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Jüdische Presse · 1927-03-11 · 10 (11.3.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
10 (11.3.1927)
Date
1927-03-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. I CT JÜDISCHE PRESSE Seite *73 I """‘■■1111 י . ... :כשר יפסח צ ע רע ס שפייזעפעט warn כשר לחג הפסח WSESr ערצייגט בירא פירמא גע ארג.ש י כ פו א" ג׳ אויססיג 1 אונטער ■אויפזיכט דעס עהרוו. העררן ראכבינער שמחה פרענקיל תאומים אבדק״ה מהאווין חופק״ק פאדגורזע, פאם פרעססען דעי?אמוסניססע ביז.צור פער פ ער סי גונג. עס קאנן דאהער פאן יערעם ארטהאדאקסען יוד אפילא למהדרין ק המהדר ד כחג הפסח גענאססען דרערדען, רענן עס איזט איין ריינעס ה א ק ו ס פ ע ט אהנע יעדע ביימישונג. דיא פאבריס דער פירמא געארג שיכט א״ג, אויססיג איזט דיא איינציגע אין דער טשע־ כאסלאוואקייא. דיא קאקוסניססעזעלבסט צום עהלע פרעסט אונד אויף פרעמדעם אעל ניכט .־ אנגעוויעזען איוט, וויא אויך צווייא ת״ח יראי ד׳ דיא גאנצע פאבדקאציאן בעאויפויכטיגען. der 'Böswilligkeit. ■Aus ■den gegen die 61;utbeschuld.ig,ung gerichteten Bullen hervorragender ■Päpste ■weiß man, ■daß diese eingedenk!der Tatsache waren, daß nach den Zeug- ,nissen' von Kirchenvätern diese mensobheitsschändende Anklage zuerst von den!Heiden gegen Christen geschleudert wurde, von denen manche, zu schwach, die grauenhaften Schmerzen zu! ertragen, unter den Qualen der Tortur sich jedes gewünschte .!Geständnis erpressen ließen. Män Weiß, daß einer der größten Päpste, Gregor X., zur Kennzeichnung ■der die Volksseele ■vergiftenden Blutlüge in einer ■Bulle •u. a. erklärte: ״... Es kommt ■bisweilen vor, daß Christen׳ ihre Kinder verlieren und dann die Juden durch ihre Feinde bezichtigt werden, sie rauben und töten heimlich Chiristenikinder ■und opfern mit den Herzen und Blute derselben, und es vorkommt, daß die Rabbinerstelle sich beworben, ■daß ■er Kaufmann war und :Kaufmann!geblieben ist bis zu seinem Lebensende und׳ ׳dennoch eine ungewöhnlich ausgedehnte segensreiche Tätigkeit entfaltete, die welchem Rabbi- •11er immer unverwelkliche Verdienste bereitet, einen unvergänglichen glänzenden Namen, die Unsterblichkeit gesichert hätte. Rabbi Samuel Keil ■Halewi, ׳diese weltberühmte, anerkannte Autorität auf dam Gebiete ׳der rabbinisehen Wissenschaft, war nicht bloß ein Meister des ■halachischen Vortrages, ein Virtuos im ״Gemorohlesen“, er war auch ein Meister ■der Redekunst und stellte ■auch diese ■seine außerordentliche Fähigkeit in selbstlosester Weise in den Dienst seines Volkes, legte seine Rednergabe mit begeisterter Bereitwilligkeit auf ■den •Geistesaltar des Judentums nieder. Außer seinen täglichen Talmudvorträgen für seine Schüler hielt er an den Sabbat- und Festtagen vor dem Minchagebet volkstümliche agadische Vorträge, die so anziehend waren, •daß ■dazu in großen Scharen herbeieilten die nach religiöser Belehrung •und Erbauung lechzenden!jüdischen Seelen. Lieblich und süß wie Honigseim flössen von seinen keuschen Lippen die geistSprühenden Worte der Belehrung und Ermahnung, die, vom Herzen kommend, zu den Herzen drangen. An ■einem שבת חוה״מ סכות an welchem man Koheleth liest, eröffnete er einmal seinen Deraseha (Rede) mit einer wunderschönen; geistreichen Erklärung, die wir dem Inhalt nach wiederzugeben versuchen möchten.,*) *) Nach dem in Krakau erschienenen (5666) ספר מחצית השקל ■דרושים וסרים מסן