Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 15-16 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 11$ <U2*■ JÜDISCHE PRESSE Nr. 15/16 Pflichterfüllung zu widmen. Wie anders gehen solche jo« dische juiige Menschen durchs Leben, wenn sic, ehe sie in dem Strom der Zeit untertauchen, eine Stunde lang sicli mit dem Rüstzeug jüdischer Lebensauffassung versehen haben. Einmal sollte es doch jeder, der es ehrlich meint mit seinem jüdischen Bekenntnis, versuchen, seine Tages- Arbeit mit einer Stunde Tlraurolernen einzueliten, und sie würden sehen und verstehen, wie schade cs ist, die Jahre der Jtigend zu verbringen, ohne sich ein geistiges Kapital zu sammeln, das später, wenn überhaupt, nur unverglcichlieh schwer zu erreichen ist. Für die anderen, die des Morgens verhindert sind, sind Abendschiuriin vorgesehen, die die Kenntnis aller jüdischen Wissensgebiete vermitteln . sollen. Vortragszyklcn werden den Hörern geschichtlich Interessantes und Wissenswertes aus jüdischer Vergangenheit näherbringen. ' Was während der Woche ernste Arbeit tut, soll an werkfreien Tagen durch.gesellige Veranstaltungen wirksam unterstützt weiden. Das imstreitbare und au sich sehr oft begründete Bedürfnis nach Ausspannung und Zerstreuung birgt in der Großstadt eminente Gefahren. Die Gesellschaft, in der Zerstreuung und körperliche Erholung gesucht wird, ist unserer nur sehr selten wesensgleich, und wie oft ist es schon vorgekommen, daß junge Mensclien mit den besten Veranlagungen, die durch Erziehung in Schule und Haus ganz zu uns gehören, oft nur durch einen harmlosen Aus* flug in ganz andere Richtung gelenkt wurden. Dem soll gesteuert werden. Im Kreise Gleichgesinnter werden all* sonntäglich Wanderungen und sonstige gesellige Voranstaltungen uiiternonimon. Auch größere Touren für Geiibtere werden unternommen, und es .ist jedem der ehrlich Meinenden die Ausrede genommen, daß er in diesem Kreis nicht auf seine Rechnung kommt. Ein Schwimmbad, das gemietet wurde, wird auch diesem Bedürfnis Rechnung tragen und so der Ungeheuerlichkeit, daß in Wien jemand, der cs mit seinen sittlichen Begriffen nicht vereinbaren kann, in Faniilienbäder zu gehen, nicht schwimmen kann, wenn auch nur schwach begegnen. Eine reichhaltige Bibliothek, der auch eine Leihbibliothck ungegliedert ist, gibt reichlich die Möglichkeit zur Zerstreuung zu Hanse in erlaubter Weise. Wer die Gefahren der modernen Literatur kennt, wird auch die Wichtigkeit dieser Institution richtig einzuschätzen wissen. Für die Jüngeren ist das gleiche im eigenen Kreis vorgesehen. ■״ Es bliebe nur noch zu wünschen, daß all diese mustergültigen Einrichtungen in einem Ausmaße in Anspruch genommen werden, wie es einer so ansehnlichen Gemeinde wie die der Wiener Orthodoxen entspräche. Eltern und Jugend, beiden in gleichem Maße, würde so manche Unannehmlichkeit erspart bleiben, wenn sie es verstünden, neben der richtgien Schule die richtige Gesellschaft für das heranreifende Geschlecht zu suchen. Vielen, denen, wie ein großer Dichter, sagt, auf :dem Weg des Lebens die heiligsten Grundsätze verloren gehen,' würden diese nicht nur erhalten bleiben, sondern sö in Fleisch und Blut über.