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Jüdische Presse · 1927-03-04 · 9 (4.3.1927) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
9 (4.3.1927)
Date
1927-03-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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:/•H Seite 64 jUDSäCdf: mßsm Nr. 9 .1 ■■ י• I Billige Preise!! I Beste :;־ Ausführung! V Günstigste Gelegenheit durch das große Lager von dauergewellten Scheiteln und Perücken ist jetzt billigst einzukaufen ₪am “״“ ' ׳ m₪₪ ־ ־ m Franz Emmer Damenfriseur und Pärfumeur Wien, I-, Mahlerstraße 5, Tel. 77-0-54 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons I ULI US HABER Kohlen- und Koksgrollhandlung Nordbahnrutschen ₪ 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Helgh Class Tallor Wien, (!., Taborstraße 9 | Fernsprecher Nr. 41-0-22 , | Premier Tailleur Hermann Erstklassiges Maßatelier, Spezialist in Ausführung von modernen und bürgerlichen Arbeiten Wien, I-, Graben Habsburgergasse 3 Telephon Nr. 77-4-88 . "Wixnsclx otxrxe Sdia/ttnes בסר u. unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). 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Denn, vereinte Generalversammlung. als Marcus Bondi als Kind eingeführt werden sollte in dfe Hallen1 des Wissens von G־tt und den Menschen, da! geschah dies zu einer Zeit, in welcher viele 'fromme Eltornheirzen zagten und zitterten, ob die gewaltig!!; Aufgabe;, dem Kinde in gleicher Weise za bringen die Atmung ewiger Scftönlieil und seine Seele zu entflammen zur Begeisterung für herbe Wahrheit, Erfüllung finden3 könnte in .einer hefßaafstrebenden Zeit neuer Knlturideale; neuer politischer Gestaltungen, in einer Zeit, in der das Wissen von1 Dingen und Menschen unendliche Verbreiterung und Vertiefung erfuhr, mit dem gleichzeitig Hand, in Hand zu geben schien auch eine Renaissance des jüdischen Wissens.!Es klingt uns fast wie ein Märchen, daß die ersten Lebensjahre des Verklärten hineinreichten in die Lebenszeit Goethes, des Mannes also, von dem die Welt eine Lösung des Geheimnisses erwartete, wie alle scheinbaren Dissonanzen sich lösen in Wellen sanfter Harmonie. Aber trotzdem werden wir erst dann zum vollen Verständnis des Lebensbildes des Verklärten gelangen, wenn wir gleichzeitig erfahren, daß damals das g-ttestreue Judentum des 19! Jahrhunderts seine Krönung fand in der ragenden Gestalt des Chassam Sofcr, jenes großen Preßburger Rabbiners, der aus Frankfurt stammte und der der Forschung von G-ttcswort .in Ost und West neue Bahnen gewiesen hat. des Mannes, den innige Seelenfreundschaft mit der Familie des verklärten Marcus Bon di verbunden hat, bei dessen Großvater er auch gelernt hat. Vielleicht ist das Wort zu kühn, aber eine Synthese, eine Lcbenscinheit zu finden zwischen diesen beiden Polen und dieses Lebensbild in jedem Augenblick vor G-tt tragen zu können, das, geehrte Generalversammlung, war Marcus Bondi. Die Problemstellung, von der ich eben sprach, ist . ja fast dieselbe, die auch wir in unserer Talmud Thora zu erfassen versuchen. Aber freilich •lagen .in manchen Dingen und Punkten die Verhältnisse in Deutschland vor hundert Jahren etwas anders. Damals pochte die Welt an die Pforten des Ghettos und das Ghetto pochte an die Pforten der Welt. Aber die Revolution jener tief sich umgcstaltcnden Welt forderte gebieterisch und stürmisch, daß der Weg zu ihr mit einem hohen Niveau einer allgemeinen Bildung erkauft werde. Warum es leugnen? Viele jüdische Seelen fielen diesem Sturm zum1 Opfer. 