Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 3 (21.1.1927)
- Date
- 1927-01-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 24 JÜDISCHE PRESSE Nr.3 ־ l®rHA0HR101ML : Frattenhilfe der Adas Isroel. Anläßlicii der Dienstagsjraise der Frauenhilfe hielt Frau Oberrabbiner F ii r s t ein gediegenes Referat, in welchem Frau Oberrabbiner Fürst, die in Begleitung ihres Gemahls anläßlich der internationalen Keren-Hathora-Konferenz in Amsterdam in Holland wehte, ihre Eindrücke und Erlebnisse ,in überaus fesselnder weise schilderte. Frau Oberrabbiner Fürst setzte sich in warmen Worten speziell für die Betli-Jakob-Scliiilen ein. Vortrag. Im Rahmen der Sonntagsvorträge in der A. J. Jugendgruppe Wien, II., Floßgasse 1, spricht Sonntag den 23. Jänner um 7 Uhr abends Herr David Bondy über ״Ibu Esra“. Die außerordentliche Generalversammlung des Wiener בי ח המדרש Vereines findet am Dienstag, den 25. Jänner 1927 um halb 8 Uhr abends im Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, f.. Seitenstettengasse 4, statt. Gez.: Dr. Josef Ticho. Julius Haber. Baufällige Grabdenkmäler auf den israelitischen Friedhöfen. Auf dem alten israelitischen Friedhofe in Währing und auf der ■israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes sind zahlreiche Grabsteine im Laufe der Jahre verfallen. An die Angehörigen der dortselbst Beerdigten ergeht das dringende Ersuchen, in Erfüllung ihrer Pietät- Pflicht für die Instandhaltung dieser Grabsteine Sorge zu tragen. Nähere Auskünfte erteilt das Friedhofamf der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock. Gründung eines Beth-Jaakob-Komitees in Holland. Amsterdam. (AJPI3.) Mittwoch, den 2. Schebath fand Amsterdam die konstituierende Versammlung des Bethm Jaakob-Komitees unter dem Vorsitz von Frau Oberrabbiner V r c!d c n b 11 r g statt.• An der Konferenz nahmen der Direktor der Keren-Hathora-Zentralc Wien, Dr. L. Deutschländer, ferner Rabb. Bron, Luzern, Dr. Stein, Sekretär des Kcren-Hathora in Holland und Delegierte der Beth-Jaakob- Komitees in den Provinzstädten teil. Nach einem instruktiven Referat hat die Versammlung beschlossen, ein Beth- Jaakob-Komitce für Amsterdam zu gründen. In das Komitee wurden gewählt: Frau Abrahams, Frau Rabb. de Lange, Frau Dr. Prins, Frau de Haan-Onderwyzer, Frl. Hirsch, Frl. Himaus und Birnbaum. Es wurde ferner beschlossen, auch in den Provinzstädten die Propaganda für Bcth-Jaakob-Schulen aufzuuehmen. Rabbi Mosche Blau in Antwerpen. Antwerpen. (AJPB.) Rabbiner Mosche Blau, Jerusalem, der seit der jüngsten Plenarsitzung des geschäftsführenden Ausschusses in Europa weilt, um für die notleidenden Thoralehranstalten in Jerusalem zu werben, kommt demnächst in Fortsetzung der von Jaakob Rosenheim jüngst eingelcitcten Aktion für die .Thoralehranstalten in Jerusalem nach- Antwerpen. Herr Rabb. Mosche Blau weilte vor einigen Monaten in Oesterreich, dann begab er sich nach Deutschland, wo er zunächst die Orte Darmstadt, Mainz und Wiesbaden und dann den Freistaat Sachsen besuchte. Dr. Isaak Breuer in der Schweiz. Zürich. (AJPB.) Auf Einladung des Vorstandes der Palästinazentrale der Agudas Jisroel