־־;ehen, daß es uns'um die Zukunft wirklich, nicht bange zu sein braucht. Das ist es uns wohl auch so nicht, da Sich verheißungsvolle Ansätze zeigen, aber zum Sieg gehört eine starke Reservearmee, die erfaßt werden/muß und die Reihen der kampiesfreudigen orthodoxen Jugend verstärken ,lind schließen soll, Scftiurim-Proisaasschreibeii der Agtidas-Jisroej- Jugeiidgruppe IE -Selbst in alter Zeit, wo noch Herz, und Sinn eines besseren Geschlechtes ganz in Thäuroh und Awäudoh aufgingen, sähen sich Isroels Führer veranlaßt, den Talmidirn öfters Preise für die Lösung von Problemen auszusetzeh. Um wie viel mehr muß dies in unserer Zeit von Nutzen sein, da ,doch, der Mensch im Daseinskampf fast seine ganzen Kräfte entfalten muß, uin sich oben zu halten. Diese Ueberlegung hat uns veranlaßt, .den . Hörern unserer Schiurim. folgendes Preisausschreiben vorzulegeii. Jeder; Schinrleiter wird bis ר״ח סידן zwanzig sich im Lernen ergebende Fragen, herausgreifeit, die die Schiur־ tcilnqhmcr jedesmal innerhalb einiger Tage zu beantworten haben werden/ Je nach dem Grade der Vorbildung der Teilnphflier werden in den verschiedenen Kursen schwerere oder jeiclitcrp Fragen gestellt werden. Nach der Zahl der beantworteten Fragen wird dann das Los über die Zuerkeiinuhg der -Preise entscheiden, wobei die einzelnen Schiurim, ob für- Anfänger oder Fortgeschrittene, untereinander, gleichberechtigt sind, Die genauen Bedingungen sowie die Art der Einzelpreise, deren‘Gesamtwert ungefähr S ISO ausmachen dürfte, Werden' in unserem Lokale, angeschlagen werden. Zur Teilriühnieain'. Preisbewerbe sind die regelmäßigen Hörer aller Schiurim' berechtigt. * ־..'r, Die Unterrichts-. und Geseliigkeilssektiöri. &! Nachrichten. i@! 1 ,י: »׳■״י״■׳■*» ■״■—׳■■י—■״״—— ■■—■«״ ■■■״!’«.׳ ״ ■״ *י״י״ך״יך Jim.—fl Obcrrabbiner Fürst in der Schönlaternschul. Sanistag, den 23. d. M., am שביעי ׳שלי פסח wird Herr Seliöhlaternschuir L, Schönlaterngasse 6, eine דרשה Obcrrabbiner J. Fürst um halb 11 Uhr vormittags in der abhälteh. ''Y;'r Öbevrabbhjc-r Ehreniekl. MaUersburg, in Wie». Schäbbos Parschos Hocliaudescii Weilte Obcrrabbiner Sftpiuel E h.r e n f e 1 d 11. Mattersburg, in Wien und hielt z\Vej Droschoth, deren eine ei־ im Verein der Mattersburger . u|d die zweite im großen Saal der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien hielt. Ani Schäbbos vormittags vereinigten si^li sämtliche Mitglieder des Vereines der Mattersburger in Wien! wie allwöchentlich zum Schiur in ihrem Vereinslokale,, clor diesmal aber vom Oberrabbiner ihrer Heimatsgemeinde gehalten' wurde. Herr Oberrabbiner Ehrenfeld wu'räc. :IsunReHst.