'A b er d a s E 11 e r nb a u s d c s V er .k 1 ä r t e 11 s a g t e zu Mar cu s B 011 d i: D •i r u 11 d u .11 s ist e i. me : ne 11 e ■ A u f g a b e c 1־ w a c 11seil, dich r u f t' G'-tt in׳ d i e W e 11. Gehe u 11 d b ez w i .11 g e dies e W •c.J c he ■u n d. w erde Me I s t e r des Leben s,'/z c i.g c, 'daß ei 11 g-t 11 i c h e 1־ Funke i 11 a 1 l e rn w'e 111, W a $' j c e i tve M e n s che n b r 1t s t i h 'S e 11 n s n c h t׳;'v1i1 d;, E'r füll u n’.g, jd 11yc 11 z i e h t, ,411 allem, vv a s M e n s c Ire ri s i n ri e n und denken. We i s!e a b c ,r .F.11.n k en den W eg zu r g-t 111 c 11 e n Fl a.nv.r^i e, .^er im Worte unserer h e i 1 i g e n: L e 11 r e 1 p d,ja!.r L;; , Und Marcus Bondi i ging. hin und .tat also, und, also ward sein Leben c HF M i s c •11 kau 11 o e d u s, eine Statt e des Z e il g n i s s e s für die a l 1 u m f a s s e n d c Größe des ■g-t t ,1.4 c.he'it Wo'rl es.' Und als nun Marcus Bondi, auf dem Höhepunkt seines, Lebens seinen Wohnsitz hieher verlegte, da fand er :itr unserer Talmud Thora die ,Stätte, in der das Zeugnis ^ein^s Lebens sich auswirken• konnte uiid sollte, Denn auch unsere Talmud Thora will, Avle Marcus Böndk Menschen für das Lebenauseüstem י aiicFr wir .wollen die Lebcnsgesfaltutig detiims anverfcrauten Menschenseefem z« einer Verkörperung das g-ttliclierr Wortes in freudigen,, froher Erfassung des Leberts ' machen. Diesen D i e ms t a 11 dia n Mansche», an׳ armen Kindern zu ü&e li i 11 L i ehe zu den: W e:n!*c ft! e n. d e 1־ T reue z•in G-tt, e iitt e Hi e i ni s t ä c t.e d.ip'S' Zen gn i:ss e s zu s e•fra ז r 0 11, d a a; war da s־• P r o g r a1 ntm, tuiifc d ein M a r cu s Bo n d i 3 5 J a h.r e i-h n g Uh/Votst a n d c t ä t i g w a r, 21? J»a־ h re 11 i n. g;mb1t11i.g s vol 1 u rrd s e 1 h s 11 o s׳ u 11 s e-r■ e Tal 11111 d T h' o r a als P r ä s i d e ti t g e׳frä 11 r t Ivat־.. Es ist die Fracht seines Lebens, wenn die• Talmud Thora in stetiger Entwicklung erstarkt ist und der Judenlieit Wiens so1 ersprießliche Dienste geleistet Hat. Geehrte Generalversammlung! Das war Marcus Bondi und ich frage Sic, bedarf es nach diesem Bild; wirklieh׳ noch eines Wortes, um׳ ii!! Form eines G cd öbn i.sses festzusteilen und feierlich zu erklären. was Marcus Bondi. unserer Talmud Thora sein’ wird? Wir sagen: Er wird sei:1v,.e.r wird b 1 UiÖe.n, \vas e r 11׳» s w a r. D a s Pr o g: ira mm der E r z i e 1t u.mg, d i e er genossen hat, das Programm seines L e b e 11 s i s t u n d b l e i b t das Pro g r a m m um s e: rer T a׳ I!m u d T 11 o t־ a,. a n dessen E r f ii 1 Fit n g V e rw a 11 n n g 11!1 d! L e h r k־ ö r p e r mit g 1 e i c Ir e m W e 11 e i f e r a r b׳c i t e n; arbeiten, daß die Talmud Thora sei: Mischkan hocdlis,. ein Heiligtum des Zeugnisses für das Leben von Marcus Bondi מפי עוללים •זייונקים יסדת עז »In jedem unserer Kinder wird: leben und Wirken Marcus Bondi s. z. 1. und al'su ist sein׳ Angedenken eine Quellte des ewigen Segens. , Seit vielen Jahren das anerkannt beste נשמה־ליבט J(r*eb! Man achte auf die ' ges.» gesch. Marke ״Hygien. KfanigsliGhi11 u. Name Schulz. ' &■ Fabrik und Bureau: XfV.; Braunhirschengasse 3 ElnltthHqer Hnndelifcur» Wiener Elnjährlaer Handqlskura Talmud -Thora - Schulverein Volksoml Bürgorsclulo für Knabsii und Mtdslian Wien, l|af Malzgasse 16 Oest. Pöstspark.