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Jüdische Presse · 1927-06-03 · 22 (3.6.1927) · page 8

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
22 (3.6.1927)
Date
1927-06-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Nr. 22 Seite 158 lÜDtSCHE PRESSE Dr. Martin Buber jüdische Ideen, popularisiert den Chassidisthus, lehrt den Zionismus und hat bis dato keine Zeit gefunden, Hebräisch zü letrteri, entweiht die heiligen Hallen der Wissenschaft auf dem Skoptisberge durch eine deutsche Rede.“ Ein kleiner Wortbruch Wird ihm außerdem im Zusainmenhang damit an den Köpf geworfen. Buber hätte der ״Schutztrüppe für die •hebräische Sprache“ (es gibt eine solche, in Jerusalem unter dem Titel גדוד מניני העברית) versprochen, seine Vorlesungen zu unterlassen, für den Fall, daß sie ein Veto dagegen einlegt. Sie hat es getan, auf privatem •Wege und in aller Oeffentlichkeit, und Herr Dr. Buber hielt seine Vorlesungen dennoch — auf deutsch. Und das schlimmste: Die zionistische Intelligenz hörte stillschweigend, ohne den leisesten Protest, den Vortrag an, der Exodus setzte erst ein, als Dr. Bergmann anfing, eine kurze hebräische Zusammenfassung des Referates zu geben. Es ist schade, daß man bei all diesen Tiiraden nichts über den Inhalt der Vorlesungen erfährt. Vielleicht wäre auch da etwas zu kritisieren — nicht für den ״Doar Hajom“, aber für uns, die wir der Meinung sind, daß man an europäischen Sprachen viel Schönes, Gutes und auch Jüdisches, dagegen׳ in hebräischer Sprache recht viel Unjüdisches und Antijüdisches sagen kann. Die Universität in Jerusalem hat dieses in der kurzen Zeit ihres Be- Stehens schon reichlich bewiesen. Immerhin versteht man die Enttäuschung und den Schmerz der Jerusalemer ZionivSten bei der Erfahrung, daß •ihr Martin Buber kein Hebräisch kann. fmCHRlCHTEfi. B Die Lehre der Wahrheit! Von Jakob Schaffer. Die jüngstbegründete Bejs-Jakob-Mädchenschule in der Denisgasse soll demnächst feierlich eingeweiht werden. Es sei mir als Mitglied des Vorstandes dieses Institutes gestattet, über die Wichtigkeit desselben einige Worte zu sagen. Der Bestand eines Volkes hängt von der Erziehung seiner Jugend ab. Besonders wir Juden müssen auf die Er- Ziehung unserer Jugend achten, daß sie ja im Geiste der heiligen Thora erzogen wird, denn unsere Religion ist die Krone unserer Kultur und deshalb ist es seit jeher die oberste Pflicht eines jeden Juden gewesen, die größten Opfer für die religiöse Erziehung seiner Kinder zu bringen. Insbesondere unsere weibliche Jugend, die künftigen Mütter der בני יעקב sollen und müssen im jüdischen Geist erzogen werden, ihr jüdisch-religiöses Bewußtsein muß rechtzeitig geweckt werden. Es ist sicherlich nicht zu verurteilen, wenn sich die jüdische weibliche Jugend auch weitliehe Bildung anzueignen bemüht ist, nicht alles jedoch, was in heutiger Zeit Bildung und Wissen genannt wird, ist geeignet, die Jugend zu veredeln, ihre Moral zu stärken und ihren Glauben zu festigen.HDK תורת.,die Lehre der Wahrheit", sie allein ist die Festung, in der unsere Jugend vor Gefahren der Unmoral und des Abfalls geschützt werden kann. Es ist deshalb ein großes Verdienst der Repräsentanteh der Agüdas Jisroel, die keine Gelegenheit versäumen, keine