in der Schweiz und unter dem Vorsitz von Dr. Löwenstein sprach Dr. Isaak Breuer, Mitglied des •geschäftsfiihrenden Ausschusses der Agudas Jisroel vor einem großen Publikum über das Thema ״Jüdisches Nationalheim oder jüdisches Nationalleid“. Dr. Breuer hat in meisterhafter und lebendiger Weise seine durch seine schriftstellerische Tätigkeit bereits bekannten Ansichten über das jüdische Problem in Palästina behandelt. Nach :seiner großen Rede fand eine Diskussion statt, worauf Herr Dr. Breuer am Schlüsse ein Replik hielt. Dr. Robert Weiß über das religiöse Schul werk in Erez Iisroel. F!1׳ a 11k f u r t a. M.!(AJPB.) ׳Mittwoch den 3. Tebetih hielt der 'Leiter des Wirtsdialftsamtes der Agudäs Jisroel aui Einladung der Zeire Agudas Jisroel 'in Frankfurt einen Vortrag. Dr. Robert Wteilß widmete einen!großen Teil seiner Ausführungen •dem Problem der religiösen! Erizielning ln Elrez Jisroel. Er betonte, daß dieses ErzieliiutiKsweiTk nur!dann Ersprießliches .leisten kann,!wenn es seine vollständige Selbständiigllveit be- •wahrt. 1!;; ■׳!' il'fettö Bestattung des ältesten Berliners. Diese Woche wurde der ■im 105. Lebensjahre verstorbene älteste Bürger Berlins, der Rentier Bernhardt Berendt, unter großer Be- Heiligung zu Grabe getragen. Berendt wurde am 1. Juni 1822 in Putzig bei Danzig geboren. Bis zu den letzten Tagen seines Lebens war er körperlich und geistig rüstig. Mit be- .sonderein Stolz .sprach er stets von seinen Erlebnissen im ״tollen Jahr“ 1848. Am Tage der Beisetzung der Märzgefallenen hatte er als Mitglied der Bürgerwehr die Wache vor dem Berliner Schloß. Am Krieg von 1866 konnte er nicht nicht mehr teilnehmen, da man ihn als ״zu alt“ zurückwies. Lächelnd zeigte er 60 Jahre später dieses Dokument. Auchen den Berliner Bürgerbrief hatte er sich aufbewahrt, den er als Jude nur nach großen Schwierigkeiten und nach Zahlung einer erheblichen Steuer erhielt. Das Ableben seiner 80jährigen Tochter in der vergangenen .Woche ging ihm sehr nahe und hat auch die Erkrankung verschlimmert, die jetzt zu seinem Tode führte. Reorganisation der Londoner Agudas Israel. Erö f f 11 u 11־ g n e ■u er Londoner Z \v e ■i!g s t e 11 e n. L o ndon. (LJ!B.) Die Tätigkeit der Londoner!Agudas Israel wurde jetzt völlig reorganisiert ■und eia neues!Bureau iu London, Wingo Flouse, errichtet; H.!Newmann, der woiiibekannte Publizist, wurde zum Sekretär bestellt, während Fl. A. Goodmami so wie bisher als Ehrensekretär fungiert. Das Londoner Agudah-Komitee ■hat unter W. Schiff als Obmann energische Schritte unternommen, um verschiedenen Zweigstellen in den mannigfachen!bedeutenden Londoner Vorstädten zu bilden. Neue Stellen wurden bereits gebildet in Highbury — Obmann!H. Luiiter —!und in Dalston — Obmann W!eisvogel — und weitere Gruppen sind iu Bildung begriffen, so iu Stoke Newtington, West Lotidon und in Whitechapel. Als Ergebnis eines Aufrufes zur Unter- Stützung der Agudasciiulen in Palästina wurden von einigen Freunden 100 Pfund Sterling .gesammelt und Oberrabbiner Sonnenlfeld in Jerusalem überwiesen. Die Sammlung wird noch weiter geführt ■und Spenden für diesen Zweck .mögen כשר Fleisch u. Creflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• 91. Scharling', Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 1182־6־. