Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 17 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE?Nr.'tT Seite 125;Stellung det Sammerfrucht (Mais,.» Durrah) beginnen, im GönSiSägärfen gibt es zu säen und zu «pllanzön, zu hacken und zu' jäten, im benachbarten Klar Gideon helfen wir beim Pflanzen ihres Weinberges mit; .wohlgemerkt, all diese - Arbeiten nicht auf eigene Rechnung, da wir ja, wie gesagt, kein Land zur Sdlbstbewirtschaftung haben. Unsere: Chawera. besorgt die ganze Hauswirtschaft- und hilft, wenn: :.nötig, im Garten. Nicht immer hatten wir alle Beschäftigung; zeitweise (Cheschwan und Kislew) mußten wir mit “ dem Gespann nach Migdal bei Tiberias übersiedeln, um -!düs :zum Leben Notwendige zu verdienen. Allerdings von mäer;1chronischen Arbeitslosigkeit, wie sie in den Städten;ז :herrscht, sind wir gottlob bis jetzt verschont geblieben. : Das Zusammenleben in unserer Kwuzah ist sehr harntenisch; wir stammen aus westeuropäischem Milieu und verstehen uns sehr gut, was ja eine Hauptvoraussetzung für den1 Bestand einer Kwuzah ist. Wo diese innere Verbundenheit nicht sehr stark ist, kann natürlich keine ersprießliche Arbeit geleistet werden und kann keine Be- :friedigung entstehen; wo aber gleichgeartete Menschen gleiche Ziele verfolgen, da gibt jeder sein Bestes her, die guten Einflüsse werden bald Allgemeinheit, die Kräfte ver- •vielfältigen sich, einer steht dem anderen als Bruder und wahrer Freund zur Seite, man stützt sich gegenseitig in Zeiten der; Not und Arbeitslosigkeit, da ist die Kwuzah ein •wahrer Segen nach innen und außen. Abends nach der Arbeit vereint uns ein gemeinsamer Schiur (zurzeit lernen, •wir Mischnajoth זרעים durch), nachher ־ werden Zeitungen und Bücher gelesen (wir besitzen hauptsächlich .1יי hebräische Literatur und landwirtschaftliche. Bücher), •die ' Korrespondenz wird erledigt, Schach gespielt, musiziert . ',(Flöte), gesungen, Arbeitsr und Tagesfragen besprochen, am ש;ב;ה jnach fl 1 מ י ר T bei gehobener Stimmung Horrah :getanzt, daß die Wände wackeln (wir wohnen in Holz- 1: baracken). und alles ergibt sich ungezwungen mit großer Selbstverständlichkeit. Man braucht nicht erst eine halbe :-Stunde zum Schiur oder zum Heimabend 'zu fahren, zu' .‘warten, bis':glücklich der größte Teil der Teilnehmer erJ ’־״schienen: ist,• die vielfach geistig;sehr verschieden, sind und ••־■■■sich schwer aufeinander■ einstellen können; hier herrscht : :ein ,.gemeinsames Leben und wir bilden eine .Kwuzah,,.;eine Gemeinschaft, wie sie der Esra als Ferienaufenthalt-an- :־ :strebt, aber infolge äußerer Schwierigkeiten, ach,׳ so. ־׳ selten schwer verwirklichen kann. Zu größeren Wanderung gen finden wir nur selten Gelegenheit: nur in Zeiten, wo- . ׳ wenig -Arbeit ist. Am Schabbath kann man nicht weit fort, Sohntag ist selbstverständlich Arbeitstag wie alle •. :anderen und wir haben auch •nicht das rechte Bedürfnis .״!dazu, da man ja tagaus, tagein im Freien arbeitet und von -•den; Feldern einen herrlichen Fernblick auf die umliegen- den. Kolonien hat. תו" מכ 1 ת und פסח ist die schönste '״Zeit, sich die weitere Umgebung anzusehen und Bekannte; aufzitsüchen; man macht eine Wagenpartie oder einen ‘־ ]Ritt ״durchs jüdische Emek oder ins Galil nach Tiberias zu ״':Und das ist Immer ein wahrer ,Hochgenuß (doch davon; ';.'vielleicht später einmal). Auf einem טיול kann man ,ndie,•;Fortschritte in den Kolonien beobachten ..und daraus, .:;:lörnen;, unwillkürlich stellt man dabei auch Vergleiche an■ ■־;zwischen:•• deren .