Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 8 (25.2.1927)
- Date
- 1927-02-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 56 jODISCnE PR RSSE. Nr. 8 יל!/ Beste Ausführung! Billige Preise! wm. Günstigste Gelegenheit durch das große Lager von dauergewellten Scheiteln und Perücken ist jetzt billigst einzukaufen Franz Emmer Damenfriseur und Pärfumeur Wien, I-, Mahlerstraße 5, Tel. 77-054־ Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372376־ JULIUS Kohlen* und Koksgroßhandlung Wien, II., Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22 Heigh Class Tallor Premier Tailleur Erstklassiges Maßatelier, Spezialist in Ausführung von modernen und bürgerlichen Arbeiten Wien, 8-, Graben Habsburgergasse 3 Telephon Nr. 77-4-88 _A.־u.£ W ■cluscIx ohzie SchattneB Agudas Jisroel Jugendgruppe, Wien, Floßgasse 1. Einladung zu der am Samstag den 19. März 1927, präzise 8 Uhr abends* im Festsaale des ״Hotel Post״1 ,״ Fleischmarkt 24 (Eingang I., Drachengasse 3) stattlindenden Purim-Veranstaltung Karten (Damen und Herren) sind täglich von 8 bis 9 Uhr abends im Lokale der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Keine Abendkasse! Keine Abendkasse! Elwl&hrlaer Hanoolskurs Wiener Einjähriger Handelskur» Talmud -Thora ■ Schulverein Volkslind BQrgerschula für Knabaii und Mädchen Wien, II., Malzgasse 16 Oest. Postspark.-K.to. 182.159 Spendet fffflp das älteste und grösste jüdische Schulwerk Wiens! Rabbi Satnuel Keil Halewi — Verfasser des 4מחצית ד,שק Von Rabbiner G. Löwy, Levoca (Leutschau), Slowakei. (4.!Fortsetzung:.) Nicht selten finden wir in den!:unterlassenen Schriften •unserer heimgegangenen •Großen, •daß sie ihre Söhne mit eindringlichen Worten nachdrückliclist ermahnen:!sie •mögen unter allen Umständen den Ortsrabbiner, vorausgesetzt, daß dessen iLebensfiilirung im Einklang stellt mit dem •Religionsgesetz, in Ehren halten, selbst dann, wenn sie glauben, oder auch tatsächlich, demselben an jüdischer Gelehrsamkeit überlegen seien; denn eine unumstößliche, von der täglichen Erfahrung unterstützte Wahrheit ist es, daß mit der dem Oberrabbiner zu zollenden Ehre, mit seiner Würde die Ehre und Würde der Thora steigt oder fällt. Sie sind so unzertrennlich miteinander verknüpft, daß e;in eventueller Angriff •auf den Ortsrabbiner in seinen Folgen'und Auswirkungen als ein schmählicher Angriff auf die von ihm vertretene, von ihm verkündete, von ihm gelehrte heilige Thora sich darstellt. Immerhin ist es tief zu bedauern, daß solche Ermahnungen selbst an תלמידי חכמים Thoragelehrte nicht ganz überflüssig zu sein scheinen. Solche Angreifer, die über ein gewisses Maß von Thorawissen verfügen, stellen für sich selber ein klägliches Zeugnis aus; sie zeigen und beweisen, daß sie wohl ihr Gedäcjitnis mit Thorawahrheiten bereichert haben, die aber, ,leider nicht in ihr Herz gedrungen, nicht in Fleisch ■und Blut übergegangen sind, und somit •doch nicht so ganz auf dem heiligen Boden der Thofä sich bewegen. ־ Unglauben z u m R e 1 i g i ö s e n zurück. Audi fiir die verirrte jüdische Seele, die fiir die Dauer ohne die Ewigkeitswerte der Thora nicht auskommen könne, die ja auch dem jüdischen Geist jene Aufnahmsfähigkeit verliehen •hat, um die uns Juden alle Völker beneiden, kommt der Tag der Rückkehr, an