Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1927-09-23 · 38 (23.9.1927) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2629891-2630197-2630234--2745-2634499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 38 JÜDISCHE PRESSE Seite 237 Plenarsitzung des geschäftsfOhrenden Ausschusses der Agnda Jisroel in Krakau. Stellungnahme zam Gemeindegesetz. — Entsendung einer Abordnung nach Palästina. Krakau, 16. September. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz des Wiener Geschäftsfiihrenden Ausschusses, Herrn Dr. Pinchas Kohn, fand Dienstag und Mittwoch den 16. und 17. Elul eine Plenarsitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel statt, zu der aus Frankfurt die Herren Rosenheim und Holländer, tus Wien die Herren Wolf Pappen heim und Dr. Leo D e u t s c h 1 ä n d e r, von den polnischen Mitgliedern die Herren Sejmabgeordneter K i r s c 11 b r a u n, I. M. L e w i n, A. S. Fried m a n n, Rabbiner Tobias H 0 r 0 w i t z, sowie alt'l Vertreter des Zentralrates die Herren Sejmaibgeordnetcr Oberrabbiner Lcwin aus Rzcszow und die Senatoren Baumingcr, Deutscher und S t e m p e 1 erschienen waren, Rabbi Chajirn Oser G r 0 d z e n s k i-Wilna halte einen Vertreter zur Sitzung entsandt. Die Beratungen galten zunächst organisatorischen und finanziellen Fragen. Angesichts des überaus schlechten Eingangs der Kopfsteuerbeiträge, insbesondere ,aus den östlichen Ländern, mußten anderweitige ■Mittel zur Erlialtung des Wiener Zentralbiiros bereitgestellt werden. Es wurde beschlossen, auf die Zeit vom 2 6. bis 2 9. Deze mber eine erweiterte Z e n t r a 1 r a t s s i t z u 11 g unter Teilnahme der Vorsitzenden der Landcsorganis a t i 0!1 c 11 nach Danzig, Berlin oder Wien einzu-!berufen. Die Zcntralratssitzuiig wird über die E i n b er u f u n g der K e 11 e s s i 0 Gedaulo endgültig zu beschließen haben. Vorangehen soll eine Pa- 1 ä s t i n a T a g u 11 g ■und im Anschluß eine Tagung des Keren Hathora stattfinden. Ueber die a 11 g e 111 einen Prinzipien der A g u d a - P 0 1 i t i k fand eine ausgedehnte Aussprache statt, die von Herrn Julius Holländer, Frankfurt a. M., durch eine längere Rede eingeleitet wurde. Herr Holländer verlangt eine Revision der bisherigen politischen Führung nach der Richtung, daß die Brücken zu den außerhalb der Aguda stehenden gesetzestreuen Kreisen nicht abgebrochen werden. Die Herren Dr. Pinchas Kohn und Jakob Rosenheim erwiderten. Zu einer entscheidenden Beschlußfassung kam es natürlich in diesem Punkte nicht. Hinsichtlich des Bajs Jakob-Seminars, dessen Grundsteinlegung in Verbindung ■mit der G. A.-Sitzung stattfand, wurden Abmachungen mit der Krakauer Ortsgruppe getroffen und der Beschluß gefaßt, daß ■die künftige Entwicklung der Bajs Jakob-Bewegung und die Führung des Seminars ■sowohl in administrativer als ■in pädagogisch-religiöser Hinsicht durch ein Statut geregelt werden ■soll. Auf Antrag des Abgeordneten K i r sch!braun wurde nach eingehender ׳Aussprache über die außenpolitischen Probleme, ■mit ■denen sich die Aguda in der letzten Zeit zu beschäftigen hatte, der Beschluß gefaßt, eine elfgliedrige politische Kommission aus Mitgliedern des G. A., des Zentralrates und der!Politischen Exekutive zu gründen, deren Aufgabe es ist, bei strikter Wahrung der Autonomie der Länder eine gewisse