Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Seite: 06 JÜDISCHE PRESSE *rnimmäUUmm•. •Mmmm 1 ווו 11 ' V ■■■—I 111■ ■11* 1 -1... "■ 1 '1 T•!! •■■•*■.■in 1 ■tf 11 ■־" יי ili'1 m 1 ,1 1 1 1 . r ■ ■1. 1 —.1.1 ׳. .... ■ — 1:11111,11111!!י1!!1ו iniimmii 1,1 miiinmm mim 1 חmm11ni1!nnm11!1m11n1!11!1!m11111:11 חוו niihni mini in iühiiii UtöM toii Um, ^MÜ m t NIK-.& W fc|J FfiUfsit üffä JULIUS Mdiiieti« yfiti k0k*0־״*fthä״<H«rta Nordbahnrutschen Wien, il., TaborstraBe 9 3. Kohlenhof Nr. 372-376 fbmsprethet Nr. 41-0-22 שומן TERNO כשר של פסח (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהג) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaid Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! S3& E Beste Ausführung! 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Sie sei iedöftelt beföib mit alten öftatiisa* tiöhefl lüf den Aufbaü PälältliiaS ausättttiienzuarbeit§ib Wöhn diö SöUVgfänität der Th0fä Vdtt titeSßft Örganisätiöttgft ättörkannt Wifd; Da die Zionistische! öfgahisätidH es rihäHt tue und der Misrachi ttiedefüffl teitt Teil dgf ZiÖniSliscbeH ־ Organisation sei, habe die Agudas jisföei schön vbf juhfen dem Misraclil Vorgeschläggfb ein ÜHäbhätlglgös, gesetPS-. treues Schulwerk in Palästina zu gründen, welches nicht mit dem Stempel einer Partei versehen sei, sondern von allen gesetzestreuen Juden gefördert werden könne. Alle Einzelheiten über Schuiprogramm, Unterrichtssprache usw. sollten dann von den gewählten Vertretern, einer solch gesetzestreuen Schulorganisation im Einvernehmen mit den Eltern der Kinder erörtert werden. Agudas Jisroel verzichte gerne auf das Parteiprestige, wenn für Kenntnis und Anerkenntnis der Thora in Erez Jisroel durch alle gesetzestfeUen Juden gesorgt Wird Utid ist überzeugt, daß allen den Misrachisten es nur auf die Sache, nicht auf das Partei- Prestige ankommt. Selbstredend konnte Dr. Ehrmann nur sCineh persönlichen Standpunkt klärlegCil, da eine vorherige Besprechung innerhalb der Spitzenorganisation (G. A. und Palästinazentrale der Agudas Jisroel) nicht stattgefunden. Herr’ Rabbiner Dr. Simonsohn-Breslau - machte sich den Vorschlag von Dr. Ehrmann in Form einer Resolution 2i1 eigen, die von einem großen Teil der Anwesenden befürwortet wurde, aber nochmals in einer weiteren Besprechung des Vorstandes der agudistischen und misrachistischen Breslauer Ortsgruppe formuliert werden sollte. Die Aussprache gab auch noch Gelegenheit zu einer Reihe von Aufklärungen, von denen nur die eine hervorgehoben sei, daß von seiten des Misrachi der Agudas Jisroel der Vorwurf gemacht wurde, daß sie durch ihre Intervention beim Völkerbund, respektive bei der englischen Regierung innerjüdische Angelegenheiten. vor ein nichtjüdisches Forum gebracht habe, worauf Vertreter der Aguda nachwiesen, daß das Gegenteil der Fall gewesen ist, daß die Aguda die Vertreter des Waad Haleumi ersucht hätte, nicht auf dem Wege der Gemeindeverfassutig in Palästina einen Gewissenszwang in religiösen Angelegenheiten auszuüben, daß man sich vielmehr zunächst innerhalb der Parteien auf eine gemeinsame Plattform, einigen wolle. Dieser Appell habe aber nichts gehützt, es habe vielmehr zunächst die