Urtiversität ׳existiert, wie wir es aus seinem ryfunde schon im Antätig des Studienjahres gehört haben: ״Wir müßten eigentlieh eine wirkliche Universität haben m׳it wirklichen Studenten und mit systematisch gelehrten, jüdischen und allgemeinen ׳Lehrstoffen.“ Der Kanzler selbst gibt also zu, daß wir de facto ein solches Institut nicht besitzen, und zwar aus folgenden Gründen: ״Wir haben keine Regierung, die, die nötigen Mittel ■bereitstellt, und keine Mäzene, die einen Geldstrom auf die Universität leiten. Wir haben keine Mittelschulen, die wirkliehe Studenten vorbilden könnten, wir haben keine Lehrbiieher und keine akademische Tradition. "Weil wir das alles nicht haben, und weil wir auch nicht die Mittel he- MW ... t 11 ämm & »»••»» rf« •W« *» ••},*V*•'«־• י^*•»f w« ז י י י י יי v י ■ י ׳׳!•׳?m י.׳,׳ •1 וחחחז!חחז וזחזחזחזחז mmiiiillilil תחחחזחחזזזחחזחז תחזזזזז י1* י «* M» •י«•י. IKlilltHihmiilii'iiUtiiaiiitlianiiiiiiiilA ilniiiiiiiiiiniilti Betsitzkarten fiir den Leopoldstädter Tempel. Für «den großen Lcopoldstädter Tempel ist noch eine Anzahl von Betsitzkarten auch in den niedrigen Preislagen verfügbar. Die Abgabe derselben erfolgt von Montag den 19. d. M. atigefangen von 9 bis 1 Uhr mittags an der Haupt- ׳kassa der Israelitischen ,Kultusgemeinde, Wien, 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 1.;Stock, und von 6 bis 8 Uhr nachmittags im Zeremoniensaale des Leopoldstädter Tempels. Temporäre Betveranstaltung an den diesjährigen hohen Feiertagen. Es hat sich in früheren Jahren ereignet, daß von Gemeindemitgliedern!Betplätze für angekündigte temporäre Betveranstaltungen angekauft wurden, daß. jedoch die beziigliche Veranstaltung mangels der gesetzlich erforderliehen* 1 2 3 4 Zustimmung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien •nicht abgehalten werden ״ konnte. Um die Gemeindemitglieder vor derartigen Schädigungen zu bewahren, sieht sich der Kultusvorstand veranlaßt, irn nachstehenden das Verzeichnis jener temporären gottesdienstlichen Veranstaltungen, für welche die Zustimmung seitens des Kultusvor- Standes erteilt wurde, zu vcrlautbaren: Vom Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und von den!Bethausvorständen werden an den diesjährigen hohen israelitischen Feiertagen ׳folgende •temporäre gottesdienstliche Veranstaltungen abgehalten werden, und zwar: Im I. Bezirk: ,Dumbagasse 3, Großer Musikvereinssaal. Im II. Bezirk: Taborstraße 4, Festsaal des Hotel Continental. Im III. Bezirk:!Marxergasse 17, großer Sophiensaal. Im XV. Bezirk: ,Herklotzgasse 21. Im XVI. Bezirk: Wurlitzergasse 11. dm XVII. Bezirk:!Hernalser Hauptstraße 41. Im XX. Bezirk: Treustraße 74, Dresdnerstraße 51, Denisgasse 33. Sonstige vom Kultusvorstand genehmigte gottesdienstliche Veranstaltungen an den diesjährigen israelitisehen Feiertagen: Im I. Bezirk: israelitischer Tempel verein Mariahilf ׳und Neubau im Lokal 1״ Escheubachgasse 9 (Ingenieur- und Architektenverein). Im II. Bezirk: Israelitischer ׳Bethausverein Adass J׳isroel •im Lokal 111׳., Obere Donaustraße 69, und II., Nestroygasse 11, Krankenunterstiitzungsvereiu Nächstenliebe im Lokal 111״ Obere Augartenstraße 5 (Bayrischer Hof), Kranikenunterstiitzungsverein Der Brodyer, 11׳., Taborstraße 12, ׳Hotel Stephanie, Verein Seudath Sabbat im Lokal II., Malzgasse 3. Verein der Stanislauer Freunde im Lokal