Einheitlichkeit der politischen Grundsätze auf religiöser Basis herbeizuführen, sowie diejenigen Maßnahmen vorzubereiten, die zum Schutz der jüdischen Rechte, ■soweit er in den Kompetenzkreis der Weltorganisation fällt, notwendig erscheinen. Die Kompetenzen der ׳Gesamtleitung bleiben unberührt. Nachdem die polnischen Mitglieder vertraulich über die innerpolitisch-jüdischen Verhältnisse in ■Polen berichtet hatten,!beschäftigte sich die Tagung in einer eingehenden Beratung mit den Problemen der J u g e 11 d 0 r g a 111s a 11 0 n e n in den verschiedenen ■Ländern und denjenigen der Poale Agudas Jisroel. Der!schließlich angenommene Beschluß macht den Landesorganisationen die sorgfältige Pflege der Beziehungen zur Jugend und zu den Poale-Agudisten und die tatkräftige Förderung ihrer Bestrebungen zur Pflicht und beauftragt eine Kommission, allgemein gültige Rich tlini e n für diese Beziehungen auf Grund von Vorschlägen, der Landes- Organisationen und der beteiligten Jugend- und Arbeiter- Organisationen auszuarbeiten. Hinsichtlich der i n n e r p 0 1 i t i ■s c!h e n und im besonderen der parlamentarischenFragen empfiehlt der G. A. den Landesorganisationen, neben den realpolitischen und taktischen Gesichtspunkten die religiöspädagogischen Wirkungen politischer Maßnahmen nach innen, besonders auf die Jugend, nicht aus dem Auge zu verlieren. Unter allen Umständen ■haben die Landesorganisationen dafür Sorge zu tragen, daß bei politischen Wahlen immer nur eine einheitliche agudistische Liste für das Land aufgestellt wird. Einen breiten Raum nahmen die inneren paläs tinensichen Fragen ein, insbesondere die auf Grund!des neuen Gemeindegesetzes im Gang befindliche N i ubildung von Gemeinden. Die eingehende Ausspräche führte zur Annahme folgender Resolutionen: 1. Der Geschäftsführende Ausschuß fordert alle gesetzestreuen Bewohner des Heiligen Landes auf, sich zu einer einheitlichen, unabhängigen orthodoxen Gemeinde zusammenzufinden. 2. Der G. A. beschließt, unverzüglich eine Delegation nach dem Heiligen Lande zu entsenden, um nach der in Resolution 1 angegebenen Richtung zu wirken. Endlich sprach der G. A. einstimmig seine schärfste Entrüstung über das in Jerusalem verübte Attentat gegen die Ehre des Rabbi von Ger aus und erklärte, daß für den Urheber dieser Beschimpfung iu der Aguda-Organisation kein Platz sei. Auch die in Polen zurzeit in Erwägung befindlichen Maßnahmen auf Aenderung der jüdischen Gem cin.de ■g e s e t z g e b 1111 g gelangten zur Besprechung•, indessen sah der G. A. davon ab, im jetzigen Stadium der Angelegenheit zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Organisationsfragen. ״Das Tadeln ist gar leicht in eines ■andern Sachen; doch kann’s!gemeiniglich der Tadler nicht besser machen.“ Mit dieser Inschrift, ׳die ein mittelalterlicher Stadtmagistrat an dem Rathausc anbringen ließ,!hätten mißliebige Nörgler und wohl auch unerwünschte Kritik der Maßnahmen der Obrigkeit zürn Schweigen gebracht werden sollen. Das konnte aber so nicht gehen, weil der Spruch ■für diesen Fall nicht zu trifft.!Es sind ja nicht eines anderen Sachen, die ״die hohe Obrigkeit“ zu erledigen berufen ist. Sie ht die Sachwalterin der gemeinsamen Interessen aller. Dies müssen beide Teile, sowohl die Führer als die breite Masse, sich gegenwärtig halten, wenn