Ziohistische Organisation, respektive der Waad Haleumi, sich an die nichtjüdischen Instanzen gewandt, um von diesen den von der Aguda abgelehnten Gemeindegesetzentwurf legalisieren zu lassen. Nachdem bereits von der Gegenseite nichtjüdische Iristanzen in dieser Frage artgegangen worden seien, blieb der Aguda kein anderer Ausweg übrig, als bei den nämlichen Stellen Ver- Währung dagegen einzulegen. Unabhängig von den praktisehen Resultaten solcher Besprechungen darf immerhin als ein erfreulicher Gewinn die Tatsache verzeichnet werden, daß auch über den Rahmen der Aguda hinaus ,in den Reihen des Misrachi große Sympathien für die Errichtung eines selbständigen gesetzestreuen Schulwerkes in Palästina zu verzeichnen sind. Die Kandidatur des Dr, Riehl. Wehn es ׳ganz und gar nach dem schwer erforschliehen!Ratschlüsse Dr. Se־ipe׳is ausginge, würde Herr Dr. Walter Riehl sicherlich ein Mandat im!IL Bezirk erlangen. Der Hakenkreuzier, dem auch die unpassendste Gelegenheit zur Beschimpfung und Verhöhnung des Judentums paßt, soll Vertreter eines Bezirkes werden,״ dessen Bevölkerung zum größeren Teile aus Juden besteht? Der Rechtsanwalt Otto Rothstocks, der seinen mörderischen Klienten auch nach vollbrachter Tat nicht nur verteidigte, sondern ,ihn * auch-als vorbildlichen Idealisten solange ver-! h’errüchte, bis er es, aus Opportunitätsgründen, für rätlich fand, ihm im Gerichtssaale die Rolle eines unzurechnungsfähigen irrsinnigen spielen zu lassen, diesen Dr. Walter Riehl sollen zurechnungsfähige Juden, deren Ehrgefühl auch in der Wahlkampagne nicht jedes Kompromiß zuläßt, ihre Stimmen ׳geben?!Kein Zweifel, Dr. Riehl, der schon in den verschiedensten Parteilagern mit dem gleichen Brusttöne der aufrichtigsten Ueberzeugung die hohlsten Phrasen deklamierte, würde sich auch freudig von den Zentrale Taborstrasse 39 Versand nach allen Staaten Hin! ln Mt Fasson A. SACHSEL, Wien, II. Zentrale Taborstrasse 39 spraon!» \ \ n י 1«•!1 י! v. ׳ >T^uuuT1Tuu7WTTT1mTuTTnTn71TnTTn Juden ans Parlament •senden lassen. Aber können auch die Juden den Wunsch hegen, Dr. Riehl im Parlament zu sehen? Herr Dr. Seipel, der sich mutig und rückhaltlos zu dem Experiment der Einheitsliste als deren Urheber bekennt, macht gar keinen Versuch, die vielen Schwierigkeiten zu verleugnen, die sich selbst vor seinen Augen bei Durchführung dieses Experimentes auftürmen. ׳Er möchte aber, daß auch die anderen — und er denkt da vielleicht insbesondere an die peinlichen Empfindungen, die der Name Riehls bei den jüdischen Wählern erweckt — sich über diese Schwierigkeiten hinwegsetzen. Herr Dr. Seipel erklärt selbst, er wisse, daß diese Einheitsliste bei so manchen /Kopfschütteln erregen wird. Man dürfte!Herrn Dr. Seipel nicht widersprechen,, auch . wenn er statt .Kopfschütteln ein weit kräftigeres Wort gewählt hätte. Herr Dr. Seipel gibt selbst zu, daß es keine kleine Zumutung an viele Wähler bedeutet, für. eine Liste zu stimmen, auf der sie auch solchen Namen begegnen, die sie bisher als gegnerische gekannt haben. Nein, es ist dies keine kleine Zumutung. Herr Dr. Seipel hätte es sogar, mit Hinblick auf Dr. Riehl, für eine sehr starke Zumutung an die Juden erklären