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengeuommen und sofort ins Haus zugestellt. an das Bureau der Londoner Agtidali übersendet werden. In kurzer Zeit wird auch eine Jugendgruppe gebildet und mehrere junge Damen haben! sich an der Bildung einer Damengruppe in Nordlondon beteiligt. Iti Uebereinstimmung mit dem!Beschluß des •Komitees wird das ״London Jewish Bulletin“ (LJB.) periodisch herausgegeben, um die Mitglieder und die allgemeine jüdische Öffentlichkeit mit der Tätigkeit der organisierten Orthodoxen in der ganzen Welt bekannt zu machen. Der polnische Landwirtschaftsminlster fiber die Agrarreform und die Möglichkeit einer jüdischen Kolonisation in Polen. Führer der jüdischen sozialen Fürsorge in Polen beschäbigen sich gegenwärtig! mit dem Plan, eine Gesellschaft ■für •jüdische ׳Kolonisation!in Polen, ״Tor“, m gründen, die jenem Teile des polnischen Judenhiins, die sich der Landwirtschaft widmen wollen, zur Verwirklichung seiner Ideale verhelfen soll. In einem Gespräch mit einem jüdischen Journalisten äußerte sich der polnische!Landwirtsaliaftsministcr. Witold Sianszewicz. über die Aussichten einer Verwirklichung dieser ■Plane wie folgt: Na di der Verfassung sind die Juden in ,Polen allen ־anderen Bürgern gleich und!haben •somit auch ein Recht, bei der Durdhiiilhrung der Agrarreform, be-zw. :bei einer Zuteilung der parzellierten Güter ,berücksichtigt z׳u werden. Allerdings bleibt die Frage offen, ob die um die Zuteilung von Boden ansuchenden Juden über die gesetzlich vorgeschriebenen Qualifikationen verfügen. Man muß damit rechnen, daß angesichts des geringen Prozentsatzes von laridvvirtsdiaitilclien Arbeitern unter den Jude»!auch der Prozentsatz der Juden, die ,freien Boden bekommen!sollen, ein begrenzter sein wird. Bis jetzt ist ■eine Bewegung für ■jüdische Masseukolonisation ■noch nioh: deutlich zutn Vorschein gekommen: deshalb kann von einer Unter- Stützung dieser Kolonisation seitens der Regierung noch keine Rede sein. Wo aber Juden :bereits ihren Boden bearbeiten und über Mangel an Land zu klagen haben, werden sie gleich ׳allen anderen Bürgern gehört werden. Die ,jüdischen Sejtnabgeordneten Schreiber, Dr.!Rosmarin und Heller äußerten sich gegenüber der!Presse dahin, daß der Landwirtschaitsministei• über d'ie widdifchen Vierihätaiisse nicht ■orientiert!ist. Taiteädiilich ■macht sich!unter der׳ Jud'enschait Polens ein Bestreben nach Uebergang zur 1Landwirtschaft: geltend. Statt diese Bewegung zu stützen, wird sie von ■den!Behörden a׳u.f Schritt und Tritt gehemmt. Jiiidfeohe Gutsbesitzer, die ■ihren!Baden an!jüdische Sjiedkngswillige verteilen wollen, werden daran gehindert; es wird ihnen ihr Boden zwecks Verteilung an polnische L:\nda1beiter wegge nommen. Die jüdischen Landarbeiter werden bei der Durchführung der Agrarreform sehr benachteiligt. Die Aktion zur Gründung der *jüdischen Ackerbaugesellschait ״Tor“ wird im jüdischen politischen ■Kreisen warm begrüßt- Die :Bewegung wird einen׳!lokalen und inur sachlichen׳ Gltarakter fragen und!in keiner Welse das jüdische Werk in Palästina irgendwie tangieren. .