Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1927-05-13 · 19 (13.5.1927) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
19 (13.5.1927)
Date
1927-05-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2629891-2630197-2630215--2622-2634524
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 138 iÜDISCBIS PRESSE Nr. 19 Tsche eh o s lowakei ■■■■■■■■■■■■■■ Wr. Neustadt, nahm von dem Verblichenen vor. seiner Ueberführüng in bewegten Worten Abschied. Dir. Dr. Adolf Deutsch ausgezeichnet. Dir. Dr. Adolf Deutsch, der Leiter des Schulwerkes ־ der israelitischen Kultusgemeinde in Budapest, war vorige Woche Gegenstand einer ebenso herzlichen wie erhebenden Feier. Der Stadtschulrat von Budapest hat sich veranlaßt gefühlt, Herrn Dir. Dr. A. Deutsch Dank und Anerkennung auszusprechen. Das ehrenvolle Schreiben wurde vom Schul- Inspektor persönlich dem Ausgezeichneten überreicht. Dir. Dr. Adolf Deutsch übernahm vor 7 Jahren die Leitung des Schulwerkes der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Budapest. Während dieser Zeit gelang es seiner Tüchtigkeit .und Energie nicht nur die bereits bestehenden Schulen in ihrem Niveau und Leistungen zu heben, sondern auch noch eine Reihe von Schultypen zu schaffen, die die vollste Zufriedenheit sowohl der Schulbehörde wie der israelitischen Gemeinde und nicht zuletzt der vielen tausenden Eltern erwarb, die diese Schulen von Jahr zu Jahr in wachsendem Maße in Anspruch nehmen. Die Wiederbesetzung des Rabbinats der Frankfurter isr. Religionsgesellschaft durch freie demokratische Wahl. Frankfurt a. M., 28. April. ^,JTA.) Zum Zwecke der Wahl eines Rabbiners der israelitischen Religionsgesell- Schaft an Stelle des verstorbenen hervorragenden Gelehrten und Rabbiners Breuer berief der Vorstand der Religionsgesellschaft für Sonntag den 20. Ijar (22. Mai) eine außerordentliche Gemeindeversammlung ein. Vorgeschlagen sind die Herren: Rabbiner Dr. R. Breuer, Aschaffenburg (ein Sohn des Verstorbenen), und Rabbiner Dr. A. Klein, Nürnberg. Wahlberechtigt sind alle männlichen Mitglieder der Gemeinde, die das 21. Lebensjahr vollendet haben. Vor dem Delegiertentag des deutschen Misrachi. (JTA.) Am 15. Mai wird die deutsche Organisation Misrachi einen Delegiertentag abhalten. Im Nachrichtendienst des Misrachi skizziert der!Präsident der deutschen Organisation, Dr. Oskar Wolfsberg, die Aufgaben der bevorstehenden Tagung: die Klärung der Frage des Zentralbureaus, die Fortexistenz des Generalsekretariates, Erörterung der konstruktiven Aufgaben im Sinne der großen misrachistischen aind zionistischen Politik usw. Er schreibt: ״Wir müssen unser Verhältnis zum Zionismus, zur gegenwärtigen Leitung, zur unabhängigen Orthodoxie nicht nur erneut einer Prüfung unterziehen, sondern auch ganz pra!ktische Fragen, die in diese Gebiete hineinfallen, einer Lösung e nt g eg &n führen, die sich auf den Mehrheitswillen oder auf den Willen der Mehrheit berufen kann. Landeskonferenz der holländischen Agudas Jisroel. Amsterdam. (AJPB.) Die diesjährige Landesversammlung der holländischen Agudas Jisroel findet Sonntag, den 13. Ijar, in Amsterdam mit einem reichhaltigen Programrn statt. Fiume. Die 33. ordentliche Generalversammlung der Israelitischen orthodoxen Vereinigung fand am 1. Mai statt. Dem Rechenschaftsbericht ist folgendes zu entnehmen: In diesem Jahre erstand