Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1927-02-25 · 8 (25.2.1927) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
8 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630197-2630205--2530-2634411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

*־. Nr Spetide. Die Koscher-Wurstwarenfabrik Eisen & mwgsbcr, 2. Bez., Häidgasse 5, hat den Pfleglingen der Versorgungsanstalt der Israelitischen Kultusgemeindc anläßlich von ״Klein-Purim“ 23,5 Kilogramm Würste gespendet, welche'Spende allgemeinen Beifall bei unseren Alten .fand. Die Poale Agudas Jisroel. Die Delegierten der Poale Agudas Jisrocl in •Erez Jisroel, die Herren Brei> s t e f n und Lewasser sind im Laufe dieser Woche in Wien eingetroffen und haben über die Lage in Erez Jisroel and die Lage ihrer Organisation der Agudaleitung einen sehr interessanten Bericht erstattet. Diese noch junge, aber besonders rührige Oiganisation der P. A. J. hat sich zu einem sehr segensreichen Faktor des echt jüdischen Lebens ״•־ Erez Jisroel entwickelt. Die Delegierten haben hier mit Jen maßgebenden Kreisen der Orthodoxie Fühlung genommen und werden n ä c 11 s t e n S 011 n t a g in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel Bericht erstatten. Laadgerichtsrat Stern sind Dr. Paul Nathan über ihre KeJsecfudriicke in Rußland. Im ׳Hotel ׳Kaiserhof zu Berlin : berichteten vor einigen Wochen vor den ■Hauptvorstandmitgliedern des Zentralvereines deutscher Staatsbürger jüdischeu Glaubens ׳und den Delegierten des Landesverbandes Groß-Berlin des Zcntralvereines Landgcriclitsrat J. Stern* * Berlin und :Dr. Paul .Nathan über ihre Reiseeindrücke :in Rußland. •Landgeriohtsrat Stern hat ganz Rußland von Leningrad ׳bis zur Krim durchquert und konnte von den Unterredungen mit russischen Juden aller Schichten erzahlen. Starken Eindruck haben auf!ihn die ׳Siedlungen des Agro-Joint in der Krim und in Südrußland gemacht. i)r. Paul iNatltan hat als Vertreter des ,Hiifs verein es der deutschen Juden au der Tagung der OZET in ׳Moskau teilgenommen und hatte dabei ׳Gelegenheit, mit den Vertretern der Behörden und der .Regierung über die ׳ihn interessierenden'׳Fragen der russischen Siedlungen zu sprechen. Als Kenner ■des; zaristischen Rußland zog er interessante! Vergleiche zwischen der Lage ■der Juden einst und jetzt. Er •konnte, wie er sagte, fest stellen, daß der schon (früher von ׳ihm erkannte und befolgte ׳Grundsatz, ״die Ostjuden-?rage kann *nur im Osten ׳!gelöst werden“, durch die Ent- Wicklung in *Rußland bestätigt worden .ist. *Er schilderte die erfolgreichen landwirtschaftlichen Siedlungen der Juden in Rußland, *die neben *dem materiellen Erfolg ..auch den •ideellen ׳gezeitigt haben, ■daß der russische Bauer Achtung vor der Tatkraft!und'den landwirtschaftlichen Erfolgen der Juden gelernt hat. Diese Erfolge ׳beruhen nicht zuletzt darauf, daß *der Jude ׳bei seiner Arbeit auf russischem Boden von heißer Liebe, ■zur russischen Heimat ׳beseelt :ist. Or. Nathan gab dann noch ein ■ausführliches Bild von der Erziehung der russischen Juden zum ׳Handwerk, bei der die Gesellschaft ORT *mit •Hilfe amerikanischer Gelder segensreiche *Arbeit *geleistet hat. Dr. *Nathan *und der Vor- 'atzende Dr. Brodnite gaben zum ’ Schluß dem Gedanken Ausdruck, daß es Pflicht auch der deutschen Juden sei, die Organisationen zu unterstützen, •die die berufliche *Um-!Schichtung ■der ׳russischen Juden auf russischem Boden an-' streben. Eia neuer Beschluß des