Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 10 (11.3.1927)
- Date
- 1927-03-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 10 SeHö'74 jjjDISCHEPRESSE Fußtritten, die er vom Keren Kajemeth und seinen Kittern ohne Fehl und Tadel erhält, und Rabbiner Kflk'rfst alldem gegenüber taub und immun. Seine Seele Ist schon gegen dieses Leid abgestumpft. ..Viele Strecken Landes sind bereits erworben und kamen so itt den Bereich jüdischer Heiligkeit,‘/ meint er weiter irf seihen Aneiferungen . zur Unterstützung des NatiOnalfoiids. ' Kennte : man den Rabbiner. Kuk nicht als Schwärmer, der weltentrückt sich auf den Pegasus seiner Phantasie;und. Poesie schwingt, wäre man fast versucht, zu glauben, 'daß der zitierte Satz ein beißender Hohn sein soll. Die Schamröte steigt'jedem bewußten gesetzestreuen Juden ins Gesicht, das Herz blutet aus tausend Wunden bei dem betrübenden' Gedanken, wie der Boden, auf dem unsere Stammväter arbeiteten, unsere Ahnen' kämpften, unsere Propheten lehrten, unsere Helden fürGrft und sein Gesetz lebten und starben, entweiht, befleckt und verunreinigt w(rd, und da erzitterte nicht die Feder in der Grcisenhand des Rabbiners Kuk, als er die Worte niederschrieb, wie der ■KcVen Kajemelli das richtige ׳Instrument sei, große Landesstrecken wieder in den Bereich jüdischer Heiligkeit zu bringen.!Es klingt fast so, als ob Rabbiner Kuk schon auch die Ungeheuerlichkeit des Dr. Chajcs akzeptiert hätte iibdr ddh heilen ,Begriff der Kcduscha, den die Chaluzim (etwn durch Verwechslung mit dem Begriff Kcdcscha?) gcprägt haben? Oder.da sagt Rabbiner Ahronsohn, einer der Oberrabbiuer von; Jaffa-Tel-Awiw, der ■Keren Kajcmcth erfüllt •mit dem!Bodcnkauf eine Mizwoli, ״die gleichbedeutend ist mit der Erfüllung aller anderen Gebote“. Meint denn Rabbiner Ahronsohn wirklich, daß man durch Erfüllung der MizwÖli von Jisehuw Hoorez einen Dispens bekommen kann von der Erfüllungspflicht aller übrigen Thoravor- Schriften? Heißt es doch in gleicher Weise auch von der .Heilighaltung' des Schabhostagcs, daß sie der Erfüllung aller Mizwohs glcichkomnic. Nun, warum versendet Herr Rabbiner Ahronsohn nicht seine flammendeü Aufrufe an die Judenscluift der Diaspora, daß sic ihm helfe, in Palästina die Heiligung des Schabbos zu sichern, um ihm die Schmach zu ersparen, daß gerade in der Stadt seiner Wirksamkeit der öffentliche, schamlos getriebene Chillul-Schabbos von der nichtjüdischen Behörde eingeschränkt, nach dem europäischen Muster der Soimtagsruhcwahrung wenigstens äußerlich verhindert werde. Es ist nicht gut möglich“, fährt Rabbiner Ahronsohn fort, ״ein Volk im eigenen Lande zu besetzen, ohne ihm die Hauptbasis unter die Fiiße zu.geben: den Boden, diese Mutter alles Lebenden.“ ist Cs nicht ein Jammer, zu sehen, wie sich selbst Tlioragrößen in dem zionistischen Milieu, in dem und von dem sie!seit Jahr und Tag leben, akldimatisie reu. w.ie ihnen die zionistischen stehenden Redensarten in Fleisch und Blut übergegarigen sind und die sie ahnungslos, in simpler Unschuld wiederholen, ohne die Blöße wahrzunehmen, die sie. sich dadurch geben, ohne die Kluft zu bemerken, die zwischen diesen Fagons de parier, die sie jm Munde führen, und ihrer Lebensweise, die sie an den Tag legen, klafft. Hält denn Rabbiner Ahronsohn tatsächlich den Nationalboden für den obersten Faktor zum Bestände :des jüdischen Volkes? Ist der Boden das höchste Prinzip unseres Seins, er die. Mutter unseres Lebens? Gewiß wird Rabbiner Ahronsohn feierlichen Protest einlegcii gegen eine solche Zumutung. Und doch hat er diese. Ansicht ganz klar ausgesprochen, indem