Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1927-07-01 · 26 (1.7.1927) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
26 (1.7.1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630197-2630222--2667-2634576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

17 entity mentions

Seite 174 JÜDISCHE PRESSE Nr. 26 Der Vorsland der Jogeiidgrip der itgadar Jisioel Wien II., gratuliert im eigenen Namen sowie im Namen aller Mitsriieder ihrem Mitbegründer und-langiährigen verdienstvollen Obmann, Herrn Dawid Baumgarten, anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein Ester Stern aufs herzlichste. Absolvent der Handelsschule mit guten Zeugnissen sucht Stellung als Lagerpraktikant Gefl. Zuschriften an Arpad Fleischer, Wien, VII., Halbg. 27 Musterhaft jüdische Frau, Witwe, benötigt für ihre erkrankte Tochter Hilfe wegen dringend verordnetem Landaufenthalt Gütige Zuwendungen nimmt die Wiener Redaktion gerne entgegen. Knaben-Internat, Vrbove akzeptiert Erzieher und Relitrionsichrer per 1. September mit freier Station und tsch. K 800 Monatsgehalt. Bewerber müssen pädagogische Schulung, feine Umgangsformen, Verständnis für stramme Disziplin, Gefühl für Ordnung besitzen und geeignet sein, mit den bewährten Lehrkräften der Bürgerschule harmonisch zusammenzuwirken. Verheiratete kommen nicht in Betracht, weil die Zöglinge unter ständiger Aufsicht stehen, daher die Erzieher im Internat wohnen müssen. Offerte an Internat Samuel Reich, Oberrabbiner, Vrbove. כ ד א מבא לידידבד ש״ב ר׳ שמואל רייך ורעיחו להתארשוח בתם הנחמדה מרח מ י ר ל חחי׳ אח בחירה רצחה נפשה ה״ה ידיר נפשי ויקיר לבבי מופלג בתורה ומישלם במדע רוד שור נ״י ההא רעוא מלפני אמי כל שוויגם יעלה יפה ויהי לכחד הפארת להם ולהוריהם כאות ידידיכם _שבתי הלוי שיעפעלר ורעיתו♦ מודעה יבר לאויייתא נגמר כעת בדפוס ש״ות ערוגת הבושם יו״ד ח״א מ״הגה״צ מו״ה משה בן עמרם זצל״ה אב״דק״ק הוסט יע״א• מחירו מבורך -.35 Kc. עור נמצאים עכסעמפלארים מועטים ערוגת הבושם עה״ח —.60 kc, שו״ח ערוגת הבושם או״מ -.40 Kc. להשיג א$יל הרה״ג מוה״ר יסותיאל יהודא שליט״א ס הגה״ק המחבר זצל״ה. Rabbiner Z. Grünwald, Uzhorod, Radvanskagasse 19 (Tschechoslowakei) 101 Nachrichten. 1© Zur ״Generalversammlung der Adas Jisroel“. Von informierter Seite; teilt man uns mit: Ihr kr.itischer Herr Spektator hat sich eines grotesken Mißverstandnisses schuldig gemacht, indem er meldet, daß der Vorsitzende dem Vertreter der Fleischhauer für seine Verteidigung der hohen Fleischpreise dankt. Die Sache war so: Herr Stern hat in seinem Uebereifer rechnungsmäßig festzustellen sich bemüht, daß die Kosten der iHaschgachah, auf ein Kilogramm Fleisch berechnet, nicht 7lU Groschen, wie offiziell angenommen wird, sondern bloß nicht ganz 5 Groschen ausmachen. Der Vorsitzende dankte Herrn Stern ironisch für diese Feststellung, die ja den Fleischhauern nicht zum Vorteil ist, und versprach, daß zu gegebener Zeit diese Berechnung praktisch angewendet werden würde. Vederemo. Der Beizer Rebbb in Wien. Mittwoch den 29. Siwan trat der Beizer Rebbe שליט״א in Wien ein, wo er mehrere Aerzte konsultieren will. Am Bahnhof wurde er von vielen hunderten Chassidim erwartet. Mittwoch nachmittags stattete ihm Herr Wolf Pappenheim