Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 9 (4.3.1927)
- Date
- 1927-03-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630197-2630206--2539-2634421- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 2× ep/1000826
OCR text
Nr. 9 JÜDISCHE PRESSE Seife 67; ATTEST S ich bescheinige hiemit, daß in der bekannten E Wiener Kaffeefirma Brüder Kunz für die israel. E Osterffeierfage Schokolade, Kakao und Kaffee E nach den r.tuellen Vorschriften unter meiner Aufsicht E erzeugt und verpackt werden und ist deren Oenuss E während der Osterfeiertage auch den strenggläubigen E Juden gestattet. E Rabb. Mayer Mayersohn ה כשר איך בעשייניגע היעמיט, דאסס אין דער בעקאננטען וויענער קאפע־פירמא ברירער ה ונץ פיר ■דיא איזראעל. א ס ט ע ר פ י י ע ר ט א נ ע שאקאראדע, קאקאה אונד קאפפעע נאך רען ריטועלען .פארשריפטען אונטער מיינער אויפזיכט ערצייגט אונד פערפאקט ווערדעו אונד איוט דערען געגוסס וועהרענד דער אסטער ־ פייערטאגע אויך רען שטרענג- גלייביגען יורען געשטאטעט. מאיר מ א י ר ז א ה ן אב״ד רעדת פולין בפה וויען. § ה כ.ש ר 5 לראי׳ מהומנא שאני הח״מ הכשרתי -את הפאבריק § רפה של הפירמא המפורסמת מהאדונים געברידער ס ו נ ס ט 5 שאקאלאדע, קא^אה, סאפפעע הנעשים בהאפאבריס הנ״ל s כשרים המה להשתמש בהם בפסח לאכילה ושתי׳ ברי שים 5 חשש כי הכל נעשה תחת השגחתי בהכשר גמור על צד 5 היותר טוב כראוי לחג הפסח אף למהדרין. § באתי ע״הח ביום ט״ו אדר ראשון לסדר את חג 5 המצות תשמור שנח תרפ״ו פה וויען. 5 מאיר מאירזאהן § אב״ר רעדת פולין רפה וויען. r?in1nti111H11niMn1111111111111111111n111111111111H11111n11111i1n111111111111r111111111111111n111n111111111n1nm1mm1m11n11mmm1111m1m1n1mm1mm111nmm1m1111m1mm1m111mmmmm1n~ mit nicht ,geringerer Begeisterung begrüßt worden, wie von denjenigen, die mehr aus politisch-sozialen als aus religiösen Motiven heraus die Errichtung dieses nationalen Heimes vertreten. In zahlreichen Resolutionen haben die Organe der Agudas Jisroel auf Kongressen und Konferenzen (Zürich 1909, Bratislava 1920, Wien 1921, Warschau 1922) dieser ihrer positiven Stellung zum Wiederaufbau Palästinas lauten Ausdruck verliehen und die in den verschiedenen Ländern bestehenden Palästinazentralen der agudistischen Organisation, die eine systematische Sammcl- Tätigkeit für den Keren Hajischuvv (Siedlungsfonds) und die sonstigen Palästinaunternehmungen der Aguda entfalten, legen Zeugnis von dem Ernst dieses Aufbauwillens ab. Die Agudas Jisroel setzt damit nur das Werk der in allen Ländern seit Jahrhunderten bestehenden ihr eng verbundenen orthodoxen Palästinaverwaltung (Kolelim) fort, denen allen das historische Verdienst zuzuschreiben ist, daß in Palästina sich vor dem Kriege 100.000 Juden niedergelassen hatten. Allein dem geschichtlichen, orthodoxen Judentum, wie cs die agudistische Weltorganisation vertritt, ist Palästina ein heiliger Boden. Das Werk der Siedlung kann nach ihrer tiefsten Ueberzeugung nur gedeihen, wenn es ein auf den Grundlagen der Tradition sich erhebendes neues Leben zur Entfaltung bringt, ■ wenn insbesondere den in Palästina befindlichen und dorthin einwandernden ortho- -doxen Gruppen, Gemeinschaften und Individuen die Autonomie ihres religiösen und nationalen Eigenlebens und damit die Voraussetzung freier