dem sie verdurstend zum Quell der Thora eilt. Auf dieses Morgen ,hoffen wir. — Sturmisciher 'Beifall wurde allen!Rednern gezollt. Die Ver- Sammlung ging in gehobener Stimmung auseinander. Dieser erhebende Auftakt verspricht das Beste für den weiteren Verlauf der Konferenz. Audienz beim Staatspräsidenten. Staatspräsident Exzellenz Smetona empfing Freitag den 18. Februar eine Delegation der jüdisch-religiösen Bildungsorganisation Jawnc anläßlich ihres vom 15. bis 18. ,Februar in iKowno staltgehabten Kongresses. Die Dole- •Ration wurde vom Vorsitzenden des Kongresses, Herrn Dr. Rachmilcwicz. geführt, welcher die ausländischen Die ״Jüdische Presse“ hat anschließend an die iuternationale K e r e n - H a t h 0 r a - K o n f e r e!1 z in Amsterdam, wo auf Grund eines •Referates von Rabbincr Dr. ׳Hildesheimer,!Berlin, eine Resolution an den holländischen Rabbinerverband gcrichtet wurde, mit der ׳Bitte, ״das russische Problem, das von ungeheurer Bedeutung für den Fortbestand des Gesamtjudentums ist, bei seiner nächsten Zusammenkunft zu behandeln und alle die Maßnahmen zu ergreifen, die er für nötig erachtet, den Bestand des jüdisch-religiösen Lebens in Sowjet- Rußland sichern zu helfen“. Die ״Jüdische Presse“ wies in einer Artikelserie auf den Umstand ,hin, - daß ,nicht so sehr die russische Zentralregierun'g als die berüchtigte Je wsekt i a, also die!jüdischen!Kommunisten, ,den Kampf gegen die r e 1 ig i ö s e n Schulen und traditionellen I n s t it u t i o n e n des J u!d e n t u m s f *ii h!r t.!Nebst dieser Fest- Stellung wurde dann ein positiver Vorschlag zur Diskussion der!jüdischen Oeffentlichkeit gestellt. Nach diesem Vorschlag soll eine g c •m e:i n s a m e FI i 1 f sa!k t ion aller •jüd i s c h e n Organ i s a t i o n e n g e- ׳schaffen werden. Vor allem müßte ,aber;in geeigneter Form der russischen!Regierung klar gemacht werden, daß cs nicht Aufgabe und Absicht auswärtiger Faktoren sein kann, gegen die russische Staatsforin anzukämpfen; es kann aber unmöglich mit Stillschweigen hingenomnien werden, daß gegen die jüdischen Schulen und gegen die jüdische Religion ein solch vernichtender Kampf geführt wird, wie es die jüdischen Bolschewiken in Rußland seit Jahr und Tag praktizieren. Diese Ausführungen der ״Jüdischen!Presse“ werden van der amerikanischen jüdischen Publizistik als wertvolle Anregung aufgegriffen und zur Diskussion gestellt.' So schreibt Dr.!Ma!rgolin :im ״Jewish C o 11 r i e r“ in Cliikago in der Ausgabe vom ■7. Februar einen großen ׳Artikel über dieses Probien! und'•hebt das Ver-, dienst der europäischen Orthodoxie!und-speziell der ״Jiidisehen •Presse“ hervor, das sie erworben;haben, indem sie nicht stillschweigend ׳über dieses schwerste Problem des religiösen Judentums von heute Vorbeigehen. Dr. iMargolin findet den van der ״Jüdischen Presse“ ■bezeichneten Weg Zur ׳Ehre ׳unserer herrlichen, häßliche Leidenschäften bezähmenden, unlautere ׳Begierden zurückdrängenden, goldene Wahrheiten vermittelnden, reine Gedanken weckenden, edle Taten reifenden, ״tnoralische Charaktere“ •erzeugenden heiligen Thora sei es gesagt, daß all diejenigen, deren Ambition es •ist, dem ersten Aufwiegler gegen unseren großen Lehrer משה, dem berüchtigten Korach fluchwürdigen Andenkens nachzutun, seine w ü r •d 1 