IL, Obere Donaustraße 91 (Restauration ״Wienea), Verein Or Thora im Lokal II., Czerninplatz 4, Krankenuiiterstiitzungsverein Brüderliche Hilfe im Lokal II., Kleine Pfarrgasse 21, Verein ׳Nord-Ost :irn Lokal II., Taborstraße 21 a, Zionistische Bezirkssektiott Leopoldstadt im Lokal ׳II., Taborstraße 8, Verein Ohel Rachel im Lokal II., Kleine Pfarrgasse 8, Verein Chesed schel Emes im Lokal •Restauration Augarten, Prater iBethausverein Tefilath Jesctiurun ׳im Lokal 111״ Ausstellungs- Straße 113, Saal ״zur weißen ׳Rose“, Jüdischer Unterstiitzungsverein Esra im Lokal II., Prater 98, Saal ״zum eisernen Mann“, Verein ßeth Jitzchock im Lokal IT., Prater ׳Nr. 86, Saal ״zum Radfahrer“, Vereinigte Hebräische Schulen Wien, Sektion Prater, im Lokal L, Maistraße, Saal ״zum Marokkaner“, Menasche Baron im Lokal II., Große Schiffgasse 19, Rabbiner Uscher Horowitz im •Lokal II״ Malzgasse 2/3, Rabbiner Isaak Hager im Lokal IL, Zirkusgasse 3, Rabbiner־ Jakob Twersky im Lokal!II., Franzensbriiekenstraße 1, Rabbiner Benzion Horowitz ׳im Lokal der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller, II., Untere Augartenstraße 35, Krankenverein Montefiore •im Lokal IL, Praterstraße 60 (Theatersaal), Rabbiner Hersch Aschkenazy im Lokal II., Herminengasse 8, Rabbiner David Rabinowicz irn Lokal II., Große Sperlgasse 35, Rabbiner Israel Friedmann im Lokal II., Heinestraße 35, Jüdische Volksbibliothek Zion im Lokal IL, Glockengasse 30, Verein Wohlfahrt zur Erhaltung der im Jahre 1843 gegründeten Kinderibewahranstalt im Lokal II., Sohiffamtsgasse 15 (Kinderbewahranstalt), Verein Hebräische Schule im Schullokal II., Zirkusgasse 33, Verein Oise Chesed we Emes im Lokal 11״ Leopoldsgasse 31. Im III. Bezirk: Juchgasse 22. Im V. Bezirk: Israelitischer Bethausverein Machasika Thora im Lokal Margarctenplatz 4. *Im VI. Bezirk: Israelitischer Tempelvcrein Mariahiif und Neubau im Lokal Mariahilferstraße 81, Jüdischer Uuferstiitzungsverein Ahawath Achim im Lokal Mariahilferstraßc 99. 1111 IX. Bezirk: Israelitischer Tcmpelverein C.hewra Beth Hatfilah und Verein Bikur Chaulirn im Lokal ׳Nußdorferstraße 75. Im XIII. Bezirk:!Israelitischer Tempelverein Hietzing ׳im!Lokal Am Platz 5. Im XIV. Bezirk: Israelitischer Bethansvcrein Ermmas Awcs im Lokal Reindorfgasse 3, israelitischer Bethausverein Auhawe ׳Israel ׳im Lokal Johnstraße 67. Im XVI. Bezirk: Wohltätigkeitsverein Ahawath Scholaum im Lokal ׳Neulerchenfelderstraße 14. In! XVIII. Bezirk: M. Teppcr' im Lokal Pötzleinsdorferstraße 19. ' Im XX. Bezirk: Bethausverein Ansche dath w׳u Zedek im Lokal Kluckygasse 7, Humanitärer Verein Erste Hilfe ־im Lokal Bäuerlegasse 36, Ünterstützungsverein Schnelle ׳Hilfe im Lokal Jägerstraßc 2, Zionistische Sektion Zwischenbrücken im Lokal Dresdnerstraße 54. Jugendgruppe Afft!das Jisroel im Lokal Bäuerlegasse 20, Rabbiner I. Rabin im Lokal KarLMeisel-Straße 2, Rabbiner C. Pinter im Lokal!Karl- Meisel-Straße 1, Leo Hochberg im Lokal Wintergasse 27. Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.!Die Bibliothek wurde im ■Mofiat August von 261 Lesern besucht, die 480 Werke, beziehungsweise 706 Bände benützten. Entlehnt wurden an 37 Personen 6S Werke in 103 Bänden, zurückgestellt 72 Werke, beziehungsweise 121 Bände. Im ׳Monat August hat die Bibliothek 47 Werke neu erworben. Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde Wien, XX., Othmargasse 46. Schuljahr 1927-28. ,״!Die Einschreibungen für alle!Unterrichtsfächer dieser Anstalt (Liturgie, Bibel, hebräische Sprache), finden •im Saal I,!Mezzanin statt, und zwar:!Sonntag ■den 18. Septamber von 9 bis 12 Uhr vormittags, Montag den 19. September von 3 bis 7 ׳Uhr nachmittags, Dienstag ■den 20. Septern'ber •von 3 bis 7 Uhr nachmittags, ׳Mittwoch den 21. September von 3 bis 7 Uhr nachmittags. Die Kurse sind fiir Knaben und Mädchen bestimmt. Der Unterricht ist unentgeltlich. 1Wien, S. September 1927. Die Leitung. Organisation der jüdischen Wanderfürsorge in Oesterreich. Ueber ■Einladung des ׳Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde Wien fand ׳am 11. September 1927 im Sifczuugssaale der Kultusgemeinde eine Aussprache über Probleme der ׳jüdischen Wanderfürsorge statt. Das einleitende Referat wurde vom *Geschätfsführer •der!Hauptstelle für •jüdische Wanderfürsorge in •Deutschland. Herrn S. •Adler-Rudel, erstattet. Der Einladung ׳hatten Folge ■geleistet: der Verband der israelitischen ,Kiiltusgemeinden im Bundesstaate Oesterreich, vertreten durch ׳seinen Obmann, Herrn Baumeister Hugo Winkler. iGroß-Enzersdorf, die Kultusgemeinden: Graz (Vorsteher Karl Schwarz). Linz (Präsident Benedikt Schwager), Salzburg (Rabbiner Dr. Papo), Innsbruck (Vorsteher Siegfried Graubart), •des ׳ferneren der Vertreter ■der Jüdischen ■Fürsorgezentrale in ׳Prag (Sekretär Marcus ׳Ungar) und der Kiiltusgemeinden Brünn (Vorsteher Dr. Moriz Brunner), Lnndenburg (Vorsteher Wilhelm Gold) 1u1d Bratislava (Vorsteher Isidor Fleischmaim •und Isidor Engel), ferner für die ׳Israelitische!Allianz :in Wien, Notar Dr. Julius Bermann und Sekretär Dr. A. Kaminka, fiir die Zentralstelle fiir •}(idisohe soziale Fürsorge in Wien: Präsident Kommerzialrat Karl Klemperer und Sekretär Dr. M.!Lövvy, der Obmann der Fürsorgekatnmission der Kultusgemeinde Wien, Vorstandsmitglied Emil Engel, •und die!Mitglieder dieser Kommisson, Kultusvorsteher Kommerzialrat Max Markus, ■Dr. I. Kleber, Wolf Pappenheim, die Amtsdirektoren * der ׳israelitischen Kultusgemeinde . Wien Regierungsrat Dr. Emil Adler und Regierungsrat Guido Fuchsgelb, Amtsleiter des Wohltätigkeitsamtes Rudolf Kraus und .Sekretär-Stellvertreter Alfred Meisner us\v.a Herr!Dr. Jakob Ornstein, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, eröffnete die (Aussprache unter!Hinweis darauf, daß die Versuche zur Gründung einer Organisation ■fiir Wanderfürsorge in Oesterreich bereits viele Jahre zurückliegen und daß der Krieg und die Folgezeit die damals geknüpften Beziehungen abgebrochen hätten. Unter dem Drucke der Verhältnisse habe das Präsidium der Wiener :Kultusgemeinde beschlossen, im Einvernehmen ■mit der ׳Hauptstplle für jüdische Wanderfiirsorge in Deutschland die heutige Aussprache •einzuberufen, um hier die Möglichkeit der Errichtung einer ähnlchen Organisation, wie sie in •Deutschland bereits tätig ist, zu prüfen. Der Referent. Herr S. Adler-Rudel, führt!in der Ei׳nleitung zur Aussprache •jene Gründe ׳an, die die Organisation der Wanderfürsorge im gegenwärtigen!Momente dringend erforderlich machen. ■Nach kurzer Skizzierung •der allgemeinen ,jüdischen. Wanderprobleme, ,׳des Umfanges der Wanderung •und der Versuche, dieser Probleme durch Organisation ,Herr zu werden, wandte er sich der jetzt aktuellen Frage der jüdischen Wlanderung in Europa zu, ■die infolge der!Beschränkungen der ׳Einwanderung nach den Uebersee-Ländern einen außerordentlichen ׳Umfang angenommen hat. •Der Referent berichtete ׳ausführlich über die Organisation der jüdischen Wanderfürsorge in Deutschland, die .nicht nur eine verstärkte Hilfeleistung für die Wanderer selbst, sondern auch eine rationellere Verwendung der zur Verfügung stehenden Geldmittel bewirkt »hat. ׳Die!Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge!in Deutschland verspricht ׳sich ׳durch Gründung von ParallelHOrganisationen in *den anderen Ländern einen wesentlichen Ausbau der Fürsorgetätigkeit und eine erhöhte־ Leistung. Deutschland arbeitet bereits im engsten Einvernehmen mit Belgien, Frankreich und der Tschechoslowakei. M׳it ׳der ׳Schweiz schweben ebenfalls Verhandlungen über den Ausbau einer deutschen ähnlichen Organisation. Im .Rahmen •dieser ,Arbeit wird die ׳Errichtung einer Organisation •für Wanderfürsorge in Oesterreich ׳zur unbedingten Notwendigkeit, namentlich im ׳Hinblicke auf die ziemlich umfangreiche!Rückwänderung, die über Oesterreich ihren 'Wieg nimmt. ilm Anschlüsse an das ׳Referat erfolgte eine sehr eingehende Debatte, an welcher sich fast sämtliche Teilnehmer der Konferenz beteiligten. Namentlich die Vertreter der iPraviinzgemeinden hielten die ׳möglichst sofortige Inangriffnahme der Organisationsarbeiten fiir dringend notwendig. Am Schlüsse v der Debatte teilte!Herr Dr. Josef Löwenherz, Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien, im Namen der iKultusgemeinde Wien ׳mit. daß sie bereit und entschlossen ist, die •Initiative zur Errichtung einer Organisation der ׳Wanderfürsorge :in Oesterreich zu ׳übernehmen und daß sie ׳bemüht sein werde, diese Organisation zu fördern und zu unterstützen. Die nachfolgende, vorn Vorstandsmltgliede und Obmanne ■der Fürsorgekommission,!Herrn Emil Engel, vorgeschlagcne Resolution fand einstimmige Annahme. 1. Die heutige Versammlung empfiehlt die Schaffung einer ■Organisation der Wanderfürsorge für ׳Oesterreich im Anschlüsse an die bereits •bestehenden außerösterreichisehen Organisationen. 2. Die Organisation ■ist im wesentlichen nach den für Deutschland geltenden Grundsätzen, ׳jedoch unter voller Rücksichtnahme auf die besonderen österreichischen Verhältnisse und mit der Einschränkung' durchzuführen, daß zunächst nur ■die eigentliche Wanderfürsorge im engeren Sinne zu berücksichtigen ■ist. 3. Es hat als ׳Grundsatz zu gelten, daß die Lasten der Wanderfürsorge nach einem cinveruehmlich festzustellenden Schlüssel auf die Gesamtheit ■der österreichisehen jüdischen Gemeinden aufzuteilen sind: dagegen ist die Wiener ׳Kultusgerneinde zu ersuchen, das für die Organisation in ׳Wien erforderliche Personal und Bureau auf :ihre Kosten beizustellen. 4. ׳Das Präsidium der Wiener Kultusgemeinde wird ersucht, die Vorarbeiten für die Schaffung ■der Organisation zu übernehmen und derart zu beschleunigen, daß die Aktivierung tim liehst mit Beginn des Jahres 1928 erfolgen könne. Vor endgültiger Festlegung der Organisationsbestimrmingen ist wieder das Einvernehmen ׳mit den in Betracht kommenden Gemeinden und Korporationen zu pflegen. Die Kultusgemeindeu werden sich nunmehr mit der Resolution beschäftigen und die zu ihrer Verwirklichung erforderlichen Schritte einleiten. 650