־ vom Herrn N. Hönigsber und dem Obmann.'des Vereines Herrn M. Leit ne r auf das herzlieliste ijegnißt, hierauf hielt Gberrabbiner Ehrenfeld eine «TÖßangelegfe Droscho und eiferte in begeisterten Worten die Mitglieder jic,s Vereines an, die von ihrer Heimat überuömmene Tradition auch in der Großstadt zu bewahren. In be'sönders. eindringlichen Worten ermahnte Oberrabbiner Ehrenfeid seine Zuhörer, ihrer Heiiiiatsgemeinde, der Jesclilbä ln, Mattersburg, die mit großen Schwierigkeiten kämpft,. zu gedenken. Nachmittags hielt Oberrabbiner Ehrenfeld im vollbesetzten, großen Vortragssaal der Agudas. Jisrbel-Jugendgruppe eine Deroscha, in Form u!)d ■ Üibalt gleich 'vollendet. Der Vortrag gipfelte in der tiefempfundenem Mahnung zu unentwegtem Kampf und Unter-; Stützung von Thatiro und ihrer Lehranstalten, die heute; schwerer denn ie tm> ihre Existenz riügea. Den Abschluß ■ Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Stagigasse Nr. 10. Telephon 38-4-19 Filiale: V.I., Burggasse Nr. 17. Telephon 82*380־ der Feststimmung, die den ganzen Tag beherrschte, bildete ein vom Verein der Mattersburger veranstaltetes Scholaus Seudaus, das bis spät in den Abend hinein dauerte. Am Abend vereinigte der Obmann des Vereines der Mattcrsbtirgcr in Wien, Herr Moritz Lcitner, einen engeren Kreis von Freunder! in seiner Wohnung zu einem Melava Malko. Auch hier fand die überströmende Herzlichkeit der Mattersburger ihrem ehrwürdigen Raw gegenüber beredten Ausdruck. Die Kultuswahlen in Wiener-Neustadt. Aus Wiener- Neustadt wird 1ms berichtet: Kürzlich fanden in der hiesigen israelitischen Kultusgemeindc die Neuwahlen statt. Es spielte sich ein Wahlkampf ab, wie er in der hiesigen Gemeinde schon lange nicht beobachtet wurde. Zwei Parteien standen sich gegenüber, und zwar die Konservative Partei und die sogenannte Wiidschaftspartci. Letztere besteht aus Zionisten, Misrachisten, Fortschrittliehen und Orthodoxen, welche von ihrer Partei abgefallen sind und sich nnnatürlicherweise den Zionisten angcschlossen haben. Wie nicht anders zu erwarten, wurde die konservative Liste mit einer gewaltigen Majorität gewählt. Von 298 Wahlberechtigten erschienen 255 an der Urne. Gewählt wtirdeu sämtliche Kandidaten der konservativen Partei 1uit 253 bis 148 Stimmen und deren Ersatzmänner, während sämtliche Kandidaten der Wirtschafts- Partei mit 121 bis 72 Stirnen 111 der Minorität blieben. Interessant ist, daß der gewesene Vorsteher Herr Harry Schiff und der Führer der Zionisten Herr Dr. Leopold Bauer Im Wahlkampf unterlegen sind. eBi der stattgefundenen Konstituierung des neugewählten Gemeindeaüs- Schusses wurden Herr Gustav Ungar zum Vorsteher, Herr Hugo Reiningcr zum Vorsteherstellvertreter und die Herren Aron Weiß und Samuel Frankl zu Beiräten gewählt. Es ist wieder Ruhe in der Gemeinde eingetreten mul nachdem sowohl die gewählten Vorstandsmitglieder als auch ein Großteil der Repräsentanz erprobte und auf dem Gebiete des Kultuswesens erfahrene Männer sind, welche im praktischen Leben stehen und denen die Führung der Gemeinde schon früher mit Erfolg anvertraut war, ist zu erwarten, daß es gelingen wird, die Gemeinde als kouservative Kultusgemeiiide zu befestigen und sie ihrem alten Ansehen und der Tradition entsprechend zu führen. Rabbinerinställation ln Baiassagyarniat. Am ר״ח ניסן installierte 'die Balassagyarmater Gemeinde ihren neuen Obcrrabbiner mit Beteiligung der Obcrrabbiner von Nagyoroszi, Nograd-Berzcl, Hunsdorf ,und Zagreb. Nach dem imposanten Einzug und der schönen Antrittsrede, zu welcher sämtliche Lokalbehörden erschienen waren, begrüßten ihn