einen Besuch ab. Der Beizer Rebbe, der seit Uebernahme der YVtirde seines großen Vaters zum erstenmal in Wien ist, empfing Herrn Pappenheim, einen alten Freund seines Vaters זצ״ל überaus freundlich. Wie im Kreise der Beizer Chassidim verlautet, wird der Rebbe über Schabbos in Wien bleiben und in der Schiffschul beten. Jüdisches Museum: Unter den in der letzten Zeit den Sammlungen zugewachsenen Objekten ist vor einigen Tagen ein Konsolut höchst bedeutsamer Stücke zur Geschichte des Wiener Judentums eingeliefcrt worden. Herr Mos. Sam. Knöpflmachcr spendete nämlich dem Meseurn nebst Gedenktafeln, Manuskripte n und einigen Photographien 5 M 0 h e 1 b ii c h e r aus dem Besitze des verewigten Großvaters R. Israel und seines V a t e r s R. Jako b s. A.. in denen ca. 6000 Mohelschäften Wiener Juden in der Zeit von 1814 bis 1880 verzeichnet sind. Hiedurch sind diese Bücher eine Fundgrübe biographischen Materials für die Geschichte jüdischer Familien in Wien und dem Spender gebührt der Dank, diese!Quelle wissenschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht zu haben. Die Stücke werden zusammen mit anderen Wiener Mohelbiichern aus dem früheren Besitze des Museums schon in der nächsten Zeit zu besiehtigen sein. •Das Museum schließt seine Räume für die offen t- 1 i c 1! e freie Besichtigung am Samstag, den 9. Juli 1 92 7 und wird am 18. September d. J. wieder eröffnet werden. Rabbiner Dr. Bernhard Königsberger tödlich verunglückt. Am vergangenen Freitag abends wurde Rabbiner Dr. Bernhard Königsberger (Berlin) von einem Autobus erfaßt und zu Boden gerissen. Dr. Königsberger wurde zur Rettungsstelle gebracht, wo der Arzt den Verletzten nach Anlegung eines Verbandes in seine Wohnung entließ. Am Sonnabend nachmittags ist Dr. Königsberger an den Folgen eines Schädelbruches verstorben. Das unter so tragischen Umständen erfolgte Ableben des sehr beliebten Rabbiners, der erst vor wenigen Wochen seinen 60. Geburtstag feierte, hat unter der Judenschaft Berlins große Trauer und Teilnahme hervorgerufen. Rabbiner Dr. Königsberger war für die konservative Ahawas- Scholaum-Gemeinde tätig und genoß wegen seiner Fröns migkeit und seiner umfassenden Gelehrsamkeit über seine Gemeinde hinaus einen guten Ruf. Er war mit mehreren wissenschaftlichen Arbeiten, die sich namentlich auf pädagogischem Gebiete bewegten, hervorgetreten Die Beerdigung fand im Beisein einer zahlreichen Trauergemeinde am Sonntag, den 5. Juni auf dem Friedhof zu Weißensee statt. Reden wurden einer letzten Verfügung des Verstorbenen gemäß nicht gehalten. Die Zahl der Juden in Berlin und in Preußen. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 sind in Preußen 196.448 männliche, 207.521 w e i bliehe, zusammen 403.969 israelitische Personen ermittelt worden. Davon entfallen auf den Stadtkreis Berlin 84.216 männliche, 88.456 weibliche, zusammen 172.672 P e r s 0 n en. Juristentagung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. Am Sonnabend den 18. und Sonntag den 19. Juni d. J. veranstaltete der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eine von annähernd 400 jüdischen Juristen aus Berlin und aus Versicherungsstelle AGUDAS״ JISROEL Wien, II., Malzgasse 12a. Vermittlung aller Arten von Versicherungen für eine der größten und leistungsfähigsten Versicherungsanstalten der Welt. Aufwertung alter Lebeasversicherungs' Polizzen zu den günstigsten Bedingungen. Revision bestehender Versicherungen. Gesinnungsgenossen, wendet Euch in allen Versicherungsangelegenh eiten an obige Ver* sicherungs st eile der Aguda! MihnMeiia! von VeisidierungsaMeilungderAguilasJisrael.Wieii.lI.inahg.lZa Sprechstunden täglich von 7 bis 9 Uhr abends ..(1ו1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו₪וו.. STATT KARTEN! •כיה Alle Verwandten, Freunde und Bekannten laden wir auf diesem Wege zur Trauung unserer Kinder דוד צבי und אסתר ein, welche אי״ה Dienstag 5) ה׳ תמוז. Juli), um halb 2 Uhr in der Schiffschul, II., Große Schiffgasse 8, stattfindet. Rabbiner Josef Baumgarten Josef Stern u. Frau 11״ Herminengasse 13. 11״ Herminengasse 6. Alfred Rosenbaam Klara Rabinstein Bratislava Sighetul Marmatei Verlobte Die glückliche Geburt ihres Erstgeborenen teilen hocherfreut mit M. Spira und Frau (geb. Spitzer) Antwerpen Eine Rabbinerwahl mit Hindernissen. Eine wahre Geschichte von Albert Löw in Wien. Die wichtigsten Institutionen im Judentume der alten Zeit bildeten nebst den Gotteshäusern unstreitig die Chadarim, dann die!Bote Midraschim für Bibel- und Talmudlehre und die in vielen jüdischen Gemeinden, wo ansehn־ liehe tüchtige Talmudgelehrte die Seelsorge pflegten, bestandenen Jeschiboths, Hochschulen für höheres jüdisches Wissen. Die Jeschiboths waren Sammelstellcn, auch Lieblingsstätten des Volkes für jüdische Lehre und jüdisches Wissen. Mit trefflichen Worten sagte Rabbi Jose ben Joeser aus Zereda: ״Laß dein Haus ein Sammelplatz sein der Weisen, setze dich in den Staub zu ihren Füßen und sauge ihre Worte mit brennendem Durst ein.“ Den Jeschiboths der alten Zelt hat das Judentum vieles zu verdanken. Viel Material aus unserer Lehre und Geschichte war da angehäuft, die Schüler *der alten Schule sind leider längst schon unter der Erde, dennoch dringt fortleuchtend ihr Geist immer noch in unsere Mitte ein. Von den bekannten Jeschiboths des vorigen Jahrhunderts spielten die Jeschiboths in dem kleinen Mähren eine /Hauptrolle. Die größten und bedeutendsten Geisteshelden fühlten sich immer hingezogen, in Mähren zu wirken und jüdische Lehren zu verbreiten. So waren in den Judengemeinden Nikolsburg, Boskowitz, Leipnik, 'Ung.-Brod und Holleschau bedeutende Jeschiboths, insbesondere in Holleschau, in meiner geliebten Vaterstadt, wo einst der weltberühmte Sifße Cohen, ש ך genannt, eine riesig große Schar von Talmudjüngern aus allen Ländern versammelte, um vereint zu den Füßen dieses gewaltigen Lehrers und Meisters zu sitzen und seinen Vorträgen zu lauschen. Sabbathei Cohen, geboren zu Wilna in Litauen, war im talmudischen Wissen ein Stern erster Größe am Horizonte der talmudischen Wissenschaft, Verfasser vieler epochaler Werke, die als Wegweiser für die jüdische Gesetzeslehre in Geltung geblieben sind. Seine Grabstätte in Holleschau ist eine historische Sehenswürdigkeit, ein Bau von sechs riesigen Steinen auf denen sein Leben und Wirken wissenswert verzeichnet