׳Es gibt in Polen noch genug freien Boden, dem mail für jüdische Kolonisation erwerben und vorfocreiten kann. Die Ansied.lu.ng einer größeren Anzahl Juden als Bauern auf eigenem Boden wird ■die Lage der polnischen Judenlheit. die fortdauernd eine prekäre ist, erleichtern. ICA erwirbt in Bessarablen Boden fiir jüdische Kolonisten. Die Jewish Golomiiaatlom Association 1(!ICA)!hat!in BessairüWen 300 Hektar Boden■ in •der Nähe der Kolomiien Dombroveni, Vertusahami, Sgurica, Alexandteni und Telenesohti erworbn, um׳ .ihn am 150 jüdische Kolonisten dieser Kolonien zu verteilen. Kolonisten, die lüdht mehr als 3!Hektar ■Boden besitzen, ׳was nur die Hälfte •des ■zu einer normalen Wirtschaft nötigen Bodens ausmacht, erhalten eine Zulage von je 2 Hektar Bodens seitens der ICA. Bei ■der Verteilung wirken die KooperativgesellsotaSten miifc. ICA erweitert die Tätigkeit in Rußland• Es wird mitgeteilt, daß!die UGA!beschlossen hat, ihre iKolou'sationstätigkeit in!Rußland zu erweitern, ffim Jahre 1927 wird die TGA J11 den Distrikten vom Mariupol!und Zaporoschje eine größere Anzahl Neakolonisten ansiedeln.. Die ,Parzellierung der Landflächen ist bereits beendet. In Mtairiupal besiedelt ׳die ICA vier Bodenflächen von insgesamt 4000 Hektar;!hier finden 250 Kolonistenfatnilien Platz. ■Man hofft, daß im Verlauf des Jahres die Zahl der angesiedelten Familien 600 betragen wird, die 300 im Jahre 1926!angesieddten •Kolotnstemamillen ,nicht eingerechnet. Die Jaroslauer Kultusgemeinde subventioniert den Keren Hajischuv. Auf Veranlassung der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Kolomea hat die Kultusgemeinde von Jaroslau (Galizien) eine Jahressubvention für deu Keren Hajischuv, den Palästinaaufbau-Fonds der Agudas Jisroel, bewilligt. Den Juden in Osteuropa kann nur durch Erleichterung der Auswanderung geholfen werden. Der bekannte Wirtschafts- Statistiker Herr ׳Dr. Jakob Lestsohinsky, 'Mitglied, der Exekutive von ׳Emigdirekt, ist soeben ׳von seiner ■Informationsreise durch die ■baltischen Länder!und Polen, wo er die ökonomische ■Lage der jüdischen Bevölkerung studiert hat. .zuriiekgekehrt.!? In seinem Bericht an das ׳Rräsdüiim von Has-Emigdirekt spricht ׳er sich dailin aus. daß die Emigrationsarbeit eine ■der wichtigsten sei, die die zentralen!jüdischen• Organisationen in den erwähnten Ländern zu leisten hätten. Die iHauptursache der schweren Lage der Juden in Polen, Litauen und Lettland sieht Lestschinsky in der relativen Uebervölkerung der Städte. Die Situation •in Polen, wo ׳ungefähr ,drei Millionen Juden leben, ist eine solche,, daß auch ■die günstigsten Aenderangen ׳in der ■Politik der polnischen Regierung gegenüber den Juden die Lage nicht wesentlich ändern wird. Die objektiven Verhältnisse i׳n Polen haben zu eimer Umstellung in Handel und Industrie geführt, so daß fiir den jüdischen Kaufmann und Fabrikanten wenig Platz geblieben ist. Zehntaüs׳e!nde Kaufleute und noch ■viel mehr Personen, die wirtschaftlich vom Kaufmannsstand abhängig sind, sehen die Quellen ihrer ■Wirtschaftliehen