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Jüdische Presse · 1927-07-15 · 28 (15.7.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
28 (15.7.1927)
Date
1927-07-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 184 JÜDISCHE PRESSE Nr. 28 Deiitsche, Tschechen, Polen, Jugoslawen, Ungarn, Rumänen der Inhalt des Gedankenganges von Louis Marshalls Widerstand. Diese Erregung steigert sich ungeheuer, wenn Minderhcitsrechte nicht von denen verlangt werden, denen sie vorentlialten sind, sondern wenn sich Unberufene vom gemächlichen Port der eigenen Sicherheit aus zu Advokaten der!Bedrückten aufwerfen. Wenn noch dazu ein Abstellen der Ucbel nicht aus Gründen der allgemeinen Menschlichkeit verlangt wird, sondern auf Grund nationaler Ansprüche, von denen man ganz genau weiß, daß die Advokaten gar nicht daran denken, sie in ihrem eigenen Heimatland zu beanspruchen. Das aber ist die ungesunde Basis des geplanten Rechtsschutzkongresses. Sollte die Agudas Jisroel — wie es Leo Motzkin verkündet — zur Teilnahme an diesem Kongreß aufgefordert werden, so wird sie es sich wohl überlegen, ob sie dieser Einladung Folge leistet. Sollte dies der Fall sein, so wird Agudas jisroel auf dem Kongreß, nicht nur aus den von Louis Marshall angegebenen Gründen, ihre politische Grundein- Stellung zu vertreten haben und nach wie vor jede Ingerenz außenstehender Faktoren in das innere Leben eines Staates ablehnen. T. E. Henry Ford und — Kanonikus Rohling. (Was die zwei Züchter des A u t i s e m i t i s m u s unterscheidet.) Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Kein Zweifel, Henry Ford, der sich jetzt verächtlich vom Antisemitismus abwendet und diese schmachvolle Verirrung brandmarkt, die auf Lügen und Fälschungen aufgebaut ist, hat sich Jahre hindurch ungeheuere Vcrdienste um die Propagierung und Verbreitung dieser schmachvollen Verirrung erworben. Er hat die Zeitungen, die sich die edle Aufgabe stellen, die Welt mit dem antisemitischen Gift zu verseuchen, aus seinen gefüllten Kassen reichlich genährt und somit in den Bemühungen, die niedrigsten, bestialischen Instinkte gegen die Juden zu entfesseln, erfolgreich mitgeholfcn. Man kann ruhig sagen, Henry Ford hat durch seine Presse für die Judenhetze mindestens so viel geleistet, wie einst der Kanonikus, Professor!Rohling mit seinen aus uichtswiirdigen Fälschungen ■und niedrigen Verleumdungen zusammengestoppelten ״Talmudjuden“. Man erinnert heute nicht mit Unrecht daran, daß so wie Kanonikus Rohling seinerzeit, als es galt ■die Beweise für die ■Behauptungen seines Schandwerkcs zu erbringen, vor dem Gerichtssaal sich flüchtete, auch Henry Ford den gegen ihn schwebenden Prozeß damit beendete, daß er dem Gerichtssaale auswich. Darin sind sich die beiden gleich. Aber eines unterscheidet sie, und dieses eine genügt, um die Behauptung zu wagen, daß cs vielleicht wenige Menschen gibt, die eine so verschiedene!Beurteilung erzwingen, wie diese zwei — Züchter und Förderer des Antisemitismus.. Kanonikus Rohling, dem keine Schändlichkeit zu arg, keine Nichtswürdigkeit zu infam erschien, um sie nicht dem Judentum zur Last zu legen, schreckte auch davor nicht zurück, mit einem Eide bekräftigen zu wollen, daß!die Juden zu religiösen Zwecken Christenblut benötigen. Vergebens hatten sich die hervorragendsten Christliehen Gelehrten — au ihrer Spitze der berühmte alte Franz Delitzsch, ■der nicht zu verwechseln mit dem jungen!Delitzsch, der vielleicht dem Rohling näher als seinem Vater steht — zusammengefunden um Zeugnis gegen Rohling abzulegen. Sie alle haben mit Hinweis auf ihre wissenschaftlich begründete Ueberzeugung erklärt, daß sein