ומסנינים• על סדר ׳*הטוערים׳ Väter eben ■dieser Kinder oder andere Christen, Gegner der .Juddn; '!h^'inilich r eben diese Kinder, verbergen, ■um. den Juden etwas anhaben und als Preis des Loskaufes von den!Quälereien eine gewisse Summe Geldes von den Juden erpress.en zu können und sie dann die völlig falsche ׳Angabe machen, daß die Juden heimlich und verhohlen die Kinder geraubt;und getötet haben und daß die Juden mit den Herzen und Blute der Kinder opfern, während doch ihre Gesetz klar lind ausdrücklich verbietet, daß sie Blut opfern, essen oder trinken usw. usw.“ ׳Man weiß, daß einer der gelehrtesten Kirohenfürsten der Neuzeit, Kardinal Kopp, ganz im Sinne erleuchteter Päpste feierlich in einem Gutachten erklärt hat: ״...die Annahme, es könnte von Juden Christenblut, zu rituellen Zwecken!jemals gebraucht worden sein, sei weder durch jüdische Religion noch durch die Geschichte zu begründen, und daß eine derartige Beschuldigung, auf welche Voraussetzungen immer sie gestützt werden, möge als eine freventliche Unwahrheit bezeichnet werden muß.“ Aber diese und zahllose andere Kundgebungen der hervorragendsten Geister, der berühmtesten Gelehrten, ■die das Ritualmordmrchen als eine tolle Ausgebürt ■des .menschlichen Geistes bezeichueten, haben es noch immer nicht zuwege gebracht, diese Anklage verstummen' zu! machen. Sollte das nicht damit zusammenhängen, daß die Verbreitung lind Ausbeutung dieser Lüge zwar, wie aus zahllosen!Fällen ersichtlich, gefährlich fiir ■die Juden, aber zumeist ein ganz unbedenkliches Spiel für die!Hetzer in Wort und Schrift ist?;Wir sind überzeugt, daß, Wenn diese Judenhetze, da sie doch auch gegen ■das Gesetz verstößt, auch für ■die!Hetzer bedenklich wäre, würde so mancher sich es überlegen ob er nicht doch lieber ein anderes .Metier ■ergreifen sollte. Der Handel mit Menschenb'lut wäre ■sicherlich ein ■scheußliches Verbrechen, das nicht genug schwer •geahndet werden könnte. Soll aber die. aus blöden oder tückischem Judenhaß erhobene schuftige Lüge straffrei bleiben? ■Wie denken Sie darüber, Herr Staatsanwalt? M. Blumenlese. Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. Die orthodoxe Abteilung der Nationalfondszentrale in Jerusalem überflutet die gesetzestreuen Kreise Siebenbiirgens mit Flugschriften, die mit einem konzentrischen Phrasenschwall gerade in den Reihen der Orthodoxie Zeichner für das goldene Buch des jubilierenden Keren Kajemeth werben möchten. Diese Werbetrommel besteht aus drei Teilen. Der erste beinhaltet die Aufrufe der Oberrabbiner Kuk, Jakob Meir, Aronsohn und Bencion Meir, die noch von vielen anderen bekannten und unbekannten Größen gezeichnet sind. Der zweite gibt uns in Kürze eine Zusammenstellung der Ziele und Leistungen des Nationalfonds und der dritte Teil bildet den Aufruf *der ״Sektion für Fragen ■der Gesetzestreuen innerhalb der Zentrale des . Keren Kajemeth“. Einige Stilblüten möchte ich aus diesen Schriften herausgreifen, um sie der Oeffentlichkeit zu übergeben. Es ist sehr lehrreich, zu sehen, wie verhängnisvoll die ׳Zusammenarbeit der Gesetzestreuen mit den Zionisten die ganze Mentalität jener Gesetzestreuen zersetzte. Sie haben kein Ohr mehr für die Worte, die ihr Mund ausspricht, ihr Herz fühlt nicht die Bedeutung der Sprüche, die ihre Feder niederschreibt. Die Sektion zur