Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 22 (3.6.1927)
- Date
- 1927-06-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.Nr. 22 JÜDISCHE PRESSE Seite 153 Brennt uns, jeden von uns, die Scham, klopft uns, jedem von uns, das Herz nicht in rasendem Schlag, wenn in unser Jahrhundert der Hygiene, der Humanität, der alles unter ihre Fittiche nehmenden Fürsorge ein Jahrtausende alter Ruf hineintönt: G-tt fordert של בנץ DVI ״das gute Aussehen seiner Kinder“, bevor er ihnen die ־ Thora gibt. Was fangen wir an mit all den Vorstellungen, in denen wir uns bisher so lieblich lullen konnten: ״Das Jeschiwowesen ist nun einmal so, daß der Bochur sich durch Entbehrungen und Hunger zur Größe emporwächst!“ — ״Dieser grenzenlose Idealismus des Jeschiwo-Bochurs, dem kein Opfer zu groß ist, sein Ziel zu erreichen, ist eine köstliche Frucht jüdischer Geistigkeit!“ Ach, wie hören sie alle diese schönen Phrasen, aus dem Munde derer, denen der Hunger nicht weh tut, weil andere ihn erleiden, die die Entsagung nicht geschwächt hat, weil andere sie erdulden! Wir hören dieses Reden, daß unsere Gleichgültig- * keit in besserem Falle unsere Unzulänglichkeit verdecken soll, und wir verweisen die Sprecher auf Rabbi Jizchoks Wort. Hat man schon vergessen, daß Lungenleiden die Bachurim in einzelnen Jeschiwoth zu Dutzenden ergriffen, weil die Jeschiwo-Leiter für sie trockenes Brot und Trinkwasser nicht mehr auf treiben konnten? Vergessen jene wahre, allzu wahre Tatsache, die der ״Sanoker Raw“ so deutlich ausgesprochen hat, daß deshalb, nur deshalb der Student und sein Lehrer höheres soziales Ansehen genießen als der Bochur und sein Rebbe, weil sie besser genährt und gekleidet sind, deshalb und nur deshalb die Universität selbst jüdischen Menschen mehr gilt als die Jeschiwoh, weil für jene die ״Völker der Welt“ ausreichend sorgen, fiir diese das ״Volk des Buches“ aber nicht. Nein, und abermals nein! Brot und Wasser und Fleisch gab G-tt unseren Ahnen auf wunderbare Weise, bevor er ihnen die Thora gab, und hat so für alle Zeiten ״den Idealismus und die Entsagungskraft auf Kosten anderer“ aus unserer Mitte gebannt! Starke und gesunde Juden empfingen die Thora, lernten und lehrten sie; starke und gesunde Juden sollten ihre Meister und ihre Jünger auch heute sein! Und ihr, die ihr in Wohlstand und Behagen lebt, beruft euch nicht auf die Mahnung an den Thoraijünger von Brot und Salz, vom zugemessenen Wasser, vom Schlafen auf der Erde! Denn was ihr auch gebet und leistet, wieviel ihr auch opfert, damit dem Lernenden sein Recht werde, es langt ja doch nicht für mehr als das Bitternotwendigste, soll aus eurem Beitrag all denen geholfen werden, die Anspruch an ihn haben. Darum begreifen wir den innigen Zusammenhang von Chag Hasohowuaus und Seman Matan Tauro! Wochen der Erholung — so wörtlich versteht es der Midrasch — sollten der ״Gabe der Thora“ vorangehen, und so allen Zeiten den Anspruch des Thora-Jiüngers an ein gewisses Maß von Lebensfreude, Körperkraft und irdischem Behagen melden und sichern. Und diesen Anspruch des Thora-Jüngers meldet der Keren Hatorah an, bei jedem, dessen Herz nicht verhärtet, dessen Geist nicht abgestumpft, dessen Auge nicht blind, dessen Ohr nicht taub ist, bei jedem, der sich zur jüdischen Gemeinschaft, das ist die!Gemeinschaft der zu G-ttes!Ehre Lebenden, Wirkenden und Helfenden, in Stolz bekennt. Der Keren Hatorah fordert von jedem, der Seman Matan Tauro erleben will, daß er der Forderung des Chag Haschowuaus sich nicht entziehe. , ״ .