Opfer scheuen, wenn es sich darum handelt, den religiösen Sinn unserer Kinder zu kräftigen und der jüdischen Jugend die Liebe zur ■ Thora einzupflanzen. Mögen die jüdischen Eltern des XX. Bezirkes diese Opfer, die von unseren Führern gebracht wurden, zu würdigen verstehen und ihre Mädchen dorthin!schicken, wo sie aus dem Urquell der חורת אימת Mut und Kraft für ihren künftigen Lebensweg schöpfen. Mit viel Freude begrüßen wir insbesondere die .Lehrkräfte, die sich bemühen, der, ersten Bejs Jakob-Schule in Wien einen güten Ruf zu sichern. Gegen die antisemitischen Exzesse in Rumänien. •Montag, den 30. •Mai fand in den Olympiasälen in Wien eine große P rote s t’v, e r s a m •m Jung gegen die antisemitischen Exzesse in!Rumänien statt. Der Präsident der!Kultusgemeinde, Prof. Dr. Pick, •führte den Vorsitz. Als erster Redner sprach Oberrabbiner Dr. Chajes, der es betonte, daß der Protest sich nicht ־gegen das rumänische Volk, sondern bloß gegen jene unverantwortlichen •Eie- •rneriie kehrt, die die Exzesse verursachen. Niachher sprach Vizepräsident der israelitischen •Kultüsgemeinde Dr. Ornat ein, der in einer eindrucksvollen Rede die Annahme folgender Entschließung empfahl: ״Ent- Schließung: •Die am 30. Mai 1927 tagende׳ Protest- Versammlung der Wiener Judenschaft hat mit tiefer Empörung von den Leiden ihrer rumänischen Glaubensgenossen vernommen. Die antisemitischen Exzesse werden von u n v e r a nt wo r t Li ciheh Elementen verursacht, die öffentlich das Judentum beleidigen, den Patriotismus und die persönliche Ehre der Juden angreifen, ihre Aechtung fordern und pöbelhafte Elemente zur Begehung von Verbrechen gegen die •jüdischen Mitbürger aufstacheln. Die heutige Versammlung erhebt daher schärfsten Protest gegen die Duldung dieser gesetzlosen, die staatstreue jüdische Bevölkerung Rumäniens schwer gefährdenden Agitationen und fordert .für ihre Glaubensgenossen in •Rumänien jenen tatkräftigen Schutz der Gesetze, auf welchen sie als rumänische Staatsbürger nach der rumänischen Verfassung und nach den vom rumänisehen Staate übernommenen Vertragspflichten vollen An- Spruch zu erheben berechtigt sind.“ Freispruch unseres verantwortlichen Redakteurs Otto Stern. Vor dem Strafbezirksgericht I gelangte am 2. Juni abermals eine Berichtigungsklage des M. Emil G r ü n w a 1 d gegen!Herrn Otto Stern zur Verhandlung. Hofrat Dr. Höflmayer, der den Vorsitz führte, sprach Herrn Otto Stern •frei von der Verpflichtung die von Grünwald ange_strebte Berichtigung einzelner Teile unseres Berichtes über den gegen Grünwald stattgefundenen Schwurgerichtsprozeß zu bringen. Grünwald wurde zur Tragung der Kosten verurteilt. 60. Geburtstag. Am II. Juni feiert deV bekannte Rechtsanwalt Dr. Moritz Ludwig We^ß seinen 60. Geburtstag. Als langjähriger Vertreter der Südbahn und anderer bedeutender Firmen gehört er zu den angesehensten Anwälten Wiens und hat auch an der Spitze des Wiener israelitischen Taubstummen Instituts auf humanitärem Gebiete erfolgreich gewirkt. So erfreut er sich allseits größter Wertschätzung. H. W. Steißl. Nach •kurzem schwerem Leiden verschied im 61. Lebensjahre am 2. Siwan Hersch Wolf Steißl, der lange Jahre hindurch Funktionär der, Rmbrandschul war. Er versah seinen