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Jüdische Presse · 1927-09-16 · 37 (16.9.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
37 (16.9.1927)
Date
1927-09-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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>27 Novinove vyplatne povolene riadit post a telegrnfov v Bratisiave cis. 41572-111-20. Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expgdie par Tediteur. V.fcfc ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS JÜDISCHE PRESS Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopolds- Sasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. *Srscbeint jeden Freitag. — KedakUonsschluss: *ör Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer pst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Dentscbland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Nr. 37 | Wien-Bratislava, 16. September 1927 ,T'tnr אלול &' TOC®r®W1 >T3 I iS.Jahrg. שומן כשי (תחת השגחת הרב ח ישעי סורסט שיסשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! 1*130* tür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Küisersfralje!I1~113~1IS Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes spezlalhaus Oesterreichs 1 יאש השנה 1 wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתיבה וחתימה טובה in der ״JlidgseSi®^ Ps־eg1@“ Sie ersparen Mühe. Porto und Zeitaufwand! Wolf Pappenheim II., Kleine Prarrgasse Nr. 1 Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschliesslich aller Steuern nur S 5- resp. SUSa»_ Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: ״Jüdiudtei Presse“* Bratislava, Turnerg. 14 Für Wien: ,,,Jüdische Presse“, tRfien, SS. LsopoBcäsg. 26 Die Tragödie der jüdischen Jugend in Wien. Eine Selichotbbetrachtnng über die Schalpolitik der Wiener Kultusgemeinde. Samstag den 17. September beginnt ,der Unterricht an den Volks- und •Bürgerschulen in Wien. Zehnj tausend- ׳jüdische Kinder werden an diesem ersten Schultag empfinden müssen, daß der Samstag, der heilige Sabbath, nun nicht mehr jenen bevorzugten Platz in ihrer kleinen Kinderseele einnehmen darf, der ihm nach dem heiligen Zehngebot zukomtneu soflte. ׳Leider wird aber der Sabbath, wenn auch־ das wichtigste, so doch nicht das einzige Merkmal dieses modernen Galu 111 sein, in das die Wiener jüdischen Killder in ihrer eigenen Heimatstadt verbannt sind. Das Milieu, welches die Kinder an diesen öffentlichen Schulen vorfinden, der Geist, welcher in diesen Hallen der ״Kultur“ herrscht, werden das!jüdische Kind entweder dem väterlichen Glauben allmählich abspenstig machen oder sie werden die junge Seele unserer. zarten Kinder mit einem Gefühl des Hasses und der Erbitterung gegen jene Gewalten erfüllen, welche trotz der ■heute so überaus aufdringlich betonten K i 11 d!: s t ii ml 1 i c h •k e i t so weit-' fremd, wen 11 n ׳i c '111 f e i n d 1 i c h, der Eigenart eines jüdischen K ׳in des •g e g e 11 ü ׳b e r s t e h e n. Wie ist dieses schwere Unrecht am jüdischen Kinde aus der Welt zu schaffen? ׳Der Staat, das •Reichsvolksschulgesebz räumt dem ■Religionsunterricht zwei Wochenstunden ein. 'Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß diese zwei Stunden vollkommen!unzureichend sind. In den Budgettdebatten der Kultusgemeinde ist es usuell, bei den Betrachtungen über die Unzulänglichkeit■ des Religionsunterrichtes .zumeist •dem Religionslebrer die ■Schuld hieran in ■die Schuhe •zu schieben. Wir glauben, daß selbst die beste11 und fähigsten Lehrer in den •zwei Wochenstunden, deren in Wirklichkeit bedeutend weniger sind, nicht viel erreichen!können. •In der religiösen W ii s t e der •Großstadt sind eben 2 Stunden in der Woche bei einem Massenunterricht viel zu wenig, u m d e n E r z i e-' h •u n 5 s g 3 11 g und r e 1 i -g i ö s e n Charakter d e s Kindes beeinflussen z!11 können. Ueber diesen vom Staate zugelassenen' zweistimdigen Religionsunterricht hinaus, sucht die Kultusgemeinde durch Errichtung von Bibelschulen und Abhaltung von Jugendgottesdiensten die unzulängliche religiöse Erziehung der Wiener jüdischen Jugend zu verbessern. Auch diese Instituit'ionen vermögen aber nichts an dem Zustand zu ändern, daß dem überwiegenden Großteil der schulentlassenen Jugend — wir sprechen •hier von den Volks- und