Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 38 (23.9.1927)
- Date
- 1927-09-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38 JÜDISCHE PRESSE Seite 239 Aufruf! Viele Familien sind wegen der Erkrankung ihres Ernährers einerseits, andererseits durch Arbeitslosigkeit des Familienoberhauptes in eine traurige wirtschaftliche Lage versetzt. Die Kinder hungern, die Menschen verkommen, die rauhe Jahreszeit steht vor der Tiir, hunderte Menschen sind ohne die notwendigsten Mittel, sind ohne Bekleidung, ohne Beheizung, in feuchten, ungesunden Wohnungen den Unbilden einer rauhen Jahreszeit aus* gesetzt. Wir wenden uns an die humanen jüdischen Mitbürger, durch edle Spenden die Not der Armen zu lindern. Die hohen Feiertage machen jedem Juden zur Pflicht, dem Armen zu helfen, den Bedrückten aufzuriohten, den Bedürftigen zu beschenken. Gedenket der armen, verlassenen, hilflosen Menschen durch Spenden aller Art, wie Kleider, Lebensmittel und Geld.. Geldspenden mögen an Herrn Dr. Alex. Stein, Michelergasse 7. Kleider und Naturalien an Frau Max Deutelbaum, Zrinyiigasse 1 a, gesendet ׳werden, welche mit Dank quittiert und veröffentlicht werden. Das Präsidium des Vereines ,yEsra, Hilfe in der Not“. Für das orthodoxe Erziehungswerk im Heiligen Lande. Die kritischen wirtschaftlichen Verhältnisse im Heiligen Lande zwingen die Leitung der unter der Aegide de Agudas Jisroel nach den Weisungen ,Rabbi C h a j i m Sonne nfelds ins Leben gerufenen und -geförderten orthodoxen Erziehungsanstalten abermals, die Judenheit in unserem Lande um tatkräftige Unterstützung dieses bedeutsamen Werkes anzugehen. Wenn die dau ernde rEhaltung des Judentums in Erez Jisroel erhofft werden darf, so kann sich diese Hoffnung nur an das Vorhandensein von Lehranstalten knüpfen, in welchen wahres, altes, bewährtes Judentum, wie wir cs von unseren Vätern ererbt haben, gelehrt und gelebt wird. Daß es hier in den Gemeinden der Slowakei an Verständnis für die Notwendig dieses Erziehungswesens und seiner Erhaltung nicht mangelt, bewies die Aktion, die im vorigen Jahre anläßlich der Anwesenheit des Rabbi Mosche Blau mit solch gutem Erfolge eingeleitet wurde. Noch haben sich aber die wirtschaftlichen Verhältnissc nicht zum Besseren gewandt und die Leitung kämpft täglich und stündlich um die Existenz dev ךן»ךן Anstalten. Die חלמידיס müssen monatelang auf ihr karg liches Gehalt warten und den Eltern, fast ausschließlich die Aermsten der Armen, graut vor der Gefahr, in Ermanglung guter Lehranstalten ihre Kinder am Ende doch noch Schulen anvertrauen zu müssen, die dem Geiste des Judentums zuwider sind. In dieser!Notlage mußte sich R a;b b. Mosche G 1 ii c k m a n n - P 0 r u s c h, Sekretär der Agudas Jisroel in Jerusalem, ausgerüstet mit dem Empfehlungsschreiben des Rabbi Chajim Sonnenfeld und seines RabbinatskoHegiums, dazu entschließen, abermals unsere Gemeinden aufzusuchen und seinen Eifer für das Heilige Land .in den Dienst der g־u׳ten Sache zu stellen. Auf esine Anregung bildete sich zunächst in Prcßburg ein Komitee, das mit der Sammlung von Spenden zur finanziehen