bayrischen Landtages in der Sehächtirage. München. (AJPB.) Der Verfassungsaus-schuß des bayrischen Landtages lehnte in seiner letzten Sitzung den nationalsozialistischen Antrag, nach welchem die Regierung aufgefordert werden sollte, den schächtgegnerischen Beschluß des Parlaments unverzüglich durch- .beführen, ab. Es 'gelangte dann folgender Antrag zur Annahme:■ ״Die ■Staatsregierung •wird ersucht, den .in Ausführung des Landtagsbeschlusses vom 8. Juli 1926 geforderten Gesetzentwurf vorzulegen, sobald die Versuche aber eine den rituellen Vorschriften : des;, Judentums entr.jprechepde. Betäubungsart zum; :Abschluß;, gekommen, sind. Sie soll auf möglichst *baldigen Abschluß dieser Versuche hinwinken.“ :■ ■ •; :.0 י--:־ Tagung des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden In "•8ayen!.'׳lW.-ü r Ä.b.n-r •ff (AJPB). Vor einigen Wochen fand in Feind.•4• Spinoza hat damit die tückische Anklage' gegen ■die. Lieblosigkeit, des, •Judentums unterstützt״ , die s|im; i<2 ,!heller das Verdienst, ■erscheinen läßt, da.sjsich, angebiieh^ ■STst das Christentum ,durch die Lehre der. ri^ächsteniiqbe erwdrben., Aber Spinoza hat durch dieses, gefälschte Zitat nicht die Lieblosigkeit des Judentums, sondern seine eigene Gehässigkeit gegen seine Stammes- *genossen, an den Pranger gestellt. Diese auf Matthäus gestütze Fälschung des Bibeltextes wird bekanntlich von den christlichen Theologen mit Vorliebe benützt, sie muß -jeden .ehrlichen, unbefangenen Bibellcser empören. Welchen Eindruck muß sie aber machen, ׳ wenn wir ihr bei dem ״Wahrheitsfanatiker“ Spinoza begegnen. Vischer, einer der glänzendsten Kenner und Kritiker Spinozas, sagt zur Charakteristik des Philosophen, daß es •m seinem Leben nicht einen Moment gibt, in dem er an der Wahrheit einen Verrat geübt hätte. In seiner klaren und ׳religiösen Gemütsverfassung habe Spinoza ruhig die Flüche seiner Feinde hingenommen und sie überhört, denn die Wahrheit war in seiner Seele" und die Liebe zu ihr war sein Leben. Darum konnte dieser sittliche Virtuose der Philosophie von sich selbst sagen: ״Ich unterlasse das Böse oder suche es z׳u unterlassen, weil es geradezu mit!meiner Natur streitet und mich von der Liebe und Er- -fcenntnis Gottes abziehen würde.“ Vischer und mit ihm »och viele, die die treulose Haltung Spinozas gegenüber dem ,Judentum ganz kühl läßt, übersehen den einen Moment im Leben Spinozas, in weichem es seiner Natur nicht widersprach, sich zu rächen. Wenn dies hier festgestellt wird, so geschieht dies nicht um Rache an dem Verun-;glimpfer der jüdischen Religion zu nehmen, denn dies verbietet die Religion Israels. Aber die Wahrheit soll gcsagt werden. Das soll ja auch nach der ״Ethik“ Spinozas unter allen Umständen geschehen. A. כמר Fleisch u. Grell ügel unter Aufsicht der עדך) ועך־^ל (Schiffschul). Sechwaren aus 4er Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Wefae und Spezereiwaren כעך• Ä llclc£rlitt|g•, Wien, IX., Ltechiensteinstrasse Nr. 117 rifol«pboa 11*6-83. — Jede Bestellung wird telephonisch e»t*!gegengenoinmpn und aofoirt ins Haus zugestellt »UDISGHE PRESSE - - - -:- -־-- - -«-■■ -«-■ - -■- __ Ansbach die diesjährige Tagung des *Bundes ge sei zesrr etter Gemeinden Bayerns statt. Außer den aktuellen Fragen wurde eingehend über die Tätigkeit des Komitees, das sich mit der Feststellung m beschäftigen hat. welche Nähe- ׳und Organ- Präparate zum Genuß gestattet sind, berichtet. Es schSoß sich insbesondere eine lebhafe Debatte an •die Broschüre •des Sanilätsrafes Dr.;Münz (Bad Kissingen) an, die ״Nähr- und Organ- Präparate und ihre rituelle Zulässigkeit" *betitelt. Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch eingehend der Bund jüdischer Akademiker In Berlin und hofft. b*3 *Pessach eine alphabetisch geordnete Broschüre herauszugeben. ■in der besonderer Nachdruck auf die für ׳Pessach gestatteten Medikamente und Präparate gelegt ist. lieber die Aguda ln Deutschland. Nürnberg. (AJPB.) Am Sonntag den 6. Februar fand in Nürnberg eine gemeinsame Besprechung zwischen den Mitgliedern des geschäftsführenden Ausschusses des Verbandes gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns und der Agudas Jisroel-Jugendorganisation, die drei Vertreter des 0. V. sandte, statt. In einer viclstündigen Aussprache wurde die Grundlage der Richtlinien für die gemeinsame Arbeit beider Gremien festgelegt. — Fulda. (AJPB.) Ucber das Thema ״Gegenwärtige Aufgabe der jüdischen Jugend“ sprach, in einer von etwa 200 Personen besuchten Ver- Sammlung Herr Dr. Willy Hofmann, der Vorsitzende der deutschen Jugendorganisation der Agudas Jisroel. Der , Referent zeichnete in großen Umrissen die Probleme, mit " denen sich der gesetzestreue junge Jude auseinanderzusetzen hat, und fand reichen Beifall. Eine kurze Diskussion, an der sich Sr. Ehrw. Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn und Herr Dr. Leopold Herz beteiligten, schloß sich an das Referat. Der Versammlung ging eine Besprechung zwischen Fuldaer Agudisten und den Vertretern der Agudas Jisroel voraus, in der die Wiederaufrichtung des hessischen Bezirkssekretariates der Agudas Jisroel unter Leitung von Herrn Dr. Leopold Herz und eine Reorganisation der Agudas Jisroel-Jugendgruppe beschlossen wurde. — Marburg. (AJPB.) Vor einem zahlreichen Publikum hielt Herr Redakteur Schachnowltz in der hiesigen Agudas Jisroel-Jugendgruppe einen Vortrag über das Thema ״Der Chassidismus und seine inneren Kämpfe (Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart)“. Voraus ging ein von Herrn Prof. Dr. Frenkei gehaltenes Hesped auf Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu (München) s. z. — Frankfurt. (AJPB.) Auf Veranlassung der Leitung der Agudas Jisroel- Jugendorganisation, fanden in einer Reihe von deutschen Städten, so i!1 Berlin, Frankfurt, Ostfriesiand, am Ausgang der Schlauchlm Hespedim für den heJmgegangenen Rabbiner Dr. Ehrentreu (München) s. z. 1״ statt. Ein großes halachisches Werk des Oberrabblaers von Brody erschienen. Brody. (AJPB.) Vorige Woche ist ein großes haladhisches Werk von *dem hiesigen berühmten Oberrabbiner Abraham Menachem Mendel Steiriberg unter dem Namen ״Machase Awrohom“ erschienen. Das Erscheinen des Werkes hat um so mehr e׳in freudiges Aufsehen. erregt, weil um die zahlreichen im Manuskript befindlichen Werke des Brodyer Oberrabbiners sich bereits ein Sagenkreis gebildet hat. Während der Russeninvasion wurde die Wohnung des Oberrabbiners erbrochen und seine Manuskripte von den Kosaken verschleppt; die Manuskripte kamen nach Petersbürg. Durch glücklichen Zufall haben Freunde des Brodyer Oberrabbiners hievon Kenntnis genommen und das Manuskript für teures Geld ausgejöst. Nach vielen Fährnissen kamen die Manuskripte dann alle in den Besitz von Oberrabbiner Steinberg zurück, der nach den Kriegswirren aus Wien,, wo er die Flüchtlingszeit verbrachte, nach Brody zurückkehrte. Oberrabbiner Steinberg zählt zu den größten talmudischen Koriphäen der Jetztzeit und man begrüßt das Erscheinen seines erste« haJachisdhen Werkes überall mit großer Freude. Große Agndaversammlung in Amelo (Holland).!