Dienst stets treu und* gewissenhaft. Seine Liebenswürdigkeit und zuvorkommende Dienstbereitschaft machte ihn bei allen Mitgliedern der Schul beliebt. Seine Bestattung fand unter zahlreicher Beteiligung, Freitag, den 3. Siwan statt. Mit Rücksicht auf ע״ש וימי הגבלה wurde kein Hesped gehalten. Lackenbach. Eine Esches Chajil in des Wortes tiefster Bedeutung wurde am 12. Jjar zu Grabe geleitet. Frau Ernestine K 0 r n f e i n, die ihr ganzes tatenreiches Leben in heiliger Jüdischkeit und jüdischer Heiligkeit verbrachte, gab ihre reine Seele, 82jährig, ihrem Schöpfer zurück. In hingebungsvoller Treue stand sie ihrem frommen Gatten, Rabbi Jizchok Kornfein, zur Seite und half ihm Zdoko und Gmilas Chessed in einzigartiger Weise zu üben. Jahrzehnte hindurch war sie die Seele und treibende Kraft jeder wohltätigen Aktion in unserer Kebilla, und was die Nachim Zid-, konijos an tatsächlicher Hilfe an Witwen und Waisen leisteten, war alles ihren edlen, rastlosen Impulsen zu verdanken. Dem jüdischen Frauenverein war sie •die Vizepräsidentin. Ihre Domäne, wo •sie absolute Herrscherin war, war ihr Haus, das sie durch ihren frommen, edlen, idealen Geist zu einem Heiligtum gestaltete, das sich auf den Pfeilern von Thora, Awoda und Gmiluschessed gründete. Ihrer rastlosen Mühe, die ans Heldenhafte grenzte, ist es geglückt, alle ihre. Söhne und Töchter zu Idealgestalten des jüdisehen Lebens zu erziehen. Die Teilnahme bei ihrer Lewaja war eine riesige. Sie galt ihr und ihrem Hause. An der Bahre sprachen ihre Söhne. Vor allem Rabbiner Arnim Kornfein aus Zürich, der in bewegter Weise die Mutter beweinte, der er die Thora zu verdanken hat. Nach ihm ihr zweiter Sohn Abraham Kornfein, der Gabbe der Budapester orthodoxen Ghewrakadischah, und der jüngste Sohn, Salomon, Restaurateur aus Zürich. Nach dem Sohne aus Budapest sprach Oberrabbiner Krausz, Lackenbach. Er schilderte mit gewohnter Meisterschaft ihren Lebenslauf, der ein Vorbild für alle unsere jüdischen Frauen sein müßte ... . Und zqm Schluß sprach ■ihre!Neffe, Leopold Lederer, Wien, Worte des Dankes für die Er- Ziehung, die er in ihrem Hause genossen. Es war erew Schabbes. Man eilte nach Hause. Doch in ihrem Heim blieb es dunkel. Ihr Neschomslicht war erloschen. Das Hohelied der Esches ,Chajil war verstummt ... Subotfca. Am 39. Omertage ist wieder ein hochwichtiger Schritt in der Entwicklung der Suboticaer orthodoxen Gemeinde, welche mit Recht die führende Rolle unter den Gemeinden Jugoslawiens einnimmt, geschehen. Kaum sind einige Monate verflossen, seit eine allen modernen Anforderungen entsprechende Mikwah in Betrieb gesetzt worden ist, konnte heute dank einigen hochherzigen Spenden der Grundstein zum Bau e i n r Talmudthoraschule gelegt werden. Vor der feierlichen Versammlung, verlas Oberrabbiner Deutsch die von •ihm poetisch verfaßte, von sämtlichen Anwesenden unterschriebene Gründungsurkunde. In diesem Dokument jüdischer Pflichterfüllung werden der rührige Talmudthorapräses Jakob G I i e d, der zum Andenken seiner verewigten Gattin, und die Witwe Bernat G l i e d, die zum Andenken ihres jüngst entrissenen Gatten die Baumaterialien zur Verfügung gestellt hatten, ferner alle übrigen, die zur Ermöglichung des Baues beigetragen