das Gemeinwesen gedeihen soll. Die Führer müssen offene Ohren und Ansen für die Bedürfnisse und Wünsche aller haben, die ׳Allgemeinheit hat Herz und Hand für ■die Pflichten der Allgemeinheit offen zu halten. Die Nutzanwendung dieses Satzes täte der Wiener Orthodoxie gewiß sehr wohl. Mit Befriedigung und Wohlgefallen kann man fcststellen, daß in den letzten Jahrzehnten der Geist des׳ traditionellen Judentums in Wien ganz wesentlich erstarkt ist. Die Zahl derer, :die zu der angestammten Thoratreue stehen, ist!Gott sei Dank in stetem Wachsen und hat der Gesamtheit der Wiener Judenschaft gegenüber sich in Stellung und Ansehen zu setzen gewußt. Wenn die Orthodoxie aber doch noch nicht jene Geltung zu erringen imstande war, liegt das an einer Reihe ■von Mängeln, ■die die liebe (oder unliebe) Gewöhnheit dauernd zu erhalten weiß und deren Beseitigung wohl nicht mit einem Schlage, doch Schritt für Schritt zu er-, zielen wäre. ■Aus der Erkenntnis heraus, daß ■jüdische religiöse Angelegenheiten nur von jüdisch-religiösen Sachwaltern richtig vertreten werden können, haben diese es ja!hrzehntelang abgelehnt, in den Kultusvorstand der!staatsgesetzlich gebildeten Zwangsgemeinde einzutreten.!Erst das geänderte Wahlprinzip machte es möglich, daß Männer, die von dem Vertrauen der religiösen, überzeugungstreuen Juden getragen waren, in die Kultusstube einzogen. Selbstverständlich, und das wurde auch immer wieder neuerlich betont, haben die!Erwählten die Pflicht übernommen, gemeinsam mit den übrigen Vertretern gewissenhaft Sorge zu tragen, alle Interessen wahrzunehmen, welche die Wiener Judenschaft in ihrer Gesamtheit und als Gesamtheit betreffen. In dieser Stellung aber, zur!Erledigung der religiösen Fragen, bat sich ■hiedurch nichts geändert. Ortho- ■dox-jüdische Fragen!können weiter nur von orthodoxjüdischen Körperschaften und Vertretungen bereinigt werden. Was ist geschehen? Was haben die!Männer unseres Vertrauens im Kultusvorstande getan, um unsere religiösen Interessen zu vertreten, die ja doch auch ihren Anschauungen entsprechen? Gewissenhafte Parlamentarier, die sich dessen bewußt sind, durch das Vertrauen ihrer Gesinnungsgenossen auf die öffentliche Tribüne berufen zu sein, suchen ständige Berührung mit ihrer Wählerschaft. Sie berichten über die Vorgänge des parlamentarischen Lebens, hören und achten auf die allgemeine ■Stimmung, auf die öffentliche Meinung, deren Echo sie im Beratungssaal mit um so mächtigerer Stimme um so nachhaltiger zu Gehör bringen können. Neben dieser augenblicklichen Wirkung, die eine!öftere Berichterstattung und!Fühlungnähme mit der breiten Oeffentlichkeit hat, kommt ihr eine hochbedeutsame propagandistische und erziehliche Wirkung zu. Mit mehr oder weniger Recht oder Unrecht wird darüber geklagt, daß die orthodoxen Kreise keine!Eignung oder Neigung zur Organisation und Disziplin zeigen. Jeder lebt für sich nach dem Schulchan Aruch. Er bezahlt bestenfalls irgend einen mikroskopisch kleinen Mitgliedsbeitrag und glaubt, damit seine Pflicht der Allgemeinheit gegenüber erfüllt zu haben. ׳Zu fordern, viel, alles zu fordern, fühlt er sich berechtigt. Sonstige!Pflichten sind ihm!Hekuba. Das muß anders werden und das wird anders werden, wenn die große!Masse derer, die treu zum überkommenen Judentum stehen, ständig über die!Fragen