(Amsterdam, A. J. 0. P.) Sonntag den 6. *Februar fand in Al- Zum Wochenabschnitt ו־להל. | ’' Würde uris’ did zentrale Stellung des Sabbätgebotes, : das innerhalb!des Dekalögs die Verbindung der. Pflichten gegen Gott mit .,: ׳den;י Pflichten gegenüber den Neben- . irienschen bildet, nicht *darüber belehren, daß;ihm im Vergleich mit allen übrigen jüdischen Gesetzen eine erhöhte ideelle Bedeutung zukommt, so würde die Tatsache, daß es an zahlreichen Stellen -der Thora wiederholt wird, uns seihen speziellen Wert im Rahmen der gesamten Gesetz^ gebung .andeuten. Hier, (Unmittelbar vor dem Tempelbau, mußte dem Volke vor Augen geführt werden, daß nur ein Heiligtum erstehen kann, welches, noch ehe es gebaut, schon seine Weihe im Zeichen der Sabbatruhe empfangen hat. ״Sechs Tage soll Arbeit geleistet werden und am siebenten Tage soll euch eine Heiligung sein, ein Sabbat des Feierns dem Ewigen“, so wurde verkündet, ״und jeder, der an ihm ein Werk schafft, muß sterben“. Dieser Gedanke, daß selbst die Arbeit am Tempel zur Todsünde wird, wenn sie am Sabbat getan, konnte gar nicht früh *genug in •die Herzen des Volkes gepflanzt werden. Denn da$ Judentum kennt keinen Zweck, der die Mittel' heiligt. Die 39 Werkverböte, welche das Volk am Bau der Stiftshütte lernen sollte, sie waren jedes einzelne eine schaffende Arbeit, die, am Sabbat geübt, das zu errichtende Heiligtum zu einer Stätte des Ungehorsams, der Gottesleugnung , machte. So mußte der Sabbat mitten in die Aufgabe des Tempelbaues gestellt werden, um darzutun, daß er auch mitten im tagliehen Leben seinen Platz habe. Er ist es, der das jüdische Haus zum jüdischen macht. Er gibt dem jüdischen Haus den Wert und die Bedeutung, er unterscheidet es vom nichtjüdischen. Was wäre aus dem jüdischen Haus, dem Familienleben geworden, hätte jenes kostbare Kleinod nicht auch in den finsternsten Zeiten des Golus geleuchte:, hätte der Sabbat nicht das, stille Haus verklärt und all die Sorgen des Alltages verscheucht. Was weiß der hastende Mensch, der draußen Tag um Tag, Jahr um Jahr sein Leben dahinkeucht, ohne Aufenthalt und Ruße, was weiß er von der göttlichen Verklärung, die ein einziger Sabbat, in sahbatiieher Stimmung verbracht, bedeutet. Zu ihm hat sich das alte Volk Israel geflüchtet, in seinem Schutz vermochte es dem Ansturm der Verfolger zu widerstehen, er war Ausgangspunkt und Ziel der Arbeit, So überstrahlte er die Jahrtausende der jüdischen. Wanderung, ein Symbol der Gottesnähe, ein Unterpfand für das Däfern des jüdischen Volkes. Mit Ihm In der Hu»1d trat es den Gang in’die Weltgesclnchte an, da es sich um das Heiligtum in der Wüste’, das . Stlftszelt, zum ersten Male versammelte, nie kann es untergehen, solange es in treuer Vermählung mit ihm sein eigenes lebendiges Sein bekundet Wer wollte die VeiancWertung auf sich nehmen, daß er zum Untergang seines VoUces׳ beitrüge? . : . Dr. Wilhelm Frcyhah.; Seite 59 melo unter *dem Präsidium des Herrn ■I. S. de Jong eine große Agudaversamtnlung statt, in welcher der Vorsitzende der niederländischen Landesorganisation der Agudäh, Oberrabbiner S. Hirsch, ein großangelegtes Referat über die *Agudah hielt und zur Gründung einer Ortsgruppe aufforderte. ׳Von den *Nachbargemeinde« waren Borne und Hengelo durch Delegationen unter der Führung des Herrn :Lehrer