Auf hilf e des orthodoxen Erziehungs wesens im Heiligen Lande auch sogleich begann. Die Sammlung zeigt schon in den ersten Tagen recht schöne Erfolge auf und wird — hoffentlich — auch in diesem Jahre wesentlich zur Stärkung der jüdischen Jugenderziehung beitragen. Am 21. Elul weilte Herr Rabbiner Porusch in T rnava, wo über Anregung Sr. Ehrwiirden des Herrn Oberrabbiners S. D. U n g a r sich ebenfalls ein Komitee der angesehensten Gemeindemitglieder zusammensetzte, das die Veranstaltung einer Sammlung übernahm. In den nächsten Tagen wird Herr Rabbiner Porusch seine Reise fortsetzen. 8. Ausweis der Spenden zugunsten des durch das Erdbeben in Erez Jisroel geschädigten Glaubensgenossen. Auf Grund der Aktion des Kolel Schomre Hachomoth gingen beim Bratislava er Kuratorium ■f o Igende ׳Beträge ein: Bratislava (5. Sendung): Bethaus Brüll, durch P. Adler tsch. K 377 *(bisher zusammen aus Bratislava tsch. K 14.018); Dun. Streda (2. Sendung): durch Markus Herma» tsch. K 575 (bisher zusammen aus Dun. Streda tsch. K 4778.60); Nitra (1. Sendung): durch Ort'h. isr. Kultusgemeiude tsch. 1K 354: Noiv aky: durch Orth. isr. Kultusgemeinde tsch.K 100; Sonic a: durch Moritz Deutsch & Isidor!Kohn tsch. 1K 609: Sahy (2. Sendung): durch Oberrabbiner Anton Weiß tsch. K 252 (bisher zusammen tsch. K 1945); ׳Sala n. V.; durch Philipp Fleisohmaim tsch. K 2500; Vrbovö: durch Ghcwras Charedim tsch. K 1080 .(׳bisher zusammen aus Vrbove tsch. K 3456); .zusammen tsch. K 5847׳; bisher ausgewiesen tsch. K 98.625-65; zusammen tsch. ׳K 104.472.65. Von der Mensa der Preßbnrger Jeschlwoh. Zu den Institutionen der!Bratislavaer Gemeinde, die an diesen Tagen der ״Barmherzigkeit nud Milde“ an den Wohltätigkeitssinn aller Juden und Jüdinnen appellieren, zählt .sicherlich nicht an letzter Stelle die Mensa der P r e ß b u r g‘e r Je sch iw oh. Eiue der jüngeren, ist sie dennoch die älteste jener Anstalten, die mit Recht die höchste Aufmerksamkeit verdient von seiten aller Juden, denen das Juden nicht bloß ein ■inhaltloses Wort ist. Die Preßburger Jeschiwoh bedeutet ein Stück jüdischer Geschichte. An sie knüpft eine Epoche des Aufschwungs im Geistesleben des Judentums unserer Länder an. Mit ihr beginnt eine Blüte-!zeit unserer Gemeinden; denn aus ihr ging ein Großteil jener Rabbiner und — was vielleicht noch höher einzuschätzen ist — •baalebatischen לומדי תורה לשמה hervor, die mit zielbewußtem ■Streben und erfüllt mit grenzenloser Liebe und glühender ׳Begeisterung für 1G-ttes Wort und G-ttes Volk, einen Geist unbeirrbarer Thoratreue in die Gemeinden hineingetragen haben, wie er auch in früheren Jahrhunderten nur bei außergewöhnlichen Ereignissen sich zeigte, und der auch jetzt noch, trotz des allseits tief ׳beklagten Niederganges und Verfalles, nicht völlig vernichtet werden konnte. Die Erhaltung der Preßburger Jeschlwoh für die Gegenwart und Zukunft ist Ehrenschuld aller Juden, denen ihr Wirken zugute kam. An diese Ehrenschuld soll gedacht werden, wenn au die Unterstützung der Mensa gemahnt wird. Wer würde nicht aus innerer Verpflichtung alles bieten, was er vermag, wenn