ist, umgeben von Gräbern großer Gelehrter. Viele seiner Jünger, die das Meer des Talmud durchsegelt haben, zogen hinaus ins jüdische Leben, um zu lehren und zu lernen. Es waren Söhne von Schülern des ש ך , die in Holleschau eingeheiratet haben und hohe Stellungen erreichten. Geboren in Holleschau waren Rabbi Moses Lwow (Lemberger), Oberlandesrabbiner in Nikolsburg (1772), Rabbi Gerson ben Abraham Chajes (1789), gleichfalls Oberlandesrabbiner in Nikolsburg, beide letzteren ruhen auch in Nikolsburg, und Rabbi Jonathan Eibuschitz. Viele wurden nach Deutschland und dem benach- 1 barten Ungarn berufen. Nach Würzburg, Worms, Fürth und anderen Städten. In den größeren Judengemeinden Ungarns waren Kinder von Holleschauer Eltern hervorragende Rabbiner, so in der alten, einst bedeutenden Gemeinde Eisenstadt, Ofen und Baja, so z. B. Jehuda ben Simon (1720), Moses Halewy, Elieser Oettlingcr, Josef ben David Oppenheim, Schwiegersohn des Simon Wertheimer, Josef ben Meier Katzenellbogen, Josef Breslau, Kuttenplan. . Nicht so leicht konnte man in Holleschau zu einer Rabbinerstelle gelangen, denn Haus um Haus waren Talmudgelehrte. Schon vor der Wahl des ״Schach“ war einige Jahre der Rabbinersitz in Holleschau unerledigt und dieser hohe Gelehrte wurde erst zufolge einer!Empfehlung des berühmten Oberlandesrabbiners Menachem Mendl Krochmal, Verfasser des großen Werkes Zemach •Zedek, und der Befürwortung des hervorragenden Rabbi Heschl, dem Lehrer des Sabbathei Cohen, zum Rabbiner in Holleschau gewählt. Es verliefen wieder einmal zehn Jahre, wo der Rabbinersitz unbesetzt blieb und drei Dajonim die Agenden des Rabbinats abwechselnd besorgten, bis endlich die Gemeinde den Entschluß faßte, den Oberrabbiner zu Preßbürg zu bitten, für Holleschau einen besonders tüchtigen Bachur zu empfehlen. Bereitswilligst bestimmte der Oberrabbiner den tüchtigsten Schüler im Talmud, um ihn zur Kandidatur nach Holleschau zu empfehlen; es war ein Sohn einer sehr frommen geachteten Familie zu Duna Szerdahely in der Schütt. " *5) Ein Bachur im 18. Lebensjahre, der beste Schüler der Preßburger Jeschibah, wurde von zwei Sendboten aus Holleschau von Preßburg geholt, ein reicher jüdischer Oekonom aus Duna Szerdahely stellte Roß und Wagen zur Verfügung, denn noch lange nicht war die Eisenbahn im Verkehr. Nach einer dreitägigen Fahrt langte der Bachur, begleitet von den zwei Sendboten, an einem Freitag in Holleschau ein und wurde als Gast liebevoll bei dem Roschhakahal aufgenommen. Noch vor dem Sabbateintritt begrüßte eine Deputation den würdigen Ankömmling und die Talmudgelehrten versammelten sich in einer Sitzung im Beth Hamidrasch, um zu bestimmen, welches Thema aus dem Talmud der Proberedner zu wählen hätte, um Gelegenheit zu finden, diesen zu erwählenden Rabbiner unvorbereitet zu hören. Holleschau hatte einen großen Sabbat, viele Gäste von den benachbarten Gemeinden Kremsier, Prerau, Leipnik und Ung.