haben, dankerfüllt genannt. Die Urkunde wurde •in einer Flasche in •den Grund eingemauert und jeder der Anwesenden setzte einen Ziegelstein auf die begonnene Mauer. Mit Rezitierung einiger Psalmen schloß die schlichte, doch erhebende Feierlichkeit. Austria-Hotelbuch 1926-1927. Zu dieser vom Oesterreichischeh Verkehrsbureau herausgegebenen ofliziehen Publikation des Reichsverbandes der gastgewerblichen Genossenschaltsverbände Oesterreichs, welche alle wissenwerten Angaben über Preise und Einrichtungen österreichischer Hotels, Gasthöfe, Sanatorien, Erholungsheime etc. bringt und einen r e i c h i 11 ustrierten Anzeiger österreichischer Kurorte und Sommerfrischen als Anhang enthält, ist soeben für die diesjährige Saison eine Ergänzung und Berichtigung erschienen, welche die restlose Erfassung aller dem Fremdenverkehr in Oesterreich dienenden Betriebe erstrebte und den amtlichen und p r ivaten Auskunftsstellen des ln- und Aus- 1 a n d e s sowie dem R e i s e p u b I i k u m als erschöpfender Auskunftsbehelf dienen soll. Die zwei Bände (zirka 900 Seiten) umfassende, reich illustrierte Ausgabe ist. beim Oesterreichischen Verkehrsbureau, Wien, I., Friedrichstraße 1, sowie in allen Buchhandlungen erhältlich. Sitzung des zentralen Verwaltungsrates der Bajs- Jakob-Schulen in Krakau. Krakau. (AJPB.) Unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Lewiri, Rzcczow, fand hier am 22. und 23. Maj eine Plenarsitzung des Schul- und Verwaltungsrates von Bees Jaakob statt. Es referierten Schulrat Dr. Deutschländer über den pädagogischen Stand der Bewegung. Auf dessen Antrag wurde beschlossen, eine zweite ausländische Lehrkraft fiir das Seminar• anzustellen. Für Subventionen wurde pro 1927 der Betrag von Dollar 3450 bestimmt, für zentrale pädagogische Zwecke Dollar 2300. •Der III. Fortbildungskursus für die Bees Jakob- Lehrerinnen soll vom 10. Tamus bis 1. Elul stattfinden, und zwar möglichst wieder in Jordanow. Ueber den geplanten Seminarbau referierte Herr O. Spira. Der Kauf eines Bauplatzes (Stanislawa 6) wurde beschlossen. Die Keren Hathora-Zentrale übergab für diesen Zweck den Betrag von Dollar 1800. Die Grundsteinlegung des neuen Seminars, welches ein Internat für 100 Lehrerinnen, ferner Raum für eine Uebungsschule enthalten soll, wurde der 10. Tamus in Aussicht genommen. Für die Kosten sind Dollar 30.000 präliminiert. Alle Synägogenverbände Amerikas für die Fünf- Tage-Woche. (JTA.) Der amerikanische Synagogenrat, in welchem die Union der orthodoxen jüdischen Kongregationen und deren Rabbinerrat, ferner die Union der amerikanisch-jüdischen Kongregationen und die Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner (liberale Richtung), endlich die vereinigte Synagoge Amerikas und die Rabbinerversammlung der vereinigten Synagoge vertreten sind, hat eine Resolution angenommen, in der eine Fünf-Tage- Arbeitswoche in der Industrie gefordert wird. Durch die Fürif-Tage-Arbeitswoche wird der sozialen Gerechtigkeit gedient und insbesondere den jüdischen Arbeitern Gelegenheit gegeben, den Sabbat zu beobachten. Dadurch, daß sämtliche religiösen •Richtungen gemeinsame Ruhetage haben, wird auch der Friede unter den Menschen gefördert. Der Synagogenrat ruft alle im Dienste der Oeffentlichkeit