er um ein bis zwei ״Kosttage“ für die Schüler der Jeschlwoh angegangen würde? ׳Und nun, da diese ״Kosttage“ für erwachsene Bachurim mit all ihren Vorzügen und Nachteilen — in der Großstadt zumindest und an größeren Jeschiwohs — der Vergangenheit anghören -und ,die Veriköstigung der Jeschi wothzöglinge institutionell“ durch die ■Mensa geschieht, ist es nicht selbstverständlich, daß die ■Dankesschuld und die innere Verpflichtung auf diese jüngste .Institution der Jcsohiwoh, die ״Kostgeberin“ der Bachurim, übertragen werden sollte? Um die Aufbringung der Mittel ׳für die Erhaltung der ׳Mensa bemüht sich ׳unter Vorsitz des!Herrn J. F 1 e i s c li m a n u eine Kommission, deren Mitglieder, besonders der agile und unermüdliche Herr Em- Leuchter, eine immense Arbeit leisten miissen, um aller Schwierigkeiten Herr zu werden. Ueber die Verwaltung .der Mensa vom letzten Jahre dürften folgende Daten allgemein interessieren. ׳Die Verwaltung verausgabte während der zehn Monate, da die Mensa geöffnet war, zirka 120.000 tsch. Kronen in bar, •und Lebensmittel, die in natura gespendet wurden, im Werte von etwa 50.000 tsch. Kronen. Zu diesen Beträgen stellten die Bachurim selber insgesamt 25-000 tsch. Kronen bei. Es wurden .monatlich annähernd 4000 Mahlzeiten zu Mittag und 3000 bis 3500 zu!Abend verabfolgt. Infolge einer solch starken Belastung ist es begreiflich, daß das Jahr mit einem größeren Defizit schließt, ■für welches vorläufig eine ׳Deckung fehlt. ׳In nigen Wochen •beginnt ein neues Semester. Wieder den etwa 2000 Bachurim auf die Mahlzeiten sein, die ihnen die Mensa gibt.!Die Bitte ׳Freunde der Jeschiwoh und des Thoralernens überhaupt, der Mensaleitung durch feste ■Beiträge, gelegentliche Spende n und N a t u r a 1 i e n z u Weisung die Mögwewerangewiesen ergeht an alle liebkeit zu verschaffen, den erhöhten Ansprüchen zu ge- ■migen und als Folge davon, der Preßburger Jundenschaft ihre berühmteste Institution zu erhalten. Der Verein ״Hachnosas Kaloh“ in Bratislava, Es sind nicht immer die nutzlosesten Vereine, von ■denen man am wenigsten spricht. Wie viele gibt es, die noch niemals einen Beitrag geleistet haben zugunsten eines Vereins, der noch vom großen ״Ohasam Safer“ צ ״ ל T tos Leben gerufen wurde!und seit mehr als 150 Jahren in Preßburg still, aber ungemein segensreich wirkt. ׳Und dabei verfolgt dieser Verein ״Hachnosas Kaloh“ einen Zweck, der von jedem edel und jüdisch fühlenden Menschen׳ uneingeschränkt gebilligt werden muß. Arme ׳Bräute aus Preßburg, die sich einen kleinen Hausstand fürs Leben errichten wollen, werden von diesem Verein je nach den ,Mitteln, die zur Verfügung stehen, mit kleineren und größeren!Beträgen unterstützt. Kleine Familien in großer Zahl sind über die ersten Schwierigkeiten ״des!Anfangs“ oft genug nur mit Hilfe dieses schönen Vereins hinweggekommen. Familienglück und Zufriedenheit erhielten!vielfach ihre erste materielle Basis durch die Beisteuer, die der Verein ״.Hachnosas Kaloh“ der 'Braut gegeben ׳hat. In den ׳letzten drei Jahren allein, da die Herren Em. Leuchter und Juda Grünwald für den Verein sich aktiv einsetzten, wurden etwa 60-000 tsch. Kronen verausgabt. Möge an den hohen Feiertagen der Edelsinn vieler Glaubensgenossen dieses Vereins und seines erhabenen Zweckes gedenken! (Ammerk.ung der Redak'tnon: Wir erinnern Im Zusammenhang mit dem obigen Appell des ,,!Hachnosas Kaloh“-׳Vereins an eine schöne Institution des Judentums, •die leider allzu sehr in Vergessenheit zu geraten droht, nämlich an das □ מעשר כספי ,an die Pflicht der Zehnte!