der Obergespan und Bürgermeister namens der Stadt und des Komitates, Präses Schwarz im Namen der Gemeinde, Oberrabbiner Jungreisz-Nograd-Berzel namens der erschienenen Gemeindevertretungen, die Geistlichen der reformierten und katholischen Konfessionen . im Namen ihrer Gemeinden. Die Gemeinde widmete als Ablösung eines ' Bankettes einen ansehnlichen Betrag fiir'wohlfätige^Zwecke. Subotica. Ein• tief erschütternder TrauerfalL hält die hiesige ,Gemeinde und Umgebung in / :höchster Erregung. Bernat Glied, dessen einzige Tochter am 3. Nissan mit dem Sohne unseres ehrw. .Oberrabbiners' Doutsc.h ver•׳. '.'mahlt würden sollte, ist am 2. Nissan plötzlich gestorben. Schon waren die weitgehendsten. Vorbereitungen zu der Hochzeit getroffen. Die von fernen Ländern lierbeigeeilten Hochzeitsgäste konnten leider nur an einer herzzerreißenden Beerdigung teilnehmen. Oberrabbiner Deutsch als!מהות erlaubte sich, auf das ungeheure Tragikum hjiuweisend, trotz des Nissaiimonates einen kurzen Hesp&d zu halten' und seine schluchzenden Worte wurden von der ver-; sammelten Menge mit lautem Weinen begleitet. War doch der Verblichene einer der führenden und vornehmsten Baalebatiin, der infolge seiner Wohltätigkeit weit und breit bekannt war: unter seiner persönlichen Leitung1 lind mit grpßen'materiellen Zuwendungen seinerseits ist vor kurzem ' hier eine.moderne!מקוד erbaut worden; kein wohltätiger׳ Verein, keine jüdische Bewegung hat hier existiert, wo nicht sein Name in den ersten Reihen zu finden war, Für seine echt jüdische Denkungsart ist bezeichnend, daß er es ,für höchstes Erdenglüclc betrachtete, einen Talmud- Cltochom als Schwiegersohn zu bekommen, dem er sein ganzes׳ Vermögen zur Verfügung stellte, damit er sich dent ausschließiiehen •Thorastudium widmen könne. Die nun auf so tragische Weise aufgeschobene Hochzeit wird gleich nach dem Trauermonat stattiindeu. Propagandatournee W. S. Jacobsohn in Deutschland. Hamburg. (AJPB.) Sonntag, den 13. März, sprach'Wolf S. jacobsolm-Hamburg in Lathen aut einer Bezirkstagung der Agudas Jisroel-Jugendorganisation und noch am selben Abend in Leer in Anwesenheit der Gemeindevorstände von Weener und Bunde über das Thema ״Die Erez Jisroelarbeit der Agudas Jisroel“. Die Gemeinden selbst haben die Erziehungskosten mehrerer Kinder an den Schulen der Agudas Jisroel in Erez Jisroel übernommen. Montag, den M. März, hielt Herr Jacobsohn in Emden einen Vortrag über 14. März hielt Herr Jacobsohn in Emden einen ‘Vortrag, Die Aktion zugunsten von Palästina, zu deren •Belebung dieser Vorfrag beitrug, ist dank aktiver Mitarbeit der dorti- \ gen Jugend im besten Gange. Montag, den 21. März, hielt Herr Jacobsolm in der Münchener Agudas Jisroel-Ortsgruppe einen Vortrag. Im Anschluß; hieran wurde eine Sammlung für Keren Hathora veranstaltet, die eine stattliehe Summe ergab. Die Organisation eines. Münchener Keren Hathora-Kommissariats durch Rabbiner Dr. Ehrentreu, Jakob Kolm und Dr. Louis Löwinger wurde beschlossen. Dienstag und Mittwoch fanden in Ansbach und Kitzungen, in der letzten Märzwoche 1n Schönlankq, Deutsch-Krone und Flattow Versammlungen zugunsten des . Keren Hathora statt. Die Juden in Wiener-Neustadt m%umm .1!!