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Jüdische Presse · 1927-07-29 · 30 (29.7.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
30 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 194 JÜDISCHE PRESSE Nr. 30 Wien. Großrabbiner Israel Friedman 11 ist Mittwoeii, den 20. Tammas nach einem mehrwöchigen Autenthalt in Galizien in Wien eingetroffen. Wien. Der Gerer Rebbe traf Dienstag abends von f’aiästina hier ein.!!!1 Auftrag des G. A. fuhr ihm Herr Dr. Kolm bis zum Semmering entgegen’ und es bot sich bei der gemeinsamen Rückfahrt nach Wien Gelegenheit, alle schwebenden Fragen zu besprechen und d i e I ii c k e n I 0 s e H a r 111 0 11 i c z w i s c 11 e 11 den Inte nt i o 11 eu des Gerer Re b b e 11 u n d de n T e n d e n-;׳ e n der A g 11 d a f e s t z u s t e 11 e n. in Wien selbst halte eine Vertretung des G. A. Gelegenheit, mit dem Gerer Rebbeii die ganze Situation zu besprechen und die Maßnahmen fcstzustc!lon, welche geeignet erscheinen, die Verhältnisse in Palästina in ideeller Hinsicht einer vollkommcncii Gesiiiidut:;; .!dgcgenziiführen. Der Gerer Rebbe hat noch seinem kurzen Aufenthalt in YV;ien beniitzt, um den Czortkower Rebbe, wie den Beizer, der au diesem Tage in Wien weilte, zu besuchen. Von Wien aus setzte der Gerer Rebbe seine Reise nach Marienbad fort. * Die Juden im Wiener Wirtschaftsleben. (J. T. A.) Nach den ׳Feststellungen des Statistikers Dr. Goldhammer sind von der Wiener jüdischen ׳Bevölkerung 28 •Prozent in der Industrie und 43 Prozent im Handel tätig. Obwohl die Wiener Juden mir 8 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt ausmacheii, tragen sie doch ungefähr 30 Prozent zu dem Gesamtergebnis der Einkommen- und Erwerbssteuern bei, ihre Steucrleistung übersteigt somit das Dreifache ihrer Kopfzahl. Die jüdische Religion im Testament des Königs hedacht. (JTA.) Das Testament des verstorbenen Königs Ferdinand von ־Rumänien wurde gestern geöffnet. 1Dcr König luit ,für Wohlfahrlsz wecke 50!Millionen!Lei hinterlassen, darunter auch einen :Betrag ifiir!jüdische Synagogen. Diese testamentarische!Bestimmung des Königs hat auf die jüdische!Bevölkerung des!Landes einen tiefen Eindruck gemacht. Minister Ducas Dank an die jüdische Bevölkerung♦ (J'fiA.) In einem!Interview mit ׳dem Redakteur der ״Liiiptu“ sagte Minister Duca, die ■jüdischen Wähler hätten zu dem Wahlsieg der ■liberalen Partei •ungeheuer viel beigetragen; sie .׳hätten sich als ein sehr diszipliniertes Element erwiesen, das den!Führern folgt. Holland wehrt sich gegen Import österreichischen Antisemitismus. (JTA.) Die ״Neue!Freie Presse“ weist auf einen Artikel der Haager Zeitung ״Vaderland“ hin, die die Vereinigung ״NiedcrlaruDOestcrreicch“ stark angreift, weil diese Werbeschriften des ״Oesterreichischen Touristenklubs“ weitergegeben habe. Der Oesterreichische Touristenklub, schreibt das Blatt, wendet sich mit seiner Werbung an alle niederländischen Freunde der 1Bergwelt Deutschösterreichs. Auf •demselben Schriftstück aber könne man lesen, daß für den Beitritt der Nachweis der arischen Abstammung nötig sei. Die Verbreitung einer solchen Schrift wird auf das nachdrücklichste verurteilt und als eine Beleidigung weiter Kreise des niederländischen Volkes bezeichnet. Die Vereinigung ^Niederland-Oesterreich“ beeilte sich, in einer Zuschrift an •das Blatt festzustellen, daß sie in Unkenntnis des Textes die Aussendung durchgeführt habe, und daß sie das Geschehene aufs tiefste bedauere. Pulsierendes orthodoxes Leben in Antwerpen. A n twer per! (AJPB.) Sonntag, den 26. Siwati fanden die Vor- Standswahlen in •der orthodoxen Gemeinde Maehsike Ha ׳das statt. Nach dem vorjährigen imposanten Sieg der alten Leitung gegenüber der zionistischen misrachistischen Opposition, hat die letztere ■diesmal gar nicht versucht, eine Kandidatur anzumelden. Die alten Vorsteher wurden somit einstimmig wiedergewählt. In derselben Woche fand eine imposante Sijuinfeier des Dafjomi Schiitr statt. Die gelungene!Feier wurde von der Ceire Agudas Jisuoel veranstaltet. Die Festrede hielt der Oberrabbiner der Machsike ׳Hadas-Gemeinde-Rabbiner R 0 11 e n b c r g. Die Leitung •der Ceire Agudas Jisroel hat beschlossen, für •das nächste jüdische Kalenderjahr Luchablätter erscheinen zu lassen. Eine Schwarzbart-Debatte ln der französischen Kammer. (JTA.) In der französischen Kammer, in der über kommunistische Propaganda in Frankreich debattiert wurde, behauptete Edouard־ Soulier (gemäßigter Republikaner), es bestünden Beweise, daß Schalom Schwarzbart, der den ukrainischen Ataman Petljura in Paris erschoß, Beziehungen zu Kommunisten unterhalten hat. Souliers Behauptung erregte einen Proteststurm, man rief nach Beweisen, doch blieb Soulier die Antwort schuldig. Der ZionistenHihrer Dr. Wise predigt ln einer Kirche zu Paris. (ITA.) Dr. Stephan S. Wiise, der New Yorker liberale Rabbiner, predigte in der Amerikanischen -Kirche zu Paris über die Beziehungen zwischen Juden und Christen. Wiederherstellung der Autonomie der jüdischen Geinelnden ln Polen. (J. T. A.) In der letzten Sitzung des Ministerrates wurde dem •Gesetzprojekt wegen Ausdehnung des bekannten Dekrets des Marschalls Pilsudski beziiglich der Wiederherstellung der Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden auf alle Teile der polnischen Republik mit Ausnahme der Woiwodschaften Posen, Schlesien und Pomerellen zugestimmt. Laut diesem Dekret müssen sich die Selbstverwaltungen der jüdischen Gemeinden bis zu einem Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes ׳konstituicren. Joint spendet 5000 Dollar iiir Warschauer Wohnungsäose. (JTA.) Auf Ersuchen des jüdischen Rettungskomitees stellte das europäische Bureau des Joint Distribution Committee 5000 Dollar für den!Bau von Baracken für wohuungslose jüdische Familien Warschaus zur Verfügung. Der älteste Mann in Polen gestorben. (JTA.) In Petrikau verstarb im Alter von 113 Jahren Solomon!Blatt, ־der älteste Jude Polens und zugleich der älteste polnische Bürger. Gefährliche Schlägerei zwischen jüdischen Trans- Portarbeitern in Warschau. — Ein Toter. (JTA.) Innerhalb des Warschauer Trausportarbeitervereines, dem in der Hauptsache jüdische Lastträger angehören, fanden in den letzten Tagen im Zusammenhang mit einem Streikbeschluß schwere.Konflikte statt. Zwischen Anhängern und Gegnern des Streiks kam es zu Zusammenstößen, in deren Verlauf mehrere Arbeiter schwer verletzt wurden. Der Arbeiter Israel Eisenmann verstarb als das erste Opfer der!Zusammenstöße; mehrere seiner Kollegen liegen im Krankeniiause schwer