stehenden Kräfte auf, für die Verwirklichung der Fünf- Tage-Arbeitswoche zu wirken. Teil — ein großer Folioband — •erst jetzt. Dieser Band umfaßt den sechsten Perek, zwischendurch natiirlieh eine Menge tiefschürfender Abhandlungen, die für sich 'ein Werk ergeben würden. Ein weiterer Band, •der das Werk zum Abschluß bringen soll, befindet sich bereits unter der Presse der Offizin Bleier in Bardiöy. In dem vorliegenden Bande sind auch eine Anzahl Derusch-Vorträge veröffentlicht, die uns den Verfasser auch als vorzüglichen •Maggid kennen Jemen lassen und solchergestalt •die bewundernde Anerkennung, die er uns abringt, noch erhöhen. Mögen die לומדי חורה und die אוהבי תורה allerorten es als ihre •Pflicht betrachten, den gelehrten Verfasser zu der Fortsetzung seines Werks zu ermutigen und die bisher erschienenen Bände anschaffen und sich ihrer zum •Nutzen der vertieften Erkenntnis der ת1ה״ק bedienen. .י. י. ב ספר אורה ושטחה לראשית הקריאה מהכר ונכתב על ־ ירי חיים' ם נ' ד ל ב ו י ם עם ציורים מיר פלונימוס רטהשילד, הוצאת בית־ספר "תלמיד חורה'", המבורג תרפ״ז. Man möchte am liebsten wieder Kind werden, •um diese neue herrliche Fibel vom ganzen Herzen als אורה ושמחה jubelnd• genießen zu dürfen! Ich zeigte sie meinem fünfjährigen Jungen, der sich gerade an der Hand einer alten Fibel allerdings mehr spielend als mühselig bis zum selbständigen ״Iwri-Lesen“ durchgerungen hat. Diese Augen muß man gesehen haben! Schöne, formgerechte tiefschwarze •Buchstaben auf gutem Papier, selbst für Erwachsene ein Hochgenuß. Dann aber Bilder zum Texte oder richtiger mit dem Texte zu einem Ganzen verbunden, geschickt gezeichnet •und psychologisch •fein erfaßt, eine Augenweide für den Beschauer und geradezu ein •unwiderstehlicher Anreiz zur Deutung für den Kleinen. Zwei Pädagogen im besten Sinne •des Wortes unterzogen sich da der — ich empfinde es so — beglückenden Aufgabe, unseren Jüngsten eine Lese-״Alef- Beth“ in die Hand zu geben, das in ihnen schon am ersteh Tage das Wonnegefühl jüdisch e nLernens“ wachruft. Es war nicht leicht, das zuwege zu bringen. Man wird sich allgemach in allen ,erzieherisch interessierten Kreisen dazu entschließen müssen'* schon den ersten Leseversuchen des angehenden Juden größere Aufmerk־ samkeit zu schenken als bisher. Das lehrt die Erfahrung und •das zeigt auch diese heue Fibel und besonders das ihr beigegebene nur für den Lehrer bestimmte Heftchen ״Methodische Begründung und kurze Erläuterung zur Fibel“. Ein klein wenig scheint ■mir, daß die Verfasser mit der kostbaren Zeit der Kleinen nicht sparsam genug umgegangen sind. Da wäre vielleicht Manches zu verbessern, trotzdem anerkannt werden muß, daß diese Fibel das Kind unausgesetzt im besten religiösen Milieu festhält und sich hütet, in die Hohlheit der sogenannten עברית בעברית” Methoden zu verfallen. Der Talmud Thora-Realschule in Hamburg gebührt Dank für die Herausgabe. Um Fort- Setzung wird gebeten. J. J. B. 1• יעקב סלצסין "שסיעת החיים" הוצאת "אשכול", ברלין, תרפ״ה - קפ״ר עמי. 2• יעקב קלצסין "אוצר המונחים׳ הפילוסופים ו א נ ת ולוב יה פילוסופית" בשרשה כרכים. כרך ראשון, "אנתולוגיה' של הפילוסופיה העברית" והפילוספיה הערבית בחירגומיה העברים, הוצאת "אשכול", ברלין תרפץ. 20 ושמ״ז עט׳. Zwei bedeutungsvolle philosophische