Pamphlet keine wissenschaftliche Arbeit, sondern ein Sammelsurium von Fälschungen, ■Irrttimern und Verleumdungen sei. Rohling, der an der Prager Universität mit amtliehen Charakter bekleidete Professor, blieb trotzdem unerschiitterlich bei seinen Behauptungen, , ja er steigerte das •Maß seiner!Beschuldigungen noch immer mehr. Als Dr. Bloch endlich ihn auch prsönlich einen Ignoranten, Fälscher und Lügner schalt, da erkannte der Universitäts- Professor wohl, daß er zur Rettung seiner Ehre seinen Beleidiger vor den Richter stellen müsse, aber er blieb immer unerschütterlich bei der Behauptung, daß er nur die Wahrheit verkünde und im Rechte gegenüber den großen christlichen Gelehrten, wie auch gegen!Dr. Bloch sei. Rohling hat den Gerichtssaal als Kläger nicht betreten. Er hat sich feige geflüchtet, ist vor seinem Beleidiger ausgekniffen. Er hat weder die Kühnheit gehabt, für die Wahrheit seiner Behauptungen einzutreten, noch den sittlichen Mut aufgebracht, ein Bekenntnis seiner Irrtiimer abzulegen. Er hat ., keine Rechtfertigung versucht, aber auch kein Wort der Entschuldigung für das Unheil gesucht, das er mit seinen fluchbeladenen Lügenschriften heraufbeschworen. Die Hakenikreuzlcr aller Länder schwören noch heute auf Rohlings Werke und setzen sein Werk fort. Henry Ford hätte nicht als Kläger, sondern als Angeklagter in den Gerichtssaal gehen müssen, um für die antisemitischen Lügen einzutreten, die er in seinen Blättern hatte verkünden lassen. Er wich dem Gerichtssaal aus. Die Frage ist: Tat er dies aus Mut oder aus Feigheit? Nathan Strauß, der große jüdische Philantrop, hatte vor einem Jahre Ford den Antrag gestellt, er möge mit seinen antisemitischen Beschuldigungen vor eine ausschließlich aus Christen zusammengesetzte Jury treten, in welche acht Mitglieder Ford selbst wählen möge. Ford lehnte ab. Hierauf erklärte Nathan Strauß: ״Ford ist ein verächtlicher Feigling. Nicht für seine ungezählten Millionen würde ich die Spünden auf mich nehmen, die er mit seinen Verleumdüngen gegen die Juden begeht. Ich bedaure Ford, er ist irregeführt, hat aber nicht so viel männlichen Mu t, seinen I r r t u m zu gestehe n.“ Ford scheint vielleicht das Jahr, das zwischen den zwei Erklärungen des Juden Nathan Strauß liegt, nicht unbeniitzt gelassen zu haben und hat, statt sich von den Informationen seiner Blätter leiten zu lassen, an einer reineren Quelle Belehrung über die Judenfrage gesucht. Und nun hat er Strauß gezeigt, daß er kein Feigling ist und wohl den Mut h ab e, den erkannten I r r t u m zu bekennen. Kein Mann von Ehre kann männlichere, rückhaltslosere, aufrichtiger klingende Worte des Bedauerns über das U11recht sprechen, das mit dem Antisemitismus den Juden zugefügt wird, als Henry Ford in seiner Erklärung gefunden. Wo ist der moderne Moliere, der einem Fleuchler diese, die Wahrheit so überzeugend vortäuschende Reue andichten könnte? Wenn der Multimillionär es nicht ehrlich mit dem Fußtritt meint, den er dem Antisemitismus versetzte, als Angeklagter wäre er aus dem Gerichtssaale mit einer Geldstrafe herausgekommen, die für ihn wirklich nicht un- ״׳־ alle, die Seidenstoffe gut und billig kaufen wollen, . __besorgen ihren Einkauf >£5£pf 0f UM in den MOHGOL 1 MAROKAIU §1B# I., Tuchlauben 8 und I., Bauernmarkt 2 a ־*Wir verkaufen zu fabelhaft billigen Preisen: ^Kleider-Foulaid, prachtvolle Dessins ..S 9.—, 6.50 .{.Crepe de Chine imprirnd.. 10.—, 12.—, 9.80 '{Kieider-Alpaka-Seide, herrliche Muster .... 'S 7.50, 4.80, 3.90 Seiden-Georgeite, alle Modefaiben .... . . S 14.—, 12.