die Israelitische orthodoxe Vereinigung überaus günstig• ein großes Grundstück für den Synagogenbau von der Stadgemeinde Fiume. Der Unterricht an der Talmud Thora macht Fortschritte. "Vielfach werden die Institutionen der Israelitischen orthodoxen Vereinigung wie der Schechitah auch von -fernen Ortschaften in Anspruch. genommen. Der־ bisherige Präsident Herr Albert Engelsrath erklärte in seinem Berichte, daß er eine Wiederwahl nicht annehmen könne. Die Generalversammlung nahm dies bedauernd zur Kenntnis und votierte ihrem Präsidenten in Anerkennung seiner durch viele Jahre bewährten und würdigen Leitung der Israelitischen orthodoxen Vereinigung protokollarischen Dank. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Jakob Baruch, Präsident; Eugen Lipschitz, Vizepräsident; Samuel Kurtz und Josef Stern, Tempelvorsteher; Sigmund Kugler, Kassier; Ludwig D e i t e 1, Revisor; Albert Engelsrath, Leo Grauenfels, Leopold Lederer, Jakob Pächt und Efraim Fischei Weisz Vorstandsmitglieder. In Zagreb darf bloß eine orthodoxe Gemeinde bestehen. Unter den orthodoxen Gruppen in Zagreb gab es in den letzten Jahren viele Streitigkeiten, die überall ein unliebsames Aufsehen erregten. Die nachfolgend zum Abdruck gebrachte Entscheidung der obersten rabbinisehen Instanz der orthodoxen Gemeinden in S. H. S., welche bloß eine aut. orth. isr. Kultus gemeind ein Zagreb anerkennt, wird hoffentlich den Frieden unter den entzweiten Brüdern dauernd herzustellen. Die Entscheidung lautet wie folgt: Herrn Lavoslav Rothstein, Obmann der Vereinigung, Zagreb. Wir erachten es als unsere Pflicht, Sie vom Resultäte der Verhandlung ihrer jüngsten Eingabe in der am 27. v. M. abgehaltenen Vollversammlung, Rabbiner-!komitee und Verwaltungsausschuß, zu verständigen. Da die Vereinigung unseren mehrfachen Aufforderungen bezüglich der Ausgleichung der Gegensätze mit der dortigen autonomen orth. isr. Gemeinde in keiner Weise entsprochen hat und unser weitgehendstes Entgegenkommen nicht honorieren wollte, hat die Vollver- Sammlung den folgenden Beschluß gefaßt und denselben sämtlichen orthodoxen Gemeinden des Landes zur Kenntnis gebracht. ■ ■ Nachdem in Zagreb bloß eine _ aut. orth. isr. Kultusgemeinde besteht, wird der dortigen, sich den Namen orthodox rechtswidrig beilegenden sogenannten Vereinigung die Benennung orthodox aberkannt, da selbe ohne orthodoxe Institutionen, das heißt ohne orthodoxe rabbinische Kontrolle, ׳bloß eine Filiale der dortigen Neologengemeinde ist. Alle Glaubensbrüder, die orthodox gesinnt, werden vor Inanspruchnahme deren rituellen In- ’ stitutionen aufs strengste gewarnt. Somer Nafso jirchak mehem. Subotica-Senta, 26. April 1927. UM. Gruen Rab. Oberrabbiner Deutsch. Die Koschermarke wird geschützt. Sacramento, Kalifornien. (L. J. B.) . Das Mitglied der gesetzgebenden Versammlung Harry Lyons hatte die Genugtuung, daß sein Gesetzesantrag über ״Koscherfleisch“ vom Unterhaus, die gesetzgebende Körperschaft des Staates Kaufornien, angenommen wurde, Der Entwurf des Gesetzes ist dem des Staates New York nachgebildet und sieht Bestrafung vor für die fälschliche Bezeichnung von Fleisch als koscher. Das Gesetz weist jüdische Fleischyerschleiüstellen an, das von ihnen zum Verkauf gebrachte Fleisch entsprechend als koscher oder nicht koscher zu bezeichnen. Jüdische Reservisten und das jüdische Schewuothfest. Auf besonderes Ansuchen der Zentralkanzlei der orthodox-jüdischen Konfession in Bratislava hat das Ministerium für Landesverteidigung derselben sub Zahl 21.104-1-3 oddel. 