darnieder. Gemeiuderatswalilen in Polen. W a r s c 11 a ti (AJPB.) 111 den letzten Wochen fanden in Polen die Gemeinderats־ wählen statt. Bei diesen Wahlen hat Agudas Jisroel glänzend abgeschnitten. Agudas Jisroel hat überall die Bildung von jüdischen Einheitslisten angestrebt. Dort aber, wo sie infolge der Starrsinnigkeit der anderen jüdischen Parteien iiumiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Das jüdische Kind in die jüdische Schule! Volks- und Bürgeiscfiiils für Knaban und. falmud-Thora, Wien, II., Malzgasse 1 ' iiiiiiuuiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiniiiHiiiniiiiimiiiiiiiniiniimiiiiiiiii gezwungen war, selbstständige Listen zu bilden, konnte sic überall ganz bemerkenswerte Erfolge erzielen. Selbst in Ortschaften, wo bei den Wahlen zu der jüdischen Kehilla die zionistischen Listen die Majorität erreicht haben, erzielte die selbständige agudistische Liste den Sieg. Eine ziffernmäßige Darstellung kann erst in einigen YVochen gegeben werden. Die Aguda-Debatte bei der zionistischen Landeskonferenz in Polen. Warschau (AJPB.) Abgeordneter G r ii nbaiim interpellierte die Versammlung, warum die Zionisten anläßlich der Stadtratswahlen gemeinsam mit den Agud.isten in ■den Wahlkampf ,eingetreten seien, worauf er die offizielle Erwiderung erhielt, daß die zionistische Idee in Polen keinen ■Boden mehr habe. Das Zusammengehen war unbedingt notwendig, sonst wären sie ganz eingegangen, Beispiele dieser Schwäche wurden angeführt. Statistisch wurde belegt, daß ganz Polen bloß 10.000 Schokolim aufgebracht habe. An den Wahlen zur Landeskonferenz sind in Warschau — der größten jüdischen Gemeinde Europas — 870 Stimmen von allen Gruppen zusammen, abgegeben worden. Oie ganze Jugend hat das zionistische Lager zugunsten der Sozialisten verlassen. Jüdische Schankwirte in Litauen werden gezwungon, ihre Lokale an Sabbattagen offenzuhalten. (JTA.) Auf Grund einer alten Verordnung, die in den letzten Jahren nicht angewendet worden ist, hat das Steuerdepartement des Finanzministeriums alle Inhaber jüdischer Geschäftslokale, in denen Spirituosen verkauft werden, strikte aufgefordert, die Geschäftslokale an Sabbattagen und an allen jüdischen Feiertagen offenzuhalten. Die Verordnung' wird damit begründet, daß durch die Geschäftsschließung an Sabbattagen der Steuerfiskus geschädigt wird. In der jüdischen Oeffentlichkeit hat diese Verordnung, die einem Befehl, den Sabbat zu entweihen, gleichkommt, ungeheure Aufregung und Empörung hervorgerufen. Man befürchtet, daß diese Verordnung, durch die zunächst mehrere hundert jüdische Familien schwer betroffen werden, auf andere Handelsgebiete, an denen der Fiskus interessiert ist, ausgedehnt werden wird. Der litauische Staatspräsident entschuldigt sich hei einem Rabbiner. ,(JTA•)!Das Organ des!litauischen Staats- Präsidenten ״Li.etuwas“ teilt ,mi׳t, daß!Präsident S,1r1et011a!gegeniiiber dem Rabbiner von iPalaugen, Rabbi 1Kat׳z, wegen der ihm seitens des P01i!zeichcfs ׳von!Paläugen zugeftigten!Beleidigung sein!Bedauern ausgesprochen bat.!Der iPoilizcichef hatte dem!Rabbiner, als dieser!zur!Begrüßung des im Städtchen e fuget raffe neu Präsidenten erschienen war, den!Hut vom Kopfe gestoßen, den er aus religiösen!Gründen auch beim Singen der!Nationalhymne