g e n •N a c hfahren zu sein, •im allgemeinen und gewöhnlich doch nur aus der Reihe solcher ׳Individuen;hervorgehen, die an schönen Charaktereigenschaften, an jüdischen Tugenden, an jüdischer ׳Frömmigkeit und G-ttesfurcht, an jüdischem Wissen t,i e f, ii b e r a u s tief unter dem Ortsrabbiner stehen. Nur die Unwissenheit •ist -kühn, nur die Frechheit wagt alles, weil sie eben nichts zu verlieren hat, weil ihr die Zerstörung und Verwüstung der heiligsten Güter absolut nicht wehtut; nur die gottlose Anmaßung und Keckheit zerstampft schonungslos alles, was ihr im Wege steht, oder vermeint, ihr •im Wege zu stehen bei der Befriedigung eines krankhaften Ehrgeizes, einer uferlosen Ruhmessucht, einer ausschweifenden Herrschsucht. Wir verweilen absichtlich etwas länger, bei diesem •Krebsschaden •am jüdischen Gemeindekörper, bei dieser speziell jüdischen Krankheit, wie sie in außerjüdischen Kreisen in solchem Umfange, :in solcher Schwere kaum ■anzutreffen ist; vielleicht können •unsere Ausführungen etwas zur •Besserung der Verhältnisse beitragen, in jenen unglücklichen jüdischen Gemeinden, wo der Anreger und Erzeuger dieser schrecklichen Krankheit, — ובני סרח לא מתו — der böse Geist des Korach spukt, sein Unwesen treibt und große Verheerungen anstiftet. Gäste, Obei rabbiner Dr. Carlebacii Altona, Dr. Deutschländer, Wien, Direktor der Keren-Bathora-Zentrale, Herrn!Botscbko, Montreux, vorstellte.!Mit großem Interesse nahm der Herr Präsident den Bericht über die Ziele der Orgaliisafcion Jawne und über den imposanten Verlauf der Ver- Handlungen entgegen. In seiner Antwort hob der Präsident hervor, daß auch er die Religion für eine der wichtigsten Grundlagen •des;Staates halte. Er wisse wohl, •daß der Hauptteil der ׳jüdischen Bevölkerung tief im Religiösen verwurzelt, aber nicht so weit organisiert sei, um seiner Stimme immer •Gehör verschaffen zu können. Dies treffe in gleicher Weise bei der christlichen wie bei der!jüdischen׳ Bevölkerung zu. Deshalb gehe es auch nicht, bei der!Regelung des gesamten Schulwesens an der Stimme •der religiös orientierten Bevölkerung vorüberzugehen. Zum Schluß gab der Präsident seinem Wunsche Ausdruck, daß •die Rabbinen als die berufenen geistlichen ׳Führer;u größter Aktivität d;e Regierung in ihren Bestrebungen unterstützen mögen, die religiösen Grundlagen der Schule zu stärken. zur Lösung für richtig und präzisiert den Antrag der ״Jüdischen Presse“ folgend: ״In dem ׳Memorandum, in welchem man sich in ,dieser Sache an die russische Sowjet- Regierung wendet, muß vor allem die Anerkennung des ganzen j ii d i s e 11 e 11 V o 1 k e s f ii r d i e E rm u t :i g 11 n g 1111 d Hilfe, die die S o w j c t r e g i er u n g •durch die F ö r cl e r u 11 •g d c r!j •ii d i s c h en K o- Ionisation i n R u ß 1 a n d u 11 d d e r P r o cl u •k t i v i cr •u n g d e •r!j ii ■d i s c h e 11 M a s s e 11 an •den Tag legte, ausgesprochen• werden. Dann soll diese Denkschrift 'in genauen statistischen Ziffern aufweisen, welch verhängnisvolle Rolle die ״Jewsektia“ in der jüdischen!Gasse •spielt. Diese ״Jewsektia“ zerstört das Prinzip der Gewissensfreiheit. Es soll auf!Grund ׳von Protokollen aufgezeigt werden, mit welcher!Brutalität ־sie gegen die religiös-jüdische Masse vorgeht.!Es muß ferner betont werden, ׳daß ׳die jiidisehen 'Massen in Rußland die ״Jewscktia“ niemals ais ihre •Führern! anerkannt haben oder anerkennen werden.