tHes (!Borne) und ׳Leesmar (Hengelo) vertrete«.!Nach dem Referat wurden aus der den Kreisen des Publikums mehrere Fragen an den Vorsitzenden gerichtet, die Herr Oberrabbitier!Hirsch ausführlich und befriedigend beantwortet hat. Nach der Diskussion wurde eine Gruppe Aimelo und Umgebung gegründet. Es wurde gleichzeitig beschlossen, Schiurim, und zwar für Tefilloh und Gemoroh, einzurichten. Oberrabbiner Hirsch hat bei dieser Gelegenbeit ,in warmen Worten der ■großen Verdienste des ,Herrn L S. de Jong gedacht, der mit mustergültigem Eifer für die. Ausbreitung der Agudaidee tätig ist. Unter begeisterter Stimmung konstituierte sich nun die Ortsgruppe unter!der Leitung des Herrn I. S. de Jong, M. E. de Metz, S. van Geldern, Vorsitzender der Gemeinde, L. Samson, S. Bekkers in Aimelo; Josef Hes in Borne, *H. ׳B. Leesmar in Hengelo. Die Leitung der Lchrkursc ■haben die Herren 1Lehrer de Metz (Aimelo), Hes (Borne) und!Karl Haas ׳(Aimelo) übernommen. Eine prinzipielle Entscheidung des Obersten Gerichtshofes Ungarns. Die :Kömgliche Kurie hat abermals, entgegen der ׳Entscheidung der Unterinstanzen, wonach, die Juden keine Konfession, sondern eine Rasse bilden, ausgesprochen, daß das Strafgesetz *das Verbrechen der Aufreizung gegen eine Rasse nicht kenne und daß daher die!Aufreizung gegen Mitglieder der jüdischen Konfession als eine Aufreizung gegenüber der ganzen jüdischen Konfession *und nicht als gegen die Rasse gerichtet zu •beurteilen sei. Rabbi Zirclsohns letzte Senatsrede. Die Rede Rabbi Zirelsohns im Senat ׳liegt min im Wortlaute ■vor, *und man begreift in der OeiSfentHdrkeit nicht, w.eso er durch seine ethisch hochstehenden Ausführungen den* Zorn der Mehrheit des Senats und insbesondere der Vertreter der übrigen *Kirchen im Senat׳ . erregten!konnte, ׳die ihn durch den kränkenden Beschluß, seine Rede ■im ,Monitorul! Qriciai“ nicht ׳zuverätfentlidieu, zum Rücktritt betwogen haben. Rabbi •Zirelsohn *führte aus: Itn Gegensatz zur Kuiitur des 30׳. Jahrhunderts, ׳die jeden׳ Mensehen ohne Unterschied von Nationalität ׳und Religion׳!respektie!rt, ist bei uns!eiine Partei׳ am Werke, die die Devise ver- *wirklicht:;iHoino homlni■ Jupus est“. Ebenso wie man! i!m Mittelalter die Juden der Bnunnenivergifliung, der Magie!und der rituellen Verwendung von ׳Christenblut- ׳bezichtigte,■ so ertflnden׳ •die Antisemiten* von heute das MärdKirt.,. daß ■die Juden während des!Krieges mit GoM .gefüllte Gänse nach• Deutsch- ' ׳!andi expediert hätten׳, *daß sie ׳Bolschewiken seien!, obwohl die Juden* als Handetsvo’jk (natürlich ׳Gegner des Bolschewismus sind.!Unter *nationaler Flagge .!wird! •׳hier die Losung ausgegeben: ״Nieder mit den Juden1, Tod den Juden!“ Ganz richtig hat Kart Ludwig Böme den!zeitgenössischen ׳Antisemiten zugerufen: ״Ihr habet den Juden die Luft genommen׳, dieses hat. sie vor Verwesung ׳geschützt;!ihr habet ׳das Salz!der Feindschaft *in. ihr Herz geschüttet, das hat , ihr Herz frisch erhalten.“ Die große Dichterin, Carmen! Syiva, *diie vensfombene Königin Rumäniens, hat an: ׳ihrem Memoirenbuoh■ ״Mein Fen*a!ten- . winke!