des Tages, über die Kämpfe und Schwierigkeiten der ׳Stunde gewissenhaft unterrichtet werden. Dadurch wird ihnen gezeigt werden, daß es nicht eines anderen Sache gilt. Jeder wird sich sagen tua res agitur, und durch das Gefühl, den eigensten heiligsten ■Interessen zu dienen, werden die Gleichgesinnten — über alle trennenden politischen!Anschauungen hinweg — zu mächtigen, festen Organisationen zusammengeführt werden müssen, welche mit dem entsprechenden Nachdruck die Lebensnotwendigkeiten der glaubenstreuen Judenschaft werden sichern können. Ein hoher erziehlicher Wert ergibt sich auch aus dem Bewußtsein, einer festgefügten Organisation anzugehören.!Das Gefühl der innigen und engen!Zusammengehörigkeit macht es leichter, Opfer der Allgemeinheit zu bringen, und belehrt jeden,!daß es nicht angeht, nur ■zu fordern. Man wird sich dessen bewußt, daß dem öffentliehen Interesse Gegenleistungen geboten werden müssen, daß die!Einrichtungen und Anstalten, die allen dienen, von I den einzelnen erhalten und gefördert werden müssen. ■Es 1 ist ja klar, daß die bestehenden Organisationen die Grundläge und ■den Kristallisationskern für die weitere Entwicklung abgeben müssen. Oie Adas Jisroel, deren bescheidener Anfang nahezu acht Jahrzehnte hinter uns liegt, ׳hat sich im Laufe der Zeit zu einer für die Wiener Verhältnisse notwendigen und charakteristischen mächtigen Einrichtung entwickelt. Sie bildet den Kern und Mittelpunkt einer Gesamtvereinigung aller glaubenstreuen Elemente ohne Parteiunterschied. Sie muß sich aber auch ihrer Aufgabe voll bewußt werden, sowohl nach außen als nach innen. Herbstneuheiten in Crepe Satin Peau de Crepe Metallbrokat Charmeuse faconne Velourchiffon Glacier und faconn6 Spezialseidenhaus Duldner & Deutsch Wien, VII., Neubaugasse Nr. 10 Wenn auch die Adas Jisroel bis jetzt in uneigennütziger Weise die rituellen Bedürfnisse der glaubenstreuen Judenschaft von ganz Wien besorgte, darf sie sich mit dieser Aufgabe noch lange nicht zufrieden geben. Es sind noch viele Pflichten und Aufgaben vorhanden, die kaum begönnen sind.!Zunächst sei hier der Grundlage des ■jüdischen Lebens gedacht, des ■Schulwesens. Der allgemeine Schulunterricht ist eine Frage für sich, die ganz besonders besprochen und gelöst sein will. Aber auch der Thoraunterricht verlangt eine Vereinheitlichung in ganz ׳Wien. Und darum schon müßte ein ständiges inniges ׳Zusammenarbeiten mit den übrigen ßethausvereinen unbedingt angestrebt werden. Sicher aber könnte eine wirkliche, großzügige jüdische, religiös-jüdische nämlich, Fürsorgetätigkeit nur durch ständige innige ׳Zusammenarbeit aller mit Erfolg in Angriff genommen werden. Wir haben eine Reihe von Vereinigungen, z. B. den Krankenhausverein, die ganz Hervorragendes leisten. Trotz der bedeutendsten Anstrengungen können die ׳Leistungen den Bedürfnissen nicht genügen, schon aus dem Grunde, weil die Vereine und Anstalten bloß dann bekannt werden, wenn sie in Anspruch genommen ■werden sollen. Wenn es sich um!deren Förderung handelt, möchte sich eben nicht jeder zur Zugehörigkeit bekennen. Ganz besonders wichtig• und dringlich ist die Betätigung der Interessengemeinschaft bei der Erfüllung un׳d Wertung ideeller Aufgaben. Das Studium der Thora bei den Jüngeren, die Unterstützung der Thoragelehrten könnte erst dann den richtigen