Werke desselben Verfassers, beide in der vorzüglichen Ausgabe des Verlages ״Eschkol“ erschienen. Die philosophische Literatur der Juden zählt nur sehr wenige Werke aus den •letzten Jahrzehnten. In hebräischer!Sprache hat sie seit Krochmal ein nennenswertes •Werk nicht hervorgebracht, abgesehen von einigen zumeist geschichtsphilosophischen oder soziologischen Essais von Achad Haam und anderen. Und jetzt in schneller Folge hintereinander sogar zwei Werke von einem Verfasser! Klatzkin ist ein nicht zu Unrecht vielbemerkter •Denker •der jüdischen Gegenwart. Er fordert die Aufmerksamkeit durch ein hohes Maß von Ehrlichkeit und den Wagemut seiner Gedanken heraus, die Aufmerksamkeit, zugleich aber auch den schärfsten Widerspruch. Will man ihm gerecht werden, •so muß man nur diese beiden jüngsten Werke seines geistigen Sohaffens. mit einander vergleichen und zu einander in Beziehung zu bringen versuchen. •In dem ersten suchen wir vergebens nach eineT Spur des Judentums in sdiner Denkarbeit ׳oder in seinem DenkinhaJt. Ein Philosoph der unmittelbarsten •Gegenwart, ganz erfüllt von den erkenntnistheöretischen und philosophischen Krisen des Heute, der seine Gedanken zufällig •in hebräischer Sprache niederschreibt und •dazu noch in einem Hebräisch, das ganz neu ist, ganz ihm gehört und gewissermaßen nur auf seinen ■Leib zugeschnitten erscheint, fiir einen Anderen selbst an der Hand des beigegebenen Wörterbuches nur schwer verständlich. Das ist Klatzkin, der entjudete Gegenwartsmensch (wobei der Ton auf ״Mensch“ liegt!). Er grübelt und bohrt sich ein in •die ganze Problematik des •Menschen von heute und verschüttet alles das, was den Juden im Denken beeinflussen müßte, vielleicht ■für immer in seiner Seele. Dem Juden, der in Fühlen und Denken Jude ist und dem kein philosophisches Problem in Welt und Leben aus seinem Judentum herauszureißen vermag, bietet dieses Buch nichts. Es spricht daraus eine andere Welt zu uns, eine fremde Welt mit seinen Problemen, die uns nichts angeht (oder vielleicht: noch nichts angeht?) und von der wir uns und unsere Probleme, unsere Welt und unsere!Gegenwart sehr ferne (oder: noch entfernt?) wissen. Von ganz anderer Art und anderm Geist ist das zweite Werk. Jahrhunderte trennen uns von dem Hauptteil seines Inhalts und trotzdem fühlen wir uns ihm nahe und •durch dieses schöne und gediegene Werk von Klatzkin in die nächste Nähe gerückt. Klatzkin ist dabei nicht nur Sammler und Ordner; er wähl.t mit dem Verständnis eines geschulten philosophischen Kopfes die Stücke aus der gesamten philosophischen Literatur des Judentums und den in h e b r ä i s c h en Uebersetzungen vorliegenden Werken arabischer Philosophen (auch aus ungedruckten Manuskripten) vom Standpunkte des ,philosophischen Stils und der philosophischen Terminologie und bietet auf diese Weise ausgezeichnete Anthologie des gesamten jüdischen philosophischen Denkens, angefangen vom ספר היסודות des •isak Israeli bis zum מורה נכיכי הומן des Nachman Krochmal. In knappen!Bemerkungen und Hinweisen kommentiert Klatzkin die •Stücke und erleichtert die Benützung durch gute Register und biographische Notizen. Will sich also Klatzkin vom alten

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