—, 8.90 ‘ Crepe de Chine, alle Modefarben.S 13.80, 9.80, 5.80 Original Honan-Shantun90 ,״ cm breit.s 4,90 Japan-Pongis, weiß und farbig.! . . . S 2.90 Seiden-Wasch-Marokalns, glatt u. gemustert, 90 cm breit S 4.80, 3.90 Mode-Voll-Marquisette, 110 cm breit. s 2.50, 1.90 Beachten Sie unser Prinzip: 0^0^״^״״^ erschwinglich gewesen wäre. Die antisemitische Presse hat ihm wahrhaftig mehr gekostet. Vergleicht mau die Rolle, die Rohling als Kläger spielte, mit der Fords als Angeklagten, so kann man sicherlich die Worte unterschrieben, die die New-Yorker ״Times“ dem reuevollen Bekenntnis Fords widmete: ״Wenn jemand erklärt, daß er verkehrt gehandelt und tim Verzeihung bittet, dann muß man die Hand ergreifen, die ־ er ausgestreckt hat.“ Dr. M. Die Wirtschaftslage in Palästina. Der von der britischen Regierung dem Völkerbundrat erstattete Bericht über die Verwaltung von Palästina und Transjordanien im Jahre 1926, der der Mandatskomrnission in ihrer gegenwärtigen Tagung Vorgelegen hat, ist soeben als Weiß-Buch herausgegeben worden. Es heißt dariii über die Wirtschaftslage in Palästina wie folgt: Die wirtschaftliche Lage im Lande hat sich 1926 weniger günstig gestaltet als im vorangegangenen Jahre.. Die Gründe sind zwiefach: Die nach anfänglicher Verheißung erwartete gute Regenperiode, die eine reiche Ernte erbringen sollte, blieb aus, und im Sommer brach eine Viehseuche aus, der zwar mit wirksamen Mitteln entgegengearbeitet wurde, die aber manchen Schaden brachte. Die finanzielle Lage des jüdischen Teiles ■der Landesbevölkerung war, verglichen mit den zwei vorangegangenen Jahren, unbefriedigend; dies wirkte sich stark auf den Flandel aus und spiegelte sich auch in den verringerten Steuer- und ׳Zolleinnahmen wieder. ■Die starke Depression im Handel und anderen •Unternehmungen, die dem Aufschwung im Jahre 1925 gefolgt war, war die Ursache eines — in einigen Orten akuten — Notstandes unter den jüdischen Einwanderern. Die Arbeitslosigkeit vermehrte sich, eine .Auswanderungsbewegung setzte ein, und ein Gefühl der Besorgnis griff innerhalb der jüdischen Bevölkerung des Landes •um sich. Eine Notstandsakion in Form von Geldunterstützungen, hauptsächlich aber in Form von Inangriffnahme von Sonderarbejten wurde von der Zionistischen Organisation eingeleitet, die von den jüdischen öffentlichen Körperschaften und der nie versagenden jiidischen Philantropie unterstützt wird. Dieser Kraftaufwand zu einer Zeit der Handelsflauheit überstieg zuweilen die Kräfte der einzelnen Gemeinden. Teilweise aus diesem Grunde sah sich der Stadtrat von Tcl-Awiw, in welcher Stadt die Mehrzahl der jüdischen Arbeitslosen konzentriert war, gezwungen, die Hilfe der Regierung zu erbitten, um jenen finanziellen Verpflichtungen genügen zu können, die er, als noch die Aussichten glänzend schienen, eingegangen war. Das Erfreuliche an diesem ■Bilde ist der Geist der Standhaftigkeit und der Entschlossenheit, die schwere Zeit zu überwinden. Es besteht einige Gefahr, daß aus der gegenwärtigen Lage pessimistische Folgerungen mit Bezug auf die Errichtung eines jüdischen Nationalheimes gezogen werden. Die Tatsachen sprechen jedenfalls gegen jene Optimisten, die hartnäckig für eine uneingeschränkte Einwanderung von Juden aus Osteuropa ■eintreten und die glauben, daß wenn eine hinreichende Bevölkerungsdichte und genügend Kapital vorhanden sind, Landwirtschaft und Industrie in einem kleinen und unentwickelten Lande, in welchem mehrere wichtige Faktoren für den Erfolg einer Siedlung im großen Maßstabe gegenwärtig noch fehlen, auf einmal erblühen könnten. Die Regierung, die eine Anzahl Projekte vorbereitet, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern, wird oft der Gleichgültigkeit diesen Faktoren gegenüber