Bürgerschiilern, es dürfte aber auch bei den Mittelschülern nicht anders sein — das innerste Wesen des Judentums fremd bleibt, das jüdische Gebetbuch ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch ist, und Kultus und Kultur unseres Volkes im besten Falle als museale Gegenstände betrachtet, selten geschätzt, vielfach verlacht, aber fast immer abseits •gelassen werden. Für all diese unzulänglichen Versuche gibt die K׳u ■1 Ui s g c m e ■i 11 d e jährlich 175.000 Schilling aus. Eine sehr große Summe, gemessen an dem Nutzen, den sie bringt, aber lächerlich gering, um in einer Großstadt | jüdisch empfindende und denkende, das Judescin als Aufgäbe und als Erfüllung erlebende Jngend heranzuziehen. Dies Ideal ist nur an jüdischen Schulen zu erreichen. Wenn ■schon die ׳Erfolglosigkeit des!bisherigen Systems nicht genug an Tragik besitzt, um die verantwörtlichen Führer der Wiener Kultusgemeinde zu Taten aufzurütteJn, so. sollte sie!die U m s c׳h a u ׳in den jüdischen Großstädten in Ost und West dazu bewegen. ׳In Budapest zum Beispiel unterhält sowohl •die ׳große Kongreßgemeinde, wie •die kleinere orthodoxe Gemeinde ein Schulwerk, das die jüdische Jugend aller!Altersstufen umfaßt und bestrebt ist, jüdisches!Wissen, diese sicherste Grundlage einer gedeihlichen!Entwicklung, in der jüdischen Jugend zu verankern. Nicht geringer sind die Anstrengungen, welche die jüdischen Gemeinden in Frankfurt, Leipzig, Breslau, Hamburg, und ■last not least Berlin auf diesem Gebiete machen. In der letztgenannten Gemeinde beträgt z. B. das Schulbudget der kleinen orthodoxen Ge- •meinde Adas Jisroel bedeutend mehr als!jenes der Wiener Kultusgemeinde, von dem grandiosen Schulbau der Berliner Großgemeinde ganz und gar schweigen. Die Wien e r Kultusgemeinde ibe/nügt sich mit der S u b ■v e n t i 0 ni eruiig der in Wien bestehenden jüdischen ■Schulen. Wir wollen nicht mißverstanden werden. Als Subventionen sind diese Summen ganz erheblich. Aher •das •System der Subventionen ist nicht schön. Nicht subventionieren, sondern schaffen und ausbauen müßte ׳die Kultusgemeinde ein Schulnetz, das einen großen Teil der Wiener jüdischen Jugend umfassen und so die noch •im reichen Maße vorhandenen positiven religiösen Werte vor Verfall schützen soll. Die Summen, die für solch ein Schulnetz nötig wären, sind nicht unerschwinglich. Das Budget der einzigen Wiener jüdischen Volks- und Bürgerschule, der Wiener Talmud Thora, iti welcher ungefähr ,250 jüdische Kinder Unterricht genießen, beträgt 75.000 Schilling per Jahr. Vier solche Lehranstalten, •deren Gesamtkosten 300.000 Schilling im Jahr ausmachen würden, könnten zunächst 10 Prozent der jüdischen schulpflichtigen Jugend in Wien zu selbstbewußten, wissenden, guten Juden erziehen. Die gesamten •Aufwendungen der Kultusgemeinde!für •Religionsunterricht, Subventionierung von Lehr-! anstalten und Kulturzwccke machen insgesamt ebenfalls 300.000 Schilling aus. Nur ist dabei kaum ein nennenswerter Erfolg aufzuweisen. Man wäre versucht, zu •sagen, daß man diese 300.000 Schilling für jüdische Voll schulen verwenden solle, •deren System einen vollen Erfolg verbürgt. Wiir wollen aber nicht so umstürzlerisch sein. •Wir sind zu Kompromissen geneigt. Wenn man beide Summen addiert und sogar auf 500.000 Schilling hcrabsetzt, also wenn 10 Prozent des Fünfmillionenbudgets der Kultusgemeinde für die richtige Erziehung der Jugend verwendet werden würde, wäre imme'r noch ein beachtenswertes Resultat zu• erzielen. Zehn v. H, •der Gesamtausgaben für die Rettung, für die Ertüchtigung unserer Jugend; für die Abwehr einer der furchtbarsten Tragödien, die Mangel an ■Einsicht und Mangel an Willen über unsere Jugend ׳heraufbeschworen haben. Wahrlich!kein umstiirzlerisches, :kein undurchführbares Programm. Unsere Gemeindeväter begnügen sich aber mit ATZ MIT HAUBE S 26. Der Name d6s führenden Hauses in der Perückenfabrikation OTHNIAR SGH1FF NUR WIEN, I. KXRNTNEDRtKe'tT(wis-A-vis Hotel Bristol) garantiert־ iür die allermodernsten, in Qualität besten PERÜCKEN, SCHEIlEL und TRANS- FOi^iATtONEN, die im Tragen vom eigenen“ Haar nichf zu unterscheiden sind. KEINE FILIALEN I TELEPHON Nr. 51-3*62 KEINE FILIALEN I PERÜCKE OHNE HAUBE

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