Lösung jüdischer Fragen im Sinne des Religionsgesetzes im Rahmen des Zionismus gibt sich durch Versendung dieser Schriften sicherlich der festen Hoffnung hin, daß es ihr hiemit geglückt ■ist, der orthodoxen Welt darzutun, wie man ohne Rücksicht auf sonstige Einstellung zu jüdisch-politischen Fragen den Keren Kajemeth nicht nur unterstützen und fördern darf, sondern muß. Wahrhaftig, ein trauriges Zeichen der Zeit-, daß Männer, die vielleicht noch in ihrem Einzelleben theoretisch und praktisch auf dem Boden des Religionsgesetzes stehen, bei der Beurteilung von jüdisch-öffentlichen Angele- 1g׳e.nhejten ■ganz außer Schußferne der unverfälschten Thora- דברי קהלת בן דוד מלך בירושלם Worte des. Koheleth, des Sohnes Davids, Königs in Jerusalem. Auch Rabbi Samuel warf die׳ allgemein bekannte ■Frage auf, aus welchem Grunde!hatte Salomo sich veranlaßt. gesehen, an ■der Spitze seiner דברי תיכחות (vgl. Raschi) Worte der Zurechtweisung anzuführen, wer er war, wessen Sohn er war u׳nd was er war, im •Gegensatz zu שיר השירים wo es nur ganz kurz heißt: Lied der Lieder Salomos. Unser Redner durfte wohl gekannt haben jene zum Gemeingut gewordene Erklärung, •daß sich •ein ״,Mochiacih“ Moralprediger erst genau zu legitimieren habe, bevor ׳er es wagen darf, Juden, die •doch bekanntlich alle ausnahmslos gebor.ene Viel-, und Besserwisser sind, zurechtzuweisen; wähnend ein Sänger, ein Kantor, ohneweiters angehört und gerne angehört wird, •daher dieser keiner besonderen ׳Legitimation bedarf. Unser ״Mochiach“, Rabbi Samuel, beantwortet die Frage überaus treffend mit einem originellen, reizenden Gleichnis (Maschal). Ein armer Mann wandert von!Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, um von gutherzigen Leuten milde Gaben für sich und seine daheim darbende Frau und Kinder zu erbitten. Während seiner Wanderung trifft er in einer Stadt einen sehr reichen Mann, der einen überaus begabten Sohn hatte, der sich noch im ledigen Zustand befanjj. In einer Stadt wieder trifft unser armer Wanderer ein reiches, vornehmes Haus, i’ä welchem die hach jeder ׳Richtung wohlgeratene Tochter mit gläubigem Herzen sehnsuchtsvoll desjenigen harrt, von dem der allgütige Vater in dem ■Himmel schon vierzig Tä&e von seiner «Geburt verkünden!ließ, daß ■sie . ־.seine Gattin fsetin werde;• (S.סוטה >פ ׳).■ *Derarme׳ Mann I Telephon 74*2*26 Telephon 74*2*26 i o i 8 Wien»!., Graben 12 denpTraUrierbof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schirokg *Jeder Dame persönlich haftet. 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Sie sind sozusagen farbenblind geworden, man mag ihnen die zum Abfall führenden Konseciuenzen des Zionismus in noch so grellen aber wahren Farben, von dem größten realistischen Faktor, vom Leben selbst, aufgeträgen, täglich zu wiederholten Malen vordemonstrieren: Sie machen große Augen, sie schauen und sehen nichts, sie hören und lernen nichts. ״Und da stellt er nun, der arme Tor, und ist so klug als wie zuvor.