er, ihm selbst, durch, die Macht der Gewohnheit unbewußt, die zionistische Phrase von der ,allerhöchsten Wichtigkeit des Bodens gedankenlos nachsprechend, dem Bodenfetischismus huldigt. Nur mit Vcrwimderung miiß man lesen, wie Rabbiner Ahronsohn sogar ■den Thoraauspruch: ״Du sollst das Land in Besitz nehmen lind dich darin besetzen“, als Schlager zur Bekräftigung seiner Argumentation zwecks Förderung des Nationalionäs ansbeutet und gar nicht an den Nachsatz und die logische Folge des zitierten Ausspruches dachte, der da lautet: .,,Damit du lernest,'deinen G-tt zu fürchten usw.“ Das ist S,׳“»T ״Njeu eröffnet! s״$r׳ Selchwaren und Feinwurstzeug aus der Fabrik Moritz Laxar! weiche unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul) steht DAVlCsCHIFFMANN II., Holiandstrasse 16 FRANZ CESKA Herren- und Damenklelder-Schnellrcparaturanstalt und EXPRESSBUGELEI prompt und billigst WIEN, I., JUDENGASSE 11 K o ui m e i n s H a u s eben der Punctum salicns. Wir sehnen uns nach jenem heiligen Boden, wir arbeiten auch mit dem Aufwand unserer Kräfte für seinen Erwerb, wir sollen, wir müssen, wir werden ihn haben, ״damit du lernest, G-tt zu fürchten“, denn Thora und Awoda ist uns lmverriickbare Basis, das oberste Prinzip, dessen Wahrung uns Existenzberechtigung und Existenzwert verleiht. Thora und Awoda, Lernen und G-ttesfurcht und nicht der Boden sind die Mutter unseres Eirizel- und Nationallebens. Vollends wie vor den Kopf gestoßen fühlt'man sich ' von den Fanfaren des anderen Oberrabbiners zu Jaffa-Tel- Awiw: Rabbiner Usic-1. Er meint mit Emphase, wie könnte man auch den Bestrebungen des Keren ■Kajcmcth untätig gegenüberstehen, da er sich doch zuin Ziele gesetzt, dasjenige Land wieder in jüdischen Besitz zu bringen, von dem es heißt: ״Ein Land, auf dem das Äuge G-ttes ständig ruht, vom Anfang des Jahres bis zum Ende; ein Land, über dem die G-ttesherrlichkeit schwebt, ein Land, dessen Luft durchtränkt ist von der Heiligkeit der Worte unserer Propheten und der Lehren unserer Weisen.“ Wahrlich, an Blasphemie grenzen diese Zeilen. Man ist versucht, den französischen Spruch: ״Vom Erhabenen bis zum Lächerlichen ist nicht einmal ein Schritt“, dahin zu variieren: ,,Vom Erhabenen bis zürn Traurigen ist nicht einmal ein Schritt.“ Oder ist es nicht bis in die Tiefe der Seele betrübend, zu sehen, wie ein Rabbiner sich so weit versteigen kann, Aussprüche und Tatsachen, ■die den Zionismus mit allen seinen Institutionen und Tatsachen geradezu richten, wie Keulenschläge auf ihre Häupter ■niedersausen, als Wortführer zugungsteu des Zionismus auzuführen? Man wird unwillkürlich an den sprichwörtlich gewordenen bemitleidenswerten Mann Internationalen Charakters erinnert, der, wenn .man ihm ins Gesicht spuckte, freudig aiisrief: ״G-tt sei Dank, es regnet.“ Oder ist es nicht himmelschreiend, wenn Rabbiner Usicl ferner pathetisch ausruft: ״Seit wie lange haben wir nach der Verwirklichung■ der Prophetie geschmachtet! Noch wird mau Felder für Geld kaufen. Seit langem schon sehnen wir uns nach diesem Jage, au dem es uns wieder gegönnt ist, unser Land zu erlösen, nicht mit Hccresmacht, nicht mit roher Kraft, sondern mit dem heiligen Geist, dev stets in uns webt.