geziehen und zu einer überstürzten Kolonisienuigspolitik gedrängt. Abgesehen von der Tatsache, daß die Regierung eine Immigration von einem Umfange, der die gegenwärtige wirtschaftliche Kapazität des Landes in der Absorbierung neuer Einwanderer überschreitet, nicht zulassen kann, muß man dessen eingedenk sein, daß die Zeit ein wesentlicher, vielleicht der Hauptfaktor für eine erfolgreiche jüdische Siedlung ist. Die Ertragsaussichten für angelegtes Kapital sind noch verringert, und es werden noch einige Jahre vergehen, bevor eine erhöhte, hauptsächlich landwirtschaftliche Produktion eine weit größere jüdische Bevölkerung als heute wird erhalten können. Die Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10. Telephon 38-419־ Filiale: Vil., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-3-80 כשי Fleisch u. Greflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשף• Al. Belehrung’, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11*682־. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Unternehmungen der Palestine Electric Corporation, deren Konzession bereits unterzeichnet ist, die Halenausbauten und andere Unternehmungen konstruktiver Natur werden in Zukunft alle jetzt noch überschüssigen Arbeitskräfte absorbicren und den Weg zu neuer wirtschaftlicher Entwickhing bahnen, inzwischen sollen alle verfügbaren Gelder und Energien auf die Konsolidierung der in Landwirtschaff, Industrie und Handel bereits gewonnenen Position gerichtet werden: eine sichtende Immigrationspolitik muß es zuwege bringen, daß diese Konsolidierungsarbeit nicht durch den Einstrom unproduktiver Elemente, deren An- Wesenheit eine Quelle der Verwirrung sein könnte, behindert wird. Das neueste europäische Problem: Die Schächtfrage. Den Lesern der ״Jüdischen Presse“ ist das Treiben der Schäehtgegner nicht unbekannt. Wer die Aktionen dcז Sehächtgegner, die sich zumeist in den verschiedenen Tierschutzvercineu bemerkbar machen, mit Aufmerksamkeit verfolgt, muß die Ueberzeugung gewinnen, daß man es nicht etwa mit einer lokalen antisemitischen Demonstration zu tun hat, sondern daß die Front der Schäehtgegner sich fast über ganz Europa erstreckt. Die größten Erfolge konnten diese Schäehtgegner bisher in deutschen Landen, besonders aber in Bayern erzielen. Hingegen scheiterten ihre Versuche in England, in Schottland und in Norwegen, wo die Parlamente in den letzten Wochen die schachtgegnerischen Anträge entweder einfach a bge lehnt oder gesetzlich festgelegt haben, daß das bei den Juden als religiöser Brauch vorgcschriebeue rituelle Schächten der Tiere nicht unter den Tierschutzparagraph fällt. Auch in 0 e s t e r r e i c h gibt es Tierschutzvcrcine, auch diese Tierschutzvereine entfalten eine sehr intensive Propaganda für ■ein Schächlverbot. Wie die Jüdische Telegraphenagentur zu melden weiß, entfalten die Schächtgegner zurzeit in Oesterreich sogar eine erhöhte Propagandatätigkeit. Nach dieser Meldung bereiten die Schächtgegner eine nach Ländern gegliederte Volksabstimmung für die Einbringung eines Gesetzes vor, wonach das Schächten ohne vorherige •Betäubung verboten sein soll. Durch die länderweise Abstimmung will man auf die Regiemng einen Druck aiisüben, ׳ein allgemeines Schächt- Verbotgesetz dem Parlament vorzulegen. Wir wissen nicht was an dieser Nachricht wahr ist, wir können uns bloß auf die Erklärungen des Herrn Bundeskanzlers Dr. Seipel berufen, der im April dieses Jahres der bei ihm vorstellig gewordenen Aguda-Delcgation ausdrücklich erklärt ■hat, daß die österreichische Regierung in einer Behinderung des rituellen Schächtens der Tiere einen Vorstoß gegen die in ■den Verfassungsgesetzen