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Jüdische Presse · 1927-02-25 · 8 (25.2.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
8 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V fet JÜDISCHE PRES ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion 0. Administration> Wien, il.,Leopoldsgasse 86, 1. Stiege, i. Stock. — Tel. 45-4-94. Tichechoslowakmt Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: fir Artikel Sonntag. für Nachrichten Montag. Abonnementspreisej Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich t Postsparkassen*^Wien, Kost• Nr. 13.458; fär Polen: PostsparkassenAmt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; f&r Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; fflr Jugoslawien: Postsp.-Am» Agram,Ko. N. 40.217; fflr die Schweiz: Postacheckkonto Zürich VIII. 4117; fflr Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr» 122.619 Kr. 8 Wioa>B1»atis»1awai 25. Februar 1927 .ב*מ וינה־מרעםםב!ורנ כ״גאדרא׳ תרפיו I 13. Jaheg. Grosse Konferenz der Jawne'Schulorganisation in Litauen imposante Kundgebung der litauischen Orthodoxie für das religiöse Erziehungswerk. — Der litauische Staats- Präsident empfängt das Konferenzpräsidium. Kaum zwei Monate nach der großen i n l e rn a t i o 11 a i e 11 K •e r e n - H a 111 ora-Konferenz i n Amsterdam sind die europäischen Führer der orthodoxen E r zi e h ׳u n gs b e s tr e b u ng e n und der Direktor •der K e re 11 -H a 1110 r a-Ze ntrale wiederum bei einer Konferenz, die in einem der wichtigsten Punkte der jüdischen Welt, in Kowno, stattfand, zusammengetreten. Das Erziehuiigsproblern in Osten ropa, besonders aber in Litauen, wo das Tliorastudiiim an den berühmten Jeschiwoth die höchste Blüte erreicht hat, gestaltet sich ganz anders als ־in Westeuropa. Die Gemeinsamkeit liegt bloß in dein gleichen Streben: die T11 0 r a a 1 s Lehre in sich aufzunehtn e 11 u nd.als. Meisterin des. Lebens zu b e f 0 1־ gen. Die orthodoxe Schulorgamsation ״Jawne“ in Litauen blickt bereits auf eine große Vergangenheit zurück. Als in die Mauern der Jeschiwoth in Litauen eine Bresche .geschlagen wurde, als die iung-jüdisehen Bestrebungen diese alte Stätte der Thora zu verschlingen drohten, da wurde durch die Schaffung der jfawne-Organisation ein.Scliutzwall errichtet, der berufen ist, diese ׳alten Heiligtümer und Kostbar- Leiten des gesamten jüdischen Volkes zu schützen. Die Jawne-Organisation errichtet Schulen und Fortbildungsstätten im Geiste der Thora. Diese Schulen sollen eine Generation erziehen, welche fähig ist, die Bedeutung der Jeschiwoth nicht nur zu erfassen und zu würdigen, sondern in ihnen die einzige angemesse-ne Bildungsstätte. d!3r jüdischen Volksseele zu betrachten. ■Dje richtige Lösung des Erziehungsproblems;!n den o^teüropäiibhenj Randstaaten, wo heute auch in der jüdischen ״Gasse zwei Weitanschauungen: Glaube und Unglaube, mit einer Heftigkeit sondergleichen einander bekämpfen, ist für die ganze jüdische Welt von gewaltiger Bedeutung. Es ist für jeden thoraliebenden Juden eine beruhigende Tat- Sache, daß KerenHathora, der von der Kenessio Gedauloh in Wien als ein zentrales und bestimmendes Organ der Thoraförderung gedacht war, allmählich seine Organisation ausbaut und bereits ideell alle thoratreuen Erziehungsbestrebungen umschlingt und wohltätig beeinflußt. Die Jawne-Konferenz in Litauen ist eine weitere Etappe in der Festigung des Keren Hathora und somit ein Fortschritt in den Be- Strebungen, die jüdische Erziehung unserer Zukunft in dem Geiste der Thora zu beeinflussen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es nicht unwichtig, daß der litauische Staatspräsident -das Präsidium der Konferenz empfangen und freundliche Worte einer von innerer Ueberzeugung getragenen Sympathie an die Träger einer religiösen Erziehung der jüdischen Jugend gerichtet hat. Die Worte des litauischen Staatsoberhauptes sind ebensowenig eine bloße Höflichkeit, wie das Telegramm der holländischen Königin an die Amsterdamer Keren-Hathora-Konferenz eine war. Beide sind für uns klare Beweise der Ueberzeugung, daß es der thoratreuen Judenheit gelingen wird, die Lenker der Völker ge schicke für das wahre Wesen des G-ttesvolkes, für das Ziel seines Strebens sympathisch zu stimmen. In diesem Punkte zeigt sich Keren Hathora besonders deutlich als der innerste Ausdruck des wahren Wesens von Agudas Jisroel. Daß diese Manifestation gerade in Litauen stattfand, wo jetzt der politische Kurs eine Rechtsschwenkung vollzog, erhöht noch den^Wert der Jawne-Konferenz, die so nicht nur einträchtige Etappe der Entwich- ■lung dieser religiösen^Schulorganisation, sondern auch e i n e n F 0 r t s c;MT 11 i n d e n B e s t r e b u hgen der We׳ltorthodox-ie nach Entfa 1tung ihrer innersten