auifbehalten hat. Drei neue jüdische Rayone in der Ukraine. (JTA.) Laut cleui ׳Programm der ׳Nati011 a׳Iitäteriikommission beim Zentra׳lexek,uti!v!kamitce sollen in •den Jahren 1927 und 192S drei!neue autonome jüdische Rayone, in iKrivoijrog, ■Za!poroschje und iMariampol, •wo die!jüdische Kolonisation ikonzentriert ist, ■eingerichtet •werden. Jerusalem. (AJPB.) Der Gerer Rebbe ist mit seinem Gefolge Donnerstag, den 21. Tammus aus Jerusalem abgereist. Vor seiner Abreise stattete er einen längeren Abschiedsbesuch bei R. ■CI1. S 0 11 n e n f c 1 d und R. Elia K 1 a t z k i 11 ab. Er begab sich ■dann in der Begleitung der beiden Rabbiner zur Koszel Maarovi. Anläßlich der Abreise bildete eine vieltausendköpfige Menge, mit den Führern der Agudas Jisroel au der Spitze, das Ehrengeleite dem großen Gaste. * Ueber den Aufenthalt des Gerer Rebbe schreibt unser Korrespondent nachfolgend; Sie schreiben uns von dem Triumphgesang, den der zionistische Blätterwald in Europa austimmt, daß es scheinbar gelungen wäre, in die nichtzionistische Orthodoxie einen Keil zu schieben. Nun hat auch ׳die hiesige Presse einen rein persönlichen Vorfall in dieser Weise aufzubausclien versucht, es ist ihr aber nicht gelungen. Wahr ist, daß einzelne unverantwortliche Menschen gegen den Gerer Rebben ,in absolut tinjiidischcr Art einen Angriff gerichtet haben. Wahr ist, daß der Gerer Rebbe über solche persönliche Verungliinpfiuigeti vollkommen erhaben ist. Wahr ist, daß der Gerer Rebbe nach wie v o rd i e A g u d a als die E;i 1111 e i t s 1 i n i e aller wahrhaften C h a r ed i m unbedingt für n 0 t w e 11 d i g 11 ä 11. Als Beweis liiefiir dient, daß ׳der Gerer Rebbe vor seiner Abfahrt ■ den ihm Nahestehenden schriftlich h i n t e r- I i e ß, daß er es für die •Pflicht ■je d es wahren J e 1111 di halte, alle Beziehungen zum Waad Leumi zu lösen und sieh in den Dienst der Aguda-Vortrag In Nove Zamky. Auf Einladung der Agudas-Jisroel-Orts- und Jugendgruppe versammelte sich Sonntag, den 24. Tammus eine zahlreiche Zuhörerschaft in der Talmud Thora in Nove Zamky, um einem Vortrag des Herrn Jacob Joel Braun aus Bratislava über ״Wesen und Ziele der Aguda“ zu lauschen. Der Präses der Ortsgruppe, Herr Rafael K o h 11, eröffnete die Versammlung, begrüßte den Oberrabbiner der Gemeinde und den Redner und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß am selben Tage die Aguda-ldee in der Novd Zamky er Judenschaft durch die Gründung der Frauen- und Mädchengruppe einen ungemein wertvollen Fortschritt verzeichnen kann. Unter allgemeiner Spannung hielt darauf Herr B r a u 11 einen einstiindigen Vortrag. Darin arbeitete er den Grundzug der Aguda als Wiederherstellung des alten und ewigen Klalgedankens im Judentum heraus und wies an der Hand der Probleme, die das. Judentum als Ganzes und die Juden als einzelne Glieder dieser Gemeinschaft in der Gegenwart beschäftigen, auf die großen Gefahren hin, die dem Judentum und der Judenheit drohen, wenn der volle Sieg des Agudagedankens durch Gleichgültigkeit und mangelhaftes Verständnis bei den Nächstbeteiligten, den ortho- , Selbständigkeit der Orthodoxie zu stellen. Wir hier sind alle überzeugt, daß ein solches YVort, aus solchem Mund gesprochen, uns bei der nun bevorstehenden Bildung der orthodoxen