“ Und schließlich die Rabbiner und die Gemcindeväter auffordert, dies alles vor Augen haltend Schulter an Schulter zur Unterstützung des Keren Kajcmcth zu arbeiten ״zum Heile unserer Erlösung und deV Erlösung unserer Seele“. Herr Rabbiner Usiel muß wohl in einem luftfreien Raum, von der Welt abgeschlossen, leben oder, ein zweiter Rip van Vinkle, jetzt von einem hundertjährigen Schlaf erwacht sein, daß zu ihm das herzergreifende Wehgeschrei des gesetzestreuen Judentums von Ost über West über die geplante und bereits in die Wege geleitete Wie״ dererlösung des Bodens ohne Erlösung der Seelen, ja Wiedererlösimg des Bodens mit und. behufs Knebelung oder, gar Tötung der Volksseele. Jede Zeile im Aufruf Rabbiner Usiels wühlt in unseren Wunden so rücksichtlos herum, daß wir vor Schnierz unsanft aufschreien und die zu imserer Hilfe sie 11 uns entgegenstreckende Stümperhand derb Agudas Jisroel Jugendgruppe, Wien, Floßgasse 1. Einladung zu der am Samstag den 19. März 1927, präzise 8 Uhr abends, im Festsaale des ״Hotel Post“, 1״ Fleischmarkt 24 (Eingang I., Drachengasse 3) stattiindenden Purim-Veranstaltung Karten (Damen und Herren) sind täglich von 8 bis 9 Uhr abends im Lokale der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, Dawid Steinhof, II., Haidgasse 5, und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Keine Abendkasse! Keine Abendkasse! Zurückschlagen müssen. Und die orthodox sich neniiende Sektion der Keren-Kajcmeth-Zentrale hat nicht so; viel Verständnis und Gefühl für orthodoxes Leid lind Weh;'für orthodoxe Wünsche und Interessen, daß sie die denrZiOr nismus fernstehende Orthodoxie■'■■diircli derartige, das Stigma der Hirnverbranntheit und Fanatisicrtheit au' sieh tragende Aufrufe für die zionistische Sache zu gewinnen vermeint. י. י■ Wie verständnislos, diese ״gesetzestreue Sektion“ . jüdischer Auffassung, jüdischem Wesen gegenüberstthf, geht auch aus dem den rabbinischen Aufrufen beigele^teii Auszug aus den Bestimmungen und Leistungen des Kören Kajemeth ganz drastisch hervor. Da hejßt es gleich einleitend: ״Der Nationalfonds verhall dem biblischen Vers zu altem Glanz, Indem er das dort Gesagte bewahrheitelei ״Der Boden darf nicht für immer verkauft werden, denn mir gehört das Land. Fremde und Insassen seid ihr bei mir und im ganzen Lande dlires Erbes sollet ihr Erlösung‘geben dem Boden.“ Die ganze religiöse Gegnerschaft vvider'den Zionismus ist eben auf diesen Ausspruch gegründet, ״denn mir gehört das Land“. Weil das Land G-tt gehört, kann aind darf ln seinem Lande nur seine Thora das einzige Kon•* stitiitionsgesctz sein, darum muß aus dem Leben des jüdisehen Staates jeder Individalisnunf, jede Willkür, jeder möderuc Nationalismus ausgeschaltet bleiben. Weil aber das Gegenteil der Fall ist, weil G-tt in seinem eigenen Lände vergewaltigt wird, seine Thora, die das ganze Leben und .seine mannigfaltigsten Erscheinungen dtirchdringen sollte, ins Museum als Reliquie erster Güte gestellt wird, darum können, darum dürfen wir nicht mittun in der Häufung aller Greueltaten G-tt und seinem Gesetze gegenüber. Und d״ kommt nun die ״Sektion“ und will unseren Widerstand gerade mit dem Hinweis auf den■ Bibelvörs: ,,denn mir gev hört das Land“ brechen, wo doch gerade .dieser Ausspruch den ganzen Nährboden für unseren Widerstand bildet. Allein die ״Sektion“ hat auch dieses Argument mir der Zentrale nachgestammelt, und im Munde der Zentrale haben die Worte: ,,denn mir gehört das Land“ eine ganz andere Bedeutung. Die Zentrale hat den jüdischen G-tt schon längst entthront und auf den so vakant gewordenen Thron den Keren Kajemeth gehoben, somit־ heißt der alttestamen-!arische Vers, ״denn mir gehört das Land“, so viel wie: dem Nationalfonds gehört das Land. Wenn mm die ״Sektion“ das Motto der Zentrale ganz naiv zitiert und nicht merkt, daß sie den Zweig sägt, auf dem .sie sitzt, so hat sie eben den ■unwiderleglichen Beweis ihres Unverständnisses geliefert und souneriklar dargetau, daß man nicht Jahre hindurch ungestraft in der Atmosphäre des zionistischen Atheismus und der zionistischen Ideologie leben kann. Man kommt früher oder später zu sich selbst, zur eigenen Vor.