“ Sie haben eben die jüdische Denkungsart eingebüßt und bcsitzen keinen Sinn und kein Verständnis mehr für unsere Klagen und Schmerzen. Sie sind diesen gegenüber von den verschiedenen zionistischen Narkosen ganz gefiillos und unempfindlich geworden. Uns aber ist gerade diese Erstarrting ihrer einstigen jüdischen Gefühlswelt, die Abtötung ihres vormaligen untadeligen jüdischen Gedankenlebens das schärfste und eindringlichste Moment, uns vor den Fangarnien des Zionismus pcinlichst zu hüten. Je mehr Flugschriften und Auirufc gesetzestreuer Koryphäen wir erhalten, in denen sie uns zu gemeinsamer Sache mit dem Zionismus auffordern, desto ferner werden wir ihm bleiben, denn in jedem gesetzestreuen Unterzeichner jener hing- Schriften sehen wir ein bedauernswürdiges Opfer mehr, das der Begriffsverwirrung zur Beute gefallen ist. Wir werden unsere Kräf-.e um so mehr anspannen um keine neuen Opfer an wertvollen Menschen dem Moloch Zionismus bringen zu müssen. Wir ■werden die Werbeschriften und ihre gesetzestreuen Unterzeichner unseren Massen verlesen und sie ,ihnen als abschreckendes Beispiel als ergreifende Warnung hinstellen, um die Gefährlichkeit ■des Ansclucses an den Zionismus unwiderleglich zu beweisen. Hiezu sind diese Schriften wie nichts anderes geeignet. Zur Kostprobe seien hier einige Phrasen aus den bezeichneten Schriftstücken angeführt. Da schreibt zum Beispiel Rabbiner Kuk unter anderem: ״Es dürfe die Verschiedenheit der Auffassungen und die Zerklüftung der Herzen nicht hindern“, den Nationalfonds zu stärken. Als ob das jüdische Gewissen sich nicht ebenso gegeii die Aus- Wirkungen des Keren Kajemeth sträuben müßte wie gegen den Keren Hajessod, den Rabbiner Kuk selbst nicht für empfehlenswert hält oder doch hielt. Seit Jahr und Tag seufzt und stöhnt der jüdische Genius unter den dachte sich nun, da wäre ein gutes Geschäft i!n Sicht, er könnte, wenn er die Partie zusammenbringt, eine bedeutende ■Summe an Schadchonesgeld (Vermittlungsprovision) ■erhalten und, um dieses zu erlangen, beeilt er ■sich zu den beiderseitigen Eltern •und stellt den Heiratsantrag auf der einen, stellt den Antrag a׳uf der anderen Seite, wendet seine, ,ganze Ueberredungskunst auf, um sie von der Vortrefflich- ׳ keit dieser Partie zu überzeugen; doch als ob sie sich verabredet hätten, auf beiden Selten findet ■er gar kein Gehör; sein Antrag wird einfach ■abgewiesen. Nach einer kurzen Weile unternimmt ein vornehmer, intelligenter Herr eine Lustreise, der zufällig mit jenen beiderseitigen Eltern in intimster, freundschaftlieber Beziehung steht, und als er da den Sohn, dort die Tochter kennen lernt, taucht in ihm sofort der Ge- . danke auf, d׳aß diese füreinander geschaffen seien und stellt seinen diesbezüglichen Heiratsantrag auf beiden Seiten ■und — alsbald wird die Verlobung •und dann die Hochzeit gefeiert. Der arme Wanderer hört davon und beklagt sich bitterlich über sein Pech, sein ״Schlemasel“ (wenn er Masel, Glück, hätte, wäre er doch kein armer Wanderer!), daß er nicht ausführen konnte, was dem reichen ■Mann so leicht gelungen sei. Schau, wurde er nun belehrt, bei dir handelte es sich dort nicht darum, daß du aus freimdschaftlicher Zuneigung zu den beiden Familien ihre Kinder beglücken wolltest; dein Bestreben war bloß,; durch deine. Vermittlung Geld zu verdienen und darum fand .dein Antrag keine. Beachtung; hingegen jener reiche, intelligente Mann hätte an der Sache .gar kein persönliches materielles Interesse; er tat* .w!as er tat,, aus .״re inst e r־ L i e b e u n & Z u- ‘n e i g u n g zu den beiden.EamiUemund ׳darum fanden.

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