Kongregation unschätzbare Dienste leisten wird. So wird es gelingen, die Spuren 1 a n!d s m a ,11 n s c 11 a f t li e h 0 r Gegensätze, welche unsere Gegner in gehässig demagogischer Weise aufzuputschen und ausztiniitzen versuchten, im Rahmen einer echt jüdischen K e 11 i 11 a auszugleichen. J. J. Die Arbeitslage in Palästina. (JTA.) Laut Mitteilung des Arbeits'bureaus zählte man am 15.!Mai in Tel-Awiw 3738 Arbeitslose, von denen 3020 Arbeitslosenunterstützung durch die ״Histadruth“ (Gewerkschaftsverband) erhielten und 320 in der produktiven Fürsorge beschäftigt waren. In Haifa zählte man am 20. Mai 1875 Arbeitslose. In Jerusalem waren am 15. Mai 1091 Arbeitslose registriert. In Afuleh sind 200, in Sisriah 100, in Petach Tikwah 503, in Sicliron Jaacob 75, in Rechowoth 200, in Nes-Ziona 175, in Rischon-le-Zion 75, in Chedera 150 Arbeitslose. Im ganzen zählt man in den privaten Kolonien 1100 Arbeitslose. Die Lage ist noch eine schwere; es wird mit der Regierung wegen Vergebung öffentlicher Arbeiten verhandelt. Export palästinensischer Weintrauben nach England. (JTA.) Die Palästina-Regierung wird im Juli Versuchs• weise 12 Tonnen Tafeltrauben jüdischer und arabischer Produktion nach England senden, um die Möglichkeit und die Rentabilität eines Traubenexportes nach England zu erproben. Sollte der Versuch gelingen, so ist mit einem regelmäßigen Traubenexport zu rechnen. Dizengoff tritt wieder einmal aus. (!JTA.)!Herr IM. Dizengoff, der frühere!Bürgermeister von T01־!Awiw, der vorn •zionistischen Aktionskomitee während dessen!letzter Tagung in!London!zum Mitglied der!Zionistischen Exe!kutive tiiiiiziigewählt worden war, hat ein Telegramm an Dr. Weizmann gesandt, in welchem er seine!Demission als Mitglied der Zionistischen Exekutive!mittcilt. Dizengoff war Innerhalb ׳der Exekutive ׳der :Leiter des städtischen ■Kolouisationsdeipartements. Die Nachwirkungen des En Charoder Skandals. Jerusalem (AJPB.) Die ultrarädikalen Arbeiter in En Charod haben sich auch in diesem Jahre trotz aller vorhergehenden Warnungen des Oberrabbinates und der gesainten Presse nicht nehmen lassen, das Scliebüauthfest durch profane Veranstaltungen zu entweihen; dieser Skandal, der in ganz Erez Jisroel wie in Chuz Taarez das peinlichste Aufsehen erregt hat, scheint nun doch nicht ohne ernste Folgen za bleiben. Das palästinensische Oberrabinat wandte sich in einem energischen Schreiben an die zionistische Exekutive und forderte speziell die Leitung der zionistisehen Fonds (der Boden von En Charod gehört dem jiidisehen!Nationalfonds und ■die dortigen radikalen Arbeiter werden vom Keren Hajessod erhalten) auf, Maßnahmen zu treffen, damit in Zukunft solche skandalöse Vorfälle sich nicht ereignen können. Das offizielle misrachistische Organ ״Hator“ macht sich die alte agudistische Forderung zu eigen, daß in die Satzungen des jüdischen Nationalfonds und des Keren-Hajessods, Statuten aufgenommen werden, die solche Vorkommnisse institutionell verhindern. Bas Abkommen der Zionistischen Exekutive mit der zionistischen Lehrerschaft♦ (JT1A.) Das zwischen der Zionistischen Exekutive und ■der hebräischen )Lehrerschaft getroffen,e Abkommen, a!1!1f •Grund dessen der!Streik als beendet erklärt wurde, •besagt: 1. Die •Gehälter •für •März,!April und Mai ■werden Ende!August gezahlt. 