dürfen, auf der Einheitsliste diesem ׳Namen zu begegnen, den sie bisher nicht nur als den eines gegnerischen, sondern geradezu als eines haßerfüllten, tückischen Feindes kennen gelernt hatten. Herr Dr. Seipel hat es auch — namentlich wenn er Dr. Walter Riehl im Auge hat — ganz richtig erraten, daß‘ dieser und jener es nicht begreifen werde, warum gerade auch dieser oder jener Name mit auf die Liste gekommen sei. Es scheint, daß Herr Dr. Seipel im Grunde •seiner Seele es ebenso unbegreiflich fände, wenn man ihm zugemutet hätte, freiwillig seine Einheitsliste auch mit diesem Namen zu schmücken. Die Gegensätze, . die zwischen deri religiösen Anschauungen des gläubigen Priesters Seipei und denen eines Dr. Riehl klaffen,!sind ja auch so tiefgehend, ׳daß man weiiiger darüber stäünen würde,, wenn die zwei sich in den!Haaren; als wenn sie sich in den Armen liegen. Man wird es gerne glauben, daß es einem'Seipel nicht leicht gefallen ist, für einen Doktor Riehl, wenn auch nur vorübergehend, Partei zu ׳ergreifen, für einen Mann, der sicherlich das Christentum mehr kompromittiert als er dem Judentum schaden kann. ׳ יHerr Df. Seipel hat. in dferii Plädoyer, das er für das Experiment rtiit der Einheitsliste zürii besteh gäb; zth־ Beruhigung seiner eigenen •und auch der Skrupel anderer auf alle Fragen nur die Antwort: ״Wer den Zweck will, muß auch ׳die Mittel wollen.“ Man •hört diesen Grundsatz zumeist iri der Formel: ״Der Zweck heiligt die Mittel.“ Die rückhaltlose Aufrichtigkeit, die in dieser Antwort Dr. Seipels erkannt und anerkannt werden' muß, verdient umsomehr Beachtung, als man weiß, daß die Jesuiten, denen oft zum Vorwurf gemacht wurde, sich auf anderen Gebieten von diesem Grundsatz leiten zu lassen, diese Rabbi Samuel Keil Halewi — Verfasser des 4מחצית ד,שק Von Rabbiner G. Löwy, Levoöa (Leutschau), Slowakei. (9. Fortsetzung.) Auch sonst bewährte sich unser Rabbi Samuel bereitwilligst als •ein Retter in der Not, als treuer Freund ׳und Berater in der Bedrängnis und Verlegenheit, als eifriger ,Mitarbeiter־ an Wolilfahrtseinrichtungen. Er war kein!Stubengelehrter, der!in ruhiger Be- Schädlichkeit in den vier Wänden seines Studier- Zimmers lebt, ohne sich um den Weltenlauf zu kümmern; er nahm vielmehr regen Anteil an den gemeinnützigen ׳Bestrebungen des frischpulsierenden Lebens, er stellte sein ganzen Können in den Dienst der Gesellschaft, er war ein ■Mann der Tat. Kein gottgefälliges Werk wurde unternommen, keine Tat wahrer Menschenliebe vollbracht, ohne daß man auf seine tatkräftige Mitarbeit hätte rechnen dürfen; ja, in den meisten Fällen ging die Initiative von ihm selber aus. וטוב לב משתה תמיר Wer von Herzen gut ist, hat ein ständiges Gastmahl; mit diesen Worten aus Mischle :(15,15) schließt der von ihm kommentierte Schuchaii Ar.uch Orach Chajim, •und er war der Mann mit dem echt jüdischen guten Herzen, stets frohgemut und heiter, immer bei guter Laune, weil er sich täglich bei G־tt zu Gaste fühlte, dessen Gnade ihm den Tisch deckte, zu dem er, froh und zufrieden im Herzen, dankbar emporblickte. Freundlich, leutselig und zuvorkommend gegen jedermann, hatte er für jeden ein erhebendes, bezauberndes