-Leben und dem, was wir uns für. die. Zu- Ukunft -als Ideal vorstellen. .V Die wirtschaftliche Seite dieser Frage möchte ich jetzt• nicht berühren, erstens weil unsere Wirtschaftliche '. .Entwicklung großenteils von Momenten abhängt, die nicht ‘ ,.in., unserer Hand liegen und zweitens sind wir uns selbst• noch’nicht, im klaren darüber. Jedoch in kultureller Be-!:Ziehung stellen wir uns das Leben in unserem Sinne jüdi- .• scher vor, als es in vielen. Siedlungen geführt, wird. Auch . j.wir, wollen echte jüdische Bauern werden, mit der Scholle, ״׳:mit .dem Boden des heiligen Landes eng verbunden und •hebräisch sprechen; und darüber hinaus ist unser Streben ,.dufauf:gerichtet, unser Leben im Sinne der Thora nach;-;den, •Vorschriften des Schulchan Aruch zu führen. Daß ׳; Strenge: Schabbathruhe herrscht, gelernt wird, daß man!:מקפ-יד ist auf ב ט ע רבע auf בלאי usw., alles das setze ich als selbstverständlich voraus; vor besondere Auf- , '• 'gaben wird man gestellt, wenn es sich um Dinim handelt, ׳:•:.die sich :auf Landwirtschaft beziehen, •z. B. das Melken .. •am שבת und ערלה speziell• »תלויות באר als da sind פאה wie man שמטה halten wird, ist mir noch ein Rätsel, כשר KUNEROL Verbürgt reines Fett aus Kokos• missen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G., Wien• Atzgersdorf, gepreßt und die Er• zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab• biners S. Ehrenfeld1 zu Mattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng* gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei* tung der Speisen verwendet werden. jedoch'bis חריטות ומעשרות hat es ja noch drei volle Jahre Zeit. Vor allem kommt es 11ns darauf an, durch unsere ganze Lebensführung zu zeigen, .daß auch die sozialen Gebote der Thora heute ihre volle Berechtigung haben und bei festem Willen ausgeübt , werden können. Wir versprechen uns davon eine starke erzieherische Wirkung nach außen hin .und bei uns selbst wird ein Nachwuchs erzogen werden, der in unseren Fußstapfen weiter fortschreiten wird, Kinder, שעוסקים בתורה ובמצוות על ישראל שלום. * Dr. Weil referiert bei einem Tee über .,,.׳■־ seine Orientreise. Der hier folgende Teil seines Berichtes ist den religiösen Problemen in Palästina gewidmet. ich bin kein gesetzestreuer Jude, aber ich muß sagen, in Palästina erscheint mir die Ausübung der Vor- . Schriften der jüdischen Religion als etwas Naturnotwendiges und der Aufbau eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina, das sich vom Gesetz lossagt, ein Widerspruch in sich selbst zu sein. Wer nun nach Palästina kommt, sei er ein liberaler oder ein gesetzestreuer Jude, der ist naturgemäß erfüllt von dem Gefühl, an heiliger Stätte, durch jüdischen Bekennermut tausendfach geheiligter, durch ungezählte Opfer an Leib und Leben, erlitten für das Gesetz, für alle Zeit geweihter Stelle, zu stehen. In diesem Gefühl erleidet er. leider, nach mindestens zweifacher Richtung eine herbe . Enttäuschung. Einmal ist doch Palästina und die nahe arabische Wüste die 1Stelle, von der aus die drei großen Weltreligionen :ihren Weg zur Menschheit angetreten haben. Wenn Aegypten das mit reichen Schätzen der Welt einst :überladene Land gewesen ist, das seine steinernen Denkmäler für die Jahrtausende geschaffen hat, so hat es doch eins nicht zuwege gebracht: Von den ägyptischen Religionen weiß heute nur der Forscher des Altertums, und er weiß; daß