Entwicklung gewährleistet wird. Dies kann nur geschehen, wenn diejenigen politi- •sehen Faktoren, die für den Aufbau des jüdisch-nationalen Heimes in Palästina verantwortlich sind, unter Vermeidung jeder einseitigen Bevorzugung bestimmter Parteien den im jüdischen Volke vorhandenen großen Geistesrichtungen fair play gewähren. Unsere Aufgabe ist es, diese Gleichberechtigutig auf ihrem alten historischen Boden für die im Agudas Jisroel organisierte Orthodoxie zu verlangen. III. Einem Einwand sei hier kurz begegnet, daß dem Standpunkt des historisch-orthodoxen Judentums auch innerhalb der zionistischen Organisation durch die ortho- ■doxe Fraktion ״M i s r a c hi“ Rechnung getragen werde, daß •es daher einer gleichberechtigten Mitwirkung der agudistisehen Weltorganisation nicht bedürfe. Die Stellung des ״Misrachi“ als Fraktion innerhalb einer die Religion .zur Privatsache ■erklärenden rein nationalistischen jüdischen •Organisation widerspricht schon grundsätzlich den religiösen Ueberzeugungen von Millionen orthodoxer Juden in Ost und West. Von den allgemein anerkannten geistlichen Führern der Judenheit, insbesondere der hier maßgebenden Ostjudenheit, hat der Misrachi daher noch nicht den zehnten Teil zu gewinnen vermocht. Vielmehr verwerfen alle diese Männer den fraktionellen Anschluß an die zionistische Organisation als ein die Würde und geistige Eigenart des überlieferten Judentums gefährdendes Experiment und halten!unerschütterlich daran fest, daß die Orthodoxie nur 'in vollendeter organisatorischer Selbständigkeit — die .keineswegs praktisches Zusammenwirken , mit anderen Organisationen ausschließt — ihrer welthistorischen Aufgäbe als :Bewohner und Schützer kostbaren religiösen Menschheitsgutes genügen könne. Aber alle politische Arbeit, d. 11. alle Arbeit für die Wahrung der Rechte der selbständigen Orthodoxie in Palästina ist nur eine — wenn auch äußerst wichtige — Vorbereitung für die praktische Arbeit, erstreckt sich sowohl auf kulturelle wie auch auf wirtschaftliche Gebiete. Daß Juden in Palästina wohnen, ■daß sie sich persönlich dort niederlassen und alle Kraft aufbieten, um durch Hebung der wirtschaftlichen Lebensmöglichkeit einer möglichst großen Zahl von Brüdern die Niederlassung zu ׳ermöglichen, bildet den Begriff der Mizwas Jischuw Erez Jisroel. Hierbei ist in Betracht zu ziehen daß uns Erez Jisroel ein heiliger Boden ist. Der Jischuw im Heiligen Lande soll ein heiliger Jischuw sein. Die von der Agudas Jisroel dort angestrebte Ent- Wicklung soll sich zwar sehr wohl die technischen Er• rungenschaften der Neuzeit dienstbar machen, sich aber deshalb nicht von dem Sinai-Gesetz ablösen und etwa ein Abklatsch einer unrpligiösen westeuropäischen Talmi- Kultur werden. Unser ganzes Interesse ist somit darauf gerichtet, daß die noch ganz im alten Judentum wurzelnden osteuropäischen Massen frei in Palästina einwandern, um frei sich dort bewegen zu dürfen; daß ferner diejenigen Kreise der mitteleuropäischen Orthodoxie, welche die Auseinandersetzungen mit der Kultur schon bis zu einem gewissen Grade bestanden haben, auch in Erez Jisroel bei •dem Aufbau eines wahren jüdischen