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Jüdische Presse · 1927-09-23 · 38 (23.9.1927) · page 10

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 238 JÜDISCHE PRESSE Nr. 38 TWO FQr die Feiertag«! Jtebmct zum Kochen Backen Braten ttttr («,«־Speisefett mit dem Jt05ch«rsicg«! GEORG SCHICHT A.G. AUSSIG vorhergehender Warnung des Oberrabbinates, trotz scharfer Proteste >i.n der Presse das Fest entweiht haben, schwor Misrachi in ■großen Massenversammlungen, für die ׳Hinkunft instibuitianell verhindern ■zu wollen, daß auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds, von Siedlern, die vom Keren Haijessod unterstützt werden, so krasse Verhöhnung der jüdischen Religion •vorkomme. Misrachi hat auch versucht, seine diesbezüglichen Forderungen am Kongreß durchziusetizen. Sie wurden!jedoch von der Majorität abgelehnt. Herrn Weizmann stehen doch die linken Arbeiter näher, er setzte ibei denen durch, daß!sie bei der Wia-hl der ■Exekutive sich ■der Abstimmung enthalten. Infolgedessen hat die!neue Exekutive •gegen die Stimmen des Misrachi eine ■feste Majorität in einem Verhältnis von 113 zu 54!erzielt. Aus der Fanfare, die Misrachi vor dem Kongreß angestimmt hat, wurde so eine Sohamade. Hoffentlich lernt er aus dieser!Niederlage. Hoffentlich wird man nun ■auch ■in ■misrachisfischen Kreisen erkennen, daß der bisherige Weg nicht der richtige Weg ist. Daß diese Hoffnung nicht ganz unbegründet ist, schließen wir aus einer Aeußerung des!Präsidenten der Misraohiorganisation, Rabbi Meir!Berlin, der dem Herausgeber der ״Jüdischen Preßzentrale Zürich“ unter anderem folgendes sagte: ״Nachdem der 15. Zionistenkongreß deutlich den Unwillen sowohl der alten wie der neuen Exekutive ge- I zeigt hat, etwas Positives zu unternehmen, damit das religiöse Leben in Erez Israel in die traditionellen Bahnen gelenkt werde, anderseits die Schwäche des Zentrums, das sich immer wieder von den Linken beugen ließ, zutage getreten ist, sind die Fühl er des Misrachi immer mehr zur Ueberzeugung gelangt, daß der Misrachi die Tätigkeit für das religiöse Judentum in Erez Israel auf die eigenen ■Schultern nehmen muß. Das Budget für religiöse Angelegenheiten, welches seit dem 13. Zionistenkongreß auf Veranlassung des Misrachi einen Teil des Keren Hajesodd-Budgets ausmachte, ist auf dem 15. Kongreß infolge der schwierigen Lage des Keren Hajessod so stark gekürzt worden, daß die Vertreter des Misrachi in der Budgetkommission erklärt haben, daß sie auf diese geringe Summe zu verzichten bereit sind.“) Unschädliches Entfettungsmittel Man kaufe sich in der nächsten Apotheke 4 dkg Fucabohnen, davon nimmt man 2 Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der. Mahlzeit, hernach 3 Wochen dreimal täglich je 2 Bohnen nach_ der Mahlzeit, sodann wiederum 2 Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit. Der Erfolg ist ein überraschender Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10. Telephon 3819*4־ Filiale: V1I., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-380־ *£00״ Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaiserstrafje 111-113-115 Telephone 32-4*62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezialhaus Oesterreichs Tschechoslowakei j An unsere Abonnenten in der Tschechoslowakei! An alle Abonnenten, die mit der Einzahlung der Bezugsgebühr für die ״Jüdische Presse“ trotz wiederhoher Mahnung im Rückstände sind, senden wir in den nächsten Tagen Postaufträge. Wir sehen uns zu dieser sehr kostspieligen