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Jüdische Presse · 1927-07-29 · 30 (29.7.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
30 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr., 30 JÜDISCHE PRESSE Seite 195 Gedanken- und Pflichten vv e 1 t des Judentums soll durch das nationalistische Hintcrtiirchen in die erkalteten jüdischen Herzen und ebenso unter nationaler M a r k e in das sich national-politisch verjüngende j ü d i s c h e L a n d 11 in eingeschmuggelt werde n. Die mehrtausendjährige Erfahrung lehrt aber, daß man nur durch das klare, offene und kompromißlose Bekenntnis zu G-tt und seiner Thora der jüdischen Vergangenheit, der jüdischen Wahrheit gerecht werden kann, und nur wahrhaftige, bewußte, vollständige Abkehr von allen Irrwegen individueller und kollektiver Assimilation, so wie sie Agudas J i s r o e 1 fordert, sichert dem jüdischen Volke eine jüdische Zukunft. Deshalb bedeute das Eindringen dieser Erkenntnis in das Bewußtsein der j ii d isehen F r a ti einen großen Fortschritt der Aguda und eine wichtige Etappe auf dem Wege zum Ziele. Die Ver- Sammlung zollte dem Redner reichen Beifall. Hierauf ergriff Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Tigermann das Schlußwort und sprach im Namen der Gruppe und aller Anwesenden dem Referenten den Dank aus, wobei er die auf die jüdischen Frauen und ■Mädchen bezüglichen Ausführungen des Redners besonders hervorhob. Auch seinerseits richtete Se. Ehrwürden an die Frauen und Mädchen seiner Gemeinde die Bitte, vollzählig in die Frauen- und Mädchengruppe einzutreten und ihre erhabenen Ideale verwirklichen zu helfen. Keren-Hathora-Sammlung in Nov6 Zäraky. Wie in dieser Zeitung bereits berichtet wurde, veranstaltete die orthodoxe Gemeinde in Novö Zamky eine Sondersammlung für den Keren Hathora der- Agudas Jisroel. Das ■geschah in der Weise, daß auf ׳Beschluß der Gemeinderepräsentanz am ש׳ פ׳ נשא sämtliche Eingänge für עליות und die Spenden diesem Zwecke gewidmet waren. ■Bei der Agudas-Jisroel-Landesorganisation für die Slowakei in ,Bratislava ging als Resultat dieser Veranstaltung der Betrag von 1794 tsch, Kronen ein, und zwar: Kohn Rafael 100, Adler Ferenz 96, Berenfeld ׳Ede 70, Tel tsch Nathan 68, Berenfeld Armin 58, Herz Illes 56, Hoffmann Emil 50, Steiner Miksa 49, ■Heitler David 46,!Herzog Julius 43, Bineth ׳Moritz 41, Hoffmann Salamon,!Hoffmann Josef, Herz Izso je 40, Rcichfeld Gabor 32, Bineth Gaspar, Großmann Jonas, Schwartz Heinrich je 30, Hoffmann!Sandor, Reichfeld Josef je 28, Steiner ■Aaron 26, Braun Arnold, Laszlo Sandor je 25, Dr. Reichenthal 24, Greiner!Likot 22, Binether Mihaly, Fleischer Rudolf, Hartenstein, Hertzka Heinrich, Koth Adolf, Kaiser ׳Ignaz, Lamm Samu,!Löwy Samu sen., Löwy ■Hugo, Quitt Samu, Reichfeld Adolf, Tenczer Samu je 20, Adler Arpad, Greiner Josef, Schwartz David je 19, Hertzka Miksa 18, Friedmann Elias, Frommer Isidor je 17, Dr. Adler Jenö, Fried Hugo, Lewyn Josef, Schwartz Sandor je 15, Gürtler Vilmos 14, Glaser Oskar, Nasch Siegmund, Speiser!Aladar, Wilhelm Benö je 12, Ellenbogen Gyula 11, Back Arnold, Bernfeld Arpad, Bineth Jenö, Grünstein Ignaz, Löwy Samu j־un., Reiriitz (Parkany), Stern Adolf, Steiner!Markus, Weil Lajos, Weisz Lipot je 10, Lowinger Miksa 8, Weißberger Lipot 7, Degen Lazar, Ellenbogen Josef, Glück Max, Kalisch David, Löffler Artur, Löwy Vilmos, iMessinger Lipot, Schönfel'd Nandor, Schrank Karoly, Seidl Mihaly, Seidl Oskar, Stein Ignaz, Silbermann Jerem, Weingarten Ignaz, je 5; ■Flercz iFrigyes, Löffler Oskar •je 4, Adler Hermann, Blau Perec, Drechsler Jenö, Reichfeld ■Miklos je 3, Bischitz Mor,!Friedmann Juda, ■Graf Adolf, Heitler Gyula je 2, Leuchter Ignaz, Müller Leopold je 1, zusammen tsch.!K. 1 7 9 4.— Frauen- und Mädchengruppe der Agudas Jisroel in Nove Zamky.!Die Bewegung zur Stärkung und Vertiefung der religiösen ■Gesinnung in den ׳Kreisen der jüdischen Frauen und Mädchen durch Schaffung einer Parallelorganisation der Agudas Jisroel für die orthodoxen Frauen und Mädchen ,hat einen neuen schönen Erfolg aufzuweisen. Nach dem Beispiele der Prcßburgcr orthodoxen Frauen und Mädchen haben sich eine Anzahl vom Geiste des wahren Judentums beseelter Frauen und Mädchen in Nove Zamky vereinigt, um auch dort unter dem Banner der ■Agudas Jisroel an der Verwirklichung der Ideale des orthodoxen Judentums in den Grenzen und unter den Vorbedingungen rüstig mitzuarbeiten, die von religiösem Gesetz und religiöser Tradition festgesetzt sind. Wie in zahlreichen anderen Gemeinden der Slowakei haben auch in ■Nove Zamky die um das religiöse und jüdischgeistige Schicksal der ■her,anwachsenden Generation besorgten Väter und!Mütter die Notwendigkeit der Entfaltung einer zielbewußten Tätigkeit in dieser Richtung längst erkamit.!Man wartete nur auf die Gelegenheit, um dieser gebieterischen Forderung der Stunde zu entsprechen. So fiel denn die Initiative der Preßburger Frauengruppc in Nove Zamky auf gut vorbereiteten Boden 1111 d wird voraussichtlich m. ■G. H. Früchte zeitigen, die dem gesamten jüdischen Volke zum Wohle und unserer heiligen Thora zur Ehre gereichen werden. Auf Anregung der Agudas- Jisroel-Ortsgruppe begab sich, am 24. Tammus eine Delegation der Preßburger Agudas-Jisroel-Frauen- und Mädchengruppe, bestehend aus den Damen Frau Eduard Schl enger, Präsidentin der Gruppe, Frau Rabbiner Hirschler und Fräulein Janka Soffer nach Novö Zamky, um den Gesinnungsschwestern bei den Vorarbeiten zur Gründung der Gruppe auf Grund der bisherigen Erfahrung mit!Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auf dem ■Bahnhofe wurde die Delegation von einem Damenkomitee freundlich empfangen und in das gastliche Haus des Herrn Rafael 1K o h n geleitet. Dort harrte ihrer bereits ein auserlesener Kreis von Damen, die sich unter Führung von Frau Rabbiner Stern, Frau Josef Reichfeld und anderen zusammenfanden, um über die Modalitäten der Gründung im einzelnen zu beraten. Nach der Begrüßung iiberbrachte Frau Schl eng er den Nove Zainkyer ortho- ■doxen Frauen und Mädchen die Grüße der Preßburger Gruppen und referierte in einer formvollendeten begeisternden Rede über Ziele und Aufgaben der Aguda-Frauengruppen und über die Prinzipien, von denen ihre Arbeiten auf allen Gebieten nach dem Programme der Agudas Jisroel geleitet zu sein haben. Sie berichtete tiefbefriedigt über die