1927 vom 4. Mai 1927 mitgeteilt, ׳daß allen Militärformationen die Weisung gegeben wurde, den individuellen Ansuchen der Reservisten jüdischer Konfession wegen Aufschub des Antrittes ihres Waffenübungsdienstes vom 6. auf den 8. Juni L J. zu willfahren. Die Gesuche •haben an die zuständigen Militärformationen■ mit Hinweis auf die erwähnte Weisung des Landesverteidigungsministeriums gerichtet zu werden. Zionistenführer auf der Anklagebank. Nach langer Verzögerung gelangte endlich am 4. Mai die von den Herren Oberrabbiner Weber und H i r s c h 1 e r, sowie von Dr. Wilhelm W e 1 w a r t h (Topolcany) gegen die bekannten; Zionistenführer Doktor Ludwig Singer 'in Prag, und Dr. Emil M a r g u 1 i e s in Leitmeritz angestrengte Klage wegen Ehrverletzung durch die Presse vor dem Kmetengericht in Prag unter Vorsitz des Ob e ria nd esge ri c h ts ra t es Kn ob loch zur Verhandlung. Den Gegenstand des Pfeßprozesses bildet eine Episode aus der noch erinnerlichen wilden Hetze, die während und nach den letzten Parlamentswahlen von den Zionisten in Prag und ihren Helfern 1i׳n Bratislava und anderwärts gegen die Führer der slowakischen Orthodoxie und insbesondere gegen . die Herren Oberrabbiner Weber und Hirschler in Szene gesetzt wurde, um dadurch sich vor den irregeführten jüdischen Wählern in Podkarpathskä-Rus und den nationalistischen Geldgebern reinzuwaschen und deren Entrüstung über das schmähliche Fiasko der so großzügig unternommenen politisch-nationalistischen Aufwiegelung der jüdischen Massen von sich abzulenken. Mit einer Skrupellosigkeit,, die. ihresgleichen wohl kaum ׳kennt, wurden da Schlagwörter von ״Verrat“, ״Klerikaiisrnus“ und dergleichen geprägt oder aus dem außerjüdüschen Leben übernommen und im Wege einer mit Geldmitteln reichlich versorgten Hetzpresse und durch eine Menge bezahlter und .unbezahlter Hetzagenten in Kaffeehäusern und Eisenbahnwagen in allen Tonarten geschäftig kolportiert.. Alldem lag die den Antisemiten aller Zeiten sehr treu abgelernte Taktik zugrunde, die rohen ׳Instinkte und die wildesten Leidenschaften einer in Wahrheit notleidenden, aber zu einem klaren und vernünffigen politischen Urteil geistig ungenügend geschulten Masse gegen alle diejenigen aufzustacheln, die im Interesse der Volks Wohlfahrt andere. Wege einzuschlagen, empfehlen, als den Demagogen : paßt. Zum Zwecke der Gemeindewahlen hatten die orthodoxen Führer in der Slowakei unter dem Namen ״Jüdische Partei“ eine allgemeine jüdische Wahlpartei gegründet. In die; Partei traten damals auch die slowakischen Zionisten ein und verpflichteten sich ausdrücklich, aus ihrer Tätigkeit als Mandatare dieser Partei ihren Zionismus und Nationalismus au szu s c h alt e n. Die ,,Vereinigten jüdischen Parteien“, , unter deren Flagge die Zionisten und, Nationalisten bis dahin segelten, sank dann auch ohne langen Todeskampf in sich zusammen. Vor den Parlamentswahlen glaubten die Zionisten ihre Stunde wieder gekommen. Sie nahmen von dem Namen der programmatisch und prinzipiell durchaus nichtzion'istischen und jeder ״nationalen“ Agitation abholden ״Jüdischen Partei“ einfach Besitz, arbeiteten ein ganz in der zionistisehen