Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 15-16 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15/16 JÜDISCHE PRESSE Seite 117 zu richten und sie in die Volks- und Bürger schule der Talmud Thora zu schicken. Es ist keine Luxussteuer, rief er seinen Zuhörern Ans der Agnda Jugendbewegung. ins Gewissen, das Geld, das ihr der Schule als Beitrag zuführt, ist vielmehr die Anlegung des wertvollsten, reiche Frucht tragenden Kapitals. Es ist zu hoffen, daß dieser Appell des ehrwürdigen Oberhauptes der Adas Jisroel zunächst bei seinen eigenen Mitgliedern williges Gehör finden wird. Jeder, der seine Kinder in die Talnuid-Thora-Schule schickt, muß wohl zur Erhaltung dieses segensreich wirkenden Schulwerkes beitragen, aber jeder doch nur nach seinem Können; nur falsches Schamge fühl kann daher thoratreue Juden auf den Gedanken bringen, ihre Kinder, ob Knaben oder Mädchen, in eine andere als die Talmud-Thora-Schulezu schicken. In den heiligen Stunden des Sederabends, wo an den jüdischen Vater die Pflicht herantritt, seinen Kindern von den wunderbaren Machttaten G-ttes, von dem Auszug aus Mizrajim, zu erzählen, in diesen heiligen Stunden möge jeder jüdische Vater den Entschluß fassen, seine Kinder dem Sklavenjoch des modernen Mizrajims, das unseren Kindern wohl den Leib läßt, doch die jüdische Seele raubt, zu entreißen. Sorget für jüdische Schulen, die euren Kindern eine Erziehung zuteil werden lassen, die euch ermöglichen, Kinder großzuziehen, denen man noch von den Machttaten und Wunderwerken G-ttes erzähle 11 kann, die noch gläubig und g-ttesfürchtig auf das Wort ihres Vaters hören. Jüdische Eltern, es ist keine Luxussteuer, es ist die beste Kapitalsanlage, das Geld, das ihr für eure Kinder an die jüdische Schule entrichten müsset. J. P. ln der AgudaHisroel-Jugendgruppe Wien, YV31., Telemanngasse hält Herr Sa STERN 23) שביעי של פסח. April) einen Vortrag über ,.Durch Flu stern U zum Licht“. Jahreszeitfeier für ר׳ משח פאיגעס זצ״ל in der Agudas Jisroel-Jugei.dgruppe! Ein Jahr ist seit dem Dahinscheiden von ח משה פארגעס!*ל verflossen, aber noch sind nicht nur die vielen, denen er Vater, Helfer und Beschützer war, untröstlich, sondern auch der große Kreis derer, diö ihn kannten und daher liebten, schätzten und bewunderten, ihnen allen bleibt das Andenken dieses Mannes unvergessen und lebendig. Zu gewaltig sind die Spuren, die sein Wirken hinterlassen, zu hinreißend die adelige Größe dieser reinen Persönlichkeit, die in den Jahren, da andere das Lernen längst verlernt, mitten in einem unjüdischen Milieu seine Mensch-Jisroel-Bestimmung erkannt und die Kraft und den Mut gefunden, seine Gesinnungsänderung ohne Zögern und ohne Beschränkung in die Tat umzusetzen: von Grund auf ein neues Leben zu beginnen und die wenigen Lebensjahre, die ihm noch geschenkt waren, dem emsigen rastlos energischen Hinarbeiten zum hohen Ideale zu widmen. Wer an der von der Jugendgruppe der Agudas Jisroel, Wien, II., anläßlich seiner Jahrzeit am 9. Nissan veranstalteten Feier teilnahm, der konnte sich einer tiefen Rührung nicht erwehren, denn was diese vom gleichen Ideale und Streben erfüllte Jugend, die die ganzen Jahre hindurch eine innige Liebe mit משה סארגעם H verband und nun am Jahrzeittage des kinderlos Dahingegangenen ein vierfaches Sijum auf Mischnajth beging, was diese Jugend erhobenen Hauptes in die Welt hinausrief, ist nichts anderes als: ד משה פארנעס ist nicht gestorben, er lebt, sein Geist, sein Wille, sein Streben ist mit uns. Nach einer in gleicher Weise ergreifenden wie begeisternden Gedenkrede des Herrn Eliser Spitzer sprachen Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Fischl Arak (Osirana) נ״י und Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Josef Baumgarten נ״י im Anschluß an das Sijum in äußerst bewegten Worten über die Persönlichkeit von חמשהפאועעס Herr Salomon Schreiber sprach über das gleichzeitig stattgefundene Sijum auf M. G i 11 i n und richtete an die Jugend Worte der Beherzigung. Ein tiefgefühlter Nachruf für den Verstorbenen von Rabbiner Moses Blech bildeto den Abschluß der erhebenden Feier. משהו ודחו לכם משלהם משהו ידחו יירם משלכם Die weltberühmten e!111 wmm₪₪₪₪₪₪₪m ti J i!! i fi ifl! i i liVt'i flii I!71 muffiimimiiiiil! iiiminiiiMimniii imiiiim '*'׳.