Resultate, die in Preßburg^bisher erreicht wurden und schilderte das Glücksgefühl, d$fe diese Erfolge in den Herzen aller Mitwirkenden auslösten. Frau Rabbiner H i r s c h 1 e r ergänzte die Ausführungen der Vorrednerin in einer ausgezeichneten herzgewinnenden Ansprache und sprach den Zagenden und Zaudernden Mut zu, ungeachtet mancher Schwierigkeiten und eventuellen Unvollkommenheiten im Interesse der heranwachsenden weiblichen Jugend an die Arbeit zu schreiten. Fräulein Soffer wandte sich hierauf in einer kurzen temperamentvollen ungarischen Rede an die erschienenen jungen Mädchen und zeigte ihnen, welch ernste Aufgaben die Verhältnisse im Judentum in unserer Zeit an die religiöse gesinnungstreue weibliehe Jugend stellten. An der Hand des Arbeitsprogramms der Preßburger Mädchengruppe zeigt sie den Weg, den alle frommen jüdischen Mädchen zu gehen haben, um sich für ihre späteren Lebensaufgaben geistig und seelisch zu ertüchtigen. Namens der Novö Zamkyer Erschienenen dankt Frau Rabbiner Stern den Gästen für ihre Aufklärungen und macht, nachdem noch mehrere Damen das Wort ergriffen hatten, den Vorschlag, die K o n s t i t uieruiig der Novö Za m k yer A g u d a s-J i s r 0 e 1- Frauen- und M ä ׳d c h e 11 g r u p p e auf der Stelle vorzunehmen und sofort mit der Werbung von Mitgliedern nach denselben Grundsätzen wie in Preßburg zu beginnen. Nach einer gründlichen Aussprache wurde der Vorschlag unter großer Begeisterung angenommen und Frau Oberrabbiner Tiger mann zur Ehrenpräsidentin der Gruppe gewählt. Mit der Leitung der weiteren Vorarbeiten bis zur Einberufung ■der Vollversammlung der Mitglieder wurde ein provisorisches Komitee betraut. Vortrag in Bratislava. Am ש״ק פ׳ בלק hielt Herr Hermann Löwy aus No!ve Zamky auf Einaldung der A'gudas-Jisroel-Jugendgruippe einen! Vortrag ' über den Wochena׳bschn.itt. In seinem ausgezeichneten Vortrag behandelte ■der ,Redner auch die aktuellen Fragen des jiidisehen Lebens und wies auf die Bedeutung der Aguda ■hin für die Lösung dieser Fragen im Geist der Thora, Seine Ausführungen!fanden allgemeinen Beifall bei den zahlreich Erschienenen. Großes Verhören an der Preßburger Jeschiwa. Am 24. Tammus nahm Sne. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber in Anwesenheit des Rabbinates, der Vercinsrabbiner, des Gemcindevorstandes, der Jeschiwagaboim, zahlreicher Talmide Chachomim und Freunde der Jeschiwa das große Verhören seiner Schüler vor. Das Verhören zeigte abermals eine schöne Entwicklung der Jeschiwa. Die Schüler beherrschten den Lehrstoff vollständig und waren beflissen, an sich selber ein hohes Maß von geistigen Anforderungen zu stellen. Der ehrwürdige Jeschiwaleiter gab seiner Zufriedenheit mit den Kenntnissen der Bachurim Ausdruck. — Am *25. Tammus prüfte Herr Oberrabbiner Schreiber die Schüler der unter der bewährten ■Leitung des Herrn Rabbiners Baruch Löbl stehenden Vorbereitungsjeschiwa (ישיבה קטנה). Die Gaboim und die Eltern der Schüler waren zugegen und freuten sich gemeinsam mit dem ehrwürdigen Examinator über die schönen Lchrresultate, die Herr Rabbiner Löbl auch in diesem Semester mit seiner vorzüglichen Lehrmethode erreicht hat.!Fleiß und gründliches