Ideologie begründetes nationalistisch-politisches Programm aus und schickten sich an, sich selber als die geeigneten Vertreter eines frei erfundenen ״jüdischen MinderheStsvolkes“ für das tschechoslowakische Parlament wählen zu lassen. Die Orthodoxie und mit ihr alle von der nationalistischen politischen Agitation unter den Juden dieses Landes nicht erbauten Kreise erblickten selbstverständlich in dem ׳Beginnen der Zionisten eine eminente Gefahr für das gesamte Judentum d e r R e p u b 1 i k. Sie erkannten unter ganz bestimmten Voraussetzungen und Zeitumständen die Zweckmäßigkeit an, die eigenen Wirtschaftliehen Interessen der jüdischen Staatsbürger, frei von jedem •nationalen B e g 1 e i t m o t i v, von jüdischen Abgeordneten im Parlament vertreten zu lassen. Von einer parlamentarischen Sondervertretung der ״jüdisehen Minderheitsnation“, die nur in der zionistischen,'von der jüdischen Gedankenwelt völlig abgewandten Phantasie existiert, mußten hingegen die .Anhänger und Fortsetzer des alten historischen Judentums eine Blamage für das Judentum und ein schädliches Experiment .von unabsehbarer Tragweite sowohl für die Staatsbürgerliehen als auch für die wirtschaftlichen und religiösen Interessen der Juden befürchten. Die nichtzionistischen Juden lehnen es grundsätzlich ab, hier Vi m staatsbürgerlichen Leben der tschechoslowakischen Republik aus der wirklichen oder eingebildeten jüdischen ״Nationalität“'׳künstlich ein politisches Programm aufzurichten und als.Folge ganz ünbegründeter und jedenfalls nutzloser ״politischnationaler Mi nd.erheits forderungen“, wie sie zum politischen Einmaleins der Zionisten* gehören, im Verhältnis der Juden zu ihren nichtjüdischen Nachbarn und Mitbürgern in nationalbolitischer Beziehung leichtsinnig einen Gemütszustand ״.von Feind zu Feind“, von National!‘- tät zu Nationalität zu schaffen. Die zionistischen Advokaten aber, denen offenbar ihr ganzes Judentum nicht einen Pfifferling wert ist, wenn es ihnen nicht einmal ein politisches Obdach gewährt und sie zum Ziele ihres Lebens, zu einem Parlamentsmandat, emporführt, waren nicht zu belehren. Sie wo 1 Item. ״Nationalpolitiker“ sein, weil sie es bei ihren nichtjüdischen Berufsgeuossen so sehen, und sie wollten einV Mandat auf diese Weise und auf Grund dieses Programmes erhaschen, weil alles andere im Judentum ihnen fremd., und vollständig gleichgültig ist. Auf diese rein, persönlichen׳ Interessen der zionistischen Wortführer durfte jedoch angesichts . des gewaltigen Unheils, .das damit für das Judentum und die jüdischen berecht i g t e n Interessen verbunden ist, keine Rücksicht ge-, nommen werden. So wurde denn die ״Jüdische Wir t- Schaftspartei“ gegründet mit einem Programm, das dem historischen jüdischen Geist in״ gleichem Maße wie allen wirklichen jüdischen Interessen vollauf Rechnung trägt. Als programmatisch regierungstreue politische Partei hat sie sich bemüht — und das ist wiederum für einen jeden, der nicht politisch ganz unerfahren ist, mehr als selbstverständlich — im Einvernehmen m!it den Führern der großen politischen Regierungsparteien zu handeln und ihre freundschaftlichen Beziehungen zu diesen Parteien zu pflegen, d׳ie für das gesamte Judentum in der Republik auch dann von unschätzbarem Werte ‘ bleiben würden, enn es ihr, infolge der zionistischen Geg e n a k t i o n, diesmal nicht