׳• t'o'. hergestellt unter streng ritueller Aufsicht des ehrw. orthod. Rabbinates Sr. Ehrw. Herrn OberrbbSner Jose? Ch asm Sonnenffeld Präses der Agudas Isroel in Erez Jisroel Gepackt in hygienischen Kartons zu 1/2 kg netto S 3 Generalrepräsentanz für ganz Oesterreich: Wien, ll.f Leopoidsgasse 43, Telephon Nr. 46-190־ Generalvertreter: Albert Körner und Jakob Weiß. ✓ Filialen: II., Glockengasse 22, jj II. Untere Augartenstraße 25. Unterricht und Geselligkeit. Der überragende Erfolg, den die Agudas Jisroel« Jugendgruppe in Wien durch ihre Lehrtätigkeit erzielte, ist sicher zum nicht geringen Teil auf die Tatsache zurückzuführen, daß bei den Schiurim und Kursen darauf Bedacht genommen wurde, daß sich kein starres System von Lehrer und Schüler zwischen den Vortragenden und Zuhörern entwickelt, sondern ein reines Freundschafts- Verhältnis besteht, das die genaue Erfassung des Stoffes ungemein erleichtert. In ungezwungener Form wird vorgetragen, eingewendet und gefragt, so daß ein jeder die Möglichkeit hat, sich von Unklarheiten zu befreien. D»ö diese Freundschaft darüber hinaus auch alle sonst verbindet, mag mit eine Wirkung sein, die auf das Leben dieser prachtvollen Organisation auch auf anderen Ger bieten fördernd wirkt. Mit vollem Verständnis für das Bedürfnis der Großstadtjugend ist der neue Sonnnerlehrplan, mit dem die Agudas Jisroel-Jugendgruppe für das bevorstehende Semester an ihre Mitglieder herantritt, zusammengestellt. In den frühen Morgenstunden, die in den Sommermonaten besonders angenehm sind, werden drei verschiedene Kurse Anfänger, mäßig und weiter Vorgeschrittene vereinigen, um vor Beginn der Werktagsarbeit eine Stunde jüdischer Arbeitsplan für den Sommersemester. An Wochentagen: I. Frü h s ch i u ri m. Herr D. Baumgarten 6 —7 Uhr מס״ סנהדרין Herr E. spitzer 6 — 7 Uhr מם״ בבא מציעא Herr S. Baumgarten 6 — 7 Uhr גמרא ת1ס5ות II. Ahendschiuflm הרב רגאון ר" פישל אראק מקק" אציראנא 430 6 — 30־ Uhr מם״ סנהדרין Herr Salomon Schreiber für Kaufleute 6 30 - 750־ Uhr מס״ פסחים Herr J. Teilelbaunm 7 — 9 Uhr,דרי היומי l.err S. Stern, J, feldheim für Anfänger 7—9 Uhr משניות, דינים Herr L. Breuer für Anlänger 8 — 9 Uhr j״y מס״ שבת קודש Für Fortgeschrittene 1030־ Uhr vormittags מג אברהם Herr J. Teitelbaum 3 Uhr דח היומי 530־ Uhr Vortrag Herr Dr. L. Deutschländer Monta 8 Uhr Arbeitsgemein־ schaft ישע־ה. (Entfällt an Tagen beruflicher Verhinderung des Herrn Dr. Deutschländer.l וספרתם לכם Was die äephiio uns erzählt; Vom Sinne der Sephiro Herr Rabb. M Flesch Rabbi Akiwoh und seine Schule Herr A. Bogner Das jüdische Martyrium während der Kreuznige Herr Dr. L. DeuLchländer jüdisches Leid aus der Zeit Chmelnicki Herr D. Gchs Zur Höhe des Sinai Herr Rabb. A. Weiß Der erste Vortrag findet שבת קי den 28. Nissan [30. IV] um halb 5 Uhr nachmittag statt, die übrigen Sonntag an jeden um 8 Uhr abends vom 6. Ijar 18. V.) Jeden שבת nachmittag halb 7 Uhr findet in unserem Heime ein שלוש סעודות statt. Schwimmen jeden Montag abends 8 bis halb 10 Uhr im Beatrixbad, III., Linke Bahngasse 9, Betreffs Wanderungen und gesellige Veranstaltungen siehe stets das Anschlagbrett. [Gäsie herzlichst willkommen j trittst in diesen.heiligen Ort e:n, du betrittst die durch Generationen des Glaubens geho’ligte Erde und dienst Gott.