“ Dieses iemo.randum soll von den ׳großen jüdische .11 •Hilfsaktionen, wie ״Joint“, ״Ica“, ״Hilfsvcreiu der deutschen Juden“, ״Keren iHathora“, von den h׳u׳manilären!Logen und wenn möglich von jüdischen Arbeitervorbänden unterfertigt, werden.!Dieses ׳historische Schriftstück!soll dann •dem Präsidenten •der :Sowjet-Union, Kali n i n, ׳dem Sekretär der dritten Internationale, •Stalin, ferner dem Bildungskommissär Lunatscharsky und dem auswärtigen Kommissär Tschitscherin überreicht werden. Soweit •Dr. Magblin. Wir registrieren mit Genug tu ung die freundliche Aufnähme unserer Anregung seitens der amerikanischen Publizistik. Wir ..hoffen, daß durch die!lebhafte Diskussion, die nun wiederum in 'Fluß gebracht wurde, endlich׳ das• gewünschte Resultat erzielt wird, das ■Resultat, daß das S e 1 b s t b e s t i.m m u11־ g s r e e h t •d er!j•ii di s c!h - r e 1 ig i ö s e 11 Ma,ssen;i n Ru ß 1 a n cl w.,i e •d e r •11 e.r g estellt wird. ׳Es •ist zu hoffen, daß ein •gemeinsamer Schritt der großen jüdischen Organisationen, die mit Politik nichts •zu tun haben, die, unabhängig davon, ob sie die russische Staatsform fiir richtig oder verfehlt halten, •das teure Erbgut des jüdischen Volkes überall und so auch in Rußfand geschützt -wissen wollen, zu gutem Erfolg führen wird. Für , diesen .!Erfolg zu arbeiten, ist des •SchvVeißes der Edelsten wert. Betrachten wir nun den Urahn, das Ur- und Vorbild der ״Machlaukemacher“, Friedensstörer und Unruhestifter unserer• Gemeinden etwas näher; wir werden •da bekannte, •leider' allzu bekannte, zum Ueberdruß bekannte Züge in reicher Fülle antreffen. ויקח קרח Und Korach nahm. Mit diesen zwei, an sich schwer verständlichen Worten kündigt •die heilige Thora •die ruchlose Absicht •des Korach an; er führte nichts Geringeres im •Schilde, als gegen den ersten ״ "מ ר א א ת ר אOrtsrabbiner Moses“ sich aufzulehnen, seine Autorität zu untergraben und somit die bestehende Gemeindeordnung, das in gesunder Ent- Wicklung sich befindende Gemeindeleben in den Grundfesten zu erschüttern. Nun fügt!Midrasch Tauchuma •den zwei Thoraworten erklärend hinzu; לקח טליתו Korach nahm zunächst seinen Tallis; das will sagen, nach der geistreichen Bemerkung eines russisehen Maggid: Der erste Aufmarsch zum ständigen Kampfe gegen den Ortsrabbiner und seine Gemeinde, gegen die Thora und Emunah besteht gewöhnlich!darin, daß man den Tallis einpackt und aus der ״Schul“ nimmt und der Gemeindesynagoge Valet sagt. •Nun ,ist dies •allerdings wahr; allein der erklärende Satz des Tauchuma lautet vollständig: לקח טליתו והלך ליטול עצה מאשתו Korach nahm seinen Tallis und ging, mit seiner Frau sich zu beraten. Um mit •der Frau sich zu beraten, braucht man denn den Tallis? muß ׳man sich doch selber fragen. Es •liegt nicht fern, anzunehmen, daß liier von jenem und von solchem Tallis die Rede ist, von welchem im Talmud (בבא מציעא סא) gesagt wird: Der!H. g. s. Eh. wird einst denjenigen bestrafen, der mit ק ל א אילן blangefärbte Fäden •an sein Gewand hängt, ואומר und sagt, die Der Kampf der Jewsektia gegen die religiösen SGhulen in Rußland. Das Echo der Stellungnahme der ״Jüdischen Presse“ in Amerika.