2. Die •Geluilter •für Juni werden, ׳vorbehaltlich der!Durchführung der zionistischen Anleihe,!Ende .August, spätestens Mitte Oktober gezahlt: 3. Die!Gehälter •für Juli, August •und •Sepfernher werden innerhalb des nächsten Budgcthalbjahres, das!heißt spätestens ,Ende •März 1928 gezahlt. Die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner für Befestigung des Glaubens. (J. T. A.) In Cape May, New Jersey, wurde ■in diesen Tagen die 38! Jahreskonvention der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner abgehalten. Der Präsident, Rabbiner Louis I. Wolsey, betonte in seiner Eröffnungsansprache, es sei jetzt an der Zeit, sich um die Wiedergeburt d׳e׳r jüdischen ■Gelehrsamkeit und um d i ■e F e s t i g u ־n g des Glaubens der Väter zu kümmern. Weite Kreise des Judentums bekünden eine bodenlose Unwissenheit in betreff der ,Quellen jüdischen Denkens und Lebens, während sie gleichzeitig in so vielen weltlichen Wissenschaften, in Kunst und Geschichte bewandert sind.!Es sei nun höchste Zeit für die Zentralkonferenz jüdischer Rabbiner, dafür zu sorgen, daß mit den neuen Entdeckungen der Biologie, Psychologie, Philosophie und Geschichte׳ auch die Kenntnis der Gottesidee, des Judaismus, die!Lehre der Evplution, der Mission Israels, der Wirkung des Gebetes, die Lehre von der Un- Sterblichkeit, der Autorität der Bibel in den jüdischen Wissenschaften Schritt halten. Die Judenheit reagiert großmütig auf alle Formen philantropischer Unternehmungen, aber sie hat es noch nicht gelernt, sich großmütig gegenüber jüdischem Gelehrtentum und jüdischer Wissenschaft zu zeigen. Die Ansprache Rabbi Wolseys fand einmütigen Beifall. Die Konferenz beschloß, sich mit den gegebenen Anregungen zur Stärkung und Verbreitung jüdischen Gelehrtentums zu befassen. doxen Juden selber, verzögert wird. Mit eindringlichen YVorten forderte der Redner seine Zuhörer auf, ihr Verhalten und ihre Stellung innerhalb des Judentums und als Glieder des jüdischen Gottesvolkes in Staat und Welt unter allen Umständen von dem leitenden Gedanken des Judentums allein bestimmen zu lassen und die Zumutung, fortan unter der falschen Flagge der zum Grundprinzip erhobenen nationalen Lebenserscheinungen die jiidisehe Geschichte fortzusetzen — wegen der damit vor aller Welt bekundeten Leugnung des Werdens und Wollens des jüdischen Volkes — mit stolzer Entrüstung weit von sich zu weisen. Besonders scharf charakterisierte und verurteilte der Redner den von den ״religiös“ orientierten Zionisten, den sogenannten Misrachisten, propagierten religiös drapierten politischen Nationalismus. Diese wenden ihre Taktik im angeblichen Interesse der jüdischen Religion an. Sie wollen durch den modernen Nationalisnius der Religion dienen und merken nicht, welche Schmach sie der Religion damit antun. Darnach soll das jüdische Volk sich nicht mehr — wie vor der Offenbarung am Sinai — offen und programmatisch zu G־tt und Thora bekennen. Die religiöse thoragemäße ^BBH!aHBESSMBHaäBMBIIBBHßBHBBBBBBBHiMB1a1SBBBH!»eä«MKSBI»BIBBBBBBBBHHlBBBBBBBBSBlBBBBBBBBBB5 1 Tschechoslowakei J TOHBBBBBBHBOBBHBBBBBBHBBBBBBBBH8BI82BtSBBB»Bllffl0HfiBBHBfflBBI8nBlBBBBBBBB1nBBBBBB8lHBaH8iaiS 5994

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