Eindringen schaffen in dieser hochwichtigen ,Institution bei den Schülern wertvolle geistige Grundlagen und nicht eigentlieh erst die Voraussetzungen zum späteren erfolgreichen selbständigen Lernen an einer Jeschiwa, die an ihre Schüler dann auch gesteigerte Anforderungen zu stellen vermag. Aguda-Vortrag in Piestany. Aus Piestany wird uns berichtet. Am 24. Tammus hatten wir das Vergnügen, einen sehr interessanten Vortrag zu hören. Der hier zur Kur weilende ■Herr Samuel Josseliowski aus Memel sprach im Schullokale vor einer großen Zuhörerschaft über das Thema ״Agudas Jisroel und J i s c h 11 w E r c z J i s r 0 el“. Der Redner erörterte die Probleme der Palästina-Besiedlung vom Standpunkte der Religion, ■der Ethik und des ^praktischen Erfolges mit viel Sachkenntnis auf Grund der ■Eindrücke, die er jahrelang in Erez Jisroel gesammelt hat! Seine auf streng religiöser Basis gestützten Anschauungen begründete er mit Zutaten aus unserer heiligen Literatur. Der Vortrag bereitete den Erschienenen einen solch hohen Genuß, daß man in Zukunft bestrebt sein dürfte, solche Vorträge öfters zu veranstalten, sofern man dessen sicher ist, daß sie vom religiösen Gesichtspunkte einwandfrei sind. S. B. Gastvortrag in Piestany. ׳Se.!Ehrw.!Herr ■Oberrabbiner Salomon Ullmann aus ■B i s t ri t z, Präses ■der orthodoxen Landesorganisation 1.für Transsylvanien, der hier Kuraufenthalt genommen hat, hielt ש״ק פרשה מטות im כיח המדרש einen sehr gediegenen und lehrreichen Vortrag. Er hat damit einem allgemeinen Wunsch entsprochen. Es sei ihm für den geistigen Genuß auch auf diesem Wege herzlich יישר כ ח gesagt. S-l. B-m. Israelitischer Volksküchenverein Piestany. Der israelitische Voilkskücherwerein ,Piestany versendet soeben seinen ■21. Jahresbericht pro 1926. Aus ■dem Bericht!geht ■hervor, daß der Verein auch im ■vergangenen׳ ■Jahr eine •ungemein segensreiche Tätigkeit entfaltert konnte und daß die Vereinsleiter wahrlich sehr angestrengt arbeiten!mußten, um den stets ■sich ■erhöhenden!Anforderungen gewachsen z!u sein. 1I!n dem Vorwort wird im!besonderen den Piestanyer Aerizten Dank gesagt, die auf Empfehlung der Vereinsleitung würdige, unbemittelte Kranke unentgeltlich ■behandelten, ■und ebenso dem Damemvenwaltungskomitee, das!mit Eifer!und Hingebung das edle Werk förderte. Der Kassaibericht ׳balanciert!mit tsch. K 32.798, für die gegebenen Verhältnisse also ein recht hoher Betrag. Aus der Vereinsküche wurden ■zium allergrößten!, Teil!Auswärtige gespeist, 140 Personen aus 90!Gemeinden. Angesichts dieser Tatsache ■ist die Klage ׳der Vereinsleitung über ■die!mangelnde Anteilnahme ׳der Gemeinden an den Kosten des Vereins in vollem Maße berechtigt.!Mögen es alle iGe-!meinden und alle edeldenkenlden Juden und■ Jüdinnen als ihre Pflicht ansehen, diesen Verein auf das tatkräftigste zu fördern. ®®®I Bücher |®Q® Der Sohn des Moses Mantner. Ein Wiener Roman von Leopold H i c h 1 e r. Verlag R. Löwit, Wien-Leipzig. — Ich kenne von Leopold Hichler, diesem jüdischen Schrift- Steller und Weisen, nur dieses Buch — es ist vielleicht gar sein Erstlingswerk —, aber dieses Buch legitimiert ihn und hebt ihn aus der unübersehbaren Schar der