verankerte freie R e 1 i g i 0!1 s ii b u n g . e r b 1 i c k e 11 würde. Dr. Seipel hat zu jener Zeit nicht nur als Chef der Regierung, sondern als katholischer Priester zu dieser Frage Stellung genommen. Er erklärte, daß innerhalb der katholischen Bevölkerung Oesterreichs die scliächtgegnerische Propaganda keine Wurzel habe, da es einem wahren Katholiken ferneliegen muß, einem Brauch, der bei den Juden als •g-ttliches Gebot gilt, den Makel der Grausamkeit aufzudrücken. Bei dem überhandnehmenden Treiben der Schäehtgegner halten wir es nicht für überflüssig, die Worte des Bundes- Kanzlers Dr. Seipel nochmals in Erinnerung zu bringen. Nachrichten.!01 Adas Jisroel (Schiffschul), Wien, II., Gr. Schiffgasse 8. Wien, 13. Tamus 5687. Am 24. Tamus, dem Jahrzeittage nach מאיר DY'D באנו־־ו ז׳ל gelangt ein vom Vorstände bestimmtes Stipendiurn für einen unbemittelten, würdigen כחור, dessen Eltern in Wien wohnen, und der in einer ישיבה dem תורה Studium obliegt, zur Vergebung. Gesuche sind bis zum 24. Tamus (24. Juli) an den Vorstand der Adas Jisroel zu richten. Ferialkurse für Chumisch und Gemoro der Jessod Hathora. Für jene Schüler, die auch während des Sommers in Wien bleiben, wurden an der Jessod Hathora Ferialkurse in Chumisch, Gemoro und Meforschim eingerichtet. Eltern, die ihre Kinder an diesen Kursen teilnehmen lassen wollen, mögen diese täglich von 10 bis 11 Uhr vormittags in der Direktionskanzlei, II., ■Nestroygasse 11, anmelden. Schlußfeier der ״Jessod-Hathora“. Donnerstag, den 7. Tamus, fand im Beisein der ■Herren Oberrabbiner Fürst, Rabbiner Neuwirth, Rabbiner Schenk, des Vorstandes der Jessod-Hathora und der Eltern ■der Schüler und Schiilerinnen die Schlußfeier des Kindergartens, der Knaben- und Mädchenreligionsschule statt. Herr Oberrabbiner Fürst, der von der Schuljugend mit einem nicht endenwollenden ״Jechi“ herzlichst begrüßt wurde, richtete an diese einige zum Herzen dringende Worte über die Wichtigkeit des Thora-Lernens und ermahnt sie, auch in den Ferien nicht zu vergessen, welche Pflichten sie als Juden und würdige Zöglinge der ״Jessod-Hathora“ zu erfüllen haben. Herr Oberrabbiner bespricht seine Wahrnehmungen, die er im Schuljahr während seiner zahlreichen Besuche in •der ״Jessod Hathora“ gemacht. Seiner Ansicht nach ist diese Schule nicht nur in Wien in bezug auf Leitung, Lehrerfolge —ist doch ein derartiges Pensum ■jüdischen Wissens den Kindern beigebracht worden, das selbst einer Jeschiwo zur ■Ehre gereichen würde — und jüdische Erziehung einzig dastehend, sondern würde unter den verschiedensten Talmud-Thora- und Jessod-Hathora-Schulen außerhalb Wiens sicherlich auch an erster Stelle stehen. Besondere Freude erregt die Tatsache, daß vom ganztägigen Kurse der Jessod-Hathora heuer wieder eine größere Anzahl Jiinglinge auf die Jeschiwo gehen, von denen sehr viele die Fähigkeit besitzen, selbständig Gemora zu lernen. Ein Erfolg, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, und der irn großen Maße zum guten Rufe und zum Aufblühen der ״Jessod-Hathora“ beigetragen hat. Denn jeder, der der Wahrheit die Ehre gibt, dem nichts verhaßter, als aus irgend einem Grunde unaufrichtig zu sein, muß vor diesem Schulwerke Achtung haben, ihm uneingeschränktes Lob und Anerkennung zollen. Der ehrwürdige Redner betont besonders die aufopferungsvolle Arbeit des Schulleiters und des Lehrkörpers, ■der allein das Aufblühen und diese allseits anerkannten Resultate zuzuschreiben sind. Mit einem Dank für den Vorstand für die Erhaltung dieser Thoraquelle schließt Herr Oberrabbiner seine Worte. Der Ob- 5441459447

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