“ geschrieben: ״Wir leben und׳ wir nähren uns ■alte:, von' der Bibel!, und wir verüöunen ein Volk, welches das' ■Buch der Büd13׳r hervorgebrächt hat•“ Solche Z’fate und Feste siel tagen, riefen besonders unter den rumänischen kirchlichen Würdenträgem Aufregung hervor. Der Metropolit der Moidam rief, das rumänische Volk in der MoMam uikI! in [Bß'ssairaibieni' ffülde Sich;1 ׳ ’ unter ׳den Juden als fremd im eigenen Lande. . General RIschcanu für Recht und Ordnung. Der zum Oberkommissar für BeSsäraßien und die Bukowina ernannte General Riscbcann wurde ,auf dem ,Wege ,nach.; Kischinew, *in Kalaraschi, von| der* jüdischen Bevölkerung j begrüßt, deren Sprecher der Gepfeindeyorstand Kog^a .1 w!ar; in Kischinew richtete Rabbi Zirelsohn im Namen der jüdischen Bevölkerung herzliche Begrüßungsworte an den General. In seiner Erwiderung sowie In,,dem am gleichen״., Tage veröffentlichten Manifest an die . Bevölk^ftyng:. be^T׳ tonte General Rischcanu, daß er dem Rechte t^ltuiig , schaffen werde. , Er befrachtet es als seine Aufgabe, dien , ethnischen Minclferh'cjteil;; SdhUtz angedeihenv.^u! läkfI ihnen freie Entwicklung zu gä'ra'htiieren. ר werden nicht weiter!geduldet werden. ,'׳ Universität und Zentralieschhvah ln Jemsaleai. New York. (AJPB;) In dem offiziellen zionistischen Organ ,;Das jüdische Volk“ vom 17. Dezember vorigen Jahres berichtet Herr Neuhausen über die Forderung der Misrachikonferenz nach einer :Weltjcschiwah in Jerusalem. Er polemisiert in nicht mißzuverstehender Weise gegen diese Forderung -mit dem Hinweis, daß die jüdische Universität. auf dem Har Hazofim in Jerusalem gegründet sei, um der jüdischen Wissenschaft im allgemeinen zu dienen. Die zionistische Organisation könne nicht dulden, daß der Universität Konkurrenzunternehmungen entstehen. Diese Stellungnahme ist mehr als merkwürdig. Anläßlich der Gründung der Universität, als von orthodoxer Seite, besonders aber seitens der Aguda, schwere religiöse Bedenken gegen die jüdische Fakultät der Universität laut würden, hat man von zionistischer Seite4 sich beeilt, diese Bedenken mit dem Hinweis zu zerstreuen, daß es der . Orthodoxie freistehe, eine ihrer Geistesrichtung entsprechende Anstalt, eine Zentraljeschiwah, in Jerusalem zu gründen. Da nun so ,eine Gründung durch einen Beschluß . der amerikanischen Misrachikonferenz gefordert wird, be-; ginnt von zionistischer Seite eine Protestbewegung dagegen mit der Devise, ״die zwei Jahre alte Universität *duldet nicht die Konkurrenz der zweitausendjährigen Je- , schiwah“. Sejmdeputat Oberrabbiner Schapira in Philadelphia. — Günstiger Fortgang der Aktion für die Lubliner Jeschiwah. New York. (AJPB.) Sejmdeputat Oberrabbiner * Schapira hat nach längerer Arbeit für die Lubliner Jeschiwah •in New York beschlossen, auclr^die größeren Pro- . viuzstädte für den Aufbau dieser großen Jeschiwah zu interessieren. Anfang Jänner besuchte er Philadelphia, Wo er mit der Unterstützung von Rabbiner J o 11 e s und Rab- ׳ ' biner S wi r *i n große Versammlungen mit: gute«!, Erfolg abhielt. Von Philadelphia aus setzt Oberrabbiner Schapira ' seine Prbvinzpropaganda fort. Agudaarbeit In Chicago. ׳€ h i c a g d. (AJPB.): Die Ortsgruppe der Agudas Jisroel in Chicago hat beschlossen, eine Schomer-Schabbo^-Sektion zu gründen. Aufgabe dieser Sektion soll hauptsächlich 'die Stellenvermittlung orttiodoxer 1junger Leute sein. ׳Um dies zu ermöglichen, wendete sich die Schomer-SchabbosTSektion mit einem Aufruf an alle Firmeninhaber, die Schabbps haitenr bei Anstellung ypn! Angestellten die Ansprüche ‘dp!, ^abb^thaifenden .Stellen- . suchenden zu berücksichtigen! Die orthodoxe‘ Be'th-^aakob- Frauenorganisation hat eine Aktion behufs Aufbringung von ifj^OQ Dollar eingeleitet. Diese Summe soll zur Gründung eines Kindergartens verwendet werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.