ארון נושא את נושאץDie Lade trägt die, die sie ־ tragen, die ihre Träger stützen“. Das bedeutet: Glaubt der einzelne durch seine Gabe, seine durch den Keren Hatorah an die Tauro, ihre Stätten und ihre Jünger weitergeleitete Gabe etwas geleistet zu haben, so mag er wissen: Er empfängt mehr als er gibt! Darum möge der Keren Hatorah auch in diesen Wochen überall in Stadt und Land, bei reich und arm, in Palast und Hütte Verständnis für seine Forderung finden, wache Sinne, warme Herzen, offene Hände, und so überall die Judenheit reif machen durch חג השבועה für מתן |DI תורה» (Aus dem Schwuaus-Aufruf des Keren Hatorah.) שבוערת. Von Rabb Jakob Haberfeld, Wien. Siebenmal sieben Wochen sind vergangen seit dem Tage, der in uns die Erinnerung an die Befreiung unserer Väter aus ägyptischer Knechtschaft wach hält. Ein Kur Habarsel war jenes Pharaonenland, daß die freien Söhne Jakauws zu Sklaven erniedrigt hatte. Kaum waren sie aber dem ägyptischen Joche, dem עול מלכות ,'entronnen, da wurde über Jisroel ein neues Joch, das עול תורה verhängt. Ist dies nicht seltsam? Bedenke man nur: Ein Volk schmachtet jahrhundertelang in Knechtschaft und Unterdrückung. Kaum aber bricht der erste Strahl der aufgehenden Freiheitssonne durch, da werden ihm neue Fesseln auferlegt, denn es gibt scheinbar kaum eine schwerere Last als einen thoratreuen Lebenswandel zu führen, der voller Entbehrungen und Entsagungen ist, der Opfer auf Opfer von uns heischt. Bedenken wir nur: All unser Tun und Gebaren muß an dem Maßstab der תורה gemessen werden. Ja, nicht allein unser Handel und Wandel, sondern auch unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen müssen der strengen Zensur der Thora unterzogen werden. Das hieße Erlösung, Befreiung? und doch hatte Jisroel seine wahre Freiheit erst mit ריבלת תירה erlangt, wonach es sich so viele Tage undWochen gesehnt hatte und gleichsam die Tage und Wochen gezählt, wie jemand, der der Ankunft eines lieben Freundes, der Erftillung eines Lieblingswunsches entgegensieht. Denn wie es eine Freiheit nach aussen gibt, so gibt es auch eine Freiheit nach innen, eine Freiheit des Innenlebens; denn geradeso wie es eine Knechtschaft nach aussen hin, einen Kampf um die äußere Freiheit gibt, so gibt es auch eine Knechtschaft nach innen, einen inneren Kampf. Der Mensch besitzt neben einem gesunden Verstand, einen triigerisehen, neben einem edlen Gefühl unedle Triebe und Leidenschaften. Das Verlangen des edlen Gefühls und Einpfindens widerspricht allzuoft den sinnlichen Trieben und Leidenschaften. Die Gefühle kämpfen sehr häufig um die Herrschaft gegeneinander. Ebenso sträubt sich die sögenannte höchste Vernunft,des Menschen gegen Gefühle, die mit ihr nicht in Einklang zu bringen sind. Nun in einem solchen tosenden Kampf, da heißt es auf der Hut sein, die Macht über sich nicht zu verlieren, denn das Verlangen nach Befriedigung böser Affekte ist viel zu stark, als es sich mit Leichtigkeit bekämpfen ließe. Daher kommt es, daß der gesunde Verstand und das edle Gefühl oit ihren inneren Feinden unterliegen. Man unterliegt der Macht, dem Einflüsse böser Triebe, man wird Sklave der eigenen Leidenschaften und so erwächst dem Menschen der schlimmste Tyrann aus eigenem Busen. Eine solche Knechtschaft ist verhängnisvoller, von größerer Tragweite als irgend jede andere. Daher