■■י 1——wwmi ■mn uw וווי Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Ü**8terreieb' .ton Rabl»* Dr. NVax Rollak (Oedepburg), 120 Oktavseiten. Zu beziehen•; Jüdischer Verlag, I9,f Leopeldfg« 20 und io allen jüdischen Buchhandlungen. Preis Schilling 3*39« Abschied des Herrn Ullmann, Sekretär der Landes- Organisation der Agudas Jisroel in der Schweiz. Zürich. (AJPB.) Samstag abends, den 25. März, versammelte sich der Landesverbandsvorstand der Agudas Jisroel um seinen scheidenden Sekretär Herrn D. Ullmann, der die Schweiz verlassen muß, da die Zentrale ihn in einem anderen Laiid benötigt, um Abschied zu nehmen. Der Vorsitzende schilderte mit schlichten und markanten Worten die Persönlichkeit des Herrn Ullmann, um dann von seinem Wirken in der Schweiz zu sprechen. Er schloß seine Rede mit dem Wunsche, daß Herr Ullmann recht bald wieder nach der Schweiz zurückkehren möge. Herr Dr. Lewenstcin und die Vertreter der Jugend- und Mädchengruppe haben ebenfalls!״־»?gliche Abschiedswortc an Herrn Ullmann gerichtet. Die Aktion für das Palästinawerk der Aguda in Sk au* cliitavien. Malmö. (AJPB.) Ein selten gut gelungenes Wohltätigkeitsfest wurde von!־"rau Rabbiner Dr. Wohisteiti zugunsten des Paläsiinaschtihverkes der Agudas Jisroel veranstaltet. Durch die zielbewußten Vorarbeiten, an deneii sich vor allem Frau Jakob Kamras und Frau Maxineitigenieur Grünberg beteiligten, ist es gelungen, einen erhcblichen Ueberscliuß zu erreichen. Ein Aktionskomitee, welches auch in Zukunft die Palästinaarbeit der Agudas Jisroel zunächst in Malmö und darüber hinaus in Schweden propagieren will, hat sich unter Leitung'von Herrn Rabbiner Dr. Wohlstein gebildet. Warum die Juden Hollands an der Spinoza-Feier nicht teiinahmen. Der Präsident der Gesellschaft für jüdische Wissenschaft, Sceligtnann. erklärte in einer Zur samenkunft dieser Gesellschaft, die kürzlich unter dem Vorsitz des Haager Oberrabbiners Maarsen stattfand, die holländischen Juden hätten an der Feier des 250. Todestages Spinozas aus dem Grunde nicht teilgenommen, weil sich Spinoza ans freien Stücken vom Judentum abge* sondert habe. Seine Ausstoßung erfolgte erst dann, als er sich strikte geweigert hatte, sich der Disziplin der scphardischen Gemeinde jener Tage zu unterwerfen. Wir ehren Spinoza als Menschen und als einen der größten Denker aller Zeiten, aber nicht als Juden. Deshalb hat weder die Gesellschaft für jüdische Wissenschaft noch die Amsterdamer rabbitiischc Hochschule an den offiziellen Feiern teilgenommen. Milderung der Zwangssoimtagsruhe in Polen. (JTA.) Wie der JTA.־Vertreter erfährt, hat die polnische Re-, gierung beschlossen, den Besitzern kleiner Läden sowie Handwerkern, die keine Lohnarbeiter beschäftigen, zu gestatten, an den Sonntagen einige Stunden lang die Läden offen zu halten, beziehungsweise sich der Arbeit zu widmen. Man erwartet, daß der nächste Ministerrat ein Dekret hierüber erlassen wird. Amtsjubiläum der vier ältesten Rabbiner Warschaus* (JTA.) Zu Ehren der vier ältesten Warschauer Rabbiner Perlmutter, Jttdkowski, Gutschecbter und P 0 s 17 e r, die in diesen Tagen das Jubiläum ihrer, 25jährige11 rabbinisclien Wirksamkeit in Warschau be-: gehen, veranstaltete das Präsidium der jüdischen Gemeinde, ein Elirenbankett, das sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Warschauer Judenheit für die Jubilare gestaltete. Bevorstehende Gründung eines orthodoxen Rabbinerverbandes für Ostgalizien. St anislau. (AJPB.) Am . 