nicht einmal der Versuch, diesen Religionen Geltung über die ägyptischen Grenzen hinaus zu werschaffen, von den Aegyptern inihrer Geschichte mit großer Energie unternommen worden ist. Palästina aber, ein armes,' ein kleines, ein armseliges Land, hat das in der Weltgeschichte unendliche, niemals wegzuleugnende Verdienst, mit Arabien zusammen der Menschheit die drai großen Weltreligionen gegeben zu haben. Wo stammten die seelischen Kräfte her, die in unerhörtem Zusammenströmen hier den Glauben an einen Gott •wachsen ließen? Wo sind die steinernen Zeugnisse dieses in der Weltgeschichte einmaligen und einzigartigen Geschehens? Wenn Christen und wenn Juden und wenn Mohammedaner nach Palästina kommen, die das Land nicht kennen, so er begnügte sich damit, wenn im Titel seines Werkes . ::sein Name :bloß •eine leise Andeutung findet; ה ש ק ל; 1 ist: ׳ nämlich . •auch ״eine Abbreviatur seines ..,:•ypllen ,Namens;:, 1 הקטן שמואל קעלל . לוי. Keil, Kelin,;•׳ Kein, sind die :korrumpiert ausgesprochenen und ge- •’ schriebenen Namen seines Geburtsortes in Böhmen: Kölln. •Dieser ausgezeichnete Kommentar wird als ''iinentbelirlich heute ■schon den meisten Ausgaben , de$ Mögen Abrohom .beigedruckt. Im zweiten ״Teil, des Schulchan Aruch befinden sich in der sogenannten Wilnaer Ausgabe seine Eriäuterun-;gen zu מליחה ונדה ,n Von ■seinemדרושים על סדר המועדים :gaben wir bereits in freier Uebertragung eine kleine!Probe.*;) Vor Kriegsausbruch weilte bei uns ein . würdiger Thoragelehrter, der uns einige Druckbogen ׳׳;zeigte aus dem מחח״ש על חושן משפט die zu recht-, fertigen Schemen die Ansicht jener Talmudgrößen, •welche Gelegenheit hatten, Einsicht zu nehmen in die reiche, handschriftliche Hinterlassenschaft i1nser׳-s : Autors und •mwnen, daß in dieser der scharf ■unter-' 1־scheidende, logisch geschulte Geist!und die Kunst, ■ •die allerschwersten Probleme ׳übersichtlich Jarzu• stellen, noch mehr zur Geltung käme, als in seinem :vielbenützten großen Kommentar zum Mögen Abrohom.; .. Von seiner lichtvollen Auffassung des Religionsgesetzes, von seiner Erfassung •des hehren Thora- •geistes spricht auch folgende Begebenheit; Am letzten Jom-Kippur seines g-ttgesegneten irdischen ־•Daseins war er lebensgefährlich krank und mußte, .;ד. •;׳׳!;• K '* ׳:%'%• > *) Siehe Nr. 10 (6. Forts.) der ״J. Pr.“. auf Anordnung seines Arztes, Nahrung zu sich nehmen. Gemeindemitglieder besuchten ihn, um sich persönlich über sein Befinden zu erkundigen •und glaubten, wer weiß, wie niedergeschlagen er •sein werde darob, daß er am Jom-Kippur nicht fasten könne. Wie überrascht aber waren sie zu sehen, daß Rabbi Samuel freudig nach den ihm ge-; reichten Erstarkungsmitteln griff. Den erstaunten und staunenden Besuchern sagte er: Ihr wundert euch ■über mein Benehmen; ihr wundert euch, daß ich heute so freudig die nötige Labung zu mir nehme? Derselbe G-tt, der uns streng geboten hat, den heutigen heiligen Tag fastend ,zu begehen, gebot ebenso streng: ,ושמור נפשך מאה דברים ד Hüte :deine Seele sehr, achte auf dein Leben, auf deine Gesundheit. Ich erfülle heute als lebensgefährlich Erkrankter mit meinem Essen ebenso ein g-ttliches Gebot, wie wenn ich in gesundem Zustande gefastet hätte, oder wie ihr, die ihr heute fastet. Und darob sollte ich beunruhigt, niedergeschlagen sein?! Nach sechzigjährigem, unermüdlichem, überaus segensreichem Wirken in Boskowitz verschied er am 1. Nissan des Jahres 5566, betrauert und beweint vop ganz Israel, (s. מאמר אסתר und (שדת תשובח מאהב*ח ח״א סי׳ .