ist die Befriedigung!aus den Banden!derselben eben die größte und!höchste Freiheit. Dies hieße demnach Freiheit des Willens — denn! dieser ist nach Maimonides naturgemäß gut und edel —, Freiheit des Geistes und Freiheit der Seele. Eine solche geistige und seelische Freiheit hatte Jisroel mit der Gesetzgebung erhalten. Mit dem Auszuge aus Aegypten ward das jüdische Volk nur körperlich befreit. Allein diese physische Freiheit gilt noch nicht als Freiheit im wahren und höheren Sinne des Wortes; denn diese Freiheit konnte, wie bei allen Völkern, auch bei Jisroel zur Willkür führen, besonders unter jenen Verbältmssen,!da Jisroel nach jahrhundertlanger schwerer Unterdrückung plötzlich seine unbeschränkte Freiheit erhielt, welcher Umstand es leicht zur Willkür und Zügellosigkeit führen konnte. Deshalb konnte und durfte sich das befreite Volk an diesem Freiheitsfeste nicht vollauf freuen, . — weshalb auch für das Pessachfest kein ושמחת vor- : geschrieben ist. — Wohl sind mit dem Aufgehen der ersten Freiheitssonne die Frühlingskeime jener zweiten, wahren Freiheit!im Aufblühen begriffen gewesen — es war der חדש האביב — doch war es noch fraglich, ob diese Blüten כשר KUNEROL Verbürgt reines Fett aus Koka» nüssen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G.,W1en• Atzgersdorf, gepreßt und die Er• zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab• biners S. Ehrenfeld zuMattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng״ gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei״ tung der Speisen verwendet werden. i|Ntünv,■• gute Früchte zeitigen werden. Denn wenn auch im חרש האביב im Achremnonate, die Saat fruchtbar in die!Halme geschossen ist und der!Frühling in reichem Sohmuck prängt, so kann es trotzdem noch leicht möglich werden, adß eine Mißernte eintritt. Erst die Reife- und Frucht- Vollendung vermag dem Menschen die Gewißheit eines erfolgreichen Wachstum!zu geben. Bis zu diesem Zeit- Punkt muß der Mensch hoffnungsvoll ausharren. Und so hatte ׳auch Jisroel vom Ghamdes!Haawiiw, von der Halmreife, bis zum חג הקציר, bis ■zur Erntezeit, hoffnunngsvoll Tage und Wochen gezählt bis endlich das Fest der Schnittzeit der,זמן מתן תורתנו, heranreifte, da schon die בכורים die ersten Früchte seiner ׳Freiheit,!gezeitigt waren ׳und dieselben freudig ernten konnten. Erst an diesem bedeutenden Tag, an dem Tag der Gesetzgebung, feierte Jisroel ein Jubelfest, ein Fest der Gesetzgebung und daher ein Fest der Ernte. Ja, erst mit dem Besteigen der Sinaihöhe hatte Jisroel die hellen Gipfel seiner heiß ersehnten Freiheit, der Inneren, der selisahen Freiheit erklommen. Wahrlich, erst da konnte und durfte das jüdische Volk sich innerlich freuen und im Aufrauschen des Glückes נעשה ונשמע aufjauchzen. Wiewohl diese helle Freude der inneren Freiheit und Selbständigkeit eigentlich jeder Bar Jisroel teilen sollte, so war es doch nicht der Fall. Es waren unter ihnen einige, die sich ihre Erlösung und Befreiung anders vorgestellt hatten, denn es gab noch Leute unter Jisroel, die sich gegen die Gesetzgebung gesträubt und aufgebäumt hatten. Das waren Menschen, die unter dem Begriff Freiheit Willkür und Zügellosigkeit zu verstehen glaubten, welcher Irrglaube sie veranlaßt, zu meinen, daß es ג^תי רשויות וז׳ו geben müsse, denn dieser G-tt, der ihnen am .Meere die Freiheit gegeben, wird sie doch, nicht derselben berauben und über sie ein neues Joch, eine neue Unfreiheit