Existenz ■versiegt. Sie orientierten sich friillier mach dem ausländischen ■Markt, der nicht mcSir vorhanden ist. Der ■dürftige In y Seit vielen Jahren das anerkannt beste 1 נשמדדליגט Man achte auf die lje$. gesch. Marks ״Hygien. Königslicht“ u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 inländische Markt kann den jüdischen Handel und die jüdische industrielle Produktion nicht mehr befriedigen. Aelmllch sind die Verhältnisse in Litauen und in dem anderen Ostländern. Durch das Stoppen der Auswanderung wegein des Fehlens von Elnwanderungsländern bildete sieh ein Reservoir von überschlüssigem Menschenmaterial. Ich sehe, sagte Dr. Lestschnmsky, ln der neuen Arbeit vom!Huis-Eimigdirekt ein wichtiges Mittel, um der jüdischen Bevölkerung ■van Osteuropa aus dar tragisdien Situation lierauszuhe.lfen. Jedes Tausend Emigranten, die mau in diesem Jahre aus Polen hc.rausbrin׳gt, wird in. etwa zwei Jahren weitere tausend Personen an sich zielten. Es handelt sich bei den Auswanderungswilligen um ein junges, kräftiges Element. Unter der Aufsicht der jüdischen ׳Emigratlonsgcsellschaften wird sich dieses Element in den neuen Ländern als ein nützliches und produktives erweisen und wird so den Boden ■für die!Einwanderung vieler anderer Juden bereiten. Die Warschauer Kehilla protestiert gegen die rumänischen Judenverfolgungen. Warschau. (AJPB.) Anläßlich der letzten Gemeindcralssifezung der Warschauer Kehilla in der vorigen Woche protestierte Sejmabgeordneter Dr. Kirsclibraun gegen d'te Ausschreitungen der nurnämscliien Studenten ,im Jassy und Kischeuew. Seine außerordentlich eindrucksvollen Ausüihriingen fanden׳ einmütigen Beifall aller Parteien und tes wurde beschlossen, eine Protestresolution der größten jüdischen Gemeinde Europas. Warschaus an die rumänische Regie rang \v e i terz ule i ten• Die Warschauer Kehilla schafft eine Kaschruthkoiiinussion. Warschau. (AJPB.) Verschiedene Vorkommnisse im Kaschruthwesen der Warschauer KeMia veramlaßte ebne Anzahl angesehener Gemeinden»tglieder. sich an das Rabbinat zu wenden mit der Bitte, eine einheitliche Kasührufhkooirnisslon׳ ,zu schaffen. Das Rabbinat na-hm die Anregung!bereitwillig auf und hat bereits die notwendigen Vorbereitungen liier,fiir getroffen־ Sie wird de!mnächst mit genauen Anweisungen’ an die Oeffentlichkeit herantreten. Gleichzeitig wird das Rabbinat seine Vorsollläge 4er Vcrwahumg der Warschauer Keh:,!la vortegen׳ und es ist zu hoffen, daß schon De.; der nächsten Gerneindeversamrnlang endgültig Beschlüsse darüber ,getroffen werden. 200 Nowogrodecker Jeschiwah-Badiurim in Warschau obdachlos. Warschau• (AJPB•) Vergangene Woche ׳hat die Warschauer Polizei die Lokalitäten der Nowogrodecker Jes׳cl1Iwah.!in welchen 200 iBachurim gewohnt und gelernt haben, aus sanitären Gründen gesperrt. Die Baohurim waren nämlich bisher gezwungen, in einem dunklen Kellerraum die Nacht zu verbringen!, da sie selbst Söhne ,unbemittelter Eltern sind und beinahe ausnahmslos ihren Heimatsort nicht in Warschau haben. Es fehlte in diesen Lokalitäten an den notwendigsten׳ sanitären Einrichtungen und die anmen Bacburim waren■ gezwungen, nachts