“ In seinem Aeußeren unterschied sich der Tempel von anderen einfachen buddhistischen Tempeln nicht. Er besaß dieselbe Architektonik, dagegen im Innern unterschied sich die Synagoge gegenüber den übertrieben mit Schmuck beladenen buddhistischen Tempeln durch die Einfachheit und das absolute Fehlen von Bildern und Götzen. Auf die Wände waren die Gesetztafeln mit Buchstaben in japanischer Schrift gemalt und viele Sprüche aus der Bibel. Außer den Schränken mit Gebetbüchern gab es dort keine weiteren Möbel. Nachher lud uns der Rabbiner in ein Seitenzimmer ein, wo er uns aus einer alten Handschrift folgenden Text vor- •las: ״Wir, Kinder von zehn Volksstämmen, gehörten in den alten Zeiten dem Staate Israel an, nachher wurden wir durch Nebukadnezar vertrieben. Nach dem Niedergange des syrischen Staates sind unsere Vorfahren nach dem Osten Asiens gegangen, wanderten von Ort zu■ Ort. bis sie endlich zum fernen Osten kamen. Der größte Teil unserer Vorfahren hat sich in China niedergelassen lind nur ein kleiner Bruchteil hier im Lande, bi Japan leben wir schon 2000 Jahre. Die nistorischen Dokumente und die alten Vorkommnisse sind in unsere Bücher eingetragen, nach der mündlichen Uebergabe von einer Generation zur anderen.“ Auf meine weiteren Anfragen habe ich folgendes erfahren: Die Juden Japans besitzen keine Thorarolleti, ihre ganze Lehre über die iüditsahe Religion ziehen sie aus der Bibel, die sie auf Pergament in japanischer Sprache aufgezeichnet besitzen. Den Beschneidungsritus halten sie streng lind führen ihn während des ersten Lebensjahres des Kindes aus. Die wichtigsten Festtage der japanischen Juden sind: Passah, Schewuoth. Sukoth; sie werden durch vollständige Arbeitsruhe gefeiert. Dagegen unterscheiden sich die anderen Feiertage nicht vom Alltag. Außer den einfachen jüdischen Feiertagen werdet! die Tage vom 13. bis 16. Juli als große Feiertage geheiligt, als Gedenktage für die verstorbenen Seelen. Bekannt ist. daß dieselben Festtage von den Buddhisten gefeiert werden. Jeden Samstag sowie Feiertag kommen die japanischen Juden!׳n den Gebethäuseru zusammen. Bevor sr in den Tempel trtt. muß der Betende baden, die besten Gewänder anziehen und stolz, mit erhobenem Haupte dem Eingange des Tempels zugehen. Bei der Tiir wäscht man die Hände in dem Brunnen und bevor man!ns Innere des Tempels eintritt, muß man!11 einen dort hängenden Spiegel hineinschauen, das soll bedeuten: ״Gleich wie du dein Antlitz im Spiegel siehst, so schaut Gott in dein Herz hinein und liest alle deine Gedanken.‘‘ Ta'leth und Tefilin besitzt jeder japanische Jude, nur ziehen sie diese nicht an, sondern behalten sie als׳ Heiligtum in einem ׳ elfenbeinernen Kästchen. Während des Gottesd'.enstes liest der Rabbiner Abschnitte der Psalmen, während die Andächtigen die größte Ruhe bewahren. Nachher hält der Rabbiner die Predigt. Eheschließungen gehen die japanischen Juden nur unter sich ein. Die Verlobten sehen sich nicht, bevor der Bräutigam seine Braut in sein Heim führen kann. Die. Eltern. erledigen alle Vorbereitungen. Sogar, in der Synagoge, wo , die Trauungszeremonie unter dem Baldachin stattfindet, ist die Braut mit einem Schleier vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt. Die jüdische Gemeinde in Japan zählt 3000 Seelen. Alle sind ausschließlich mit Handwerk' beschäftigt und wohnen in Osoki, Kioto und Umgebung. Ihre Sitten und Gebräuche unterscheiden sich gär nicht von den japanischen Nichtjuden. Während einer Unterhaltung sagte rrir der Rabb'mer flüsternd: ״Israel! Israel! Glaubt, Freund, daß wir Israeliten sind und an den einzigen Gott glauben, an einen Gott Israels. Weder früher noch später hat bei uns jemand seinen Glauben ver- lassen und ist nie dem Glauben unserer Vorfahren abtrünnig geworden.