verhängen, der dies doch macht, muß scheinbar ein anderer sein. Diese Finsterlinge wollte der Erlöser aufhellen, indem er gesprochenD״RD*jT^Vl^R“p^Rn^MR □מבית עבדי. Ich bin es gewesen, de dich, Jisroel, aus dem Sklavenhause geführt, ich bin es auch, der, der jetzt die תורה das dir scheinbare Joch, geben will, nur bist du in einem Irrtum, wenn du glaubst, daß dieselbe eine neue Knechtschaft bedeutet, nein, im Gegenteil, erst mit dem Empfang dieses kostbaren Kleinodes 3לי חמדה bist du im Besitze deiner eigenen Freiheit. Wie es damals unter Jisroel Leute gegeben, die das Hauptziel ihrer Befreiung in dem Vollgenuß irdischer Freiheit erblicken wollten, so gibt es auch Leute, בני חורין die glauben wollen, daß Freiheit und Selbständigkeit nur durch Besitz und Genuß des eigenen Landes ermöglicht werden kann und mit der Errungenschaft eines solchen eigenen Nationalbodens, auf Der Reichtum. Von Albert Löw. Der Reichtum ist weder Macht noch Besitz — ist auch gar kein Verdienst. Der Prophet Jeremias sagt (K. 9, V. 22): So spricht der Herr: ,,!Es rühme sich nicht ׳ der Kluge seiner Klugheit, es rühme sich nicht der Starke seiner!Stärke, es rühme sich nicht der Reiche seines: Reichtums.“ In den!Sprüchen Salomons K. 23, V. 25 heißt es: ,*Kaum hast du den Blick darauf gerichtet, ist; der Reichtum fort,!Reichtum schafft sich Flügel und fliegt : hin wie der Adler in die Luft.“ Das Glück wurde im!Mittelalter mit einem Rade symbolisiert, das Glücksrad genannt, es bezeichnet die menschliche Geschichte hienieden durch abwechselnde Tour- und RetourbeWegung durch die Rotation des Rades, : wie wechselnd und vergänglich Reichtum ist. Folgende Beweise dienen zur Bestätigung dieser Tatsache: Jerusalem hatte einige sehr reiche Bewohner. Einer dieser Reichen war in der Lage, mit seinen Vorräten an Getreide, Wein, Oel, 21 Jahre Jerusalem ausreichend zu verpflegen. (Gitin 96.) Ein zweiter Nikodemos ׳; ben Gorion belegte den Weg zum Tempel mit kostbaren Seidentüchern, wenn er zum Gottesdienste schritt, und diese werteilte er immer dann nach jeder Rückkunft an die; Ortsarmen. Seiner Tochter gab er eine Mitgift von einer Million Galdrente a/4 Millionen Mark in Gold, dennoch kam diese reich ausgestattete Tochter zur Zeit der Zer- Störung Jerusalems in solch mißliche Lage, daß sie aus; dem gefallenen Kote der Soldatenpferde die noch unverwesten Gerstenkörner zu ihrer Ernährung auslöste. (Kethub. 67.) Der reichste König in Jerusalem war der König Salomon. Unter dessen Regierung war das Silber dem Steine gleich geschätzt, und dennoch starb er als Bettler. (Midrasch Schir Haschirim 1.) Bei der Einweihung des Tempels betete König!Salomon nach der Ueberlieferung folgend: ״Sollte hier jemand um Gold und Vermögen dich, 0 Gott, anrufen und du Allwissender es wissen solltest, daß es zu seinem Unglück werde, so erhöre seine Bitte nicht.“ Korach war Besitzer großer Schätze und heißt es im Schrifttume, daß 30 Maulesel zu seinen Schatzkammern die Schlüssel trugen, dennoch wurde Korach durch seinen Uebermut dem Untergange geweiht. Die!drei Stämme Rüben, Gad und Manasse hatten 1 zahlreiche Herden, eine starke Viehzucht; sie zogen aus 1 dqn gutgeschützten palästinensischen Gefilden und Fluren 1 in־ weniger sichere Gegenden, wo unduldsame Völker! wohnten, und fielen diesen zur Beute. Josef sammelte in Aegypten große Schätze. Das! Volk Israel nahm diese Schätze als Erbteil mit, diese . blieben Israel bis zur Regierung Rehabeams, und der König Sisak führte diese nach Mizraim zurück; diese ' Schätze fielen dann wieder dem frommen König Assa zu, dessen Herz ganz dem Ewigen ergeben war. (Könige I, : K. 15, V. 14.) In Deutronomlum, fK. 17, V. 17, heißt es: ״Wenn der; König in Israel Glücksgüter besitzen soll, so soll er nicht-! viel Gold und!Silber anhäufen.! Er soll sich nicht viel Weiber nehmen, daß nicht > sein Herz abweiche, und Gold und Silber soll er nicht viel : sammeln.