Maßnahme infolge der Nachlässigkeit der saumseligen Abonnenten genötigt und bitten dringend um pünktliche Einlösung der Postaufträge. Die Aktivität. Zu unserem Berichte über die Nitraer Tagung erhalten wir von einem!begeisterten Agudisten folgende Bemerkutigen. Die Red. Die Bundesversammlung der Agudas Jisroel-Jiugcnd in Nitra hat unter anderem auch den Beschluß gefaßt, daß sic die Rabbiner der ort!h. Gemeinden ersuche, ihre rednerische Tätigkeit in den Dienst der Aguda zu stellen. Ganz richtig ■hat bei dieser Gelegenheit Herr Oberrabbiner Aron Ka t z bemerkt, es sei mit Freude zu begrüßen, daß die Jugend aktiv für das orthodoxe Judentum arbeiten will. Aber die Jugend kann mir in dem Falle eine erfolgreiche Tätigkeit entfalten, wenn sie in ihrer Arbeit von den Vätern mit Rat und Tat unterstützt wird. In der פ׳ עקידה heißt es וילכו שניהם יחדו Awrohom owinü und sein Sohn Jizchok gingen einig, gleichgesinnt dem Berge מוריה zu“. Das war der Schlüssel ■zu dem Erfolge unserer Väter: Vater und Sohn, Sohn und Vater waren stets einig in dem Bestreben, G־tt zu dienen. Diese Uebereinstirnmung sowohl in der Theorie wie in der Praxis — also in der Aktivität — zwischen Vater und Sohn, zwischen der Jugend und den Alten haben wir es zu verdanken, daß der G-tte9glauben ׳auf der Erde platzgreifen konnte. Wenn wir wollen, daß dbr echte orthodoxe Gedanke in alle jüdischen Herzen eindringe, daß ein jeder Jude ׳das ernste Bestreben an den Tag lege, mit seinem ganzen Hause bedingungslos ein thoratreues, traditionelles jüdisches Leben zu führen, mit einem Worte: auf allen Gebieten sich der Autorität der Thora zu unterwerfen, dann müssen die B a ■a 1 e!b a t i m mit dem Eifer der J u g e n d sich auf das Gebiet der Aktivität begehen. Die Baalebatim sind ja •z!u dieser Aktivität schon längst bereit und gerüstet. Denn das ■Bewußtsein, daß diese notwendig ist, hat ein ׳jeder schon lange. Man wartet ■nur auf den Ruf der Führer. Wenn die Führer, die Rabbiner, diesen Ruf ertönen lassen werden, wenn sich unsere Rabbiner begeistert ,an die Spitze dieser Bewegung steilen, sofort wird ihnen die große Schar der Gläubigen freudig und tat bereit folgen. — Bisher war darin eine falsche Scheu in unseren Kreisen bemerkbar. ■— Nicht nur Gemeindemitglieder, sondern sogar Rabbiner, welche in der Welt als große Anhänger der Aguda gelten, haben es in ihren Gemeinden scheu vermieden, sich als ״Agudisten“ zu!bekennen •und zu betätigen. Heute, da ■doch allbekannt ist, daß sowohl in Jaruscholojim ׳wie in der ganzen Diaspora die Aguda die wahre Vertreterin ■der Orthodoxie ist, mußte darin Wandel geschaffen werden. ■Man nahm Rücksicht auf die Meinung der Andersgesinnten. Mit den Tönen des Schofars •ist hoffentlich auch die richtige Tatkraft und richtige Ansicht erwacht. Die unangebrachte Scham wird dann vielleicht beseitigt. Denn man dürfte endlich zur riehtigen Ueberzeugung kommen, daß ■man der Aguda nur dienen kann, wenn man sich zu ihr ohne Angst und ohne Furcht, zu Hause und in der Welt, im eigenen ■und im fremden Kreise, mutig bekennt. Unter dem (Eindrücke dieses Erkenntnis mögen unsere Führer am ד השנה begeistert das Banner der Aguda entfalten und die Anhänger der Aguda werden sich noch begeisterter um sie scharen und die Führer auf dem Weg der Aktivität freudig folgen. Nur mit einer aktiven Tätigkeit für den ■wahren G-ttesglauben, für das wahre orthodoxe Judentum, welches heute durch die Aguda repräsentiert wird, können wir auf den erwünschten Erfolg