Umfang und die volle erzieherische Bedeutung für ,die Wiener Judenschaft gewinnen, wenn wirklich alle, die daran interessiert sind, mitarbeiten. Gibt es heute noch irgendwo einen Menschen, der die Unentbehrlichkeit der Presse zur Förderung eines großen Gedankens in Zweifel ziehen könnte?!Und wie verhält man sich ,dieser ׳Aufgabe gegenüber? Den größten Gewinn aber von einer zusammenfassenden ׳Organisation hätten die einzelnen Bethausvereine durch gegenseitige Förderung und Unterstützung sowohl in materieller und ethischer!Richtung. Die Kräftigung und Erstarkung dieser Institutionen ■wäre eine wirksame Bele'bung des ׳altjüdischen Gedankens, ׳des kehillamäßiigen Zusammenhanges der in verschiedenen Teilen 1■der ׳Groß- Stadt versprengten jüdischen Elemente, die durch das gegenseitige Beispiel zu den alten Ueberlieferungen zurückgeführt werden könnten.!Auf dem Gestern muß das Heute aufbauen, damit es Gewähr für das Morgen bietet. RAST VOM TAGE Der XV, Zionistenkongreß. Die Wahl der Exekutive. Weizman® Präsident der O r!g a n isation; Sokolow Präsident der!Exekutive; Eder, R 0 s e n b 1 ü t h, L ,i p s k y Mitglieder der Londoner Exekutive; Colonel Kisch, 'Doktor Sacker u in d ׳Henriette ■S z ci 1 d Mitglieder des palästinensischen Direktoriums. Misrachi und die neue Exekutive. Rabbi!Berlin gab für den Misrachi folgende Erklärnng ab:!In!Anbetracht dessen, daß die Entweihung der Heiligtümer des Volkes in Erez Israel in schmerzlicher und!beschämender Weise dauernd fortgesetzt wird!und alle von seiten des Misrachi an die höchste!Leitung der Zionistischen ׳Organisation gerichteten Forderungen, gesetzliehe Sicherung zu geben, daß sich solche Vorfälle in Zukauft nicht wiederholen, nicht erfüllt worden sind, ׳und in Anbetracht dessen, daß die vorgesohlagene Exekutive, abgesehen ׳davon, daß sie in ihrer persönlichen Zusammen- Setzung nicht ,als die Vertretung aller ׳Richtungen in ■der Zionistischen Organisation angesehen werden ■kann, daß ■sie in ihrer Mehrheit aus Personen besteht, die den Geist des Volkes und seine Seele nicht kennen, und keine •Garantie für die ׳Zukunft besteht, daß die Arbeit der Zionistisehen Organisation in Erez Israel im Geiste des Volkes und seiner Tradition• ׳geführt wird, auch mit keinem praktischen Wlirtschaftsplan gekommen ist, der!geeignet wäre, die schwere!Lage in Erez!Israel ■zum Besseren zu wenden, in Anbetracht alles dessen sieht der Misrachi keine Möglichkeit für sich, sich an der Wahl einer solchen Exekutive zu beteiligen, lehnt jede Verantwortung ■für ihre Taten ,ab und ׳hat gegen sie gestimmt. (Diese erbitterte Erklärung des Misrachi ist nur allzu verständlich. Bei der Bildung der neuen Palästina-Exekutive wurde Misrachi überhaupt nicht berücksichtigt. Herr Van Vriesland, gegen den Misrachi aus triftigen religionsgesetzlichen Gründen schärfste Opposition gemacht hat, wurde, wenn ■auch nicht formell, so tatsächlich als ׳Hauptstütze ■des neuen Direktoriums in Palästina gewählt. Herr Van Vriesland ist Treasurer und dies ist der wichtigste!Posten, besonders in Zeiten, wo ׳man sparen ■muß. Auch auf einer anderen Linie hat Misrachi leider eine ׳Niederlage erlitten. Nach den schändlichen Vorfällen anläßlich des letzten Schebutohfestes in En Charod. wo Chaluzim trotz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.