“ ׳ * All diesem verbotenen ׳Luxus der heidnisch-orienta- , lischen Könige huldigte Salomo, was zur Abweichung von ן G-tt und Bedrückung der Untertanen führte.; Was das Vermögen betrifft, bringt־ der Talmud; folgendes: Der Welteroberer Alexander der Große, auch Alej xander der Mazedonier genannt, der auch im jüdischen Schrifttume durch Sage und Dichtung verherrlicht wurde,* hatte eine unersättliche Begierde nach neuen!Eroberungen, i er kam in das Amazonenland, um mit den Amazonen, welche nach einer griechischen Sage keine Männer unter; sich duldeten und unter einer •Königin einen kriegerischen! Staat bildeten.!Mit■ diesen Amazonen wollte Alexander ,' Krieg führen. Sie sprachen zu Alexander: ״Wenn du uns j ׳besiegst, so wird es heißen ״Alexander der Große hat . über Weiber gesiegt“. Wenn wir Amazonen dich besiegen sollten, dann wird es heißen ״Alexander ist von Weibern .׳besiegt worden“. Alexander ersuchte die Amazonen um Brot, die Amazonen brachten ihm auf goldenen Tischen goldenes Brot. ״Essen denn die Amazonen goldenes Brot?“ fragte Alexander. ״Wenn du bloß Brot essen wolltest, so hättest du es auch in deinem Lande erhalten können, wozu hast du den Weg hieher unternommen?“ Alexander zog mit seinem Heer ab und schrieb an das Tor der ' Amazonenstadt: ,Ich,!Alexander von Mazedonien, war ein Tor, bis ich in das Land der Weiber kam, um von ihnen Weisheit zu lernen.“ Alexander kam in ein kleines geordnetes^ Land, wollte das Gesetz dieses ■Landes kennen lernen. Er kam in ein Gerichtshaus, wo zwei Männer einen!Streit vor den König brachten. Der eine sagte: Er habe von dem anderen einen Ackergrund erworben und bei der Grabung des Ackers entdeckte er einen Schatz, diesen wollte er dem Verkäufer des Ackergrundes zurückerstatten. Der Verkäufer .erwiderte: ״!Ich habe alles, was oben und unter dem Ackergrunde sich befindet, dir verkauft, demzufolge habe ich kein Anrecht auf den Schatz.“ Der König fragte den einen: ״Hast du eine ledige Tochter?“ ״Ja!“ war die Antwort. Den anderen fragte er: ״Hast du einen ledigen Sohn?“, auch hier war ״ja“ die Antwort. ״So mögen diese Kinder einander heiraten und dieser eritdeckte Schatz sei das Heiratsgut.“ Alexander überraschte dieses Urteil. ,Habe!ich nicht ein richtiges Urteil gefällt?“ fragte der ׳Richter den erstaunten Alexander. ״Wie würbest du diesen Fall entscheiden?“ Alexander urteilte: ״Diese beiden Männer «müßten hingerichtet werden, weil sie diesen gefundenen Schatz nicht sofort ausgeliefert haben.“ ״!Regnet es bei euch?“ fragte der König. ״Ja!“ ״Scheint die Sonne bei euch?“ ״Gewiß!“ ״Ist Vieh bei euch auf der Weide?“ ״Wohl!“ ״Dann besteht dieses alles nur um der Tiere auf der Weide willen“, sagte der König, ״denn ihr verdient es nicht, von den Sonnenstrahlen und dem Regen begünstigt zu sein.“ Den Reichtum edlen Zwecken zuzuführen, Uneigennützigkeit an den Tag zu legen, ist Wille Gottes. Rabbi Jochanan ging mit Rabbi Chija von Tiberias