hoffen. Dieser Erfolg wird mit G-ttes Hilfe darin bestehen, daß ׳in •den orthodoxen Kreisen ein echt jüdisches, thoratreues Leben geführt wird, und dann wird der Glaube an G-ttes Einheit und G-ttes ■Allmacht auch in der Welt verbreitet werden, so daß ■in Erfüllung gehen wird, was wir ח השנה ■beten: וייראוך כל המעשים alle Geschöpfe werden dich ehrfürchten ויעשו כלם אגדה אחת und werden sich zu einem Bunde vereinigen. Die erste Arbeit wäre dann, eine Landesver- Sammlung einzuberufen. Diese hätte eine Leitung zu wählen, eine Leitung, welche die Aktivität der Aguda zielbewußt leiten soll. In den Ssukos-Tagen könnten sich alle Ortsgruppen rekonstruieren und die Bundesversammlung könnte spätestens im!Monate Kiszlew stattfinden. Hoffentlich wird der heutige Rosch Haschono nicht erfolglos vorübergehen und wird auf allen Gebieten die ersehnte Aktivität bringen. Diese wird mit dem ge wünschten Erfolge gesegnet sein und der Allmächtige wird erneuen über ganz Jisroel eine שנה טובה. (S. B.) Elul 5687. Amtliche Ferientage in den jüdischen Volksschulen. Laut Mitteilung der orthodoxen Landeskanzlei in Bratislava sind für die amtlichen Ferien an den jüdischen Volksschulen folgende Tage festgesetzt worden: 1. Rosch Photographisches Atelier 1. Gross, ll iura 1 111 liefert künstlerische Bildnisse zu billigen Preisen Für Emigranten (Chaluzim) und Brautpaare 20% Ermässigung Haschonoh: 26., 27., 28. September 1927: 2. Jom Kippur: 5. •und 6. Oktober 1927: 3. Suikkoth: vom Nachmittag des 10. Oktober bis inklusive 19. Oktober 1927; 4. Chanukah: 25. und 26. Dezember 1927; 5. Purim; 6. und 7. März 1928; 6• Pessach; vom 4. April bis inklusive 12. April 1928; 7. Lag b’omer: 8. Mai 1928; 8. Schwiiot'h: vom )Nachmittag des 24. Mai bis inklusive 26. Mai 1928. Oberrabbiner Dr. Gabriel Löwy ז צ״ ל. Nach langern, schwerem Leiden hat am 22. Elul Oberrabbiner Dr. Gabriel!Löwy aus L e v 0 c a (׳Lentschau) im Budapester orthodoxen Sanatorium das Zeitliche gesegnet. In einem Alter, das nach menschlichem Ermessen noch zu reichem Schaffen und kraftvollem Wirken hätte bestimmt sein können, mußte er seine reine Seele ihrem Schöpfer wiedergeben. Damit ist ein Menschenleben! zum Abschluß gelangt, das von Anfang bis zum Ende erfüllt war von den edelsten ■und heiligsten׳!Intentionen, das trotz furchtbarer körperlicher Leiden!und seelischer Qualen niemals ■aufgehört hat, jenem wahren lind einzigen Ziele zuzustreben, das allein dem ■irdischen Dasein Sinm und Wert zu verleihen vermag: dem religiösen שלמות, der in G-tl zugewandter Tat sich äußernden reinen religiösen Erkenntuis. Das Ringen um dieses Ziel gab dem!Leben und Wirken des Heimgegangenen einen tief tragischen Zug, der ihm die Sympathien aller ■gewann, die mit ihm in Beriihrung kamen. Geradheit des Wollens — י ש ר ו ת — und Aufrichtigkeit im Handeln — תמימות — vereingten sich in seiner vornehmen Persönlichkeit zur innigen!Frömmigkeit. Diese trat nicht nur •in seiner persönlichem Lebensgestaltung, nicht nur in der Erziehung seiner Kinder, sondern auch in seiner!Beziehung zur Gemeinde, die schon;in jungen Jahren seine Wirkungsstätte ward, zutage. Welche Mühe wandte er Jahre hindurch auf, urn diese Gemeinde sowohl in ihren Institutionen im besten Sinne nach dem ש ״ ע einzurichten als auch sie im ganzen organisatorisch an den orthodoxen Verband der!Gemeinden zu schließen! Und welchen Schmerz empfand er ■darüber, als er nach jahrelanger Mühe wahrnebmen mußte, auf welche Widerstände seine gute Absicht stieß! ■Der