gelingen sollte, ihre Liste durchzubringen. Keinen eigenen Vertreter im Sitzungssaal des Parlamentes zu haben, wäre unter diesen Voraussetzungen ganz bestimmt ein unvergleichlich geringerer Schaden für das Judentum gewesen; als ein von einer jüdischen Mutter zur Welt gebrachter zionistischer Abgeordneter, ohne Verständnis für jüdischesv Trachten und jüdisches Wollen. So standen dann auch die beiden jüdischen Parteien־• einander im Wahlkampf gegenüber, nachdem es sichin■ einer gemeinsamen Sitzung in Bratislava auf das deutlichste gezeigt hatte, daß eine Vereinigung auf ein gemeinsames Programm •und auf Kandidaten, die den beiden politischen Grundanschauungen Rechnung zu tragen imstände gewesen wären, ausgeschlossen war. Dabei muß eingeräumt werden, daß die jüdische Wirtschaftspartei mit der Wahl ihres ersten Spitzenkandidaten für den entscheidenden Wahlbezirk kein. Glück hatte. Er handelte, solange man ihm freie Hand ließ und man es nicht ganz klar sah, auf Kosten und mit den Geldmittein der Partei in striktem Gegensätze zu den Interessen der Partei. In einem kritischen Augenblicke, ging erzur Gegenpartei über, die ihn mit offenen. Armen empfing., und, um diese ehrenhafte Tat gebührend zu lohnen, ihm sogleich auf ihre Kandidatenliste übernahm.־. Nachträglichhörte man erst von den Zionismen, daß'er — ohne Kenntnis der Parteileitung — auch von anderen; al&, der. eigenen• Parteikassa Gelder verlangt und diese auch zurück-, erstattet haben soll. Fest steht natürlich־ nicht,, ob er nicht von Anfang an als geheime/ Vertrauensmann der Zionisten in die Jüdische Wirtschaftspartei eindrang, und• im Einvernehmen mit ihnen vorging. Jedenfalls, war er auch nach; seinem offenen Verrat an der ״eigenen“ Partei den Zionisten immer noch gut genug zum Abgeordne.ten-Kandidaten für ihre ״Jüdische Partei“ und ist heute ihr Zeuge; und ihre Hauptstütze in der Hetze gegen , die• orthodoxen Führer. Auf sein fragwürdiges Material gestützt, oder• es gegen bessere Ueberzeugung als Vorwand vorgeschoben, ging nach dem negativen Ausgang der Wahl die zu Eingang schilderte Hetzkampagne gegen, die Leiter der Jüdischen Wirtschaftspartei los. Zwei allererste Führer der Zionisten, Dr. Singer und Dr. M a r g u I i e s, gingen im Kampfe• voran. Mit dem Brusttöne einer felsenfesten Ueberzeugung soll Doktor Singer — nach der Prager ״Selbstwehr“, .dem Berichte des Hauptorganes seiner Partei —■ in einer Sitzung des Prager Stadtrates, also an einem Orte, der nach nabionaljüdischer Auffassung besonders geeignet ist, nichtanwesende orthodoxe Juden mit Injurien zu überhäufen, eine Rede gehalten haben, in der die ehrverletzenden Anklagen gegen die Führer der Orthodoxie und der Jüdisehen Wirtschaftspartei nur so prasselten. Das war mannhaft und mutig. Numero zwei: Dr. Marguties brachte bei einer Sitzung der ״Jüdischen Partei“ eine Resolution vor, in der im Tone eines patentierten jüdischen Volkstribunen im Namen des ״jüdischen Volkes“ (nicht weniger und nicht mehr# die verfassungsmäßigen Rechte des ״jüdischen Volkes“ (wiederum!) reklamiert und so weiter einigemal hintereinander die ׳ Erlangung der Parlamentsmandate“ für die Zionisten als ein Grundrecht oder Hochziel der ״jüdischen Massen“ und des ״jüdischen Volkes״ proklamiert und von der Gegenpartei behauptet, sie sei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.