-Brod, die in Holleschau Verwandte hatten, erschienen, um einen Rabbinatskandidaten in dieser Kehilla (Gemeinde) zu hören, die viele Jahre ohne Seelsorger war. Sabbat vor dem Gottesdienste wurde der hohe Gast von den Aeltesten der Gemeinde ins Gotteshaus geleitet. Alles war im Gotteshaus versammelt, um den Probevortrag zu hören. Der Redner begab sich in I einer ernst-weihevollen Stimmung auf den Almemor und I dankte der Gesamtgemeinde für die Ehrung, einen Probe- I vortrag halten zu dürfen, wo einst berühmte Geisteshelden, Männer der wahren Frömmigkeit, das Gotteswort ver- ®kündeten. Mit einer verständnisvollen Sprache, bekämpfend allen Pilpul, mit überwiegenden Theorien, hatte dieser Bachur glänzend seine Aufgabe bestanden; er wurde lebhaft akklamiert. Nachmittags erfolgte ein talmudischer Vortrag, wo die Talnradisten durch Disput im Vortrag ihre von jeher erworbenen Talmudkenntnisse dem Gaste wissen lassen wollten; auch hier ging derselbe als Sieger hervor. Dennoch erwachte der Zweifel in ihm, ob er diesen vielen Helden im Talmud dauernd Widerstand leisten werde. Er wurde gewählt und es war ein Usus bei der Rabbinerwähl der Vorzeit, daß der erwählte Rabbiner der Gemeinde zur Sicherung seines Amtsantrittes ein Pfand geben mußte. Lose oder S'taatspapiere konnte er nicht bieten, sondern seine Talmudbibliothek. Dieses Pfand mußte ihm allerdings, um zu lernen, dann zur Verfügung stehen. Das Wägelchen, welches ihm nach Holleschau zur Benützung stand, war in einem Gehöfte bis zur Abreise in Sicherheit gebracht, und mit diesem Gefährte trat er seine Rückreise wieder an. Sein Eintritt war für die Woche der Sidra כ י ת צ א festgesetzt. Das Pfand besorgte ein reicher Preßburger Wollhändler durch Kauf des Talmud, den er diesem Neffen als Onkel zum Geschenke machte. Holleschau hatte ein Ghetto, wo nur Juden ihr Heim hatten. Dieses Ghetto besaß zwei große Tore. Diese wurden von zwei jüdischen Nachtwächtern regelmäßig um 10 Uhr nachts gesperrt und um 5 Uhr morgens geöffnet. Als die Eintrittszeit des erwählten Rabbiners sich näherte, sandte, wie es üblich war, der einzutretende Rabbiner rechtzeitig hunderte Programme auf Papierstreifen, eigenhändig geschrieben, an die Gemeinde Holleschau, um den vielen Talmudgelehrten Gelegenheit und Muße zu verschaffen, das talmudische Thema anläßlich seiner Antrittsrede zu studieren. Bereitwilligst stellte der Oekonom als wahrer Gönner sein Gefährte dem einzutreffenden Rabbinatskandidaten zur Verfügung. Nach einer dreitägigen Fahrt gelangte derselbe mit dem Wägelchen um Mitternach am Ghettotor an. Ueberrascht hörte er einen eifrigen Pilpul der zwei!Nachtwächter über den Stoff seiner Rede. Hiedurch eingeschüchtert, kehrte dieser zurück zum Wägelchen, weckte den Roßlenker, um noch vor Tagesanbrtich ungesehen heimwärts zu fahren. Wieder war es an einem Freitag, als der heimgekehrte, einstimmig gewählte Rabbiner in Duna Szerdaheiy seinen Rückzug feierte. Auf die Frage des Rabbiners seiner Gemeinde, weshalb er zurückgekehrt sei, antwortete er, es wäre für ihn eine sehr schwere Aufgabe, in einer solchen großen gelehrten Gemeinde die Seelsorge zu übernehmen, wo die Nachtwächter über seinen Vortrag disputieren; wie erst, wenn die einzelnen Gemeindemitglieder, die durchaus talrnudfest sind, mit ihm den Disput aufnehmen! So war es einst in der jüdischen Gemeinde Holleschau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.