Verblichene entstammt einer ׳berühmten Familie, die dem Judentum Generationen von גדולים וצדילןים gegeben hat. ׳Er war Nachkomme des ״Machzis Haschekel“, dessen Bio- •graphie er erst im vorigen Jahr in dieser Zeitung aitsführlieh beschrieb, und Sohn des Sarbagader רב 1צ״ל . dessen 1 ח p צ ך sprichwörtlich geworden ist. Er lernte auf der Preßburger Jeschiwoh und später auf der Jeschiwoh des Rabbi Dr. Breuer זצ״ל in Frankfurt. An der Universität in ׳Straßburg im Elsaß wurde er auf!Grund einer Arbeit aus ■dem Gebiet der talmudischen Archäologie ■zum!Doktor der ■Philosophie promoviert. In ■seine Heimat zuriiekgekehrt, gewann ihn die ■Leiitschauer •Gemeinde, ■deren erster ■Rabbiner er ■ward, zu ihrem geistigen Führer. Mit einer edlen, gleichgesinnten Frau verheiratet, wirkte er ■durch sein gutes (Beispiel auf seine Kinder im Geiste seiner großen Vorfahren. Während seines langen Siechtums trug er seine Leiden ■g-ttergeiben geduldig. Sein Tod wird von eine/ ■ausgedehnten Familie, von zahlreichen Freunden und Verelirern tief ׳betrauert. ה ש י" ת möge sein Andenken zum Segen werden ■lassen ■und ■den Hinterbliebenen Trost spenden. זכרונו לברכה! R. Jlrmijoh Fried צ״לT Die ׳Bratislavaer orthodoxe Gemeinde ■beklagt ■den unerwarteten Heimgang ihres שו״ב וש״צ!Herrn Jirmiijoh Fried, der am 22. ■Elul unter großer Teilnahme aller Schichten der Gemeinde zu!Grabe getragen wurde. •Der Verblichene ist einer jahrelangen tückischen Krankheit im besten Mannesalter vorr 51 Jahren zum Opfer gefallen •u!nd hinterließ eine zahlreiche• Familie in tiefster Trauer. Er stand seit 15 Jahren im Dienst der Gemeinde und erfreute sich allgemeiner iBeliebtheit in allen Kreisen, die seinen Diensteifer und seinen seelenvollen, angenehmen Vortrag als ש״צ anerkennend!bewunderten. Die Nachricht von seinem Hinscheiden rief in der ganzen Stadt tiefe Erschütterung und aufrichtige, warme Teilnahme an dem Schmerz der schwer betroffenen Familie hervor. Dies kam auch i׳n den הספדים zum Ausdruck. Am Hofe •des jüdischen Hospitals schilderte zuerst Herr Rabbiner S׳alomo׳n!Uusdorfer als Nachbar ■und Freund den schweren Verlust, den! die Familie, die Gemeinde und das ganze Judentum erlitt. Am כיח החיים; gab im Namen der DTI Herr Rabbiner Samuel Donath der allgemeinen Trauer erschütternden und ׳beredten Ausdruck. Darauf hielt Se. Ehrw. Herr öberrabbiner Schreiher einen tiefbewegten הספד über den Heimgegangenen und ermahnte die Gemeinde zur Buße und Einkehr angesichts der Hinfälligkeit des menschlichen Lebens. Lebens ver si eher nngs Ges ellsebaft ״Phönix“ Zentraldirektion; Wien, 1. Riemergasse 2 ■■ Gegründet 1882 Gegründet 1852 *fl SS Volleingezahlfes Aktienkapital 4,000.000 Schilling ES Veisitherungsbesfand per Ende Juni 1927 über 1300 Millionen Schilling sss Prämien* und Zinseneinnahme ss im Jahre 1926 rund 54 Millionen Sdiiiling ES Vertragsanstalt zahlreicher gewerblicher Orga* 5s nisationen und Berufsgruppen im In- und Aus* 555 lande, empfiehlt sich zum Abschlüsse von 55 Lebens-, Renten-, Aussteuer-, Unfall-, ss Haftpficht-, Autoversicherungen SS Filialen in allen Bezirken Wiens, in allen ss Landeshauptstädten und größeren Ortschaften 5E Oesterreichs Es Tätigkeitsgebiet außerhalb Oesterreichs: "־־£ Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, SS in der cechoslow. Republik, Polen, Ungarn, Jugo- SS slawien, Bulgaren, Griechenland, Türkei, Ae ypten SS und Paläslina 02532348232323234848234848534848

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