ח abgabe von Vermögen und Erwerb. Wenn jedes junge Ehepaar von der erhaltenen Mitgift pflichtgemäß den Zehnten absondern und tim eigenen!Freuden- und Glücksgefühl auch der armen Ehepaare gedenken würde, so könnte der Verein ,Hachnosas Kaloh" in der Zeit der wirtschaftlichen Krisis gar mancher Braut zu einem Hausstand verhelfen.) Hilda Schön Ungar.-Brod Gustav Breuer Wr.-Neustadt (Mattersburg) Verlobte. Herr Rabbiner David Frietimann und Frau Wien •— Wr.-Neustadt gratulieren herzlichst Herrn Gustav Breuer« Wr.-Neustadt, anläßlich seiner Verlobung mit Fräulein Hilda Schön. בע״ה. Aron Matter Wiedermann Rozsi Engel Velky Boökov Huat Verlobte Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe, P reSov, gratuliert herzlichst ihrem hervorragenden Präses, Herrn David Ackermann, anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein Gisa Oestreicher aus Bardiov. Die Agiidns Jisroel-Jugendgruppe, Mitra, gratuliert herzlichst ihrem Gründungsmitgliede Herrn Samuel Weisz zu seiner Vermählung mit Fräulein Särlka Fuchs aus Novä Zämky. בירא עולם בקנין, השלם זה הבנין 1 Erstklassige Restaurant-Köchin wird sofort aufgenommen. Ferber, II,, Im Werd 13. בברכת מז״ט חמה ונלכבה הננו מברכים את הכרנו היקר המז״מ ובו׳ כמר אהרן מתתי׳ וויעדערמאני נ״י וו׳ביטשקאוו לרגלי בואו בברית הארוסין עם בתו של הנניר מו״ה גרשון מאיר ענגעל נ״י, הוסט• אליעזר שאפפער, אהרן הכהן ריאמאנט, מרדכי גראסס, ארי׳ שווארץ, אהרן קינסטליכער, חזקי׳ יערב ווייסם■ משה חד ראזענפעלד, אברהם יעקב פעטסאנן Lehrling« 14 Jahre alt, mit 4 Bürgerschulklassen, aller drei Landessprachen mächtig, sucht Posten in orth. Textilwarengeschäfte. Zuschriften an Philipp Klein, Sintava b. Sered n. V. Witwe, 38 Jahre alt, aus besserem jüdischen Hause, Besitzerin eines gutgehenden Lebensmittelgeschäftes und schöner eigener Wohnung, sucht zwecks Ehe einen gutsituierten, besseren Herrn, Alter egal. Zuschriften unter ״Religiös“ an die Wr. Administration des Blattes. I faunend billig und schön Uefert alle Gattungen Drucksorten in allen Sprachen für Kultusgemeinden, Vereine, Geschäfte und Private die weltbekannte Firma AMU NEUFELD Kosmos-Druckerei* Kunstanstalt GALAN TA. (G. S. R.) Bitte um Einholung meiner allerbilligsten Preisofferte.! Leistungsfähigste, mit elek- Irischem Betrieb modernst eingerichtete Buchdruckerei. Gegründet im Jahre 1889, Spezialität: ספרים &dt ־׳ירעףי Schrift. Verlag der weltbekannten Gebettafeln für Synagogen : Auf Wunsch sende Katalog gratis und franko. Bitte ausschneiden! TELEGRAMM! Außer den bekannt billigen 3 Preisen alles um Bitte aufbewahren! 20 Groschen ■50 —™י Groschen ־h־C 1 Schilling j I. 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