- gatigenheit iri offenen Gegensatz. Wer dies etwa noch nicht wußte, der muß es aus dem Zirkular der ״gesetzestreuen Sektion“ in verblüffender Weise erfahren. Dieselbe Abgestumpftheit dev Gefühle für wahrhaft jüdische Bestrebungen und Lebensätißerungen.gibt sich aculi kund in der Aufzählung der einzelnen Leistungen des Koren '!Kajemeth, die die ״Sektion“ ad unguem darbietet. Da •wird zum Beispiel der Nätionalfonds dafür gepriesen, daß er der Erbauer Tel-Awiws ist, und ■den! Niederschreibcv fällt es nicht ein, daß gerade diese eine Stadt dem thoratreuen Judentum mehr Schande und Schmerz bereitet hat als viele andere zusammengenommen,, nirgends wurde dem Thoragesetz so öffentlich, allgemein und dreist hohngesprochen, als gerade in diesem ״Paris“ Palästinas. Der Keren Kajemeth; lautet die Dithyrambe• ferner, hat zwei Millionen und noch mehr!Quadratellen Boden erworben, auf dem unter •anderem: Schulen, die hebräische Universität usw. aufgeführt wurden. Ein erschreckendes Maß von Stumpfsinnigkeit und Dummheit oder Unverfrorenheit und Frivolität gehört dazu, das orthodoxe Judentum mit diesem Köder in die. Schlinge des Nationalforids ziehen zu wollen. Weiß es doch jedes Kind in orthodoxen Kreisen, daß der Nationalfonds durch nichts die Sympathien der Or- כ«ר Fleisch u. Gfefliigel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• ML Bck^rllng, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11-6-83. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugesteüt. seine Worte Anklang, erzielten sie den!gewünschten Erfolg, " Dits Verhältnis unseres t#mächt!igen G-ttes zu semein auserwählten Volke Israel wird in unseren heiligen Büchern sehr häufig mit dem eines Bräutigams zti seiner Braut, mit dem eines ׳Mannes zu semein Weibe veranschaulicht. ׳Der Mochiach (Moral- Prediger) ist ebenfalls ein '•Schadchen, ein Vermittler, der Israels Söhne, die auf Irrwege gerieten, von ihrem G-tte sich entfernt hatten., zu ihrem G-tte, zu ihrem ,,himmlischen Gatten״ zurückfiihren soll. Sollen aber seine Worte Anklang finden, so muß er zeigen und beweisen, daß ׳seine Zurechtweisungen aus r ei nster L i e b e zum Allvater, aus r e i ns t e r Lii e b e zu seiner Thora, a u .8 .r e i 11 s t e r L i e b e zu seinen ׳Mitmenschen fließen. Predigt ■ein b e z a 1111 c r *) Gemeinderabbiner Moral, so kann .man ihm entgegen״!halten: er spreche ׳ja für Geld, und weil er für Gel d spricht, spricht ,er auch leider sehr oft —ל u rn s o n s t. Aber selbst wenn ein ■angesehener ..Talmud-gelehrter unentgeltlich moralisiert, so kann er ..-noch immer im *) Da: heutzutage der rabbinisohe Beruf, den g a n z e n Manu erfordert, ■so erhält der Rabbiner mit seiner!Be-!Zahlung ,bloß Ersatz dafür,!daß er keinen anderen tErwerbszweig ergreifen kann. שבר' ביטיל. Aber ■auch der!gut öder sohlecht bezahlte Rabbiner. So er wirklich R!äh,bin ei• ist, hat Gelegenheit •genug, brave, rechtsefeaffene IMenschen davon zu überzeugen, ׳daß er in seiner Wirksamkeit für ־!Gemeinde,. Haus und Schule, für, die Gesamtheit' ,und für den einzelnen ausschließlich von der glühendsten Begeisterung für •die hi. Thora, yon der wärmsterf Liebe zu seinen Mitmenschen gelltet wird. Siehe die schönen׳!uritl trefflichen׳ Ausfülmwijgen des R. Sipion :b. Zemach Duran in seinem סנן אבית zu H ׳D TD פ*א ferner ש*ע יג״ד סי׳ רמו׳ סעיף ה׳. Verdachte stehen, er tue'dies, um mit seinem überlegenen Wissen zu glänzen und ■seinen