-Kto. 182.1B9 Spendet fflp das älteste und grösste 1 jüdische Schul werk •Wiens! Rabbi Satnuel Keil Halewi — Ver- : ' fasset des 1מחצית.השקל־ Von Rabbiner G. Löwy, Levoca (Leutschau), Slowakei. 5. Fortsetzung. Ohne uns hier in halachisclio Erörterungen einzulassen, glauben wir doch den Beruf lind die Stel-' •liing eines Ortsrabbiners innerhalb des jüdischen Gemeindelebens, wie •sie sich ami Grund der religionsgesetzlichen Bestimmunge# in "’dem ungetrübten 3 ü d Ischen V 01 k s b e w u ß t s e i n repräsentiert, in knapper Kürze zeichnen zu müssen, nicht bloß i!m Interesse eines gesunden jüdischen Gemeindelebens, sondern auch deshalb, weil wir hiedurch das Beneh- ■men und Verhalten unseres Rabbi Samuel seinem Ortsrabbiner gegenüber, besser verstehen, richtiger würdigen und nach Gebühr einschätzen werden. Es ist wohl nicht zu gewagt, wenn wir den bekannten Ausspruch des Rabbi Simon im vierten Perek über die drei, bezw. vier Kronen, besonders wenn wir ihn mit den vorangehenden zwei Aussprüchen und dem daraufolgenden einen aus dem Munde anderer Mischwalilelirer, die ausschließlich von der Thora allein/ von ihren Lehrern und Schülern hau- 'dblii׳'' Zu^amitibnhalten, vergleichen, wenn wir: diese' drei,,; bbzw.■ :vi׳ör: Kronen zusammenfassend auf dejtr Autorität des Ortsrabbmers bezjeheji,' : jdenv •Äuss.pruch>;; der; in deutscher t)ebers’etzu.ng:,,.älso;lähtet>! Drei fronen; gibt es: die Kfroue־,der;׳ihor|1,: ג die^rone: des^DriösjtertiVnis ünd׳ die Jerone1 ׳der^hler^ f! Ürppe.;:|es, gujep' Napieps, ^dr;;efheSp|iqi1!׳^ben;Äie/;ode;1/^ist!!mit Ihneit zu ";1^־ ־ si7-5^^bö-tc.j;»rlLite*■־ÄTifla^o,־j stimmimg und Aufgabe, die wir uhi:^fflifee'r!Jgi^en־ wärtig halten müssen, keinen Moment aus den Augen verlieren dürfen; sie ist in der Thora (II. B., 19, 6) mit den wenigen, aber vielsagenden Worten klar und deutlich ausgedrückt: Ihr sollt mir nämlich G-tt — sein ein Reich vo!n Priestern, ein heilig Volk. An diesen Worten ist.nichts.zu ändern, nicht zu rütteln; sie sind von unserem himmlischen Schöpfer gesprochen, sie!dürfen nicht ihres Inhaltes beraubt und mit dem Judentum wesensfremden!Idealen — ׳Idolen — ersetzt werden. Soll mm Gesamtisrael ein großes Reich von Priestern, ein heiliges Volk darstellen, so muß doch heute, im Golus, in unserer Zerstreuung, in diesem großen Reiche jede jüdische Gemeinde ein kleines Reich von Priestern, jede jüdische Gemeinde nicht nur •dem Namen nach, sondern tatsächlich eine קהלה קדושה, eine heilige Gemeinde sein, die sich würdig einreiht in die Gesamtheit des ״heiligen V 01 k e s“. Und in der jüdischen Gemeinde, in ■diesem kleinen Reich von Priestern, ist der Priester der Priester, der Hohepriester הכהן הגדול• מאחיו, hervorragend ׳unter , seinen Brüdern, der Wegweiser, Lehrer und Führer, der b e r u f e n 11!n d verpflichtet i s t, die Herrschaft der Thora in seiner Gemeinde zur Geltung zu bringen — der Ortsrabbiner. :׳ Vor allein ■schmücke ihn ״die Krone der Thora“. Umfangreiche jüdische; Gelehrsamkeit, von deren Höhe, Tiefe und Breite; ■ein. Nichtthoragelehrter;nicht : :den! leisesten Begriff/die: tiichtjüdische Weit gar;keine Ahnung hat!, .;ist• die::■ unerläßliche Vorbeclingiipg■ /für dep, der es verdieuen. :;sqIL.׳der. religiöse .׳Leiter, ,und ־:*Führer iditieu;,heiligen j:4ü«iisddren,!Gemeinde;:,5511;.seiu• ::Die T h o r.a e:t׳l e;:1feeih.;t:je;^e;i n!e 11 Q e,i § t, d i e. r ad äu1;t^1־jei;>^ein)rH;;eir Z/ d.i,e.‘;T.inpr:.f1j;e r- ׳:friH l.e/s^i!n d e-n kehr' .u.n d,:.G ed.üU;l ß \ L hbe^kohSUheißtij^D חולון:)» daß i:zwei!TÖ0njge if1־ ümso'i glänzender, umso wertvoller ist, je mehr Gemeindemitglieder damit geziert sind. Ist doch die herrlichste und erhabenste Aufgabe eines Gemeinderabbiners, sich selber je — überflüssiger zu machen; das heißt: er muß mit Aufwand seiner Kräfte und Fähigkeiten dahin wirken, daß ׳die!Mitglieder der seiner Obhut und Sorgfalt anvertrauten Gemeinde Belehrung/und! Zurechtweisung aus ׳unseren heiligen Schriften׳■ äiichi selber schöpfen können und fähig seien, .׳in den gewohnlichen alltäglichen Fragen des religiösen Lebens,, bei denen nicht unbedingt die Entscheidung des OrtSrräbbiners angerufen werden muß, sich selber zurechtzufinden. Nun ist!dies ein Ideal,' das/dem .Rabbinor unbedingt vorschweben, dem ■er unentwegt '1md,׳unermüdlich zustreben ׳muß; es ist aber doch nur eint Ideal, ■hinter dem die tatsächliche Wirklichkeit weit zurückbleibt; denn die schweren Erwerbsmögliöijkeiten lassen es leider nicht zu, daß all e Gemeindemitglieder dem Thorastudium sich, so voll und ganz hingeben,. wie es nötig ist, um am ים התלמוד• .Meere der Talmudwissenschaft mit sicherer Hand■ rudern zu können, ohne sich zu verirren. Da erhebt sich nun allmählich ä>ie Autorität dos Gemeinderabbiners, die Würde seiner Stellung,^die Hoheit seines Berufes; denn äußerst seltene, erfreuliehe Ausnahmen abgerechnet, schmückt in seiner Gemeinde ihn nur allein, kann ihn nur , allein schmücken auch die zweite. Krone, die.״des Priestertums“,׳ die priesterliche;Hiugebu ig^a.o.^^e -Th^^.i er allein; kann . upd.;soll, sejne, gfinzc. v Zeit, ,üphj>!.g^'j1?es!^Leben?dem Thorastiidiuni ovictiiien jt.nd Av.eiäeni!i):1,1|per ,,imehr und :mehr;s.ich: vertiefen in. die .Tft^ra^^ienschaft, immer mehr, und .mehr sein T11bräwisseM'׳>be- י ,.! י.׳.■,.!•: . ■■• ׳:. ׳,,׳•־ ■ ־ י•.)jj;reichern.,, für; :das. es .keine,, Qr^n^e,.;gib^,.^^ לבל מצוחך,: מאד,'. ■!:s^hon'ÖnigvpliVid ausgesprochen; jeig;lic?ijenj,;Strei!©«•,■ habe.;cle :gesehen, vDehl/ Gebpt י aber• •i§t upge;tpein ,,ppjfassend. :.(PsC U9,:1;9bi) ״Jedes;/ Streben,“ bemerkt h &U: 11״a.t §ßine׳ Grei^e-jißJ51IW11at se^fCie^en^bht;yG-ttes :Pl^ö/.:F»qine;• Aii^isMi^auf unsern Lebensposten, ist aber so unerschöpflich wie das Leben selbst; es umfaßt das ganze Sein und Leben des. Menschen, der Völker und der Menschheit in der ganzen Mannigfaltigkeit und dem

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