קעז*"' .) Seine irdische Hülle fand die letzte Ruhestätte im Friedhof in Boskowitz, Unter seinen letztwilligen Verfügungen war auch der Wunsch, daß von seiner Grabschrift jedes Jobende Wort wegbleibe. Man erzählt, daß die dankbare Nachwelt •glaubte, diesen Wunsch nicht beachten zu müssen und stellte ihm einen Grabstein voll des Lobes, das er sich reichlich verdient •gemacht hatte; allein nach wenigen Tagen wäre :der Stein geborsten und an seine Stelle kam ein anderer, der erwarten sie, die großen Kulturdenkmäler dieser glorreichen Vergangenheit auch in architektonisch stolzen Gebäuden zu erblicken. Was aber ist der Fall? Ja, die Christen, die nach Palästina wallfahren, finden auf Sphritt und Tritt große Kirchen, errichtet zum Lob lind Preis der christlichen und der katholischen Gemeinschaft; und gar die Mohammedaner haben sich auf dem Platz, vc einst der Tempel Salomos gestanden hat, die schönste MoßChee geschaffen, die die arabische Baukunst wohl überhaupt hervorgebracht. hat. Aber von den großen Zeugnissen der jüdischen Vergangenheit ist nur wenig mehr zu finden, und wäre nicht das Grab der Rachel, und wäre nicht die Klagemauer, die als letztes davon noch lebt, so würde in der Tempelstadt Jerusalem der jüdische Blick vergeblich suchen, wo die großen Denkmäler der Vergangenheit einst standen. Hier erwächst eine ganz unabhängig von jeder Parteieinstellung im Judentum zu erfüllende Aufgabe, nämlieh die Bemühungen zu fördern, um die Zeugen der Vergangenheit, die ja nicht tot sind, sondern die unter dem Schutt leben und nur darauf warten, aus der Erde geholt zu werden, von Staub und Schutt zu bef!־eien und s(e: zu neuem Leben erstehen zu lassen. Bisher aber wird diese Arbeit im wesentlichen von nichtjüdischer Seite verrichtet. Die Synagoge von Kapernaum, ein selten schöner Bau, der von der Größe und dem Reichtum der Gemeinde, .die dort gelebt hat, auch heute noch Zeugnis ablegt, wird von katholischen Priestern und Mönchen aus der Erde geholt. Das alte Jericho mit seinen großen Mauern hat . der Dekan der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Berlin aus dem Staub gehoben, und Sichern, die alte Königsstadt, wird jetzt von dem gleiohen Manne,: Prozessor Sellin, der uns bereitwilligst durch die neuesten Grabungen geführt hat, Stück für Stück dem Boden wieder entrinn. Aber nicht einmal zur dauernden Erhaltung - der dritten großen Mauer Jerusalems reichen die Mittel, die Vyojtt. jiidischer Seite zur Verfügung gestellt sind. Es ist "ein g$njeU1sames Interesse der Juden der ganzen Welt, daß die Erinnerung an die große Kulturleistung des jüdischen Volkes in Palästina aufrechterhalten werde. Upd ruüdto nicht auch Palästina eine Synagoge bergen, wüjfdis und rej(ch an Ausstattung, ein Gotteshaus, der histQtitechen Stellung des Landes würdig? Wo sind die Mappe!־, die zppigroßen Tempelbau rufen? Das ist die eine, die .archlte.kionisohreligiöse Seite. . ' Die andere Seite ist, daß in Palästina auf Schritt und Tritt, wo man hinkommt und mit den: jüdischen. Mensehen spricht, ein heftiger Streit über die Frpge: Religion oder Nichtreligion? entbrannt ist. Wenn ein in der dortigen zionistischen Leitung tätiger Mapn sagt, ein einziger! Dpppm Land im Emek sei ihm wichtiger als das gpnze sajcpionische Heiligtum und seine Wiedererweckung, so ist ,das vielleicht mit einer leichten und beabsichtigten Uebprtreibmig gesagt und soll auch nicht wörtlich :aufgefaßt werden, aber es bringt doch den Gedankengang eines wichtigen Teiles des Zionismus in Palästina zum Ausdruck. Es gilt in Palästina ja beinahe als etwas Selbstverständliches!