eigenen Ruhm zu vergrößern. Solchen •Eventualitäten entgegentretend, sagt König Salomo :דברי קהלתי למה נקרא שמי של שלמה קהלת, לפי שהיו דבריו נאמרין בהקהל וכ״ו(כדר) er sei ■gewohnt, in ■der •Oeffentlichkeit zu sprechen, ׳er wünsche 1daher, ׳mit seinen Zurechtweisungen seinen Ruhm nicht zu vergrößern; er sei überdies בן דוד der Sohn eines David, jenes Liederholden mit der harmonisch ausgeglichenen Seele,!das für ihn Ruhm genug sei; außerdem sei er מלך בירושלים König in Jerusalem, er habe schon Geld in Hülle und Fülle, somit spreche er seine Zurechtweisungen gewiß nicht fü r Geld, daher wohl auch nicht■ — umsonst. * So konnte, aber nur ein Rabbi Samuel sprechen, •in welchem jeder die verkörperte Uneigennützigkeit erkannte und verehrte. In seiner religiösen Flamme haben ׳nur heilige Gluten geleuchtet, das wußte jeder; seine Gesinnung war lauter, sein Wort rein, seine Tat edel. In seiner äußersten Bescheidenheit .•ahnte er gar nicht, daß sein hehres Haupt mit einem Ruhmesäkranz sondergleichen geschmückt sei, hi welchen er Tag für Tag ־—■ unbewußt und ungewollt — neue, unverwelkliche Immergrünblätter einfügte. * (Fortsetzung folgt.) cmifcrtwr Hmstrtw« Wiener ■ E1n|tthHtt«r Hagrtfaturt Talmud -Thora - Schulverein —V«lls- Md Bäigjrsoltiili fffir Kaa&sn 1181 Midchtn Willi,!!«, Malzgassa ׳l^,:,!׳^:i:'<)1;9LFpsU(p»rk-K!t0^183.169 ■ Spendet fflr» das älteste und grösste Ifldisoh• SoftHsIwepk Wiens! Weihrauch. Nach dem Englischen von I. A c k e r m a n,׳ für die ״;Jüdische Presse“ bearbeitet von Dr. Josef Löwy. , ־•. ' .1 Mit dem dritten Buche der Heiligen. Schrift, ,welcfyeis durch den dieswöchentlichen .Wochenabschnitt zur. y;erlesutig gelangt, werden wir mit den Vorschriften fiir. den Opferdienst in eingehender Weise bekannt gemächt.;Aufs innigste, mit. der Darbringung, der. Opfertiere verbunden war der Gebrauch von Weihrauch, dem wir die folgende Besprechung widnfen wollen. Bis iii die frühesten Zeiten menschlicher Kultur ist der Gebrauch vön Weihrauch für die verschiedensten Zwecke zurückzuführen und wenn der Anwendung desselben beim Opferdienst äls wesentlichster Bestandteil des Opfers so große Bedeutung beigemessen wird, so ist dies ein neuerlicher Beweis dafür, daß die Heilige Schrift auch hier an bestehende Formen ankniipft und der Vorstellung der׳ alten Weit;׳: in welcher der Weihrauch eine so sehr geschätzte Stellung einnahm, Rechnung trägt. Allerdings war die Zusammen- Setzung des für nicht profane Zwecke zu verwendenden Weihrauches aufs genaueste vörgeschrieben und jede auch unbeabsichtigte Verfehlung hatte die schwerste Strafe zur Folge. Nach der Erklärung des großen. Maimorrides. ist diese scharfe Scheidung zwischen h e i 1 i g und;profan wohl verständlich. Nirgends so sehr wie beim Opferdierist trägt unsere Thora den damaligen Sitten und allgemein verbreiteten Anschauungen Rechnung. Allerdings gewinnt dieselbe Handlung; innerhalb, des Judentums im Pflichtkreise der Thora einen anderen Sinn. Das Ethos. d.e.s M oh o t h e i s m u s, das sittliche Verhältnis ״des . sich, .zu G-tt nahenden קרבי׳) Menschen zu seinem־ Schöpfer heben den Opferdieust aus. der Niederung' eines heidnischen Kultus auf die Höhe eines geläuterten G-ttesdienstes. Vergleiche des biblischen Opfefdienstes mit heidnischen rfjräucheiv haben daher nur einen kulturhistorischen Wert, .die: uns deii Gradnüterschied zwischen beiden klar zeigen, .!)entlieh sehen. :Nyjr diese Differenz auch bei der kültuelfeti ’yerweudurig'vön;,Weihrauch“. ׳־י־ ־ ־ Zunächst stand bei allen früherem• Religionen-äbs Ostens der Gebrauch von Weihrauch mit der physischen