auf einfachen Strohsäcken zu! schlaffen.!Das Vorgehen׳ der Polizei liat nun die Aufmerksamkeit ■der Warschauer Judenheit auf die skandalöse Vernachlässigung dieser Jeschiwal 1 -Baahurim gelenkt. Die Warschauer orthodoxe Tageszeitung ,Der Jud“ iiat schon vor Wochen anläßlicii der •Eröffnung des akademischen Heimes für die jüdischen Studenten mit Recht die Frage gestellt, db düs Warschauer Judeniheif ihre Pflichten gegenüber der: notleidenden Jeschiwah-Badiurim erfüllt hatte. Diese vorwärtsvolle Frage kann jetzt angesichts der traurigen Tatsache der Polizei liehen Sperrung der Lokalitäten׳ der Nowogrodecker Jeschiwah noch!in verschärfterer Form gestellt werden. Es ist dringend!Zu wünschen,!daß die Juden aller Länder sich des kaum mehr .zu überibietenden Elends anne'hmen• Spezifikation der Palästinaeinwanderung im Oktober 1926 nach den Angaben der palästinensischen Regierung. Die ״Official Gazette“ vom 1. Dezember veröffentlicht folgende Statistik der PaHistiiiaeiinvanderung im Oktober 1926: Kategorie Männer Frauen Kinder Insges.' A (1) Besitzer von L. E. 500 und mehr A (1) 2 Abhängig von den unter A (I) fallenden Personen . A (II) Handwerker mit Vermögen von L. E. 250 bis 500 A (II) 2 Abhängig von den unter A (II) fallenden Personen . A (III) Empfänger von mindestens L. E. 60 Jaliresrente A (V) Religiöse Berufe . . A (VI) Schüler und Studenten B. Besitzer von weniger als L. E. 500 . B. 2. Abhängig von den unter B. fallenden Personen . . C. Feste Arbeitsstellen . . . C. 2. Abhängig von den unter C. fallenden Personen . . D. Vom Verwandten Angeforderte . 20 — 24 18 23 42 1 12 2 1 213 20 3 81 M 76 41 71 3 13 6 ' 4 295 76 167 Insgesamt 278 221 142 641 Anmerkung: In obigen Zahlen sind 37 Christen und 6 Mohammedaner miteingeschlossen. 26 Juden, 17 Christen und 3 Mohammedaner, die als Touristen ins Land kamen und dauernde Aufenthaltsbewilligungen erhielten, sind ebenfalls in den obigen Zahlen einbegriffen. 11 Einwanderer, die den Einwanderungsvorschriften nicht entsprachen, wurden abgewiesen. Die Auswanderungsziffer belief sich im Monat Oktober auf insgesamt 1302 Personen. Davon waren 54 jüdische Einwohner Palästinas, die auswanderteii, und 997 jüdische Einwanderer, die riiekwanderten, sowie 192 christliche und 59 mohammedanische Ausuud^ Rück- Wanderer. (Ziko) Der Stand der Arbeitslosigkeit in Palästina. Die Arbeitslosigkeit in Palästina, die in den Monaten September und Oktober ein wenig abgetioimneu hatte, ist in letzter Zeit wieder gestiegen, da sowohl infolge des Winters als auch infolge des Absclilusses einer Reihe von Arbeiten die Beschäftigungsmöglichkeiteu wieder geringer geworden sind. So betrug die Zahl der Arbeitslosen in Tel Aw w Haifa Jerusalem Insgesamt im September . . . 2820 1120 340 4280 im Oktober . . . . 2710 790 510 4010 im November . . . 3150 1200 770 5120 Auch in Tiberias und in den Kolonien hat die Arbeitslosig- Einjähriger Hanaelskur* Wieuer Einjähriger Handelskur» Talmud -Thora - Schulverein Volksand Bürgeisclnilo für Knaben und. Wien, II., Malxgasse 16 Oest. Postspark.-Kto. 182.159 Spendet fär das älteste und graste jüdische Schulwenk Wiens!'׳ 5991