Kräfte, nach der Schaffung einer L e b e n s m ö gl i c h k e!i t nach eigenen Gesetzen, nach Vor- Schriften der Thora und Tradition be- •d eu te t. P. Die Konferenz. Die.Eröffnung der am 15. und 16. Febrüär stättgehabteil E r z i e >h u n g s k o n f e r e n׳z der Organisation Ja wae!in •Litauen fand am Dienstag abends in dem yon vielen Hunderten bis auf den letzten Platz besetzten!Litossaale statt. Als Gäste der Konferenz waren erschienen die Herren: Oberrabbiner Dr. Ga rieb ach, Altona, Rabbiner Dr.!Hildesheimer, Berlin, Dr. Deutsch! ände r, Direktor der Keren Hathora-Zentrale, Wien, Herr Bötsci1״ko, Montreux, als Vertreter der Schweizer Aguda* Außerdem* •waren ׳aus ganz Litauen Delegierte, unter ihnen die? größten Rabbiner Litauens, erschienen. Oberrabbiner S c'hap;i ra, Kowno, eröffnete die Versammlung- -und. begrüßte die erschienenen!Gäste und Delegierten. In kurzen? iür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VELi Kaiserstraije 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezialhaus Oesterreichs klaren Worten zeichnete er die Wichtigkeit dev Aufgaben, die Größe des schon Erreichten, und gab der Konferenz seine besten Wünsche mit auf den Weg. Die Versammlung wählte per Akklamation ein Präsidium. Den Vorsitz übernahm Dr. Rachmilcwiez. Begrüßungen vom!Kultusminister Dr. Bistras, von in- und ausländischen Organisationen wurden verlesen. Das Wort ergriff hierauf Herr Dr. D e u t s c h 1 ä n d e r, Wien, der die Grüße des K e r e * HathoTa überbrachte. Er bezeichnete es als vornehmliehe Aufgabe des Keren Hathora, zwischen den verschiedenen Wegen, die die Orthodoxie in Ost und West wandelt, zu! vermitteln, die Gegensätze zu überbrücken, die in der Auffassung!jüdisch gläubigen Lebensideals •zwischen den einzelnen Ländern des Ostens und zwischen ihnen und Westeuropa bestehen. Er betonte die Notwendigkeit der Erhaltung des 1 i t a ui s clt e r» T h 0 fa-!k u l t u rz|e n tru ms, das eine Hoffnung der jüdischen Weltorthodoxie sei. Herr Botschko überbrachte die Grüße der Schweizer Aguda •und des Schweizer Keren Hathora ur.d wünschte der Konferenz den besten.Erfolg.. Ein Schüler des Telczer Lehrerseminars begrüßte In hebräischer Sprache die Versammlung. Er brachte <lie Treue der Schülerschaft zu d en Td ea J eh de & J u de ntums'iind d en Wi׳l len z 11 m A 1i sd rü ck, alle ihre Kräfte e i nz u s e t z en," ürn Ü äs l!i1 aui s c h e ׳Erziehungswerk im Sihne der Thora auf'zubauen.. Herr Rabbiner H 0' r s c 11 k o w i t z, Virbaten, sprach über die Notwendigkeit des Aufbaues der Jawuc- Schulen1, die aber nicht weltliche Schulen mit jüdischem^ Anstrich, sondert!;Jüdische Schulen mit, we,ltlic^:eM : Ahstriä:h:| sein müsse!!־ Die ^ErzieHung der Töditer ^seiv lheutld;. ehiej; dringende|Aufgabö;jfKöedukation sei aber1üntdr* ältjpii " thu-:] ständen äibjsülehnefi^׳Redner bedauerte ferner den ‘Marigei an einwandfreien Lehrbüchern. Einrichtung von Gewerbeschulen gehöre mit zu den vernehmlichsten Aufgaben von Jawne. Nach diesem eine Fülle vor» wichtigen Anregungen enthaltenden Referat ergriff Herr Dr. Hildesheimer. Berlin, das Wort zu dem Thema: Die jüdische Ei- Ziehung in Westeuropa. Er verglich die Verhältnisse in Deutschland als S. R. Hirsch sein Erzieltungs- und Aufbauwerk begann mit den heute in Litauen herrschenden Litauen habe vor Deusich’.and den großen Reichtum an Thorawissen voraus, das damals bar jedes Thorawi^sens war. Trotzdem habe man in Deutschland im Laufe׳ der Jahrzehnte ein großes Erziehungswevk geschaffen, auf das man mit Recht stolz sein kann. Zum Aufbau des litauischen Erzienungswerkes •soll man sich nicht blindlings das westeuropäische zum Vorbild nehmen, sondern unter Berücksichtlgung der inländischen Verhältnisse, •die Fehler der anderen verbessernd, das Aufbauwerk beginnen. Zuin Schluß ergriff Herr Dr. Ca r 1 b a c h, ־Altona, das Wart. Er sprach über das Thema: Die Weltkulturlage und das jüdische Erziehungswerk. Wie der Bolschewismus mir als Haßausbruch infolge jahrhundertelanger Unterdrückung a•:;- Zusehen sei, der dann alle bisher anerkannten , Werte stürzte, so sei auch der Geist der Vernichtung, der heute die jüdische Welt gegen Thorajudentum und Thora erfüllt nur ein Ausbruch der in jahrtausendelanger Unterdrückung gehaltenen Volksseele, die sich gegen den Unrichtigen entlädt. Die Kaiilturwelt aber kehre «ich schon vom In der ganzen Welt berühmt r Perficbenschöpfnngeii ATHHff AH. SflMITF. Wien, 1•י Kä.nt«e»ri«.g 6, Tel. 51-3-62 Jfc ■JiHAlllftnV ■Bl ■ üveaMHtnuNKMMMMNMti» «egcaAbcr dem Hotel Briete! wwtffl«1««w«t1nH111t1!11wrf!n111krw1 wo man p e r A c k e n Transformationen trotz der gediegensten Qualität und sorgfältigsten Anslährnng zu billigsten Preisen all

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