“ (Deutsch von A. Walek.) (Entnommen der in Prag erscheinenden ״Die Wahrheit“.) Bücher Max Steinitzer: ״Beethoven“. Musiker-Biographien 2. Band. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 1180/81. Heft Pf. 80, Band M. 1.20. — Zur hundertsten Wiederkehr von Beethovens Todestag eine neue Biographie, geschrieben für die musikliebende Allgemeinheit. Sie gilt in erster Linie dem Verständnis der Schöpfungen Beethovens und erzählt nicht ״die Geschichte, die jeder weiß“, sondern faßt das ״Erlebnis Beethoven“, wie wir Heutigen es haben und verstehen, iti Worte. Religiöse Quellenschriften. Heft 30. ״Weisheits- 1 e h r e r im Alten Testament“ von Norbert Peters. Verlag von L. Schwann, Düsseldorf, Die Weisheit ist in der Bibel ein religiöser Begriff, das alte Judentum setzt sie gleich der Gottesfurcht. Daraus ergibt sich schon, daß die Weisen Israels nicht nur fest auf dem Boden der Religion ihres Volkes und seiner heiligen Biteher stehen, der Geist der Propheten lebt in ihnen, ja sie selbst sind gewissermaßen Propheten. Die Weisheitslehrer mühen sich, die Goldblöcke der Religion für den täglichen Gebrauch zu Münzen umzuprägen und diese freigebig unter das Volk zu verteilen, ihren Lehren begegnen wir überall in den geschichtlichen Büchern, wie in den Propheten und Psalmen, aber auch in ganzen Büchern, sie sind nicht nur aus dem lebendigen Quell der Religion geschöpft, sondern auch aus der reichen Erfahrung der Lehrer selbst und der ln Sprüchen und Sprichworten aufgespeicherten Erfahrung vieler Generationen. Dies sind ungefähr die Leitsätze der Einführung, die Peters seiner Auswahl voranstellt. Die Auswahl selbst trifft, er nur unter den gänzlich der Weisheitslehre gewidmeten biblischen Büchern. Demgemäß bringt er ausführliche SStiicke aus Mischle, Jjob, Koheleth und Salomos. Jedem Buche geht eine orientierende Einleitung voran, die Uebersetzungen sind gut, doch sind Einleitung und Uebersetzung nur mit der allen nichtjüdischen biblischen Werken gegenüber gebotenen Vorsicht zu benützen. Jüdische Frömmigkeit. Von Dr. A. Jeremias, Leipzig, J. C. H i n r i c h s, 1927. — Wegen seiner besonderen Eignung wurde Prof. Je1־em|as im Weltkriege von der deutschen Regierung zum Studium der Verhältnisse der Juden nach Polen geschickt. Mit eine Frucht dieser Reise ist vorliegende Schrift. In einer längeren Einleitung, in der er den Zionismus, der, wenn er es auch noch so sehr in Abrede stellt, eine religiöse Strömung sei, als die kongenialste Bewegung im Judentum bezeichnet, stellt er als das einigende Band für alle Juden fest den nationalen Messianismus (Messias aus König Davids Geschlecht), die Thora als das tragbare Bänd (besonders den Sabbat), den Judenfriedhof und das Heilige Land. Neben diese positiven Zusammenhänge tritt noch die allen eigene Abneigung gegen das Christentum. Es wird hierauf die Frömmigkeit der orthodoxen Juden (Ostjuden) und der Chassiditu au der Hand der religiösen Feiern und Feste dargelegt und an dem ganzen vom Thoragesetz und dem Forschen in der Thora beherrschten Leben, die Frömmigkeit der Chassidim in erster Reihe am Gebetkult und seiner Art. Jeremias hat manches richtig beobachtet, manches verzeichnet. Nicht gerade judenfreundlich sind seine Ansichten über das Geldenken der Juden, wie auch das wiederholte Betonen, Behandlung der Chassidim läßt er sicli von den modernen erotischen Entdeckungen, wie Erotik der Kabbala nsw., nasführen, L« 1 ^^9960302857068936888522^0286641^994739^2775251^35506709811667681370439^^0732568825715478^28 11020100000001000200010100000001020202020000010101000000005301010000