Lebens unbeschränkt mithelfen können, und daß endlich im Lande selbst Verhältnisse geschaffen werden, welche weder einer individueilen, noch einer nationalen Assimilation an unjüdische Kultur Vorschub leisten. Zur Erreichung dieser ihrer Ziele hat Agudas Jisroel, seitdem die politische Konstellation die Palästinabesiedlung ermöglicht, sich eigene Organe geschaffen, um die Palästinnaarbeit unabhängig von den übrigen großen Arbeitsgebieten der Agudas Jisroel mit der notwendigen Intensität zu pflegen. Iede Landcsorganisation der Agudas Jisroel besitzt ihre eigenen Palästinazentralen. Den einzelnen Palästinazentralen sind von . seiten des Zentralstes der Aguda bestimmte Arbeitsgebiete zugewiesen. Bezeichnenderweise stellte sich heraus, daß bei den gemeinsamen ^gerichteten Interessen aller Länder sehr bald der Wunsch rege wurde, einen von den Landesgrenzen unabhängigen 4 ״Keren Hajischuw“ zu schaffen. Während der eigentliche Keren Erez Jisroel wie auch die sogenannte Rausch Chaudesch-Spcnde der Förderung des Schulwerkes und der übrigen Thora- Institutionen des Heiligen Landes gewidmet ist, dient der Keren Hajischuw vornehmlich der rein praktischen, wirtschaftlichen Aufbautätigkeit auf Grundlage der Thora. Nachdem aus prinzipiellen Gründen Agudas Jisroel mit der zionistischen Organisation nicht konform geht, ist sie gezwungen, ihre eigenen Fonds selbständig aufzubringen und zu verwalten. Es ist aber selbstverständlich, daß der Keren Hajischuw niemandem zuliebe und niemandem zuleide diejenigen Gebiete der Palästinaarbeit vor allem speisen soll, Riga. (A. J. P. B.) Der Direktor der Keren-Hathora- Zentrale, Dr. L. Deutschländer, kam gemeinsam mit Oberrabiner Dr. Josef Carlebach, Altona, von der Kownoer Jawne-Konferenz aus nach Lettland. Die illustren Gäste trafen Dienstag den 20. Adar (22. Februar) in Riga ein, wo sic am Bahnhof von dem agudistischen Sejmabgeordneten Dubin und• von den Vorstehern’ der orthodoxen Er- Ziehungsanstalten empfangen wurden. Am selben Tag noch , besuchten die Gäste das ״Thora we derech erez“-Schulwerk, wo ihnen ein feierlicher Empfang bereitet wurde. Sowohl die pädagogische Leitung, wie die technische und hygienische Ausstattung der Schule haben die volle Zufriedenheit der westeuropäischen Gäste gefunden. Abends fand eine öffentliche Massenversammlung statt, bei welcher Gelegenheit Direktor Dr. Deutschländer und Oberrabbiner Dr. Josef Carlebach wertvolle, mit großem Beifall begrüßte Referate hielten. Die Anwesenheit des Direktors der Keren-Hathora-Zentrale, Dr. Deutschländer, in Riga wurde benützt, um mit den bedeutendsten Mitgliedern des lettländischen Kabinetts wichtige erzieherische und allgemein jüdische Probleme zu erörtern. Zuerst wurde Direktor Dr. Deutschländer vom Ministerpräsidenten Skwieniek empfangen. Der Ministerpräsident zeigte großes Interesse für die. Arbeiten des Keren Hathora. Herr Doktor welche unabhängig von jeder Parteiricht u 11 g von allen denjenigen begrüßt werden, die eine gesunde wirtschaftliche Ent- Wicklung Palästinas auf Grundlage der Thora als ein dringendes Gebot der Stunde betrachten. Die landwirtschaftliche wie auch induslrielle