Romanschriftsteiler hervor und empor. ■Wir begegnen wohl selten in der belletristischen Literatur solch tiefem Verstehen und Erkennen der• jungen jüdischen Seele und der menschliehen Seele schlechthin, wie in diesem Romane. Er nennt sich mit wohltuender Bescheidenheit: E i n Wiener Roman, ist aber tatsächlich der Wiener jüdische Roman. Wir verfolgen in diesem einzigartigen Romane das Martyrium, den Leidensweg, Kampf und Aufstieg eines jungen jüdischen Menschen. Typisiert und doch voller persönlicher Eigenart. Wir begleiten Gusti, so der Name des Romanhelden, des Sohnes des Moses Mantner, von seinem ersten Wege in die öffentliche Schule an, wo er von seinen neuen Schulkameraden mit Hepp-Hepp-Rufen empfangen wird. Menschhaft zeichnet Hichler das Milieu des Wiener jüdischen Bürgers aus Nikolsburg, der Eltern, in deren Mitte Gustav zum Manne heranreift. Eindringlich konnte jetzt der stille Kampf im Elternhause beginnen, da der Vater seinem jüngsten Sprößling eine jüdische Er- Ziehung geben möchte und die Mutter ihn vor dem Uebereifer des Vaters schützt. Sie will bloß einen Doktor haben. Einen Sohn, den man distanziert — um mit Hichler zu sprechen — per Herr Doktor ansprechen müßte. Zwiespalt des dem Abfall nahen jüdischen Hauses. Doch das Schicksal will es anders, verfolgt tiefere Ziele mit Gustav und sohin des mit seinem Helden. Tief greifen die Schioksaisräder, die Geschicke der Menschen ineinander und offenbaren en miniature das Walten Gottes. Und hier kommen wir zum Höhepunkt des dichterischen Schaffens in diesem erzählenden Werk. Tiefe Religiosität, wahre Gottesgläubigkeit, die sich oft zu Apotheosen erhebt, begleitet und durchpulst den Weg des jungen Mantner, ihm selbst noch unbewußt, doch das feine Verständnis des nachschaffenden Künstlers sprengt die verborgenen Wege der göttlichen Schicksalsfügungen. ■Die dichterischen!Qualitäten, die feinen Lyrismen, der Hymnus an Wien, das hohe Lied der jüdischen Familie, die spannende ■Entwicklung des ferneren Schicksals Gustavs, die tiefe Weisheit geben dem Werke eine interessante literarische Physiognomie. Den Inhalt des Buches lasse ich unerzä'hlt. Jeder gehe hin und lese es! Salo Perlstein (Baden). ״Die Entstehungsgeschichte des Opferkultus im Mosaismus". Apologetik des Alten Testaments. Von Dr. Bernh. Templer, Rabbiner und Prediger. 1926. Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig. S 7.50. Der Verfasser hat sich bereits einen wohlverdienten Namen in der Gelehrtenwelt errungen. Seine mannigfachen Schriften und Aufsätze über verschiedene Gebiete der wissenschaftlichen Disziplinen legen beredtes Zeugnis von der eminenten Bedeutung dieses Gelehrten ab. Nun hat er sich in dem vorliegenden Werke zur Aufgabe gestellt, die Entstehungsgeschichte des Opferkultus auf eine neue Bahn zu lenken. Bei weitem spannender und ,interessanter ist ■die darin enthaltene Apologetik der Heiligen Schrift. Die Sprache ist frisch, lebendig, gemeinverständlich, auch für den Laien; die Ausstattung sehr vornehm. Wir können resümierend behaupten, daß niemand das Buch aus‘der Hand legen wird, ohne sein Wissen bereichert zu haben. Georg Leopold Weisel: Aus dem Neumarker