13. Adar II. fand in Stanislau, auf Einladung von Oberrabbiner Horowitz-Stanislau eine Beratung statt, an welcher mehrere bedeutende Rabbiner Ostgaliziens teilnahmen. Gegenstand der Beratung war die Gründung eines Rabbinerverbandes in Ostgalizien. Die Gründling wurde im Prinzip beschlossen. Der Konsker Rabbi gestorbeu. Lodz. (AJPB.) Montag, den 2. Nissan, wurde Großrabbiner Nathan David Rabbinowitz, ein Sohn des berühmten Konsker Rabbi Pinchas Rabbinowitz in Lodz unter ungewöhnlich großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Strikauer Raw gestorben. Warschau. (AJPB.) In Strilcow verstarb im Alter von 83 Jahren der sehr populäre Ortsrabbiner David Beer Rosenberg. 53 Jahre versah er das Amt eines Ortsrabbiners in dieser Gemeinde. In der: rabbinisclien Welt genoß er wegen seiner großen Gelehrsamkeit hohes Ansehen. AgudaHihrer in London. Die erste Nissanwoche brachte für die Londoner Aguda ein bedeutsames Ereignis. Die Mitglieder der politisehen״Exekutive der Agudas Jisroel in London, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Wien, Jakob Rosenheim, F,rankfurt a. M., Rabbiner Jonathan Horowitz, Jerusalem, Konsul Salli Gugzcnheim, Basel, K. Schapira, Antwerpen, Redakteur S. S c h ö n f e 1 d, trafen liier zu einer Konferenz zusammen, um schwebende palästinens.isehe. Probleme zu erörtern und die Zusammenarbeit zwischen , der belgischen Landesorganisation und der englischen Agudagruppe in die Wege zu leiten. Nebst den internen Beratungen und einem feierlichen Empfang in dev Behausung des Ehrensekretärs der englischen Ä&uda, Herrn Mr. Goodraann, fand auch eine öffe!11iiche Versammlung statt, die von Präsident Schiff geleitet wurde. Hier haben nebst den genannten Agudaführern auch die Leiter der englischen Aguda, die Herren Rabbiner Sucbmansky, R a b b i n 0 w i t s c h, Fürher, Kirschner und Löw das Wort ergriffen. Es konnte mit Genugtuung konstatiert werden, daß die Leiter der Aguda in England sich in wachsendem Maße der Pflicht bewußt werden, die gerade sie mit Rücksicht auf die politische Bedeutung von England Klal Jisroel, gegenüber zu erfüllen haben. Die imposante Massenversammlung hat auf alle Schichten der Orthodoxie in Englaucl einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Neues Leben in Machme Jlsroef, ln Mach ne Jisroel, in der ersten agudistischeu Kolonie in Erez Jisroei, wird wieder gearbeitet. 1111 Vorjahre vor der Auswirkung der schweren Wirtsc)1äftskn:i0 wurde diese Kolonie mit Bäumen und Getreide bepflanzt. Wege wurden gebaut, Häuser errichtet, Brunnen gegraben und die schwierige Arbeit der Hachschara durchgeführt.; Trotz heroischer Anstrengungen aller Beteiligten konnte ׳ die reibungslose Durchführung weiterer Arbeiten nicht ge-