Kolonisation Palästinas soll in erster Linie aus den Mitteln des Keren Hajischuw bestritten werden. Zur Durchführung der landwirtschaftlichen sowie der industriellen Kolonisation ist aber die Teilnahme aller denkenden gesetzestreuen Jehudim an unserem Keren Hajischuw Voraussetzung. Nachdem der Monat Adar von seiten der Palästinazentrale für die Sammlung des Erez Jisroel-Fonds bestimmt wurde, sind wir überzeugt, daß ein jeder Agudist cs als eine Ehrenpflicht auffaßt, seinen Teil dazu beizutragen. Er muß Erez Jisrocls Bürger werden, auch wenn er noch Lcchuzo Erez Jisroel wohnt. Ein jeder einzelne sowie jede Gruppe setze ihren Stolz daran, bei dem Erwerb der Stätten beteiligt sein zu dürfen, welche der Erfiillung des Thora-Gesetzes im Lande der Thora geweiht sind. Denn die Weihe jeder Ackerfurche, jeder Baumpflanze im Heiligen Land, die Durchdringung jeder Tätigkeit des jüdischen Landwirtes, des jüdischen Kaufmannes und Gewerbetreibenden mit Thora-Geist ist uns Jischuw Erez Jisroel, &t uns die Rettung des einzelnen und der Gesamtheit von materieller und ideeller Not, ist uns die Rettung des Heiligen Landes vor der Gefahr, ein unheiliges Land zu werden. Das U11srigc.dazu tun und das Prophetenwort zu verwirklichen, ״daß jeder Topf in Jerusalem und Jehuda heilig sei,׳ heilig sei dem Gott der Schöpfungsschaaren.“ Deutschländer erstattete einen ausführlichen Bericht über־ die große Bewegung, die unter dem Einfluß von Keren Hathora in allen europäischen Staaten zur Regenerierung der religiösen Erziehung der Jugend führt. Nachher wurde Direktor Deutschländer vom Minister des Aeussern, Cielen, und vom Kultusminister Rainis empfangen. In Telschi. Von Kowno aus begaben sich die auswärtigen Gäste, die Herren Dr. Carlebach, Dr. Deutschländer, Herr Botschko, nach Telschi, das jüdische Kulturzentrum Litauens, wo die dortige Jabneh ein Massenmeeting veranstaltet hatte, an der sie über das jüdische Erziehungsideal referierten und deren Ausführungen mit stürmischen Ovationen aufgenommen wurden. Eine an den dortigen Jabneh-Lehranstalten von den Gästen vorgenommene Prüfung ergab glänzende Resultate und legte Zeugnis ab von den großen Leistungen der Jabneh-Schulen und dem gründlichen Wissen der Schüler. Anläßlich eines zu Ehren der Gäste veranstalteten Banketts war den Delegierten Gelegenheit geboten, in einer Reihe von Tischreden die schönen und nachhaltigen Eindrücke zu feiern, die der Aufenthalt in Litauen und das bewundernswerte hebräisehe Kulturwerk Jabneh in ihnen erzeugt haben. משכו ומחו לכם משלכם 11 ב״ד, enigkeit משכו ומחו לכם משלכם ■Bä® MEn.1.,' ln Wien [Die weltberühmten' Palästina-Mazzoth hergestellt unter streng ritueller Aufsicht des ehrw. orthod. Rabbinates Sr- Ehrw. Herrn Oberrabbiner Josef Chaim Sonnenfeld, Präses der Agudas Isroel in Erez Jisroel Gepackt in hygienischen Kartons zu 1/2 kg netto Generalrepräsentanz für ganz Oesterreich: IV athan Br o dl t ac k 4 Wien, II., Leopoldsgasse 43, Telephon Nr. 46-1-90 Keren Hathora in Lettland. Die lettländische Regierung zeigt großes Interesse für das religiöse Erziehungswerk. — Konferenz Dr. Deutschländers mit lettländischen Ministern.