Landestor. Die Volkskunde eines Aufklärers, herausgegeben von Oberlehrer und Konservator Josef ■Blau. Reichenberg 1926. Sudetendeutscher Verlag Franz Kraus. Georg Leopold Weisel interessiert uns hier nur in seiner Persönlichkeit als Jude und in seinem jüdischliterarischen Schaffen. Er ist einer der bedeutendsten Mitarbeiter, wenn nicht der bedeutendste an ■den Prager Sippurim und hat viel für die Erhaltung jüdischer Sagen und für die Kenntnis des jüdischen Lebens und seiner Sitten und Gebräuche in der Hälfte ■des 19. Jahrhunderts in Böhmen getan. Einer Heirat zuliebe ließ er sich taufen, doch bereute er diesen ■Schritt sein ganzes ■Leben lang, allerdings ohne ihn rückgängig zu machen. An ihm erfüllte sich das 'alte Wahrwort, er ist aus dem Judentum heraus, das Judentum aber nicht aus ihm, und so schreibt er noch als Meschummed über jüdische Angelegenheiten und Judenfrage. Wenn man von manchen Unwissenheit und Sucht zur Aufklärerei verratenden Stellen absieht, wird man seine jüdischen Aufsätze mit Genuß lesen. Jedenfalls wird vielen hier zum ersten Male gezeigt, wer eigentlich dieser Sippurimschreiber Leopold Weisel war. Fritz Bondy: Der Sprung von der Bühne. Eine Er- Zahlung. 143 S. Reclams Üniversal-Bibliothek Nr. 6769/70. Heft 80 Pf., Band M. 1.20. Der Hochstaplerroman eines Schauspielers, dem die Gestaltungsmöglichkeiten seiner Rollen nicht genügen. Wilhelm Bölsche: Lichtglaube. Stunden eines Naturforschers. 320 S.!Reclams UniversalJBibÜothek Nr. 6761/64. Heft M. 1.60, Ganzleinenband M. 2.40. Dies neue Buch ist von A bis Z ein echter Bölsche, der seine Forschungsergebnisse und Kenntnisse nicht um ihrer selbst willen vermittelt, sondern der als geborener Künstler das wissenschaftliche Material mit dem Zauber des Gemüts überströmt. im Kochen und Wirtschaft bewandert, wir 1 zu Kindern aufgenommen. Anträge unter ״Bratislava“ an die ׳Bratisl. Administration dieses Blattes. Suche zu meinen 12- und 13jährigen Mädchen ein Hausfräulein zum sofortigen Eintritt, die die deutsche Sprache tüchtig unterrichten soll. Gehalt laut Uebereinkommen. Die auch Klavier unterrichten ׳kann, wird bevorzugt. 'Lud.wig Roth, Tiacevo. Junger Mann מ הווה hochintelligent, tüchtiger Kaufmann mit dreierlei Fachkenntnissen, sucht passende Partie zwecks Etablierung, eventuell ■Einheirat. Anträge sind zu richten an Herrn B. Sc hwarzstein, Rabbiner, Vrable, (Slowakei). Suche für meine Kolonial- und Wein-Handlung Lehrling aus frommem ■Hause. Slowakische Sprachkenntnisse ‘ erforderlich. I g n a c z Kalisch, Galanta. Intelligentes, deutsch sprechendes jüdisches Fräulein mit Kochkenntnissen, in eine große ׳Provinzstadt der Slowakei zu zwei Schulkindern mit Familienanschluß gesucht. Anträge unter Chiffre ״Gute Familie" an die Bratisl. Verwaltung dieses Blattes. TAUSCH Möchte meinen 18jährigen Sohn in ein streng ritueiles Haus nach Wien geben und würde einen gleichaltrigen Jungen bei erstklassiger Kost und Wohnung auf mein in Ungarn neben Steinamanger liegendes Landgut nehmen, wo er Gelegenheit hat, sich in der Landwirtschaft auszubilden. Zuschr. unter ״Schomer-Schablos“ an die Wr. Adm.

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