— ich sage diese Einzelheiten nicht, weil sie besonders hedeutend, sind, sondern nur, um zu charakterisieren —, daß die jüdischen Gemeinschaften ihre Fußballspiele am Sabbatnachmittag veranstalten. Es berührt auch nicht pngenehm, daß, als der Sabbat unterging.Jn der Stunde des Abendgebets, im Hotel in Jerusalem Jünglinge und jupge Damen rauchend bei Jazzband, Tanz und Tee sitzen; depn dies sind doch Menschen, die nicht wie wir nach Palästina gegangen sind, um dieses Land zu sehen, sqpdern pm erneut die jüdische Gemeinschaft zu schaffen und sie fester zu untermauern. Und diese Gemeinschaft ist . pps, vpm Bande der Religion gelöst,!unverständlich und un$rwünscht. Darin werden mir• doch viele zustinuppp: Was man hier tut, ist, in Palästina getan, nicht dasselbe.■ Darum führen, auch uns nahestehende reichsdeutsche Frankfurter Freunde, die streng gesetzestreu eingestellt sind, einen sehr heftigen und erbitterten Kampf gegen diese Anschauung eines sehr erheblichen Teiles der zionistisch-kqjnmunistisch gesinnten Arbeiterschaft und Kolonisten!!in Palästina. Tel-Awiw, Stadt von 45.000 jüdischen ■Einwghnern, jüdische Stadt, hat auch heute noch seine Synagqge unvollendet. Das religiöse Gefühl kommt also in Palästina nur ungenügend auf seine Rechnung. Dem Gedankengapg, das Religiöse müsse durch das Nationale ersetzt wirdett widerstrebt unsere Erfahrung, daß nur die gemeinsame Religion das Judentum durch die Jahrtausende ׳gerettet hat, und unser Gefühl, daß es mit ihm zu Ende sein;Wird, wenn es aufhört, eine religiöse Gemeinschaft z!1 seip. bloß seinen Namen, den Titel seines Werken und das Datum seines Todes als Inschrift trägt. Ueber die irdischen Ueberreste dieses außergewöhnlichen Mannes wölbt sich der stumme. Grabhügel; aber sein Geist bahnte sich den •Weg ,zum Herzen aller, die ihre Liebe zum Judentum: Und seiner Lehre zu bewahren, zu betätigen gewillt sind. Ist doch sein Werk ein unentbehrliches Hilfsmittel!geworden zum Verständnisse der Halacha! Dein verklärter, unsterblicher!Geist, Maohaeis Haschehel, wird stets in unserer Mitte weilen; /dein gesegnetes Andenken gehört unverblaßt :und unverwelklich der Ewigkeit an! * Während der Veröffentlichung dieser, Dur- Stellung des Lebens und Wirkens von Rabbi Samuel» einer den Adel reinen Menschentums in jüdischer Vollendung verkörperten Persönlichkeit, .gingen;uns von nachsichtigen Lesern und Leserinnen Aeußeruu‘- gen der Anerkennung und des Dankes zu, die wir nun auf diesem Wege mit bestem Dank erwidern. Wir waren ehrlich bestrebt, nicht den Ruhm ,unseres Urahnes zu verkünden, wogegen er sich selber ja,m heftigsten gesträubt. hätte, sondern mit .dieser Schilderung, die durchaus keinen Anspruch .auf Vollständigkeit erhebt, wollten wir bloß zeigen, jpi welch erhabener, sittlicher und geistiger Höhe ein schlichter Mann, und noch dazu ein Kaufmann, gelangen kann, wenn er sich der Führung der am Sinai geoffenbarten Thora, oder, was dasselbe ist, des unverfälschten orthodoxen Judentums anvertraut. Gerade in unserer Zeit, wo in •den jüdischen Herzen und Gemütern eine schreckliche, Verhängnisvolle Begriffsverwirrung in bezug auf das Judentum Platz gegriffen, die noch täglich und stündlich von gewissenlosen Abenteurern absichtlich genährt und