Wort. Wenn in Boskowitz unter Eheleuten Mißheiligkeiten die liebende Eintracht zerstörten, wenn unter den Gemeindemitgliedern infolge von Mißverstandnissen das Feuer der Zwietracht aufzuflackern drohte, da erschien er, ein Friedensengel, und mit der ganzen Liebenswürdigkeit seines Wesens, mit seinen treffenden, klugen Auseinandersetzungen erstickte er im Keime jede Streitigkeit, beziehungsweise stellte er den gestörten Frieden, die zerrüttete Eintracht her. Wer hätte auch dieser berückenden Persönlichkeit voller Lebensweisheit und praktischer Klugheit widerstehen können? Welch gesitteter Mensch hätte sich nicht willig gebeugt vor den treu־' herzigen Ratschlägen eines solchen Weltweisen? Den Spiegel seiner Innenwelt reichte er uns auch, wohl unbewußt, in einer prachtvollen Erklärung einer talmudischen Sentenz, eine wahre Delikatesse für homiletische Feinschmecker, die im allgemeinen gewiß nicht bekannt sein dürfte und wert genug ist, dem Dunkel der Vergessenheit entrissen zu werden. Wir entnehmen dieselbe den hinterlassenen Schriften eines seiner Enkel, Rabbi Gabriel Keil צ ו ק " ל? *), dessen Namen zu führen wir so *) Rabbi, Gabriel war der Sohn des Rabbi Juda, dessen Vater unser Rabbi Sarnuel war. Rabbi Gabriel hatte einen Brüder, Rabbi Ahron Keil, ein allgemein verehrter reicher Kaufmann von echt jüdischer Pflichttreue in Nömethi (Ungarn), der trotz vielseitiger kaufmännischer glücklich sind. Bevor wir die Erklärung inhaltlich wiederzugeben versuchen, erwähnen wir, daß Rabbi Gabriel in der Blüte seines Lebens, als Bräutigam, Beschäftigung Zeit fand,!sich täglich, selbst an Wochentagen, mit der Thora zu beschäftigen. Er wurde übrigens im Hause seines Onkels, des weltberühmten Rabbi Wolf Boskowitz, erzogen. Als in •seinem vorgerückten Alter Rabbi Ahron wegen geschwächten Augenlichtes nicht mehr inwendig ״lernen“ konnte, hat er größere Partien der גמרא besonders aber משניות auswendig durchgenommen, was wir selber mehr als einmal mitanhören konnten. Einer seiner Söhne war, der jüngste, unser teurer Vater אאמץ נתן נטע זצוק״ל auf den •sein großer Lehrer und Meister, der כתב סופר וצוק״ ל, eine bekannte talmudische Regel umprägend, zu seinen Schülern sagte: כ ר יתר wir über das gewöhnliche Maß hinaus fromm, fleißig und kenntnisreich sein will בנטל דמי, der müsse dem Bochur Natel Keil Löwy nachahmen. Rabbi Natan (mit dem Kosenamen Natel) heiratete die große. Tochter, unsere teure Mutter א״מ רבקה ניטל ע״ ה ihres großen Vaters, •des rühmlichst bekannten Särbogarder Rabbiners, R. Abraham Zwi Abelis וצוק״ ל , der ein Schwiegersohn war des weltberühmten Rabbi Moses Perls ׳ .זצוק״לRabbiner zu Goitein, Holits, Eisenstadt und Bonyhäd. Dieser pflegte, wenn er •seine Enkelin, unsere sei. Mutter, gesprochen, die weit über das Durchschnittsmaß von Frauenbildung reiches jüdisches und weitliches Wissen besaß, sein lebhaftes Bedauern darüber auszudrücken, daß ein solcher gewaltiger Geist nicht in eine männliche Hülle geraten sei; er hätte außergewöhnlieh Großes für das Judentum leisten können. Eine ausführliche Darstellung vom Leben und Wirken und der Familie des Rabbi Moses Perls bleibt ב״נ einer späteren Zeit Vorbehalten אי״ה•